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Handelskalkulation - Schritt für Schritt (5): Die Differenzkalkulation

Bensch erklärt's - Wirtschaft einfach verstehen11:34 629 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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  1. Ja, hallo und herzlich willkommen zum fünften Teil meiner Videoreihe zur Handelskalkulation. Ihr habt schon einiges in den vorherigen
  2. Videos gelernt und in diesem Video geht's jetzt um die Differenzkalkulation. Und da ihr euch ja sicher die vorherigen
  3. Videos bereits angeschaut habt, wisst ihr auch schon, worum es geht, denn grundsätzlich möchte unser Unternehmer ja den Verkaufspreis seiner Ware
  4. kalkulieren. Und genau aus diesem Grund hat er ja bereits eine Vorwärtskalkulation durchgeführt. Die habe ich euch hier noch mal abgebildet.
  5. Und bei dieser Vorwärtskalkulation ging es ja grundsätzlich darum, dass er vom Listeneinkaufspreis zum Listenverkaufspreis kalkuliert, daher ja
  6. Vorwärtskalkulation. Und dann habt ihr ja auch schon gelernt, dass es dann auch noch die Möglichkeit gibt, dass der Unternehmer einen
  7. Verkaufspreis vorgegeben bekommt und dann muss er natürlich anders kalkulieren. Und auch diese Art der Kalkulation habt ihr schon in den
  8. vorherigen Videos gelernt. Diese Art der Kalkulation nennt man dann Rückwärtskalkulation. Das könnt ihr hier noch mal sehen.
  9. Anders als bei der Vorwärtskalkulation beginnt man hier mit dem Listenverkaufspreis und kalkuliert dann zum Einstandspreis. Und weil dieses
  10. Verständnis jetzt für die Differenzkalkulation wichtig ist, zeige ich euch das hier noch mal in der Gegenüberstellung. Bei der
  11. Vorwärtskalkulation geht's grundsätzlich darum, dass man den Listeneinkaufspreis vorgegeben bekommt. Man führt dann eine Bezugskalkulation und eine interne
  12. Kalkulation sowie eine Verkaufskalkulation durch und auf diese Weise ermittelt man dann den Listenverkaufspreis. Das ist dann der
  13. Preis, den der Unternehmer für die zu verkaufende Ware auf diese Weise kalkuliert hat. Und bei der Rückwärtskalkulation ist der
  14. Listenverkaufspreis vorgegeben, dass das Besondere im Gegensatz zur Vorwärtskalkulation und der Unternehmer führt die Kalkulation dann vom
  15. Listenverkaufspreis zum Listeneinkaufspreis durch. Und das Ziel dieser Rückwärtskalkulation ist es eben einen Einkaufspreis zu bestimmen, der
  16. maximal vom Lieferanten gefordert werden kann, um eben den von den Kunden geforderten Listen Verkaufspreis zu erreichen. In der Praxis kann sich jetzt
  17. für den Unternehmer jedoch ein Problem ergeben und zwar was ist eigentlich, wenn der Einstandspreis und der Verkaufspreis vorgegeben sind? Und das
  18. ist jetzt eben das Besondere bei der Differenzkalkulation. Achtet noch mal drauf, der Einstandspreis ist vorgegeben, den kann
  19. man also nicht verändern. Und genauso ist dann auch der Barkaufspreis vorgegeben. Auch der ist nicht mehr veränderbar. Und um jetzt nachvollziehen
  20. zu können, um was es hier genau geht, ist es jetzt wie immer wichtig, dass ihr erstmal die Begriffe versteht. Die habt ihr aber in den vorherigen Videos schon
  21. gelernt, denn ihr wisst, dass man auf den Einstandspreis die Handlungskosten aufschlägt und auf diese Weise die Selbstkosten ermittelt. Und dann wird
  22. auf diese Selbstkosten der Gewinn aufgeschlagen. Man erhält den Bar Verkaufspreis. Und jetzt habt ihr ja eben gesehen, dass das Besondere bei der
  23. Differenzkalkulation ist, dass der Einstandspreis vorgegeben ist. Wir nehmen an 11 € und auch der Barverkaufspreis ist vorgegeben. In
  24. meinem Beispiel soll der mal 10 € betragen. Und jetzt guckt euch mal dieses Beispiel an, dann erkennt ihr etwas Logisches, denn der Verkaufspreis
  25. muss natürlich immer höher sein als der Einstandspreis. Und das habe ich jetzt hier extra so einfach gemacht, denn wenn der Einstandspreis 11 € für die Ware
  26. beträgt, dann ist es ja logisch, dann kann der Unternehmer die Ware natürlich nicht für 10 € Bar Verkaufspreis verkaufen. Denn wenn ihr euch das Schema
  27. anschaut, erkennt ihr sofort, dann ist weder der Einstandspreis gedeckt. Die 10 € decken ja noch nicht mal die 11 € ab und dann sind auch keine Handlungskosten
  28. abgedeckt und es wird schon gar keinen Gewinn erwirtschaftet. Ich denke mir, das ist aber sehr logisch. Jetzt werden einige sagen, Moment mal, das stimmt
  29. aber nicht so ganz, da habt ihr dann auch wieder recht, denn in der Praxis kann es tatsächlich so sein, dass der Einstandspreis wertmäßig höher ist als
  30. der Bar Verkaufspreis. Das sind dann aber Sonderfälle, denn z.B. könnte der Unternehmer die Ware für 11 € einkaufen und für 10 € verkaufen, weil er das
  31. Produkt z.B. im Markt einführen möchte, denn dann ist das hier durchaus möglich, dass man weder Kostendeckung noch Gewinn mit dem Barverkaufspreis erzielen
  32. möchte. Und eine weitere Ausnahme, die kennt ihr wahrscheinlich auch, das ist dann bei Produkten der Fall, bei denen durch den Verkauf notwendige Nachkäufe
  33. durch den Kunden vorgenommen werden müssen. Typische Beispiele sind hier die Kaffeemaschine und die Kapseln, der Rasierer und die Klingen oder der
  34. Drucker und die Patronen. Das kennt ihr bestimmt auch. Das sind Güter, die meistens ohne Kostendeckung und ohne Gewinn verkauft werden, weil die Kunden
  35. dann eben zu Nachkäufen gezwungen werden sollen, mit denen die Unternehmen dann den Gewinn erzielen. Aber wie gesagt, das sind ja wie gesagt absatzpolitische
  36. Besonderheiten. Auf die gehen wir jetzt in diesem Video nicht ein. Es geht um einen sinnvollen Barverkaufspreis und da ist das nur mal so, der Barverkaufspreis
  37. darf nicht niedriger als der Einstandspreis sein. Und jetzt habt ihr schon gelernt, wie man eine Vorwärtskalkulation durchführt. Gehen
  38. wir also mal davon aus, der Einstandspreis ist 10 €. Wir haben 30% Handlungskostenzuschlag, macht 3 €. Wir ermitteln dadurch die Selbstkosten, die
  39. liegen bei 13 €. Und wenn man dann noch mit einem Gewinnaufschlag von 5% rechnet, das macht dann einen Gewinn von 65 Cent, dann kommt man zu einem
  40. Barverkaufspreis. von 13,65 €. Das habt ihr jetzt in den vorherigen Videos alles schon gelernt und ihr wisst hier Bescheid. Aber wie sieht die Sache jetzt
  41. eigentlich aus, wenn der Einschusspreis 10 € beträgt und der Barverkaufpreis 12 €? Dann haben wir ja erreicht, dass der Barverkaufspreis höher ist als der
  42. Einstandspreis. Wenn ihr euch die Übersicht aber mal anseht, erkennt ihr jetzt das Problem, denn fällt hier ein Gewinn an oder nicht? Und genau das ist
  43. ja das Problem bei der Differenzkalkulation. Achtet noch mal drauf. Da ist nämlich der Einstandspreis und der Barverkaufspreis bekannt und in
  44. meinem Beispiel sind sogar die Selbstkosten bekannt. Und wenn dann die Selbstkosten vorliegen, dann ist eben die Frage, wird unter diesen Bedingungen
  45. ein Gewinn erzielt? Und seht euch die Übersicht an, dann könnt ihr das erkennen. Man rechnet einmal vom Einstandspreis über die Selbstkosten und
  46. einmal von unten über den Barverkaufspreis. Und deswegen nennt man das ganze Differenzkalkulation, denn der Gewinn ergibt sich ja als Differenz. Und
  47. jetzt sieht das in meinem Beispiel natürlich sehr leicht aus, logischerweise, denn ihr solltet ja erstmal nachvollziehen, um was es geht.
  48. Jetzt zeige ich euch mal, wie das Ganze in der Praxis aussieht. Und dazu nehmen wir mal an, wir beziehen von einem Lieferanten eine Ware zu folgenden
  49. Konditionen. Der Listeneinkaufspreis der Ware soll 24 € pro Stück betragen. Der Lieferant gewährt uns einen Rabatt von 8 % und wir können ein Konto in Höhe von 3
  50. % nutzen und dann wissen wir noch, die Bezugskosten pro Stück betragen 1,38 €. Und jetzt wisst ihr ja sicher, was zu tun ist. Mit diesen Informationen führen
  51. wir jetzt erstmal eine Vorwärtskalkulation aus. Wir nehmen also den Listenpreis von 24 € ziehen den Rabatt 8 % ab und kommen zu einem
  52. Zieleinkaufspreis von 22,8 Cent. Dann berechnen wir auf diesen Warenwert den Lieferantenskonto von 3 % und erhalten dann einen Barreinkaufspreis von 21,24€
  53. und dann kalkulieren wir noch die Bezugskosten von 1,38 € drauf und dann erhalten wir einen Einstandspreis von 22,80 €. Jetzt nehmen wir mal an, der
  54. Unternehmer kalkuliert weiter mit einem Handlungskostenzuschlagsatz von 30% sodass wir dann in der Lage sind, die Selbstkosten zu ermitteln. Die betragen
  55. dann 29,64€ent. Und das habe ich jetzt deswegen so schnell gemacht, weil ihr das ja auch schon alles könnt. Das haben wir schon
  56. mehrere Male durchgerechnet und sicher kommt auch ihr selbst hier zu diesen Selbstkosten und das wäre sehr schön, dann habt ihr nämlich schon einiges
  57. gelernt. Dann schauen wir uns mal an, wie das mit der Aufgabe weitergeht. Die Ware wird nämlich jetzt zu folgenden Konditionen an Kunden verkauft. Und zwar
  58. haben wir einen Listenverkaufspreis von 33,47 Cent pro Stück, einen Kundenrabatt von 6 % und ein Kundenskonto von 2 %. Und
  59. jetzt wisst ihr wieder, was zu tun ist. Wir führen eine Rückwärtskalkulation durch. Wir beginnen mit dem Listenverkaufspreis 33,47€ent
  60. und ziehen dann davon den Kundenrabatt von 6 % ab. Auf diese Weise erhalten wir den Zielverkaufspreis in Höhe von 31,46€ und dann können wir ja als nächstes den
  61. Kundenskonto in Höhe von 2 % abziehen. Wir kommen zu einem Barverkaufspreis von 30,83€
  62. und wie man bei einer solchen Rückwärtskalkulation rechnet, das habt ihr ja auch schon in den vorherigen Videos gelernt. Das wird euch auch
  63. wieder leicht gefallen sein. Und jetzt seht ihr, warum ihr das alles gelernt habt. Denn als nächstes wird es euch jetzt auch leicht fallen, hier aus der
  64. Differenz der Selbstkosten und dem Bar Verkaufspreis die Höhe des Gewinns zu berechnen. Der Gewinn beträgt bei der Ware dann 1,19€.
  65. Und jetzt könnte man euch auch noch fragen, wie hoch ist denn dann der Gewinnzuschlag? Das ist ja wieder eine Prozentrechenaufgabe. Dann rechnet ihr
  66. den Gewinn von 1,19 € x 100 dividiert durch die Selbstkosten. Das ist nämlich die Basis, auf die man ja den Gewinn aufschlägt. Dann erhaltet ihr einen
  67. Gewinnzuschlagsatz von 4,01 %. Und das bedeutet, dass der Unternehmer unter den Bedingungen, dass der Listeneinkaufspreis sowie die
  68. Lieferantenbedingung und der Listenverkaufspreis sowie die Verkaufsbedingung vorgegeben sind, dann einen Gewinn mit der Ware in Höhe von
  69. rund 4% erzielen kann. Ja, und dann habt ihr hier auch schon eine Differenzkalkulation durchgeführt. Ihr habt verstanden, um was es geht. Und
  70. wenn ihr noch ein bisschen unsicher seid bei der Berechnung, dann findet ihr ja in mein Arbeitsmaterial, denn das wisst ihr, genügend Übungsaufgaben, um das
  71. selber einmal durchzurechnen. Doch wie immer bei meinen Videos zeige ich euch am Ende jetzt doch noch mal kurz, wofür man eine solche Differenzkalkulation in
  72. der Praxis eigentlich benötigt. In diesem Video habt ihr jetzt gelernt, dass wir unter den Bedingungen, die hier vorgegeben waren, einen Gewinnzuschlag
  73. von 4% ermittelt haben. Und das bedeutet dann, mit jeder verkauften Ware erzielt das Unternehmen hier 4% Gewinn der Selbstkosten. Das Besondere bei der
  74. Differenzkalkulation, ich hoffe ihr erinnert euch noch, ist jetzt aber, dass sowohl der Einstandspreis als auch der Barverkaufspreisjahr vorgegeben sind.
  75. Und das bedeutet dann in der Praxis, auf diese beiden Preise kann man als Unternehmer keinen Einfluss mehr nehmen. Und da der Gewinn in unserem Beispiel 4%
  76. auch die Rendite des Unternehmens ist, die mit der Ware erzielt werden kann, könnte sich in der Praxis jetzt das Problem ergeben, dass dieser
  77. Gewinnzuschlag 4% in der Praxis zu niedrig ist. Und wenn ihr euch jetzt die Kalkulation mal genauer anseht, dann gibt's für den Unternehmer nur noch eine
  78. Möglichkeit, Einfluss auf die Gewinnhöhe zu nehmen und das sind dann die Handlungskosten. Und darauf habe ich euch ja auch schon in den vorherigen
  79. Videos hingewiesen. Bei den Handlungskosten gibt's nämlich einige Besonderheiten, z.B. das Thema fixe und variable Kosten, aber die Unterschiede
  80. zu fixen und Variablen Kosten erkläre ich euch wie gesagt in einem gesonderten Video. Wenn euch das interessiert, dann schaut euch doch bitte das entsprechende
  81. Video in meinem Kanal dazu an, denn in diesem Video ging es ja in erster Linie darum, dass ihr sicherer bei der Differenzkalkulation werdet. Ja, und
  82. dann haben wir das ja auch schon geschafft. Ich danke euch für eure Aufmerksamkeit, dass ihr euch das Video bis zu Ende angeschaut habt und im
  83. nächsten Video gibt's dann noch einen Teil zur Kalkulation. Da geht's dann um den Kalkulationszuschlag und die Handelsspanne. Wenn euch das
  84. interessiert, freue ich mich, wenn wir uns im nächsten Video wiedersehen. Und zum Schluss noch kurz der Hinweis: Wenn ihr Material benötigt zum Üben und wenn
  85. ihr gerne Lernübersichten hättet, um euch das Ganze beim Lernen zu erleichtern, dann wisst ihr ja, ihr könnt bei mir Material anfordern. Da
  86. erhaltet ihr Lernübersichten und Übungsaufgaben mit kommentierten Lösung, denn Lernen bedeutet ja auch es selber mal auszuprobieren. Da könnt ihr dann
  87. kontrollieren, ob ihr wirklich alles verstanden habt. Okay, dann freue ich mich, wenn wir uns im nächsten Video wiedersehen. Macht's gut, bis dann.
  88. Tschüss. [musik]

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