101. Umsatz vs. Gewinn: So verstehst du den Deckungsbeitrag richtig Marco Retzbach https://www.youtube.com/watch?v=f2-HzzFIgzk Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Hallo zusammen und willkommen zurück zu unserer neuesten Analyse rund um die Eulenberg GmbH und KKG. Wir schauen uns heute ein Konzept an, das in der echten 0:08 Geschäftswelt wirklich erstaunlich oft missverstanden wird. Und ganz ehrlich, wenn man das hier ignoriert, kann das schlichtweg Existenzen kosten. Wir gehen 0:17 heute der absolut faszinierenden Frage nach, warum ein plötzlicher Umsatzanstieg nicht automatisch bedeutet, dass man auch mehr Gewinn in 0:24 der Tasche hat. Der Schlüssel zu diesem Rätsel, eine fast schon magische Zahl, die sich Deckungsbeitrag nennt. Stellen Sie sich mal folgende Situation vor. 0:33 Hier haben wir unseren Kollegen Lukas. Er stürmt heute morgen voller Begeisterung ins Büro und ruft: "Leute, gute Nachrichten. Wir haben diesen Monat 0:42 deutlich mehr Umsatz gemacht." So und genau in diesem Moment tappt Lukas in eine ganz klassische Falle, einen echten Trugschluss. Sehr viele Menschen glauben 0:51 nämlich völlig intuitiv, dass ein hoher Umsatz automatisch heißt, dass das Unternehmen am Ende des Tages auch richtig viel Geld verdient. So nach dem 0:59 Motto: "Je mehr Geld reinkommt, desto reicher sind wir." Richtig? Tja, falsch. Das ist ein ziemlich gefährlicher Irrtum, wie wir gleich sehen werden. Und 1:08 genau da kommt unser Geschäftsführer und Controller Herr Berger ins Spiel. Anstatt jetzt blind Konfetti zu werfen und mitzufeiern, blickt er als 1:17 erfahrener Zahlenmensch sofort hinter diesen, na ja, er oberflächlichen Erfolg. Er bremst die Euphorie ganz sanft ab und stellt direkt die alles 1:26 entscheidende Gegenfrage. Das klingt super, Lukas, aber wie hoch war denn eigentlich unser Deckungsbeitrag? Dieser Begriff trifft Lukas natürlich völlig 1:35 unvorbereitet. Man sieht ihm an, wie es im Kopf rattert. Ist Umsatz denn nicht exakt dasselbe wie Gewinn? Das ist der Kernkonflikt, den wir heute knacken. 1:45 Denn bevor Unternehmen das Wort Gewinnen überhaupt in den Mund nehmen darf, muss noch eine ganze Menge passieren. Umsatz ist definitiv nicht gleich Gewinn. Und 1:54 genau diesen Denkfehler entwehren wir jetzt mal Schritt für Schritt. Zum Glück haben wir Nana, unsere Mentorin im Team, wenn es um wirklich intuitive 2:03 Erklärungen geht. Sie merkt sofort, dass solche trockenen Finanzbegriffe oft mehr verwirren als helfen. Also tritt sie vor, um die Situation ein bisschen zu 2:12 entschärfen und verspricht uns, dieses sperrig klingende Wort Deckungsbeitrag mal ganz pragmatisch herunterzubrechen. Im Grunde ist die Definition wirklich 2:22 verblüffend simpel. Der Deckungsbeitrag ist einfach das, was vom reinen Verkaufserlös, also von unserem Umsatz, noch übrig bleibt, sobald man die 2:30 sogenannten variablen Kosten davon abzieht. Variablekosten. Okay, falls Sie jetzt genauso wie Lukas die Stirn runzeln, überhaupt kein 2:39 Problem. Wir lassen diese graue Theorie direkt hinter uns und machen das Ganze sofort an einem echten Beispiel lebendig. Gehen wir doch mal in ein 2:47 greifbares Praxisbeispiel aus unserem Büroalltag. Damit wird diese abstrakte Matte nämlich extrem logisch. Stellen Sie sich vor, wir verkaufen hier einen 2:56 ganz normalen hochwertigen Bürostuhl. Der Kunde bezahlt dafür exakt 200 €. Das ist unser Verkaufspreis, unser Umsatz. Wir haben also 200 € in der Kasse, aber 3:08 und das ist jetzt das große aber, wir haben diesen Stuhl ja nicht einfach so aus der Luft gezaubert, oder? Um ihn verkaufen zu können, mussten wir ihn 3:15 erstmal produzieren oder selbst einkaufen. Jetzt greift der sogenannte Geldscheine: Wir starten mit unseren 200 € Umsatz. 3:25 Aber jetzt müssen wir knallhart all das abziehen, was uns die Herstellung von genau diesem einen Stuhl direkt gekostet hat. Das sind unsere variablen Kosten. 3:34 Der Einkauf von Material, der Transport, die Verpackung, sagen wir einfach mal, das macht exakt 120 € aus. Wir schälen diese 120 € also von unseren 200 € ab. 3:45 Und was bleibt dann übrig? Genau 80 €. Und diese 80 € BEM, das ist unser Deckungsbeitrag, das Geld, das nach dem reinen Wareneinsatz noch da ist. Aber 3:57 Moment, rennen Sie jetzt bitte nicht los, um vom Gewinn einen Porsche zu kaufen. Diese 80 € sind nämlich noch lange kein Gewinn. Dieser Betrag muss 4:05 jetzt erstmal gegen einen echten Endgegner ankämpfen, die Fixkosten des Unternehmens. Diese 80 € werden zur Seite gelegt, um unsere laufenden 4:14 Grundkosten zu bezahlen. Die Miete fürs Büro, die Gehälter, teure Software, Strom, Telefon, das volle Programm. Erst wenn wir so viele Stöhle verkauft haben, 4:23 dass all diese Fixkosten durch diese kleinen 80 € Häppchen komplett abgedeckt sind, erst dann bringt jeder weitere Stuhl einen echten Gewinn. In der 4:32 Realität rechnet natürlich niemand tausende Bürostühle einzeln auf einem Whiteboard aus. Das wäre ja Wahnsinn. Hier kommt unsere ERP Expertin Frau 4:41 Schneider ins Spiel. Ein professionelles System automatisiert diese komplexen Berechnungen blitzschnell. Egal, ob für einzelne Produkte, ganze Gruppen oder 4:50 Abteilungen. Nur mit solchen echten Daten aus dem System wissen Vertrieb und Geschäftsleitung überhaupt, wo die Firma finanziell wirklich steht. Ohne das 4:58 fliegen sie quasi blind. Warum ist es jetzt so extrem gefährlich, nur auf den Umsatz zu starren? Vergleichen wir doch mal zwei Produkte. Produkt A und Produkt 5:08 B. Beide bringen beim Verkauf exakt denselben Preis ein. Optisch sieht das also nach einem absoluten Gleichstand aus. Aber schauen wir uns mal die 5:16 Details an. Produkt A hat riesige variable Kosten in der Herstellung. Der Deckungsbeitrag, der für unsere Miete übrig bleibt, ist also winzig. Produkt 5:25 Badeben hat sehr niedrige variable Kosten und liefert uns deshalb einen massiven Deckungsbeitrag. Das Fazit: Produkt B ist für unser Überleben 5:33 ungleich wertvoller. Wenn nur auf den Umsatz start, würde das komplett übersehen und wirklich fatale Entscheidungen treffen. Nana bringt das 5:41 Ganze mit einem großartigen Profitipp auf dem Punkt. Steigende Umsätze sind natürlich schön fürs Ego, aber wirklich interessant wird's doch erst, wenn man 5:50 weiß, wie viel nach den variablen Kosten tatsächlich auf dem Tisch liegen bleibt. Und da ist er. Das ist Lukas große Aha Moment. Er hat jetzt endgültig 5:59 verstanden, dass Umsatz und Gewinn quasi völlig entkoppelt sind und dass der Deckungsbeitrag die rettende Brücke dazwischen ist. Hohe Umsätze machen 6:07 Eindruck, klar, aber der Deckungsbeitrag ist das, womit wir unsere Rechnungen bezahlen. So, und jetzt sind Sie an der Reihe. Um sicherzugehen, dass das auch 6:16 wirklich sitzt, machen wir ein blitzschnelles MiniRIS. Was genau beschreibt denn nun der Deckungsbeitrag? Ist es a der Betrag, der nach Abzug der 6:25 Variablenkosten vom Verkaufserlös übrig bleibt? Ist es B der gesamte Umsatz eines Unternehmens oder C einfach die Summe aller Fixkosten? Loggen Sie ihre 6:35 Antwort mal kurz im Kopf ein. Haben Sie es? Klar. Richtig ist natürlich A. Es ist der Verkaufserlös minus die variablen Kosten. Die eiserne Regel, die 6:45 Sie aus dieser Analyse heute unbedingt mitnehmen sollten, ist lassen Sie sich einfach niemals von riesigen Umsatzzahlen blenden. Ein hoher Umsatz 6:53 bedeutet nicht automatisch, dass Sie viel Gewinn machen. Es zählt am Ende einzig und allein, dass Ihr Deckungsbeitrag groß genug ist, um die 7:00 fixen Kosten zu wuppen. Und damit haben wir das Geheimnis des Deckungsbeitrags erfolgreich gelüftet. Wir haben heute oft diese Begriffe variabel und fix 7:09 verwendet. Und genau das ist auch der nächste logische Schritt. In unserer nächsten Analyse schauen wir uns diesen überlebenswichtigen Unterschied genauer 7:17 an. Was passiert eigentlich mit unseren Kosten, wenn wir plötzlich 1000 statt 10 Stühle bauen? Aber bis wir das klären, lassen Sie mich Ihnen eine Frage 7:24 mitgeben. Wenn Sie morgen früh auf die Zahlen ihres eigenen Unternehmens schauen, wissen Sie dann wirklich, welche Ihrer Bestzeller die Kosten 7:31 decken und welche heimlich ihr hart verdientes Geld verbrennen? Denken Sie mal drüber nach. Bis zum nächsten Mal.