Das Video kommt von YouTube: erst beim Abspielen verbindet sich die Seite mit YouTube (Google).
Gerechtigkeit
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 54 Zeilen
- Als Gottesanbeterin wäre es – gesellschaftlich gesehen – völlig in Ordnung, wenn du deinen Partner verspeist.
- Und wärst du ein Honigdachs, würdest du dich nicht um andere Tiere kümmern. Sie wären dir egal.
- Wärst du ein Panda mit Zwillingen, wäre es normal, eins der Kinder zu verlassen, um dich um das andere zu kümmern.
- Aber würden Menschen so etwas tun, würden wir es als falsch, unfair oder ungerecht bezeichnen. Ja, warum ist das so?
- Warum ist den Menschen Gerechtigkeit so wichtig? Die Bibel hat eine faszinierende Antwort auf diese Frage.
- Auf Seite eins werden die Menschen als Ebenbild Gottes von allen anderen Kreaturen abgehoben. Ja, Gottes Stellvertreter, die nach seiner Definition von Gut und Böse die Welt regieren.
- Und diese Identität ist das Fundament der biblischen Sicht auf Gerechtigkeit. Alle Menschen sind vor Gott gleich und haben das Recht, mit Würde und Anstand behandelt
- zu werden, ganz egal, wer man ist. Das wäre schön, wenn das alle tun würden.
- Aber wir wissen, wie es in der Welt wirklich läuft. Und die Bibel spricht das auch an.
- Sie zeigt, wie wir immer wieder Gut und Böse zu unserem eigenen Vorteil und auf Kosten anderer neu definieren.
- Ja, Selbsterhaltung. Und je schwächer jemand ist, umso leichter kann man ihn ausnutzen.
- In der biblischen Geschichte sehen wir, wie das auf einer persönlichen Ebene passiert, aber auch in Familien, Gemeinschaften und in ganzen Zivilisationen, die Ungerechtigkeit
- besonders gegenüber den Schwachen schaffen. Aber die Geschichte ist hier nicht zu Ende.
- Aus diesem ganzen Chaos erwählt Gott einen Mann namens Abraham, um eine neue Art von Familie zu gründen.
- Abraham sollte seine Familie besonders darin lehren, den Weg des Herrn zu halten, und rechtschaffen und gerecht zu leben.
- Rechtschaffen sein --- das ist ein biblisches Wort, das ich nicht wirklich benutze. Aber ich denke da direkt, dass man ein guter Mensch ist.
- Aber was bedeutet es, „gut zu sein“? Das biblisch hebräische Wort dafür ist „Zedaka“ und es ist viel spezifischer.
- Es ist ein ethischer Standard, der sich auf gerechte Beziehungen zwischen den Menschen bezieht.
- Es geht darum, andere als Ebenbild Gottes zu behandeln. Mit der gottgegebenen Würde, die ihnen zusteht.
- Und das Wort „Recht” entspricht dem hebräischen Wort „Mischpat“. Das kann man auf ausgleichendes Recht beziehen.
- Wenn ich zum Beispiel etwas stehle, muss ich die Konsequenzen tragen. Genau.
- Aber meistens bezieht sich Mischpat in der Bibel auf stärkendes Recht. Es bedeutet, einen Schritt weiter zu gehen, ganz gezielt auf verletzliche und ausgenutzte
- Menschen zuzugehen, und ihnen zu helfen. Ja, manche Menschen nennen das Wohltätigkeit.
- Aber Mischpat beinhaltet noch viel mehr. Es bedeutet, dass man für die Schwachen eintritt und die sozialen Strukturen so ändert, dass
- Ungerechtigkeit verhindert wird. Also geht es bei Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit um einen radikalen, selbstlosen Lebensweg.
- Ja und diese Idee findest du überall in der Bibel. So wie hier, im Buch der Sprüche: Was bedeutet es gerecht zu leben?
- schaffe denen Recht, die für sich alleine dastehen. Und was bedeuteten diese Worte für die Propheten, wie Jeremia?
- Rettet den, der beraubt wurde, aus der Hand des Mächtigen. Achtet darauf, dass den Waisen, Witwen und Fremden, die sich in eurer Stadt aufhalten,
- keine Gewalt angetan wird. Und hier, wie im Buch der Psalmen.
- „Er schafft den Unterdrückten Gerechtigkeit und gibt den Hungrigen zu essen. Der Herr befreit die Gefangenen.
- […] Der Herr liebt die Gottesfürchtigen. […] aber er vereitelt die Pläne der Gottlosen.“ … Er vereitelt die Pläne der Gottlosen?!
- Ja, in Hebräisch bedeutet das Wort „gottlos“ „rascha“. Es bedeutet „schuldig” oder „im Unrecht sein.”
- Es bezieht sich auf jemanden, der einen anderen Menschen falsch behandelt und dessen Würde als Ebenbild Gottes missachtet.
- Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit sind eine große Sache für Gott. Ja, genau darum geht es in Abrahams Familie, den Israeliten: Sie landeten als eingewanderte
- Sklaven in Ägypten, wo sie zu Unrecht unterdrückt wurden. Und so stellt sich Gott dem Bösen in Ägypten entgegen und erklärt, dass sie „rascha“
- sind – der Ungerechtigkeit schuldig. Und so rettete er Israel.
- Aber die tragische Ironie in der alttestamentlichen Geschichte ist, dass dieses erlöste Volk hinging, und die gleichen Ungerechtigkeiten gegen die Schwachen beging -Und so schickte
- Gott Propheten, die Israel für schuldig erklärten. Aber sie waren nicht die einzigen.
- Ungerechtigkeit gibt es überall. Ja, ein paar Menschen sind ganz bewusst ungerecht.
- Andere bekommen Vorteile und Privilegien aus ungerechten, sozialen Strukturen, die sie für selbstverständlich halten.
- Und traurigerweise zeigt uns die Geschichte oft, dass die Unterdrückten, sobald sie Macht zurückgewinnen, selbst zu Unterdrückern werden.
- Wir tragen also alle zu Ungerechtigkeit bei, aktiv oder passiv; und sogar ungewollt. Wir sind alle schuldig.
- Und das ist die überraschende Botschaft der biblischen Geschichte: Gottes Antwort auf das menschliche Erbe der Ungerechtigkeit ist ein Geschenk, nämlich
- das Leben Jesu. Er war rechtschaffen und gerecht, und trotzdem starb er an Stelle der Schuldigen.
- Aber dann erklärte Gott Jesus als den Gerechten als er von den Toten auferstand. Und so bietet Jesus den Schuldigen sein Leben an, damit auch sie vor Gott als gerecht erklärt
- werden. Nicht für etwas, das sie getan haben, sondern für das, was Jesus für sie getan hat.
- Die frühesten Nachfolger von Jesus erlebten diese Gerechtigkeit von Gott nicht nur als neuen Zustand.
- Sondern als eine neue Kraft, die ihr Leben veränderte und sie dazu verpflichtete, auf überraschende neue Weise zu leben.
- Ja. Wenn Gott jemanden für gerecht erklärt, obwohl er es nicht verdient, ist die einzige
- logische Schlussfolgerung, selbst nach Gerechtigkeit für andere zu streben. Das ist ein radikaler Lebensweg und nicht immer bequem oder leicht.
- Dabei macht man nämlich die Probleme anderer zu seinen eigenen Problemen. Das meinte Jesus, als er sagte, wir sollen unseren Nächsten lieben wie uns selbst.
- Dabei geht es um eine lebenslange Verpflichtung, die durch die Worte des Propheten Micha befeuert wurde: „Es wurde dir, Mensch, doch schon längst
- gesagt, was gut ist und wie Gott möchte, dass du leben sollst. Er fordert von euch nichts anderes, als dass ihr euch an das Recht haltet,
- liebevoll und barmherzig miteinander umgeht und demütig vor Gott euer Leben führt.“
Zum Nachlesen
GerechtigkeitZum modernen Gerechtigkeitsbegriff gehört auch, dass dieser nicht nur auf einzelne Handlungen von Menschen angewandt wird, sondern gerade auch auf die Summe und …
BibelDie christliche Bibel ist das am häufigsten gedruckte und publizierte und in die meisten Sprachen übersetzte schriftliche Werk der Welt.
LesenLesen im engeren Sinn bedeutet, schriftlich niedergelegte, sprachlich formulierte Gedanken aufzunehmen. Das Lesen eines Textes ist ein durch Übung und …
GottIm Verständnis von Mythologien, Religionen und Glaubensüberzeugungen wird einem Gott oder mehreren Göttern besondere Verehrung zuteil und es werden ihnen unter …