Handelskalkulation - Schritt für Schritt (5): Die Differenzkalkulation Bensch erklärt's - Wirtschaft einfach verstehen https://www.youtube.com/watch?v=h-QakMXorN4 Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Ja, hallo und herzlich willkommen zum fünften Teil meiner Videoreihe zur Handelskalkulation. Ihr habt schon einiges in den vorherigen 0:07 Videos gelernt und in diesem Video geht's jetzt um die Differenzkalkulation. Und da ihr euch ja sicher die vorherigen 0:13 Videos bereits angeschaut habt, wisst ihr auch schon, worum es geht, denn grundsätzlich möchte unser Unternehmer ja den Verkaufspreis seiner Ware 0:20 kalkulieren. Und genau aus diesem Grund hat er ja bereits eine Vorwärtskalkulation durchgeführt. Die habe ich euch hier noch mal abgebildet. 0:27 Und bei dieser Vorwärtskalkulation ging es ja grundsätzlich darum, dass er vom Listeneinkaufspreis zum Listenverkaufspreis kalkuliert, daher ja 0:35 Vorwärtskalkulation. Und dann habt ihr ja auch schon gelernt, dass es dann auch noch die Möglichkeit gibt, dass der Unternehmer einen 0:42 Verkaufspreis vorgegeben bekommt und dann muss er natürlich anders kalkulieren. Und auch diese Art der Kalkulation habt ihr schon in den 0:49 vorherigen Videos gelernt. Diese Art der Kalkulation nennt man dann Rückwärtskalkulation. Das könnt ihr hier noch mal sehen. 0:55 Anders als bei der Vorwärtskalkulation beginnt man hier mit dem Listenverkaufspreis und kalkuliert dann zum Einstandspreis. Und weil dieses 1:03 Verständnis jetzt für die Differenzkalkulation wichtig ist, zeige ich euch das hier noch mal in der Gegenüberstellung. Bei der 1:09 Vorwärtskalkulation geht's grundsätzlich darum, dass man den Listeneinkaufspreis vorgegeben bekommt. Man führt dann eine Bezugskalkulation und eine interne 1:17 Kalkulation sowie eine Verkaufskalkulation durch und auf diese Weise ermittelt man dann den Listenverkaufspreis. Das ist dann der 1:24 Preis, den der Unternehmer für die zu verkaufende Ware auf diese Weise kalkuliert hat. Und bei der Rückwärtskalkulation ist der 1:31 Listenverkaufspreis vorgegeben, dass das Besondere im Gegensatz zur Vorwärtskalkulation und der Unternehmer führt die Kalkulation dann vom 1:38 Listenverkaufspreis zum Listeneinkaufspreis durch. Und das Ziel dieser Rückwärtskalkulation ist es eben einen Einkaufspreis zu bestimmen, der 1:46 maximal vom Lieferanten gefordert werden kann, um eben den von den Kunden geforderten Listen Verkaufspreis zu erreichen. In der Praxis kann sich jetzt 1:55 für den Unternehmer jedoch ein Problem ergeben und zwar was ist eigentlich, wenn der Einstandspreis und der Verkaufspreis vorgegeben sind? Und das 2:02 ist jetzt eben das Besondere bei der Differenzkalkulation. Achtet noch mal drauf, der Einstandspreis ist vorgegeben, den kann 2:08 man also nicht verändern. Und genauso ist dann auch der Barkaufspreis vorgegeben. Auch der ist nicht mehr veränderbar. Und um jetzt nachvollziehen 2:16 zu können, um was es hier genau geht, ist es jetzt wie immer wichtig, dass ihr erstmal die Begriffe versteht. Die habt ihr aber in den vorherigen Videos schon 2:23 gelernt, denn ihr wisst, dass man auf den Einstandspreis die Handlungskosten aufschlägt und auf diese Weise die Selbstkosten ermittelt. Und dann wird 2:31 auf diese Selbstkosten der Gewinn aufgeschlagen. Man erhält den Bar Verkaufspreis. Und jetzt habt ihr ja eben gesehen, dass das Besondere bei der 2:38 Differenzkalkulation ist, dass der Einstandspreis vorgegeben ist. Wir nehmen an 11 € und auch der Barverkaufspreis ist vorgegeben. In 2:46 meinem Beispiel soll der mal 10 € betragen. Und jetzt guckt euch mal dieses Beispiel an, dann erkennt ihr etwas Logisches, denn der Verkaufspreis 2:53 muss natürlich immer höher sein als der Einstandspreis. Und das habe ich jetzt hier extra so einfach gemacht, denn wenn der Einstandspreis 11 € für die Ware 3:02 beträgt, dann ist es ja logisch, dann kann der Unternehmer die Ware natürlich nicht für 10 € Bar Verkaufspreis verkaufen. Denn wenn ihr euch das Schema 3:10 anschaut, erkennt ihr sofort, dann ist weder der Einstandspreis gedeckt. Die 10 € decken ja noch nicht mal die 11 € ab und dann sind auch keine Handlungskosten 3:18 abgedeckt und es wird schon gar keinen Gewinn erwirtschaftet. Ich denke mir, das ist aber sehr logisch. Jetzt werden einige sagen, Moment mal, das stimmt 3:27 aber nicht so ganz, da habt ihr dann auch wieder recht, denn in der Praxis kann es tatsächlich so sein, dass der Einstandspreis wertmäßig höher ist als 3:33 der Bar Verkaufspreis. Das sind dann aber Sonderfälle, denn z.B. könnte der Unternehmer die Ware für 11 € einkaufen und für 10 € verkaufen, weil er das 3:42 Produkt z.B. im Markt einführen möchte, denn dann ist das hier durchaus möglich, dass man weder Kostendeckung noch Gewinn mit dem Barverkaufspreis erzielen 3:51 möchte. Und eine weitere Ausnahme, die kennt ihr wahrscheinlich auch, das ist dann bei Produkten der Fall, bei denen durch den Verkauf notwendige Nachkäufe 3:59 durch den Kunden vorgenommen werden müssen. Typische Beispiele sind hier die Kaffeemaschine und die Kapseln, der Rasierer und die Klingen oder der 4:07 Drucker und die Patronen. Das kennt ihr bestimmt auch. Das sind Güter, die meistens ohne Kostendeckung und ohne Gewinn verkauft werden, weil die Kunden 4:15 dann eben zu Nachkäufen gezwungen werden sollen, mit denen die Unternehmen dann den Gewinn erzielen. Aber wie gesagt, das sind ja wie gesagt absatzpolitische 4:22 Besonderheiten. Auf die gehen wir jetzt in diesem Video nicht ein. Es geht um einen sinnvollen Barverkaufspreis und da ist das nur mal so, der Barverkaufspreis 4:30 darf nicht niedriger als der Einstandspreis sein. Und jetzt habt ihr schon gelernt, wie man eine Vorwärtskalkulation durchführt. Gehen 4:36 wir also mal davon aus, der Einstandspreis ist 10 €. Wir haben 30% Handlungskostenzuschlag, macht 3 €. Wir ermitteln dadurch die Selbstkosten, die 4:45 liegen bei 13 €. Und wenn man dann noch mit einem Gewinnaufschlag von 5% rechnet, das macht dann einen Gewinn von 65 Cent, dann kommt man zu einem 4:54 Barverkaufspreis. von 13,65 €. Das habt ihr jetzt in den vorherigen Videos alles schon gelernt und ihr wisst hier Bescheid. Aber wie sieht die Sache jetzt 5:02 eigentlich aus, wenn der Einschusspreis 10 € beträgt und der Barverkaufpreis 12 €? Dann haben wir ja erreicht, dass der Barverkaufspreis höher ist als der 5:11 Einstandspreis. Wenn ihr euch die Übersicht aber mal anseht, erkennt ihr jetzt das Problem, denn fällt hier ein Gewinn an oder nicht? Und genau das ist 5:19 ja das Problem bei der Differenzkalkulation. Achtet noch mal drauf. Da ist nämlich der Einstandspreis und der Barverkaufspreis bekannt und in 5:26 meinem Beispiel sind sogar die Selbstkosten bekannt. Und wenn dann die Selbstkosten vorliegen, dann ist eben die Frage, wird unter diesen Bedingungen 5:34 ein Gewinn erzielt? Und seht euch die Übersicht an, dann könnt ihr das erkennen. Man rechnet einmal vom Einstandspreis über die Selbstkosten und 5:42 einmal von unten über den Barverkaufspreis. Und deswegen nennt man das ganze Differenzkalkulation, denn der Gewinn ergibt sich ja als Differenz. Und 5:51 jetzt sieht das in meinem Beispiel natürlich sehr leicht aus, logischerweise, denn ihr solltet ja erstmal nachvollziehen, um was es geht. 5:57 Jetzt zeige ich euch mal, wie das Ganze in der Praxis aussieht. Und dazu nehmen wir mal an, wir beziehen von einem Lieferanten eine Ware zu folgenden 6:05 Konditionen. Der Listeneinkaufspreis der Ware soll 24 € pro Stück betragen. Der Lieferant gewährt uns einen Rabatt von 8 % und wir können ein Konto in Höhe von 3 6:15 % nutzen und dann wissen wir noch, die Bezugskosten pro Stück betragen 1,38 €. Und jetzt wisst ihr ja sicher, was zu tun ist. Mit diesen Informationen führen 6:24 wir jetzt erstmal eine Vorwärtskalkulation aus. Wir nehmen also den Listenpreis von 24 € ziehen den Rabatt 8 % ab und kommen zu einem 6:32 Zieleinkaufspreis von 22,8 Cent. Dann berechnen wir auf diesen Warenwert den Lieferantenskonto von 3 % und erhalten dann einen Barreinkaufspreis von 21,24€ 6:45 und dann kalkulieren wir noch die Bezugskosten von 1,38 € drauf und dann erhalten wir einen Einstandspreis von 22,80 €. Jetzt nehmen wir mal an, der 6:54 Unternehmer kalkuliert weiter mit einem Handlungskostenzuschlagsatz von 30% sodass wir dann in der Lage sind, die Selbstkosten zu ermitteln. Die betragen 7:02 dann 29,64€ent. Und das habe ich jetzt deswegen so schnell gemacht, weil ihr das ja auch schon alles könnt. Das haben wir schon 7:10 mehrere Male durchgerechnet und sicher kommt auch ihr selbst hier zu diesen Selbstkosten und das wäre sehr schön, dann habt ihr nämlich schon einiges 7:17 gelernt. Dann schauen wir uns mal an, wie das mit der Aufgabe weitergeht. Die Ware wird nämlich jetzt zu folgenden Konditionen an Kunden verkauft. Und zwar 7:25 haben wir einen Listenverkaufspreis von 33,47 Cent pro Stück, einen Kundenrabatt von 6 % und ein Kundenskonto von 2 %. Und 7:34 jetzt wisst ihr wieder, was zu tun ist. Wir führen eine Rückwärtskalkulation durch. Wir beginnen mit dem Listenverkaufspreis 33,47€ent 7:42 und ziehen dann davon den Kundenrabatt von 6 % ab. Auf diese Weise erhalten wir den Zielverkaufspreis in Höhe von 31,46€ und dann können wir ja als nächstes den 7:52 Kundenskonto in Höhe von 2 % abziehen. Wir kommen zu einem Barverkaufspreis von 30,83€ 8:00 und wie man bei einer solchen Rückwärtskalkulation rechnet, das habt ihr ja auch schon in den vorherigen Videos gelernt. Das wird euch auch 8:06 wieder leicht gefallen sein. Und jetzt seht ihr, warum ihr das alles gelernt habt. Denn als nächstes wird es euch jetzt auch leicht fallen, hier aus der 8:13 Differenz der Selbstkosten und dem Bar Verkaufspreis die Höhe des Gewinns zu berechnen. Der Gewinn beträgt bei der Ware dann 1,19€. 8:22 Und jetzt könnte man euch auch noch fragen, wie hoch ist denn dann der Gewinnzuschlag? Das ist ja wieder eine Prozentrechenaufgabe. Dann rechnet ihr 8:30 den Gewinn von 1,19 € x 100 dividiert durch die Selbstkosten. Das ist nämlich die Basis, auf die man ja den Gewinn aufschlägt. Dann erhaltet ihr einen 8:38 Gewinnzuschlagsatz von 4,01 %. Und das bedeutet, dass der Unternehmer unter den Bedingungen, dass der Listeneinkaufspreis sowie die 8:46 Lieferantenbedingung und der Listenverkaufspreis sowie die Verkaufsbedingung vorgegeben sind, dann einen Gewinn mit der Ware in Höhe von 8:55 rund 4% erzielen kann. Ja, und dann habt ihr hier auch schon eine Differenzkalkulation durchgeführt. Ihr habt verstanden, um was es geht. Und 9:02 wenn ihr noch ein bisschen unsicher seid bei der Berechnung, dann findet ihr ja in mein Arbeitsmaterial, denn das wisst ihr, genügend Übungsaufgaben, um das 9:10 selber einmal durchzurechnen. Doch wie immer bei meinen Videos zeige ich euch am Ende jetzt doch noch mal kurz, wofür man eine solche Differenzkalkulation in 9:18 der Praxis eigentlich benötigt. In diesem Video habt ihr jetzt gelernt, dass wir unter den Bedingungen, die hier vorgegeben waren, einen Gewinnzuschlag 9:26 von 4% ermittelt haben. Und das bedeutet dann, mit jeder verkauften Ware erzielt das Unternehmen hier 4% Gewinn der Selbstkosten. Das Besondere bei der 9:35 Differenzkalkulation, ich hoffe ihr erinnert euch noch, ist jetzt aber, dass sowohl der Einstandspreis als auch der Barverkaufspreisjahr vorgegeben sind. 9:44 Und das bedeutet dann in der Praxis, auf diese beiden Preise kann man als Unternehmer keinen Einfluss mehr nehmen. Und da der Gewinn in unserem Beispiel 4% 9:53 auch die Rendite des Unternehmens ist, die mit der Ware erzielt werden kann, könnte sich in der Praxis jetzt das Problem ergeben, dass dieser 10:00 Gewinnzuschlag 4% in der Praxis zu niedrig ist. Und wenn ihr euch jetzt die Kalkulation mal genauer anseht, dann gibt's für den Unternehmer nur noch eine 10:08 Möglichkeit, Einfluss auf die Gewinnhöhe zu nehmen und das sind dann die Handlungskosten. Und darauf habe ich euch ja auch schon in den vorherigen 10:15 Videos hingewiesen. Bei den Handlungskosten gibt's nämlich einige Besonderheiten, z.B. das Thema fixe und variable Kosten, aber die Unterschiede 10:23 zu fixen und Variablen Kosten erkläre ich euch wie gesagt in einem gesonderten Video. Wenn euch das interessiert, dann schaut euch doch bitte das entsprechende 10:30 Video in meinem Kanal dazu an, denn in diesem Video ging es ja in erster Linie darum, dass ihr sicherer bei der Differenzkalkulation werdet. Ja, und 10:37 dann haben wir das ja auch schon geschafft. Ich danke euch für eure Aufmerksamkeit, dass ihr euch das Video bis zu Ende angeschaut habt und im 10:44 nächsten Video gibt's dann noch einen Teil zur Kalkulation. Da geht's dann um den Kalkulationszuschlag und die Handelsspanne. Wenn euch das 10:50 interessiert, freue ich mich, wenn wir uns im nächsten Video wiedersehen. Und zum Schluss noch kurz der Hinweis: Wenn ihr Material benötigt zum Üben und wenn 10:58 ihr gerne Lernübersichten hättet, um euch das Ganze beim Lernen zu erleichtern, dann wisst ihr ja, ihr könnt bei mir Material anfordern. Da 11:05 erhaltet ihr Lernübersichten und Übungsaufgaben mit kommentierten Lösung, denn Lernen bedeutet ja auch es selber mal auszuprobieren. Da könnt ihr dann 11:13 kontrollieren, ob ihr wirklich alles verstanden habt. Okay, dann freue ich mich, wenn wir uns im nächsten Video wiedersehen. Macht's gut, bis dann. 11:19 Tschüss. [musik]