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Sarajevo 1914 – Wie Europa in den Krieg taumelte | Slice Doku
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 287 Zeilen
- [musik] Europa vor einem Jahrhundert. Großmächte und Bündnissysteme beherrschen den
- Kontinent. Einerseits die Ont mit Großbritannien, [musik] Frankreich und Russland. Andererseits die Mittelmächte mit dem
- Deutschen Reich, Österreich-Ungarn und Italien. Seit Jahren rüsten diese Staaten für einen Krieg. um die Vormachtstellung in
- Europa. 1912 und 1913 gibt es regionale Kriege auf dem Balkan. Das Osmanische Reich verliert seine
- Gebiete. Neue Staaten entstehen im Einflussbereich [musik] zwischen Russland und Österreich-Ungarn. [musik]
- Hier am Balkan mischen sich Sprachen, Religionen, Kulturen. Hier in der bosnischen Stadt Sarajevo kommt es an einem Sonntag am 28. Juni
- 1914 zu einem Wendepunkt der europäischen Geschichte. [musik]
- Thronfolger Franz Ferdinand ist auf Manöverbesuch mit seiner Ehefrau Sophie. Viele Bosn sind wütend darüber. Für sie ist Österreich-Ungarn eine
- Besatzungsmacht. und die Habsburger Tyrannen
- wenige Monate. zuvor. Seit mehr als 600 Jahren regieren die Habsburger in der Kaiserstadt Wien. Aber die glorreichen Zeiten der Dynastie sind
- vorbei. Am Beginn des 20. Jahrhunderts kämpft die Donormonarchie mit wirtschaftlichen und politischen Problemen.
- Österreich-Ungarn ist als der kranke Mann an der Dona bezeichnet worden als eine stagnierende Großmacht. Es ist im europäischen Umfeld gesehen einzigartig.
- Die Welt sah Österreich-Ungarn als amüsante Randerscheinung unter den Supermächten. [musik]
- Mehr als zehn Nationen leben in der Habsburger Monarchie und vor allem die slawischen Völker sind benachteiligt [musik] im Vergleich zu Österreichern
- und Ungarn. Beinahe 50% der Bevölkerung des Habsburger Reiches gilt als slawisch und es wird befürchtet, dass das Reich
- auseinanderbricht. Mit dem wachsenden Nationalismus hat sich jede einzelne Nationalität innerhalb der Monarchie fragen müssen,
- warum sie nicht ähnliche Vorrechte hat wie die Deutschen in Österreich oder die Ungarn in der ungarischen Reichshälfte. Die Menschen verlangen Mitbestimmung und
- Demokratie. Sie denken moderner, als es die staatlichen Strukturen und die gesellschaftlichen Hierarchien zulassen. Kaiser, König, Edelmann, Bürger, Bauer,
- Bettelmann. Diese ständische Gesellschaftsordnung gilt seit dem Mittelalter.
- Ich denke, dass diese Monarchie eine Anomalie gewesen ist in einem Europa, das vom Nationalismus bestimmt war. Aber das bedeutet nicht, dass ihr Ende
- unausweichlich gewesen wäre. Am Wiener Hof scheint die Zeit stillzustehen. Den Staat regiert der
- älteste Monarch [musik] der Welt, Kaiser Franz Josef. Kaiser Franz Josef ist am Ende seines Lebens angelangt. Das war ablesbar. Er
- kann nichts mehr ändern und er will nichts mehr ändern. Und das war wahrscheinlich das noch viel entscheidendere,
- [musik] die Gestaltung der Zukunft der Monarchie wird in den Händen von Thronfolger Franz Ferdinand liegen.
- Franz Ferdinand zu beurteilen ist, glaube ich, wahnsinnig schwer. Er hat so viele Reibungsflächen geboten, dass kaum irgendjemand sagen konnte, er wäre davon
- nicht irgendwann einm auch betroffen gewesen. Wir wissen, was nicht mehr so gut gelaufen ist in diesem riesigen Imperium
- und er war kein dummer Mensch. Der Selbstmord von Franz Josefs Sohn Rudolf machte Franz Ferdinand zum [musik] zukünftigen Kaiser. Bis dahin
- lebte er frei von Thronfolgerpflichten und Hofetickett. Er hat eine Weltreise gemacht und natürlich waren viele der Etappen auch
- jagliche Dinge, besonders in Indien und sie haben einige Tiger einige, also es ist einiges auf dieser Weltreise geschossen worden.
- Von der [musik] Jagd ist Franz Ferdinand besessen. Mehr als 270 000 Tiere erlegt er im Laufe seines Lebens. beharrlich Ziele verfolgen und sich am
- Ende durchsetzen. Das will Franz Ferdinand nicht nur in der Jagd.
- Er hatte ein unglaubliches Augenmaß und da war er außergewöhnlich für viele seiner Zeitgenossen, weil er wirklich getroffen hat.
- Schlossartstädten hat einen Großteil seines Aufenthaltes dargestellt und von [musik] den frühesten Fotografien, die ja in Städten erhalten geblieben sind,
- war es ein gemütliches Zuhause. Hier in Niederösterreich und auf Schloss Connorpis in Böhmen lebt Franz Ferdinand frei von Anfeindungen am Wienerhof.
- Seine Vision eines südslawischen Staatenbunds in der Monarchie, gleichgestellt den Österreichern und den Ungarn, verschafft ihm in Wien keine
- Freunde und in Serbien viele Feinde. Seine Ehe mit einer Frau aus niederem Adel Sophie Kotteek von Kotkova musste
- er gegen den Widerstand seines Onkels, Kaiser Franz Josef durchsetzen. So für eine Frau zu kämpfen und zu warten. Geduld aufzubringen. Es war
- wirklich die große Liebe. Sophie wurde der Titel von Hohenberg verliehen, aber Franz Ferdinand musste auf die Thronfolge seiner Kinder
- verzichten. Umso mehr hofft er bald selbst [musik] regieren zu können.
- [musik] Die Kaiser und Könige Europas haben sich versammelt, um einen der Iren zu Graabe
- zu tragen. König Edward VI von England. Es ist ein Familienbegr, denn die Herrscherhäuser sind untereinander verwandt. Doch bald werden
- sie ihre Völker in einen Krieg gegeneinander führen. [musik] Das Begräbnis König Edwards war ein unglaublich symbolisches Ereignis.
- Der Tod eines Königs und das Ende eines Zeitalters. [musik] Unter den Teilnehmern auch Franz Ferdinand.
- Er vertritt den 81-jährigen Franz Josef. Mich erinnert das an eine Szene in einem Spielfilm. Die Paten treffen sich noch einmal irgendwo in New York, um die Welt
- unter sich aufzuteilen, obwohl schon klar ist, dass alles bald zu Ende sein wird. Großbritannien ist die größte
- wirtschaftliche [musik] und militärische Macht dieser Zeit. Von London aus wird ein Kolonialimperium regiert, fast [musik] eine halbe
- Milliarde Menschen, ein Viertel der damaligen Weltbevölkerung. Wir hatten ganz Indien, die Hälfte von Afrika, die Plantagen in der Karibik.
- [musik] Es schien als ob die Welt uns gehören würde. Großbritannien fühlte sich wohl
- als Supermach der Welt und wollte diese Position auf keinen Fall verlieren. Diese Vorherrschaft will das deutsche Reich brechen. Erst vor wenigen
- Jahrzehnten 187071 hat Kaiser Wilhelm die deutschen Staaten unter preußischer Führung vereinigt. Deutschland ist nach der Reichsheinigung
- 1871 enorm gewachsen. Die deutsche Wirtschaft boomt und die deutsche Armee wird hochgerüstet. Es war ein so erfolgreicher Staat, ähm,
- dass es kaum verwunderlich ist, dass die Nachbarstaaten Angst kriegten. Der alte Rivale Deutschlands auf dem Kontinent ist Frankreich, die einzige
- Demokratie unter [musik] den Großmächten. Nach dem Krieg 187071 und der Niederlage gegen Preußen war für
- Frankreich besonders wichtig das Verhältnis zu Deutschland. 1871 verlor Frankreich Elsas Lotringen.
- Die Frage Elsas Lotringen dominierte die französischdeutschen Beziehungen. [musik]
- Das größte Reich in Europa ist Russland. Hier herrscht noch immer Leibeigenschaft. Die soziale und
- wirtschaftliche Lage verschlechtert sich zunehmend. [musik] Am Anfang des Jahres 1914 war die Situation in Russland ziemlich
- schwierig. Ein vom Zaun gebrochener Krieg gegen [musik] Japan hätte von diesen inneren Problemen ablenken sollen.
- Nach dem Fehlschlag des Krieges gegen Japan nahmen die Spannungen in den Balkanländern immer mehr zu. Nach der österreichisch-arischen Annextion von
- Bosnien Herzegovina musste Russland seine Aufmerksamkeit wieder auf den Balkanrichten.
- Gedenkmesse in [musik] der Kirche der kleinen serbischen Stadt Schabbats. Hier wie in allen Kirchen des Landes wird am 14. Februar, der Jahrestag des
- langen Kampfes um die serbische Unabhängigkeit gegen das Osmanische Reich gefeiert. 184 begann der Aufstand [musik] unter Kara George. Er hatte
- schon für Habsburg gegen die Türken gekämpft. Serbien wurde 1804 von einer Armee aufständischer Bauern befreit. Das
- Serbien von heute haben also serbische Aufständische mit ihren eigenen Händen geschaffen. Die Revolution unter der Führung von Kara George verlie
- serbischen Gesellschaft einen egalitären und sogar demokratischen Charakter. Österreich-Ungarn unterstützte damals die Serben in ihrem Freiheitskampf gegen
- die Türken. Österreich und Serbien verbindet eigentlich seit dem 18. Jahr 100 sehr gute Beziehung. Fast alle diese ähm
- Ärzte in Serbien oder Architekten sind äh entweder die Studenten aus München oder aus Wien oder aus Graz. Im befreiten Serbien lebte aber nur ein
- kleiner Teil der Serben des Balkans. Die Befreiung aller Serben war das zentrale Ziel des neuen serbischen Königreichs. Von Norwegen bis Griechenland steht auf
- den Flagen der Nationalisten Befreiung und Vereinigung. Die Serben wollen das gleiche. Es geht ihnen um Bosnien, Herzegovina, Kosovo, Metochien,
- Montenegro, eben die nationale Vereinigung. [musik] Das musste zum Konflikt mit
- Österreich-Ungarn führen, auf dessen Staatsgebiet viele Serben leben. Ein großerbisches Reich, auch mit den serbisch besiedelten Gebieten Habsburgs.
- Das wilder serbische König Peter I. Allerdings war Serbien nach dem Berliner Kongress und dem Einmarsch
- österreichischer Truppen in Bosnien Herzegov von Habsburger Territorien und Verbündeten eingekreist. 198 annektierte die K und K Armee
- Bosnien Herzegovina. Seit 1878 war die Provinz von der Monarchie verwaltet worden. Serbien ist bruskiert und sucht Verbündete.
- Die Beziehungen Russlands zu Serbien waren traditionell sehr eng. Nicht nur deswegen, weil Serbien ein slawisches und ein christlich orthodoxes
- Land ist, sondern auch deshalb, weil die Serben treue Verbündete auf der Balkanhalbinsel waren.
- Parade der serbischen Armee. In den Balkankriegen 1912 und 1913 kann Serbien sein Staatsgebiet deutlich vergrößern
- und Serbien sucht weitere Verbündete gegen Österreich-Ungarn. Von dem Moment an, als sich die Beziehung zwischen dem Königreich
- Serbien und Österreich-Ungarn verschlechtert, wendet sich Serbien anderen Partnern zu, besonders Frankreich.
- Die bisherige Balkanpolitik Österreich-Ungarns ist gescheitert. Um die regionale Vormachtstellung in Südosturopa und im östlichen Mittelmeer
- zu sichern, setzt man auch auf die Kriegsmarine. Die Kriegsmarine gehört zu den modernsten, die irgendwo auf einem Weltmeer herumgefahren sind. Aber
- insgesamt war es wohl so, dass die Kammee im europäischen Vergleich zurückgeblieben ist, weil das Geld nicht dafür da war.
- Im Rüstungswettlauf der Großmächte fällt die Habsburger Monarchie immer mehr zurück. So werden zur militärischen
- Luftaufklärung immer noch Ballone an Stelle von Flugzeugen eingesetzt. Das Problem ist die Konsequenz zu ziehen und eindeutig zu sagen, der Krieg ist
- nicht führbar, weil er uns nicht das Mittel dazu in die Hand gebt, das nicht eindeutig sich und den Staatsleuten und den Kais einzugestehen, das ist der
- große Fehler. [musik] Oktober 1913 in Wien wird der 100. Jahrestag der Völkerschlacht von Leipzig gefeiert.
- [musik] Man blickt zurück nicht voraus, gedenkt der glorreichen Siege gegen Napoleon und der damaligen Neuordnung Europas unter österreichischer Führung
- am Wiener Kongress. Wenn nicht raschlösungen für die vielen Probleme des Reiches gefunden werden, dann muss Kaiser Franz Josef befürchten,
- seinem Thronfolger [musik] Franz Ferdinand eine Monarchie ohne Zukunft zu hinterlassen. Und hier kommt außenpolitisch wie
- innerpolitisch immer wieder Krieg ins Spiel. [musik] Auch in Deutschland wird der Sieg gegen Napoleon gefeiert mit der Eröffnung des
- Völkerschlachdenkmals von Leipzig. Das Deutsche Reich unter Wilhelm dem II will fortsetzen, was immer wieder gelungen ist, siegreiche Kriege gegen Frankreich
- zu führen. Das Fatale war, dass man meinte, das können wir jede Zeit wiederholen. Ist kein Problem. Wir sind sogar unseren
- Vätern verpflichtet. So, so spricht man. Unser Vätern verpflichtet, das noch mal zu machen. Kaiser Wilhelm hält seine Armee für die
- beste der Welt. Er will mit ihr die deutsche Vorherrschaft in Europa erkämpfen. Auch Russland und Großbritannien [musik] hat er im Visier.
- Will der Ist eigentlich der allerletzte äh Mensch, der dieses deutsche blühende deutsche Kaiserreich mit seiner Militärtradition hätte leiten dürfen.
- [musik] Der wichtigste Verbündete Deutschlands ist das Habsburger Reich. In deutscher Waffenbrüderschaft werden gemeinsame
- Kaisermanöver abgehalten. Man will die Vorherrschaft in Europa, wenn notwendig, auch mit militärischen Mitteln erkämpfen.
- Franz Josef war alt, vielleicht schon krank, aber er war nicht tot. Und solange er noch einen Atemzug tat, war er es auch, der über Frieden oder über
- Krieg zu entscheiden hatte. Thronfolger Franz Ferdinand ist gegen einen Krieg. Er will die Nationalitätenkonflikte der Monarchie
- lösen und den Slaven mehr Mitsprache einräumen. Er war jemand, der die Politik Franz Josef so nicht fortsetzen wollte und das
- war wohl richtig gedacht. Auch die Armee will Franz Ferdinand reformieren und das traut er Feldzeugmeister Oscar Potorek zu. Mit
- harter Hand regiert Potorek den Unruheerd der Monarchie Bosnienherzegovina. Potorek plant ein großes Manöver. Franz
- Ferdinand wird daran teilnehmen. Das kann man durchaus auch unter dem Aspekt sehen, dass er mal nach dem Rechten schauen wollte und dem Bot ein
- bisschen auf die Finger klopfen, weil er ihn noch im Talon hatte als eventuell Nachfolger als Generalstöpschef. Nach dem Manöver wird ein Besuch in
- Sarajevo angesetzt. [musik] Viele glauben, dass Geschichte einem
- Plan folgt, streng organisiert ist, aber sie verläuft wie das Leben mit vielen Zufällen und folgt nicht der Logik, die wir gerne hätten. [musik]
- Franz Ferdinand ist aus seiner eigentlich ganz logischen Überlegung heraus zu den Manövern nach Bosnien gefahren. Es sind die [musik] größten
- Manöver, die 1914 abgehalten worden sind und nach [musik] den gut verlaufenen Manövern wäre wahrscheinlich der Berufung von Botik auch nichts mehr im
- Wege gestanden. [musik] Es hatte alles famos, wie er schreibt geklappt. Er war ganz zufrieden.
- Während Franz Ferdinand im Manöver gewesen ist, [musik] hat seine Frau mehrfach Besuche in Sarevo gemacht. Ist einkaufen gewesen, hat den Weißenhaus
- besucht. Und am nächsten Tag, dem 28. Juni, war ein offizieller Empfang in Sarajevo vorgesehen.
- Zuvor gab es in Bosnien immer wieder Attentate einer serbischen Befreiungsbewegung. Mada Bosna, junges Bosnien.
- Mlad Bosna ist Teil eines [musik] europäischen Phänomens, der jagt auf gekrönte Häupter, wie sie in ganz Europa betrieben wurde.
- Man hatte ihm gesagt, er soll doch bitte das absagen und gleichzeitig der Staathalter Portior sagt ihm ja, aber die würden so gekränkt sein, wenn kliche
- Wort jetzt nicht käen. Das ist ja keine serbische Stadt, sond ist eine Stadt, wo es ebenso einen großen [musik] Anteil an Muslimen
- gegeben hat. Es sind Kroaten dort, es sind Juden dort, die Franz Pferdenand sehr sehr ja fast enthusiastisch begrüßt haben. Auf dem Weg zum Rathaus von
- Sarajevo beginnt eine Verkettung unglückseliger Umstände, [musik] die Weltgeschichte machen wird. Zuerst kommt es zu einem Bombenanschlag.
- Die Bombe traf das [musik] Verdeck des Franzand Autos, aber sie explodierte erst danach und traf den folgenden Wagen. Einer der
- Offiziäre wurde verletzt. Vor dem Rathaus wartet der Bürgermeister. Er weiß noch nichts vom Anschlag.
- Und da ist er wieder der ungehaltene harte Mann und ist eigentlich sehr unfreundlich mit dem Empfangskomitee. Niemand weiß, ob nicht noch weitere
- Attentäter warten. Daher wird das restliche Besuchsprogramm abgesagt bis auf einen Punkt. Er wollte noch ins [musik] Krankenhaus
- fahren und die Verletzten des ersten Attentats besuchen. Aber weitere Attentäter warten auf den Straßen von Sarajevo auf eine
- Gelegenheit zum Anschlag. Eine berühmte Fotografie zeigt den Wagen des Erzherzogs genau in dem Moment vor dem Attentat. [musik] Man sieht die
- eingeschlagenen Räder. Der Wagen biegt gerade falsch ab. Der Chauffeur wurde nicht über die Routenänderung informiert. Der Wagen
- muss reversieren. Er ist total uninformiert über die Menge von diesen jungen Leuten, die da überall stehen.
- Und genau an dieser Ecke steht einer der Attentäter. Und dieser Unglücks minderjährige Prinip schießt
- und er trifft den Urgroßvater im Hals und die Urgroßeltern sterben und dann ist eben äh die Katastrophe äh perfekt,
- [musik] weil eine Stadt ist total überfordert Mit dieser Situation in Sahajevo brechen antiserbische
- Unruhen aus. Serbische Wohnungen und Geschäfte werden geplündert. Die serbische Bevölkerung und auch das serbische Königreich werden für das
- Attentat verantwortlich gemacht. Die Österreicher suchten nach Beweisen, um Serbien die Schuld geben zu können, aber sie konnten nichts finden. Die
- Beteiligung Serbiens am Attentat war, wenn überhaupt gericht. [musik]
- Die Leichnahme des Thronfolger Paars werden einbalsamiert und über Triest [musik] nach Wien gebracht
- [musik] und dann rauf nachstten und eben in die Gruft gestellt. Das viel später [musik] entstehen die heutigen sichtbaren Steinsachkopf aus
- einem Untersberger Marmor. [musik]
- Aber wer war der Mann, der Franz [musik] Ferdinand und Sophie ermordete? Sein Name ist Gavrilo Prinzip. Er und seine Mitverschwörer werden festgenommen
- und wegen Hochverrats und Meuchelmordes angeklagt. Prinzip sagt aus, dass er als bosnischer Serbe und Revolutionär einen Tyrannen [musik] ermorden wollte.
- Gavrilo Prinzip wurde nicht in Serbien geboren, sondern in der Habsburger Monarchie. Er war ein Untertan Franz Josefs.
- Prinzip hatte nichts gegen Franz Ferdinand persönlich, aber er war der Thronfolger.
- Für ihn und seine Freunde, auch Moslems, Katholiken, waren die Habsburger eine Kolonialmacht in Bosnien, Herzegov. Für viele Serben war auch der Tag des
- Besuchs eine Provokation. Am 28. Juni 1389 hatten sie auf dem Amselfeld gegen die Türken ihre Freiheit verloren und jetzt waren sie wieder unfrei,
- unterdrückt von österreichisch-ungarischen Soldaten. Die Attentäter wollten für ihre Freiheit kämpfen und sterben.
- Sie waren naiv, unglaublich jung. Zwei der Attentäter waren erst 16 und gingen noch zur Schule. Prinzip selbst war noch nicht volljährig. Er war erst 19.
- dass das ein folgenschweres Attentat sein sollte und mit dem Tod des Erzherzogs endet, das war ihm klar. Über andere Folgerungen war er sich denkbar
- im Ungewissen. Sie hatten einen Plan, aber der war simpel. Stellen wir uns an die Straße und schauen wir, wer von uns sich traut
- zu schießen. Das ist eine so unglückliche Figur. Fanatisierte Jugendliche, die eigentlich
- wirklich so missbraucht wurden, dass es schlimmer nicht sein kann. Ein serbischer Geheimbund, die schwarze Hand, hat die Waffen für das Attentat
- geliefert. Eine Unterstützung des serbischen Staates bestreiten die Attentäter. Es gibt keinerlei Beweise für irgendeine
- Verwicklung der serbischen Regierung unter Nikola Pasic. Nichts, was darauf hindeuten könnte, dass die serbische Regierung gewusst
- hat, was geplant war. Drei der volljährigen Mittäter werden hingerichtet. Prinzip stirbt 1918 im Kerker. Bis zum Schluss erklärt er, den
- Tod Sopies zu bedauern. Sie wollten Sophie nicht ermorden. Sie wollten Poti, den militärischen
- Oberbefehlshaber von Bosnien töten. Also zwei Ziele. Das erste Franz Ferdinand, das zweite Potorek.
- Ich [musik] nehme an, Gavrilo Prinzip hat einfach auf jene Personen geschossen, die im
- Auto gesessen sind. Und die zwei hinten aufrechtsitzenden, der Zerzog und seine Frau, die waren wohl auch die nächsten. Oscar Potorek ist sein Leben lang schon
- Soldat, aber er hat noch nie einen Krieg erlebt, auch nicht wie Menschen erschossen werden. Für Botk ist das aten dünlich ein riesen
- Schock. Es gibt ja auch Zeitzeugenberichte, dass er völlig perplex und äh kaum ansprechbar war, danach mag darüber sin haben, was das
- für seine Karriere bedeutet hat, nachdem die gesamte Basis, auf der sein Leben gebaut war, dadurch erschüttert worden.
- Botik war für die Sicherheitsmaßnahmen in Sarebo der letzt verantwortliche. Man kann den Polizeipräsidenten oder Bürgermeister
- oder wen immer auch äh genauso in diese Verantwortung mit einbeziehen. Aber an seiner letztung führt eigentlich kein Weg vorbei.
- Portiurek wird in den nächsten Wochen alles tun, um von seinem eigenen Versagen abzulenken und die Schuld am Tod Franz Ferdinands auf das Königreich
- Serbien zu schieben. Ich denke schon, dass er ein eigenes Interesse hatte, die Ereignisse zu überspielen, vergessen zu machen. Das
- liegt auf der Hand. Kaiser Franz Josef erfährt in Bad Ischel vom Attentat und fährt sofort nach Wien. Er wird entscheiden müssen, wie
- Österreich-Ungarn darauf reagiert. Es ist so, dass zum Zeitpunkt des Begräbnisses von Franz Ferdinand Kaiser
- Franz Josef bereits seinen Willen bekundet hat. äh diesmal eine militärische Lösung zu suchen. Ein Krieg gegen Serbien könnte aber auch
- zu einem Krieg mit Serbiens Verbündeten Russland führen. Da hat sich Franz Josef eigentlich keine Illusion hingegeben, dass Russland voll
- hinter Serbien stehen würde äh und dass es möglicherweise auch Krieg gegen Russland geben könnte. Für diesen Fall braucht Österreich-Ungarn die
- Unterstützung Deutschlands und Kaiser Wilhelm bestätigt seine Bündnistreue. Er hat im Grunde nichts gesagt, was er nicht schon 15 mal den Österreichern
- gesagt hat. Seine Majestät Kaiser Franz Josef ist ja preußischer Feldherr, der braucht nur zu befehlen und das ganze preußische Herr marschiert mit ihm. Also
- die die Wiener müssen damit gerechnet haben, äh dass dieses dieser Blancocheck unterschrieben werden würde. Die Absichtkrieg zu führen beschränkt
- sich nicht nur auf den Kaiser. Das ist auch etwas äh was in der Politik keine große Rolle spielt, wo nicht zuletzt auch äh der Minister äußern der Graf
- Bergdold sehr wohl diesen Kriegswillen teilt. In Wien weiß man, dass es nie wieder eine so passende Gelegenheit für einen
- Krieg gegen Serbien geben wird. Außenminister Berichthold gehört zur Kriegspartei. Sein Mitarbeiter Grafosch hat den Blanosck aus Berlin gebracht.
- Damit sollen die Kriegsgegner überzeugt werden. Der ungarische Ministerpräsident GF Tesa weigert sich lange. Er will nicht noch mehr Slaven in der Monarchie.
- Graf Stürk, der österreichische Ministerpräsident, ist für den Krieg. Schließlich wird der Kriegsfall B wie Balkan beschlossen. [musik]
- Die Menschen in Serbien haben noch keine Ahnung, dass ein Krieg bevorsteht. Schabbats, eine serbische Stadt an der Grenze zwischen Österreich, Ungarn und
- Serbien. Das lebenslustige Schabbat wird auch das Paris Serbiens genannt. Das Lied besinkt den Wohlstand der Schabbaterkaufleute
- vor dem ersten Weltkrieg. Nachdem Attentat in Sarv und nachdem sofort Serbien
- und Serben beschuldigt waren, stellt sich sofort die Frage, was wird es jetzt sein, um Gottes Willen, nur nicht noch ein Krieg.
- Nach den beiden Balkriegen ist die serbische Bevölkerung [musik] Kriegsmüde. Die serbische Armee geschwächt
- [musik] und in der Grenzstadt Schabats hofft man, dass alles ruhig bleiben wird.
- Zwak zwak zwak. Ein spektakulärer Doppelmord an einem Thronfolger und seiner Ehefrau, für die
- er so lange gekämpft hatte. So geht die Nachricht vom Attentat um die Welt. [musik]
- Nicht nur in den internationalen Wochenschauen wird das Attentat vorerst vor allem als Kriminalgeschichte gesehen.
- Das Attentat in Sarajevo und die Ermordung des Thronfolgers wurden in den russischen Zeitungen und in den Regierungssitzungen als innere
- Angelegenheit Hburgs gesehen. Und zwar, weil sich das auf dem Territorium Österreich Ungarn ereignet hatte.
- [musik] Auch am Petersburger Hof existiert eine Kriegspartei. Zar Nikolaus I. selbst, aber ist vorerst [musik] gegen jeden
- Krieg, um die politischen Spannungen nicht noch zu vergrößern im riesigen Zaren Reich.
- Julia, aber am 2. Juli empfing der Außenminister Sissonov eine Mitteilung aus Serbien.
- und zwar, dass Österreich von der serbischen Regierung die Erlaubnis verlangt, die Nachforschungen auf dem Territorium des serbischen Königreichs
- fortzusetzen. Damit ist klar, dass Österreich-Ungarn Serbien unter Druck zu setzen beginnt.
- Auch der russische Geheimdienst [musik] berichtet aus Berlin und aus Wien, dass ein Krieg vorbereitet wird. Auf der russischen Seite ist man in
- groben Zügen auf dem laufenden, was in Wien vorbereitet wird. Und Russland ist absolut entschlossen, dieses Mal an der Seite Serbiens zu stehen.
- Man kann also sagen, dass Russland sich wie Österreich-Ungarn für den Krieg entschieden hat.
- Frankreich wiederum [musik] verspricht Russland von Anfang an seine uneingeschränkte Unterstützung in einem Krieg [musik] mit dem Deutschen Reich.
- Für Paris war das Bündnis mit Russland von großer Bedeutung. Es war der Schlüssel zur Sicherheit gegenüber Deutschland.
- Schritt für Schritt werden alle in diesen Krieg gezogen. Großbritannien will sich aus allen Konflikten auf dem Kontinent
- heraushalten. Seine politischen Interessen liegen in den Kolonien. London achtet aber darauf, dass das Gleichgewicht der Kräfte in Europa nicht
- gestört wird und Deutschland nicht die Vormachtstellung [musik] erringt. Großbritannien war sich natürlich im Klaren darüber, was sich da anwandte. Es
- gab auch verzweifelte Versuche mit Hilfe von Geheimdiplomatie zu verhindern, was immer deutlicher die unausweichliche Folge dieses Attentats wurde.
- Feldzeugmeister Oscar Potjorek, mitverantwortlich für den Tod Franz Ferdinands, bereitet in Sarajevo den Krieg gegen Serbien vor. Beinahe täglich
- verlangt er einen baldigen Kriegsbeginn. Mitte Juli [musik] verknüpft er diese Forderung sogar mit der Androhung seines
- Rücktritts in einem Brief an die Militärkanzlei Kaiser Franz Joses. Es ist einer der heißesten Sommer des Jahrhunderts. In Wien haben die Menschen
- wie in Belgrad und ganz Europa keine Ahnung, welche Pläne in den Staatskanzleien geschmiedet werden und wie nahe der Kriegsbeginn schon ist.
- Das Deutsche Reich und Österreich-Ungarn wollen den Überraschungseffekt nutzen und bemühen sich um Business as usual. Wobei gesagt werden muss, dass alle äh
- Generäle und Admiräle so tun, als wüssten sie nicht. Sie gehen ja alle in Urlaub, denn es soll so aussehen, als wüssten sie von gar nichts.
- Dann kommen sie alle so am 25. Julai wieder zurück, eins nach dem anderen. Kaiser Franz Josef unterschreibt in Badischel am 23. Juli ein
- bedingungsloses Ultimatum an Serbien auf nur 48 Stunden befristet. Franz Josef hat an der Entfesselung des Kriegs seer maßgeblichen Anteil gehabt.
- Er wollte einen Krieg gegen Serbien. Er wollte keinen Weltkrieg auslösen. Am 28. Juli folgt die Kriegserklärung gegen Serbien. Obwohl Serbien alle
- Bedingungen des Ultimatums akzeptiert hat, mit Ausnahme der Mitwirkung von K und K Beamten an Attentatsermittlungen in Serbien. Damit wird der Krieg
- begründet. Eine Strafaktion für die Ermordung Franz Ferdinands und seiner Frau. In Serbien hat man mitbekommen, welche
- Stimmung in Wien herrscht. Das, weil ein Serber aus Bosnien und Herzegov ein Attentat verübt hat, auch ganz Serb dafür zur Rechenschaft gezogen werden
- soll. Am selben Tag, an dem Österreich, Ungarn, Serbien den Krieg erklärte, begann auch der Artilleriebeschuss.
- Oscar Potorek hat erreicht, was er wollte, einen Krieg, der die Erinnerung an sein Versagen am 28. Juni vergessen lässt. weiter
- für Oscar Bodirekt, den Landesbefehlshaber, war sein Rachefeldzug und daher führte er ihn auch mit all den Möglichkeiten, mit all
- den Mitteln, die ihm zur Verfügung gestanden sind unter in Kaufnahme von unsälichen Verlusten. [musik]
- Zu den Klängen der Kaiserhymne fahren die Züge Richtung Balkan. Österreich-Ungarns Verbündete, das deutsche Reich beobachtet aufmerksam die
- Reaktionen in Russland und Frankreich. Der Krieg, mit dem die deutschen Militärs gerechnet und den sie gewünscht
- haben, war der Krieg gegen Frankreich und Russland. Längst geplant, vier bis 5 Wochen. Aber es ist nicht nur der deutsche
- Kaiser, der mit einer kurzen Kriegsdauer rechnet. Es sind die deutschen Generäle, sind die österreichischen Generäle. Innerhalb weniger Stunden entscheidet
- sich das Schicksal Europas. Sobald Russland mobil macht, will das deutsche Reich in den Krieg eintreten.
- Und dann mobilisiert Russland seine Truppen und Deutschland stellt sich dagegen und erklärt Russland den Krieg.
- Und dann fordert Großbritannien, lassen wir Belgien neutral, weil es weiß, dass Deutschland über Belgien nach Frankreich einfallen will und dann muss
- Großbritannien auch in den Krieg eintreten. Das ist die schreckliche Logik der Bündnissysteme,
- genauso wie auf der anderen Seite, wo Deutschland einen Blanoscheck gegeben hat. an Österreich-Ungarnung
- und dann beginnt der Weltkrieg. [musik]
- Am Anfang standen die Kugeln Prinzips. Sie wurden zum Auslöser eines Weltkriegs, weil Österreich-Ungarn sie als Vorwand für eine Strafaktion
- missbrauchte. Ich [musik] habe es immer als unglaublich empfunden, dass Staaten, Imperien sich so etwas
- erlauben. Europa war zerrissen durch Rivalitäten und Eifersüchteleien, wie eine Gruppe von schlechterzogenen Kindern.
- Aber genau das führte zu diesem schrecklichen Krieg. Die erste überstürzte Operation begann am 12. August 1914
- und die erste Eintragung im Botrcks Tagebuch ist heute begann mein Krieg. Šada noču mučke kao kaka baba. Mislio je sada ili kada
- Srbijom ženom da zagavom Srbijom zomba. Man glaubt sich unglaublich gut vorbereitet, nicht hochgerüstet und man
- glaubte die Soldaten der Kam sein besonders gut. Schon in diesen ersten Tagen kommt es zu massiven Verlusten. Also da werden einfach Soldaten
- verheizt, da werden Soldaten, die unerfahren sind reingeschickt. Stepanovic
- od šoga puta je gledala. Die völlig kriegsunerfahrenen Offiziere und Generäle haben natürlich keine
- Chance gehabt gegen die Kriegserfahrenen Serben, die durchaus nicht unterschätzt wurden in ihrer Kampfkraft. Man hat nur die eigenen wahnsinnig überschätzt.
- Die Serben reagieren sehr professionell, sehr hart und es stellt sich heraus, dass Österreich diese Gegenwehr vollkommen unterschätzt hat.
- Berkik führt auch während der ersten Kriegsmonate beniebeltagebuch. Er schreibt über das Wetter. Er schreibt über die Temperatur. Die Eintragungen
- sind erschütternd dürftig. Er will einfach nicht zur Kenntnis nehmen, dass es nicht darum geht, einen inferioren Gegner niederzuringern, sondern dass das
- ein sehr starker äh und militärisch erfahrener Gegner ist. Die Serben haben eine besondere Beziehung zu ihrem Staat. Sie sehen ihn
- als ihren Besitz und deshalb haben sie so um ihn gekämpft im Krieg mit der Habsburger Monarchie.
- Geschichtsunterricht an einem Gymnasium in Schabbats. Bis heute erinnert man sich stolz an den Sieg des kleinen Serbien mit viereinhalb
- Millionen Einwohnern gegen die mehr als zehn mal so große Donaumonarchie. Oscar Potorek griff nicht von Norden an entlang der Donau, sondern im Westen
- über die Save und die Drina, um die serbische Armee zu überraschen. Diese erste österreichisch-arische Offensive dauerte nicht einmal zwei
- Wochen. Dann mussten sich die K und K Truppen wieder zurückziehen. In dieser kurzen Zeit wird die Stadt Schabbats und ihre Umgebung völlig
- zerstört. Aus dem Paris Serbiens ist das Verdin Serbiens geworden. Schabbat sah wirklich aus wie Verdin. Die Habsburger Truppen, die in Schabbats
- einmarschierten, waren aus der zweiten Armee, die in Ungarn aufgestellt wurde. Und es kam zu Plünderungen, zu Misshandlungen an der
- Zivilbevölkerung und zu Massenliquidierungen und Morden. Der Krieg gegen die serbische Armee war auch zum Krieg gegen die serbische
- Zivilbevölkerung geworden mit rassistischen Untertönen, standrechtlichen Hinrichtungen und brutalen Strafaktionen gegen Partisanen.
- Je weniger erfolgreich sie am Schlachtfeld waren, desto stärker waren die Übergriffe gegenüber der Zivilbevölkerung, die man dann auch mit
- aller Brutalität [musik] ähm aufgehängt hat, niedergemacht hat, wie man das in der damaligen Diktion genannt hat.
- In der Kirche von Schabbats wurden wie in jeder Ortschaft Zivilisten als Geiseln interniert, etwa 120 Kinder, Frauen, alte Männer.
- Vor dem Rückzug werden alle Geiseln vor der Kirche erschossen und in einem Massengrab verschar.
- Dieses Massak in Schabbats ist nur eines von sehr vielen, die in diesen nordserbischen Gebieten passiert sind. Es ist das größte, aber es gibt auch in
- den Nachbarorten ähnliche Ereignisse. Hier, wo wir jetzt gehen, gab es kein einziges Haus. Hier war der Bahnhof und
- da waren die Magazine der Eisenbahn. Ich bin aus Prvo. Mein Urgroßvater wurde hier erschossen. Mein Vater sollte auch erschossen werden. Seit meiner Kindheit
- komme ich hierher. Jetzt bin ich 75. Beinah jede Familie in Serbien hatte Tote zu beklagen, auch die Familie von
- Peter Schiffkowitz. [musik] Liebe Freunde, liebe Jugend, ihr habt die Aufgabe, die Erinnerung zu bewahren.
- Die Erinnerung an die, die hier leben gelassen haben. [musik] Mein Vater war auch hier und er hat überlebt, weil da war ein Loch von einem
- Telefonmast. Er hatte Glück, dass er in dieses Loch gepasst hat, dass er überlebt hat, dass sie ihn nicht erschossen haben.
- Von dort aus hat mein Vater alles mit angesehen. Hier sind sie niedergemäht worden. Hier sind sie vergraben worden.
- [musik] Erschießung fand folgendermaßen statt. Auf den Schienen war das
- Erschießungskommando. Hier standen die erschossen wurden. Das Kommando hat von drei Plattformen aus
- alle likt. Manche haben sich umarmt, andere haben sich zusammengedrängt.
- Sie sind gemeinsam aufgewachsen, haben gemeinsam gelebt und wollten auch gemeinsam in den Tod. Ich denke, dass ich euch so gut wie möglich
- die Situation damals beschrieben habe. Runterherum waren die Beobachter stumm, machtlos in Tränen aufgelöst.
- Noch zweimal versucht Oscar Potorek Serbien zu besiegen. Erfolglos. Im Herbst 1914 muss sich die Armee des Kaisers geschlagen geben.
- Unter Aufbietung aller Kräfte und mit schweren Verlusten ist es den Serben gelungen, ihr Land zu verteidigen.
- Oscar Potor besucht nie die Front. Er bleibt in seinem Hauptquartier in Sarajevo. Während seine Soldaten kämpfen, passiert ihm dort ein
- Missgeschick. Die Eintragung im Botrcks Tagebuch ist fast meistens ist es wehleidig oder ist
- er stolz, dass auch eine eine Kriegswunde hat. Jedenfalls war das die einzige Verletzung, die im Krieg davon getragen hat.
- Botik war sicher jemand der unberührt von dem geblieben ist, was um ihn herumgeschehen ist und es hat nicht einmal das Scheitern der dritten
- Offensive zum Schulingeständnis gezwungen. Ganz im Gegenteil. Er sieht seine Ablösung als unbillig und er hat ja mittlerweile auch schon längst die
- vierte Offensive geplant gehabt. Franz Ferdinand wollte die Monarchie reformieren. Sein Tod führte zu ihrem Untergang. Ich
- glaube, dass mein Urgroßvater nicht verantwortlich gemacht werden kann für diese vielen Millionen Menschen, denn da waren dann die Entscheidungen einfach
- völlig daneben. Kaiser Franz Josef begann einen Krieg, der die alte Ordnung Europas zerstören sollte. Ich verwende den Begriff
- Kriegsschuld sehr ungerne, obwohl ich natürlich wie alle denkenden Menschen eigentlich wütend sein muss und bin. Aber die Verantwortung für den Krieg
- liegt hier in Wien und drüben in Berlin. Auf die Begeisterung für den Krieg folgte der Hass auf den Gegner.
- Es war eine Katastrophe für das serbische Volk. Serbien ist der Staat mit dem größten Prozentssatz an zivilen und militärischen Opfern im ersten
- Weltkrieg. Ein Viertel der serbischen Bevölkerung. Mehr als eine Million Menschen [musik]
- verloren im Ersten Weltkrieg ihr Leben. Ende des Jahres 1914 und Anfang 1915
- wusste noch niemand, wie dieser große Krieg, dieser Weltkrieg weitergehen wird.
- Am Ende des ersten Weltkrieges waren mehr als 17 Millionen Menschen tot. Es begann eine Zeit der Gewalt und sie hat tiefe Spuren hinterlassen in der
- Geschichte unseres Kontinent. Viele Soldaten des ersten Weltkriegs, vor allem aber ihre Söhne, werden zwei
- Jahrzehnte später wieder in einen Weltkrieg ziehen. [musik]
- Es kann sein, dass diese Dinge so oder so geschehen wären. [musik] Die Welt war auf dem Weg in einen Krieg. Aber so war es eben. Alles begann durch die Schüsse
- auf den Straßen von Sarajevo. Dies änderte den Lauf der Geschichte für uns alle. เฮ
- [musik] [musik]
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