Die orthodoxe Kirche OrthMedien https://www.youtube.com/watch?v=dCg-gKaQsd0 Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Die orthodoxe Kirche wurde im Jahr 33 unserer Zeitrechnung von Gott gegründet. Zuerst kam Jesus Christus, der Sohn Gottes in die Welt. 0:11 Er erfüllt das Alte Testament, einen Vertrag, den Gott vor langer Zeit mit den Menschen geschlossen hat. 0:17 Zeitgleich schloss Er mit den Menschen einen neuen Vertag ab, das Neue Testament. Der Sinn des Vertrags ist einfach: lebt ein Mensch so, wie Christus es uns gelehrt hat, 0:25 lässt Gott diesen Menschen nach seinem Tod in den Himmel. Während Seines Lebens wählte Jesus Lehrlinge aus, die Apostel genannt werden. 0:33 Es gab zwei Gruppen der Apostel – die 12, welche Christus am nächsten standen - sowie 70 weitere, die später dazukamen. 0:35 Die Apostel wurden von Christus persönlich ausgebildet. Er offenbarte ihnen viele Geheimnisse über Sich Selbst, über Gott Vater und über den 0:41 Himmel. Jesus hat z.B. den Aposteln gesagt, dass Gott eine Dreiheit ist, also ein Wesen, das aus 0:43 drei Personen besteht. Er erklärte den Aposteln, wie ein Mensch leben sollte, um Gott zu gefallen und was 0:48 es bedeutet zu sündigen, also was Menschen nicht tun sollten. Aber das Wirken Christi war nicht bloß eine moralische Lehre oder eine Weltanschauung. 0:58 Dadurch, dass Christus die göttliche Natur mit der menschlichen vereinte, heilte Er die Menschen von der Sünde, von dem Fluch und vom Tod. 1:09 Christus nahm die Sünden der Menschheit auf Sich und brachte Sich Selbst Gott als Opfer dar. 1:12 Die Geburtsstunde der Orthodoxen Kirche war Pfingsten. Nachdem Christus in den Himmel aufgefahren war, sandte Er Seinen Aposteln den Heiligen 1:20 Geist. Dadurch bekamen diese die Gnade Gottes, also eine mystische Macht, im Namen Gottes Sakramente 1:28 zu vollziehen. Dadurch konnten die Apostel in der Taufe die Menschen am Kreuzopfer Christi teilhaben lassen, 1:35 in der Beichte Sünden vergeben, in der Eucharistie Brot und Wein zu Leib und Blut Christi verwandeln, Gegenstände weihen und noch anderes mehr. 1:45 Die meisten Apostel gingen nach dem Tod Christi aus Jerusalem, der Geburtsstadt der Kirche weg und predigten das Evangelium, also erzählten den Menschen über Christus in der gesamten 1:55 damals bekannten Welt. Dabei gründeten sie in verschiedenen Städten Gemeinden und wählten dort Lehrlinge aus, 2:04 die zu ihren Nachfolgern wurden. Diese Lehrlinge wurden Bischöfe genannt. 2:08 Sie wurden von den Aposteln durch das Auflegen von Händen auf den Kopf und das Sprechen von Gebeten geweiht. 2:15 Die Bischöfe bekamen von den Aposteln die Aufgabe übertragen, das Evangelium zu predigen, und die Macht, die Kirche zu verwalten und die Gnade, die heiligen Sakramente zu vollziehen. 2:30 Diese Bischöfe wählten sich wiederum Lehrlinge und Nachfolger aus und weihten diese. Beginnend mit Christus und den Aposteln besteht in der Orthodoxen Kirche eine ununterbrochene 2:45 Kette von Bischofsweihen. Diese aufeinanderfolgende Übergabe der Weihe, von Christus über die Apostel bis hin zu 2:47 den heutigen Bischöfen nennt man die apostolische Sukzession. Wer nicht von einem geweihten Bischof geweiht wurde, kann nicht im Namen Christi handeln 2:57 oder wirken. Jeder Bischof stand einer Diözese vor, einem Zusammenschluss von Gemeinden. 3:02 Sie erstrecken sich über ein bestimmtes Gebiet, z. B. über eine Stadt oder eine Region. Schon relativ früh hatten sich diese Diözesen zu sogenannten Patriarchaten zusammengeschlossen. 3:15 Die Patriarchate werden auch autokephale Kirchen genannt. Im ersten Jahrtausend gab es fünf solcher Patriarchate: Rom, Konstantinopel (dem heutigen 3:20 Istanbul), Antiochien, Alexandrien und Jerusalem. Jedem Patriarchat stand ein Bischof vor, der dann Patriarch genannt wurde. 3:25 Er hatte keine besondere Gnade und auch keine besonderen Vollmachten. Vielmehr repräsentierte er die Kirche nach außen und administrierte diese. 3:36 Die Patriarchen konnten jedoch keine Entscheidungen, welche die gesamte autokephale Kirche betrafen, ohne die Zustimmung der anderen Bischöfe treffen. 3:47 Wollte eine autokephale Kirche eine wichtige Entscheidung treffen, so wurden alle Bischöfe dieser Kirche zusammengerufen. 3:58 Solche Versammlungen werden Konzilien oder Synoden genannt. Auf einem Konzil hat jeder Bischof (auch der Patriarch) nur eine Stimme. 4:09 Wollte man eine Entscheidung treffen, welche die gesamte Kirche betraf, so wurden alle Bischöfe aus allen fünf Patriarchaten zusammengerufen. 4:19 Diese Versammlungen nennt man ökumenische Konzile. Dieses synodale Prinzip, bei dem nicht eine Person über das Schicksal der Kirche entscheidet, 4:30 sondern alle Bischöfe zusammen, besteht in der orthodoxen Kirche bis heute. Die erwähnten fünf Patriarchate 4:53 sahen sich zusammen als eine Kirche Christi, alle hatten denselben Glauben, denselben Gottesdienst. Sie unterschieden sich nur in ihrer Verwaltungsstruktur und Sprache. 5:07 Es gab jedoch kein Patriarchat und keinen Patriarchen, der über die anderen vier bestimmen konnte. 5:15 Alle Patriarchen und alle Bischöfe waren gleichgestellt. Bis zum 11. Jahrhundert gab es bis auf einige kleine Abspaltungen eine christliche Kirche. 5:29 Erst im Jahr 1054 fand das sogenannte Große Schisma statt, bei dem die Katholische Kirche ihren Anfang nahm. 5:39 Der Patriarch von Rom, der heute als der Papst bekannt ist, wollte im Laufe der Zeit mehr Macht in der Kirche haben. 5:48 Er fing an, darauf zu bestehen, dass er der wichtigste Bischof in der Kirche sei, der von Christus besondere Befugnisse bekommen hätte. 5:57 Und dass er sogar der Stellvertreter Christi auf Erden sein sollte. So wären z. B. Entscheidungen eines ökumenischen Konzils, bei dem alle Bischöfe der Kirche 6:10 zusammengetroffen wären, erst dann gültig gewesen, wenn der Papst diese ebenfalls abgesegnet hätte. 6:17 Mit der Zeit entwickelte sich in der Katholischen Kirche dieser Anspruch des Papstes zum Dogma der Unfehlbarkeit des Papstes. 6:26 Die vier anderen Patriarchate, aus denen die Kirche damals bestand, waren mit diesen Anmaßungen des Papstes nicht einverstanden. 6:37 Zum einen waren die Ansprüche neu – in den ersten 1000 Jahren wurde die Kirche nicht so verwaltet, wie der Papst es nun wollte. 6:45 Zum anderen waren diese Ansprüche weder biblisch noch theologisch haltbar. Man könnte die Situation mit fünf Freunden vergleichen, die sich regelmäßig treffen 6:57 und Zeit miteinander verbringen. Doch irgendwann entscheidet einer der Fünf, dass alle anderen nun das tun müssten, was 7:05 er ihnen sagt. Das würde den vier anderen bestimmt nicht gefallen. 7:10 So war das auch damals, es entstand eine Trennung zwischen dem Patriarchat von Rom und den vier anderen Patriarchaten von Konstantinopel, Antiochien, Alexandrien und Jerusalem. 7:22 Das Patriarchat von Rom wird heute die Römisch-Katholische Kirche genannt, die anderen vier sind zusammengeblieben und bilden die Orthodoxe Kirche. 7:32 Und deshalb heißt es auch Römisch-Katholisch, Griechisch-Orthodox, Russisch-Orthodox – der erste Teil im Namen der Kirchen bezeichnet das Patriarchat. 7:44 Heute besteht die Orthodoxe Kirche jedoch nicht mehr aus vier, sondern aus 15 einzelnen Kirchen. 7:53 Dies entstand dadurch, dass mit der Zeit neue Länder den orthodoxen Glauben angenommen haben und dort neue Kirchen etabliert wurden. 8:02 So wurde z. B. ganz Russland orthodox und es entstand die Russische Orthodoxe Kirche. In Rumänien die Rumänische usw. 8:12 Doch bis heute ist in der orthodoxen Kirche das Synodale Prinzip erhalten geblieben. Alle 15 orthodoxen Kirchen haben denselben Glauben und sehen sich als eine orthodoxe 8:27 Kirche an. Alle halten Gottesdienste zusammen ab. 8:31 Müsste jedoch für diese gesamte Kirche eine Entscheidung getroffen werden, so müssten alle Bischöfe aller autokephalen Kirchen zusammentreffen und über diese Frage abstimmen. 8:43 Die 15 autokephalen Kirchen heute sind: Konstantinopel, Alexandrien, Antiochien, Jerusalem, Russland, Serbien, Rumänien, Bulgarien, Georgien, Zypern, Griechenland, Polen, Albanien, Tschechien 9:01 und Amerika. Außerdem gibt es autonome und sich selbst verwaltende Kirchen, die zwar keine eigenständigen 9:09 Kirchen sind und zu einer der 15 autokephalen Kirchen gehören, jedoch weitgehende Autonomie in ihren Administrationen besitzen. 9:20 Das sind u. A. die Kirchen von Finnland, Japan, der Ukraine, Moldawien, Estland, Lettland u. A. Diözesen und Gemeinden der orthodoxen Kirche, 9:31 die zu verschiedenen Patriarchaten gehören, gibt es in fast allen Ländern der Welt. Insgesamt wird die Anzahl orthodoxer Gläubiger auf 300 Millionen geschätzt.