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Die orthodoxe Kirche
Das Wichtigste aus dem Video
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Transkriptautomatisch erstellt · 62 Zeilen
- Die orthodoxe Kirche wurde im Jahr 33 unserer Zeitrechnung von Gott gegründet. Zuerst kam Jesus Christus, der Sohn Gottes in die Welt.
- Er erfüllt das Alte Testament, einen Vertrag, den Gott vor langer Zeit mit den Menschen geschlossen hat.
- Zeitgleich schloss Er mit den Menschen einen neuen Vertag ab, das Neue Testament. Der Sinn des Vertrags ist einfach: lebt ein Mensch so, wie Christus es uns gelehrt hat,
- lässt Gott diesen Menschen nach seinem Tod in den Himmel. Während Seines Lebens wählte Jesus Lehrlinge aus, die Apostel genannt werden.
- Es gab zwei Gruppen der Apostel – die 12, welche Christus am nächsten standen - sowie 70 weitere, die später dazukamen.
- Die Apostel wurden von Christus persönlich ausgebildet. Er offenbarte ihnen viele Geheimnisse über Sich Selbst, über Gott Vater und über den
- Himmel. Jesus hat z.B. den Aposteln gesagt, dass Gott eine Dreiheit ist, also ein Wesen, das aus
- drei Personen besteht. Er erklärte den Aposteln, wie ein Mensch leben sollte, um Gott zu gefallen und was
- es bedeutet zu sündigen, also was Menschen nicht tun sollten. Aber das Wirken Christi war nicht bloß eine moralische Lehre oder eine Weltanschauung.
- Dadurch, dass Christus die göttliche Natur mit der menschlichen vereinte, heilte Er die Menschen von der Sünde, von dem Fluch und vom Tod.
- Christus nahm die Sünden der Menschheit auf Sich und brachte Sich Selbst Gott als Opfer dar.
- Die Geburtsstunde der Orthodoxen Kirche war Pfingsten. Nachdem Christus in den Himmel aufgefahren war, sandte Er Seinen Aposteln den Heiligen
- Geist. Dadurch bekamen diese die Gnade Gottes, also eine mystische Macht, im Namen Gottes Sakramente
- zu vollziehen. Dadurch konnten die Apostel in der Taufe die Menschen am Kreuzopfer Christi teilhaben lassen,
- in der Beichte Sünden vergeben, in der Eucharistie Brot und Wein zu Leib und Blut Christi verwandeln, Gegenstände weihen und noch anderes mehr.
- Die meisten Apostel gingen nach dem Tod Christi aus Jerusalem, der Geburtsstadt der Kirche weg und predigten das Evangelium, also erzählten den Menschen über Christus in der gesamten
- damals bekannten Welt. Dabei gründeten sie in verschiedenen Städten Gemeinden und wählten dort Lehrlinge aus,
- die zu ihren Nachfolgern wurden. Diese Lehrlinge wurden Bischöfe genannt.
- Sie wurden von den Aposteln durch das Auflegen von Händen auf den Kopf und das Sprechen von Gebeten geweiht.
- Die Bischöfe bekamen von den Aposteln die Aufgabe übertragen, das Evangelium zu predigen, und die Macht, die Kirche zu verwalten und die Gnade, die heiligen Sakramente zu vollziehen.
- Diese Bischöfe wählten sich wiederum Lehrlinge und Nachfolger aus und weihten diese. Beginnend mit Christus und den Aposteln besteht in der Orthodoxen Kirche eine ununterbrochene
- Kette von Bischofsweihen. Diese aufeinanderfolgende Übergabe der Weihe, von Christus über die Apostel bis hin zu
- den heutigen Bischöfen nennt man die apostolische Sukzession. Wer nicht von einem geweihten Bischof geweiht wurde, kann nicht im Namen Christi handeln
- oder wirken. Jeder Bischof stand einer Diözese vor, einem Zusammenschluss von Gemeinden.
- Sie erstrecken sich über ein bestimmtes Gebiet, z. B. über eine Stadt oder eine Region. Schon relativ früh hatten sich diese Diözesen zu sogenannten Patriarchaten zusammengeschlossen.
- Die Patriarchate werden auch autokephale Kirchen genannt. Im ersten Jahrtausend gab es fünf solcher Patriarchate: Rom, Konstantinopel (dem heutigen
- Istanbul), Antiochien, Alexandrien und Jerusalem. Jedem Patriarchat stand ein Bischof vor, der dann Patriarch genannt wurde.
- Er hatte keine besondere Gnade und auch keine besonderen Vollmachten. Vielmehr repräsentierte er die Kirche nach außen und administrierte diese.
- Die Patriarchen konnten jedoch keine Entscheidungen, welche die gesamte autokephale Kirche betrafen, ohne die Zustimmung der anderen Bischöfe treffen.
- Wollte eine autokephale Kirche eine wichtige Entscheidung treffen, so wurden alle Bischöfe dieser Kirche zusammengerufen.
- Solche Versammlungen werden Konzilien oder Synoden genannt. Auf einem Konzil hat jeder Bischof (auch der Patriarch) nur eine Stimme.
- Wollte man eine Entscheidung treffen, welche die gesamte Kirche betraf, so wurden alle Bischöfe aus allen fünf Patriarchaten zusammengerufen.
- Diese Versammlungen nennt man ökumenische Konzile. Dieses synodale Prinzip, bei dem nicht eine Person über das Schicksal der Kirche entscheidet,
- sondern alle Bischöfe zusammen, besteht in der orthodoxen Kirche bis heute. Die erwähnten fünf Patriarchate
- sahen sich zusammen als eine Kirche Christi, alle hatten denselben Glauben, denselben Gottesdienst. Sie unterschieden sich nur in ihrer Verwaltungsstruktur und Sprache.
- Es gab jedoch kein Patriarchat und keinen Patriarchen, der über die anderen vier bestimmen konnte.
- Alle Patriarchen und alle Bischöfe waren gleichgestellt. Bis zum 11. Jahrhundert gab es bis auf einige kleine Abspaltungen eine christliche Kirche.
- Erst im Jahr 1054 fand das sogenannte Große Schisma statt, bei dem die Katholische Kirche ihren Anfang nahm.
- Der Patriarch von Rom, der heute als der Papst bekannt ist, wollte im Laufe der Zeit mehr Macht in der Kirche haben.
- Er fing an, darauf zu bestehen, dass er der wichtigste Bischof in der Kirche sei, der von Christus besondere Befugnisse bekommen hätte.
- Und dass er sogar der Stellvertreter Christi auf Erden sein sollte. So wären z. B. Entscheidungen eines ökumenischen Konzils, bei dem alle Bischöfe der Kirche
- zusammengetroffen wären, erst dann gültig gewesen, wenn der Papst diese ebenfalls abgesegnet hätte.
- Mit der Zeit entwickelte sich in der Katholischen Kirche dieser Anspruch des Papstes zum Dogma der Unfehlbarkeit des Papstes.
- Die vier anderen Patriarchate, aus denen die Kirche damals bestand, waren mit diesen Anmaßungen des Papstes nicht einverstanden.
- Zum einen waren die Ansprüche neu – in den ersten 1000 Jahren wurde die Kirche nicht so verwaltet, wie der Papst es nun wollte.
- Zum anderen waren diese Ansprüche weder biblisch noch theologisch haltbar. Man könnte die Situation mit fünf Freunden vergleichen, die sich regelmäßig treffen
- und Zeit miteinander verbringen. Doch irgendwann entscheidet einer der Fünf, dass alle anderen nun das tun müssten, was
- er ihnen sagt. Das würde den vier anderen bestimmt nicht gefallen.
- So war das auch damals, es entstand eine Trennung zwischen dem Patriarchat von Rom und den vier anderen Patriarchaten von Konstantinopel, Antiochien, Alexandrien und Jerusalem.
- Das Patriarchat von Rom wird heute die Römisch-Katholische Kirche genannt, die anderen vier sind zusammengeblieben und bilden die Orthodoxe Kirche.
- Und deshalb heißt es auch Römisch-Katholisch, Griechisch-Orthodox, Russisch-Orthodox – der erste Teil im Namen der Kirchen bezeichnet das Patriarchat.
- Heute besteht die Orthodoxe Kirche jedoch nicht mehr aus vier, sondern aus 15 einzelnen Kirchen.
- Dies entstand dadurch, dass mit der Zeit neue Länder den orthodoxen Glauben angenommen haben und dort neue Kirchen etabliert wurden.
- So wurde z. B. ganz Russland orthodox und es entstand die Russische Orthodoxe Kirche. In Rumänien die Rumänische usw.
- Doch bis heute ist in der orthodoxen Kirche das Synodale Prinzip erhalten geblieben. Alle 15 orthodoxen Kirchen haben denselben Glauben und sehen sich als eine orthodoxe
- Kirche an. Alle halten Gottesdienste zusammen ab.
- Müsste jedoch für diese gesamte Kirche eine Entscheidung getroffen werden, so müssten alle Bischöfe aller autokephalen Kirchen zusammentreffen und über diese Frage abstimmen.
- Die 15 autokephalen Kirchen heute sind: Konstantinopel, Alexandrien, Antiochien, Jerusalem, Russland, Serbien, Rumänien, Bulgarien, Georgien, Zypern, Griechenland, Polen, Albanien, Tschechien
- und Amerika. Außerdem gibt es autonome und sich selbst verwaltende Kirchen, die zwar keine eigenständigen
- Kirchen sind und zu einer der 15 autokephalen Kirchen gehören, jedoch weitgehende Autonomie in ihren Administrationen besitzen.
- Das sind u. A. die Kirchen von Finnland, Japan, der Ukraine, Moldawien, Estland, Lettland u. A. Diözesen und Gemeinden der orthodoxen Kirche,
- die zu verschiedenen Patriarchaten gehören, gibt es in fast allen Ländern der Welt. Insgesamt wird die Anzahl orthodoxer Gläubiger auf 300 Millionen geschätzt.
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