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Die Julikrise 1914 - wie Europa in den Ersten Weltkrieg ging

Ein Hut voll Wissen15:48 12.004 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 106 Zeilen
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  1. hallo miteinander und herzlich willkommen zu einer weiteren episode in unserer reihe historischer ereignisse des neunzehnten und zwanzigsten
  2. jahrhunderts in der heutigen episode sprechen wir über den anschluss an das attentat von sarajevo vom juni 1914 und zwar sprechen wir heute über die
  3. sogenannte juli krise das letzte große ereignis vor dem ausbruch des ersten weltkrieges was genau diese juli krise war wer hier mit wem irgendwie was zu
  4. verhandeln hatte und warum und was da eben am ende so raus kam darüber sprechen wir nun in den kommenden minuten los geht's
  5. wir rufen unsere erinnerungen am 28 juni 1914 wurde ein attentat auf den österreichisch ungarische thronfolger franz ferdinand
  6. vollzogen und zwar in bosnien uns genauer gesagt in sarajevo der bosnischen hauptstadt bosnien war seit 1878 1 durch österreich
  7. ungarn besetztes gebiet und so war es nicht ungewöhnlich dass dort eben auch österreicher auftauchen konnten und eben auch mal ein thronfolger österreichs und
  8. so war es eben am 28 juni 1914 gewesen die attentäter allen voran gavrilo princip der aus heutiger sicht eben bekannte haupttäter sollte dort das
  9. attentat vollziehen er schoss mit einer pistole aus nächster nähe auf den erzherzog und seine frau die in einem offenen auto einer cabrio würden wir
  10. wohl sagen saßen und dort tödlich verwundet wurden im anschluss an dieses attentat wurde eine diplomatische krise in gang gesetzt zwischen den
  11. verschiedensten europäischen ländern zwischen kleinen mächten auf dem balkan aber natürlich auch zwischen den großmächten allen voran eben österreich
  12. ungarn und russland was setzt sich auch eben mit der position serbien zu tun hatte denn serbien war ein spezialfall gewesen denn serbien hatte sich seit den
  13. balkankriegen zu einer als zunehmenden regionalmacht auf der balkanhalbinsel also im südosten europas entwickelt und dort war serbien seit jahren im clinch
  14. gewesen mit österreich ungarn beide länder sowohl serbien auf der einen seite als auch das große österreich ungarn auf der anderen seite waren im
  15. grunde seit jahren schon auf einem kriegskurs und nicht wenige in beiden ländern wollten diesen krieg und das obwohl beide länder sehr verschieden
  16. wahr mann hatte auf der einen seite serbien einen balkanstaat der ehemals sehr klein war jetzt im rahmen der balkan kriege was angewachsen war aber
  17. natürlich immer noch wenn überhaupt nur eine regionalmacht eben war und auf der anderen seite hatte man das große österreich ungarn das habsburgerreich
  18. eine großmacht was in einer liga mit ländern wie deutschland russland und frankreich spielte im grunde hin jetzt und das ist im grunde die juli krise
  19. davon ab wie sich die großen mächte in diesem konflikt zwischen österreich ungarn auf der einen seite und serbien auf der anderen seite positionieren
  20. würden dann hätte es einfach nur einen krieg zwischen serbien und österreich ungarn gegeben dann wäre daraus wahrscheinlich einfach nur ein dritter
  21. balkankrieg geworden der hätte mal ein klein bisschen getobt aber wäre wahrscheinlich dann in sich schnell wieder zusammengefallen österreich
  22. umgang wahrscheinlich der sieger gewesen und damit hätte man das kapitel beenden können doch dadurch das eben im jahr 1914 überall in europa bündnissystem
  23. bestanden war die gefahr sehr groß dass ein einziger kleiner regionaler konflikt sowie auf dem balkan eine kettenreaktion in gang setzen würde die viele
  24. europäische länder in diesen krieg hineinziehen würden und da viele der großmächte natürlich auch kolonialmächte waren war eben auch zu erwarten dass ein
  25. solcher konflikt weltweite ausmaße annehmen könnte allerdings muss man sich sagen dass eben nun ab dem 28 juni 1914 noch längst nicht gesagt war dass dieser
  26. erste weltkrieg von dem wir heute eben wissen kommen sollte denn auch im juli 1914 war noch nicht klar wie sich nun diese verschiedenen großmächte in diesem
  27. konflikt positionieren würden den krieg war ja keine selbstverständlichkeit seit jahren seit dem frühen zwanzigsten jahrhundert hatte es immer wieder kritik
  28. gegeben zwischen den verschiedenen großmächten sich mit frankreich und deutschland auch mal zwischen großbritannien und natürlich zwischen
  29. österreich ungarn und russland auf dem balkan aber es hatte im endeffekt nie einen großen krieg gegeben und zwar weil die großen mächte immer am ende einen
  30. rückzieher gemacht haben und diesen großen krieg aus unterschiedlichen gründen gescheut hatten doch nur im jahr 1914 sollte das anders kommen doch das
  31. war eben auch selbst im juli 1914 noch gar nicht absehbar denn den großen impact den das attentat von sarajewo haben sollte hatte es im grunde zunächst
  32. einmal gar nicht wenn man muss sich bewusst machen dass der österreichisch ungarische thronfolger der dort ins all geschossen worden war selbst im eigenen
  33. land eine umstrittene persönlichkeit war denn der ärzte so wollte österreich ungarn von innen heraus reformieren und das brachte ihm letztlich den widerstand
  34. von den alteingesessenen kräften insbesondere aus dem militär entgegen aber auch von verschiedenen minderheiten im bereich die letztlich sich in ihrer
  35. machtstellung bedroht sein allen voran die ungarn insofern war nochmal im juni 1914 und im juli 1914 noch nicht gesagt dass es hier zu einem großen krieg
  36. kommen sollte ja schön und gut aber wenn das doch alles nicht so klar war warum kam es denn jetzt zu einem krieg was war denn jetzt so viel anders als in den
  37. jahren zuvor warum haben die großmächte den jetzt nicht wie in den ganzen jahren davor bei der muko krise bei den balkankriegen usw einfach einen
  38. rückzieher gemacht damit hätte man ja immerhin einen großen krieg verhindern können das hing ein stück weit damit zusammen dass hier eben für die
  39. großmächte viel auf dem spiel stand und und zwar im hinblick auf prestige denn gerade in den jahren zuvor waren ja aus den verschiedenen konflikten es gab auch
  40. immer verlierer hervorgegangen und viele dieser länder waren mittlerweile nicht mehr bereit noch weiter ihr gesicht zu verlieren aus unterschiedlichsten
  41. gründen das fing bei österreich ungarn an denn die hatten kein luft vor einem zwergstaat die serbien plötzlich ihr gesicht zu verlieren und das gleiche
  42. gilt natürlich für ein land wie deutschland was ich sowieso von frankreich und russland umzingelt sei und nun nicht bereit war noch mal
  43. irgendwie nachzugeben denn man hat ja schon bei der marokko krise anderen stellen gegenüber den franzosen nachgeben müssen sofern hier ging es
  44. auch viel darum das gesicht zu wahren und das machte das risiko extrem hoch dass nun ein konflikt ausbrechen könnte und so sollte es ja noch schließlich
  45. kommen werfen wir also mal kurz einen blick darauf wie die einzelnen länder sich letztlich zu dieser juli krise und zu diesen konflikten positionierten auf
  46. der einen seite hatte man österreich ungarn und das war natürlich jetzt hier der haupt player diejenigen von denen es abhängen denn österreich ungarn war ja
  47. letztlich der angegriffen der werber sie möchte ihr thronfolger wurde ermordet und jetzt war die frage wie sollte österreich ungarn damit umgehen es gab
  48. offiziell keine beweise dafür dass die serben dieses attentat vollstreckt hatten aber die österreicher waren recht schnell davon überzeugt nicht zuletzt
  49. weil die bosnischen attentäter die franz ferdinand ihr umgebracht hatten serbische wurzeln haben doch für die anderen großmächte bei dieser sache eben
  50. überhaupt nicht so klar und so musste man sich eben jetzt mal überlegen haben wir überhaupt verbündete aus der sicht österreich-ungarns wenn es zu einem
  51. konflikt mit serbien kommt denn die österreicher wussten ganz genau und greifen wir serbien an werden die russen sich an die seite der serben stellen und
  52. gegen serbien russland zusammen hatte selbst das große österreich umgang schlechte karten insofern war es ganz wichtig für österreich die unterstützung
  53. der deutschen zu haben und damit begann in die österreicher ziemlich schnell nach dem attentat denn der österreichische legationsrat alexander
  54. roß das ist eine art hoher diplomat legationsrat der ging nach berlin beziehungsweise reiste dorthin und sprach dort mit dem deutsche
  55. reichskanzler bethmann hollweg und dem deutschen kaiser wilhelm den zweiten sowohl der deutsche kaiser als auch der reichskanzler gaben daraufhin dem
  56. legationsrat zu verstehen dass die deutschen an der seite der österreicher stehen würden und zwar komme was wolle so zumindest hatte shs aufgefasst und
  57. nach wien weitergeleitet die tatsache dass das schreiben was kaiser wilhelm der zweite und der reichskanzler bethmann hollweg hieraus stellten den
  58. eindruck erweckte als könnten die österreicher machen was sie wollten und die deutschen würden in jedem fall helfen hatte diesem schreiben die
  59. bezeichnung blankoscheck eingebracht also auf gut deutsch österreicher macht mal egal wie dämlich anstellt wie die deutschen helfen euch das zumindest
  60. konnte man daraus lesen auf der anderen seite standen die franzosen die franzosen waren seit 1894 mit den russen verbündet und spielten deswegen hier
  61. auch eine entscheidende rolle denn sollte es einen krieg zwischen österreich ungarn russland geben wären die franzosen automatisch in einem krieg
  62. mit den deutschen gewesen und deswegen war auch die rolle der franzosen die ihr sehr entscheidend doch auch hier war es so gewesen dass sie in frankreich
  63. natürlich ein krieg mit deutschland auch von vielen letztlich gewünscht war zum einen wollte man eine revanche haben für den verlorenen deutsch französischen
  64. krieg von 1870 171 der als nationale schande immer noch über dem land hing und auf der anderen seite hatte man mit ramon von carré einen deutschen hass
  65. könnte man sagen als staatspräsidenten der natürlich auch daran interessiert war es den deutschen jahr heimzuzahlen insofern sicherten die franzosen den
  66. russen hier ihre bedingungslose unterstützung zu und auch hier konnte man eben letztlich herauslesen dass die franzosen einen ähnlichen blankoscheck
  67. letztlich ausgestellt hatten wie die deutsche gegenüber den österreichern weshalb man eben diese zusicherung der franzosen häufig auch als zweiter
  68. blankoscheck bezeichnet kurz zusammengefasst hat man also auf der einen seite die franzosen gehabt die bereit waren für diesen krieg oder
  69. zumindest nicht bereit waren einen rückzieher zu machen das gleiche galt letztlich auch für die russen denn die konnten sich nun auf die franzosen
  70. verlassen und die wollten auch serbien nicht hängen lassen dann wiederum hatte man die österreicher die waren quasi angegriffen worden und wollten mit
  71. serbien diese sache ein für allemal klären und die wiederum hatten die deutschen im rücken die deutschen wollten es die franzosen zeigen aber
  72. gleichzeitig eben auch die österreicher gegen die russen unterstützen und sofern standen hier viele zeichen schon auf krieg eine zunächst etwas außenstehende
  73. und vermittelnde rolle spielt die hier großbritannien großbritannien war ein land was im grunde seit jahren eine traditionelle außenpolitik gestaltete
  74. die man bis heute balance of power nennt die idee dahinter war dass mächte gleichgewicht der europäischen mächte zu halten und damit kriege auf dauer
  75. unterbinden doch auch in england stammt natürlich viele zeichen mittlerweile oft krieg denn die engländer waren ja seit 1904 mit den franzosen verbündet
  76. nichtsdestotrotz gab es aber in england durchaus geteilter meinung was das verhältnis zu frankreich und deutschland betraf denn sogar im englischen
  77. parlament gab es eben auch eine deutsch freundliche fraktion es gab leute die in der meinung waren wir sollten uns nicht so um von den franzosen einwickeln
  78. lassen wir sollten uns eher richtung deutschland orientieren und es gab auch leute die der meinung waren man sollte sich auf gar keine dieser zwei seiten
  79. stellen sollen erstmal abwarten schauen von außen was so passiert insofern waren die haltung der engländer beziehungsweise den briten von anfang an
  80. ein wenig mit mehreren fragezeichen versehen was aber letztlich wieder mehr probleme mit sich brachte war kein land so genau wusste wie sich nun die
  81. engländer beziehungsweise die briten positionieren würden doch als der krieg dann tatsächlich vor der tür stand und nicht mehr zu verhindern war ließen die
  82. briten keinen zweifel an ihrer bündnistreue zu frankreich am 23 juli stellten die österreicher ein ultimatum an serbien dieses ultimatum bestand aus
  83. zehn punkten auf die wir jetzt gar nicht im einzelnen eingehen müssten entscheiden aus diesem ultimatum sind allerdings zwei punkte denn die waren
  84. unannehmbar für serbien denn sie griffen gravierend in die souveränitätsrechte serbien seien die österreicher verlangten zum einen dass man nun auf
  85. serbisches staatsgebiet feinde österreich-ungarns verfolgen sollte und zum anderen verlangten sie dass man auf serbisches staatsgebiet
  86. nachforschungen zu dem attentat von sarajewo anstellen sollte beides forderungen die letztlich in die eigenständigkeit in die souveränität
  87. serbiens eingriffen und deswegen von der serbischen regierung auf keinen fall angenommen werden konnten die tatsache dass die österreicher hier unnachgiebig
  88. waren und alle 10 punkte an genommen werden sollten dieses ultimatums dass man sich also nicht damit zufrieden gab dass man nur die hälfte sechs oder
  89. sieben und aber so immer anderem sondern alle zehn den serben aufzwingen wollte wurde in vielen europäischen ländern letztlich der eindruck war dass die
  90. österreicher diesen krieg unbedingt provozieren wollten und letztlich kam es dann auch so dass die österreicher eben nachdem die serben dieses ultimatum
  91. nicht an nehmen konnten am 28 juli 1914 serbien den krieg erklärten doch selbst jetzt am 28 juli und der kriegserklärung österreich ungarn serbien war immer noch
  92. alles offen es ist immer noch nicht dass jetzt der erste weltkrieg ausbrechen musste sondern das ganze hätte man immer noch lokalisieren können man hätte es
  93. immer noch eingrenzen können auf einen balkankrieg doch nun sollte ein konflikt zwischen dem deutschen reich und russland heraufziehen und der hatte
  94. damit zu tun dass russland infolge der kriegserklärung österreich ungarns an serbien seine eigene mobilmachung angeordnet hat und diese mobilmachung
  95. war für die deutschen letztlich eine rote fahne so kam es dazu dass die deutschen die russen aufforderten diese mobilmachung abzubrechen doch nachdem
  96. die russen dieser aufforderung nicht nachkamen erklärte das deutsche reich daraufhin den russen den krieg wohl durch frankreich und england ebenfalls
  97. in diesen krieg hineingezogen wurden und letztlich damit auch ihrer kolonialgebiet innerhalb von wenigen tagen wurde aus einem zunächst dritten
  98. balkankrieg ein europäischer krieg und daraus schließlich innerhalb weniger wochen ein weltweiter konflikt und krieg so viel
  99. erstmal bis hin zur juli krise einer diplomatischen krise zwischen verschiedenen europäischen ländern eine krise die mit dem ultimatum der
  100. österreicher in ihre letzte phase ging aber eben letztlich auch eine krise die versuchte abzutasten wie sich die verschiedenen europäische mächte in
  101. einem kriegsfall positionieren würden bis zum ausbruch des krieges am 28 juli 1914 oder sogar noch bis anfang august sollte nicht klar sein ob dieser erste
  102. weltkrieg wirklich kommen sollte doch dieses mal sollten die europäischen großmächte keinen rückzieher machen was noch in den ganzen jahren vor dem ersten
  103. weltkrieg gelungen war dass man am ende konflikte immer wieder diplomatisch lösen konnte trotz einer menge stress das sollte nun nicht mehr funktionieren
  104. und so sollte dieser krieg ausbrechen über vier jahre andauern denn eigentlich sollte es nur ein kurzer konflikt sein und millionen von toten kosten vielen
  105. dank fürs zuhören und dann bis zum nächsten mal welche apps oder welchem thema immer macht's gut
  106. [Musik]

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