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101. Umsatz vs. Gewinn: So verstehst du den Deckungsbeitrag richtig
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 52 Zeilen
- Hallo zusammen und willkommen zurück zu unserer neuesten Analyse rund um die Eulenberg GmbH und KKG. Wir schauen uns heute ein Konzept an, das in der echten
- Geschäftswelt wirklich erstaunlich oft missverstanden wird. Und ganz ehrlich, wenn man das hier ignoriert, kann das schlichtweg Existenzen kosten. Wir gehen
- heute der absolut faszinierenden Frage nach, warum ein plötzlicher Umsatzanstieg nicht automatisch bedeutet, dass man auch mehr Gewinn in
- der Tasche hat. Der Schlüssel zu diesem Rätsel, eine fast schon magische Zahl, die sich Deckungsbeitrag nennt. Stellen Sie sich mal folgende Situation vor.
- Hier haben wir unseren Kollegen Lukas. Er stürmt heute morgen voller Begeisterung ins Büro und ruft: "Leute, gute Nachrichten. Wir haben diesen Monat
- deutlich mehr Umsatz gemacht." So und genau in diesem Moment tappt Lukas in eine ganz klassische Falle, einen echten Trugschluss. Sehr viele Menschen glauben
- nämlich völlig intuitiv, dass ein hoher Umsatz automatisch heißt, dass das Unternehmen am Ende des Tages auch richtig viel Geld verdient. So nach dem
- Motto: "Je mehr Geld reinkommt, desto reicher sind wir." Richtig? Tja, falsch. Das ist ein ziemlich gefährlicher Irrtum, wie wir gleich sehen werden. Und
- genau da kommt unser Geschäftsführer und Controller Herr Berger ins Spiel. Anstatt jetzt blind Konfetti zu werfen und mitzufeiern, blickt er als
- erfahrener Zahlenmensch sofort hinter diesen, na ja, er oberflächlichen Erfolg. Er bremst die Euphorie ganz sanft ab und stellt direkt die alles
- entscheidende Gegenfrage. Das klingt super, Lukas, aber wie hoch war denn eigentlich unser Deckungsbeitrag? Dieser Begriff trifft Lukas natürlich völlig
- unvorbereitet. Man sieht ihm an, wie es im Kopf rattert. Ist Umsatz denn nicht exakt dasselbe wie Gewinn? Das ist der Kernkonflikt, den wir heute knacken.
- Denn bevor Unternehmen das Wort Gewinnen überhaupt in den Mund nehmen darf, muss noch eine ganze Menge passieren. Umsatz ist definitiv nicht gleich Gewinn. Und
- genau diesen Denkfehler entwehren wir jetzt mal Schritt für Schritt. Zum Glück haben wir Nana, unsere Mentorin im Team, wenn es um wirklich intuitive
- Erklärungen geht. Sie merkt sofort, dass solche trockenen Finanzbegriffe oft mehr verwirren als helfen. Also tritt sie vor, um die Situation ein bisschen zu
- entschärfen und verspricht uns, dieses sperrig klingende Wort Deckungsbeitrag mal ganz pragmatisch herunterzubrechen. Im Grunde ist die Definition wirklich
- verblüffend simpel. Der Deckungsbeitrag ist einfach das, was vom reinen Verkaufserlös, also von unserem Umsatz, noch übrig bleibt, sobald man die
- sogenannten variablen Kosten davon abzieht. Variablekosten. Okay, falls Sie jetzt genauso wie Lukas die Stirn runzeln, überhaupt kein
- Problem. Wir lassen diese graue Theorie direkt hinter uns und machen das Ganze sofort an einem echten Beispiel lebendig. Gehen wir doch mal in ein
- greifbares Praxisbeispiel aus unserem Büroalltag. Damit wird diese abstrakte Matte nämlich extrem logisch. Stellen Sie sich vor, wir verkaufen hier einen
- ganz normalen hochwertigen Bürostuhl. Der Kunde bezahlt dafür exakt 200 €. Das ist unser Verkaufspreis, unser Umsatz. Wir haben also 200 € in der Kasse, aber
- und das ist jetzt das große aber, wir haben diesen Stuhl ja nicht einfach so aus der Luft gezaubert, oder? Um ihn verkaufen zu können, mussten wir ihn
- erstmal produzieren oder selbst einkaufen. Jetzt greift der sogenannte Geldscheine: Wir starten mit unseren 200 € Umsatz.
- Aber jetzt müssen wir knallhart all das abziehen, was uns die Herstellung von genau diesem einen Stuhl direkt gekostet hat. Das sind unsere variablen Kosten.
- Der Einkauf von Material, der Transport, die Verpackung, sagen wir einfach mal, das macht exakt 120 € aus. Wir schälen diese 120 € also von unseren 200 € ab.
- Und was bleibt dann übrig? Genau 80 €. Und diese 80 € BEM, das ist unser Deckungsbeitrag, das Geld, das nach dem reinen Wareneinsatz noch da ist. Aber
- Moment, rennen Sie jetzt bitte nicht los, um vom Gewinn einen Porsche zu kaufen. Diese 80 € sind nämlich noch lange kein Gewinn. Dieser Betrag muss
- jetzt erstmal gegen einen echten Endgegner ankämpfen, die Fixkosten des Unternehmens. Diese 80 € werden zur Seite gelegt, um unsere laufenden
- Grundkosten zu bezahlen. Die Miete fürs Büro, die Gehälter, teure Software, Strom, Telefon, das volle Programm. Erst wenn wir so viele Stöhle verkauft haben,
- dass all diese Fixkosten durch diese kleinen 80 € Häppchen komplett abgedeckt sind, erst dann bringt jeder weitere Stuhl einen echten Gewinn. In der
- Realität rechnet natürlich niemand tausende Bürostühle einzeln auf einem Whiteboard aus. Das wäre ja Wahnsinn. Hier kommt unsere ERP Expertin Frau
- Schneider ins Spiel. Ein professionelles System automatisiert diese komplexen Berechnungen blitzschnell. Egal, ob für einzelne Produkte, ganze Gruppen oder
- Abteilungen. Nur mit solchen echten Daten aus dem System wissen Vertrieb und Geschäftsleitung überhaupt, wo die Firma finanziell wirklich steht. Ohne das
- fliegen sie quasi blind. Warum ist es jetzt so extrem gefährlich, nur auf den Umsatz zu starren? Vergleichen wir doch mal zwei Produkte. Produkt A und Produkt
- B. Beide bringen beim Verkauf exakt denselben Preis ein. Optisch sieht das also nach einem absoluten Gleichstand aus. Aber schauen wir uns mal die
- Details an. Produkt A hat riesige variable Kosten in der Herstellung. Der Deckungsbeitrag, der für unsere Miete übrig bleibt, ist also winzig. Produkt
- Badeben hat sehr niedrige variable Kosten und liefert uns deshalb einen massiven Deckungsbeitrag. Das Fazit: Produkt B ist für unser Überleben
- ungleich wertvoller. Wenn nur auf den Umsatz start, würde das komplett übersehen und wirklich fatale Entscheidungen treffen. Nana bringt das
- Ganze mit einem großartigen Profitipp auf dem Punkt. Steigende Umsätze sind natürlich schön fürs Ego, aber wirklich interessant wird's doch erst, wenn man
- weiß, wie viel nach den variablen Kosten tatsächlich auf dem Tisch liegen bleibt. Und da ist er. Das ist Lukas große Aha Moment. Er hat jetzt endgültig
- verstanden, dass Umsatz und Gewinn quasi völlig entkoppelt sind und dass der Deckungsbeitrag die rettende Brücke dazwischen ist. Hohe Umsätze machen
- Eindruck, klar, aber der Deckungsbeitrag ist das, womit wir unsere Rechnungen bezahlen. So, und jetzt sind Sie an der Reihe. Um sicherzugehen, dass das auch
- wirklich sitzt, machen wir ein blitzschnelles MiniRIS. Was genau beschreibt denn nun der Deckungsbeitrag? Ist es a der Betrag, der nach Abzug der
- Variablenkosten vom Verkaufserlös übrig bleibt? Ist es B der gesamte Umsatz eines Unternehmens oder C einfach die Summe aller Fixkosten? Loggen Sie ihre
- Antwort mal kurz im Kopf ein. Haben Sie es? Klar. Richtig ist natürlich A. Es ist der Verkaufserlös minus die variablen Kosten. Die eiserne Regel, die
- Sie aus dieser Analyse heute unbedingt mitnehmen sollten, ist lassen Sie sich einfach niemals von riesigen Umsatzzahlen blenden. Ein hoher Umsatz
- bedeutet nicht automatisch, dass Sie viel Gewinn machen. Es zählt am Ende einzig und allein, dass Ihr Deckungsbeitrag groß genug ist, um die
- fixen Kosten zu wuppen. Und damit haben wir das Geheimnis des Deckungsbeitrags erfolgreich gelüftet. Wir haben heute oft diese Begriffe variabel und fix
- verwendet. Und genau das ist auch der nächste logische Schritt. In unserer nächsten Analyse schauen wir uns diesen überlebenswichtigen Unterschied genauer
- an. Was passiert eigentlich mit unseren Kosten, wenn wir plötzlich 1000 statt 10 Stühle bauen? Aber bis wir das klären, lassen Sie mich Ihnen eine Frage
- mitgeben. Wenn Sie morgen früh auf die Zahlen ihres eigenen Unternehmens schauen, wissen Sie dann wirklich, welche Ihrer Bestzeller die Kosten
- decken und welche heimlich ihr hart verdientes Geld verbrennen? Denken Sie mal drüber nach. Bis zum nächsten Mal.
Zum Nachlesen
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