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Die Irrtümer des Kolumbus - ganz schön verrechnet | Terra X

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Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 50 Zeilen
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  1. Als Christoph Kolumbus im Jahr 1492 aufbrach, um einen Seeweg nach Asien zu finden, landete er nicht, wie er selbst glaubte, in Indien – sondern er entdeckte Amerika. Zumindest aus europäischer Sicht. Natürlich haben damals schon eine ganze Menge Menschen dort gelebt, in Amerika.
  2. Seine Entdeckung sollte die Welt jedenfalls für immer verändern. Welchen Irrtümern ist er bei seiner Reise noch aufgesessen? Das waren nämlich einige. Hier kommen für euch die größten Irrtümer des Kolumbus.
  3. „Land... Land in Sicht!“ Dass überhaupt am 3. August 1492 eine kleine Flotte vom andalusischen Hafen Palos de la Frontera aus in See stechen konnte, um eine Westroute nach Asien zu finden, ist nicht selbstverständlich.
  4. Fast wäre dieses Vorhaben aufgrund von Kolumbus‘ erstem Irrtum gescheitert. Er dachte, dass die Menschen seiner Zeit sich für sein Vorhaben begeistern und es sofort unterstützen würden.
  5. Dem war allerdings nicht so. Weder die Herrschenden noch seine Schiffsmannschaft standen anfangs hinter ihm. Kolumbus interessiert sich schon früh für Berichte aus fernen Ländern. Der Sohn eines Wollwebers aus Genua stürzt sich in alte Schriften und Seekarten, er studiert Texte über Navigation und Astronomie.
  6. Und lässt eine Idee in sich aufflammen: die Vision eines Abenteuers, das ihn zu den vermeintlichen Schatzkammern Asiens führen soll. Sein Ziel: Im Westen einen Seeweg nach Asien finden. Die Portugiesen haben bereits einen Weg um Afrika herum gesucht. Bartolomeu Dias umsegelt 1488 das Kap der Guten Hoffnung.
  7. Die Europäer betreiben damals viel Handel mit Indien und China. Doch die Handelswege sind durch das Osmanische Reich erschwert. Wer also eine Schiffsroute nach Indien ausfindig macht, ist gegenüber den anderen Nationen wirtschaftlich im Vorteil.
  8. Und Kolumbus hat Glück. Er lebt in einer Umbruchphase, in der sich erstmals auch für Männer aus der Mittelschicht Möglichkeiten ergeben, die ihnen vorher verwehrt blieben. Gerade auch für diejenigen, die mutig und tapfer genug waren, ihr Leben aufs Spiel zu setzen und weite Reisen zu unternehmen, und zu denen gehörte Kolumbus.
  9. Doch für sein Vorhaben braucht Kolumbus - vor allem finanzielle - Unterstützung der Herrschenden. „Señor Kolumbus! Ich bringe Ihnen eine Nachricht von Königin Isabella.“
  10. Isabella ist Königin von Kastilien und Aragón. Eigentlich hat sie Kolumbus‘ Vorhaben abgelehnt. Seine Pläne seien utopisch und nicht durchführbar. Doch bevor sich Kolumbus jetzt auf den Weg nach Frankreich machen kann, schwenkt Isabella um und stimmt der Expedition doch noch zu.
  11. Dass Frankreich einen westlichen Seeweg kontrollieren würde, kann sich Spanien nicht gefallen lassen. Gleichzeitig erhofft sich Isabella Reichtümer aus fernen Ländern. Und: Sie will als streng gläubige Katholikin Heiden anderer Länder zum Christentum bekehren.
  12. Nach jahrelangem Klinkenputzen kann es endlich losgehen. Doch so mühselig es ist, die Genehmigung von offizieller Seite zu bekommen, so schwierig wird es jetzt für Kolumbus, eine Crew zusammenzustellen. Die Gefahren so einer Reise ins Ungewisse sind hoch, die Seemänner skeptisch. Viele gehen nur an Bord, weil sie dem Schiffseigentümer vertrauen. Andere werden dazu gezwungen.
  13. „Señor. Was soll ich denn jetzt mit denen hier machen? Fesseln abnehmen?“ „Ihr werdet nicht so dumm sein wegzulaufen. Was Besseres als das hier kriegt ihr nicht.“ Kolumbus benötigt mehrere Dutzend Seeleute für seine Flotte.
  14. Hat man ihm in der Not Strafgefangene mitgegeben, um die Mannschaft vollzählig zu machen? Hartnäckig hält sich das Gerücht, Kolumbus hätte auf seiner Reise vor allem Schwerkriminelle mit an Bord gehabt. Das ist allerdings nicht ganz richtig.
  15. Zum einen waren das gar nicht so wirklich harte Jungs und zum anderen waren es genau vier. Er hier hat sich im Suff geprügelt und der andere kam dabei ums Leben. Und diese drei haben versucht, ihren Kumpel aus dem Gefängnis zu befreien, wurden erwischt, sie kamen dafür selbst auch in den Kerker.
  16. Aber ein Körnchen Wahrheit gibt es bei dieser ganzen Sache doch: Denn auf seinen späteren Reisen hatte Kolumbus tatsächlich vor allem Straffällige unter seinen Matrosen. Und Isabella hatte für die erste Reise von Kolumbus Straffälligen Amnestie angeboten. Angenommen haben das allerdings nur diese vier hier.
  17. Noch weiß niemand, ob die Expedition jemals ihr Ziel erreichen wird. Und das stand tatsächlich in den Sternen. Denn: Kolumbus hat sich verrechnet. 3. August 1492. Kolumbus sticht mit insgesamt knapp 90 Mann auf der Santa Maria und den Begleitschiffen Pinta und Niña in See.
  18. Seine Idee: Wenn die Erde eine Kugel ist, was Kolumbus damals schon klar ist, dann müsste man nur lange genug nach Westen segeln, um irgendwann in Indien anzukommen. Die Überlegung stimmt - und Kolumbus weiß auch, wie man die Passatwinde nutzen kann, um schnell voranzukommen. Allerdings hat er eine falsche Vorstellung von den Entfernungen.
  19. Kolumbus hat sich ausgerechnet, den asiatischen Kontinent nach 4.500 Kilometern zu erreichen. Tatsächlich liegen aber fast 20.000 Kilometer zwischen der Westküste Europas und der Ostküste Asiens. Um den Plan einer Westfahrt den Monarchen von Portugal und später von Spanien zu verkaufen, suchte Kolumbus nach Daten, die seinen Vorschlag realisierbar erschienen ließen.
  20. Er durchforschte verschiedene Texte nach Angaben über den Umfang der Erde. Schließlich wählte er die Zahl, nämlich die kleinste Zahl, die für seinen Vorschlag am günstigsten war. Das aber hatte zur Folge, dass er selbst die Dauer seiner Reise über den Ozean komplett unterschätzte.
  21. Ein weiteres Problem: Die Navigation damals funktioniert noch nicht per GPS, sondern mit einfachen Mitteln - sie ist mehr Kunst als Wissenschaft. Vor allem die Längengrade lassen sich bis ins 18. Jahrhundert nur ungenau bestimmen.
  22. Aber es gibt ja noch die Sterne. Ohne Kenntnisse der Astronomie waren die Seeleute damals aufgeschmissen, zumindest, wenn es um größere Distanzen ging. Welche Instrumente Kolumbus genau an Bord hatte, das wissen wir heute gar nicht mehr. Wir wissen nicht mal, ob er so ein Astrolabium mit dabeihatte.
  23. Damit lassen sich Auf- und Untergang der Gestirne bestimmen. Denn, das muss man sagen, auch wenn die Navigation damals natürlich nicht dem heutigen Standard entsprach, völlig planlos waren die Seeleute nicht unterwegs.
  24. Sie haben verschiedene Messtechniken miteinander kombiniert, das war die sogenannte Koppelnavigation. Und auf dieser Basis haben sie dann die Position und letztendlich auch den Kurs bestimmt.
  25. Der Kompass zeigt die Richtung an, aber für die Position braucht es Informationen über die Geschwindigkeit und damit über den Weg, den man bereits zurückgelegt hat. „Seid ihr bereit?“
  26. Um die Geschwindigkeit zu messen, wird ein Log verwendet – daher auch der Begriff Logbuch. Wirklich viele Zutaten braucht man für so eine Messung nicht. Ein Stück Holz, ein Bleigewicht und eine Sanduhr, die auf genau 14 Sekunden eingestellt ist.
  27. Das Gewicht ist an dem Holz deshalb dran, damit das Holz einigermaßen senkrecht im Wasser ist und nicht irgendwie schief rumhängt. Bevor wir weitermachen, müssen wir jetzt aber erstmal das Boot in Gang setzen. Ja, sieht gut aus, dann geht’s los. Ja.
  28. An diesem Seil ist auch noch eine Vorlaufleine, die kommt zuerst und danach kommen Knoten im Abstand von 7 Metern. Und das mit den Knoten ist das Entscheidende, denn jetzt wird gemessen, wie viele Knoten innerhalb einer bestimmten Zeit zurückgelegt werden, daher auch diese Einheit Knoten.
  29. Und mit einer Formel werden die Knoten letztendlich in Seemeilen umgerechnet. Und das ist das entscheidende Puzzleteil bei der Bestimmung der Position. „Und wie viel machen wir heute?“ „Mal sehen. 10 Knoten.“ „Also mehr als gestern.“ „Ja.“ „Gut. Gut.“
  30. Hier den Überblick zu behalten, ist lebensnotwendig. Denn sollten die Schiffe kein Land erreichen, bevor die Vorräte zur Neige gehen, würde das den Tod auf See für alle Beteiligten bedeuten. Nach Wochen auf See werden die Matrosen unzufrieden. Das kann auch eine List nicht verhindern:
  31. Kolumbus gibt der Mannschaft falsche Angaben über die zurückgelegten Seemeilen, um sie glauben zu lassen, gar nicht so weit von der Heimat entfernt zu sein. In einem zweiten Logbuch, neben dem ersten, dem offiziellen, trägt er die wahren Distanzen ein, die die Flotte täglich zurücklegt.
  32. Was Kolumbus damals allerdings nicht weiß – und schon gar nicht erwartet: Zwischen Europa und Asien liegt ein weiterer Kontinent. Indien, China, die Mongolei und Japan – diese Länder kennt man damals noch kaum. Weder Kolumbus noch seinem Kapitän Juan de la Cosa kommt es in den Sinn, dass sie auf etwas ganz Neues stoßen könnten.
  33. Heute wissen wir, dass auch die Wikinger schon in Amerika gewesen sind. Allerdings haben sie keine große Sache daraus gemacht, das Wissen ist verloren gegangen. Aber es gab portugiesische Fischer und Seefahrer, die berichtet haben von bunten Hölzern, die angespült worden sind und bearbeitet waren. Wahrscheinlich Tropenhölzer.
  34. Auf den Azoren wurden immer wieder fremdartig aussehende Leichen angespült und auf Madeira gab es Berichte von fremden Pflanzen, bei denen keiner wusste, wo sie so wirklich herkommen. Man kann davon ausgehen, dass er diese Geschichten kannte. Was er nicht wusste war, dass es weit draußen eine Landmasse gibt, die in keiner Karte eingezeichnet gewesen ist.
  35. Nur, warum glaubte Kolumbus, dass er Asien erreichen würde? Der Kartenhistoriker Chet Van Duzer ist sich sicher: Kolumbus kannte die Weltkarte des deutschen Kartografen Henricus Martellus und hatte sie sehr wahrscheinlich mit an Bord.
  36. Der wichtigste Beleg dafür ist die Darstellung Japans. Kolumbus Sohn berichtet, dass sein Vater überzeugt war, dass die Hauptachse der Insel von Norden nach Süden verläuft. Zu dieser Zeit war Marco Polo die wirklich einzige Quelle für Informationen über Japan, aber Marco Polo sagt nie etwas über die Ausrichtung der Insel.
  37. Wie also kam Kolumbus auf diese Idee? Er kannte vermutlich die Karten von Henricus Martellus, denn es sind die einzigen, die Japan auf diese Weise darstellen. „Land... Land in Sicht!“ 76 00:11:54,000 --> 00:12:02,000 So landet Kolumbus in Amerika - und denkt, er sei in Asien. Dabei ist seine kleine Flotte auf den Bahamas gelandet.
  38. Und die Menschen, die dort leben, sind keine „Indianer“, sondern Tainos. In ihrer Sprache heißt die Insel, die Kolumbus erreicht, Guanahani. Hier sollte sich eine weitere Triebkraft der Expedition als Irrtum erweisen: die Hoffnung auf Gold.
  39. Die Reichtümer Asiens – Gold und Gewürze im Überfluss, waren legendär. Königin Isabella hat der Expedition vor allem zugestimmt und die Finanzierung abgesichert, weil sie im Wettlauf der Nationen um die Entdeckung ferner Länder gewinnen wollte, aber auch, weil sie sich Reichtümer davon erhofft.
  40. Kolumbus selbst verspricht sich vor allem eins: GOLD. Er ist geradezu davon besessen. Kolumbus wiederholt immer wieder, dass er auf der Suche nach Gold ist. Er fragt dauernd, wo das Gold herkommt und folgt dem Weg, den er glaubt von den Tainos gewiesen zu bekommen.
  41. Er kreuzt wochenlang durch den Archipel, auf der Suche nach dem Gold. Er war davon besessen, mehr als von allem anderen. Das Gold war die treibende Kraft seiner Expedition. Sein Glaube, dass er dieses Gold auch in Mengen finden wird, wird zusätzlich angeheizt durch seinen Irrtum, dass er im reichen Asien gelandet sei.
  42. Die Idee hat er vermutlich aus Büchern des Seefahrers Marco Polo. Das, was er bei Marco Polo las, befeuerte seine Erwartungen an das, was er zu finden hoffte: eine hochentwickelte Kultur mit einem mächtigen Kaiser, ein militärisch starkes Imperium und eine sehr reiche Gesellschaft.
  43. Das Gegenteil ist der Fall. Die Tainos können Kolumbus‘ Durst nach Gold nicht stillen. Und so kommt es, dass Kolumbus mehr zerknirscht als stolz nach seiner Rückkehr am Hof die etwas magere Ausbeute präsentiert: ein paar Früchte, Papageien, etwas Gold und einige entführte Tainos.
  44. Er versucht mit seinem Triumph zu verschleiern, dass die Reise kein großer Erfolg gewesen ist, nach seinen eigenen Maßstäben. Natürlich war die Reise ein Erfolg, weil man völlig unbekannte Länder entdeckt hatte, aber das war Kolumbus nicht bewusst.
  45. Für ihn war es in der Hinsicht eine Enttäuschung, als er eben nicht mit voll beladenen Schiffen, mit Gewürzen und Gold zurückkam. Heute wissen wir: Aus dem Blickwinkel der Europäer war die Mission ein Erfolg. Kolumbus hat es mit einer kleinen Crew aus Unwilligen und Sträflingen geschafft, den riesigen Atlantik zu überqueren.
  46. Und dabei unverhofft den amerikanischen Kontinent erreicht. Er findet eine „neue“ Welt und öffnet den Weg nach Amerika. Nur will er selbst das nicht wahrhaben. Bis zu seinem Tod hält Kolumbus an dem größten Irrtum seines Lebens fest: Er habe den Seeweg nach Indien gefunden.
  47. Eine Reise quer über den Atlantik, das war zu Kolumbus‘ Zeit mehr als kühn. Er hat es gewagt und er hatte Erfolg. Dafür wurde er auch von vielen als Held gefeiert und verehrt. Von anderen aber als blutrünstiger Konquistador verurteilt.
  48. Fakt ist auf jeden Fall: Kolumbus hat etwas gewagt, das zu dieser Zeit niemand gewagt hat. Und Fakt ist auch, seiner Mission folgte ein blutrünstiger Eroberungsfeldzug. Die Frage deshalb an euch: Wie seht ihr das, ist er für euch eine Art Held, jemand, den man feiern sollte?
  49. Oder sagt ihr, nein, der wurde nur getrieben von seiner Lust, von seinem Verlangen nach Gold und er hat viele Menschenleben auf dem Gewissen? Schreibt’s gerne unten in die Kommentare und hier neben mir findet ihr noch zwei weitere interessante Videos, hier von Terra X,
  50. schaut da gerne mal rein, ansonsten sage ich: Vielen Dank fürs Zuschauen und bis zum nächsten Mal.

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