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Warum wurde Cäsar ermordet? | Ganze Folge Terra X | MrWissen2go

Terra X History43:30 3,3 Mio. Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 324 Zeilen
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  1. Terra X - Ein Moment in der Geschichte - Caesar - 06.12.2020 Caesar. Erfolgreicher Herrscher.
  2. Aber auch eitler Selbstdarsteller. Umjubelter Feldherr,
  3. der an der Spitze der römischen Republik steht. Und genau diese zu Fall bringen wird.
  4. Schon im alten Rom gilt wie heute: Politik kennt keine Freunde. Auf seinem Weg nach oben hat sich Caesar viele Feinde gemacht.
  5. Für sie ist er ein Tyrann, den es zu beseitigen gilt. Dies ist die Geschichte einer mörderischen Intrige.
  6. Wir halten die Zeit in entscheidenden Momenten der Geschichte an. Und ermitteln, warum der mächtigste Mann Roms sterben musste.
  7. Mit insgesamt 23 Messerstichen soll Caesar getötet worden sein. Aber die Ermordung Caesars ist nicht irgendein Mord.
  8. Dieses Attentat bedeutet nicht nur das Ende für Caesar, sondern auch das Ende für knapp 500 Jahre römische Republik.
  9. Es ist einer der grössten Wendepunkte der Geschichte. Ein Moment, der den Weltenlauf verändert hat.
  10. Doch war Caesar wirklich ein Tyrann? Wie wurde das Attentat auf ihn gerechtfertigt?
  11. Die Attentäter kennt Caesar nur zu gut. Unter ihnen sind auch seine Vertrauten.
  12. Der bis heute wohl bekannteste Caesar-Mörder ist Brutus. Marcus Iunius Brutus. Er ist Caesars Freund.
  13. Und einigen Gerüchten zufolge sogar sein Sohn. Trotzdem wird er Caesar verraten zum Wohle der Republik.
  14. So glaubt er zumindest. Aber die Verschwörung initiiert hat ein anderer, nämlich Cassius.
  15. Gaius Cassius Longinus. Er fühlt sich und die jahrhundertealte
  16. römische Aristokratie durch Caesar bedroht. Und gibt alles, um ihn aus dem Weg zu räumen.
  17. Ohne diesen Mann namens Decimus wäre das Attentat nicht geglückt. Decimus Iunius Brutus Albinus.
  18. Ein treuer Gefolgsmann Caesars. Doch auch er wird sich am Ende auf die Seite der Verschwörer schlagen.
  19. Was hat diese Männer dazu bewogen, Caesars Leben ein Ende zu setzen? Finden wir es heraus.
  20. In einem der bekanntesten Mordfälle der Geschichte voller schöner Frauen. Dunkler Geheimnisse.
  21. Böser Vorahnungen. Und unerwarteter Momente.
  22. Rom im Oktober 45 vor Christus. Zu diesem Zeitpunkt ist Rom eine Republik.
  23. Doch die ist gebeutelt von jahrzehntelangen Bürgerkriegen. Der letzte ist gerade erst beendet.
  24. Und ein Mann, dessen Name auch heute, mehr als 2000 Jahre später noch jedem ein Begriff ist, hat ihn für sich entschieden:
  25. Gaius Iulius Caesar. Caesar, ein Name, der bis heute das Synonym für Herrschaft ist.
  26. Im alten Rom spricht man ihn "Julius Kaisar" aus. Die Herrschertitel Zar oder Kaiser gehen auf seinen Namen zurück.
  27. Auch der Juli ist bis heute nach Caesars Geburtsmonat benannt. Heimgekehrt von einem Spanienfeldzug,
  28. macht er sich bereit für seinen grossen Triumphzug durch Rom. Es ist der Moment, in dem sich Caesar als römischer Imperator
  29. für einen Tag lang über alles erheben darf. Er weiht seinen Sieg Jupiter, dem höchsten Gott der Römer.
  30. Und bemalt sein Gesicht rot wie die Jupiterstatue auf dem Kapitol. Caesar steht als Konsul und Diktator an der Spitze des römischen Reiches,
  31. das sich vom Euphrat bis an den Atlantik, von der Sahara bis an den Rhein erstreckt.
  32. Seine größte militärische Errungenschaft: Er unterwirft Gallien, das heutige Frankreich.
  33. Caesar verfügte über die größte militärische Macht der damaligen Zeit.
  34. Es gab niemanden, der ihm Konkurrenz machen konnte. Alle Macht lag in den Händen dieses Mannes.
  35. Und genau das ist ein Problem. Rom ist damals eine Republik. Das leitet sich ab vom lateinischen "Res Publica"
  36. und bedeutet "die öffentliche Sache". Das heißt, im Staat trifft nicht ein einzelner politische Entscheidungen.
  37. Machtzentrum ist der Senat. Ein Gremium aus bis zu 1.000 erfahrenen Beamten,
  38. die so gut wie alle der aristokratischen Oberschicht entstammen.
  39. Und genau diese lenkt seit Jahrhunderten die Geschicke Roms. Bis jetzt.
  40. Das ganze Selbstbewusstsein Caesars und die ganze Ideologie hinter seiner Alleinherrschaft ist, dass er fest davon überzeugt ist,
  41. dass er das alles besser macht als die anderen. Er hat ja in Teilen sogar recht gehabt.
  42. Caesar ist nicht nur der bis dahin erfolgreichste römische Feldherr. Er hat es in den vergangenen Jahren durch geschickte Bündnisse,
  43. aber auch durch zahlreiche Rechtsbrüche geschafft, alle seine Gegner zu besiegen.
  44. Für ihn ist dieser Triumphzug im Oktober 45 vor Christus vor allem eine politische Machtdemonstration.
  45. Er ahnt nicht, dass sich schon bald eine Verschwörung gegen ihn in Gang setzen wird, um ihn zu töten.
  46. Bei einem Triumphzug im alten Rom darf eine Sache nicht fehlen: der Lorbeerkranz.
  47. Mit ihm ehrt man den Triumphator für seinen Sieg. Aber Caesar feiert heute keinen Sieg über fremde Herrscher.
  48. Er feiert seinen Sieg über seine Gegner in Rom. In den vergangenen Jahren hat er sie systematisch ausgeschaltet
  49. und den Senat in großen Teilen mit seinen Günstlingen besetzt. Und auch wenn Rom zu diesem Zeitpunkt
  50. offiziell noch eine Republik ist. Alle wissen: Caesar hat das Sagen. Und zwar allein.
  51. Caesar ist sich seiner uneingeschränkten Macht sicher. Zu sicher? Auch im alten Rom kommt Hochmut vor dem Fall.
  52. Doch heute lässt Caesar sich feiern. Bei der einfachen römischen Stadtbevölkerung hat er sich
  53. mit üppigen Gladiatorenspielen, Geldgeschenken und Getreidespenden beliebt gemacht.
  54. Warum also wird ausgerechnet gegen Caesar intrigiert? Aus jener Zeit gibt es nur wenige,
  55. oft nur fragmentarisch erhaltene Quellen. Berühmte Caesar-Biografien liefern der griechische Schriftsteller
  56. Plutarch sowie der römische Schriftsteller Sueton. Beide lebten aber rund 100 Jahre nach Caesar.
  57. Vieles, was wir heute wissen, stützt sich also auf Überlieferungen. Auf seiner Fahrt zum Tempel des Jupiter
  58. soll ein Ritual den Sieger an seine Sterblichkeit erinnern. Während des Triumphzugs flüstert ihm ein Sklave
  59. fortwährend einen Satz ins Ohr: Bedenke, dass auch du ein Mensch bist.
  60. Bedenke, dass auch du ein Mensch bist. Für Caesar kommt diese Botschaft bereits zu spät.
  61. Dieser Moment des Triumphes, der gehört dem Triumphator. Und in dem Moment darf er sozusagen
  62. eine quasi göttliche Stellung einnehmen. Das Problem ist, dass Caesar dann nach dem Triumph
  63. nicht das Übliche tut: Wieder zurückzukehren,
  64. zurückzutreten in das Glied der Senatoren. Sondern Caesar beansprucht diese Position,
  65. diese Sonderrolle auch weiter. Um seine Bedeutung zu unterstreichen, tut Caesar das,
  66. was schon andere große Herrscher vor ihm getan haben: Er lässt sich Bauwerke als Denkmal setzen. Und Caesar setzt einen drauf.
  67. Sich und seiner Familie zu Ehren lässt er neben dem Forum Romanum, dem Zentrum des politischen, wirtschaftlichen und sozialen Lebens,
  68. sein eigenes Forum errichten: das Forum Iulium oder auch Caesarforum.
  69. Die Historikerin Silvia Ripa weiß, was Caesar damit kundtun wollte. Von dem Moment an, in dem es ihm gelingt, ein Forum zu errichten
  70. und das Forum Romanum umzugestalten, haben wir zum ersten Mal überhaupt in der Geschichte Roms den Fall,
  71. dass jemand als Privatperson gestalterischen Einfluss nimmt. Das beweist, wie sehr Caesar seine Macht demonstriert,
  72. während Rom von der republikanischen Krise auseinandergerissen wird. Eine Krise, die die römische Republik bereits seit Jahren zerbrechen lässt.
  73. Der Senat, einst das zentrale politische Organ Roms, hat kaum noch etwas zu sagen.
  74. Jetzt tanzen alle nach Caesars Pfeife. Caesar lässt sein Forum errichten, um die Tatsache zu betonen,
  75. dass von diesem Zeitpunkt an alle römischen Institutionen, die durch die Forumsgebäude vertreten sind,
  76. unter seiner Kontrolle stehen. Auch der Sitz des Senats. Die Tatsache, dass Caesar in Zukunft seine Macht
  77. direkt neben dem Forum Romanum zur Schau stellt, bedeutet, dass er seine Herrschaft
  78. auf die republikanischen Institutionen ausdehnt. Eine Tatsache, die den alteingesessenen Senatoren
  79. gar nicht gefällt. Seit Caesars Triumphzug sind gut vier Monate vergangen.
  80. In dieser Zeit hat der Senat Caesar mit Titeln und Ehrungen geradezu überhäuft.
  81. Der Grund: Caesar hat den Senat in großen Teilen mit seinen Günstlingen besetzt.
  82. Und ihn von 600 Mitgliedern auf 900 aufstocken lassen. Marcus Antonius, mein Freund.
  83. Dieser Tag wird Caesars Ende einleiten. Denn ab heute trägt er nicht nur den Titel Diktator.
  84. Er wird die Diktatur auf Lebenszeit antreten. Eine Ehrung, die ihm von seinen Schmeichlern angetragen wurde
  85. und ihn quasi zum König Roms macht. Doch ihren letzten König haben die Römer vor 500 Jahren vertrieben.
  86. Den Römern, vor allem den traditionsbewussten aristokratischen Eliten, ist ihre Republik heilig.
  87. Die Vorstellung einer Monarchie mit Caesar an der Spitze ist so manchem Senator unerträglich.
  88. Welch Dreistigkeit. Ist nun jeden Tag Triumphzug, oder weshalb trägt Caesar fortwährend
  89. den goldenen Lorbeerkranz und das Purpurgewand? Wenngleich ihm der Senat diese Ehre gewährt,
  90. er verhält sich wie ein König. Caesar ist schlau genug, die Vorwürfe, er wolle König sein,
  91. abzuschmettern. Er weiß, dass das in Rom einem Selbstmord gleichkäme.
  92. Trotzdem kokettiert und provoziert er mit seinem Auftreten. Ehrwürdige Väter.
  93. Es ist unsere gemeinsame Pflicht, den Frieden, den ich schuf in Rom und den Provinzen, auf ewig für unser Volk zu bewahren.
  94. Und niemand sollte an meiner Entschlossenheit zweifeln, dass ich einen jeden bestrafen werde,
  95. der es wagt, den Frieden in Rom zu gefährden. Das ist die caesarische Haltung: Es gibt einen Kern.
  96. Und den wird er durchdrücken, egal, was die anderen darüber denken. Für das römische Volk. Dass ich nicht lache!
  97. Als ob dieser selbstherrliche Tyrann irgendetwas auf das Volk oder den Senat geben würde.
  98. Caesars Mitkonsul und Freund Marcus Antonius ahnt, dass einige Senatoren nicht hinter Caesar stehen.
  99. Nimm dich in acht, Caesar. Und warnt ihn.
  100. Nicht alle sind dir wohlgesonnen. Einige von ihnen sind Heuchler. Sie verabscheuen dich. Unterschätze sie nicht, mein Freund.
  101. Sie haben mich derart mit Ehrungen und Kompetenzen überhäuft. Sie haben mir ...
  102. Sie haben mir die Diktatur auf Lebenszeit angeboten. Warum soll ich mich vor ihnen fürchten? Nein.
  103. Nun können sie ohnehin keine mutige Tat mehr planen. Sie wissen: Ohne mich entstehen wieder Chaos und Bürgerkrieg.
  104. Das werden sie nicht wagen. Damit würden sie alles zerstören, was ihnen wertvoll erscheint.
  105. Und ihnen den Rest ... Und ihnen den Rest an Einfluss rauben,
  106. den sie unter mir noch haben. Nein, die Republik ist ein Nichts.
  107. Und niemand wird sie wieder zum Leben erwecken können. Caesar war ein unheimlich erfolgreicher Politiker.
  108. Aber auch ein skrupelloser Politiker, der "Über Leichen gegangen ist".
  109. Und die römische Republik aus Eigennutz und im Eigeninteresse zerstört hat.
  110. Diese Republik war schon am Zerfallen, keine Frage. Aber den letzten Schlag hat ihr Caesar versetzt.
  111. Wahrscheinlich ist Caesar die Staatsform Roms egal. Fast wirkt es, als stolpere der eitle Herrscher
  112. eher planlos in eine Art Monarchie. Der Begriff Diktator ist im alten Rom nichts Negatives und nicht
  113. mit dem Begriff des Diktators, wie wir ihn heute kennen, gleichzusetzen.
  114. Ein solches Amt wird befristet in Krisenzeiten ausgerufen. Niemand soll eine unbegrenzte Herrschaftsgewalt bekommen.
  115. So wie sie einst die römischen Könige vor der Republik hatten. Caesar ist mit der Ernennung zum Diktator auf Lebenszeit
  116. auf dem Höhepunkt seiner Macht. Seinen Kritikern und Gegnern geht das zu weit.
  117. Jetzt ist allen klar: Caesar denkt nicht daran, den Senat wieder mitbestimmen zu lassen.
  118. Solange Caesar lebt, wird er die Geschicke Roms allein bestimmen. Kein Römer vor ihm hat das jemals gewagt.
  119. Sind Caesar Erfolg und Ruhm zu Kopf gestiegen? Er stellt seine Macht offenkundig zur Schau, auch hiermit:
  120. Er ist der erste Römer, der sich schon zu Lebzeiten auf Münzen verewigen lässt.
  121. In der Staatlichen Münzsammlung in München finden sich mehr als 300.000 Objekte aus über 2000 Jahren.
  122. Darunter auch zahlreiche Münzen aus der Zeit Caesars. Kay Ehling ist Althistoriker und Oberkonservator der Sammlung.
  123. In der Ausstellung ist jedoch nur ein Bruchteil der Geldstücke zu sehen. Viele von ihnen sind von unschätzbarem Wert
  124. und lagern sicher im Archiv der Sammlung. Da aus der Zeit der späten römischen Republik sonst kaum Relikte erhalten
  125. sind, sind Münzen für die Wissenschaft enorm wichtig. Für die Rekonstruktion und Interpretation dieser Epoche.
  126. Bis zu diesem Zeitpunkt lassen sich nur die griechischen Könige zu Lebzeiten auf Geldstücken verewigen.
  127. Die Römer ehren Götter oder große Römer sonst nur posthum auf diese Weise.
  128. Caesar bricht also abermals mit römischen Sitten und folgt lieber der Tradition hellenistischer Könige.
  129. Ich denke, dass er sich davon etwas versprochen hat. Sonst hätte er was anderes auf die Vorderseiten setzen lassen.
  130. Er möchte mit seinem Bild auf den Münzen erscheinen. Er will damit sagen:
  131. Seht her, ich bin Caesar, ich bin der Monarch im römischen Staat. An mir führt kein Weg mehr vorbei.
  132. Das demonstriert er damit auch der Öffentlichkeit: Ich bin der Größte.
  133. Münzen sind das Massenmedium der Antike. Sie sind im ganzen Imperium im Umlauf.
  134. So wissen auch Menschen, die Caesar nie zu Gesicht bekommen, wie er aussieht.
  135. Es war schlau von ihm, sich darstellen zu lassen. In Bezug auf seine Soldaten und die stadtrömische Bevölkerung,
  136. bei der er sehr beliebt war. Er zeigt, sie können die nächsten Jahre und Jahrzehnte
  137. auf Caesar bauen, auf seine Großzügigkeit. Die Opposition gegen Caesar sah darin einen erneuten Beweis,
  138. dass der Mann jetzt größenwahnsinnig wird. Dass es nie wieder diese Gleichheit unter den Senatoren geben wird.
  139. Das war für einen römischen Senator schwer erträglich. Die standen in einem dauernden Wettkampf, der Beste sein zu wollen.
  140. Wenn Caesar das nicht mehr zulässt, diesen Wettkampf unterbindet, entsteht unter diesen hohen Männern dann eine Unzufriedenheit.
  141. Unzufrieden und zugleich ohne Einfluss. Caesar ist schlicht zu mächtig, seine Anhängerschaft zu groß.
  142. Doch ein Mann will das nicht länger hinnehmen. Sein Name: Cassius. Er kämpfte im Bürgerkrieg gegen Caesar, wurde aber von ihm begnadigt.
  143. Er bekleidet ein hohes Richteramt in Rom. Trotzdem fühlt er sich durch Caesar zurückgestellt.
  144. Die Aristokraten betrachteten die römische Republik als ihre politische Heimat.
  145. Sie betrachteten es als ihr Grundrecht, hier die Macht auszuüben.
  146. Das nahm ihnen Caesar weg. Damit nahm er ihnen das, was sie unter Freiheit verstanden.
  147. Freiheit im republikanischen Sinn: Die Freiheit der Aristokratie, zu herrschen.
  148. Kurz nach Caesars Antritt der Diktatur auf Lebenszeit stattet Cassius seinem Schwager Brutus einen Besuch ab.
  149. Sei gegrüßt, Brutus. - Schön, dich zu sehen, Cassius. Mein Schwager. Wie geht es dir? - Gut.
  150. Doch an diesem Abend geht es nicht um die täglichen Geschäfte. Cassius ist aus einem ganz bestimmten Grund gekommen.
  151. Brutus, auf ein Wort. Wir Senatoren sind Herren, keine Diener, nicht wahr?
  152. Also wollen wir nun Rom zur Seite stehen, oder diesem skrupellosen überheblichen Egoisten?
  153. Wenn wir keine Entscheidungen mehr treffen dürfen, was ist unsere Republik denn dann noch wert?
  154. Brutus, es ist unsere Pflicht, Rom von diesem Tyrannen zu befreien! Ich brauche dich! Rom braucht dich!
  155. Cassius, du und ich haben Caesar viel zu verdanken. Am Ende sogar unser Leben.
  156. Nur durch seine Gnade blieb uns das Schwert erspart. Aber du hast recht, er tritt die Republik mit Füßen.
  157. Cassius gehört zu jenen Männern, die durchaus das Lebensgefühl der alten römischen Aristokratie widerspiegelten.
  158. Man muss vielleicht insgesamt sagen oder noch einmal betonen, dass Caesar der römischen Aristokratie quasi
  159. die Lebensader durchgeschnitten hatte. Und in dem Empfinden von Männern wie Cassius
  160. hatte er damit ein Tabu gebrochen. Dass es durchaus legitim erscheinen ließ, ihn dafür zu beseitigen.
  161. Es reicht! Mit Caesar als Diktator auf Lebenszeit ist die Republik am Ende!
  162. Wie lange noch sollen wir uns seine Spielchen gefallen lassen? Er verhöhnt unsere Traditionen
  163. und ändert altes Recht zu seinen Gunsten. Das einfache Volk beeindruckt er mit seinen Spenden, den Spielen,
  164. Bauten und allem! Aber uns ...
  165. Es ist der Moment, in dem Cassius zum Begründer der Verschwörung gegen Caesar wird.
  166. Für ihn ist Caesar ein Tyrann. Und Tyrannen müssen sterben.
  167. Das gebietet die Tradition. Doch seinen Plan kann er nicht alleine umsetzen.
  168. Er braucht Brutus. Nur mit ihm an seiner Seite kann das, was er vorhat, gelingen.
  169. Brutus ist ein unheimlich wichtiges Moment in dieser Verschwörung. Denn Brutus ist sozusagen die Metapher für die alte Republik.
  170. Man braucht Brutus, vor allen Dingen seinen Namen, um die Verschwörer-Gruppe nach innen und nach außen zu legitimieren.
  171. Brutus ist ein Nachfahre jenes Mannes, der den letzten tyrannischen König Roms gestürzt hatte.
  172. Und die Republik ins Leben gerufen hatte. Es gab eine Menge von Leuten, die als Bedingung sozusagen
  173. die Teilnahme des Brutus an dieser Verschwörung definierten. Nur unter dieser Bedingung würden sie selbst teilnehmen.
  174. Uns bleibt nichts übrig Wir müssen den Tyrann stürzen, Brutus! Caesar muss sterben!
  175. Hilf mir, die Senatoren von diesem Vorhaben zu überzeugen. Du hast recht. Caesar ging zu weit.
  176. Doch ein Mord ... - Mord, ja! Ja, Mord. Hör zu.
  177. Caesar wird Rom sehr bald verlassen. Die Legionen stehen schon bereit.
  178. Genau hier und hier. Wenn wir jetzt nicht handeln, ist es zu spät.
  179. Nachdem Caesar Gallien im Westen unterworfen hat, ist sein nächstes großes Ziel das Partherreich im Osten.
  180. Den Verschwörern bleibt nicht mehr viel Zeit. Caesar will schon in knapp einem Monat in Richtung Osten aufbrechen.
  181. Macht er das, wird er einige Jahre fort sein. Trotzdem bleibt er durch sein Amt als Diktator auf Lebenszeit
  182. der Alleinherrscher in Rom, auch während seiner Abwesenheit. Und sollte Caesar siegreich vom Feldzug zurückkehren,
  183. dann wäre er der größte Feldherr und Herrscher, den Rom je gesehen hätte. Wenn ein Attentat auf Caesar verüben, dann also jetzt.
  184. Eine Sache scheint das Vorhaben der Verschwörer geradezu zu bekräftigen: Caesar hat seine Leibwache entlassen.
  185. Eine Entscheidung, die vielen merkwürdig erscheint. Durch die vielen Ehrungen der letzten Zeit
  186. fühlt sich Caesar anscheinend unantastbar. Dass ausgerechnet seine Vertrauten ein Attentat auf ihn planen,
  187. damit hat er sicher nicht gerechnet. Und Brutus? Er steht vor einer schweren und folgenreichen Entscheidung.
  188. Was denkst du wohl, wiegt schwerer? Dem Staat die Treue zu brechen oder einem Einzelnen?
  189. Brutus, Caesar zerstört das Fundament unseres Staates. Wir haben folglich nicht nur das Recht, sondern die Pflicht,
  190. ihn zu töten. Und das möglichst bald.
  191. Noch zögert Brutus, doch die Zeit läuft. Während die Verschwörung unter einigen Gegnern Caesars
  192. weitere Anhänger findet, gibt es noch jemanden, der ordentlich Öl ins Feuer gießt.
  193. Diese Person lebt seit zwei Jahren als Caesars Geliebte am Stadtrand von Rom und ist keine geringere als:
  194. Kleopatra. Caesar lernt sie während des Bürgerkrieges in Ägypten kennen. Die beiden haben sogar einen gemeinsamen Sohn.
  195. Für die Römer ist die ägyptische Königin eine ungeheure Provokation. Zu ihren Partys gehen sie trotzdem gerne.
  196. Seht mal, wer da ist. * dramatische Musik *
  197. Meinst du, er will König an ihrer Seite in Alexandria werden? In Alexandria, Kindchen? In Rom!
  198. Ah, Cicero! Dass du gekommen bist, bereitet mir große Freude. In Eurer Gegenwart, Königin, fühle ich mich wohl.
  199. Hast du nicht gerade verlauten lassen, Könige müsse der Senat in Stücke reißen?
  200. So sei es der Väter Sitte? Wir sind Römer, mit Verlaub, keine Perser oder Griechen.
  201. Wir sind eine freie Bürgerschaft. Alleinherrschaft ist für uns Tyrannei, Unfreiheit.
  202. Und damit könnten wir uns niemals abfinden. Aber die Könige des Ostens achten wir,
  203. sofern sie Frieden mit unserer Republik halten. Und vor allem respektieren wir Euch, meine Königin.
  204. Aber was ist so schlimm an einem König, hm? Wie lange schon wird Eure Republik von Bürgerkrieg zerrissen?
  205. Und die Völker reißt Ihr mit in Verderben und Krieg. Ihr verdient einen Mann, der Frieden und Einheit stiftet.
  206. So einen wie Alexander den Großen. Aber ich lese gerne mal deine Schrift über die Republik.
  207. Der römische Schriftsteller Cicero ist anfangs noch ein Bewunderer Caesars, mittlerweile aber einer seiner schärfsten Kritiker.
  208. Wir müssen ihn beseitigen, ehe es zu spät ist. Alle sind sich einig.
  209. Doch ohne Brutus kein Anschlag, so die Bedingung einiger Verschwörer. Der Druck auf ihn wächst.
  210. Geheime Botschaften an den Wänden Roms fordern ihn dazu auf, zur Tat zu schreiten.
  211. Für Brutus keine leichte Entscheidung. Denn Caesar hat ihn gefördert, mehr als andere.
  212. Brutus' Mutter Servilia ist lange Zeit die Geliebte Caesars. Es gibt sogar Gerüchte, er sei sein Sohn.
  213. Doch Brutus will, ganz im Sinne seiner Vorfahren und seines großen Namens, die Republik retten.
  214. So entscheidet er sich für die Republik und gegen Caesar. Der Kreis der Verschwšrer wächst innerhalb weniger Wochen
  215. auf 60 Senatoren an. Ein Wunder, dass Caesar noch nichts davon weiß.
  216. Wo doch in Rom nichts lange geheim bleibt. Es muss schnell gehen, ehe Caesar davon erfährt.
  217. Am 18. März will er zum Feldzug aufbrechen. Der Tag des geplanten Attentats steht fest.
  218. Ein Sklave überreicht die Botschaft seines Herren an einen anderen Sklaven, dessen Besitzer eingeweiht werden soll.
  219. Das hier ist quasi das Notizbuch im alten Rom. Solche Wachstäfelchen verwendet man damals, um seine Gedanken
  220. aufzuschreiben oder um Botschaften zu überbringen. Diese Botschaft wirkt auf den ersten Blick unauffällig:
  221. Idibus Martiis, das bedeutet: Die Iden des März, also der 15. des Monats März.
  222. Nur ein Datum, aber es ist das Datum, das sich die Verschwörer für ihr geplantes Attentat ausgesucht haben.
  223. Jetzt, wo Brutus der Verschwörung beigetreten ist, gibt es kein Zurück mehr. Und: Es soll nicht irgendwo passieren:
  224. Die Senatoren haben beschlossen, dass der Mord ein Zeichen setzen soll.
  225. Sie wollen kundtun, dass man den Tyrannen Caesar zum Wohle der Republik opfert.
  226. Genau deshalb soll der Mord am helllichten Tag in aller Öffentlichkeit passieren: bei einer Versammlung im Senat.
  227. Die Senatoren, die Caesar gedemütigt und entmachtet hat, wollen so zu alter Stärke zurückfinden.
  228. Und das Zusammenspiel zwischen Aristokratie und Volk wieder herstellen.
  229. 15. März 44 v. Chr. Es wird, so wie es die Verschwörer geplant haben, der letzte Tag im Leben Caesars sein.
  230. Der Countdown zu seiner Ermordung läuft. In wenigen Stunden findet die letzte Senatsversammlung
  231. vor dem Feldzug statt. Seine Ehefrau Calpurnia plagen jedoch böse Vorahnungen.
  232. Ich fühle mich nicht gut. Es scheint, als wäre mir der viele Wein gestern Abend
  233. bei Lepidus nicht bekommen. Ach Geliebter, geh nicht.
  234. Ich habe geträumt, sie wollen dich ermorden. Schick Marcus Antonius zur Versammlung.
  235. Er soll den Senatoren sagen, dass du dich unwohl fühlst. Es ist der Moment, in dem Caesars Ehefrau, die mit der
  236. Verschwörung nichts zu tun hat, fast die Geschichte verändert hätte. Bis heute ist zwar nicht belegt, dass die Szene so stattgefunden hat.
  237. Doch die antiken Historiker überliefern es so. Ganz im Sinne großer Tragödien.
  238. Berichten zufolge überlegt Caesar tatsächlich, der Senatsversammlung fernzubleiben.
  239. Für die Verschwörer wäre das eine Katastrophe. Er muss überredet werden, zur Versammlung zu gehen.
  240. Ave Caesar. - Sei gegrüßt, Decimus. Deshalb schicken die Verschwörer Decimus.
  241. Er genießt Caesars uneingeschränktes Vertrauen. Es war eine ziemlich lange Nacht.
  242. Decimus hat viele Jahre als Offizier unter Caesar gedient. Und ist sein Freund.
  243. Bis heute weiß man nicht genau, warum ausgerechnet er sich den Verschwörern angeschlossen hat.
  244. Für die Verschwörer ist er auch wichtig, weil er eine große Gladiatorentruppe in Rom unterhält.
  245. Die soll die Aufständischen nach dem Attentat schützen. Das zeigt zum einen die Entschlossenheit der Verschwšrer,
  246. das jetzt auch durchzuziehen. Wenn sie nichts gemacht hätten, dann wäre Caesar
  247. mehr oder weniger im Partherkrieg gewesen. Dann wären sie erst mal nicht an ihn herangekommen.
  248. Dann hätten sie die Verschwörung begraben müssen. Ich bin etwas besorgt.
  249. Calpurnia hatte böse Vorahnungen letzte Nacht. Hör nicht auf solch bedeutungsloses Weibergeschwätz.
  250. Will sich der mächtigste Mann Roms davon etwa einschüchtern lassen? Die Senatoren warten auf dich, mein Freund.
  251. Sie zu versetzen wäre äußerst unhöflich und mehr noch: Es ist die letzte Senatsversammlung, ehe du zum Feldzug aufbrichst.
  252. Du hast recht. Lass uns in den Senat gehen. Jetzt gibt es kein Zurück mehr.
  253. Caesar macht sich auf den Weg zum Theater des Pompeius auf dem Marsfeld.
  254. Der Senat tagt an diesem Tag hier, da auf dem Forum Bauarbeiten stattfinden.
  255. Heute liegt der Großteil des Komplexes begraben unter dem modernen Rom.
  256. Einige Überreste sind erhalten. Hier fand das Attentat statt.
  257. Aus heutiger Sicht eine ungeheure Gewalttat. Denn in einer Demokratie herrscht Gewaltenteilung.
  258. Hier entscheiden nicht einige wenige über Leben und Tod. Die Archäologin Dr. Monica Ceci hat den Ort der Ermordung Caesars
  259. miterforscht und erklärt, warum die Verschwörer keinen anderen Ausweg sahen.
  260. Ein Tyrann muss getötet werden. Das gebietet die republikanische Ordnung.
  261. Sie sieht keinen Tyrannen oder einen immerwährenden Diktator vor. In diesem Moment sind diejenigen, die sich der Verschwörung
  262. gegen Caesar angeschlossen haben, absolut überzeugt davon, richtig zu handeln.
  263. Sie sehen ihr Vorhaben als legitime, notwendige Operation, um die republikanische Ordnung wieder herzustellen,
  264. die Caesar in Gefahr gebracht hat. Die Nachricht über das geplante Attentat scheint,
  265. zumindest gerüchteweise, schon unter der römischen Stadtbevölkerung zu kursieren.
  266. Überlieferungen zufolge eilt auf dem Weg in den Senat ein Mann an Caesars Sänfte, um ihn zu warnen:
  267. ein griechischer Lehrer namens Artemidoros. Caesar! - Halt!
  268. Sieh dich vor. Lies das. Hätte diese Warnung Caesar vor dem Tod bewahren können?
  269. Bis heute wird gerätselt: Was wusste Caesar? Begab er sich absichtlich in Gefahr?
  270. Ob diese Szene wirklich so stattgefunden hat, weiß man bis heute nicht.
  271. Aber es ist möglich, dass Caesar von der Verschwörung gewusst oder zumindest geahnt hat.
  272. Warum er trotzdem zur Senatsversammlung geht? Er glaubt, das Glück, die Göttin Fortuna, auf seiner Seite zu haben.
  273. Außerdem würde ein Attentat auf ihn, da ist sich Caesar sicher, Rom in neue Bürgerkriege stürzen.
  274. Welcher Gegner würde das schon riskieren? Diese Warnung, die vielleicht die Namen einiger Verschwšrer enthält?
  275. Im alten Rom kommt es oft vor, dass Menschen Caesar Nachrichten zustecken.
  276. Oft sind es nur Bittbriefe. Oft reicht Caesar diese Briefe einem Mitglied seines Stabs weiter.
  277. So wird er es auch mit dieser Nachricht tun. Hätte er sie gelesen, vielleicht wäre dann alles anders gekommen.
  278. Weiter! Caesar ignoriert auch diese Warnung.
  279. Und setzt seinen Weg zur Senatsversammlung fort. Das zeigt uns, dass diese Geschichten
  280. auch als Lehrstücke erzählt wurden. Und zu einem Lehrstück gehört es, dass der Mensch,
  281. der sich über die anderen erhebt, gewarnt wird, diese Hybris nicht weiterzutreiben, aber er hört nicht.
  282. Und am Ende scheitert er. Angeblich hat Caesar am Abend vor dem Attentat bei einem Abendessen
  283. unter Freunden auf die Frage, welcher Tod der beste sei, geantwortet: der unerwartete.
  284. Auch ein Seher namens Spurinna soll ihn schon früh vor diesem Tag, den Iden des März, gewarnt haben.
  285. Doch als Caesar ihn jetzt sieht, quittiert er die Vorahnung mit Überheblichkeit.
  286. Die Iden des März sind da. Da sind sie, aber noch nicht vorbei.
  287. Die "Iden des März" sind bis heute in vielen Sprachen eine Redewendung für bevorstehendes Unheil.
  288. William Shakespeare verwendet den Begriff in seinem Drama "Julius Caesar" und verhilft ihm so zu noch mehr Berühmtheit.
  289. Marcus Antonius! - Gaius Iulius! Wie geht es dir? - Gut, und dir?
  290. Sehen wir, was uns heute im Senat erwartet. Lass uns hineingehen.
  291. Als die beiden den Senat betreten wollen, wird Marcus Antonius in ein Gespräch verwickelt.
  292. Ein Ablenkungsmanöver. Denn die Verschwörer wissen: Marcus Antonius würde alles tun,
  293. um einen Mord an seinem Freund zu verhindern. Dass die Verschwörer sich allein auf Caesar konzentrierten
  294. war Teil des Tyrannenmordes. Deswegen ist es legitim, diesen Mord zu begehen.
  295. Hätte diese Gruppe auch Marc Anton umgebracht. Dann hätte sie ein Problem gehabt, sich zu legitimieren.
  296. Auf der anderen Seite war genau das der Fehler dieser Gruppe. Cicero sieht das als den größten Fehler der Verschwörer an,
  297. dass sie Marc Anton nicht mit ausgeschaltet haben. So geht Caesar alleine hinein.
  298. * Song: Don't you forget about me? * Noch glaubt Caesar, es sei eine Senatsversammlung wie jede andere.
  299. Wie so oft beginnt sie mit einer Bitte, die an ihn herangetragen wird.
  300. Großer Caesar, entschuldigt, konntet Ihr bereits darüber nachdenken, meinen Bruder zu begnadigen?
  301. Ach, ich mache mir noch Gedanken darüber. Ein weiteres Ablenkungsmanöver.
  302. Ein Senator namens Lucius Cimber setzt den ersten Stich. 22 weitere werden folgen.
  303. Allesamt ausgeführt von Menschen, denen Caesar vertraut hat. Unter ihnen auch Brutus.
  304. Die berühmten Worte "Et tu, Brute", auf Deutsch "Auch du, Brutus", hat Caesar vermutlich nicht gesagt.
  305. Sie stammen von Shakespeare. Die Geschichte Caesars ist die Geschichte eines grandiosen Aufstiegs
  306. zur Macht, und es ist die Geschichte eines kaltblütigen Verrats. Ein historischer und zugleich zeitloser Konflikt.
  307. 60 Senatoren wissen von der Verschwörung. Im Senat sind an diesem Tag rund 300.
  308. Die meisten von ihnen Anhänger Caesars. Sie können nicht glauben, was gerade passiert ist.
  309. Nach der Tat bekommen sowohl die Verschwörer als auch die, die nichts wussten, Panik.
  310. Alle flüchten aus dem Senatsgebäude. Und Caesar?
  311. Er lässt sich die letzte Würde nicht nehmen und bedeckt sein Gesicht mit seiner Toga.
  312. Ist der Tyrannenmord gerechtfertigt? Die Verschwörer glauben: ja. Tatsächlich erhalten sie vom Senat zunächst einen Straferlass.
  313. Die öffentliche Meinung aber wendet sich gegen sie. Alles kommt anders, als von den Verschwörern erhofft.
  314. Denn Caesars Anhänger gewinnen die Oberhand. Allen voran Marcus Antonius und Caesars Großneffe Octavian.
  315. Sie starten einen gnadenlosen Rachefeldzug gegen die Verschwörer. Und ganz wie Caesar es geahnt hatte, brechen erneut Bürgerkriege aus.
  316. Das Chaos endet erst, als Octavian den letzten Rivalen besiegt. Und der erste römische Kaiser unter dem Namen Augustus wird.
  317. Der römische Schriftsteller Sueton lässt Caesar in einem seiner Werke folgendes sagen:
  318. Keiner meiner Mörder überlebte mich länger als drei Jahre. Und keiner starb eines natürlichen Todes.
  319. Der eine ertrank nach einem Schiffbruch, der andere starb in der Schlacht.
  320. Brutus und Cassius nahmen sich mit demselben Dolch, mit dem sie mich verletzt hatten, das Leben.
  321. Caesars Tod leitet das endgültige Ende der römischen Republik ein. Das Attentat der Verschwörer war vergebens.
  322. Und Caesar? Er war und ist bis heute eine schillernde Figur. Ein Mann, dessen Name wie kein zweiter für Machtinstinkt steht.
  323. Bis heute gilt er als einer der erfolgreichsten Feldherren Roms. Sein Leben und die Umstände seines Todes faszinieren uns bis heute.
  324. Untertitel im Auftrag des ZDF, 2020

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