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101. Umsatz vs. Gewinn: So verstehst du den Deckungsbeitrag richtig

Marco Retzbach7:41 5 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 52 Zeilen
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  1. Hallo zusammen und willkommen zurück zu unserer neuesten Analyse rund um die Eulenberg GmbH und KKG. Wir schauen uns heute ein Konzept an, das in der echten
  2. Geschäftswelt wirklich erstaunlich oft missverstanden wird. Und ganz ehrlich, wenn man das hier ignoriert, kann das schlichtweg Existenzen kosten. Wir gehen
  3. heute der absolut faszinierenden Frage nach, warum ein plötzlicher Umsatzanstieg nicht automatisch bedeutet, dass man auch mehr Gewinn in
  4. der Tasche hat. Der Schlüssel zu diesem Rätsel, eine fast schon magische Zahl, die sich Deckungsbeitrag nennt. Stellen Sie sich mal folgende Situation vor.
  5. Hier haben wir unseren Kollegen Lukas. Er stürmt heute morgen voller Begeisterung ins Büro und ruft: "Leute, gute Nachrichten. Wir haben diesen Monat
  6. deutlich mehr Umsatz gemacht." So und genau in diesem Moment tappt Lukas in eine ganz klassische Falle, einen echten Trugschluss. Sehr viele Menschen glauben
  7. nämlich völlig intuitiv, dass ein hoher Umsatz automatisch heißt, dass das Unternehmen am Ende des Tages auch richtig viel Geld verdient. So nach dem
  8. Motto: "Je mehr Geld reinkommt, desto reicher sind wir." Richtig? Tja, falsch. Das ist ein ziemlich gefährlicher Irrtum, wie wir gleich sehen werden. Und
  9. genau da kommt unser Geschäftsführer und Controller Herr Berger ins Spiel. Anstatt jetzt blind Konfetti zu werfen und mitzufeiern, blickt er als
  10. erfahrener Zahlenmensch sofort hinter diesen, na ja, er oberflächlichen Erfolg. Er bremst die Euphorie ganz sanft ab und stellt direkt die alles
  11. entscheidende Gegenfrage. Das klingt super, Lukas, aber wie hoch war denn eigentlich unser Deckungsbeitrag? Dieser Begriff trifft Lukas natürlich völlig
  12. unvorbereitet. Man sieht ihm an, wie es im Kopf rattert. Ist Umsatz denn nicht exakt dasselbe wie Gewinn? Das ist der Kernkonflikt, den wir heute knacken.
  13. Denn bevor Unternehmen das Wort Gewinnen überhaupt in den Mund nehmen darf, muss noch eine ganze Menge passieren. Umsatz ist definitiv nicht gleich Gewinn. Und
  14. genau diesen Denkfehler entwehren wir jetzt mal Schritt für Schritt. Zum Glück haben wir Nana, unsere Mentorin im Team, wenn es um wirklich intuitive
  15. Erklärungen geht. Sie merkt sofort, dass solche trockenen Finanzbegriffe oft mehr verwirren als helfen. Also tritt sie vor, um die Situation ein bisschen zu
  16. entschärfen und verspricht uns, dieses sperrig klingende Wort Deckungsbeitrag mal ganz pragmatisch herunterzubrechen. Im Grunde ist die Definition wirklich
  17. verblüffend simpel. Der Deckungsbeitrag ist einfach das, was vom reinen Verkaufserlös, also von unserem Umsatz, noch übrig bleibt, sobald man die
  18. sogenannten variablen Kosten davon abzieht. Variablekosten. Okay, falls Sie jetzt genauso wie Lukas die Stirn runzeln, überhaupt kein
  19. Problem. Wir lassen diese graue Theorie direkt hinter uns und machen das Ganze sofort an einem echten Beispiel lebendig. Gehen wir doch mal in ein
  20. greifbares Praxisbeispiel aus unserem Büroalltag. Damit wird diese abstrakte Matte nämlich extrem logisch. Stellen Sie sich vor, wir verkaufen hier einen
  21. ganz normalen hochwertigen Bürostuhl. Der Kunde bezahlt dafür exakt 200 €. Das ist unser Verkaufspreis, unser Umsatz. Wir haben also 200 € in der Kasse, aber
  22. und das ist jetzt das große aber, wir haben diesen Stuhl ja nicht einfach so aus der Luft gezaubert, oder? Um ihn verkaufen zu können, mussten wir ihn
  23. erstmal produzieren oder selbst einkaufen. Jetzt greift der sogenannte Geldscheine: Wir starten mit unseren 200 € Umsatz.
  24. Aber jetzt müssen wir knallhart all das abziehen, was uns die Herstellung von genau diesem einen Stuhl direkt gekostet hat. Das sind unsere variablen Kosten.
  25. Der Einkauf von Material, der Transport, die Verpackung, sagen wir einfach mal, das macht exakt 120 € aus. Wir schälen diese 120 € also von unseren 200 € ab.
  26. Und was bleibt dann übrig? Genau 80 €. Und diese 80 € BEM, das ist unser Deckungsbeitrag, das Geld, das nach dem reinen Wareneinsatz noch da ist. Aber
  27. Moment, rennen Sie jetzt bitte nicht los, um vom Gewinn einen Porsche zu kaufen. Diese 80 € sind nämlich noch lange kein Gewinn. Dieser Betrag muss
  28. jetzt erstmal gegen einen echten Endgegner ankämpfen, die Fixkosten des Unternehmens. Diese 80 € werden zur Seite gelegt, um unsere laufenden
  29. Grundkosten zu bezahlen. Die Miete fürs Büro, die Gehälter, teure Software, Strom, Telefon, das volle Programm. Erst wenn wir so viele Stöhle verkauft haben,
  30. dass all diese Fixkosten durch diese kleinen 80 € Häppchen komplett abgedeckt sind, erst dann bringt jeder weitere Stuhl einen echten Gewinn. In der
  31. Realität rechnet natürlich niemand tausende Bürostühle einzeln auf einem Whiteboard aus. Das wäre ja Wahnsinn. Hier kommt unsere ERP Expertin Frau
  32. Schneider ins Spiel. Ein professionelles System automatisiert diese komplexen Berechnungen blitzschnell. Egal, ob für einzelne Produkte, ganze Gruppen oder
  33. Abteilungen. Nur mit solchen echten Daten aus dem System wissen Vertrieb und Geschäftsleitung überhaupt, wo die Firma finanziell wirklich steht. Ohne das
  34. fliegen sie quasi blind. Warum ist es jetzt so extrem gefährlich, nur auf den Umsatz zu starren? Vergleichen wir doch mal zwei Produkte. Produkt A und Produkt
  35. B. Beide bringen beim Verkauf exakt denselben Preis ein. Optisch sieht das also nach einem absoluten Gleichstand aus. Aber schauen wir uns mal die
  36. Details an. Produkt A hat riesige variable Kosten in der Herstellung. Der Deckungsbeitrag, der für unsere Miete übrig bleibt, ist also winzig. Produkt
  37. Badeben hat sehr niedrige variable Kosten und liefert uns deshalb einen massiven Deckungsbeitrag. Das Fazit: Produkt B ist für unser Überleben
  38. ungleich wertvoller. Wenn nur auf den Umsatz start, würde das komplett übersehen und wirklich fatale Entscheidungen treffen. Nana bringt das
  39. Ganze mit einem großartigen Profitipp auf dem Punkt. Steigende Umsätze sind natürlich schön fürs Ego, aber wirklich interessant wird's doch erst, wenn man
  40. weiß, wie viel nach den variablen Kosten tatsächlich auf dem Tisch liegen bleibt. Und da ist er. Das ist Lukas große Aha Moment. Er hat jetzt endgültig
  41. verstanden, dass Umsatz und Gewinn quasi völlig entkoppelt sind und dass der Deckungsbeitrag die rettende Brücke dazwischen ist. Hohe Umsätze machen
  42. Eindruck, klar, aber der Deckungsbeitrag ist das, womit wir unsere Rechnungen bezahlen. So, und jetzt sind Sie an der Reihe. Um sicherzugehen, dass das auch
  43. wirklich sitzt, machen wir ein blitzschnelles MiniRIS. Was genau beschreibt denn nun der Deckungsbeitrag? Ist es a der Betrag, der nach Abzug der
  44. Variablenkosten vom Verkaufserlös übrig bleibt? Ist es B der gesamte Umsatz eines Unternehmens oder C einfach die Summe aller Fixkosten? Loggen Sie ihre
  45. Antwort mal kurz im Kopf ein. Haben Sie es? Klar. Richtig ist natürlich A. Es ist der Verkaufserlös minus die variablen Kosten. Die eiserne Regel, die
  46. Sie aus dieser Analyse heute unbedingt mitnehmen sollten, ist lassen Sie sich einfach niemals von riesigen Umsatzzahlen blenden. Ein hoher Umsatz
  47. bedeutet nicht automatisch, dass Sie viel Gewinn machen. Es zählt am Ende einzig und allein, dass Ihr Deckungsbeitrag groß genug ist, um die
  48. fixen Kosten zu wuppen. Und damit haben wir das Geheimnis des Deckungsbeitrags erfolgreich gelüftet. Wir haben heute oft diese Begriffe variabel und fix
  49. verwendet. Und genau das ist auch der nächste logische Schritt. In unserer nächsten Analyse schauen wir uns diesen überlebenswichtigen Unterschied genauer
  50. an. Was passiert eigentlich mit unseren Kosten, wenn wir plötzlich 1000 statt 10 Stühle bauen? Aber bis wir das klären, lassen Sie mich Ihnen eine Frage
  51. mitgeben. Wenn Sie morgen früh auf die Zahlen ihres eigenen Unternehmens schauen, wissen Sie dann wirklich, welche Ihrer Bestzeller die Kosten
  52. decken und welche heimlich ihr hart verdientes Geld verbrennen? Denken Sie mal drüber nach. Bis zum nächsten Mal.

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