Das Video kommt von YouTube: erst beim Abspielen verbindet sich die Seite mit YouTube (Google).
Jenseits von Gut und Böse: Ökumene und ihre Bedeutung für Theologie, Kirche und Gesellschaft
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 279 Zeilen
- sehr geehrte spektabilitäten liebe Kolleginnen und Kollegen liebe Studierende sehr geehrte Gäste aus nah und fern und schließlich
- natürlich sehr geehrte Frau Kollegin wasmut es ist mir eine große Ehre und ausgesprochene Freude Sie und Euch aus Anlass der Antrittsvorlesung von Frau
- warsmut hier im Adam von trottsaal der alten menser begrüßen zu dürfen für unsere Fakultät ist der heutige Tag zumal so früh im neuen Jahr
- ein kleiner Festtag denn eine Antrittsvorlesung ist ein freudiges Ereignis zem wir als Fakultät außerhalb der üblichen
- lehrveranstaltungs und gremienroutine zusammenkommen um eine neue Kollegin in unserer Mitte offiziell willkommen zu heißen und das in der Weise ihr selbst
- das Wort zu überlassen damit sie uns mit ihrem Vortrag zu denken geben und in neue Gespräche verstricken kann so ist es auch für heute angekündigt unter dem
- vielversprechenden Titel jenseits von Gut und Böse ökomene und ihre Bedeutung für Theologie Kirche und Gesellschaft diesem Vortrag will ich
- auch gar nicht unnötig länger als notwendig im Wege stehen dennoch gehört es zu den schönen Pflichten des Dekans zu Beginn einer Antrittsvorlesung die
- neue Kollegin kurz vorzustellen äh wie Sie sehen können habe ich gerade wieder einmal Anlass dankbar zu sein dafür dass es Krankenhäuser gibt in
- denen man Hilfe bekommt wenn man sie braucht heute aber möchte ich dem Krankenhauswesen noch aus einem ganz anderen Grund heraus meinen Dank
- abstatten denn gäbe es für die dort Beschäftigten nicht auch jene weniger guten Seiten von denen wir nur zu häufig hören ausbeuterische Dienstzeiten
- wirtschaftlicher feste Hierarchien starres System dann wäre Frau wasmut nicht zu uns in die Theologie gekommen denn ihr ausgeprägter Berufswunsch
- während der gesamten Schulzeit war die Medizin nicht die Theologie nicht dass Sie nicht schon immer auch ein Interesse an den großen
- Fragen des Denkens und Lebens gehabt hätte auch haben Elternhaus und Schule die Beschäftigung mit diesen Fragen stets
- gefördert doch beruflich wollte sie eben Ärztin werden nicht fahren er ist ein Schnupperpraktikum im Krankenhaus nach
- dem Abitur brachte sie zum Umdenken der spießige Dogmatiker weiß zuweilen wirkt der Herrgott auf merkwürdigen Umwegen jedenfalls muss es
- jenes Praktikum in sich gehabt haben denn danach schrieb sie sich zum Studium der Theologie in Münster ein und hier geriet sie rasch in die
- Fänge der Kirchengeschichte der Patristik sie würde es wohl anders formulieren es waren vor allem die Vorlesungen wolfdieter hauschilds die
- sie faszinierten und fesselten die ihr die weite Welt des antiken Christentums und der alten Kirche aufschlossen ja mehr noch
- Hauschild öffnete ihr den Sinn und den Blick dafür dass es neben dem westlich lateinischen Christentum noch eine ganz andere Welt gibt den übergroßen
- reichen igen Kosmos des östlich griechischen Christentums der orthodoxen Tradition und Kirchen schon von jeher hatte sie ein
- fableel für die russische Literatur und so kam nun zusammen was offenbar bei ihr zusammeng gehört um in der komplexen vielfältigen weiten Welt der Orthodoxie
- gedanklich Fuß fassen zu können um jedenfalls ansatzweise zu einem tieferen Verständnis dieser für uns so fremdartigen geheimnisvollen
- främlichkeitstradition vordringen zu können entschied sie sich dazu sich exemplarisch dafür aber mit Haut und
- Haaren vor allem der russischen Orthodoxie zuzuwenden ihre Geschichte Tradition und Theologie zu studieren als Frau wassmut daher nach
- einigen Semestern von Münster nach Heidelberg wechselte war es nur folgerichtig dass sie neben dem Studium der Theologie auch ein Studium der
- slaistik aufnah um Russisch zu lernen und die orthodoxen Texte im Original lesen zu können
- theologisch fand sie dann in Heidelberg schnell eine neue Heimat denn zeitgleich wechselte Michael Welker aus Münster nach Heidelberg da gab es eine vertraute
- Stimme doch er vermochte es nicht sie aus der Kirchengeschichte abzuwerben Adolf Martin ritther und vor allem Gottfried sebers hielten hart
- dagegen und taten das ihre um die Leidenschaft für die Patristik und das orthodoxe Christentum nicht erlarmen zu lassen vor allem Gottfried Sebas gelang
- es dabei gerade das Interesse an den kulturellen religiösen und theologischen Differenzen zwischen lutherischer Herkunft und Z Laab formuliert
- orthodoxer Faszination zu fördern und lebendig zu halten hier begann sich der ökumenische Geist herauszubilden der Frau wasmuts theologisches lernen lehren
- und Denken seither prägt erstens ein offener neugieriger Blick für die reiche Vielfalt christlicher Tradition und christlich Lebens
- verbunden zweitens mit einem eigenen lutherischen Standpunkt der sich dadurch als solcher besser durchsichtig wird und doch zugleich erkennt wie sehr er
- eingebunden und angewiesen ist auf das Miteinander mit anderen Traditionen und Perspektiven und beides schließlich drittens mündend in die große Erfahrung
- dass das Geheimnis des Göttlichen und die großen Fragen der Theologie umso unbegreiflicher komplexer unfassbarer werden je mehr man sich mit ihnen
- beschäftigt und je tiefer man meint in sie schon eingedrungen zu sein Gottfried Sebas war es dann auch der schließlich den Anstoß gab dass Frau wasmut sich
- ganz dem Fach der ostkirchenkunde zuwandte indem er sie nachexamen einem Studienaufenthalt in stankt petersburg und hannövers schim Vikariat als
- Assistentin zu Karl Christian felmi nach Erlangen im Pfahl dort wurde sie im Jahre 2005 auch promoviert ihre Dissertation trägt den Titel der
- Protestantismus und die russische Theologie zur Rezeption und Kritik des Protestantismus in den Zeitschriften der geistlichen Akademien in der Wende vom
- 19 zum 20 Jahrhundert unschwer lässt sich erkennen wie sich hier die Impulse der Heidelberger Jahre weiterentwickelt haben denn sie hat hier
- ein bis dahin gänzlich übersehenes Quellenkorpus erschlossen dass eine intensive faszinierende und überaus differenzierte
- Auseinandersetzung der orthodoxen Theologie mit den Ansätzen Debatten und Strömungen des zeitgenössischen Liberalen Protestantismus zu Tage treten
- ließ und damit nicht nur für Frau warmut Suche nach einer lebendigen den Herausforderung der Moderne zugebrandnten Gestalt Orthodoxie sondern
- darüber hinaus für das ökomenische Gespräch und das wechselseitige miteinander reichliche Anschlussmöglichkeiten
- bot bereits in in die Schlussphase der Promotionszeit platzte dann das Angebot von Heinz Ohme als Koordinatorin und später mitverantwortliche des von ihm
- geplanten DFG geförderten Projekts eines russisch-deutschen theologischen Wörterbuchs nach Berlin zu kommen dessen abschließende Publikation bei deguter
- für diesen Sommer angekündigt ist während dieser Zeit entstand auch die Habilitationsschrift nun wissen wir alle dass es bei Habilitationen formale
- habilitationsväter und Mütter nicht mehr gibt anders als bei der Dissertation soll man ja gerade zeigen dass man selbständig in der Lage ist eine
- Forschungsfrage zu formulieren und eine entsprechende Arbeit zustande zu bringen und doch ist es überaus wichtig dass Mentoren oder Mentorinnen dabei sind die
- ein Interesse am Fortgang der Arbeit zeigen für Gespräche zur Verfügung stehen gelegentlich auch den Schubs geben oder ein Termin setzen damit das
- nächste Kapitel geschrieben wird und das ganze vorangeht eine solche Mentorin hatte Frau warsmut auch es war Dorothea
- Wendeburg die heute wegen des Bahnstreiks leider nur digital dabei sein kann dennoch möchte ich Sie zumal als ehemalige göttingerkollegin hier
- sehr herzlich begrüßen und bei uns willkommen heißen ih reformationsgeschichtlicher Einfluss wenn ich das mal so sagen darf
- ist deutlich erkennbar führt er doch die bisher skizzierte programmatische Linie getreulich fort wir gläuben all an einen Gott das nizeno konstantinopolitanum in
- seiner Bedeutung für Martin Luther und Philipp Melanchton heißt die veröffentliche Fassung der Habilitationsschrift die im vergangenen
- Jahr bei mosiebeck in tübing erschienen ist sie bringt Frau wasmutz besonderes Anliegen und Interesse die Wurzeln der alten Kirche mit den Prägungen der
- reformations Zeit in ostkirchlich ökumenischer Perspektive und Weite zu verknüpfen zu sichtbarem Ausdruck nach einigen wenigen aber
- kirchlich ökumenisch aufregenden lehrreichen und intensiven Jahren als Direktorin des Instituts für ökumenische Forschung in Straßburg ist Frau wasmut
- nun seit dem Wintersemester 2021 22 in der Nachfolge von Martin Tamke Professorin für ökumenische Theologie unter besonderer berüchsichtigung des
- orthodoxen Christentums und seiner globalen Wirkungen in Geschichte und Gegenwart ganz schön langer Titel an unserer Fakultät in
- Götting ihre Anfänge bei uns fielen nicht nur in die Spätphase der coronazeit und standen insofern unter verschärften Bedingungen mehr noch brach
- am Ende ihres ersten Semesters mit dem Überfall der Kriegsverbrecher aus dem Kremmel der ukrainekrieg aus von jetzt auf gleich war Frau wasmut als
- Professorin und Spezialistin für die russische und ukrainische Orthodoxie gefordert wir alle wissen was das heißt wenn man kaum im neuen Amt sogleich ins
- grelle Licht der Tagesaktualität gezerrt und mit dem Gefühl eines Ritz über den Bodensee zu politisch gewichtigen und folgenreichen Problemen souverän und
- sachkundig Stellung beziehen soll Frau wasmut hat sich diese Herausforderung gestellt so wie es ihre Art ist um ichtig und mit Bedacht kundig
- und klug zugleich klar orientierend und hilfreich sie ist damit gleich für unsere Fakultät in die Bresche gesprungen und wir waren außerordentlich
- dankbar dass wir sie hatten und haben mittlerweile ist sie wie es so schön heißt bei uns in Göttingen angekommen und hat ihren Platz in
- Fakultät und Kollegium gefunden bei den Studierenden ist sie überaus beliebt ihre Lehrveranstaltungen treffen auf lebhaftes Interesse
- auch im professorium freuen wir uns Sie als unsere Kollegin zu haben ihr Urteil wird gehört und geschätzt der gegenwärtige Dekan steht ohnehin schon
- in ihrer Schuld da sie ihm bei einigen Dingen bereits aus der Patsche geholfen hat so betrachtet ist es daher fast schon überfällig dass ich Frau wassmut
- nun auch der universitären und akademischen Öffentlichkeit als Göttinger Professorin vorstellt sie wird es tun mit einem Vortrag der wie ich es
- verstanden habe umreist wie sie ihr Fach zukünftig hier in Göttingen aufstehen und vertreten will welche Fragen Impulse und Anliegen ihr wichtig sind und welche
- Forschungsprojekte sie anstoßen möchte daher wäre jedes weitere Wort von mir in dieser Hinsicht eine unnötige Dopplung gleich wohl möchte ich vorweg im Namen
- der Fakultät und im Namen von Frau warsmut Dank sagen zuerst und vor allem an ihre Sekretärin Frau Daniela Barton sie ist als Leiter des Prüfungsamtes
- ohnehin die gute Seele unserer Fakultät aber sie hat mit Engagement und Umsicht gewohnter Freundlichkeit und herausragendem Organisationstalent die
- Vorbereitungen für den heutigen Tag getragen und dafür sei er vielmals und herzlich gedankt der Dank gilt auch den aktuellen
- und ehemaligen Hilfskräften und Mitarbeiterinnen von Frau wasmut Frau ka Klenke und Herrn Leander knob Frau Maria hinsenkamp die erste Doktorandin zu dem
- was ich vorhin auch erst erfahren habe tut mir leid h ich das vorher gewusst hät ich noch mehr draus gemacht ja Frau hinsenkamp und Herrn Martin Stahlberg
- sie alle haben mitgedacht und mitorganisiert sich um die Vorbereitung des anschließenden Buffets gekümmert um die Technik und die Musik verdient
- gemacht und ein letzter Dank geht schließlich an die beiden bewährten Mitarbeiter unserer IT-Abteilung dafür dass wir trotz des leidigen Bahnstreiks
- einige Gäste zumindest per Zoom zuschalten und begrüßen können lieber Herr Engemann lieber Herr scher haben sie dafür vielen Dank so jetzt hat der
- Dekan seine Aufgabe erledigt und kann Platz machen also liebe Frau wasmut sein Sie herzlich bei uns in Göttingen und an unserer Fakultät willkommen wir freuen
- uns auf die gemeinsame Zusammenarbeit und sind gespannt wie sie jetzt die ökomene jenseits von Gut und Böse aufstellen und verorden werden sie haben
- das Wort
- ja lieber Herr Dekan Laube zunächst ganz herzlichen Dank für diese sehr freundliche Vorstellung und gleich eine Bitte an die Techniker mir zu helfen
- denn es funktioniert nicht wie es funktionieren soll genau
- also ich drücke und es geht nicht weiter
- mhm ja nicht ah jetzt also vielen Dank der liebe
- Gäste lassen Sie mich mein Vortrag mit einer persönlichen Erinnerung beginnen aufgewachsen bin ich in einem lutherischen fahrhaus hier gehörte zu
- den besonders prägenden Erfahrung dass mein Vater alle möglichen Situationen mit allen möglichen Sprüchen kommentierte besonders oft griff er
- dabei auf eine Wendung zurück die bei uns in der Familie im Laufe der Zeit zu einem geflügelten Wort werden sollte jenseits von Gut und
- Böse diese Wendung wurde mir also gewissermaßen in die Wiege gelegt erst sehr viel später habe ich entdeckt dass mein Vater der selbst aus einem fahrhaus
- stammte hier munter einen anderen fahrersohn zitiert hatte der ebenfalls zunächst das Theologiestudium aufgenommen sich jedoch philologischen
- und später philosophischen Studien gewidmet hatte Friedrich Nietsche nietzsche hat die Wendung jenseits von Gut und Böse in diversen
- seiner Schriften verwendet sie dann vor allem jedoch zu dem Titel eines kleinen Büchleins gemacht das 1886 im CG Naumann Verlag in Leipzig
- erschienen ist und dass Nietzsche wie zuvor auch schon andere seiner Werke auf eigene Kosten hatte drucken
- lassen bei der Beschäftigung mit diesem Büchlein konnte ich nun nicht nur feststellen dass mein Vater persönlich an sich ein ausgesprochen frommer
- lutherischer Theologe sein Nietzsche offenbar gut kannte denn ich begegnete dort einer Reihe weiterer Zitate mit denen wir groß
- geworden sind die ich hier aber nicht äh wiedergeben werde in den neuen Hauptstücken in die Nietzsche sein Büchlein gegliedert hat
- entdeckte ich viel mehr mit Nietzsche auch einen radikalen Denker der alles auf den Prüfstand zu stellen gewillt war was in der Philosophiegeschichte Rang
- und Namen hatte gleich in der Vorrede zzt Nietzsche so gegen die Philosophie der Dogmatiker in Sonderheit Platos
- Erfindung vom rein Geiste und vom guten an sich und gleich in der Vorrede machtte er auch deutlich dass der Kampf gegen Plato zugleich ein Kampf gegen den
- christlich kirchlichen Druck von Jahrtausenden ist denn das Christentum ist für ihn nur eine niedere Stufe philosophischen Denkens ein sonitche
- Platonismus fürs Volk manche von ihnen werden sich jetzt vielleicht fragen was mich dazu bewogen haben mag meiner heutigen
- Antrittsvorlesung am Lehrstuhl für ökumenische Theologie an Überschrift zu geben die eine Anleihe bei dem Werk eines derart radikalen Denkers
- macht die Antwort liegt nicht in dem was Nietzsche als Philosophie der Zukunft entwirft eine Umwertung aller Werte der ein kaum mehr steigerbarer
- anthropozentrismus zugrunde liegt eine Vergöttlichung des Menschen die zugleich seine erbärmliche Kreatürlichkeit freilegt herrenbegriffe seiner
- Philosophie der Zukunft wie das Leben oder auch der Wille zur Macht bleiben schwer greifbar was singegen deuttig hervortrist ist ein absolut elitäres
- Gesellschaftskonzept die Propagierung einer Herrenmoral in dieser Philosophie der Zukunft hat ökomene keinen Platz im
- Gegenteil ein heutiger Nietzsche hätte vermutlich lustvoll sein Spott über ökumenische Bemühungen ausgegossen er hätte die Versuche ökumenischer
- Verständigung sarkastisch als faule allzu faule Kompromisse tituliert und mit der ihm eigenen sprachlichen Virtuosität die ökumenische Bewegung als
- das letzte Aufbäumen einer Religion beschrieben die sich abstrampelt durch Überwindung innerer Gegensätze weiterhin ihre Relevanz zu
- behaupten nicht das also so die Philosophie der Zukunft war der Anknüpfungspunkt sondern etwas anderes das aus meiner Sicht ganz ein ein ganz
- wesentliches Moment ökumenischer Theologie ausmacht Nietzsche zielt mit seinem Büchlein darauf jede Form von
- antinomischen Denken zu hinterfragen scheinbar unverrückbare naturgegebene Widersprüche nicht einfach hinzunehmen sondern
- Gegensätze aufzubrechen eben dies ist aber auch das Hauptbestreben in der ökomene konfessionelle Antagonismen
- werden hier dezidiert nicht als quasi Naturgesetze der Kirchengeschichte verstanden harte konfessionelle Grenzen nicht als unüberschreitbar
- Begriffen dabei erweist sich bei Nietzsche das jenseits von Gut und Böse nicht wie in der Philosophie des Deutschen
- alismus als ein höheres drittes indem die Antithesen aufgehoben und gewissermaßen beseitigt
- werden bei Nietzsche dürfen die Gegensätze viel mehr bestehen bleiben und sollen am Ende geduldet werden nach anfänglichen idealistischen
- Ansätzen wenn man so möchte in der ökomene darf auch dieses inzwischen als leitmaxine in der ökomene gelten das Ziel ökumenischer Bestrebung liegt weder
- in der Rückkehr der Konfession zu der einen Kirche die meint für sich allein einen apostolischen Ursprung reklamieren zu können noch in der Verschmelzung der
- Konfession zu einer Art organischen Union das Ziel besteht vielmehr in der Duldung konfessioneller Differenz aufgrund der Einsicht in die eigene
- historische Kontingenz als aufgabenbestimmung für die ökumenische Theologie folgt dann aber daraus
- ökumenische Theologie hat Denkräume zu eröffnen in denen jenseits von Gut und Böse neue Möglichkeiten eines konfessionellen Miteinanders ausgelotet
- werden können die dem theologischen Anliegen der jeweiligen Konfession Rechnung tragen ohne konfessionelle Wahrheitsansprüche zu
- verabsolutieren wie solche Denkräume eröffnet werden könen das hat Nietzsche mit Hilfe eines Bildes beschrieben als die Verwandlung des
- Geistes vom Kamel zum Löwen und schließlich zum Kind das Kamel ist danach der geduldige
- Lastenträger der Tradition der Bewahrer der kulturerrungenschaften deren Schätze sorgsam gehütet werden
- müssen das Kamel trägt die kostbare Last dann in die Wüste und wird dort zum reißenden Löwen der die alhwürdigen Gebote und Werte
- zerstört schließlich wandelt sich der Löwe und wird zum Kind Unschuld ist das Kind und vergess ein Neubeginn ein
- Spiel ein Aussich rollendes Rat ein erstes bewegen ein heiliges ja sagen inwiefern ökumenische Theologie an dieser Wandlung des Geistes teilnimmt
- und alles ist ein Kamel ein Löwe und ein Kind das möchte ich Ihnen nun etwas ausführlicher anhand der ökomene und ihrer Bedeutung für die Theologie
- erläutern in Hinblick auf die Bedeutung die die ökomene für Kirche und Gesellschaft haben kann werde ich mich dann aus Zeitgründen etwas kürzer
- fassen und damit komme ich zum ersten Punkt und als erstes zum Kamel zu den wohl eigentümlichsten Erfahrungen in der ökomene gehört die
- Erfahrung in der Öffnung hin zu einer anderen Konfession auf die eigene zurückgeworfen zu werden zu einer ökumenischen Begegnung
- gehört deshalb als wichtige Voraussetzung ein Wissen darum was die eigene Konfession ausmacht worin ihre Tradition besteht was ihre besonderen
- Schätze sind es scheint mir deshalb eine besondere Gunst zu sein mit dem eigenen Fach jetzt gerade in Göttingen verortet zu sein wo die Erforschung lutherischer
- konfessionskultur nicht nur an der Theologischen Fakultät eine besondere Rolle spielt sondern wo sich an der Universität ein Kreis von Vertretern und
- Vertreterin sehr unterschiedlicher Fächer zusammengefunden hat die sich gezielt dem Thema lutherischer konfessionskultur widmen es
- interdisziplinär und damit sehr viel umfassender und grundlegender als bisher erschließen wollen angesichts globaler Debatten die
- gegenwärtig über lutherische Identität oder lutherische Identitäten geführt werden kann aus ökumenischer Perspektive die Bedeutung eines solchen
- Forschungsprojektes gar nicht genug unterstrichen werden es bedarf unbedingt eines solchen Projekts um diese Debatten historisch zu
- erden wie also ökumenische Begegnung ein Wissen um die eigene Konfession voraussetzen so bedarf es eines entsprechenden Wissens bezüglich anderer
- Konfessionen ein Erkenntnis von deren Traditionen und schätzen wenn es nicht bei einer oberflächlichen Begegnung bleiben
- soll die ökumenische Begegnung lenkt den Blick also auf die konfessionskunde solide wissenschaftliche Kenntnisse speziell
- des orthodoxen Christentums liefert nun ein Fach für das sich bislang keine einheitliche Bezeichnung eingewürgert hat als Oberbegriff vielleicht am ehsten
- noch der Begriff der ostkirchenkunde ein Fach das in den letzten drei Jahrzehnten über die Maßen von rigurosen kürzungs bis hin zu
- kompletten Einsparmaßnahmen betroffen gewesen ist von Fachvertretern wurde die Lage als so bedrohlich
- empfunden dass sogar eine eigene Gesellschaft zum Studium des christlichen Ostens gegründet worden ist die sich seither engagiert für die
- Belange des Faches einsetzt vor diesem Hintergrund ist es alles andere als selbstverständlich dass sich die
- Theologische Fakultät in Göttingen für den Erhalt einer Professur mit Schwerpunkt auf derforschung des orthodoxen Christentums entschieden hat
- sie gehört damit zu den ganz wenigen Fakultäten im deutschsprachigen Bereich die sich dem allgemeinen Sparzwang nicht gebeugt
- haben dabei hat dieses Fach viel zu bieten mein im vergangenen Jahr verstorbener Doktorvater Karl Christian felmi ehemals Professor für Geschichte
- und Theologie des christlichen Ostens in erlang hat in einem Vortrag unter dem etwas altertümlich klingenden Titel warum und zu welch Bufe treiben wir
- ostkirchenkunde die wichtigsten Punkte benannt ich will das an dieser Stelle nicht wiederholen sie finden den Titel ganz leicht im Internet ich möchte hier
- nur hervorheben für diejenigen die sich auf die ostkirchenkunde einlassen für die bietet sich eine weit verzweigte üppige Forschungslandschaft da hier sind
- buchstäblich alle theologischen Disziplinen vertreten exigetische historische systematische praktisch theologische auch eine
- Vielfalt an anderen wissenschaftlichen Disziplinen etwa die Religionswissenschaft diverse Philologien für bedeutende Leistung auf
- dem Gebiet der ostkirchenkunde steht insbesondere auch der Lehrstuhl hier in Göttingen der mit dem Schwerpunkt auf dem orientalischen Christentum mit
- herausragenden ostkirchenkundland besetzt war zu ihnen gehört auch mein unmittelbarer Vorgänger Martin kampke der die Theologische Fakultät Götting
- noch in den entlegen weltwinkeln bekannt gemacht und hier an der Fakultät um nur eines seiner vielen Projekte zu nennen den für die Fakultät
- in seiner Bedeutung kaum zu überschätzenden Masterstudiengang intercultural theology begründet und maßgeblich geprägt
- hat wenn ich mir selbst manches Mal auch wie der sprichwörtliche Zwerg auf den Schultern von Riesen vorkomme ich sennoch als meine vorderste
- Aufgabe an die reiche Tradition dieses Faches vorzuführen und G Götting als Zentrum ostkirchenkundlicher Forschung und Lehre
- weiter auszubauen mein eigener Forschungsschwerpunkt wird dabei auf dem
- liegen was das wurde gerade schon erwähnt unter der Leitung von Heinz ohe an der Humbold Universität zu Berlin vor vielen Jahren begonnen wurde eine
- wissenschaftlich bislang noch ausstehende sehr ergiebige nicht selten jedoch auch aufopferungsvolle philologische
- kernerarbeit deren Ergebnisse werden bei gräuter demnächst in einem ersten Band in einem ersten Band unter dem Titel russisch-deutsches theologisches
- Wörterbuch erscheinen mit der arbeitung des zweiten Bandes der deutsch-russischen Entsprechung haben wir
- begonnen soweit zum Kamel kommen wir zum Löwen auf ihn möchte ich nur kurz gewissermaßen auf dem Sprung eingehen da
- implizit bereits mitverhandelt wurde in der Art wie wir an theologischen Fakultäten historisch Arbeiten steckt im Camelia immer schon
- der Löwe geht es ja nie um eine unkritische Traditionspflege an dieser Stelle sei deshalb
- herausgestellt dass eben dies auch für verschiedene Forschungsstätten orthodoxer Theologie weltweit gilt an denen selbstverständlich historisch
- kritisch gearbeitet wird und die sich als ausgesprochen offen gegenüber modernen Fragestellungen zeigen
- etwa die Wallers Academy in Griechenland oder das orthodox Christian study Center in
- den USA wichtig auch die international orthodox theological
- Association ein internationaler Zusammenschluss akademisch orthodoxer Wissenschaftler und Wissenschaftlerin hier ein Bild eine Aufnahme von dem
- letzten Treffen das von manchen orthodoxen Kreisen selbst kolportierte Bild einer sich gegenüber jeglichen Neuerung
- sperrenden die Tradition unverändert weitergebenden Orthodoxie trifft für die orthodoxe Theologie deshalb in ihrer bite so gewiss nicht
- zu wenn aber nun der ökumenischen Theologie die hier in Götting mit guten Gründen der Kirchengeschichte zugeordnet ist an historischen Differenzierung
- gelegen ist und wenn sie es als ihre Aufgabe versteht Anwälten einer Pluralität von Ansätzen zu sein so will und muss sie und damit komme ich zum
- Kind als ökumenische Theologie zugleich die gesamte Theologie in den Blick nehmen und nach dem gemeinsamen in der Vielfalt ihrer verschiedenen Disziplinen
- Fragen man könnte anders auch sagen das fachspezifische Interesse ökumenischer Theologie besteht gerade darin Fächer übergreifend zu sein
- ökumenische Theologie versteht sich als eine Art theologischer integrationswissenschaft für die Theologie und ihre Disziplinen bedeutet
- das das mit der ökomenischen Theologie ein Fach zur Verfügung steht dem Interdisziplinarität eingeschrieben ist dem der innertheologischer Austausch
- ein eigenes Anliegen ist wie zurzeit hier an der fak im gemeinsamen Nachdenken über kultustheologien in Zeiten des Umbruches
- geschieht oder man könnte anders auch sagen indem die hiesige Fakultät sich dazu entschieden hat die ökumenische Theologie in Gestalt einer eigenen
- Professur vorzuführen hat sie der Überzeugung eine institutionelle Form gegeben dass die Theologie mehr als die Summe ihrer
- einzelnen Fächer ist meine Aufgabe an der Fakultät sehe ich deshalb auch darin mit einer gewissen
- beharlichkeit nachdem zu fragen was uns als theologische Fakultät gewissermaßen im Innersten
- zusammenhält den Blick auf das Ganze noch über die eigene Konfession hinaus zuu Wagen ein solches Spiel ein solches aus sich rollendes Rat erstes bewegen
- und heiliges ja sagen findet nun seit einigen Jahren in Form von ökumenischen Dialogen statt vor dem Hintergrund einer kaum mehr zu
- überblickenden innerchristlichen Zersplitterung wird hier um ein gemeinsames Verständnis des christlichen glaubensgrung um ein die
- unterschiedlichen Konfessionen übergreifendes Verständnis von christlicher Einheit Ausdruck dieses Ringens sind
- eine Vielzahl von Dialog Dokumenten wie wir sie in nun mehr fünf voluminösen Bänden unter dem zuversichtlich klingenden Titel Dokumente wachsender
- Übereinstimmung gedruckt vorliegen [Musik] haben die hier publizierten Dokumente weichen stark voneinander ab in Umfang
- Diktion auch theologischenem Ertrag interessant und lehrreich sind sie jedoch allemal weshalb ein weiteres Projekt am Lehrstuhl darauf zielt diese
- Dokumente digital verfügbar zu machen und sie genauer in der ökomenischen Bewegung zu verordnen auf diese Weise soll mit dem
- Projekt einer ökomene in Geschichte und Gegenwart wie wir dies Projekt jetzt einmal genannt haben und das dank meiner emsigen
- Mitarbeiterschaft mittlerweile zu einem Ganzen ökomenekompus äh herangewachsen ist also über dieses Projekt soll eine Plattform geschaffen werden die
- wissenschaftlich fundierte Information zu ökomä leicht zugänglich macht und das leitet bereits über zum zweiten Punkt
- ökomene und ihre Bedeutung für die Kirche es sind drei Hinsichten unter denen ich die kirchliche Bedeutung des Faches kurz erläutern
- möchte es gehört zunächst zu dem ureigensten Interesse des Faches selbst wichtige Informationen zu einzelnen Konfessionen wie auch der ökumenischen
- Bewegung insgesamt gezielt für kirchliche Funktionsträger bereitzustellen diese kirchliche abzweckung erinnert nicht zufällig an
- Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher und seine Konzeption von theolog als Wissenschaft denn es war
- Schleiermacher der der konfessionskunde in ihrer heutigen Gestalt den Weg bereitet hat im Unterschied zur sogenannten isagogik die die
- bekenntchriften in den Mittelpunkt stellte und zur sogenannten Polemik die ihren Fokus auf die konfessionellen Streitpunkte legte im Unterschied dazu
- forderte er als ein neues Fach die sogenannte Statistik ihr wies er die Aufgabe zu die Entwicklung die kirchliche Verfassung und die äußeren
- Verhältnisse der Kirche im gesamten Gebiet der Christenheit in den Blick zu nehmen Kenntnisse auf diesem Gebiet waren dabei für ihn für Schleiermacher
- eine Zitat unerlässliche Forderung an jeden evangelischen Theologen und so hat er es was vielleicht nicht bekannt ist auch selbst übernommen Vorlesung zur
- Statistik zu halten und sich dabei eingehend auch mit der morgenländischen Kirche befasst was Schleiermacher nun damals gefordert
- hat scheint heute notweniger denn je in einer gesellschaftlichen Situation die stark von Migration geprägt ist und in der das orthodoxe Christentum mit
- geschätzten 2 Millionen Gläubigen die drittgrößte christliche Konfession in Deutschland
- darstellt von den Kirchen werden zweitens nach wie vor Dialoge geführt auf nationaler wie auch auf internationaler
- Ebene und hier ein Bild von der jüngsten beweg Bewegung auch aber auch Begegnung im Rahmen des internationalen Dialoges des lutherischen Weltbundes mit
- Vertretern der orthodoxen Kirchen in diesem Zusammenhang also im Zusammenhang der der Dialoge ist es für die Kirchen nützlich wenn vertret oder
- Vertreterin des Faches zur Verfügung stehen die dann ihre Expertise in die direkte ökumenische Begegnung einbringen können lebendige Eindrücke von
- dialogbegegnung bereichern umgekehrt die Lehre wie auch die Forschung und Vermögen jedenfalls mein Eindruck die Lust zu wecken selbst an solchen
- Begegnungen teilzunehmen und deswegen habe ich hier einige Impressionen von Begegnung die in den letzten Semestern hier in der von Götting stattgefunden
- haben eine Begegnung mit der armenischapostolischen Kirche in Braunschweig eine Begegnung mit der ukrainischorthodoxen Kirche in
- Hannover und jüngst eine Begegnung mit der syrisch-orthodoxen Kirche in wburg
- drittens und schließlich ist in der ökumenischen Theologie das Thema der Ekklesiologie zentral Fragen also die die Kirche selbst betreffen Ihren
- Auftrag in der Welt ihre Gestalt ökumenische Theologie nimmt hier die Aufgabe war unterschiedliche eklesiologische Konzeptionen daraufin zu
- prüfen in wie weit sie Einheit befördern oder aber verhindern wenn nicht unmöglich machen und das betrifft nicht nur ausgearbeitete eklesiologie in
- herkömmlicher Konfession sondern auch das diffuse erst im Ansatz erforschte Feld des neocharismatischen Christentums ökumenische Theologie kann dies als
- ökumenische Theologie in großer Freiheit tun unabhängig von konfessionellen Bindung und kann gerade auf diese Weise jenseits von Gut und Böse Ideen
- entwickeln wie die Kirchen als Kirchen besser zueinander finden und gemeinsam gegenüber aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen
- bestehen und damit ist auch schon das Stichwort für den dritten Punkt genannt komene und ihre Bedeutung für die Gesellschaft
- ökumenische Theologie ist im Kern friedenstheologie und gerade darin besteht ihr gesellschaftlicher Auftrag bereits von ihren Anfängen her
- war die ökumenische Bewegung eine Friedensbewegung Zeugnis geben davon wichtige Stellungnahmen wie etwa die vom ökumenischen Patriarchat 1920
- veröffentlichte Enzyklika unto the churches of Christ everywhere an die Kirchen Christi überall in der vor dem Hintergrund der traumatischen Erfahrung
- des Ersten Weltkrieges nach dem Vorbild des eben gegründeten Völkerbundes zu einem Bund derir aufgerufen wird der die Kirchen befähigt nun ihrerseits ein
- Beitrag zur weltweiten Versöhnung zu leisten Zeugnis davon gibt aber auch das Wirken herausragender ökumenischer Persönlichkeiten zu denen ganz
- eindrucksvolle gestalten gehören wie etwa der zunächst als Religionswissenschaftler hervorgetretene spätere lutherische
- Erzbischof von obsala und Träger des Friedensnobelpreises Nathan süderblum bereits während des Ersten Weltkrieges hatte söderblum
- friedensappelle initiiert for peace and Christian fellowship bald nach dem Kriegsende erschien dann eine Schrift die seit kurzem sie sehen sich hier in
- einer sehr feinen Edition in der Reihe große Texte der Christenheit vorliegt in der söderblum den ökumenischen Einheitsgedanken als
- Friedenspflicht der Kirchen brustabiert wir kennen wir uns nicht alle zu der einen katholischen Kirche so seine rhetorische
- Frage stattdessen jedoch hätten sich während des Krieges Christen und Diener der Kirche in den einzelnen Ländern auf eine Weise an der nationalen
- selbstanbetung beteiligt die wir am liebsten aus den Blättern der Geschichte tilgen würden und deshalb seine Forderung an die
- Kirchen in aller Welt die universale Aufgabe des Christentums anzugehen von der wir so söderblum in jeder christmte lesen bei den Propheten die Aufrichtung
- des Weltfriedens durch Recht und Gerechtigkeit die Bedeutung einer friedenstheologie steht uns gegenwärtig
- aus bekannten Gründen allen vor Augen in der ökumenischen ie sind wir jetzt neu herausgefordert uns dieses in den letzten Jahrzehnten weithin
- vernachlässigten Themas anzunehmen das ist gerade hier zur Überschneidung meiner beiden Forschungsbereiche ökumenische Theologie und
- ostkirchenkunde kommen würde das hätte ich zum Zeitpunkt meiner Berufung im Jahre 2021 nicht für möglich gehalten dass also Russland seine
- Kampfhandlung im Osten der Ukraine zu einem Krieg in der Ukraine insgesamt aus würde das habe ich wie auch so viele andere nicht kommen
- sehen zwar gab es Anzeichen die bereits auf eine solche Entwicklung hindeuteten etwa das verbreitete nationale Patos verbunden mit einer Tendenz zur
- Militarisierung der russischen Gesellschaft auch manche Einlassungen des moskaupatriarchats hätten aufmerken lassen
- sollen aber dass die mit einem starken antiwestlichen rentiment verbundene Rhetorik eines Kampfes der Kulturen in die Realität militärischer
- Kriegshandlung umschlagen würde die das völkerrcht schlicht ignorieren das kam dann doch unerwartet und daraus folgt für mein
- Fach das folgende erstens die Geschichte der Kirchen in Russland und der Ukraine muss neu geschrieben werden zu den immer
- wiederkehrenden Begründung und Legitimierung des Krieges in der Ukraine gehört auf russischer Seite der Verweis darauf dass die Ukraine historisch und
- kulturell keine Eigenständigkeit besitzt dass sie quasi ein Teil Russlands ist diese großrussische Perspektive dominiert bis heute nicht nur aktuelle
- Debatten wie etwa darüber ob die ukrainische Volksrepublik die von 1917 bis 1920 bestand und deren Grenzen sie s hier sehen
- können ob diese Volksrepublik ein souveräner Staat war der russische Präsident bestreitet dies viel mehr sind auch kirchengeschichtliche
- Veröffentlichung nicht frei von dieser großrussischen Perspektive etwa der an sich wichtige Quellenband von mir oft genutzte Quellenband im übrigen die
- orthodoxe Kirche in Russland Dokumente ihrer Geschichte hier ist deshalb ein Perspektivwechsel verlangt das sorgfältige bemühen die historische
- Überlieferung möglichst unverstellt jenseits ideologischer Vereinnahmung in den Blick zu nehmen zweitens die kirchliche Situation
- in beiden Ländern ist aufmerksam zu verfolgen wobei die Solidarität mit den Opfern des Angriffskrieges nicht dazu führen darf dass übersehen wird was es
- an bedenklich Entwicklung möglicherweise auch in der Ukraine gibt so wirft etwa der jüngste Länderbericht von Missio und Renovabis der gemeinsam von der
- katholischen Theologin Regina Elsner aus Münster und der religionswissenschaftlerin Irina fenno aus Kiev verfasst worden ist dieser
- Bericht wenn man ihn liest wirft einmal mehr die Frage auf ob in der Ukraine das Recht auf Religionsfreiheit gegenwärtig gewahrt wird oder ob nicht im Zeichen
- einer stark aufgeheizten nationalen Stimmung Politik auf Kosten jener Kirche gemacht wird die ehemals mit dem Moskauer Patriarchat verbunden
- war sehr dankbar bin ich deshalb dass mein Kollege aus Kiev Professor Dr Sergi bordnik es möglich machen konnte in dieser Woche an der
- Fakultät zu sein er ist auch hier unter uns und uns von den aktuellen kirchlichen Entwicklung zu berichten drittens es sind neue Wege des
- Kontakts mit dem Moskau patrechat zu finden das ist sicherlich der schwierigste Punkt aber er scheint mir unerlässlich und zwar auf folgendem
- Grund das Moskauer Patriarchat darf nicht allein denjenigen überlassen werden die es offiziell repräsentieren und die zurzeit ihre Macht etwa dazu
- nutzen Priester zu S ieren bisin zur Entlassung aus dem Amt weil sie sich für den Frieden einsetzen es gibt mittlerweile wieder
- desidenten der russischorthodoxen Kirche und gerade für diejenigen die wie ich seit vielen Jahren mit dieser Kirche verbunden sind sehe ich es als
- Verpflichtung an ihre Stimmen zu hören und zur Geltung zu bringen deshalb ich auch sehr dankbar bin dass sie lieber Vater andre heute unter uns
- sind ich komme zum Schluss verehrte Liebe gästste nachdem ich Ihnen von der vielschichtigen Bedeutung des Faches einen Eindruck zu Mitteln versucht habe
- zu vermitteln versucht habe möchte ich am Schluss wenigstens noch erwähnen was die omene für mich über die skizzierten
- inhaltlichen Fragen hinaus so faszinierend macht es sind die persönlichen Begegnungen die Freundschaften die
- daraus mit der Zeit entstanden sind und für die ich sehr dankbar bin davon mehr zu erzählen das ist hier sicherlich nicht
- im Rahmen einer akademischen Antrittsrede der rechte Ort meine studentische Hilfskraft herleander Knop hat jedoch etwas vorbereitet das in
- diese Richtung geht ich möchte Ihnen deshalb für Ihre Aufmerksamkeit bis hier her danken und übergebe an Herrn Knop das
- Wort
Zum Nachlesen
KirchengeschichteDie Kirchengeschichte ist eine Teildisziplin der Theologie und der Geschichtswissenschaft. Sie befasst sich sowohl mit der Dogmengeschichte bzw. der …
Geschichte der ÖkumeneGeschichte der Ökumene beschreibt den Teil der Kirchengeschichte, der Spaltung und Einheit der Christen betrifft. ... Christentum, dem Glauben und der Religion.
ReligionstheologieIn der klassischen Religionstheologie werden drei Modelle für die Verhältnisbestimmung des Christentums zu anderen Religionen unterschieden: der Exklusivismus …
Interkulturelle TheologieInterkulturelle Theologie ist eine Disziplin der Theologie und fachlich zwischen Missionswissenschaft und Religionswissenschaft anzusiedeln.