Warum wurde Cäsar ermordet? | Ganze Folge Terra X | MrWissen2go Terra X History https://www.youtube.com/watch?v=fZik_lylqYI Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Terra X - Ein Moment in der Geschichte - Caesar - 06.12.2020 Caesar. Erfolgreicher Herrscher. 0:29 Aber auch eitler Selbstdarsteller. Umjubelter Feldherr, 0:37 der an der Spitze der römischen Republik steht. Und genau diese zu Fall bringen wird. 0:43 Schon im alten Rom gilt wie heute: Politik kennt keine Freunde. Auf seinem Weg nach oben hat sich Caesar viele Feinde gemacht. 0:55 Für sie ist er ein Tyrann, den es zu beseitigen gilt. Dies ist die Geschichte einer mörderischen Intrige. 1:05 Wir halten die Zeit in entscheidenden Momenten der Geschichte an. Und ermitteln, warum der mächtigste Mann Roms sterben musste. 1:14 Mit insgesamt 23 Messerstichen soll Caesar getötet worden sein. Aber die Ermordung Caesars ist nicht irgendein Mord. 1:22 Dieses Attentat bedeutet nicht nur das Ende für Caesar, sondern auch das Ende für knapp 500 Jahre römische Republik. 1:29 Es ist einer der grössten Wendepunkte der Geschichte. Ein Moment, der den Weltenlauf verändert hat. 1:35 Doch war Caesar wirklich ein Tyrann? Wie wurde das Attentat auf ihn gerechtfertigt? 1:41 Die Attentäter kennt Caesar nur zu gut. Unter ihnen sind auch seine Vertrauten. 1:47 Der bis heute wohl bekannteste Caesar-Mörder ist Brutus. Marcus Iunius Brutus. Er ist Caesars Freund. 1:54 Und einigen Gerüchten zufolge sogar sein Sohn. Trotzdem wird er Caesar verraten zum Wohle der Republik. 2:01 So glaubt er zumindest. Aber die Verschwörung initiiert hat ein anderer, nämlich Cassius. 2:10 Gaius Cassius Longinus. Er fühlt sich und die jahrhundertealte 2:14 römische Aristokratie durch Caesar bedroht. Und gibt alles, um ihn aus dem Weg zu räumen. 2:20 Ohne diesen Mann namens Decimus wäre das Attentat nicht geglückt. Decimus Iunius Brutus Albinus. 2:27 Ein treuer Gefolgsmann Caesars. Doch auch er wird sich am Ende auf die Seite der Verschwörer schlagen. 2:35 Was hat diese Männer dazu bewogen, Caesars Leben ein Ende zu setzen? Finden wir es heraus. 2:42 In einem der bekanntesten Mordfälle der Geschichte voller schöner Frauen. Dunkler Geheimnisse. 2:50 Böser Vorahnungen. Und unerwarteter Momente. 3:09 Rom im Oktober 45 vor Christus. Zu diesem Zeitpunkt ist Rom eine Republik. 3:16 Doch die ist gebeutelt von jahrzehntelangen Bürgerkriegen. Der letzte ist gerade erst beendet. 3:22 Und ein Mann, dessen Name auch heute, mehr als 2000 Jahre später noch jedem ein Begriff ist, hat ihn für sich entschieden: 3:31 Gaius Iulius Caesar. Caesar, ein Name, der bis heute das Synonym für Herrschaft ist. 3:39 Im alten Rom spricht man ihn "Julius Kaisar" aus. Die Herrschertitel Zar oder Kaiser gehen auf seinen Namen zurück. 3:48 Auch der Juli ist bis heute nach Caesars Geburtsmonat benannt. Heimgekehrt von einem Spanienfeldzug, 3:54 macht er sich bereit für seinen grossen Triumphzug durch Rom. Es ist der Moment, in dem sich Caesar als römischer Imperator 4:03 für einen Tag lang über alles erheben darf. Er weiht seinen Sieg Jupiter, dem höchsten Gott der Römer. 4:09 Und bemalt sein Gesicht rot wie die Jupiterstatue auf dem Kapitol. Caesar steht als Konsul und Diktator an der Spitze des römischen Reiches, 4:19 das sich vom Euphrat bis an den Atlantik, von der Sahara bis an den Rhein erstreckt. 4:25 Seine größte militärische Errungenschaft: Er unterwirft Gallien, das heutige Frankreich. 4:32 Caesar verfügte über die größte militärische Macht der damaligen Zeit. 4:39 Es gab niemanden, der ihm Konkurrenz machen konnte. Alle Macht lag in den Händen dieses Mannes. 4:48 Und genau das ist ein Problem. Rom ist damals eine Republik. Das leitet sich ab vom lateinischen "Res Publica" 4:56 und bedeutet "die öffentliche Sache". Das heißt, im Staat trifft nicht ein einzelner politische Entscheidungen. 5:03 Machtzentrum ist der Senat. Ein Gremium aus bis zu 1.000 erfahrenen Beamten, 5:08 die so gut wie alle der aristokratischen Oberschicht entstammen. 5:13 Und genau diese lenkt seit Jahrhunderten die Geschicke Roms. Bis jetzt. 5:18 Das ganze Selbstbewusstsein Caesars und die ganze Ideologie hinter seiner Alleinherrschaft ist, dass er fest davon überzeugt ist, 5:26 dass er das alles besser macht als die anderen. Er hat ja in Teilen sogar recht gehabt. 5:32 Caesar ist nicht nur der bis dahin erfolgreichste römische Feldherr. Er hat es in den vergangenen Jahren durch geschickte Bündnisse, 5:40 aber auch durch zahlreiche Rechtsbrüche geschafft, alle seine Gegner zu besiegen. 5:47 Für ihn ist dieser Triumphzug im Oktober 45 vor Christus vor allem eine politische Machtdemonstration. 5:54 Er ahnt nicht, dass sich schon bald eine Verschwörung gegen ihn in Gang setzen wird, um ihn zu töten. 6:04 Bei einem Triumphzug im alten Rom darf eine Sache nicht fehlen: der Lorbeerkranz. 6:11 Mit ihm ehrt man den Triumphator für seinen Sieg. Aber Caesar feiert heute keinen Sieg über fremde Herrscher. 6:18 Er feiert seinen Sieg über seine Gegner in Rom. In den vergangenen Jahren hat er sie systematisch ausgeschaltet 6:25 und den Senat in großen Teilen mit seinen Günstlingen besetzt. Und auch wenn Rom zu diesem Zeitpunkt 6:33 offiziell noch eine Republik ist. Alle wissen: Caesar hat das Sagen. Und zwar allein. 6:40 Caesar ist sich seiner uneingeschränkten Macht sicher. Zu sicher? Auch im alten Rom kommt Hochmut vor dem Fall. 6:55 Doch heute lässt Caesar sich feiern. Bei der einfachen römischen Stadtbevölkerung hat er sich 7:01 mit üppigen Gladiatorenspielen, Geldgeschenken und Getreidespenden beliebt gemacht. 7:07 Warum also wird ausgerechnet gegen Caesar intrigiert? Aus jener Zeit gibt es nur wenige, 7:15 oft nur fragmentarisch erhaltene Quellen. Berühmte Caesar-Biografien liefern der griechische Schriftsteller 7:22 Plutarch sowie der römische Schriftsteller Sueton. Beide lebten aber rund 100 Jahre nach Caesar. 7:28 Vieles, was wir heute wissen, stützt sich also auf Überlieferungen. Auf seiner Fahrt zum Tempel des Jupiter 7:35 soll ein Ritual den Sieger an seine Sterblichkeit erinnern. Während des Triumphzugs flüstert ihm ein Sklave 7:43 fortwährend einen Satz ins Ohr: Bedenke, dass auch du ein Mensch bist. 7:47 Bedenke, dass auch du ein Mensch bist. Für Caesar kommt diese Botschaft bereits zu spät. 7:56 Dieser Moment des Triumphes, der gehört dem Triumphator. Und in dem Moment darf er sozusagen 8:03 eine quasi göttliche Stellung einnehmen. Das Problem ist, dass Caesar dann nach dem Triumph 8:11 nicht das Übliche tut: Wieder zurückzukehren, 8:15 zurückzutreten in das Glied der Senatoren. Sondern Caesar beansprucht diese Position, 8:21 diese Sonderrolle auch weiter. Um seine Bedeutung zu unterstreichen, tut Caesar das, 8:29 was schon andere große Herrscher vor ihm getan haben: Er lässt sich Bauwerke als Denkmal setzen. Und Caesar setzt einen drauf. 8:38 Sich und seiner Familie zu Ehren lässt er neben dem Forum Romanum, dem Zentrum des politischen, wirtschaftlichen und sozialen Lebens, 8:47 sein eigenes Forum errichten: das Forum Iulium oder auch Caesarforum. 8:52 Die Historikerin Silvia Ripa weiß, was Caesar damit kundtun wollte. Von dem Moment an, in dem es ihm gelingt, ein Forum zu errichten 9:06 und das Forum Romanum umzugestalten, haben wir zum ersten Mal überhaupt in der Geschichte Roms den Fall, 9:13 dass jemand als Privatperson gestalterischen Einfluss nimmt. Das beweist, wie sehr Caesar seine Macht demonstriert, 9:20 während Rom von der republikanischen Krise auseinandergerissen wird. Eine Krise, die die römische Republik bereits seit Jahren zerbrechen lässt. 9:31 Der Senat, einst das zentrale politische Organ Roms, hat kaum noch etwas zu sagen. 9:37 Jetzt tanzen alle nach Caesars Pfeife. Caesar lässt sein Forum errichten, um die Tatsache zu betonen, 9:48 dass von diesem Zeitpunkt an alle römischen Institutionen, die durch die Forumsgebäude vertreten sind, 9:54 unter seiner Kontrolle stehen. Auch der Sitz des Senats. Die Tatsache, dass Caesar in Zukunft seine Macht 10:00 direkt neben dem Forum Romanum zur Schau stellt, bedeutet, dass er seine Herrschaft 10:06 auf die republikanischen Institutionen ausdehnt. Eine Tatsache, die den alteingesessenen Senatoren 10:12 gar nicht gefällt. Seit Caesars Triumphzug sind gut vier Monate vergangen. 10:20 In dieser Zeit hat der Senat Caesar mit Titeln und Ehrungen geradezu überhäuft. 10:25 Der Grund: Caesar hat den Senat in großen Teilen mit seinen Günstlingen besetzt. 10:31 Und ihn von 600 Mitgliedern auf 900 aufstocken lassen. Marcus Antonius, mein Freund. 10:40 Dieser Tag wird Caesars Ende einleiten. Denn ab heute trägt er nicht nur den Titel Diktator. 10:47 Er wird die Diktatur auf Lebenszeit antreten. Eine Ehrung, die ihm von seinen Schmeichlern angetragen wurde 10:55 und ihn quasi zum König Roms macht. Doch ihren letzten König haben die Römer vor 500 Jahren vertrieben. 11:05 Den Römern, vor allem den traditionsbewussten aristokratischen Eliten, ist ihre Republik heilig. 11:11 Die Vorstellung einer Monarchie mit Caesar an der Spitze ist so manchem Senator unerträglich. 11:19 Welch Dreistigkeit. Ist nun jeden Tag Triumphzug, oder weshalb trägt Caesar fortwährend 11:25 den goldenen Lorbeerkranz und das Purpurgewand? Wenngleich ihm der Senat diese Ehre gewährt, 11:31 er verhält sich wie ein König. Caesar ist schlau genug, die Vorwürfe, er wolle König sein, 11:38 abzuschmettern. Er weiß, dass das in Rom einem Selbstmord gleichkäme. 11:44 Trotzdem kokettiert und provoziert er mit seinem Auftreten. Ehrwürdige Väter. 11:57 Es ist unsere gemeinsame Pflicht, den Frieden, den ich schuf in Rom und den Provinzen, auf ewig für unser Volk zu bewahren. 12:08 Und niemand sollte an meiner Entschlossenheit zweifeln, dass ich einen jeden bestrafen werde, 12:14 der es wagt, den Frieden in Rom zu gefährden. Das ist die caesarische Haltung: Es gibt einen Kern. 12:21 Und den wird er durchdrücken, egal, was die anderen darüber denken. Für das römische Volk. Dass ich nicht lache! 12:30 Als ob dieser selbstherrliche Tyrann irgendetwas auf das Volk oder den Senat geben würde. 12:37 Caesars Mitkonsul und Freund Marcus Antonius ahnt, dass einige Senatoren nicht hinter Caesar stehen. 12:45 Nimm dich in acht, Caesar. Und warnt ihn. 12:50 Nicht alle sind dir wohlgesonnen. Einige von ihnen sind Heuchler. Sie verabscheuen dich. Unterschätze sie nicht, mein Freund. 12:59 Sie haben mich derart mit Ehrungen und Kompetenzen überhäuft. Sie haben mir ... 13:06 Sie haben mir die Diktatur auf Lebenszeit angeboten. Warum soll ich mich vor ihnen fürchten? Nein. 13:13 Nun können sie ohnehin keine mutige Tat mehr planen. Sie wissen: Ohne mich entstehen wieder Chaos und Bürgerkrieg. 13:21 Das werden sie nicht wagen. Damit würden sie alles zerstören, was ihnen wertvoll erscheint. 13:32 Und ihnen den Rest ... Und ihnen den Rest an Einfluss rauben, 13:42 den sie unter mir noch haben. Nein, die Republik ist ein Nichts. 13:48 Und niemand wird sie wieder zum Leben erwecken können. Caesar war ein unheimlich erfolgreicher Politiker. 13:55 Aber auch ein skrupelloser Politiker, der "Über Leichen gegangen ist". 14:03 Und die römische Republik aus Eigennutz und im Eigeninteresse zerstört hat. 14:12 Diese Republik war schon am Zerfallen, keine Frage. Aber den letzten Schlag hat ihr Caesar versetzt. 14:21 Wahrscheinlich ist Caesar die Staatsform Roms egal. Fast wirkt es, als stolpere der eitle Herrscher 14:28 eher planlos in eine Art Monarchie. Der Begriff Diktator ist im alten Rom nichts Negatives und nicht 14:36 mit dem Begriff des Diktators, wie wir ihn heute kennen, gleichzusetzen. 14:41 Ein solches Amt wird befristet in Krisenzeiten ausgerufen. Niemand soll eine unbegrenzte Herrschaftsgewalt bekommen. 14:48 So wie sie einst die römischen Könige vor der Republik hatten. Caesar ist mit der Ernennung zum Diktator auf Lebenszeit 14:55 auf dem Höhepunkt seiner Macht. Seinen Kritikern und Gegnern geht das zu weit. 15:00 Jetzt ist allen klar: Caesar denkt nicht daran, den Senat wieder mitbestimmen zu lassen. 15:06 Solange Caesar lebt, wird er die Geschicke Roms allein bestimmen. Kein Römer vor ihm hat das jemals gewagt. 15:14 Sind Caesar Erfolg und Ruhm zu Kopf gestiegen? Er stellt seine Macht offenkundig zur Schau, auch hiermit: 15:22 Er ist der erste Römer, der sich schon zu Lebzeiten auf Münzen verewigen lässt. 15:38 In der Staatlichen Münzsammlung in München finden sich mehr als 300.000 Objekte aus über 2000 Jahren. 15:45 Darunter auch zahlreiche Münzen aus der Zeit Caesars. Kay Ehling ist Althistoriker und Oberkonservator der Sammlung. 15:54 In der Ausstellung ist jedoch nur ein Bruchteil der Geldstücke zu sehen. Viele von ihnen sind von unschätzbarem Wert 16:03 und lagern sicher im Archiv der Sammlung. Da aus der Zeit der späten römischen Republik sonst kaum Relikte erhalten 16:18 sind, sind Münzen für die Wissenschaft enorm wichtig. Für die Rekonstruktion und Interpretation dieser Epoche. 16:25 Bis zu diesem Zeitpunkt lassen sich nur die griechischen Könige zu Lebzeiten auf Geldstücken verewigen. 16:31 Die Römer ehren Götter oder große Römer sonst nur posthum auf diese Weise. 16:36 Caesar bricht also abermals mit römischen Sitten und folgt lieber der Tradition hellenistischer Könige. 16:44 Ich denke, dass er sich davon etwas versprochen hat. Sonst hätte er was anderes auf die Vorderseiten setzen lassen. 16:50 Er möchte mit seinem Bild auf den Münzen erscheinen. Er will damit sagen: 16:56 Seht her, ich bin Caesar, ich bin der Monarch im römischen Staat. An mir führt kein Weg mehr vorbei. 17:03 Das demonstriert er damit auch der Öffentlichkeit: Ich bin der Größte. 17:10 Münzen sind das Massenmedium der Antike. Sie sind im ganzen Imperium im Umlauf. 17:17 So wissen auch Menschen, die Caesar nie zu Gesicht bekommen, wie er aussieht. 17:28 Es war schlau von ihm, sich darstellen zu lassen. In Bezug auf seine Soldaten und die stadtrömische Bevölkerung, 17:34 bei der er sehr beliebt war. Er zeigt, sie können die nächsten Jahre und Jahrzehnte 17:40 auf Caesar bauen, auf seine Großzügigkeit. Die Opposition gegen Caesar sah darin einen erneuten Beweis, 17:47 dass der Mann jetzt größenwahnsinnig wird. Dass es nie wieder diese Gleichheit unter den Senatoren geben wird. 17:53 Das war für einen römischen Senator schwer erträglich. Die standen in einem dauernden Wettkampf, der Beste sein zu wollen. 18:01 Wenn Caesar das nicht mehr zulässt, diesen Wettkampf unterbindet, entsteht unter diesen hohen Männern dann eine Unzufriedenheit. 18:10 Unzufrieden und zugleich ohne Einfluss. Caesar ist schlicht zu mächtig, seine Anhängerschaft zu groß. 18:20 Doch ein Mann will das nicht länger hinnehmen. Sein Name: Cassius. Er kämpfte im Bürgerkrieg gegen Caesar, wurde aber von ihm begnadigt. 18:30 Er bekleidet ein hohes Richteramt in Rom. Trotzdem fühlt er sich durch Caesar zurückgestellt. 18:37 Die Aristokraten betrachteten die römische Republik als ihre politische Heimat. 18:45 Sie betrachteten es als ihr Grundrecht, hier die Macht auszuüben. 18:53 Das nahm ihnen Caesar weg. Damit nahm er ihnen das, was sie unter Freiheit verstanden. 18:58 Freiheit im republikanischen Sinn: Die Freiheit der Aristokratie, zu herrschen. 19:04 Kurz nach Caesars Antritt der Diktatur auf Lebenszeit stattet Cassius seinem Schwager Brutus einen Besuch ab. 19:10 Sei gegrüßt, Brutus. - Schön, dich zu sehen, Cassius. Mein Schwager. Wie geht es dir? - Gut. 19:18 Doch an diesem Abend geht es nicht um die täglichen Geschäfte. Cassius ist aus einem ganz bestimmten Grund gekommen. 19:27 Brutus, auf ein Wort. Wir Senatoren sind Herren, keine Diener, nicht wahr? 19:36 Also wollen wir nun Rom zur Seite stehen, oder diesem skrupellosen überheblichen Egoisten? 19:44 Wenn wir keine Entscheidungen mehr treffen dürfen, was ist unsere Republik denn dann noch wert? 19:54 Brutus, es ist unsere Pflicht, Rom von diesem Tyrannen zu befreien! Ich brauche dich! Rom braucht dich! 20:05 Cassius, du und ich haben Caesar viel zu verdanken. Am Ende sogar unser Leben. 20:14 Nur durch seine Gnade blieb uns das Schwert erspart. Aber du hast recht, er tritt die Republik mit Füßen. 20:28 Cassius gehört zu jenen Männern, die durchaus das Lebensgefühl der alten römischen Aristokratie widerspiegelten. 20:40 Man muss vielleicht insgesamt sagen oder noch einmal betonen, dass Caesar der römischen Aristokratie quasi 20:47 die Lebensader durchgeschnitten hatte. Und in dem Empfinden von Männern wie Cassius 20:53 hatte er damit ein Tabu gebrochen. Dass es durchaus legitim erscheinen ließ, ihn dafür zu beseitigen. 21:09 Es reicht! Mit Caesar als Diktator auf Lebenszeit ist die Republik am Ende! 21:17 Wie lange noch sollen wir uns seine Spielchen gefallen lassen? Er verhöhnt unsere Traditionen 21:26 und ändert altes Recht zu seinen Gunsten. Das einfache Volk beeindruckt er mit seinen Spenden, den Spielen, 21:35 Bauten und allem! Aber uns ... 21:40 Es ist der Moment, in dem Cassius zum Begründer der Verschwörung gegen Caesar wird. 21:47 Für ihn ist Caesar ein Tyrann. Und Tyrannen müssen sterben. 21:53 Das gebietet die Tradition. Doch seinen Plan kann er nicht alleine umsetzen. 22:01 Er braucht Brutus. Nur mit ihm an seiner Seite kann das, was er vorhat, gelingen. 22:10 Brutus ist ein unheimlich wichtiges Moment in dieser Verschwörung. Denn Brutus ist sozusagen die Metapher für die alte Republik. 22:21 Man braucht Brutus, vor allen Dingen seinen Namen, um die Verschwörer-Gruppe nach innen und nach außen zu legitimieren. 22:30 Brutus ist ein Nachfahre jenes Mannes, der den letzten tyrannischen König Roms gestürzt hatte. 22:38 Und die Republik ins Leben gerufen hatte. Es gab eine Menge von Leuten, die als Bedingung sozusagen 22:44 die Teilnahme des Brutus an dieser Verschwörung definierten. Nur unter dieser Bedingung würden sie selbst teilnehmen. 23:01 Uns bleibt nichts übrig Wir müssen den Tyrann stürzen, Brutus! Caesar muss sterben! 23:08 Hilf mir, die Senatoren von diesem Vorhaben zu überzeugen. Du hast recht. Caesar ging zu weit. 23:18 Doch ein Mord ... - Mord, ja! Ja, Mord. Hör zu. 23:25 Caesar wird Rom sehr bald verlassen. Die Legionen stehen schon bereit. 23:32 Genau hier und hier. Wenn wir jetzt nicht handeln, ist es zu spät. 23:43 Nachdem Caesar Gallien im Westen unterworfen hat, ist sein nächstes großes Ziel das Partherreich im Osten. 23:50 Den Verschwörern bleibt nicht mehr viel Zeit. Caesar will schon in knapp einem Monat in Richtung Osten aufbrechen. 24:00 Macht er das, wird er einige Jahre fort sein. Trotzdem bleibt er durch sein Amt als Diktator auf Lebenszeit 24:06 der Alleinherrscher in Rom, auch während seiner Abwesenheit. Und sollte Caesar siegreich vom Feldzug zurückkehren, 24:13 dann wäre er der größte Feldherr und Herrscher, den Rom je gesehen hätte. Wenn ein Attentat auf Caesar verüben, dann also jetzt. 24:22 Eine Sache scheint das Vorhaben der Verschwörer geradezu zu bekräftigen: Caesar hat seine Leibwache entlassen. 24:29 Eine Entscheidung, die vielen merkwürdig erscheint. Durch die vielen Ehrungen der letzten Zeit 24:34 fühlt sich Caesar anscheinend unantastbar. Dass ausgerechnet seine Vertrauten ein Attentat auf ihn planen, 24:41 damit hat er sicher nicht gerechnet. Und Brutus? Er steht vor einer schweren und folgenreichen Entscheidung. 25:03 Was denkst du wohl, wiegt schwerer? Dem Staat die Treue zu brechen oder einem Einzelnen? 25:13 Brutus, Caesar zerstört das Fundament unseres Staates. Wir haben folglich nicht nur das Recht, sondern die Pflicht, 25:26 ihn zu töten. Und das möglichst bald. 25:30 Noch zögert Brutus, doch die Zeit läuft. Während die Verschwörung unter einigen Gegnern Caesars 25:36 weitere Anhänger findet, gibt es noch jemanden, der ordentlich Öl ins Feuer gießt. 25:41 Diese Person lebt seit zwei Jahren als Caesars Geliebte am Stadtrand von Rom und ist keine geringere als: 25:48 Kleopatra. Caesar lernt sie während des Bürgerkrieges in Ägypten kennen. Die beiden haben sogar einen gemeinsamen Sohn. 25:55 Für die Römer ist die ägyptische Königin eine ungeheure Provokation. Zu ihren Partys gehen sie trotzdem gerne. 26:07 Seht mal, wer da ist. * dramatische Musik * 26:19 Meinst du, er will König an ihrer Seite in Alexandria werden? In Alexandria, Kindchen? In Rom! 26:28 Ah, Cicero! Dass du gekommen bist, bereitet mir große Freude. In Eurer Gegenwart, Königin, fühle ich mich wohl. 26:37 Hast du nicht gerade verlauten lassen, Könige müsse der Senat in Stücke reißen? 26:42 So sei es der Väter Sitte? Wir sind Römer, mit Verlaub, keine Perser oder Griechen. 26:49 Wir sind eine freie Bürgerschaft. Alleinherrschaft ist für uns Tyrannei, Unfreiheit. 26:55 Und damit könnten wir uns niemals abfinden. Aber die Könige des Ostens achten wir, 27:00 sofern sie Frieden mit unserer Republik halten. Und vor allem respektieren wir Euch, meine Königin. 27:07 Aber was ist so schlimm an einem König, hm? Wie lange schon wird Eure Republik von Bürgerkrieg zerrissen? 27:15 Und die Völker reißt Ihr mit in Verderben und Krieg. Ihr verdient einen Mann, der Frieden und Einheit stiftet. 27:22 So einen wie Alexander den Großen. Aber ich lese gerne mal deine Schrift über die Republik. 27:33 Der römische Schriftsteller Cicero ist anfangs noch ein Bewunderer Caesars, mittlerweile aber einer seiner schärfsten Kritiker. 27:45 Wir müssen ihn beseitigen, ehe es zu spät ist. Alle sind sich einig. 27:53 Doch ohne Brutus kein Anschlag, so die Bedingung einiger Verschwörer. Der Druck auf ihn wächst. 28:04 Geheime Botschaften an den Wänden Roms fordern ihn dazu auf, zur Tat zu schreiten. 28:17 Für Brutus keine leichte Entscheidung. Denn Caesar hat ihn gefördert, mehr als andere. 28:23 Brutus' Mutter Servilia ist lange Zeit die Geliebte Caesars. Es gibt sogar Gerüchte, er sei sein Sohn. 28:31 Doch Brutus will, ganz im Sinne seiner Vorfahren und seines großen Namens, die Republik retten. 28:38 So entscheidet er sich für die Republik und gegen Caesar. Der Kreis der Verschwšrer wächst innerhalb weniger Wochen 28:50 auf 60 Senatoren an. Ein Wunder, dass Caesar noch nichts davon weiß. 28:55 Wo doch in Rom nichts lange geheim bleibt. Es muss schnell gehen, ehe Caesar davon erfährt. 29:01 Am 18. März will er zum Feldzug aufbrechen. Der Tag des geplanten Attentats steht fest. 29:08 Ein Sklave überreicht die Botschaft seines Herren an einen anderen Sklaven, dessen Besitzer eingeweiht werden soll. 29:15 Das hier ist quasi das Notizbuch im alten Rom. Solche Wachstäfelchen verwendet man damals, um seine Gedanken 29:23 aufzuschreiben oder um Botschaften zu überbringen. Diese Botschaft wirkt auf den ersten Blick unauffällig: 29:31 Idibus Martiis, das bedeutet: Die Iden des März, also der 15. des Monats März. 29:37 Nur ein Datum, aber es ist das Datum, das sich die Verschwörer für ihr geplantes Attentat ausgesucht haben. 29:44 Jetzt, wo Brutus der Verschwörung beigetreten ist, gibt es kein Zurück mehr. Und: Es soll nicht irgendwo passieren: 29:51 Die Senatoren haben beschlossen, dass der Mord ein Zeichen setzen soll. 29:56 Sie wollen kundtun, dass man den Tyrannen Caesar zum Wohle der Republik opfert. 30:01 Genau deshalb soll der Mord am helllichten Tag in aller Öffentlichkeit passieren: bei einer Versammlung im Senat. 30:11 Die Senatoren, die Caesar gedemütigt und entmachtet hat, wollen so zu alter Stärke zurückfinden. 30:17 Und das Zusammenspiel zwischen Aristokratie und Volk wieder herstellen. 30:22 15. März 44 v. Chr. Es wird, so wie es die Verschwörer geplant haben, der letzte Tag im Leben Caesars sein. 30:30 Der Countdown zu seiner Ermordung läuft. In wenigen Stunden findet die letzte Senatsversammlung 30:36 vor dem Feldzug statt. Seine Ehefrau Calpurnia plagen jedoch böse Vorahnungen. 30:43 Ich fühle mich nicht gut. Es scheint, als wäre mir der viele Wein gestern Abend 30:51 bei Lepidus nicht bekommen. Ach Geliebter, geh nicht. 30:55 Ich habe geträumt, sie wollen dich ermorden. Schick Marcus Antonius zur Versammlung. 31:00 Er soll den Senatoren sagen, dass du dich unwohl fühlst. Es ist der Moment, in dem Caesars Ehefrau, die mit der 31:08 Verschwörung nichts zu tun hat, fast die Geschichte verändert hätte. Bis heute ist zwar nicht belegt, dass die Szene so stattgefunden hat. 31:16 Doch die antiken Historiker überliefern es so. Ganz im Sinne großer Tragödien. 31:22 Berichten zufolge überlegt Caesar tatsächlich, der Senatsversammlung fernzubleiben. 31:28 Für die Verschwörer wäre das eine Katastrophe. Er muss überredet werden, zur Versammlung zu gehen. 31:36 Ave Caesar. - Sei gegrüßt, Decimus. Deshalb schicken die Verschwörer Decimus. 31:44 Er genießt Caesars uneingeschränktes Vertrauen. Es war eine ziemlich lange Nacht. 31:54 Decimus hat viele Jahre als Offizier unter Caesar gedient. Und ist sein Freund. 32:01 Bis heute weiß man nicht genau, warum ausgerechnet er sich den Verschwörern angeschlossen hat. 32:09 Für die Verschwörer ist er auch wichtig, weil er eine große Gladiatorentruppe in Rom unterhält. 32:15 Die soll die Aufständischen nach dem Attentat schützen. Das zeigt zum einen die Entschlossenheit der Verschwšrer, 32:25 das jetzt auch durchzuziehen. Wenn sie nichts gemacht hätten, dann wäre Caesar 32:31 mehr oder weniger im Partherkrieg gewesen. Dann wären sie erst mal nicht an ihn herangekommen. 32:37 Dann hätten sie die Verschwörung begraben müssen. Ich bin etwas besorgt. 32:44 Calpurnia hatte böse Vorahnungen letzte Nacht. Hör nicht auf solch bedeutungsloses Weibergeschwätz. 32:52 Will sich der mächtigste Mann Roms davon etwa einschüchtern lassen? Die Senatoren warten auf dich, mein Freund. 33:00 Sie zu versetzen wäre äußerst unhöflich und mehr noch: Es ist die letzte Senatsversammlung, ehe du zum Feldzug aufbrichst. 33:09 Du hast recht. Lass uns in den Senat gehen. Jetzt gibt es kein Zurück mehr. 33:21 Caesar macht sich auf den Weg zum Theater des Pompeius auf dem Marsfeld. 33:26 Der Senat tagt an diesem Tag hier, da auf dem Forum Bauarbeiten stattfinden. 33:32 Heute liegt der Großteil des Komplexes begraben unter dem modernen Rom. 33:36 Einige Überreste sind erhalten. Hier fand das Attentat statt. 33:41 Aus heutiger Sicht eine ungeheure Gewalttat. Denn in einer Demokratie herrscht Gewaltenteilung. 33:48 Hier entscheiden nicht einige wenige über Leben und Tod. Die Archäologin Dr. Monica Ceci hat den Ort der Ermordung Caesars 34:00 miterforscht und erklärt, warum die Verschwörer keinen anderen Ausweg sahen. 34:12 Ein Tyrann muss getötet werden. Das gebietet die republikanische Ordnung. 34:17 Sie sieht keinen Tyrannen oder einen immerwährenden Diktator vor. In diesem Moment sind diejenigen, die sich der Verschwörung 34:24 gegen Caesar angeschlossen haben, absolut überzeugt davon, richtig zu handeln. 34:29 Sie sehen ihr Vorhaben als legitime, notwendige Operation, um die republikanische Ordnung wieder herzustellen, 34:36 die Caesar in Gefahr gebracht hat. Die Nachricht über das geplante Attentat scheint, 34:42 zumindest gerüchteweise, schon unter der römischen Stadtbevölkerung zu kursieren. 34:48 Überlieferungen zufolge eilt auf dem Weg in den Senat ein Mann an Caesars Sänfte, um ihn zu warnen: 34:54 ein griechischer Lehrer namens Artemidoros. Caesar! - Halt! 35:01 Sieh dich vor. Lies das. Hätte diese Warnung Caesar vor dem Tod bewahren können? 35:10 Bis heute wird gerätselt: Was wusste Caesar? Begab er sich absichtlich in Gefahr? 35:21 Ob diese Szene wirklich so stattgefunden hat, weiß man bis heute nicht. 35:26 Aber es ist möglich, dass Caesar von der Verschwörung gewusst oder zumindest geahnt hat. 35:31 Warum er trotzdem zur Senatsversammlung geht? Er glaubt, das Glück, die Göttin Fortuna, auf seiner Seite zu haben. 35:38 Außerdem würde ein Attentat auf ihn, da ist sich Caesar sicher, Rom in neue Bürgerkriege stürzen. 35:44 Welcher Gegner würde das schon riskieren? Diese Warnung, die vielleicht die Namen einiger Verschwšrer enthält? 35:52 Im alten Rom kommt es oft vor, dass Menschen Caesar Nachrichten zustecken. 35:57 Oft sind es nur Bittbriefe. Oft reicht Caesar diese Briefe einem Mitglied seines Stabs weiter. 36:03 So wird er es auch mit dieser Nachricht tun. Hätte er sie gelesen, vielleicht wäre dann alles anders gekommen. 36:17 Weiter! Caesar ignoriert auch diese Warnung. 36:22 Und setzt seinen Weg zur Senatsversammlung fort. Das zeigt uns, dass diese Geschichten 36:29 auch als Lehrstücke erzählt wurden. Und zu einem Lehrstück gehört es, dass der Mensch, 36:36 der sich über die anderen erhebt, gewarnt wird, diese Hybris nicht weiterzutreiben, aber er hört nicht. 36:44 Und am Ende scheitert er. Angeblich hat Caesar am Abend vor dem Attentat bei einem Abendessen 36:52 unter Freunden auf die Frage, welcher Tod der beste sei, geantwortet: der unerwartete. 36:59 Auch ein Seher namens Spurinna soll ihn schon früh vor diesem Tag, den Iden des März, gewarnt haben. 37:05 Doch als Caesar ihn jetzt sieht, quittiert er die Vorahnung mit Überheblichkeit. 37:11 Die Iden des März sind da. Da sind sie, aber noch nicht vorbei. 37:27 Die "Iden des März" sind bis heute in vielen Sprachen eine Redewendung für bevorstehendes Unheil. 37:34 William Shakespeare verwendet den Begriff in seinem Drama "Julius Caesar" und verhilft ihm so zu noch mehr Berühmtheit. 37:47 Marcus Antonius! - Gaius Iulius! Wie geht es dir? - Gut, und dir? 37:53 Sehen wir, was uns heute im Senat erwartet. Lass uns hineingehen. 37:58 Als die beiden den Senat betreten wollen, wird Marcus Antonius in ein Gespräch verwickelt. 38:03 Ein Ablenkungsmanöver. Denn die Verschwörer wissen: Marcus Antonius würde alles tun, 38:08 um einen Mord an seinem Freund zu verhindern. Dass die Verschwörer sich allein auf Caesar konzentrierten 38:16 war Teil des Tyrannenmordes. Deswegen ist es legitim, diesen Mord zu begehen. 38:26 Hätte diese Gruppe auch Marc Anton umgebracht. Dann hätte sie ein Problem gehabt, sich zu legitimieren. 38:35 Auf der anderen Seite war genau das der Fehler dieser Gruppe. Cicero sieht das als den größten Fehler der Verschwörer an, 38:43 dass sie Marc Anton nicht mit ausgeschaltet haben. So geht Caesar alleine hinein. 38:51 * Song: Don't you forget about me? * Noch glaubt Caesar, es sei eine Senatsversammlung wie jede andere. 39:11 Wie so oft beginnt sie mit einer Bitte, die an ihn herangetragen wird. 39:18 Großer Caesar, entschuldigt, konntet Ihr bereits darüber nachdenken, meinen Bruder zu begnadigen? 39:25 Ach, ich mache mir noch Gedanken darüber. Ein weiteres Ablenkungsmanöver. 39:32 Ein Senator namens Lucius Cimber setzt den ersten Stich. 22 weitere werden folgen. 39:46 Allesamt ausgeführt von Menschen, denen Caesar vertraut hat. Unter ihnen auch Brutus. 40:07 Die berühmten Worte "Et tu, Brute", auf Deutsch "Auch du, Brutus", hat Caesar vermutlich nicht gesagt. 40:17 Sie stammen von Shakespeare. Die Geschichte Caesars ist die Geschichte eines grandiosen Aufstiegs 40:29 zur Macht, und es ist die Geschichte eines kaltblütigen Verrats. Ein historischer und zugleich zeitloser Konflikt. 40:39 60 Senatoren wissen von der Verschwörung. Im Senat sind an diesem Tag rund 300. 40:46 Die meisten von ihnen Anhänger Caesars. Sie können nicht glauben, was gerade passiert ist. 40:54 Nach der Tat bekommen sowohl die Verschwörer als auch die, die nichts wussten, Panik. 41:00 Alle flüchten aus dem Senatsgebäude. Und Caesar? 41:09 Er lässt sich die letzte Würde nicht nehmen und bedeckt sein Gesicht mit seiner Toga. 41:34 Ist der Tyrannenmord gerechtfertigt? Die Verschwörer glauben: ja. Tatsächlich erhalten sie vom Senat zunächst einen Straferlass. 41:42 Die öffentliche Meinung aber wendet sich gegen sie. Alles kommt anders, als von den Verschwörern erhofft. 41:49 Denn Caesars Anhänger gewinnen die Oberhand. Allen voran Marcus Antonius und Caesars Großneffe Octavian. 41:56 Sie starten einen gnadenlosen Rachefeldzug gegen die Verschwörer. Und ganz wie Caesar es geahnt hatte, brechen erneut Bürgerkriege aus. 42:05 Das Chaos endet erst, als Octavian den letzten Rivalen besiegt. Und der erste römische Kaiser unter dem Namen Augustus wird. 42:13 Der römische Schriftsteller Sueton lässt Caesar in einem seiner Werke folgendes sagen: 42:21 Keiner meiner Mörder überlebte mich länger als drei Jahre. Und keiner starb eines natürlichen Todes. 42:27 Der eine ertrank nach einem Schiffbruch, der andere starb in der Schlacht. 42:32 Brutus und Cassius nahmen sich mit demselben Dolch, mit dem sie mich verletzt hatten, das Leben. 42:38 Caesars Tod leitet das endgültige Ende der römischen Republik ein. Das Attentat der Verschwörer war vergebens. 42:46 Und Caesar? Er war und ist bis heute eine schillernde Figur. Ein Mann, dessen Name wie kein zweiter für Machtinstinkt steht. 42:54 Bis heute gilt er als einer der erfolgreichsten Feldherren Roms. Sein Leben und die Umstände seines Todes faszinieren uns bis heute. 43:12 Untertitel im Auftrag des ZDF, 2020