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Wie der 30-jährige Krieg Europa verwüstete | Doku
Das Wichtigste aus dem Video
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Transkriptautomatisch erstellt · 494 Zeilen
- [Musik] [Musik]
- zwei Orte im Herzen Europas Münster und Osnabrück hier wurde einst um die Zukunft des Kontinents gerungen die blutige Epoche des 30-jährigen
- Krieges der seit 1618 wütet soll von Abgesandten der Krieg führenden Mächte beendet werden Münster und Osnabrück werden zu
- Schauplätzen eines unerhörten politischen experiments es ist der erste Friedenskongress in der europäischen Geschichte
- fünf lange Jahre werden die Verhandlungen dauern in dieser Zeit tobt der Schrecken des Krieges weiter
- der Kampf auf den Schlachtfeldern wurde quasi auf den diplomatischen Parkett vor fortgesetzt das war eine tatsächliche Stimmung in diesen letzten Wochen des
- friedenskongresses Hektik brach Ausdruck wurde aufgebaut man wollte den Frieden um jeden Preis [Musik]
- seit 14 Tagen ist der reiterbote des deutschen Kaisers unterwegs am 30 September 1648 überbringt er den kaiserlichen Gesandten in Münster eine
- Depesche aus Wien ihre exzellen
- dieses Schreiben wird darüber entscheiden ob es nach 30 Jahren erbitterten Krieges endlich Frieden gibt gibt Ferdinand der dritte dem
- ausgehandelten Friedensvertrag seinen Segen dieser Briefe der kaiserliche Gesandte in Münster war nicht in der Lage diesen Brief jetzt zu
- dechiffrieren weil ihm der Schlüssel fehlte [Musik] die verschlüsselten Stellen betreffen
- genau jene Abschnitte die über Wohl und Wehe ganzer Völker entscheiden wird der Friede am Ende noch scheitern
- [Musik] Massenschlachten Hungersnöte Pest und choleran 30 Jahre lang von 1618 bis 1648
- verwüsten brutale Heerführer und marodierende Söldner halb Europa für die Menschen die Hölle
- es ist ein Krieg um den Glauben zwischen Katholiken und Protestanten es ist aber auch ein Krieg um die Vormachtstellung in Europa
- alle europäischen Großmächte sind daran beteiligt bei diesem ersten europäischen Flächenbrand sterben allein im Heiligen Römischen Reich deutsche Nation etwa 4
- Millionen Menschen es gibt eine Diskussion darüber war dass jetzt ein Religionskrieg oder war es ein
- machtpolitischer Krieg es ist tatsächlich eben eine Mischung aus beiden dieser Krieg gibt uns eine Fülle von Hinweisen wie gegenwärtige Kriege
- laufen und wir scheinen jetzt gerade wieder in einem Moment zu sein wo wir auch zu Recht uns fürchten dass alles was an Ordnung und Vernunft um uns
- herrscht zerfallen kann im Jahre 1618 ist Europa zersplittert in katholische und protestantische Länder reichstädte bis Thürmer und Grafschaften
- im mai 1618 wird ein Aufstand der protestantischen Böhmen vom katholischen Kaiser niedergeschlagen dies wird zum Ausgangspunkt des Kriegers die
- Protestanten bekommen Unterstützung von Schweden die mit ihren Truppen durch ganz Europa Rollen Frankreich obwohl katholisch verbindet sich mit Schweden
- weil es Unterstützung sucht gegen Spanien das mit dem deutschen Kaiser die habsburgische Allianz bildet so ist am Ende fast ganz Europa in den Krieg
- verwickelt es ist ein Krieg der dadurch gekennzeichnet ist dass er ein
- europäischer Krieg ist der aber tendenziell nur auf dem Boden das formell und korrekt gesagt Heiligen Römischen reichsdeutscher Nationen
- stattfindet also politisch war das Heilige Römische Reich Deutscher Nation ein Gebilde das in mancher Hinsicht auch Ähnlichkeiten mit sagen wir mal der
- Europäischen Union in unseren Tagen hat das Heilige Römische Reich wird zum Hauptschlachtfeld des 30-jährigen Kriegers es vereint bei Kriegsausbruch
- und 300 Reichsstädte Bistümer und Grafschaften unter einem Herrscher dem Kaiser sie stehen auf unterschiedlichen Seiten
- und bekämpfen sich erbittert vor den Friedensverhandlungen in Münster und Osnabrück sind schon viele Versuche gescheitert zwischen den rivalisierenden
- Mächten zu vermitteln als die Niederlagen auf den Schlachtfeldern und die hohe Verschuldung auf allen Seiten keine andere Lösung mehr zulassen
- schlägt die Stunde der Diplomaten [Musik] also das ist denke ich da eigentliche Schatz dieses friedenssaals weil diese
- Porträts sind gleich entstanden unmittelbar nach dem Friedensschluss das ist immer wieder also einer greifender Moment wenn ich hier persönlich in
- diesen Saal komme und mir diese gesamtportraits ansehe also man hat dann wirklich das Gefühl man hat diesen Männern und diesen gesamten hier sehr
- sehr viel zu verdanken und wenn ich hier so in die Runde schaue das ist die politische Elite der Zeit also das muss man sich vor Augen halten dass das hier
- eben doch alles Personen waren mit einer langen politischen Erfahrung eine hervorragenden Ausbildung der Kaiser die regierenden Fürsten und Könige
- verhandeln nicht selbst sie schicken ihre vertrauten die Diplomaten Juristen Staatsmänner bislang hat die Geschichtsschreibung sie wenig beachtet
- wenn die Feldherren sexy sind und über sie werden die Biografien geschrieben und die gesamten werden vergessen dann ist es eine ungerechte Verteilung
- die kriegsmacher genießen größere Aufmerksamkeit als die friedensmacher die friedensmacher sind eigentlich die unsichtbaren gestalten
- Graf von und zu Trautmannsdorf ist der hauptgesande des deutschen Kaisers eines Habsburgers der in Wien residiert in seinem Auftrag leitet er ab 1645 die
- Friedensverhandlungen in Westfalen Trautmannsdorf ist der wichtigste Mann des Kongresses doch er ist gesundheitlich angeschlagen
- am Ende der Verhandlungen hat er sich nach Wien zurückgezogen und verfolgt von dort aus das Geschehen
- ihr Friedenswerk wird in Erfüllung gehen da bin ich mir ganz sicher ich habe heute Nacht ein Zeichen am Himmel gesehen ganz deutlich
- es ist doch aber glaube ich habe es gesehen [Musik]
- die Walhalla bei Regensburg hier in einem der bedeutendsten deutschen Bauwerke des Klassizismus werden seit 1842 wichtige Persönlichkeiten der
- deutschen Geschichte geehrt Ferdinand Trautmannsdorf ist ein Nachfahre des kaiserlichen hauptgesandten Maximilian von
- Trautmannsdorf er stand selbst jahrelang im diplomatischen Dienst der Republik Österreich zuletzt war er Botschafter in Prag
- nach der bestimmten Perücke wallensteine
- [Musik] gar nicht auf muss ich sagen aber vielleicht auch idealisiert zwei
- maximilianer natürlich
- die zwei müssen sie auch gut gekannt haben offensichtlich hat man schon Mitte des 19 Jahrhunderts sich überlegt dass eine wichtige Position gehabt hat in der
- deutschen Geschichte sozusagen also wir haben in der Familie in hauptsächlich immer darüber gewitzelt dass er seine Perücke schief auf gehabt hat also ich
- kann das jetzt nicht direkt sehen oder vielleicht schon so viele Gefahr wird man damals in seinem Alter nicht mehr gehabt haben wenn man sich in jetzt das
- ganze Persönlichkeit vorstellt kann man sich schon denken dass er durchaus auch einen Eindruck gemacht hat in der hängt die Büste Trautmannsdorf
- neben der des Kurfürsten Maximilian von Bayern mit ihm hat er während des 30-jährigen Krieges immer wieder verhandelt
- mit verschlüsselten Depeschen kommuniziert Trautmannsdorf von Wien aus mit Isaak Vollmacht Vollmer ist der zweite Gesandte des
- Kaisers geboren in einfachen Verhältnissen hat er durch Ehrgeiz Karriere am Wiener Hof gemacht der Jurist ist in der Endphase der
- Friedensverhandlungen der entscheidende Mann allmächtiger Gott das kann doch nicht dein Ernst sein
- sollen all unsere Bemühungen scheitern muss weil ich der kaiserlichen kann was soll ich denn jetzt sagen
- ich würde mich lächerlich machen er konnte diesen Brief nicht entschlüsseln hat in seiner Verzweiflung dann noch mal nach Wien geschrieben und hat darum
- gebeten dass er ein Schlüssel bekommt um diese Schreiben entziffern zu können ob der Friedenskongress überhaupt zustande kommt war lange Zeit ungewiss
- wie sollte man Katholiken und Protestanten zu gemeinsamen Verhandlungen bringen wie religiöse Auseinandersetzungen vermeiden
- die Verbündeten Großmächte Frankreich und Schweden bestanden darauf in Städten ihrer Konfession zu residieren die Schweden waren protestantisch die
- Franzosen Kathode schließlich einigte man sich auf zwei Städte die Schweden mit Hauptsitz in Osnabrück die Franzosen mit Hauptsitz in Münster das sind sehr
- sehr sehr viele Mächte dort also 14 europäische Mächte über 100 Reichsstände und derlei mehr das ist das Besondere aber dieses besondere der vielen
- Parteien die in Münster und Osnabrück und auch noch mal in beiden Städten einen besonderen Orten miteinander verhandeln dieses besondere hat
- natürlich auch damit zu tun dass der Krieg der vorangegangen war ein ganz besonderer Krieg war [Musik]
- um zu verstehen wie es zum 30-jährigen Krieg kam gehen wir an den Anfang zurück Böhmen 1618 eine regionales Ereignis in Prag wird zum Auslöser einer der großen
- Katastrophen der europäischen Geschichte [Musik]
- seit der Reformation geht ein Riss durch das Christentum zwischen Katholiken und Protestanten schweren Hass und Misstrauen besonders in Böhmen im Reich
- der katholischen Habsburger kommt es immer wieder zu Aufständen 1609 wird den protestantischen Böhmen zwar die freie Religionsausübung
- garantiert doch neun Jahre später macht Kaiser Ferdinand die Religionsfreiheit wieder rückgängig daraufhin dringend protestantische
- Adlige in die Prager Burg ein und werfen drei seine Beamten aus dem Fenster die Männer überleben den Prager Fenstersturz ein Misthaufen unter dem
- Fenster rettet sie doch der Kaiser will den Angriff auf seine Autorität nicht hinnehmen der Kampf um Glaube und macht nimmt seinen Lauf
- sobald erzwungener Konfessionswechsel ins Spiel kommt mobilisiere ich möglicherweise alle meine Reserven die ich noch habe um Widerstand dagegen zu
- leisten und das ist natürlich bei einem Krieg wie dem 30-jährigen Krieg wo diese ja letzten Endes Fragen der Heilsgewissheit eine Rolle spielen von
- ganz zentrale Bedeutung die Menschen in Europa führen in jener Zeit ihr Leben fernab der politischen
- Ränge die Bauern in Böhmen bestellen ihre Felder und können vom Ertrag gut leben nur wenige sind fanatische
- Religionsanhänger aber Sie fühlen sich vom katholischen Kaiser unterdrückt auch in der Ausübung ihres protestantischen Glaubens
- als ich mit dem Aufstand der adligen die Möglichkeit bietet für ihren Glauben und gegen die Katholiken ins Feld zu ziehen schließen sich viele dem böhmischen Heer
- an noch ahnen sie nicht was sie erwartet das Benediktinerkloster Maria zum Siegel erinnert als Wallfahrtsort an die erste
- große Schlacht des 30-jährigen Krieges es liegt am Weißen Berg der militärisch als unannehmbar galt tagelang hielt das böhmische Herd den
- Bergrücken besetzt die kaiserlich katholischen Truppen waren sich uneins ob sie den Angriff wagen sollten doch dann präsentierte ein Mönch Ihnen ein
- geschändetes Marienbildnis angeblich hätten die Protestanten der heiligen Maria die Augen ausgestochen [Musik]
- das ist der unmittelbare Moment vor dem Ausbruch der Schlacht und da betete dominikus der sicher mit voller Überzeugung so gehandelt hat weil er
- sowohl Prag vor der Plünderung bewahren wollte im Winter wie vor allem eben einfach den katholischen Glauben retten wollte dass er damit den 30-jährigen
- Krieg ausgelöst hat war ihn natürlich nicht klar man sagt zwar der fensterschutz war der Auslöser aber wirklich im großen Stil losgegangen es
- ist erst mit der Schlacht auf dem ganzen am 8 November 1620 greifen die kaiserlich katholischen Truppen die
- Böhmen an aufgebracht durch die Geschichte vom geschändeten Marienbild erstürmen sie unter der Führung von General Tilly den
- Weißen Berg in kürzester Zeit das böhmische Heer ist überrumpelt viele Soldaten Pflichten nach zwei Stunden ist die Schlacht vorbei der Kaiser
- verteidigt so seinen Anspruch auf die Krone Böhmens [Musik]
- die Schlacht war nicht das was sich dem hiesigen Volk so als Katastrophe eingeprägt hat sondern die Folgen der Schlacht wer nicht katholisch werden
- wollte musste das Land verlassen das war nachdem es vorher schon einmal Religionsfreiheit gegeben hatte eine besonders bittere Situation für das Land
- die ganze protestantische Oberschicht ist aus der Landes gegangen so dass nach der Schlacht auf dem Weißen Berg tatsächlich das Land ausgeblutet war
- finanziell und intellektuell also man konnte nicht absehen dass dieser böhmische Aufstand diese ein regionaler Konflikt dass das sich zu einem
- Flächenbrand entwickeln würde das war nicht vorhersehbar und so gewinnt diese ganze Geschichte dann eine große Eigentümer
- von Böhmen breitet sich der Krieg nach Westen aus aufgestachelt von fanatischen Predigern ziehen die Menschen in immer neue
- Schlachten hunderttausende werden obdachlos ganze Familien schließen sich den durchmarschierenden Heeren an in der Hoffnung auf Brot und Beute am Ende
- wartet auf viele der Tod 30 Jahre wert das Morden auf den Schlachtfeldern die militärische Lage hat sich dann für den Kaiser so dramatisch verschlechtet dass
- er denn wirklich ab 16 45 gar keine andere Wahl hatte als jetzt seinen besten Mann nach Münster und Osnabrück zu schicken damit er hier auch ernsthaft
- in friedensverhandlung Eintritt der Kaiser hat mir die Leitung der westfälischen Friedensverhandlungen übertragen
- und mich mit umfangreichen Vollmachten ausgestattet ich weiß dann Vertrauen zu schätzen
- der Kaiser sieht deutlicher als jemals so vor dass auf den Schlachtfeldern nichts zu gewinnen ist der Krieger das reichen einem verheerenden Maß ruiniert
- die kaiserlichen truppengeschwächt und die Mittel fast gänzlich aufgebraucht es mangelt am Geld Waffen in Männern und die Sehnsucht im Land nach Frieden
- ist groß das wird ein schwieriger Weg wir brauchen den Frieden unbedingt
- die Kutsche ist jetzt abfahrbereit Exzellenz [Musik]
- im österreichischen Staatsarchiv Lagern wertvolle Dokumente aus der Zeit des 30-jährigen Krieges Briefe Urkunden Vollmachten sie werden
- sorgsam restauriert auch ein kaiserliches Siegel aus dem Jahr 1645 wird hier vor dem Verfall bewahrt [Musik]
- Ferdinand Trautmannsdorf ist hier dem Erbe seines Vorfahren Maximilian von Trautmannsdorf ganz nah zusammen mit der Historikerin Lena ötze
- schaut er sich die originale Vollmacht des Kaisers an [Musik] Dokument ist fast 400 Jahre alter ja vom
- 4 Oktober 1645 in Linz ausgestellt in Linz und sehr repräsentativ wahnsinnig schön geschrieben das kann sogar ich lesen
- an Maximilian Trautmannsdorf haben wir halt ganz klar dass er der General bevollmächtigt ist dass der Kaiser hatte ja verschiedene Gesandte in Münster und
- in Osnabrück und er stand halt allen vor also das ist ein Schlüssel Dokument überhaupt noch die detaillierten Instruktion ist
- das Besondere antragmannsdorf hatte einfach einen größeren Handlungsspielraum also der normale Gesandte weil er eben ein so enges
- Vertrauensverhältnis mit dem Kaiser hatte also er war vorher schon Schlüsselfigur am Hof zum Kaiser wollte gegenüber
- Trautmannsdorf er ist auch als das Alter Ego des Kaisers bezeichnet worden wann kommt er denn nun der neue Gesandte und vor allem
- wie ob er die Franzosen überbieten kann der Doktor kam mit 100 Karin Wein aber es waren zweihundert Graf von Trautmannsdorf soll ein fähiger Diplomat
- sein er ist der geduldigste Mensch auf Erden er wird mit allen Parteien reden er soll weitreichende Vollmachten von ihm haben
- [Musik] was wird wohl seine Taktik sein sind ihnen die Forderungen der Schwedin
- [Musik] eine offizielle Eröffnung der Friedensverhandlungen in Münster und
- Osnabrück hat es nie gegeben niemand wusste wie solche Verhandlungen zu führen waren wer wann mit wem zu sprechen hatte die gesamten zogen nach
- und nach in die kongressstädte ein und legten dabei Wert darauf Eindruck zu machen es gibt kaum Darstellung von solchen Einzügen und die ist das einzige
- was den Einzug eines gesamten in die Stadt Münster zeigt man sieht sehr aufwendig dass viele Lakaien vorhanden sind die sozusagen die Kutsche begleiten
- auch vorne auf den Pferden teilweise sitzen und das ist eben ein Element eines typischen Einzugs eines gesamten in die Stadt wo die finden Verhandlungen
- dann eben stattfinden eine schöne Situation die man diese auf der einen Seite schönen Stadt sehen kann aber wie die Situation wirklich in der Stadt war
- die auch von den gesamten geschildert wird ist die Situation hier mit den Schweinen außerhalb der Stadt man weiß eben dass normalerweise die Schweine in
- der Stadt frei umliefen das heißt die Straßen in waren verkotet das war aber so der Normalfall jeder hielt sich seine Schweine also der Gestank in einer
- spätmittelalterlichen auch früher neuzeitlichen Stadt ist eben dann doch anders als man sich das teilweise so heute vorstellt mit gepflegten Straßen
- und schönen freien Plätzen es hat schon gestunken an allen möglichen Ecken für die Münsteraner waren die Einzüge der Gesandten kulturelle Highlights sie
- standen an den straßenspalier mit Pfeifen und Trommeln schauten aus den Fenstern und bewunderten die prächtigen Kutschen und Gewänder
- die Delegation wurden immer schon weit außerhalb der Stadt empfangen und je weiter außerhalb war sozusagen auch die Höhe des Rangs wieder daran ablesbar das
- ist ja heute auch noch im Bereich der Diplomatie dieses dieser Begriff des Entgegenkommens das ist also wirklich auch eine räumliche Form des
- Entgegenkommens Ende Oktober 1645 reist Maximilian von Trautmannsdorf nach Münster die
- Verhandlungen haben sich bislang noch nicht bewegt seine Fahrt durch ein zerstörtes Land führt ihm noch einmal vor Augen wie dringliches ist Frieden zu
- schließen aber er muss die unterschiedlichsten Interessen im Blick behalten diese Art der Verhandlungen ist auch für ihn bislang unbekannt eine noch
- nie da gewesene Situation Trautmannsdorf will kein Aufsehen erregen Prunk und POM sind nicht seine
- Sache deswegen plant er seine Ankunft bei Nacht insofern hat es durchaus etwas Überraschendes wenn Trautmannsdorf sich so zurücknimmt also man kann ja auch
- sagen dass eine gewisse Zurücknahme des Auftritts eine Form des Entgegenkommens ist die der anderen Seite signalisiert
- wir müssen nicht bis zum Äußersten in bestimmten Fragen verhandeln und uns streiten
- als kleines Dankeschön vorab ich konnte nichts dagegen tun Exzellenz diese Unsitte greift immer mehr um sich
- alle Parteien versuchen auf diese Art ihre Verhandlungsposition zu verbessern und alle neben mir etwas entweder von der einen oder von der anderen Partei ja
- manche nehmen von beiden ja das wird langsam zur Plage Schokolade Pfeffer
- Kaffee bekommt man in Münster nur schwer in Zukunft nehmen wir solche Geschenke nicht mehr an besondere Neuigkeiten Vorfälle man ist
- gespannt auf sie Exzellenz die Zeitungen im ganzen Land berichten über Ihr Kommen sie sind voller Hoffnungen auf Frieden und rätseln über ihre Strategie
- wissen Sie schon was neues über die Forderung der Franzosen sie halten sich bedeckt genau wie die Schweden ja die alten Kronen geben vor den Frieden zu
- wollen aber sie tun nichts dafür eine Verzögerung der Verhandlungen scheint ihnen ganz rechts zu sein sie hoffen weiterhin auf den
- Schlachtfeldern zu Segen und setzen damit den Kaiser unter Druck wir brauchen einen schnellen Frieden und wir bieten ihn dafür Land ist das
- vernünftig aber ja je länger der Krieg dauert desto mehr werden Sie fordern ich spreche heute noch mit den Franzosen besser dem katholischen Franzosen
- nachgeben als den protestantischen Schweden für Frankreich und Schweden war eigentlich eine Weiterführung oder eine
- lange Dauer des Krieges eher positiv weil je länger der Krieg eben dauerte desto mehr zu gewinnen konnten sie eben auch auf Kosten der Habsburger machen
- die Strategie als zunächst einmal zuzuwarten und zu schauen wie die andere Seite sich darstellt hat natürlich auch mit der Sorge zu tun
- Forderungen zu stellen die nicht hoch genug sind die deutlich unterhalb dessen bleiben was man durchsetzen könnte
- für Münster und Osnabrück ist der Friedenskongress eine große logistische Herausforderung Unterkünfte für die großen
- gesamtschaften zu finden für Sicherheit zu sorgen und die Verpflegung zu garantieren im Stadtarchiv Münster werden die Dokumente rund um die
- Friedensverhandlungen aufbewahrt die Stadt Münster und muss nun für diese Zeit einen anderen neuen Status kriegen das
- kann dann nur der Kaiser und die Stadt ist dann für die die Dauer des Kongresses zu einer neutralen Stadt erklärt worden und das erfordert
- natürlich eine Urkunde es ist eine papierurkunde immerhin mit einer schönen auszeichnungsschrift also schon sauber geschrieben und und mit der persönlichen
- Unterschrift und dem Siegel das hütet natürlich die Stadt Münster der Arzt höchst persönlich das ist ein wichtiges Dokument diese Neutralität ist
- schließt eigentlich auch ein dass alle diejenigen die die Stadt mit Lebensmittel beliefern auch freies Geleit haben und durchgelassen werden
- müssen das ist für so eine Stadt natürlich schon ausgesprochen wichtig dass Sie diese Versorgungssicherheit hat ich habe
- da auch eine Stelle gefunden es ist nämlich gar nicht so einfach es gibt keinen Posten für die gesellschaftschaften
- oder sonst irgendwas und eine schöne Eintrag habe ich gefunden der item als verliert danach also die letzte vergangene Fastenzeit die Herren
- Abgesandten sich beklagt dass keine Fische zu bekommen wären ne und deswegen bei den Herrn des Rats darum ange halten haben dass man einen Teich einen Teich
- mit Fischen von den Schützen Bruderschaften zu Warendorf Einkaufen solle und die tun das und geben dadurch
- das ist wirklich wirklich also 75 Taler dass man wenn man das hochrechnet würde man 75000 € sagen
- in den Wirtshäusern der beiden kongressstädte erfährt man Neuigkeiten aus ganz Europa fahrendes Volk mischt sich mit den
- Schreibern Sekretären und boten der gesamtschaften Bier und Wein fließen in rauen Mengen Münster und Osnabrück sind Oasen inmitten des Krieges
- Gasthäuser wie dieses sind bei den gesamten häufig die erste Anlaufstation gewesen von der man dann aus eine Quartiersuche Betrieb und oder wenn man
- nur für ein paar Tage von Osnabrück nach Münster kamen dann war das normale dass man eben in einem Gasthaus Abstieg es gibt eine ganze Reihe von Berichten dass
- die Verabreichung größer Mengen von Bier oder weinen auch durchaus einen verhandlungsmittel war dass man versuchte sozusagen die Gegenseite
- betrunken zu machen und ähm aus ihr Informationen herauszuholen die Bevölkerungszahl in den kongressstädten verdoppelt sich in
- wenigen Monaten in Münster von 10 auf 20.000 mit den ausländischen Delegationen kommen auch Musiker Gaukler Händler und Prostituierte in die Städte
- die Aussicht auf eine bezahlte Stellung in einer gesamtschaft lockt die Menschen von weit her an bei der Verteilung der vielen vielen
- Delegationen über die ganze Stadt hat man darauf geachtet dass sie angemessen adäquat untergebracht waren angemessene Unterkünfte für die Delegierten zu
- finden war immer sehr sehr schwierig natürlich hatte man hier in Münster eben nicht so die große hochherrschaftlichen Residenzen wie sie in anderen Städten
- zur Verfügung waren insgesamt ist das Leben in Münster deutlich teurer geworden die Lebensmittelpreise sind angezogen dafür kann aber auch
- großstädtisches Flair in die Stadt Dinge die man vorher vielleicht gar nicht so in Münster hatte oder die auch nicht im Angebot waren die französische
- Gesellschaft hat sich darum bemüht als eine der vornehmsten zu erscheinen und das ist dann eben auch eine Frage der Quantität der Zahl 40 Köche 80
- Leibgardisten ich war das ist schon dagegen konnten die kaiserlichen die eigentlich hören ich waren nichts entsprechendes entgegensetzen
- in der Westfälischen Provinz richten sich die französischen Gesandten so gut es geht ein Marie du doch Leon Herzog von long will ist der hauptgesandte der
- Franzosen der regierende Minister Frankreichs masara hat den weltgewandten Herzog 1645 nach Münster geschickt schon bald langweilig
- [Musik] das longwil seine 25 Jahre jüngere Frau an jennifiev eine geborene Prinzessin de Bourbon bei sich hat ist für die
- Münsteraner ein gesellschaftlicher Höhepunkt [Musik]
- sie will zurück nach Paris doch longwil will nur im Triumph an den französischen Hof zurückkehren bis dahin macht er seiner Frau das Leben
- in Münster so angenehm wie möglich mein Mann verbinde ich viel zu sehr
- danke von bankketten über mehrere Tage hinweg er wollte in Münster beeindrucken
- verteilt kostenlosen Wein was sie natürlich sehr beliebt macht er soll sogar einen Elefanten dorthin gebracht haben um die Herzogin von norwil Angelie
- Hefte zu unterhalten und abzulenken also ein typischer Tag eines Delegierten besteht zu mindestens 50% aus warten man
- wartet auf die Post wenn die Post gekommen ist muss sie innerhalb eines Tages beantwortet werden man nutzt die übrigen Zeit für Gespräche
- mit anderen Delegierten und wie liefen die Gespräche mit dem franzosenmäßig sie scheuen sich noch ihre territorialen Forderungen klar
- auszusprechen ich warte auf ihre Konkretisierung ich glaube nicht dass der dickste Laurier sich wirklich für die
- Verhandlungen interessiert aber den Münsteranern machte offensichtlich Spaß alle lieben seine Frau kaum einen Tag ohne eine Nachricht
- über sie ist die Post von man nehmen Sie die bitte mit
- Münster hinter dem Saustall wenn man vom Teufel spricht
- von den Franzosen in ihrem Brief legen die Franzosen endlich ihre wichtigsten Forderungen
- offen soll das ein Scherz sein und lachen kann ich darüber nicht Frankreich fühlte sich von den Habsburgern umklammert als von den
- spanischen Habsburgern und in österreichischen Habsburgern und wollte sich also aus dieser Umklammerung lösen und hat gleichzeitig auch nach Hegemonie
- in Europa gestrebt das würde das Ende der spanischen Straße bedeuten sie gehen aufs Ganze ich fürchte das ist erst der Anfang es geht in um die Zerschlagung
- der Habsburger Linien was sollen wir Ihnen antworten gar nichts wir starten ihn einen Besuch ab um Nachschub in ihre nördlichen Besitzungen die heutigen
- Niederlande und Belgien zu bringen mussten die Spanier den Seeweg nehmen doch die Route durch die Nordsee konnte von Franzosen und Briten blockiert
- werden beim Weg über das Mittelmeer mussten die Güter von Norditalien aus über Land transportiert werden durch den sogenannten spanischen Korridor der
- ebenfalls immer wieder von französischen Truppen blockiert und unterbrochen wurde spanische Straße berührte aber eben ganz massiv französisches Gebiet und
- reisgebiet und so erklärt sich eben auch dass diese spanische Straße massiv umstritten war
- die Kirche war zur Zeit der Friedensverhandlungen ein Ort des öffentlichen Lebens hier verkehrten die Gesandten genauso wie die einfachen
- Leute jede Gesandtschaft hatte ihren eigenen Geistlichen der auch Predigten hielt doch der Tonfall hatte sich geändert hatten die Prediger bei
- Kriegsbeginn zum Kampf aufgefordert so machten sie jetzt zum Frieden die Gottesdienste waren natürlich auch ein Treffpunkt der Delegierten wo es
- nicht um Inhalte ging sondern um die Form auch darum dass man zeigte dass man sich für den Frieden einsetzte die Gläubigen haben daraus Hoffnung
- geschöpft das ist nun endlich Frieden werden sollen und die gesamten haben geschimpft nicht mehr dass sie damit eigentlich von ihren eigenen Leuten
- unter Druck gesetzt werden [Musik] wir kommen welche Ehre Sie auf unsere begrüßen zu dürfen extern und der Volmar
- ich hätte sie doch von unserer königlichen Karosse abholen lassen denn ich gewusst hätte dass sie kommen danke ich laufe lieber und die Wege in Münster
- sind soweit hier nicht ich sehe haben sie sich ganz gut eingelebt stimmt dann wollen wir wenigstens so tun als seien wir in Paris das scheint in der
- hervorragend zu gelingen sie erwarten offensichtlich keinen schnellen Frieden wir verhindern ihn nicht der Frieden ist unser oberstes Ziel aus Versehen hinaus
- und sich darin bereichern will ist nur ein Schuft und es war auchi wir wollen uns an diesem wundervollen Abend doch nicht über Politik unterhalten
- Sie mit uns ich wollte mich nur persönlich von ihnen verabschieden sie wollen schon gehen also morgen nach Osnabrück zu Gesprächen mit den Schweden
- da ist bei uns ja leider keine Einigung gab glauben Sie wirklich wir würden uns mit ein paar kleine Ländereien und bist
- immer zufrieden geben wir wissen dass ihre vollmachtin vom Kaiser umfangreicher sind muss ich Sie leider enttäuschen das war unser erstes und
- letztes Angebot sie dürfen nicht gehen sie haben ja noch nicht mal getanzt dazu lasse ich mich gerne überreden
- Prinzessin wir haben schon so viel Gutes ich fürchte so werden sie nichts erreichen
- wieder sie noch mehr weiß einem solchen kongressspiel natürlich Befindlichkeiten und
- Eitelkeiten eine zentrale Rolle als ein individualpsychologisches Problem das verbindet sich mit dem
- politischen Problem wer ist eigentlich hier der erste und wer der zweite und wer der dritte das ist eine pendeldiplomatie würde man hier sagen
- dass treffen uns doch tatsächlich versucht mit den Franzosen erst einmal so weit zu kommen wie es geht er muss im Grunde immer zwischen diesen
- verhandlungsorten hin und her pendeln und versucht natürlich auch gewissermaßen diese beiden Verbündeten gegeneinander auszuspielen allerdings
- ist es durchaus ein Problem Frankreich und Schweden die haben sich gegenseitig also verpflichtet keine separat Frieden abzuschließen und auch eben alle
- Handlungsschritte gemeinsam durchzuführen die Schweden greifen erst 1630 in den Krieg ein sie sehen ihre Vorherrschaft
- über die Ostsee gefördert begleitet von einem heftigen Gewitter das damals als Zeichen Gottes gedeutet wurde erreicht der schwedische König
- Gustav Adolf mit seiner Flotte die deutsche Küste er sieht sich nicht als Eroberer sondern als Retter seines Landes und seiner protestantischen
- Glaubensbrüder [Musik] ihr abgesehen davon dass die Schweden in
- diesen Krieg vermutlich auch Eingreifen aus konfessioneller Solidarität für Gustav Adolf dürfte das eine Rolle gespielt
- haben verfolgen sie natürlich geopolitische Interessen und zentrale Imperativ eine Macht die ein Binnenmeer die Ostsee
- am beherrscht ist die Kontrolle der gegenüberliegenden Küste und das heißt Gustav Adolf Truppen landen auf der Insel Usedom für die Protestanten eine
- große Hoffnung mit dem Sieg ist Zug durch ganz Deutschland wächst der Hunger nach Macht um sie zu sichern verbindet sich Schweden mit Frankreich Frankreich
- unterstützt die schwedischen Truppen mit jährlich 400.000 Reichstalern der gemeinsame Feind sind die Habsburger
- da war Frankreich im Grunde jedes Bündnis jedes antihubsburgische bündnisrecht und selbst wenn es dann eben ein Bündnis mit einem Protestanten
- wie den Schweden war auch wir Schweden Wissen zu feiern wenn es kein [Musik]
- schwedentum ist und das haben die Katholiken erfunden [Musik]
- Graf Johann Ochsens diana ist der hauptgesandte der Schweden nach Osnabrück entsand von seinem Vater dem schwedischen Reichskanzler und Vormund
- der jungen Königin Christina von Schweden als wenig geeignet für seine Aufgabe arrogant unbeherrscht und mehr dem Wein
- zugetan als der Diplomatie was halten sie von Trautmannsdorf er trägt eine abscheuliche Perücke
- es sind fähiger Diplomat und ihm erscheint wirklich auf den Frieden aus wir auch Königin Christina will den Frieden unbedingt
- Johann Adler Salvius der zweite Gesandte soll im Auftrag der Königin den Frieden durchsetzen notfalls gegen ochsenianer die Königin ist noch zu jung der
- Reichskanzler trifft die politischen Entscheidungen Trautmannsdorf ist ihnen also bisher nicht entgegengekommen ich nehme an er
- will erst herausfinden ob er uns gegeneinander ausspielen kann und kann er
- stehen unsere Vereinbarung Frieden wird es nur geben wenn der Kaiser sich mit Frankreich um wie den einig genau so sehen wir das
- auch im Großen und Ganzen ist die Stabilität dieses Bündnisses dadurch begründet dass man gemeinsame Anti habsburgische Interessen hat bei den
- Schweden durchaus auch konfessionell bei den Franzosen allein machtpolitisch ausgelegt und Trautmannsdorf musste dann relativ schnell feststellen dass sie die
- beiden nicht gegeneinander ausspielen konnte die Nachtwächter die bis heute am Abend durch Osnabrück ziehen sorgten schon zu
- Zeiten der Friedensverhandlungen für Ruhe und Sicherheit in der Stadt [Musik]
- sagen von Sankt marie hat zehn geschlagen zehn geboren [Musik]
- ist zu Beginn des 30-jährigen Krieges eine bedeutende und unabhängige protestantische Handelsstadt [Musik]
- 1631 wird die Stadt von der kaiserlichen Armee monatelang belagert die Magdeburger weigern sich zu kapitulieren sie hoffen auf die Hilfe
- der Schweden angeblich sind Gustav Adolf Truppen bereits in der Nähe die Hoffnung wird ihnen zum Verhängnis am Morgen des 20 Mai stürmen die
- katholischen Truppen Magdeburg und eines der grausamsten Massaker des gesamten Krieges beginnt
- [Musik] die Spuren von Gewalt und Barbarei in 30-jährigen Krieg untersuchen heutige Archäologen mit modernsten Methoden
- Bettina Jungklaus und Sabine Eickhoff wollen anhand der menschlichen Überreste von Soldaten herausfinden wie die Männer gestorben sind
- [Musik] wir haben hier im zweiten Halswirbel das ist wie eine Gerade Schnittkante ja
- genau hier sieht man auch noch vorne so eine kleine Einkerbung möglicherweise durch einen Dolch einen Stich in die Kehle von vorne von vorne
- genau und dabei ist dieser kleine Knochenvorsprung abgesprengt worden kann das sein Gnadenstoß gewesen sein vielleicht dann sogar von einem
- Kameraden aus den eigenen vielleicht und daran ist er auf jeden Fall gestorben Söldner haben an allen Fronten ein hartes Los
- stundenlange Märsche durch verweist der Landschaften kaum Nahrung katastrophale hygienische Bedingungen Seuchen für ihre Entbehrungen und für ihren
- Hunger lassen Sie die Bevölkerung bluten je länger der Krieg dauert desto brutaler werden Sie viele kennen nichts anderes als den Krieg an den Szenen
- sieht man noch andere Sachen zum Beispiel kann man Hinweise auf die Ernährung bekommen wobei man sich natürlich immer fragt wo das Essen
- überhaupt hergekommen ist das waren ja nicht nur diese Menschen alleine sondern es gab ja noch den riesigen trotz und in diesem trostzogen die Frauen mit die
- Kinder gezogen markettenderinnen mit Priester sicherlich auch ein paar Ärzte also die werden vor Ort gewesen sein und das auch mit angesehen haben und
- sicherlich dann auch auf den Moment gewartet haben wo die Schlacht zu Ende ist weil dann begann in der Regel ja genau natürlich ganz normal zu dieser
- Zeit das wurde nicht geächtet insbesondere die Frauen waren dann immer sehr schnell vor Ort um den Toten auf sicherlich noch verletzten lebenden
- alles abzunehmen was der nicht mehr braucht und sie selber aber wirklich gut benötigen konnte der Krieg ernährt den Krieg für die
- seltener werden Städte und Dörfer zur selbstverständlichen Beute als Entschädigung für ausbleibenden sollt versorgen Sie sich selbst sie plündern
- und rauben schikanieren schenken und morgen [Musik] das Schlimmste an diesem Krieg des
- absolut furchtbare und verheerende an ihm waren das muss man wirklich immer wieder sagen waren ja nicht die großen Feldschlachten sondern das war dass die
- dass die dass die Fürstenhäuser riesige Armeen aufstellen aber nicht ernähren konnten und das heißt dass man diese dass diese Armeen sich ernährt haben
- indem man sie plündern ließ und diese Plünderungen das war das eigentlich was die die apokalyptische Ausmaß dieses Krieges bestimmt hat
- davon wird auch Magdeburg im mai 1631 mit voller Wucht getroffen die Söldner ziehen im Blutrausch durch die Straßen [Applaus]
- Frauen und Mädchen werden vergewaltigt Kinder aufgespießt und durch die Stadt getragen die Menschen flüchten in den Dom der
- schnell überfüllt ist 20.000 Einwohner werden ermordet Pest und Cholera fordern noch mehr Tote das Wort magdeburgisieren steht seitdem für
- die völlige Zerstörung und Auslöschung einer Stadt und ihre Bevölkerung von 35.000 Einwohnern sind nach dem Massaker noch 500 in der Stadt
- der Krieg steht für Gewalt für beispiellose Barbarei in manchen Gegenden sprechen Texte sogar von Kannibalismus es ist schwer zu sagen ob
- tatsächlich das Fleisch von Leichen gegessen wurde oder ob es sich um die rhetorische Anklage eines Krieges handelt der so grausam war dass er alle
- menschlichen Regungen ausgelöscht hat und wenn der Krieg zu lange dauert ist er kein Instrument der Politik mehr sondern
- spielt gewissermaßen nach seiner eigenen Logik und besteht im wesentlichen aus einer Gewalt des Militärs gegen Bauern und umgekehrt bei den Bauern natürlich
- die Überlegung wie können wir uns das Militärs erwehren so dass die sich teilweise auch bewaffnen und kleinere Gruppen von Soldaten niedermachen und
- töten was dann natürlich nach repressions Operation zur Folge hat und so weiter und so weiter
- noch etwas wäre nicht im Sinne meines Vaters er trifft die Entscheidung seitdem die Königin denken kann ihr Vater ist ein Weiser Staatsmann das gibt
- ihm aber nicht das Recht ihren Willen zu unterlaufen die Königin ist zwar jung aber ihre Entscheidungen sind wohl überlegt und vernünftig möchte das
- niemand warten ich fahre aus wie immer [Musik]
- er besaß sehr viel Erfahrung Salvius und ochsenszirner war dagegen eben eher ein Neuling ein diplomatischer und deswegen sind die beiden sich auch immer wieder
- ja sie sind immer wieder aneinandergeraten so dass wir tatsächlich das Problem haben dass diese schwedische Gesandtschaft einmal auf
- einer persönlichen Ebene und zum anderen auf einer politischen Ebene uneinig war seien Sie die Verspätung verzeihen sie exzellen aber Graf ochsensianer hat so
- seine Termine fährt er immer noch täglich mit der königlichen Karosse aus ja begleitet von 12 hellebardieren einem trossedeleuten und Lakaien bitte
- Exzellenz nun vielleicht finden wir in dieser kleineren Runde eher eine Lösung in der
- pommernfrage der Kaiser will also eine Teilung Pommerns ich weiß das schmerzt aber ganz voran
- abzutreten wäre wirklich zu viel verlangt und mir sind die Hände gebunden was hätten wir davon wenn wir uns mit
- der Hälfte Pommes begnügen wir kennen den Frieden ein gewaltiges Stück näher ihre Königin will doch den Frieden oder
- irre ich mich und der reiskanzler hat nach wie vor die Zügel in der Hand die Königin will den Frieden unbedingt aber der hat seinen Preis
- nun der Kaiser ist Ihnen in dieser Frage erstaunlich weit entgegengekommen und die Sache kann jederzeit wieder kippen
- ich habe es mir anders überlegt ich fahre heute nicht aus und sind die Herren sich in der Zwischenzeit einig geworden wir sind ein
- großes Stück weiter gekommen an uns sollte also der Frieden nicht scheitern an uns der Kaiser ist schuld am Aufschub des Friedens nicht wir Schweden wenn er
- will dass wir sein heiliges Römisches Reich nun verlassen dann soll er uns gefährlichst angemessen entschädigen der Kaiser hat angeboten uns die Hälfte
- Pommerns zu überlassen wir lehnen ihr Angebot ab das Geheimnis der Verhandlungen in
- Münster und Osnabrück ist auch dass im Verlaufe dieser Verhandlungen die Verhandler selber ihre Positionen klären und ochsensianer gegen
- salvios auch immer wieder gegenseitig ins Gehege kommen [Musik] bis heute wird in Münster an eine
- Tradition aus der Zeit der Friedensverhandlungen erinnert mit Blick über die Stadt warnten die Türmer vor Feuer und eindringenden Feinden die
- neutralen Städte Münster und Osnabrück wurden zwar während der Verhandlungen von äußeren Angriffen und Katastrophen verschont innerhalb der Stadt kam es
- aber manchmal zu Auseinandersetzungen und Schlägereien auch unter den Mitgliedern der gesellschaftschaften [Musik]
- die Franzosen haben ihre Maximalforderungen vollständig offengelegt und die gehen dem Kaiser entschieden zu
- weit vielleicht sollten wir die Sache doch auf dem Schlachtfeld klären nein das sollten wir
- nicht jedenfalls nicht mit mir eine militärische Lösung wird es nicht geben er verlasse ich vorher den Kongress Max von Trautmannsdorf musste mit dieser
- Herangehensweise dass er erst mit den Franzosen an der mit den Schweden spricht und die Reichsstände erstmal hinten anstellt natürlich der
- kaiserlichen Sichtweise Tribute Zeugen mein Plan ist es die Reichsstände zu vereinen und hinter uns zu versammeln nur zusammen habe
- überhaupt eine Chance gegen die überzogenen Forderungen der beiden Kronen anzukommen und die Frage ist doch ob die Reichsstände überhaupt zu Verein
- sind Protestanten streiten mit dem Katholiken die gemäßigten mit den radikalen wir müssen es versuchen in ihren rein informiert sich langsam
- Widerstand gegen die Forderung der beiden Kronen und den will ich nutzen zu den Reichsständen gehören geistliche und weltliche Kurfürsten Landesfürsten
- und reichstetter die wichtigsten Vertreter auf der katholischen Seite sind die Bischöfe von Köln Mainz und Trier so wie der Herzog von Bayern auf
- der protestantischen Seite die Kurfürsten der Pfalz Sachsens und Brandenburg die Protestanten entsenden ihre
- Delegierten nach Osnabrück die Katholiken nach Münster [Musik]
- protestantische Toms Hirn er ist einer der wichtigsten Vertreter der protestantischen Reichsstände wirklich hier sein
- wir müssen mit allen Parteien reden Vollmer bevor die Menschen im Reich verlieren der Kaiser wäre bestimmt nicht glücklich darüber
- das Haupt eines gerupften reichsadlers zu sein das ist tatsächlich so dass die Reichsstände massives Interesse daran hatten dass der Krieg schnell beendet
- wird also es ist natürlich eine Einsicht die dann erst wachsen musste [Musik] die rund 300 Reichsstände besitzen
- Stimme und sitzt im Reichstag zu Regensburg etwa ein Drittel von ihnen nimmt an den Verhandlungen in Münster und Osnabrück Teil die religiöse
- Spaltung geht quer durch ihre rein dazu kommen Spannungen innerhalb der Gruppierungen zwischen Vertretern der gemäßigten und radikalen Strömungen
- einige Reichsstände haben sich mit Schweden verbündet andere mit Frankreich [Musik]
- der Protestant Wolfgang Conrad von thumsjörn ist der gesamte von sachsen-Altenburg und Coburg an es weniger mächtigen fürstenhausers
- turmsjörn ist der wichtigste Vermittler zwischen den Ständen und spielt eine entscheidende Rolle in der letzten Phase des friedenskongresses
- [Musik] die reichstände wollen wissen wie mit ihnen nach dem Krieg umgegangen wird das betrifft Fragen der anästie die Klärung
- der weltlichen Güter und die Religionsfreiheit wenn wir die Klärung der Religionsfreiheit als Voraussetzung nehmen werden wir uns nie einig
- wir müssen die Fragen der Politik von der Religion trennen der gefährliche Zündstoff muss abgetrennt werden nur so haben wir
- überhaupt eine Chance auf Frieden und gegen die Forderung der beiden Kronen anzukommen im Gegenzug werden wir die Gleichheit zwischen den Konfessionen
- anerkennen sofern sie nicht die ablände des Kaisers betreffen wichtig ist dass wir uns einig sind der Krieg wird auf den Rücken der
- Menschen im Land ausgetragen wo sonst Kinder spielten und fleißige Menschen die Väter bestellten ist nichts mehr zu sehen als verbrannter Erde ein einziger
- Durchmarsch zerstört die Arbeit eines ganzen Jahres Kinder Wimmern verhungern und die Väter schließen sich den Mordbrenner ihren an
- der beste Schutz gegen Unterdrückung ist selbst zu unterdrücken ich werde verhandeln
- jetzt müssen wir noch Adolf Krebs für uns gewinnen er ist einer der wichtigsten Vertreter der katholischen Reichsstände
- man muss tatsächlich sagen dass die Reichsstände für alle Parteien von hohen Interesse waren weil diese reichstände tatsächlich auch
- ein großes Gewicht besaßen also jede Partei hat versucht die Reichsstände auf ihre Seite zu ziehen
- danke für diese audienzmiss Ion der Katholik Johann Adolf Krebs ist der gesamte des Kurfürsten Maximilian von
- Bayern mit Hilfe Maximilians haben die Habsburger schon viele Schlachten geschlagen und gewonnen doch Bayern ist mehrfach von Truppen überrollt worden
- und das Vertrauen zum Kaiser wird zunehmend schwächer ich nehme lieber nicht dafür kann ich mich nicht revanchieren kommen sie Krebs
- das müssen Sie nicht ich schenke einfach nur sehr gerne nun ja ich halte ohne hin nicht viel vom Widerstand gegen die französischen
- Forderungen er verzögert den Frieden nur und über Bayern ist unendlich viel Leid geworden unsere Truppen werden es auch nicht mehr zulassen ihr Wort in Gottes
- Ohr nach dem Schweden in den Krieg eingetreten war wurde Frankreich sein
- Verbündeter Frankreich sah sich von Spanien das mit dem Kaiser eine Allianz bildete im Süden und durch die Spanischen Niederlande im Norden und
- Osten umklammert in Lissabon tritt Frankreich aktiv in den Krieg ein [Musik] dort im heutigen Belgien trafen die
- französischen Truppen und das spanische Heer aufeinander Ort und Zeitpunkt waren überraschend für beide [Musik]
- die der spanischen Armee dienten über einer Mühe zu kommen und hier in den Obstwiesen zu lagern tatsächlich waren die Spanier bei Restaurant angekommen in
- der Hoffnung die Franzosen viel früher zu treffen Schlacht des 30-jährigen Krieges weil innerhalb von fünf Stunden zwischen 5000
- und 12.000 Männer getötet wurden am 20 Mai 1635 stehen sich 35.000 französische und 14.000 spanische
- Soldaten gegenüber durch neue Waffentechnik sind die Franzosen im Vorteil die Lunden schlossmuskete kann schneller schießen
- und Kanonen mit längerer Reichweite überraschen die Spanier die Franzosen Siegen in der Schlacht bei Lissabon
- michelle jardou hat rund um das Dorf zahlreiche Pistolen Kugeln Degen und Alltagsgegenstände gefunden in der Schule der Gemeinde hatte ein paar
- Vitrinen damit ausgestattet [Musik]
- Armin König baut Waffen aus dem 30-jährigen Krieg nach in Mars Material Gewicht und Funktion sind seine Replikate nahezu identisch
- im 30-jährigen Krieg sind sowohl mittelalterliche hieb- die Waffen sind anfänglich sehr schwer und kompliziert zu bedienen jedenfalls
- für die einfachen bauernsoldaten die militäre schmeißt ungeschult sind unter dem Schwedenkönig wird ein neuer musketentyp entwickelt die Waffen werden
- leichter man kann schneller laden und schießen während des 30-jährigen Kriegs gab es waffentechnisch eine große Entwicklung
- das war die Reduzierung des Gewichts der war die Voraussetzung damit während dieser Zeit die Waffen erleichtert werden konnten war die Verwendung von
- rollkugeln im Kampfgewicht hat der muskelt und die spucken dann eine Kugel praktisch aus dem Mund in dieses Rohr
- und ist Papier mitsamt der Kugel wird dann in den Lauf geschoben worden von dem Papier bleibt bei einer Pistolen hast oder die Mündung
- nach unten zeigt Sinn macht und hier vorne ist ein fachangefertigt gewesen und diese Papier Patronen in dieser Zeit wurden gerne als Kirchenbuch Seiten vom
- gegnerischen Kirchenbüchern gewickelt ja das war natürlich ein netter brauchen wir ungefähr vergleichen mit dem heutigen Koran verbrennen schickt den
- Gegner hat seine wertgeschätzten heiligen Bücher in Form von verdämmungsmaterial entgegen um zu zeigen wie man das ganze wertschätzt
- [Musik] doch nicht nur die neuen Waffen brachten den Menschen in Lissabon und den Tod
- kommen vor der Schlacht geflohen waren griff die Pest sehr schnell um sich denn die Toten der Schlacht wurden nicht begraben
- die Pest war bereits in der Region als die Bewohner von Restaurant drei Jahre später zurückkam
- sieben große groben wurden gegraben um die Toten zu bestatten hier ist ein Hügel in der Mitte der Mulde ich habe den Eindruck dass er
- eines der Gräber der Schlacht ist [Musik] Trautmannsdorf muss auf die
- territorialen Forderungen der Franzosen eingehen um zu einem Frieden zu kommen doch wenn Frankreich innerhalb des Reiches Land besitzt könnte es auch
- Einfluss auf die Reichspolitik des Kaisers nehmen und dessen Vormachtstellung gefährden das will der hauptgesandte unbedingt verhindern
- sie müssen doch was finden Vollmer irgendeine Lücke also noch mal durchgespielt wenn die Franzosen die Ländereien als
- reichslehnen erhalten dann könnten sie auch aktiv durch den Reichstag auf den Politik einwirken ja und theoretisch gäbe sogar die Möglichkeit dass der
- französische König sich zum kaiserkrönen lässt der spanische Gesandte pinaranda möchte sie sprechen dringend wir sind nicht da
- sagen sie wir sind auf dem Fest von long will da geht er niemals hin vielleicht sollten wir doch kurz mit ihm sprechen wozu wir wissen doch dass dagegen unsere
- Einigung mit den Franzosen ist soll er sich doch wieder beim Kaiser beschweren wir haben uns lang genug mit ihm rumgeschlagen jetzt ist er raus was ihr
- noch aber ich sie sehen doch dass wir nicht da sind raus ich wünschte wir könnten das mit den Franzosen genauso machen
- das ist es prima raus einfach raus mit Ihnen wir geben den Franzosen die Ländereien
- nicht als Reichslehen sie sollen sie ganz haben das ist die Lösung das soll dem Kaiser gefallen selbstverständlich
- wenn Frankreich lehns Herr würde dann hätte der französische König viel mehr Möglichkeiten das Reich zu beeinflussen wenn es aber sein souveränes Eigentum
- wird dann sind wir ihn los dann haben die Franzosen keinen Einfluss mehr auf unsere Reichspolitik und die Sorge das König Ludwig oder einer seiner
- Nachfolger an der kaiserwalter nimmt wer vom Tisch er könnte es genauso wenig wie der König von China aber die haben einen Kaiser
- ja sie wissen doch was ich meine natürlich ist es ein Verlust für Ferdinand den dritten aber damit wird
- sein Leben können ich wusste doch dass ihnen was einfällt jetzt müssen wir nur noch die Franzosen davon überzeugen
- die Franzosen lassen sich auf den Deal ein im September 1646 erzielt Trautmannsdorf eine vorläufige Einigung mit Frankreich
- [Musik] während sie sich amüsieren schließen die Franzosen Frieden mit dem Kaiser
- na und das ist doch noch sehen Sie was die Franzosen alles bekommen wie lange wird longwil wohl noch warten bis er den ganzen zustimmt
- er hat alles erreicht während wir auch noch die Hälfte Pommes verlieren die Franzosen ziehen ihre eigene Sache durch und am Ende stehen wir alleine im Krieg
- die Königin wird das nicht akzeptieren wo haben sie das her es kam anonym man würde uns doch nur unter Druck setzen selbst wenn wir müssen Trautmannsdorf
- entgegenkommen [Musik] im Februar 1647 gehen die schwedischen
- Gesandten auf trautmannsdorfs Angebot ein Schweden erklärt sich mit der Teilung Pommerns einverstanden
- das ist doch erfreulich wir müssen noch über das Verbot öffentlicher evangelischer Gottesdienste
- in den Habsburger erplanten reden ich schlage vor darüber verhandeln wir später darüber verhandeln wir gar nicht der Kaiser meint das wäre der erste
- Schritt zur Auslöschung des katholischen Glaubens das Verbot muss aufgehoben werden unsere protestantischen Glaubensbrüder sollen auch in den
- erdlanden ihre Religion frei leben können das ist die rote Linie des Kaisers der Kaiser würde lieber Zepter und Krone
- Leib und Leben verlieren als an diesem Verbot rütteln dazu könnte es leicht kommen
- es war durchaus so dass es hier eine rote Linie gab über die Trautmannsdorf nicht gehen sollte er hat aber nicht jeden verhandlungsschritt mit dem Kaiser
- abgestimmt unter anderem gerade in dieser spannenden Phase 1647 ist der bei den Zugeständnissen den Kunden an die Protestanten sehr weit gegangen und das
- war eben nicht immer alles abgestimmt trautmannsdorfs Arbeitseinsatz ist enorm er erstellt fünf Entwürfe der
- Friedensverträge die Trautmannsdorf Jana schläft über Monate kaum erkrankt schließlich sie sehen auch es ist ein langes Schreiben wo er dem Kaiser
- eigentlich seine Frustration über den Verhandlungsverlauf mitteilt woher also eigentlich ist es Rundumschlag er wirft den Franzosen vor
- friedensunwillig zu sein und den katholischen Glauben zu verraten er wirft den Schweden vor eigentlich
- das reicht zerstören zu wollen und die katholische Religion ist enttäuscht von den Ständen zwischen denen keine Einigung von Staaten geht sowohl von den
- katholischen als auch von den protestantischen die fünfte Fassung des Friedensvertrags
- einigen Anmerkungen noch ich überlasse sie ihnen die Schweden wollen sich nun erst mit den Franzosen abstimmen die eisstände lassen mit ihren Gutachten auf
- sich warten befriedet man die einen Schrauben die anderen ihre Forderung in die Höhe ich frage mich ob die Parteien überhaupt
- jemals zu befrieden sind vielleicht waren wir zu nachgiebig bin ein stolzer sein sollen
- die Frieden sind Würfe sind das Resultat unserer militärischen Misere der Kaiser ist das vollständig isoliert die Reichsstände wollen die
- regionsfreiheiten nun auch in den Habsburger Ländern durchsetzen dass aber ist die große Linie des Kaisers den Schritt tut er nicht ich habe alles
- versucht und sie sollen wissen dass seine Meinung in diesem Punkt nicht meine Meinung ist
- sie klingen ja wie kurz vor dem Scheitern der Kaiser hat mit dir Erlaubnis erteilt den Kongress verlassen zu dürfen wenn ich es für richtig halte
- das wäre ein harter Schlag für uns alle vielleicht kommt man dadurch zur Vernunft warum Trautmannsdorf im Juli 1647 abgereist
- ist das ist bis heute umstritten einmal sagt man das Trautmannsdorf mit dem verhandlungsfortschritten nicht zufrieden war der zweite Grund warum er
- eben abgereist ist oder die Vermutung warum abreißt ist das ist tatsächlich sein Gesundheitszustand also er war schon seit längerem krank
- und er hatte auch immer wieder den Kaiser gebeten ob er eben abreisen dürfe und er zögert das Tag und Tag raus Schleswig reist er dann doch ab es kommt
- dann ja erstmal zur Krise als er abreißt also es ist nicht so dass seine Abreise das perfekte Druckmittel gewesen wäre aber es ist Teil des diplomatischen
- Spiels ich übertrage Ihnen hiermit alle Vollmachten ich sage alle was sie brauchen ist in dieser Truhe
- wissen Sie was Wallenstein im Dezember 1631 also vor 16 Jahren dem Kaiser geschrieben hat zuletzt
- wenn die meisten Länder werden in Asche liegen wird man Frieden machen müssen [Musik]
- auch die Zeitungen der Zeit berichten über Trautmannsdorf Abreise eigentlich schienen fast alle Fragen geregelt der Frieden war schon zum Greifen nah
- Trautmannsdorf hatte alle seine Mittel ausgereizt um den Frieden zu erzwingen vielleicht war die Zeit noch nicht reif
- die Presse übernimmt eine aktive Rolle im Friedensprozess ihr Zentrum ist im 17 Jahrhundert das damals niederländische Antwerpen Peter Arnold Heuser erforscht
- den Einfluss der damaligen Publikationen die Werkstatt des Antwerpener Druckers Christoph plantar ist bis heute original erhalten das Fahrrad
- war in dieser Zeit die wichtigste im ganzen Welt ihr hatte 17 pressen 60 Leute sind total und die leiten die Arbeiten mit drei an einer Fresse und
- dann gab's fast immer Streit Mitten die Sex haben die dritte natürlich Schnelligkeit war sehr wichtig es darf keine Pause geben nein nein nein nein
- der Herrn Gutenberg Deutschland wirklich eine Kommunikationsrevolution die dadurch
- angeschlossen werden konnte gewissermaßen die Demokratie
- [Musik] die neue Drucktechnik ermöglicht es im Krieg über die postkutschenrouten innerhalb weniger Tage Nachrichten in
- ganz Europa zu verbreiten zunächst von den Schlachtfeldern nun vom Friedensprozess auch aus Regierungskreisen werden
- anonyme polemische Flugblätter verbreitet mit Propaganda gegen den Feind bald entwickeln sich regelrechte Flugschriften Krieger
- Bibliothekars deven von Impe erforscht die Presseerzeugnisse des 17 und 18 Jahrhunderts erstaunlich ist dass sich in den verschiedenen Ländern sehr
- ähnliche Auffassungen von neutraler Berichterstattung entwickelt haben was tatsächlich passiert das ist eine der frühesten Zeitungen die in Amsterdam
- gedruckt wurde 1619 es ist ein typisches Beispiel dafür wie die Zeitungen im 17 Jahrhundert überall in Europa aussahen der Teil mit den Artikeln hat einen
- Titel jeder Tag eine Datumszeile sie ist mehr oder weniger chronologisch geordnet die älteste Nachricht aus Rom vom 10 August ist oben und die aktuellste
- Nachricht ist unten diese Art der Präsentation die verlangt dem Leser ja ungeheuer viel ab also um
- eine politische Lage die dort berichtet wird zu verstehen muss er ja diese Nachrichten Schnipsel verbinden also es ist ein früh
- neuzeitlicher Nachrichtenticker das News der Zeitungsredakteur filtert die Nachrichten nicht er teilt nur mit was er hört der Leser muss herausfinden was
- er für wahr hält und was für Fake News in Deutschland ist die Reichsstadt Köln die sich selbst für neutral erklärt hat
- eine Hochburg der aufstrebenden Presse hatten früher Moritaten Sänger oder Theaterstücke die Nachrichten vom
- politischen Geschehen weitergetragen so waren es jetzt Zeitungen und Flugblätter dadurch erfahren immer mehr Menschen vom Kriegsgeschehen und auch von den
- Friedensverhandlungen das erhöht den Druck den Krieg endlich zu beenden die Zeitungen werden auch in Münster und Osnabrück gelesen
- wir können nicht alle Fragen jetzt sofort lösen zuerst geht es um den allgemeinen Frieden und den könnten hat geheime Treffen zwischen Protestanten
- und katholikenarrangiert er nimmt trautmannsdorfs Plan wieder auf die Reichsstände zu einem doch die Protestanten hegen Misstrauen gegen den
- Katholiken Krebs ien und Krebs sind die leitenden Figuren in der Endphase des westfälischen
- friedensieren war ein dezidierter Lutheraner also ausgesprochen lutherisch geprägt und Krebs eben also sehr stark katholisch geprägt das spielte aber mit
- Blick auf diesen Frieden nur eine nachgeordnete Rolle entscheidend war der Friedensschluss alles andere zählte tatsächlich in diesem Moment nicht ich
- bin nach wie vor kein Freund der Protestanten aber das fanatische Gebärden mancher Katholiken ist auch für mich nicht länger tragbar nur gemeinsam
- können wir unsere Ziele durchsetzen und die Katholiken brauchen den Frieden genauso dringend wie wir wir müssen einen dritten Weg gehen
- also katholische und protestantische Reichsstände vereinen sich tatsächlich zur dritten Partei diese dritte Partei ist äußerst spannend weil sie in der Tat
- nicht nur sich überkonfessionell organisiert hat sondern so eine große Machtposition in dieser Endphase der friedensverhandlung gewonnen hat dass
- man tatsächlich sich wundert dass das bisher ein noch nicht richtig erforscht worden ist
- die Nachricht vom Aufkommen der dritten Partei verbreitet sich gerüchteweise auch unter den Bericht erstatten die in Münster und Osnabrück lagern sie nähert
- die Hoffnung darauf dass eintreten könnte woran niemand mehr zu glauben wagt Frieden und so wird in Flugblättern und Zeitungen der Ruf nach einem
- Friedensschluss lauter und lauter nein darum geht es die Männer der dritten Partei zwingen die gesamten der Großmächte an einen Tisch sie ändern den
- verhandlungsmodus trennen religiöse Fragen von politischen entscheidend ist dass jede Streitfrage verbindlich geklärt ist bevor man zur nächsten
- übergeht sie stützen sich dabei auf trautmannsdorfs Vorarbeiten die Trautmannsdorf Jana diese dritte Partei ist die wollte den Frieden und hat im
- Grunde durch intensives verhandeln dann diesen Frieden herbeigeführt mit dem neuen verhandlungsmodus schaffen die gesamten es sich auf einen
- friedensentwurf zu einigen dies ist unser aller Letzt sollte der Kaiser diesem Entwurf
- nicht zustimmen werden sich die Reichsstände gegen ihn stellen und alleine Frieden schließen ihm würde die völlige Isolierung drohen
- jetzt liegt es im Kaiser die Zeit drängt ich werde mein bestes tun ganz dramatisch wird es dann tatsächlich so
- ab Mitte September 1648 also die letzten Wochen in denen der Frieden dann auch tatsächlich zu Ende gebracht werden sollte
- [Musik] in Wien legt Trautmannsdorf den neuen friedensentwurf aus Münster dem Kaiser
- vor und er wirkt seine Zustimmung die verschlüsselte Botschaft lässt er versehen mit dem kaiserlichen Siegel zurück zum Verhandlungsort bringen
- [Musik] dort wird der Bote sehnsüchtig erwartet von der Zustimmung des Kaisers hängt
- alles ab als dessen Gesandter Vollmer nichts von sich hören lässt werden die Vertreter der dritten Partei misstrauisch sie wittern falsches Spiel
- ja ihre exzellen wir wollen den kaiserlichen Brief sehen und zwar jetzt
- ist das sichere Quelle bekannt dass wir ihn schon haben aber woher nicht die feine Art ja doch lassen sie mich los
- [Musik] [Applaus]
- was soll das heißen ja genau das ist das Problem mir fehlt der Schlüssel noch aber ich arbeite dran mir ist egal wie sie das machen von mir
- ausleihen Sie sich den Schlüssel beim heiligen Petrus aus der kann ja sogar die himmelpforte öffnen also sicher auch verschlüsselte Briefe
- die dritte Partei setzt Vollmer ein letztes Ultimatum jeder hat natürlich nun geglaubt in Münster dass das eine Strategie sei um noch auf Zeit zu
- spielen und hier noch Zeit herauszuholen und Vollmer sah sich dann so unter Druck gesetzt dass er versucht hat dann den diesen Brief zu entschlüsseln
- Vollmer tüftelt Tag und Nacht ein Alleingang der dritten Partei wäre eine Katastrophe für den Kaiser und auch für ihn
- [Musik] Rheuma setzte sich dann hin und hat versucht diese Schiffe zu knacken und
- hier haben wir diesen Versuch wo Vollmer diesen schifferen Schlüssel hat und dass sie ist quasi sein notizze wo er
- das auseinanderbastelt und hier genau sind seine Zeichnung wo er einfach am Denken ein bisschen gekritzelt hat
- [Musik] ich hab's
- Friede soll sein
- [Musik] aus dem Staatsarchiv in Wien ist das friedensdokument für eine Ausstellung
- nach Münster gekommen wir wollen gerne diese Seite ausstellen weil dort die wichtigsten gesamten unterschrieben haben
- [Musik] der Kaiser und die Reichsstände schließen mit Frankreich und Schweden einen Vertrag der alle Parteien
- berücksichtigt er enthält über 300 Paragraphen bei denen jeder Satz hart umkämpft war er stellt die Konfessionen rechtlich gleich und ist die Grundlage
- des Religionsfriedens ohne Frage hat der 30-jährige Krieg bei den Zeitgenossen ein Trauma hinterlassen
- der Westfälische Frieden ist ein Bollwerk gegen die Barbarei man hat im Grunde gesagt dass ich Religionsfragen und Jungs
- Auseinandersetzung eben nicht lösen lassen die sind einfach nicht lösbar aber die Konfession müssen sowieso zusammen leben und dafür ist eben eine
- rechtlich politische Lösung entscheiden und das ist etwas was man vielleicht auch heute mitnehmen kann dass eben Religionsfragen oder die Wahrheitsfrage
- der Religion nicht einfach gelöst werden kann das kann ich entschieden werden aber das Zusammenleben kann rechtlich politisch geregelt werden vermutlich
- kann man aus den Verhandlungen in Münster und Osnabrück für heute lernen dass es nicht der gut will von ein paar älteren Männern also
- putinerbe waren und rohani ist die einen Frieden schaffen sondern das ist ein doch sehr langes Geschäft der Diplomatie ist
- am 24 oktober 1648 wird in Münster der Westfälische Frieden verkündet vor dem Fürstenhof warten die Menschen hochgespannt auf die Gesandten die
- Friedensverträge werden in voller Länge verlesen die gesamten unterschreiben der Reihe nach die Zeremonie dauert stundenlang um 21 Uhr läuten endlich die
- Kirchglocken 70 Kanonen an der Stadtmauer feuern je drei Mal salut der Friedensbote verkündet den Frieden im ganzen Land das größte Friedenswerk
- der Neuzeit beendet den 30-jährigen Krieg worüber man glaube ich nicht streiten kann ist das wenn es einen Menschen gibt
- von dem man sagen kann der hat ihn beendet dann war das Trautmannsdorf [Musik] Maximilian von Trautmannsdorf ist der
- Architekt des Friedens er stirbt zwei Jahre nach Unterzeichnung des Vertrages im Alter von 66 Jahren in Wien auf einem verwüsteten und zerstörten Kontinent der
- noch lange Jahrzehnte unter den Folgen des Krieges zu leiden hatte legte sein Werk das Fundament für ein geeintes Europa
- [Musik]
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Dreißigjähriger KriegDer Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648 war ein Konflikt um die Hegemonie im Heiligen Römischen Reich und in Europa, der als Religionskrieg begann und …
FriedensvertragEin Friedensvertrag ist ein völkerrechtlicher Vertrag zwischen Kriegsparteien, der den Kriegszustand beendet (Frieden) und einen Friedensschluss …