Zum Inhalt springen
L

Das Video kommt von YouTube: erst beim Abspielen verbindet sich die Seite mit YouTube (Google).

Kontrapunkt – was ist das?

capella academy4:15 13.821 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 25 Zeilen
Herunterladen
  1. Hallo und willkommen bei Capella Academy. Wer sich mit Kunstmusik beschäftigt, stößt früher oder später auf den Begriff Kontrapunkt. Darüber
  2. wurden im Laufe der Zeit ganze Bücher geschrieben. Was sich dahinter verbirgt, das erfährt ihr jetzt im Video. Wir kennen einstimmige Melodien und wir
  3. kennen einstimmige Melodien mit passenden Begleitakkorden. Treffen einmal zwei Melodien zufällig aufeinander,
  4. dann klingt das selten wirklich gut. Kontrapunkt ist die Kunst, Melodien so zu komponieren, dass sie zusammen einen Wohlklang ergeben und trotzdem
  5. eigenständig bleiben. Diese Kunst entsteht nicht aus Theorie, sondern aus musikalischer Praxis. Im Mittelalter beginnen Sänger zu einer
  6. bestehenden Melodie eine zweite Stimme hinzuzufügen. Das Organom ist erfunden. Anfangs bewegen sich die Stimmen dabei
  7. parallel. Später umspielen die zusätzlichen Stimmen die führende Melodie. Doch es zeigt sich, diese Unterordnung
  8. klingt oft starre. Hier setzt die Idee des Kontrapunkts an. Die Unabhängigkeit der Stimmen wird bewusst organisiert.
  9. Note gegen Note, wie es wörtlich heißt. Zugleich sind die Stimmen aufeinander bezogen und ergeben zusammen ein klangliches Gefüge.
  10. Zunächst bezeichnet der Begriff Kontrapunkt die hinzugefügte Stimme. Später wurde daraus der Name für eine ganze Technik.
  11. In der Renaissance wird der Kontrapunkt zur zentralen Kompositionsweise, etwa bei Juscandes Pré und Giovanni Poloigi der Palestina.
  12. Neu ist der gezielte Umgang mit Konsonanz und Dissonanz. Spannung ist erlaubt, aber sie wird vorbereitet und wieder
  13. aufgelöst. Gleichzeitig entstehen musikoretische Schriften, etwa Leistoni ammonike von
  14. Josepho Zalino. Darin werden die Regeln des idealen Kontrapunkts systematisch beschrieben, abgeleitet aus der Musizierpraxis der
  15. damaligen Zeit. Im Barock verändert sich die musikalische Sprache. Mit dem Generalbass treten Harmonie und Bassstimme Stärke in den Vordergrund.
  16. Das muß aber kein Widerspruch sein. Z.B. ist Johann Sebastian Bach ein Meister darin, aus der kontrapunktischen Führung von Stimmen einen stringenten
  17. harmonischen Zusammenhang zu entwickeln. Im Erstdruck seines Spätwerks die Kunst der Foge, ist jeder Teil mit Kontrapunktus überschrieben. [musik]
  18. Zudem wird der Kontrapunkt zur zentralen Lehrmethode für angehende Komponisten. Johann Josef Fuchs ordnet den Kontrapunkt zu einem didaktischen
  19. Konzept. In aufeinander aufbauenden Landstufen und mit klar formulierten Regeln lernt man Stimmen bewusst zu führen. Dabei
  20. geht es aber nicht darum, diese Regeln blind zu befolgen, sondern sie später aus künstlerischem Gestaltungswillen bewusst überschreiten zu können.
  21. Kontrapunkt ist also eine musikalische Denkweise, in der Generationen von Komponisten auch nach Ende seiner Blütezeit unterrichtet wurden. Mit
  22. Methoden der künstlichen Intelligenz kann inzwischen auch der Computer diese Denkweise erlernen. Programme wie Tonica Fugata erzeugen auf Knopfdruck aus einem
  23. einfachen Thema eine Barocke Fuge im kontrapunktischen Stil von Johann Sebastian Bach.
  24. Wenn du mehr zum Aufbau einer Fuge erfahren willst, dann schau doch mal in diese [musik] Videoserie vorbei. Musiktheorie ist nämlich viel spannender
  25. als man denkt. Wir hören uns.

Zum Nachlesen