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Wie der 30-jährige Krieg Europa verwüstete | Doku

Timeline Deutschland1:28:24 880.764 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 494 Zeilen
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  1. [Musik] [Musik]
  2. zwei Orte im Herzen Europas Münster und Osnabrück hier wurde einst um die Zukunft des Kontinents gerungen die blutige Epoche des 30-jährigen
  3. Krieges der seit 1618 wütet soll von Abgesandten der Krieg führenden Mächte beendet werden Münster und Osnabrück werden zu
  4. Schauplätzen eines unerhörten politischen experiments es ist der erste Friedenskongress in der europäischen Geschichte
  5. fünf lange Jahre werden die Verhandlungen dauern in dieser Zeit tobt der Schrecken des Krieges weiter
  6. der Kampf auf den Schlachtfeldern wurde quasi auf den diplomatischen Parkett vor fortgesetzt das war eine tatsächliche Stimmung in diesen letzten Wochen des
  7. friedenskongresses Hektik brach Ausdruck wurde aufgebaut man wollte den Frieden um jeden Preis [Musik]
  8. seit 14 Tagen ist der reiterbote des deutschen Kaisers unterwegs am 30 September 1648 überbringt er den kaiserlichen Gesandten in Münster eine
  9. Depesche aus Wien ihre exzellen
  10. dieses Schreiben wird darüber entscheiden ob es nach 30 Jahren erbitterten Krieges endlich Frieden gibt gibt Ferdinand der dritte dem
  11. ausgehandelten Friedensvertrag seinen Segen dieser Briefe der kaiserliche Gesandte in Münster war nicht in der Lage diesen Brief jetzt zu
  12. dechiffrieren weil ihm der Schlüssel fehlte [Musik] die verschlüsselten Stellen betreffen
  13. genau jene Abschnitte die über Wohl und Wehe ganzer Völker entscheiden wird der Friede am Ende noch scheitern
  14. [Musik] Massenschlachten Hungersnöte Pest und choleran 30 Jahre lang von 1618 bis 1648
  15. verwüsten brutale Heerführer und marodierende Söldner halb Europa für die Menschen die Hölle
  16. es ist ein Krieg um den Glauben zwischen Katholiken und Protestanten es ist aber auch ein Krieg um die Vormachtstellung in Europa
  17. alle europäischen Großmächte sind daran beteiligt bei diesem ersten europäischen Flächenbrand sterben allein im Heiligen Römischen Reich deutsche Nation etwa 4
  18. Millionen Menschen es gibt eine Diskussion darüber war dass jetzt ein Religionskrieg oder war es ein
  19. machtpolitischer Krieg es ist tatsächlich eben eine Mischung aus beiden dieser Krieg gibt uns eine Fülle von Hinweisen wie gegenwärtige Kriege
  20. laufen und wir scheinen jetzt gerade wieder in einem Moment zu sein wo wir auch zu Recht uns fürchten dass alles was an Ordnung und Vernunft um uns
  21. herrscht zerfallen kann im Jahre 1618 ist Europa zersplittert in katholische und protestantische Länder reichstädte bis Thürmer und Grafschaften
  22. im mai 1618 wird ein Aufstand der protestantischen Böhmen vom katholischen Kaiser niedergeschlagen dies wird zum Ausgangspunkt des Kriegers die
  23. Protestanten bekommen Unterstützung von Schweden die mit ihren Truppen durch ganz Europa Rollen Frankreich obwohl katholisch verbindet sich mit Schweden
  24. weil es Unterstützung sucht gegen Spanien das mit dem deutschen Kaiser die habsburgische Allianz bildet so ist am Ende fast ganz Europa in den Krieg
  25. verwickelt es ist ein Krieg der dadurch gekennzeichnet ist dass er ein
  26. europäischer Krieg ist der aber tendenziell nur auf dem Boden das formell und korrekt gesagt Heiligen Römischen reichsdeutscher Nationen
  27. stattfindet also politisch war das Heilige Römische Reich Deutscher Nation ein Gebilde das in mancher Hinsicht auch Ähnlichkeiten mit sagen wir mal der
  28. Europäischen Union in unseren Tagen hat das Heilige Römische Reich wird zum Hauptschlachtfeld des 30-jährigen Kriegers es vereint bei Kriegsausbruch
  29. und 300 Reichsstädte Bistümer und Grafschaften unter einem Herrscher dem Kaiser sie stehen auf unterschiedlichen Seiten
  30. und bekämpfen sich erbittert vor den Friedensverhandlungen in Münster und Osnabrück sind schon viele Versuche gescheitert zwischen den rivalisierenden
  31. Mächten zu vermitteln als die Niederlagen auf den Schlachtfeldern und die hohe Verschuldung auf allen Seiten keine andere Lösung mehr zulassen
  32. schlägt die Stunde der Diplomaten [Musik] also das ist denke ich da eigentliche Schatz dieses friedenssaals weil diese
  33. Porträts sind gleich entstanden unmittelbar nach dem Friedensschluss das ist immer wieder also einer greifender Moment wenn ich hier persönlich in
  34. diesen Saal komme und mir diese gesamtportraits ansehe also man hat dann wirklich das Gefühl man hat diesen Männern und diesen gesamten hier sehr
  35. sehr viel zu verdanken und wenn ich hier so in die Runde schaue das ist die politische Elite der Zeit also das muss man sich vor Augen halten dass das hier
  36. eben doch alles Personen waren mit einer langen politischen Erfahrung eine hervorragenden Ausbildung der Kaiser die regierenden Fürsten und Könige
  37. verhandeln nicht selbst sie schicken ihre vertrauten die Diplomaten Juristen Staatsmänner bislang hat die Geschichtsschreibung sie wenig beachtet
  38. wenn die Feldherren sexy sind und über sie werden die Biografien geschrieben und die gesamten werden vergessen dann ist es eine ungerechte Verteilung
  39. die kriegsmacher genießen größere Aufmerksamkeit als die friedensmacher die friedensmacher sind eigentlich die unsichtbaren gestalten
  40. Graf von und zu Trautmannsdorf ist der hauptgesande des deutschen Kaisers eines Habsburgers der in Wien residiert in seinem Auftrag leitet er ab 1645 die
  41. Friedensverhandlungen in Westfalen Trautmannsdorf ist der wichtigste Mann des Kongresses doch er ist gesundheitlich angeschlagen
  42. am Ende der Verhandlungen hat er sich nach Wien zurückgezogen und verfolgt von dort aus das Geschehen
  43. ihr Friedenswerk wird in Erfüllung gehen da bin ich mir ganz sicher ich habe heute Nacht ein Zeichen am Himmel gesehen ganz deutlich
  44. es ist doch aber glaube ich habe es gesehen [Musik]
  45. die Walhalla bei Regensburg hier in einem der bedeutendsten deutschen Bauwerke des Klassizismus werden seit 1842 wichtige Persönlichkeiten der
  46. deutschen Geschichte geehrt Ferdinand Trautmannsdorf ist ein Nachfahre des kaiserlichen hauptgesandten Maximilian von
  47. Trautmannsdorf er stand selbst jahrelang im diplomatischen Dienst der Republik Österreich zuletzt war er Botschafter in Prag
  48. nach der bestimmten Perücke wallensteine
  49. [Musik] gar nicht auf muss ich sagen aber vielleicht auch idealisiert zwei
  50. maximilianer natürlich
  51. die zwei müssen sie auch gut gekannt haben offensichtlich hat man schon Mitte des 19 Jahrhunderts sich überlegt dass eine wichtige Position gehabt hat in der
  52. deutschen Geschichte sozusagen also wir haben in der Familie in hauptsächlich immer darüber gewitzelt dass er seine Perücke schief auf gehabt hat also ich
  53. kann das jetzt nicht direkt sehen oder vielleicht schon so viele Gefahr wird man damals in seinem Alter nicht mehr gehabt haben wenn man sich in jetzt das
  54. ganze Persönlichkeit vorstellt kann man sich schon denken dass er durchaus auch einen Eindruck gemacht hat in der hängt die Büste Trautmannsdorf
  55. neben der des Kurfürsten Maximilian von Bayern mit ihm hat er während des 30-jährigen Krieges immer wieder verhandelt
  56. mit verschlüsselten Depeschen kommuniziert Trautmannsdorf von Wien aus mit Isaak Vollmacht Vollmer ist der zweite Gesandte des
  57. Kaisers geboren in einfachen Verhältnissen hat er durch Ehrgeiz Karriere am Wiener Hof gemacht der Jurist ist in der Endphase der
  58. Friedensverhandlungen der entscheidende Mann allmächtiger Gott das kann doch nicht dein Ernst sein
  59. sollen all unsere Bemühungen scheitern muss weil ich der kaiserlichen kann was soll ich denn jetzt sagen
  60. ich würde mich lächerlich machen er konnte diesen Brief nicht entschlüsseln hat in seiner Verzweiflung dann noch mal nach Wien geschrieben und hat darum
  61. gebeten dass er ein Schlüssel bekommt um diese Schreiben entziffern zu können ob der Friedenskongress überhaupt zustande kommt war lange Zeit ungewiss
  62. wie sollte man Katholiken und Protestanten zu gemeinsamen Verhandlungen bringen wie religiöse Auseinandersetzungen vermeiden
  63. die Verbündeten Großmächte Frankreich und Schweden bestanden darauf in Städten ihrer Konfession zu residieren die Schweden waren protestantisch die
  64. Franzosen Kathode schließlich einigte man sich auf zwei Städte die Schweden mit Hauptsitz in Osnabrück die Franzosen mit Hauptsitz in Münster das sind sehr
  65. sehr sehr viele Mächte dort also 14 europäische Mächte über 100 Reichsstände und derlei mehr das ist das Besondere aber dieses besondere der vielen
  66. Parteien die in Münster und Osnabrück und auch noch mal in beiden Städten einen besonderen Orten miteinander verhandeln dieses besondere hat
  67. natürlich auch damit zu tun dass der Krieg der vorangegangen war ein ganz besonderer Krieg war [Musik]
  68. um zu verstehen wie es zum 30-jährigen Krieg kam gehen wir an den Anfang zurück Böhmen 1618 eine regionales Ereignis in Prag wird zum Auslöser einer der großen
  69. Katastrophen der europäischen Geschichte [Musik]
  70. seit der Reformation geht ein Riss durch das Christentum zwischen Katholiken und Protestanten schweren Hass und Misstrauen besonders in Böhmen im Reich
  71. der katholischen Habsburger kommt es immer wieder zu Aufständen 1609 wird den protestantischen Böhmen zwar die freie Religionsausübung
  72. garantiert doch neun Jahre später macht Kaiser Ferdinand die Religionsfreiheit wieder rückgängig daraufhin dringend protestantische
  73. Adlige in die Prager Burg ein und werfen drei seine Beamten aus dem Fenster die Männer überleben den Prager Fenstersturz ein Misthaufen unter dem
  74. Fenster rettet sie doch der Kaiser will den Angriff auf seine Autorität nicht hinnehmen der Kampf um Glaube und macht nimmt seinen Lauf
  75. sobald erzwungener Konfessionswechsel ins Spiel kommt mobilisiere ich möglicherweise alle meine Reserven die ich noch habe um Widerstand dagegen zu
  76. leisten und das ist natürlich bei einem Krieg wie dem 30-jährigen Krieg wo diese ja letzten Endes Fragen der Heilsgewissheit eine Rolle spielen von
  77. ganz zentrale Bedeutung die Menschen in Europa führen in jener Zeit ihr Leben fernab der politischen
  78. Ränge die Bauern in Böhmen bestellen ihre Felder und können vom Ertrag gut leben nur wenige sind fanatische
  79. Religionsanhänger aber Sie fühlen sich vom katholischen Kaiser unterdrückt auch in der Ausübung ihres protestantischen Glaubens
  80. als ich mit dem Aufstand der adligen die Möglichkeit bietet für ihren Glauben und gegen die Katholiken ins Feld zu ziehen schließen sich viele dem böhmischen Heer
  81. an noch ahnen sie nicht was sie erwartet das Benediktinerkloster Maria zum Siegel erinnert als Wallfahrtsort an die erste
  82. große Schlacht des 30-jährigen Krieges es liegt am Weißen Berg der militärisch als unannehmbar galt tagelang hielt das böhmische Herd den
  83. Bergrücken besetzt die kaiserlich katholischen Truppen waren sich uneins ob sie den Angriff wagen sollten doch dann präsentierte ein Mönch Ihnen ein
  84. geschändetes Marienbildnis angeblich hätten die Protestanten der heiligen Maria die Augen ausgestochen [Musik]
  85. das ist der unmittelbare Moment vor dem Ausbruch der Schlacht und da betete dominikus der sicher mit voller Überzeugung so gehandelt hat weil er
  86. sowohl Prag vor der Plünderung bewahren wollte im Winter wie vor allem eben einfach den katholischen Glauben retten wollte dass er damit den 30-jährigen
  87. Krieg ausgelöst hat war ihn natürlich nicht klar man sagt zwar der fensterschutz war der Auslöser aber wirklich im großen Stil losgegangen es
  88. ist erst mit der Schlacht auf dem ganzen am 8 November 1620 greifen die kaiserlich katholischen Truppen die
  89. Böhmen an aufgebracht durch die Geschichte vom geschändeten Marienbild erstürmen sie unter der Führung von General Tilly den
  90. Weißen Berg in kürzester Zeit das böhmische Heer ist überrumpelt viele Soldaten Pflichten nach zwei Stunden ist die Schlacht vorbei der Kaiser
  91. verteidigt so seinen Anspruch auf die Krone Böhmens [Musik]
  92. die Schlacht war nicht das was sich dem hiesigen Volk so als Katastrophe eingeprägt hat sondern die Folgen der Schlacht wer nicht katholisch werden
  93. wollte musste das Land verlassen das war nachdem es vorher schon einmal Religionsfreiheit gegeben hatte eine besonders bittere Situation für das Land
  94. die ganze protestantische Oberschicht ist aus der Landes gegangen so dass nach der Schlacht auf dem Weißen Berg tatsächlich das Land ausgeblutet war
  95. finanziell und intellektuell also man konnte nicht absehen dass dieser böhmische Aufstand diese ein regionaler Konflikt dass das sich zu einem
  96. Flächenbrand entwickeln würde das war nicht vorhersehbar und so gewinnt diese ganze Geschichte dann eine große Eigentümer
  97. von Böhmen breitet sich der Krieg nach Westen aus aufgestachelt von fanatischen Predigern ziehen die Menschen in immer neue
  98. Schlachten hunderttausende werden obdachlos ganze Familien schließen sich den durchmarschierenden Heeren an in der Hoffnung auf Brot und Beute am Ende
  99. wartet auf viele der Tod 30 Jahre wert das Morden auf den Schlachtfeldern die militärische Lage hat sich dann für den Kaiser so dramatisch verschlechtet dass
  100. er denn wirklich ab 16 45 gar keine andere Wahl hatte als jetzt seinen besten Mann nach Münster und Osnabrück zu schicken damit er hier auch ernsthaft
  101. in friedensverhandlung Eintritt der Kaiser hat mir die Leitung der westfälischen Friedensverhandlungen übertragen
  102. und mich mit umfangreichen Vollmachten ausgestattet ich weiß dann Vertrauen zu schätzen
  103. der Kaiser sieht deutlicher als jemals so vor dass auf den Schlachtfeldern nichts zu gewinnen ist der Krieger das reichen einem verheerenden Maß ruiniert
  104. die kaiserlichen truppengeschwächt und die Mittel fast gänzlich aufgebraucht es mangelt am Geld Waffen in Männern und die Sehnsucht im Land nach Frieden
  105. ist groß das wird ein schwieriger Weg wir brauchen den Frieden unbedingt
  106. die Kutsche ist jetzt abfahrbereit Exzellenz [Musik]
  107. im österreichischen Staatsarchiv Lagern wertvolle Dokumente aus der Zeit des 30-jährigen Krieges Briefe Urkunden Vollmachten sie werden
  108. sorgsam restauriert auch ein kaiserliches Siegel aus dem Jahr 1645 wird hier vor dem Verfall bewahrt [Musik]
  109. Ferdinand Trautmannsdorf ist hier dem Erbe seines Vorfahren Maximilian von Trautmannsdorf ganz nah zusammen mit der Historikerin Lena ötze
  110. schaut er sich die originale Vollmacht des Kaisers an [Musik] Dokument ist fast 400 Jahre alter ja vom
  111. 4 Oktober 1645 in Linz ausgestellt in Linz und sehr repräsentativ wahnsinnig schön geschrieben das kann sogar ich lesen
  112. an Maximilian Trautmannsdorf haben wir halt ganz klar dass er der General bevollmächtigt ist dass der Kaiser hatte ja verschiedene Gesandte in Münster und
  113. in Osnabrück und er stand halt allen vor also das ist ein Schlüssel Dokument überhaupt noch die detaillierten Instruktion ist
  114. das Besondere antragmannsdorf hatte einfach einen größeren Handlungsspielraum also der normale Gesandte weil er eben ein so enges
  115. Vertrauensverhältnis mit dem Kaiser hatte also er war vorher schon Schlüsselfigur am Hof zum Kaiser wollte gegenüber
  116. Trautmannsdorf er ist auch als das Alter Ego des Kaisers bezeichnet worden wann kommt er denn nun der neue Gesandte und vor allem
  117. wie ob er die Franzosen überbieten kann der Doktor kam mit 100 Karin Wein aber es waren zweihundert Graf von Trautmannsdorf soll ein fähiger Diplomat
  118. sein er ist der geduldigste Mensch auf Erden er wird mit allen Parteien reden er soll weitreichende Vollmachten von ihm haben
  119. [Musik] was wird wohl seine Taktik sein sind ihnen die Forderungen der Schwedin
  120. [Musik] eine offizielle Eröffnung der Friedensverhandlungen in Münster und
  121. Osnabrück hat es nie gegeben niemand wusste wie solche Verhandlungen zu führen waren wer wann mit wem zu sprechen hatte die gesamten zogen nach
  122. und nach in die kongressstädte ein und legten dabei Wert darauf Eindruck zu machen es gibt kaum Darstellung von solchen Einzügen und die ist das einzige
  123. was den Einzug eines gesamten in die Stadt Münster zeigt man sieht sehr aufwendig dass viele Lakaien vorhanden sind die sozusagen die Kutsche begleiten
  124. auch vorne auf den Pferden teilweise sitzen und das ist eben ein Element eines typischen Einzugs eines gesamten in die Stadt wo die finden Verhandlungen
  125. dann eben stattfinden eine schöne Situation die man diese auf der einen Seite schönen Stadt sehen kann aber wie die Situation wirklich in der Stadt war
  126. die auch von den gesamten geschildert wird ist die Situation hier mit den Schweinen außerhalb der Stadt man weiß eben dass normalerweise die Schweine in
  127. der Stadt frei umliefen das heißt die Straßen in waren verkotet das war aber so der Normalfall jeder hielt sich seine Schweine also der Gestank in einer
  128. spätmittelalterlichen auch früher neuzeitlichen Stadt ist eben dann doch anders als man sich das teilweise so heute vorstellt mit gepflegten Straßen
  129. und schönen freien Plätzen es hat schon gestunken an allen möglichen Ecken für die Münsteraner waren die Einzüge der Gesandten kulturelle Highlights sie
  130. standen an den straßenspalier mit Pfeifen und Trommeln schauten aus den Fenstern und bewunderten die prächtigen Kutschen und Gewänder
  131. die Delegation wurden immer schon weit außerhalb der Stadt empfangen und je weiter außerhalb war sozusagen auch die Höhe des Rangs wieder daran ablesbar das
  132. ist ja heute auch noch im Bereich der Diplomatie dieses dieser Begriff des Entgegenkommens das ist also wirklich auch eine räumliche Form des
  133. Entgegenkommens Ende Oktober 1645 reist Maximilian von Trautmannsdorf nach Münster die
  134. Verhandlungen haben sich bislang noch nicht bewegt seine Fahrt durch ein zerstörtes Land führt ihm noch einmal vor Augen wie dringliches ist Frieden zu
  135. schließen aber er muss die unterschiedlichsten Interessen im Blick behalten diese Art der Verhandlungen ist auch für ihn bislang unbekannt eine noch
  136. nie da gewesene Situation Trautmannsdorf will kein Aufsehen erregen Prunk und POM sind nicht seine
  137. Sache deswegen plant er seine Ankunft bei Nacht insofern hat es durchaus etwas Überraschendes wenn Trautmannsdorf sich so zurücknimmt also man kann ja auch
  138. sagen dass eine gewisse Zurücknahme des Auftritts eine Form des Entgegenkommens ist die der anderen Seite signalisiert
  139. wir müssen nicht bis zum Äußersten in bestimmten Fragen verhandeln und uns streiten
  140. als kleines Dankeschön vorab ich konnte nichts dagegen tun Exzellenz diese Unsitte greift immer mehr um sich
  141. alle Parteien versuchen auf diese Art ihre Verhandlungsposition zu verbessern und alle neben mir etwas entweder von der einen oder von der anderen Partei ja
  142. manche nehmen von beiden ja das wird langsam zur Plage Schokolade Pfeffer
  143. Kaffee bekommt man in Münster nur schwer in Zukunft nehmen wir solche Geschenke nicht mehr an besondere Neuigkeiten Vorfälle man ist
  144. gespannt auf sie Exzellenz die Zeitungen im ganzen Land berichten über Ihr Kommen sie sind voller Hoffnungen auf Frieden und rätseln über ihre Strategie
  145. wissen Sie schon was neues über die Forderung der Franzosen sie halten sich bedeckt genau wie die Schweden ja die alten Kronen geben vor den Frieden zu
  146. wollen aber sie tun nichts dafür eine Verzögerung der Verhandlungen scheint ihnen ganz rechts zu sein sie hoffen weiterhin auf den
  147. Schlachtfeldern zu Segen und setzen damit den Kaiser unter Druck wir brauchen einen schnellen Frieden und wir bieten ihn dafür Land ist das
  148. vernünftig aber ja je länger der Krieg dauert desto mehr werden Sie fordern ich spreche heute noch mit den Franzosen besser dem katholischen Franzosen
  149. nachgeben als den protestantischen Schweden für Frankreich und Schweden war eigentlich eine Weiterführung oder eine
  150. lange Dauer des Krieges eher positiv weil je länger der Krieg eben dauerte desto mehr zu gewinnen konnten sie eben auch auf Kosten der Habsburger machen
  151. die Strategie als zunächst einmal zuzuwarten und zu schauen wie die andere Seite sich darstellt hat natürlich auch mit der Sorge zu tun
  152. Forderungen zu stellen die nicht hoch genug sind die deutlich unterhalb dessen bleiben was man durchsetzen könnte
  153. für Münster und Osnabrück ist der Friedenskongress eine große logistische Herausforderung Unterkünfte für die großen
  154. gesamtschaften zu finden für Sicherheit zu sorgen und die Verpflegung zu garantieren im Stadtarchiv Münster werden die Dokumente rund um die
  155. Friedensverhandlungen aufbewahrt die Stadt Münster und muss nun für diese Zeit einen anderen neuen Status kriegen das
  156. kann dann nur der Kaiser und die Stadt ist dann für die die Dauer des Kongresses zu einer neutralen Stadt erklärt worden und das erfordert
  157. natürlich eine Urkunde es ist eine papierurkunde immerhin mit einer schönen auszeichnungsschrift also schon sauber geschrieben und und mit der persönlichen
  158. Unterschrift und dem Siegel das hütet natürlich die Stadt Münster der Arzt höchst persönlich das ist ein wichtiges Dokument diese Neutralität ist
  159. schließt eigentlich auch ein dass alle diejenigen die die Stadt mit Lebensmittel beliefern auch freies Geleit haben und durchgelassen werden
  160. müssen das ist für so eine Stadt natürlich schon ausgesprochen wichtig dass Sie diese Versorgungssicherheit hat ich habe
  161. da auch eine Stelle gefunden es ist nämlich gar nicht so einfach es gibt keinen Posten für die gesellschaftschaften
  162. oder sonst irgendwas und eine schöne Eintrag habe ich gefunden der item als verliert danach also die letzte vergangene Fastenzeit die Herren
  163. Abgesandten sich beklagt dass keine Fische zu bekommen wären ne und deswegen bei den Herrn des Rats darum ange halten haben dass man einen Teich einen Teich
  164. mit Fischen von den Schützen Bruderschaften zu Warendorf Einkaufen solle und die tun das und geben dadurch
  165. das ist wirklich wirklich also 75 Taler dass man wenn man das hochrechnet würde man 75000 € sagen
  166. in den Wirtshäusern der beiden kongressstädte erfährt man Neuigkeiten aus ganz Europa fahrendes Volk mischt sich mit den
  167. Schreibern Sekretären und boten der gesamtschaften Bier und Wein fließen in rauen Mengen Münster und Osnabrück sind Oasen inmitten des Krieges
  168. Gasthäuser wie dieses sind bei den gesamten häufig die erste Anlaufstation gewesen von der man dann aus eine Quartiersuche Betrieb und oder wenn man
  169. nur für ein paar Tage von Osnabrück nach Münster kamen dann war das normale dass man eben in einem Gasthaus Abstieg es gibt eine ganze Reihe von Berichten dass
  170. die Verabreichung größer Mengen von Bier oder weinen auch durchaus einen verhandlungsmittel war dass man versuchte sozusagen die Gegenseite
  171. betrunken zu machen und ähm aus ihr Informationen herauszuholen die Bevölkerungszahl in den kongressstädten verdoppelt sich in
  172. wenigen Monaten in Münster von 10 auf 20.000 mit den ausländischen Delegationen kommen auch Musiker Gaukler Händler und Prostituierte in die Städte
  173. die Aussicht auf eine bezahlte Stellung in einer gesamtschaft lockt die Menschen von weit her an bei der Verteilung der vielen vielen
  174. Delegationen über die ganze Stadt hat man darauf geachtet dass sie angemessen adäquat untergebracht waren angemessene Unterkünfte für die Delegierten zu
  175. finden war immer sehr sehr schwierig natürlich hatte man hier in Münster eben nicht so die große hochherrschaftlichen Residenzen wie sie in anderen Städten
  176. zur Verfügung waren insgesamt ist das Leben in Münster deutlich teurer geworden die Lebensmittelpreise sind angezogen dafür kann aber auch
  177. großstädtisches Flair in die Stadt Dinge die man vorher vielleicht gar nicht so in Münster hatte oder die auch nicht im Angebot waren die französische
  178. Gesellschaft hat sich darum bemüht als eine der vornehmsten zu erscheinen und das ist dann eben auch eine Frage der Quantität der Zahl 40 Köche 80
  179. Leibgardisten ich war das ist schon dagegen konnten die kaiserlichen die eigentlich hören ich waren nichts entsprechendes entgegensetzen
  180. in der Westfälischen Provinz richten sich die französischen Gesandten so gut es geht ein Marie du doch Leon Herzog von long will ist der hauptgesandte der
  181. Franzosen der regierende Minister Frankreichs masara hat den weltgewandten Herzog 1645 nach Münster geschickt schon bald langweilig
  182. [Musik] das longwil seine 25 Jahre jüngere Frau an jennifiev eine geborene Prinzessin de Bourbon bei sich hat ist für die
  183. Münsteraner ein gesellschaftlicher Höhepunkt [Musik]
  184. sie will zurück nach Paris doch longwil will nur im Triumph an den französischen Hof zurückkehren bis dahin macht er seiner Frau das Leben
  185. in Münster so angenehm wie möglich mein Mann verbinde ich viel zu sehr
  186. danke von bankketten über mehrere Tage hinweg er wollte in Münster beeindrucken
  187. verteilt kostenlosen Wein was sie natürlich sehr beliebt macht er soll sogar einen Elefanten dorthin gebracht haben um die Herzogin von norwil Angelie
  188. Hefte zu unterhalten und abzulenken also ein typischer Tag eines Delegierten besteht zu mindestens 50% aus warten man
  189. wartet auf die Post wenn die Post gekommen ist muss sie innerhalb eines Tages beantwortet werden man nutzt die übrigen Zeit für Gespräche
  190. mit anderen Delegierten und wie liefen die Gespräche mit dem franzosenmäßig sie scheuen sich noch ihre territorialen Forderungen klar
  191. auszusprechen ich warte auf ihre Konkretisierung ich glaube nicht dass der dickste Laurier sich wirklich für die
  192. Verhandlungen interessiert aber den Münsteranern machte offensichtlich Spaß alle lieben seine Frau kaum einen Tag ohne eine Nachricht
  193. über sie ist die Post von man nehmen Sie die bitte mit
  194. Münster hinter dem Saustall wenn man vom Teufel spricht
  195. von den Franzosen in ihrem Brief legen die Franzosen endlich ihre wichtigsten Forderungen
  196. offen soll das ein Scherz sein und lachen kann ich darüber nicht Frankreich fühlte sich von den Habsburgern umklammert als von den
  197. spanischen Habsburgern und in österreichischen Habsburgern und wollte sich also aus dieser Umklammerung lösen und hat gleichzeitig auch nach Hegemonie
  198. in Europa gestrebt das würde das Ende der spanischen Straße bedeuten sie gehen aufs Ganze ich fürchte das ist erst der Anfang es geht in um die Zerschlagung
  199. der Habsburger Linien was sollen wir Ihnen antworten gar nichts wir starten ihn einen Besuch ab um Nachschub in ihre nördlichen Besitzungen die heutigen
  200. Niederlande und Belgien zu bringen mussten die Spanier den Seeweg nehmen doch die Route durch die Nordsee konnte von Franzosen und Briten blockiert
  201. werden beim Weg über das Mittelmeer mussten die Güter von Norditalien aus über Land transportiert werden durch den sogenannten spanischen Korridor der
  202. ebenfalls immer wieder von französischen Truppen blockiert und unterbrochen wurde spanische Straße berührte aber eben ganz massiv französisches Gebiet und
  203. reisgebiet und so erklärt sich eben auch dass diese spanische Straße massiv umstritten war
  204. die Kirche war zur Zeit der Friedensverhandlungen ein Ort des öffentlichen Lebens hier verkehrten die Gesandten genauso wie die einfachen
  205. Leute jede Gesandtschaft hatte ihren eigenen Geistlichen der auch Predigten hielt doch der Tonfall hatte sich geändert hatten die Prediger bei
  206. Kriegsbeginn zum Kampf aufgefordert so machten sie jetzt zum Frieden die Gottesdienste waren natürlich auch ein Treffpunkt der Delegierten wo es
  207. nicht um Inhalte ging sondern um die Form auch darum dass man zeigte dass man sich für den Frieden einsetzte die Gläubigen haben daraus Hoffnung
  208. geschöpft das ist nun endlich Frieden werden sollen und die gesamten haben geschimpft nicht mehr dass sie damit eigentlich von ihren eigenen Leuten
  209. unter Druck gesetzt werden [Musik] wir kommen welche Ehre Sie auf unsere begrüßen zu dürfen extern und der Volmar
  210. ich hätte sie doch von unserer königlichen Karosse abholen lassen denn ich gewusst hätte dass sie kommen danke ich laufe lieber und die Wege in Münster
  211. sind soweit hier nicht ich sehe haben sie sich ganz gut eingelebt stimmt dann wollen wir wenigstens so tun als seien wir in Paris das scheint in der
  212. hervorragend zu gelingen sie erwarten offensichtlich keinen schnellen Frieden wir verhindern ihn nicht der Frieden ist unser oberstes Ziel aus Versehen hinaus
  213. und sich darin bereichern will ist nur ein Schuft und es war auchi wir wollen uns an diesem wundervollen Abend doch nicht über Politik unterhalten
  214. Sie mit uns ich wollte mich nur persönlich von ihnen verabschieden sie wollen schon gehen also morgen nach Osnabrück zu Gesprächen mit den Schweden
  215. da ist bei uns ja leider keine Einigung gab glauben Sie wirklich wir würden uns mit ein paar kleine Ländereien und bist
  216. immer zufrieden geben wir wissen dass ihre vollmachtin vom Kaiser umfangreicher sind muss ich Sie leider enttäuschen das war unser erstes und
  217. letztes Angebot sie dürfen nicht gehen sie haben ja noch nicht mal getanzt dazu lasse ich mich gerne überreden
  218. Prinzessin wir haben schon so viel Gutes ich fürchte so werden sie nichts erreichen
  219. wieder sie noch mehr weiß einem solchen kongressspiel natürlich Befindlichkeiten und
  220. Eitelkeiten eine zentrale Rolle als ein individualpsychologisches Problem das verbindet sich mit dem
  221. politischen Problem wer ist eigentlich hier der erste und wer der zweite und wer der dritte das ist eine pendeldiplomatie würde man hier sagen
  222. dass treffen uns doch tatsächlich versucht mit den Franzosen erst einmal so weit zu kommen wie es geht er muss im Grunde immer zwischen diesen
  223. verhandlungsorten hin und her pendeln und versucht natürlich auch gewissermaßen diese beiden Verbündeten gegeneinander auszuspielen allerdings
  224. ist es durchaus ein Problem Frankreich und Schweden die haben sich gegenseitig also verpflichtet keine separat Frieden abzuschließen und auch eben alle
  225. Handlungsschritte gemeinsam durchzuführen die Schweden greifen erst 1630 in den Krieg ein sie sehen ihre Vorherrschaft
  226. über die Ostsee gefördert begleitet von einem heftigen Gewitter das damals als Zeichen Gottes gedeutet wurde erreicht der schwedische König
  227. Gustav Adolf mit seiner Flotte die deutsche Küste er sieht sich nicht als Eroberer sondern als Retter seines Landes und seiner protestantischen
  228. Glaubensbrüder [Musik] ihr abgesehen davon dass die Schweden in
  229. diesen Krieg vermutlich auch Eingreifen aus konfessioneller Solidarität für Gustav Adolf dürfte das eine Rolle gespielt
  230. haben verfolgen sie natürlich geopolitische Interessen und zentrale Imperativ eine Macht die ein Binnenmeer die Ostsee
  231. am beherrscht ist die Kontrolle der gegenüberliegenden Küste und das heißt Gustav Adolf Truppen landen auf der Insel Usedom für die Protestanten eine
  232. große Hoffnung mit dem Sieg ist Zug durch ganz Deutschland wächst der Hunger nach Macht um sie zu sichern verbindet sich Schweden mit Frankreich Frankreich
  233. unterstützt die schwedischen Truppen mit jährlich 400.000 Reichstalern der gemeinsame Feind sind die Habsburger
  234. da war Frankreich im Grunde jedes Bündnis jedes antihubsburgische bündnisrecht und selbst wenn es dann eben ein Bündnis mit einem Protestanten
  235. wie den Schweden war auch wir Schweden Wissen zu feiern wenn es kein [Musik]
  236. schwedentum ist und das haben die Katholiken erfunden [Musik]
  237. Graf Johann Ochsens diana ist der hauptgesandte der Schweden nach Osnabrück entsand von seinem Vater dem schwedischen Reichskanzler und Vormund
  238. der jungen Königin Christina von Schweden als wenig geeignet für seine Aufgabe arrogant unbeherrscht und mehr dem Wein
  239. zugetan als der Diplomatie was halten sie von Trautmannsdorf er trägt eine abscheuliche Perücke
  240. es sind fähiger Diplomat und ihm erscheint wirklich auf den Frieden aus wir auch Königin Christina will den Frieden unbedingt
  241. Johann Adler Salvius der zweite Gesandte soll im Auftrag der Königin den Frieden durchsetzen notfalls gegen ochsenianer die Königin ist noch zu jung der
  242. Reichskanzler trifft die politischen Entscheidungen Trautmannsdorf ist ihnen also bisher nicht entgegengekommen ich nehme an er
  243. will erst herausfinden ob er uns gegeneinander ausspielen kann und kann er
  244. stehen unsere Vereinbarung Frieden wird es nur geben wenn der Kaiser sich mit Frankreich um wie den einig genau so sehen wir das
  245. auch im Großen und Ganzen ist die Stabilität dieses Bündnisses dadurch begründet dass man gemeinsame Anti habsburgische Interessen hat bei den
  246. Schweden durchaus auch konfessionell bei den Franzosen allein machtpolitisch ausgelegt und Trautmannsdorf musste dann relativ schnell feststellen dass sie die
  247. beiden nicht gegeneinander ausspielen konnte die Nachtwächter die bis heute am Abend durch Osnabrück ziehen sorgten schon zu
  248. Zeiten der Friedensverhandlungen für Ruhe und Sicherheit in der Stadt [Musik]
  249. sagen von Sankt marie hat zehn geschlagen zehn geboren [Musik]
  250. ist zu Beginn des 30-jährigen Krieges eine bedeutende und unabhängige protestantische Handelsstadt [Musik]
  251. 1631 wird die Stadt von der kaiserlichen Armee monatelang belagert die Magdeburger weigern sich zu kapitulieren sie hoffen auf die Hilfe
  252. der Schweden angeblich sind Gustav Adolf Truppen bereits in der Nähe die Hoffnung wird ihnen zum Verhängnis am Morgen des 20 Mai stürmen die
  253. katholischen Truppen Magdeburg und eines der grausamsten Massaker des gesamten Krieges beginnt
  254. [Musik] die Spuren von Gewalt und Barbarei in 30-jährigen Krieg untersuchen heutige Archäologen mit modernsten Methoden
  255. Bettina Jungklaus und Sabine Eickhoff wollen anhand der menschlichen Überreste von Soldaten herausfinden wie die Männer gestorben sind
  256. [Musik] wir haben hier im zweiten Halswirbel das ist wie eine Gerade Schnittkante ja
  257. genau hier sieht man auch noch vorne so eine kleine Einkerbung möglicherweise durch einen Dolch einen Stich in die Kehle von vorne von vorne
  258. genau und dabei ist dieser kleine Knochenvorsprung abgesprengt worden kann das sein Gnadenstoß gewesen sein vielleicht dann sogar von einem
  259. Kameraden aus den eigenen vielleicht und daran ist er auf jeden Fall gestorben Söldner haben an allen Fronten ein hartes Los
  260. stundenlange Märsche durch verweist der Landschaften kaum Nahrung katastrophale hygienische Bedingungen Seuchen für ihre Entbehrungen und für ihren
  261. Hunger lassen Sie die Bevölkerung bluten je länger der Krieg dauert desto brutaler werden Sie viele kennen nichts anderes als den Krieg an den Szenen
  262. sieht man noch andere Sachen zum Beispiel kann man Hinweise auf die Ernährung bekommen wobei man sich natürlich immer fragt wo das Essen
  263. überhaupt hergekommen ist das waren ja nicht nur diese Menschen alleine sondern es gab ja noch den riesigen trotz und in diesem trostzogen die Frauen mit die
  264. Kinder gezogen markettenderinnen mit Priester sicherlich auch ein paar Ärzte also die werden vor Ort gewesen sein und das auch mit angesehen haben und
  265. sicherlich dann auch auf den Moment gewartet haben wo die Schlacht zu Ende ist weil dann begann in der Regel ja genau natürlich ganz normal zu dieser
  266. Zeit das wurde nicht geächtet insbesondere die Frauen waren dann immer sehr schnell vor Ort um den Toten auf sicherlich noch verletzten lebenden
  267. alles abzunehmen was der nicht mehr braucht und sie selber aber wirklich gut benötigen konnte der Krieg ernährt den Krieg für die
  268. seltener werden Städte und Dörfer zur selbstverständlichen Beute als Entschädigung für ausbleibenden sollt versorgen Sie sich selbst sie plündern
  269. und rauben schikanieren schenken und morgen [Musik] das Schlimmste an diesem Krieg des
  270. absolut furchtbare und verheerende an ihm waren das muss man wirklich immer wieder sagen waren ja nicht die großen Feldschlachten sondern das war dass die
  271. dass die dass die Fürstenhäuser riesige Armeen aufstellen aber nicht ernähren konnten und das heißt dass man diese dass diese Armeen sich ernährt haben
  272. indem man sie plündern ließ und diese Plünderungen das war das eigentlich was die die apokalyptische Ausmaß dieses Krieges bestimmt hat
  273. davon wird auch Magdeburg im mai 1631 mit voller Wucht getroffen die Söldner ziehen im Blutrausch durch die Straßen [Applaus]
  274. Frauen und Mädchen werden vergewaltigt Kinder aufgespießt und durch die Stadt getragen die Menschen flüchten in den Dom der
  275. schnell überfüllt ist 20.000 Einwohner werden ermordet Pest und Cholera fordern noch mehr Tote das Wort magdeburgisieren steht seitdem für
  276. die völlige Zerstörung und Auslöschung einer Stadt und ihre Bevölkerung von 35.000 Einwohnern sind nach dem Massaker noch 500 in der Stadt
  277. der Krieg steht für Gewalt für beispiellose Barbarei in manchen Gegenden sprechen Texte sogar von Kannibalismus es ist schwer zu sagen ob
  278. tatsächlich das Fleisch von Leichen gegessen wurde oder ob es sich um die rhetorische Anklage eines Krieges handelt der so grausam war dass er alle
  279. menschlichen Regungen ausgelöscht hat und wenn der Krieg zu lange dauert ist er kein Instrument der Politik mehr sondern
  280. spielt gewissermaßen nach seiner eigenen Logik und besteht im wesentlichen aus einer Gewalt des Militärs gegen Bauern und umgekehrt bei den Bauern natürlich
  281. die Überlegung wie können wir uns das Militärs erwehren so dass die sich teilweise auch bewaffnen und kleinere Gruppen von Soldaten niedermachen und
  282. töten was dann natürlich nach repressions Operation zur Folge hat und so weiter und so weiter
  283. noch etwas wäre nicht im Sinne meines Vaters er trifft die Entscheidung seitdem die Königin denken kann ihr Vater ist ein Weiser Staatsmann das gibt
  284. ihm aber nicht das Recht ihren Willen zu unterlaufen die Königin ist zwar jung aber ihre Entscheidungen sind wohl überlegt und vernünftig möchte das
  285. niemand warten ich fahre aus wie immer [Musik]
  286. er besaß sehr viel Erfahrung Salvius und ochsenszirner war dagegen eben eher ein Neuling ein diplomatischer und deswegen sind die beiden sich auch immer wieder
  287. ja sie sind immer wieder aneinandergeraten so dass wir tatsächlich das Problem haben dass diese schwedische Gesandtschaft einmal auf
  288. einer persönlichen Ebene und zum anderen auf einer politischen Ebene uneinig war seien Sie die Verspätung verzeihen sie exzellen aber Graf ochsensianer hat so
  289. seine Termine fährt er immer noch täglich mit der königlichen Karosse aus ja begleitet von 12 hellebardieren einem trossedeleuten und Lakaien bitte
  290. Exzellenz nun vielleicht finden wir in dieser kleineren Runde eher eine Lösung in der
  291. pommernfrage der Kaiser will also eine Teilung Pommerns ich weiß das schmerzt aber ganz voran
  292. abzutreten wäre wirklich zu viel verlangt und mir sind die Hände gebunden was hätten wir davon wenn wir uns mit
  293. der Hälfte Pommes begnügen wir kennen den Frieden ein gewaltiges Stück näher ihre Königin will doch den Frieden oder
  294. irre ich mich und der reiskanzler hat nach wie vor die Zügel in der Hand die Königin will den Frieden unbedingt aber der hat seinen Preis
  295. nun der Kaiser ist Ihnen in dieser Frage erstaunlich weit entgegengekommen und die Sache kann jederzeit wieder kippen
  296. ich habe es mir anders überlegt ich fahre heute nicht aus und sind die Herren sich in der Zwischenzeit einig geworden wir sind ein
  297. großes Stück weiter gekommen an uns sollte also der Frieden nicht scheitern an uns der Kaiser ist schuld am Aufschub des Friedens nicht wir Schweden wenn er
  298. will dass wir sein heiliges Römisches Reich nun verlassen dann soll er uns gefährlichst angemessen entschädigen der Kaiser hat angeboten uns die Hälfte
  299. Pommerns zu überlassen wir lehnen ihr Angebot ab das Geheimnis der Verhandlungen in
  300. Münster und Osnabrück ist auch dass im Verlaufe dieser Verhandlungen die Verhandler selber ihre Positionen klären und ochsensianer gegen
  301. salvios auch immer wieder gegenseitig ins Gehege kommen [Musik] bis heute wird in Münster an eine
  302. Tradition aus der Zeit der Friedensverhandlungen erinnert mit Blick über die Stadt warnten die Türmer vor Feuer und eindringenden Feinden die
  303. neutralen Städte Münster und Osnabrück wurden zwar während der Verhandlungen von äußeren Angriffen und Katastrophen verschont innerhalb der Stadt kam es
  304. aber manchmal zu Auseinandersetzungen und Schlägereien auch unter den Mitgliedern der gesellschaftschaften [Musik]
  305. die Franzosen haben ihre Maximalforderungen vollständig offengelegt und die gehen dem Kaiser entschieden zu
  306. weit vielleicht sollten wir die Sache doch auf dem Schlachtfeld klären nein das sollten wir
  307. nicht jedenfalls nicht mit mir eine militärische Lösung wird es nicht geben er verlasse ich vorher den Kongress Max von Trautmannsdorf musste mit dieser
  308. Herangehensweise dass er erst mit den Franzosen an der mit den Schweden spricht und die Reichsstände erstmal hinten anstellt natürlich der
  309. kaiserlichen Sichtweise Tribute Zeugen mein Plan ist es die Reichsstände zu vereinen und hinter uns zu versammeln nur zusammen habe
  310. überhaupt eine Chance gegen die überzogenen Forderungen der beiden Kronen anzukommen und die Frage ist doch ob die Reichsstände überhaupt zu Verein
  311. sind Protestanten streiten mit dem Katholiken die gemäßigten mit den radikalen wir müssen es versuchen in ihren rein informiert sich langsam
  312. Widerstand gegen die Forderung der beiden Kronen und den will ich nutzen zu den Reichsständen gehören geistliche und weltliche Kurfürsten Landesfürsten
  313. und reichstetter die wichtigsten Vertreter auf der katholischen Seite sind die Bischöfe von Köln Mainz und Trier so wie der Herzog von Bayern auf
  314. der protestantischen Seite die Kurfürsten der Pfalz Sachsens und Brandenburg die Protestanten entsenden ihre
  315. Delegierten nach Osnabrück die Katholiken nach Münster [Musik]
  316. protestantische Toms Hirn er ist einer der wichtigsten Vertreter der protestantischen Reichsstände wirklich hier sein
  317. wir müssen mit allen Parteien reden Vollmer bevor die Menschen im Reich verlieren der Kaiser wäre bestimmt nicht glücklich darüber
  318. das Haupt eines gerupften reichsadlers zu sein das ist tatsächlich so dass die Reichsstände massives Interesse daran hatten dass der Krieg schnell beendet
  319. wird also es ist natürlich eine Einsicht die dann erst wachsen musste [Musik] die rund 300 Reichsstände besitzen
  320. Stimme und sitzt im Reichstag zu Regensburg etwa ein Drittel von ihnen nimmt an den Verhandlungen in Münster und Osnabrück Teil die religiöse
  321. Spaltung geht quer durch ihre rein dazu kommen Spannungen innerhalb der Gruppierungen zwischen Vertretern der gemäßigten und radikalen Strömungen
  322. einige Reichsstände haben sich mit Schweden verbündet andere mit Frankreich [Musik]
  323. der Protestant Wolfgang Conrad von thumsjörn ist der gesamte von sachsen-Altenburg und Coburg an es weniger mächtigen fürstenhausers
  324. turmsjörn ist der wichtigste Vermittler zwischen den Ständen und spielt eine entscheidende Rolle in der letzten Phase des friedenskongresses
  325. [Musik] die reichstände wollen wissen wie mit ihnen nach dem Krieg umgegangen wird das betrifft Fragen der anästie die Klärung
  326. der weltlichen Güter und die Religionsfreiheit wenn wir die Klärung der Religionsfreiheit als Voraussetzung nehmen werden wir uns nie einig
  327. wir müssen die Fragen der Politik von der Religion trennen der gefährliche Zündstoff muss abgetrennt werden nur so haben wir
  328. überhaupt eine Chance auf Frieden und gegen die Forderung der beiden Kronen anzukommen im Gegenzug werden wir die Gleichheit zwischen den Konfessionen
  329. anerkennen sofern sie nicht die ablände des Kaisers betreffen wichtig ist dass wir uns einig sind der Krieg wird auf den Rücken der
  330. Menschen im Land ausgetragen wo sonst Kinder spielten und fleißige Menschen die Väter bestellten ist nichts mehr zu sehen als verbrannter Erde ein einziger
  331. Durchmarsch zerstört die Arbeit eines ganzen Jahres Kinder Wimmern verhungern und die Väter schließen sich den Mordbrenner ihren an
  332. der beste Schutz gegen Unterdrückung ist selbst zu unterdrücken ich werde verhandeln
  333. jetzt müssen wir noch Adolf Krebs für uns gewinnen er ist einer der wichtigsten Vertreter der katholischen Reichsstände
  334. man muss tatsächlich sagen dass die Reichsstände für alle Parteien von hohen Interesse waren weil diese reichstände tatsächlich auch
  335. ein großes Gewicht besaßen also jede Partei hat versucht die Reichsstände auf ihre Seite zu ziehen
  336. danke für diese audienzmiss Ion der Katholik Johann Adolf Krebs ist der gesamte des Kurfürsten Maximilian von
  337. Bayern mit Hilfe Maximilians haben die Habsburger schon viele Schlachten geschlagen und gewonnen doch Bayern ist mehrfach von Truppen überrollt worden
  338. und das Vertrauen zum Kaiser wird zunehmend schwächer ich nehme lieber nicht dafür kann ich mich nicht revanchieren kommen sie Krebs
  339. das müssen Sie nicht ich schenke einfach nur sehr gerne nun ja ich halte ohne hin nicht viel vom Widerstand gegen die französischen
  340. Forderungen er verzögert den Frieden nur und über Bayern ist unendlich viel Leid geworden unsere Truppen werden es auch nicht mehr zulassen ihr Wort in Gottes
  341. Ohr nach dem Schweden in den Krieg eingetreten war wurde Frankreich sein
  342. Verbündeter Frankreich sah sich von Spanien das mit dem Kaiser eine Allianz bildete im Süden und durch die Spanischen Niederlande im Norden und
  343. Osten umklammert in Lissabon tritt Frankreich aktiv in den Krieg ein [Musik] dort im heutigen Belgien trafen die
  344. französischen Truppen und das spanische Heer aufeinander Ort und Zeitpunkt waren überraschend für beide [Musik]
  345. die der spanischen Armee dienten über einer Mühe zu kommen und hier in den Obstwiesen zu lagern tatsächlich waren die Spanier bei Restaurant angekommen in
  346. der Hoffnung die Franzosen viel früher zu treffen Schlacht des 30-jährigen Krieges weil innerhalb von fünf Stunden zwischen 5000
  347. und 12.000 Männer getötet wurden am 20 Mai 1635 stehen sich 35.000 französische und 14.000 spanische
  348. Soldaten gegenüber durch neue Waffentechnik sind die Franzosen im Vorteil die Lunden schlossmuskete kann schneller schießen
  349. und Kanonen mit längerer Reichweite überraschen die Spanier die Franzosen Siegen in der Schlacht bei Lissabon
  350. michelle jardou hat rund um das Dorf zahlreiche Pistolen Kugeln Degen und Alltagsgegenstände gefunden in der Schule der Gemeinde hatte ein paar
  351. Vitrinen damit ausgestattet [Musik]
  352. Armin König baut Waffen aus dem 30-jährigen Krieg nach in Mars Material Gewicht und Funktion sind seine Replikate nahezu identisch
  353. im 30-jährigen Krieg sind sowohl mittelalterliche hieb- die Waffen sind anfänglich sehr schwer und kompliziert zu bedienen jedenfalls
  354. für die einfachen bauernsoldaten die militäre schmeißt ungeschult sind unter dem Schwedenkönig wird ein neuer musketentyp entwickelt die Waffen werden
  355. leichter man kann schneller laden und schießen während des 30-jährigen Kriegs gab es waffentechnisch eine große Entwicklung
  356. das war die Reduzierung des Gewichts der war die Voraussetzung damit während dieser Zeit die Waffen erleichtert werden konnten war die Verwendung von
  357. rollkugeln im Kampfgewicht hat der muskelt und die spucken dann eine Kugel praktisch aus dem Mund in dieses Rohr
  358. und ist Papier mitsamt der Kugel wird dann in den Lauf geschoben worden von dem Papier bleibt bei einer Pistolen hast oder die Mündung
  359. nach unten zeigt Sinn macht und hier vorne ist ein fachangefertigt gewesen und diese Papier Patronen in dieser Zeit wurden gerne als Kirchenbuch Seiten vom
  360. gegnerischen Kirchenbüchern gewickelt ja das war natürlich ein netter brauchen wir ungefähr vergleichen mit dem heutigen Koran verbrennen schickt den
  361. Gegner hat seine wertgeschätzten heiligen Bücher in Form von verdämmungsmaterial entgegen um zu zeigen wie man das ganze wertschätzt
  362. [Musik] doch nicht nur die neuen Waffen brachten den Menschen in Lissabon und den Tod
  363. kommen vor der Schlacht geflohen waren griff die Pest sehr schnell um sich denn die Toten der Schlacht wurden nicht begraben
  364. die Pest war bereits in der Region als die Bewohner von Restaurant drei Jahre später zurückkam
  365. sieben große groben wurden gegraben um die Toten zu bestatten hier ist ein Hügel in der Mitte der Mulde ich habe den Eindruck dass er
  366. eines der Gräber der Schlacht ist [Musik] Trautmannsdorf muss auf die
  367. territorialen Forderungen der Franzosen eingehen um zu einem Frieden zu kommen doch wenn Frankreich innerhalb des Reiches Land besitzt könnte es auch
  368. Einfluss auf die Reichspolitik des Kaisers nehmen und dessen Vormachtstellung gefährden das will der hauptgesandte unbedingt verhindern
  369. sie müssen doch was finden Vollmer irgendeine Lücke also noch mal durchgespielt wenn die Franzosen die Ländereien als
  370. reichslehnen erhalten dann könnten sie auch aktiv durch den Reichstag auf den Politik einwirken ja und theoretisch gäbe sogar die Möglichkeit dass der
  371. französische König sich zum kaiserkrönen lässt der spanische Gesandte pinaranda möchte sie sprechen dringend wir sind nicht da
  372. sagen sie wir sind auf dem Fest von long will da geht er niemals hin vielleicht sollten wir doch kurz mit ihm sprechen wozu wir wissen doch dass dagegen unsere
  373. Einigung mit den Franzosen ist soll er sich doch wieder beim Kaiser beschweren wir haben uns lang genug mit ihm rumgeschlagen jetzt ist er raus was ihr
  374. noch aber ich sie sehen doch dass wir nicht da sind raus ich wünschte wir könnten das mit den Franzosen genauso machen
  375. das ist es prima raus einfach raus mit Ihnen wir geben den Franzosen die Ländereien
  376. nicht als Reichslehen sie sollen sie ganz haben das ist die Lösung das soll dem Kaiser gefallen selbstverständlich
  377. wenn Frankreich lehns Herr würde dann hätte der französische König viel mehr Möglichkeiten das Reich zu beeinflussen wenn es aber sein souveränes Eigentum
  378. wird dann sind wir ihn los dann haben die Franzosen keinen Einfluss mehr auf unsere Reichspolitik und die Sorge das König Ludwig oder einer seiner
  379. Nachfolger an der kaiserwalter nimmt wer vom Tisch er könnte es genauso wenig wie der König von China aber die haben einen Kaiser
  380. ja sie wissen doch was ich meine natürlich ist es ein Verlust für Ferdinand den dritten aber damit wird
  381. sein Leben können ich wusste doch dass ihnen was einfällt jetzt müssen wir nur noch die Franzosen davon überzeugen
  382. die Franzosen lassen sich auf den Deal ein im September 1646 erzielt Trautmannsdorf eine vorläufige Einigung mit Frankreich
  383. [Musik] während sie sich amüsieren schließen die Franzosen Frieden mit dem Kaiser
  384. na und das ist doch noch sehen Sie was die Franzosen alles bekommen wie lange wird longwil wohl noch warten bis er den ganzen zustimmt
  385. er hat alles erreicht während wir auch noch die Hälfte Pommes verlieren die Franzosen ziehen ihre eigene Sache durch und am Ende stehen wir alleine im Krieg
  386. die Königin wird das nicht akzeptieren wo haben sie das her es kam anonym man würde uns doch nur unter Druck setzen selbst wenn wir müssen Trautmannsdorf
  387. entgegenkommen [Musik] im Februar 1647 gehen die schwedischen
  388. Gesandten auf trautmannsdorfs Angebot ein Schweden erklärt sich mit der Teilung Pommerns einverstanden
  389. das ist doch erfreulich wir müssen noch über das Verbot öffentlicher evangelischer Gottesdienste
  390. in den Habsburger erplanten reden ich schlage vor darüber verhandeln wir später darüber verhandeln wir gar nicht der Kaiser meint das wäre der erste
  391. Schritt zur Auslöschung des katholischen Glaubens das Verbot muss aufgehoben werden unsere protestantischen Glaubensbrüder sollen auch in den
  392. erdlanden ihre Religion frei leben können das ist die rote Linie des Kaisers der Kaiser würde lieber Zepter und Krone
  393. Leib und Leben verlieren als an diesem Verbot rütteln dazu könnte es leicht kommen
  394. es war durchaus so dass es hier eine rote Linie gab über die Trautmannsdorf nicht gehen sollte er hat aber nicht jeden verhandlungsschritt mit dem Kaiser
  395. abgestimmt unter anderem gerade in dieser spannenden Phase 1647 ist der bei den Zugeständnissen den Kunden an die Protestanten sehr weit gegangen und das
  396. war eben nicht immer alles abgestimmt trautmannsdorfs Arbeitseinsatz ist enorm er erstellt fünf Entwürfe der
  397. Friedensverträge die Trautmannsdorf Jana schläft über Monate kaum erkrankt schließlich sie sehen auch es ist ein langes Schreiben wo er dem Kaiser
  398. eigentlich seine Frustration über den Verhandlungsverlauf mitteilt woher also eigentlich ist es Rundumschlag er wirft den Franzosen vor
  399. friedensunwillig zu sein und den katholischen Glauben zu verraten er wirft den Schweden vor eigentlich
  400. das reicht zerstören zu wollen und die katholische Religion ist enttäuscht von den Ständen zwischen denen keine Einigung von Staaten geht sowohl von den
  401. katholischen als auch von den protestantischen die fünfte Fassung des Friedensvertrags
  402. einigen Anmerkungen noch ich überlasse sie ihnen die Schweden wollen sich nun erst mit den Franzosen abstimmen die eisstände lassen mit ihren Gutachten auf
  403. sich warten befriedet man die einen Schrauben die anderen ihre Forderung in die Höhe ich frage mich ob die Parteien überhaupt
  404. jemals zu befrieden sind vielleicht waren wir zu nachgiebig bin ein stolzer sein sollen
  405. die Frieden sind Würfe sind das Resultat unserer militärischen Misere der Kaiser ist das vollständig isoliert die Reichsstände wollen die
  406. regionsfreiheiten nun auch in den Habsburger Ländern durchsetzen dass aber ist die große Linie des Kaisers den Schritt tut er nicht ich habe alles
  407. versucht und sie sollen wissen dass seine Meinung in diesem Punkt nicht meine Meinung ist
  408. sie klingen ja wie kurz vor dem Scheitern der Kaiser hat mit dir Erlaubnis erteilt den Kongress verlassen zu dürfen wenn ich es für richtig halte
  409. das wäre ein harter Schlag für uns alle vielleicht kommt man dadurch zur Vernunft warum Trautmannsdorf im Juli 1647 abgereist
  410. ist das ist bis heute umstritten einmal sagt man das Trautmannsdorf mit dem verhandlungsfortschritten nicht zufrieden war der zweite Grund warum er
  411. eben abgereist ist oder die Vermutung warum abreißt ist das ist tatsächlich sein Gesundheitszustand also er war schon seit längerem krank
  412. und er hatte auch immer wieder den Kaiser gebeten ob er eben abreisen dürfe und er zögert das Tag und Tag raus Schleswig reist er dann doch ab es kommt
  413. dann ja erstmal zur Krise als er abreißt also es ist nicht so dass seine Abreise das perfekte Druckmittel gewesen wäre aber es ist Teil des diplomatischen
  414. Spiels ich übertrage Ihnen hiermit alle Vollmachten ich sage alle was sie brauchen ist in dieser Truhe
  415. wissen Sie was Wallenstein im Dezember 1631 also vor 16 Jahren dem Kaiser geschrieben hat zuletzt
  416. wenn die meisten Länder werden in Asche liegen wird man Frieden machen müssen [Musik]
  417. auch die Zeitungen der Zeit berichten über Trautmannsdorf Abreise eigentlich schienen fast alle Fragen geregelt der Frieden war schon zum Greifen nah
  418. Trautmannsdorf hatte alle seine Mittel ausgereizt um den Frieden zu erzwingen vielleicht war die Zeit noch nicht reif
  419. die Presse übernimmt eine aktive Rolle im Friedensprozess ihr Zentrum ist im 17 Jahrhundert das damals niederländische Antwerpen Peter Arnold Heuser erforscht
  420. den Einfluss der damaligen Publikationen die Werkstatt des Antwerpener Druckers Christoph plantar ist bis heute original erhalten das Fahrrad
  421. war in dieser Zeit die wichtigste im ganzen Welt ihr hatte 17 pressen 60 Leute sind total und die leiten die Arbeiten mit drei an einer Fresse und
  422. dann gab's fast immer Streit Mitten die Sex haben die dritte natürlich Schnelligkeit war sehr wichtig es darf keine Pause geben nein nein nein nein
  423. der Herrn Gutenberg Deutschland wirklich eine Kommunikationsrevolution die dadurch
  424. angeschlossen werden konnte gewissermaßen die Demokratie
  425. [Musik] die neue Drucktechnik ermöglicht es im Krieg über die postkutschenrouten innerhalb weniger Tage Nachrichten in
  426. ganz Europa zu verbreiten zunächst von den Schlachtfeldern nun vom Friedensprozess auch aus Regierungskreisen werden
  427. anonyme polemische Flugblätter verbreitet mit Propaganda gegen den Feind bald entwickeln sich regelrechte Flugschriften Krieger
  428. Bibliothekars deven von Impe erforscht die Presseerzeugnisse des 17 und 18 Jahrhunderts erstaunlich ist dass sich in den verschiedenen Ländern sehr
  429. ähnliche Auffassungen von neutraler Berichterstattung entwickelt haben was tatsächlich passiert das ist eine der frühesten Zeitungen die in Amsterdam
  430. gedruckt wurde 1619 es ist ein typisches Beispiel dafür wie die Zeitungen im 17 Jahrhundert überall in Europa aussahen der Teil mit den Artikeln hat einen
  431. Titel jeder Tag eine Datumszeile sie ist mehr oder weniger chronologisch geordnet die älteste Nachricht aus Rom vom 10 August ist oben und die aktuellste
  432. Nachricht ist unten diese Art der Präsentation die verlangt dem Leser ja ungeheuer viel ab also um
  433. eine politische Lage die dort berichtet wird zu verstehen muss er ja diese Nachrichten Schnipsel verbinden also es ist ein früh
  434. neuzeitlicher Nachrichtenticker das News der Zeitungsredakteur filtert die Nachrichten nicht er teilt nur mit was er hört der Leser muss herausfinden was
  435. er für wahr hält und was für Fake News in Deutschland ist die Reichsstadt Köln die sich selbst für neutral erklärt hat
  436. eine Hochburg der aufstrebenden Presse hatten früher Moritaten Sänger oder Theaterstücke die Nachrichten vom
  437. politischen Geschehen weitergetragen so waren es jetzt Zeitungen und Flugblätter dadurch erfahren immer mehr Menschen vom Kriegsgeschehen und auch von den
  438. Friedensverhandlungen das erhöht den Druck den Krieg endlich zu beenden die Zeitungen werden auch in Münster und Osnabrück gelesen
  439. wir können nicht alle Fragen jetzt sofort lösen zuerst geht es um den allgemeinen Frieden und den könnten hat geheime Treffen zwischen Protestanten
  440. und katholikenarrangiert er nimmt trautmannsdorfs Plan wieder auf die Reichsstände zu einem doch die Protestanten hegen Misstrauen gegen den
  441. Katholiken Krebs ien und Krebs sind die leitenden Figuren in der Endphase des westfälischen
  442. friedensieren war ein dezidierter Lutheraner also ausgesprochen lutherisch geprägt und Krebs eben also sehr stark katholisch geprägt das spielte aber mit
  443. Blick auf diesen Frieden nur eine nachgeordnete Rolle entscheidend war der Friedensschluss alles andere zählte tatsächlich in diesem Moment nicht ich
  444. bin nach wie vor kein Freund der Protestanten aber das fanatische Gebärden mancher Katholiken ist auch für mich nicht länger tragbar nur gemeinsam
  445. können wir unsere Ziele durchsetzen und die Katholiken brauchen den Frieden genauso dringend wie wir wir müssen einen dritten Weg gehen
  446. also katholische und protestantische Reichsstände vereinen sich tatsächlich zur dritten Partei diese dritte Partei ist äußerst spannend weil sie in der Tat
  447. nicht nur sich überkonfessionell organisiert hat sondern so eine große Machtposition in dieser Endphase der friedensverhandlung gewonnen hat dass
  448. man tatsächlich sich wundert dass das bisher ein noch nicht richtig erforscht worden ist
  449. die Nachricht vom Aufkommen der dritten Partei verbreitet sich gerüchteweise auch unter den Bericht erstatten die in Münster und Osnabrück lagern sie nähert
  450. die Hoffnung darauf dass eintreten könnte woran niemand mehr zu glauben wagt Frieden und so wird in Flugblättern und Zeitungen der Ruf nach einem
  451. Friedensschluss lauter und lauter nein darum geht es die Männer der dritten Partei zwingen die gesamten der Großmächte an einen Tisch sie ändern den
  452. verhandlungsmodus trennen religiöse Fragen von politischen entscheidend ist dass jede Streitfrage verbindlich geklärt ist bevor man zur nächsten
  453. übergeht sie stützen sich dabei auf trautmannsdorfs Vorarbeiten die Trautmannsdorf Jana diese dritte Partei ist die wollte den Frieden und hat im
  454. Grunde durch intensives verhandeln dann diesen Frieden herbeigeführt mit dem neuen verhandlungsmodus schaffen die gesamten es sich auf einen
  455. friedensentwurf zu einigen dies ist unser aller Letzt sollte der Kaiser diesem Entwurf
  456. nicht zustimmen werden sich die Reichsstände gegen ihn stellen und alleine Frieden schließen ihm würde die völlige Isolierung drohen
  457. jetzt liegt es im Kaiser die Zeit drängt ich werde mein bestes tun ganz dramatisch wird es dann tatsächlich so
  458. ab Mitte September 1648 also die letzten Wochen in denen der Frieden dann auch tatsächlich zu Ende gebracht werden sollte
  459. [Musik] in Wien legt Trautmannsdorf den neuen friedensentwurf aus Münster dem Kaiser
  460. vor und er wirkt seine Zustimmung die verschlüsselte Botschaft lässt er versehen mit dem kaiserlichen Siegel zurück zum Verhandlungsort bringen
  461. [Musik] dort wird der Bote sehnsüchtig erwartet von der Zustimmung des Kaisers hängt
  462. alles ab als dessen Gesandter Vollmer nichts von sich hören lässt werden die Vertreter der dritten Partei misstrauisch sie wittern falsches Spiel
  463. ja ihre exzellen wir wollen den kaiserlichen Brief sehen und zwar jetzt
  464. ist das sichere Quelle bekannt dass wir ihn schon haben aber woher nicht die feine Art ja doch lassen sie mich los
  465. [Musik] [Applaus]
  466. was soll das heißen ja genau das ist das Problem mir fehlt der Schlüssel noch aber ich arbeite dran mir ist egal wie sie das machen von mir
  467. ausleihen Sie sich den Schlüssel beim heiligen Petrus aus der kann ja sogar die himmelpforte öffnen also sicher auch verschlüsselte Briefe
  468. die dritte Partei setzt Vollmer ein letztes Ultimatum jeder hat natürlich nun geglaubt in Münster dass das eine Strategie sei um noch auf Zeit zu
  469. spielen und hier noch Zeit herauszuholen und Vollmer sah sich dann so unter Druck gesetzt dass er versucht hat dann den diesen Brief zu entschlüsseln
  470. Vollmer tüftelt Tag und Nacht ein Alleingang der dritten Partei wäre eine Katastrophe für den Kaiser und auch für ihn
  471. [Musik] Rheuma setzte sich dann hin und hat versucht diese Schiffe zu knacken und
  472. hier haben wir diesen Versuch wo Vollmer diesen schifferen Schlüssel hat und dass sie ist quasi sein notizze wo er
  473. das auseinanderbastelt und hier genau sind seine Zeichnung wo er einfach am Denken ein bisschen gekritzelt hat
  474. [Musik] ich hab's
  475. Friede soll sein
  476. [Musik] aus dem Staatsarchiv in Wien ist das friedensdokument für eine Ausstellung
  477. nach Münster gekommen wir wollen gerne diese Seite ausstellen weil dort die wichtigsten gesamten unterschrieben haben
  478. [Musik] der Kaiser und die Reichsstände schließen mit Frankreich und Schweden einen Vertrag der alle Parteien
  479. berücksichtigt er enthält über 300 Paragraphen bei denen jeder Satz hart umkämpft war er stellt die Konfessionen rechtlich gleich und ist die Grundlage
  480. des Religionsfriedens ohne Frage hat der 30-jährige Krieg bei den Zeitgenossen ein Trauma hinterlassen
  481. der Westfälische Frieden ist ein Bollwerk gegen die Barbarei man hat im Grunde gesagt dass ich Religionsfragen und Jungs
  482. Auseinandersetzung eben nicht lösen lassen die sind einfach nicht lösbar aber die Konfession müssen sowieso zusammen leben und dafür ist eben eine
  483. rechtlich politische Lösung entscheiden und das ist etwas was man vielleicht auch heute mitnehmen kann dass eben Religionsfragen oder die Wahrheitsfrage
  484. der Religion nicht einfach gelöst werden kann das kann ich entschieden werden aber das Zusammenleben kann rechtlich politisch geregelt werden vermutlich
  485. kann man aus den Verhandlungen in Münster und Osnabrück für heute lernen dass es nicht der gut will von ein paar älteren Männern also
  486. putinerbe waren und rohani ist die einen Frieden schaffen sondern das ist ein doch sehr langes Geschäft der Diplomatie ist
  487. am 24 oktober 1648 wird in Münster der Westfälische Frieden verkündet vor dem Fürstenhof warten die Menschen hochgespannt auf die Gesandten die
  488. Friedensverträge werden in voller Länge verlesen die gesamten unterschreiben der Reihe nach die Zeremonie dauert stundenlang um 21 Uhr läuten endlich die
  489. Kirchglocken 70 Kanonen an der Stadtmauer feuern je drei Mal salut der Friedensbote verkündet den Frieden im ganzen Land das größte Friedenswerk
  490. der Neuzeit beendet den 30-jährigen Krieg worüber man glaube ich nicht streiten kann ist das wenn es einen Menschen gibt
  491. von dem man sagen kann der hat ihn beendet dann war das Trautmannsdorf [Musik] Maximilian von Trautmannsdorf ist der
  492. Architekt des Friedens er stirbt zwei Jahre nach Unterzeichnung des Vertrages im Alter von 66 Jahren in Wien auf einem verwüsteten und zerstörten Kontinent der
  493. noch lange Jahrzehnte unter den Folgen des Krieges zu leiden hatte legte sein Werk das Fundament für ein geeintes Europa
  494. [Musik]

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