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Handelskalkulation - Schritt für Schritt (5): Die Differenzkalkulation
Das Wichtigste aus dem Video
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Transkriptautomatisch erstellt · 88 Zeilen
- Ja, hallo und herzlich willkommen zum fünften Teil meiner Videoreihe zur Handelskalkulation. Ihr habt schon einiges in den vorherigen
- Videos gelernt und in diesem Video geht's jetzt um die Differenzkalkulation. Und da ihr euch ja sicher die vorherigen
- Videos bereits angeschaut habt, wisst ihr auch schon, worum es geht, denn grundsätzlich möchte unser Unternehmer ja den Verkaufspreis seiner Ware
- kalkulieren. Und genau aus diesem Grund hat er ja bereits eine Vorwärtskalkulation durchgeführt. Die habe ich euch hier noch mal abgebildet.
- Und bei dieser Vorwärtskalkulation ging es ja grundsätzlich darum, dass er vom Listeneinkaufspreis zum Listenverkaufspreis kalkuliert, daher ja
- Vorwärtskalkulation. Und dann habt ihr ja auch schon gelernt, dass es dann auch noch die Möglichkeit gibt, dass der Unternehmer einen
- Verkaufspreis vorgegeben bekommt und dann muss er natürlich anders kalkulieren. Und auch diese Art der Kalkulation habt ihr schon in den
- vorherigen Videos gelernt. Diese Art der Kalkulation nennt man dann Rückwärtskalkulation. Das könnt ihr hier noch mal sehen.
- Anders als bei der Vorwärtskalkulation beginnt man hier mit dem Listenverkaufspreis und kalkuliert dann zum Einstandspreis. Und weil dieses
- Verständnis jetzt für die Differenzkalkulation wichtig ist, zeige ich euch das hier noch mal in der Gegenüberstellung. Bei der
- Vorwärtskalkulation geht's grundsätzlich darum, dass man den Listeneinkaufspreis vorgegeben bekommt. Man führt dann eine Bezugskalkulation und eine interne
- Kalkulation sowie eine Verkaufskalkulation durch und auf diese Weise ermittelt man dann den Listenverkaufspreis. Das ist dann der
- Preis, den der Unternehmer für die zu verkaufende Ware auf diese Weise kalkuliert hat. Und bei der Rückwärtskalkulation ist der
- Listenverkaufspreis vorgegeben, dass das Besondere im Gegensatz zur Vorwärtskalkulation und der Unternehmer führt die Kalkulation dann vom
- Listenverkaufspreis zum Listeneinkaufspreis durch. Und das Ziel dieser Rückwärtskalkulation ist es eben einen Einkaufspreis zu bestimmen, der
- maximal vom Lieferanten gefordert werden kann, um eben den von den Kunden geforderten Listen Verkaufspreis zu erreichen. In der Praxis kann sich jetzt
- für den Unternehmer jedoch ein Problem ergeben und zwar was ist eigentlich, wenn der Einstandspreis und der Verkaufspreis vorgegeben sind? Und das
- ist jetzt eben das Besondere bei der Differenzkalkulation. Achtet noch mal drauf, der Einstandspreis ist vorgegeben, den kann
- man also nicht verändern. Und genauso ist dann auch der Barkaufspreis vorgegeben. Auch der ist nicht mehr veränderbar. Und um jetzt nachvollziehen
- zu können, um was es hier genau geht, ist es jetzt wie immer wichtig, dass ihr erstmal die Begriffe versteht. Die habt ihr aber in den vorherigen Videos schon
- gelernt, denn ihr wisst, dass man auf den Einstandspreis die Handlungskosten aufschlägt und auf diese Weise die Selbstkosten ermittelt. Und dann wird
- auf diese Selbstkosten der Gewinn aufgeschlagen. Man erhält den Bar Verkaufspreis. Und jetzt habt ihr ja eben gesehen, dass das Besondere bei der
- Differenzkalkulation ist, dass der Einstandspreis vorgegeben ist. Wir nehmen an 11 € und auch der Barverkaufspreis ist vorgegeben. In
- meinem Beispiel soll der mal 10 € betragen. Und jetzt guckt euch mal dieses Beispiel an, dann erkennt ihr etwas Logisches, denn der Verkaufspreis
- muss natürlich immer höher sein als der Einstandspreis. Und das habe ich jetzt hier extra so einfach gemacht, denn wenn der Einstandspreis 11 € für die Ware
- beträgt, dann ist es ja logisch, dann kann der Unternehmer die Ware natürlich nicht für 10 € Bar Verkaufspreis verkaufen. Denn wenn ihr euch das Schema
- anschaut, erkennt ihr sofort, dann ist weder der Einstandspreis gedeckt. Die 10 € decken ja noch nicht mal die 11 € ab und dann sind auch keine Handlungskosten
- abgedeckt und es wird schon gar keinen Gewinn erwirtschaftet. Ich denke mir, das ist aber sehr logisch. Jetzt werden einige sagen, Moment mal, das stimmt
- aber nicht so ganz, da habt ihr dann auch wieder recht, denn in der Praxis kann es tatsächlich so sein, dass der Einstandspreis wertmäßig höher ist als
- der Bar Verkaufspreis. Das sind dann aber Sonderfälle, denn z.B. könnte der Unternehmer die Ware für 11 € einkaufen und für 10 € verkaufen, weil er das
- Produkt z.B. im Markt einführen möchte, denn dann ist das hier durchaus möglich, dass man weder Kostendeckung noch Gewinn mit dem Barverkaufspreis erzielen
- möchte. Und eine weitere Ausnahme, die kennt ihr wahrscheinlich auch, das ist dann bei Produkten der Fall, bei denen durch den Verkauf notwendige Nachkäufe
- durch den Kunden vorgenommen werden müssen. Typische Beispiele sind hier die Kaffeemaschine und die Kapseln, der Rasierer und die Klingen oder der
- Drucker und die Patronen. Das kennt ihr bestimmt auch. Das sind Güter, die meistens ohne Kostendeckung und ohne Gewinn verkauft werden, weil die Kunden
- dann eben zu Nachkäufen gezwungen werden sollen, mit denen die Unternehmen dann den Gewinn erzielen. Aber wie gesagt, das sind ja wie gesagt absatzpolitische
- Besonderheiten. Auf die gehen wir jetzt in diesem Video nicht ein. Es geht um einen sinnvollen Barverkaufspreis und da ist das nur mal so, der Barverkaufspreis
- darf nicht niedriger als der Einstandspreis sein. Und jetzt habt ihr schon gelernt, wie man eine Vorwärtskalkulation durchführt. Gehen
- wir also mal davon aus, der Einstandspreis ist 10 €. Wir haben 30% Handlungskostenzuschlag, macht 3 €. Wir ermitteln dadurch die Selbstkosten, die
- liegen bei 13 €. Und wenn man dann noch mit einem Gewinnaufschlag von 5% rechnet, das macht dann einen Gewinn von 65 Cent, dann kommt man zu einem
- Barverkaufspreis. von 13,65 €. Das habt ihr jetzt in den vorherigen Videos alles schon gelernt und ihr wisst hier Bescheid. Aber wie sieht die Sache jetzt
- eigentlich aus, wenn der Einschusspreis 10 € beträgt und der Barverkaufpreis 12 €? Dann haben wir ja erreicht, dass der Barverkaufspreis höher ist als der
- Einstandspreis. Wenn ihr euch die Übersicht aber mal anseht, erkennt ihr jetzt das Problem, denn fällt hier ein Gewinn an oder nicht? Und genau das ist
- ja das Problem bei der Differenzkalkulation. Achtet noch mal drauf. Da ist nämlich der Einstandspreis und der Barverkaufspreis bekannt und in
- meinem Beispiel sind sogar die Selbstkosten bekannt. Und wenn dann die Selbstkosten vorliegen, dann ist eben die Frage, wird unter diesen Bedingungen
- ein Gewinn erzielt? Und seht euch die Übersicht an, dann könnt ihr das erkennen. Man rechnet einmal vom Einstandspreis über die Selbstkosten und
- einmal von unten über den Barverkaufspreis. Und deswegen nennt man das ganze Differenzkalkulation, denn der Gewinn ergibt sich ja als Differenz. Und
- jetzt sieht das in meinem Beispiel natürlich sehr leicht aus, logischerweise, denn ihr solltet ja erstmal nachvollziehen, um was es geht.
- Jetzt zeige ich euch mal, wie das Ganze in der Praxis aussieht. Und dazu nehmen wir mal an, wir beziehen von einem Lieferanten eine Ware zu folgenden
- Konditionen. Der Listeneinkaufspreis der Ware soll 24 € pro Stück betragen. Der Lieferant gewährt uns einen Rabatt von 8 % und wir können ein Konto in Höhe von 3
- % nutzen und dann wissen wir noch, die Bezugskosten pro Stück betragen 1,38 €. Und jetzt wisst ihr ja sicher, was zu tun ist. Mit diesen Informationen führen
- wir jetzt erstmal eine Vorwärtskalkulation aus. Wir nehmen also den Listenpreis von 24 € ziehen den Rabatt 8 % ab und kommen zu einem
- Zieleinkaufspreis von 22,8 Cent. Dann berechnen wir auf diesen Warenwert den Lieferantenskonto von 3 % und erhalten dann einen Barreinkaufspreis von 21,24€
- und dann kalkulieren wir noch die Bezugskosten von 1,38 € drauf und dann erhalten wir einen Einstandspreis von 22,80 €. Jetzt nehmen wir mal an, der
- Unternehmer kalkuliert weiter mit einem Handlungskostenzuschlagsatz von 30% sodass wir dann in der Lage sind, die Selbstkosten zu ermitteln. Die betragen
- dann 29,64€ent. Und das habe ich jetzt deswegen so schnell gemacht, weil ihr das ja auch schon alles könnt. Das haben wir schon
- mehrere Male durchgerechnet und sicher kommt auch ihr selbst hier zu diesen Selbstkosten und das wäre sehr schön, dann habt ihr nämlich schon einiges
- gelernt. Dann schauen wir uns mal an, wie das mit der Aufgabe weitergeht. Die Ware wird nämlich jetzt zu folgenden Konditionen an Kunden verkauft. Und zwar
- haben wir einen Listenverkaufspreis von 33,47 Cent pro Stück, einen Kundenrabatt von 6 % und ein Kundenskonto von 2 %. Und
- jetzt wisst ihr wieder, was zu tun ist. Wir führen eine Rückwärtskalkulation durch. Wir beginnen mit dem Listenverkaufspreis 33,47€ent
- und ziehen dann davon den Kundenrabatt von 6 % ab. Auf diese Weise erhalten wir den Zielverkaufspreis in Höhe von 31,46€ und dann können wir ja als nächstes den
- Kundenskonto in Höhe von 2 % abziehen. Wir kommen zu einem Barverkaufspreis von 30,83€
- und wie man bei einer solchen Rückwärtskalkulation rechnet, das habt ihr ja auch schon in den vorherigen Videos gelernt. Das wird euch auch
- wieder leicht gefallen sein. Und jetzt seht ihr, warum ihr das alles gelernt habt. Denn als nächstes wird es euch jetzt auch leicht fallen, hier aus der
- Differenz der Selbstkosten und dem Bar Verkaufspreis die Höhe des Gewinns zu berechnen. Der Gewinn beträgt bei der Ware dann 1,19€.
- Und jetzt könnte man euch auch noch fragen, wie hoch ist denn dann der Gewinnzuschlag? Das ist ja wieder eine Prozentrechenaufgabe. Dann rechnet ihr
- den Gewinn von 1,19 € x 100 dividiert durch die Selbstkosten. Das ist nämlich die Basis, auf die man ja den Gewinn aufschlägt. Dann erhaltet ihr einen
- Gewinnzuschlagsatz von 4,01 %. Und das bedeutet, dass der Unternehmer unter den Bedingungen, dass der Listeneinkaufspreis sowie die
- Lieferantenbedingung und der Listenverkaufspreis sowie die Verkaufsbedingung vorgegeben sind, dann einen Gewinn mit der Ware in Höhe von
- rund 4% erzielen kann. Ja, und dann habt ihr hier auch schon eine Differenzkalkulation durchgeführt. Ihr habt verstanden, um was es geht. Und
- wenn ihr noch ein bisschen unsicher seid bei der Berechnung, dann findet ihr ja in mein Arbeitsmaterial, denn das wisst ihr, genügend Übungsaufgaben, um das
- selber einmal durchzurechnen. Doch wie immer bei meinen Videos zeige ich euch am Ende jetzt doch noch mal kurz, wofür man eine solche Differenzkalkulation in
- der Praxis eigentlich benötigt. In diesem Video habt ihr jetzt gelernt, dass wir unter den Bedingungen, die hier vorgegeben waren, einen Gewinnzuschlag
- von 4% ermittelt haben. Und das bedeutet dann, mit jeder verkauften Ware erzielt das Unternehmen hier 4% Gewinn der Selbstkosten. Das Besondere bei der
- Differenzkalkulation, ich hoffe ihr erinnert euch noch, ist jetzt aber, dass sowohl der Einstandspreis als auch der Barverkaufspreisjahr vorgegeben sind.
- Und das bedeutet dann in der Praxis, auf diese beiden Preise kann man als Unternehmer keinen Einfluss mehr nehmen. Und da der Gewinn in unserem Beispiel 4%
- auch die Rendite des Unternehmens ist, die mit der Ware erzielt werden kann, könnte sich in der Praxis jetzt das Problem ergeben, dass dieser
- Gewinnzuschlag 4% in der Praxis zu niedrig ist. Und wenn ihr euch jetzt die Kalkulation mal genauer anseht, dann gibt's für den Unternehmer nur noch eine
- Möglichkeit, Einfluss auf die Gewinnhöhe zu nehmen und das sind dann die Handlungskosten. Und darauf habe ich euch ja auch schon in den vorherigen
- Videos hingewiesen. Bei den Handlungskosten gibt's nämlich einige Besonderheiten, z.B. das Thema fixe und variable Kosten, aber die Unterschiede
- zu fixen und Variablen Kosten erkläre ich euch wie gesagt in einem gesonderten Video. Wenn euch das interessiert, dann schaut euch doch bitte das entsprechende
- Video in meinem Kanal dazu an, denn in diesem Video ging es ja in erster Linie darum, dass ihr sicherer bei der Differenzkalkulation werdet. Ja, und
- dann haben wir das ja auch schon geschafft. Ich danke euch für eure Aufmerksamkeit, dass ihr euch das Video bis zu Ende angeschaut habt und im
- nächsten Video gibt's dann noch einen Teil zur Kalkulation. Da geht's dann um den Kalkulationszuschlag und die Handelsspanne. Wenn euch das
- interessiert, freue ich mich, wenn wir uns im nächsten Video wiedersehen. Und zum Schluss noch kurz der Hinweis: Wenn ihr Material benötigt zum Üben und wenn
- ihr gerne Lernübersichten hättet, um euch das Ganze beim Lernen zu erleichtern, dann wisst ihr ja, ihr könnt bei mir Material anfordern. Da
- erhaltet ihr Lernübersichten und Übungsaufgaben mit kommentierten Lösung, denn Lernen bedeutet ja auch es selber mal auszuprobieren. Da könnt ihr dann
- kontrollieren, ob ihr wirklich alles verstanden habt. Okay, dann freue ich mich, wenn wir uns im nächsten Video wiedersehen. Macht's gut, bis dann.
- Tschüss. [musik]
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