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Wie funktioniert eine Fuge? – Teil 1: Thema, Antwort, Gegensatz

capella academy5:11 85.582 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 21 Zeilen
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  1. Hallo und willkommen bei cappella academy. Das folgende Stück habt ihr sicherlich alle schon mal gehört. [Musik] Es ist „Toccata und Fuge“ d-Moll von Johann Sebastian Bach. Eigentlich ist es auf einer großen Orgel zu Hause.
  2. Am bekanntesten ist sicherlich die Toccata. Bei der Fuge da wissen wir meistens noch, dass eine Stimme beginnt und eine zweite einsetzt, und manchmal eine dritte und vierte… So ähnlich wie bei einem Kanon.
  3. Wie genau so eine fuge aufgebaut ist, das versteckt sich aber meistens hinter sehr vielen Noten. Um die Struktur einer Fuge zu verstehen, starten wir jetzt eine kleine Serie.
  4. Anstatt eine große Fuge von einem großen Komponisten zu analysieren, bauen wir uns selbst eine kleine Fuge: ganz einfach, mit nur zwei Stimmen, in einer einfachen Tonart und einer einfachen Taktart.
  5. Was man dabei sehen kann? Eine ganze Menge… Los geht's! Zuerst brauchen wir ein Fugenthema. Das ist eine kurze Melodie.
  6. Es ist die Keimzelle der Fuge. Unser Fugenthema klingt so: [Musik] Es wird mehrfach in der Fuge auftauchen.
  7. Das macht auch den Reiz einer Fuge aus: Wie es der Komponist oder die Komponistin verstehen, das Fugenthema immer wieder neu und überraschend klingen zu lassen. Damit wir es später in der fertigen Fuge wiedererkennen, färben wir es in unserem Beispiel rot ein.
  8. Mit diesem Thema beginnt eine der Stimmen zu musizieren. Welche Stimme, das können wir frei entscheiden. Die andere Stimme hat noch Pause und setzt später ein.
  9. In einem Kanon würde sie exakt die gleiche Melodie spielen oder singen. Bei einer Fuge ist es etwas komplexer: Hier antwortet die zweite Stimme in einer anderen Tonlage, nämlich eine Quinte höher als das Fugenthema.
  10. Und statt ganz exakt das Fugenthema zu übernehmen,... ...wird es leicht angepasst, damit die Fuge wieder zurück zur Ausgangstonlage findet.
  11. In diesem Fall endet sie sogar auf dem Grundton c. Man könnte auch kurz sagen: Man passt das Fugenthema an, damit die Fuge nicht aus den Fugen gerät.
  12. Das nennt man „tonale Antwort“. Zur besseren Unterscheidung färben wir sie gelb.
  13. Wenn wir diese Antwort in unsere Komposition aufnehmen, bleibt zunächst die Frage: Was tut die erste Stimme, während die Zweite einsetzt? Ganz einfach: Sie begleitet die andere Stimme. Schauen wir uns das kurz an:
  14. Die einfachste Art, eine andere Stimme zu begleiten, wäre der neu eingesetzten Stimme parallel zu folgen. [Musik] Aber das klingt ziemlich einfallslos.
  15. Das Denkprinzip der Fuge ist, dass beide Stimmen ihre Eigenständigkeit behalten und sich keine Stimme der anderen unterordnet. Eine Möglichkeit ist die Gegenbewegung: Bewegt sich eine Stimme aufwärts, bewegt sich die andere abwärts und umgekehrt,
  16. wobei man etwas aufpassen muss, damit das harmonische Gefüge erhalten bleibt. [Musik] Noch mehr Eigenständigkeit entsteht, wenn man den Rhythmus der Begleitstimme so verändert,
  17. dass er sich an einigen Stellen vom Rhythmus der zu begleitenden Stimme abhebt. [Musik] Dieses Prinzip nennt man Kontrapunkt.
  18. Genauso kann man auch diesen Abschnitt einer Fuge bezeichnen. Man kann aber auch deutsch Gegensatz dazu sagen. Unser Fugenanfang ist jetzt vollständig. Hören wir ihn uns noch einmal an. [Musik]
  19. Thema, Antwort, Gegensatz... Das ist ja schon eine ganze Menge. Und das war es der Anfang. Wie es weitergeht, erfahrt ihr im nächsten Video.
  20. Am besten ihr abonniert gleich den Kanal und setzt euch eine Erinnerung. Wenn ihr Fragen habt, schreibt einen Kommentar; oder hinterlasst eine Nachricht auf der Webseite.
  21. ich freue mich drauf. Denn Musiktheorie ist spannender als man denkt. Wir hören uns!

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