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Kolumbus und die Anfänge der Conquista Amerikas

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Transkriptautomatisch erstellt · 144 Zeilen
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  1. Hallo zusammen und herzlich willkommen zu einer neuen Folge. In der heutigen Folge werfen wir einen Blick auf die Anfänge der spanischen Eroberungs- und
  2. Entdeckertouren, die im ausgehenden 15. Jahrhundert einsetzen sollten; bis heute verbunden mit dem Namen Christoph Kolumbus. Doch Kolumbus sollte natürlich
  3. nur einer der Wegbereiter einer umfassenden Eroberungspolitik und Kolonialpolitik werden, die jetzt die Spanier im ausgehenden 15. Jahrhundert einleiten sollten. Los geht’s.
  4. Im 15 Jahrhundert begann das große Zeitalter der Europäer in Hinblick auf Eroberungs-und Entdeckerreisen. Das hatte massiv mit den verschiedenen technischen Neuheiten der
  5. damaligen Zeit zu tun. Man hatte als neue Erfindungen, die jetzt zum ersten Mal es ermöglichten, dass man weit entfernte Orte besuchen konnte, bereisen konnte,
  6. die vorher als unerreichbar galten. Und Instrumente dieser Art waren vor allem das Astrolabium und natürlich auch der Kompass. Hinzu kamen natürlich auch Neuheiten im Schiffsbau:
  7. Man hatte jetzt zum Beispiel mit der Karavelle ein neues Schiff entworfen, das hochseetauglich war, und damit konnte man eben auch über das raue Meer große Distanzen zurücklegen und weit
  8. entfernte Orte besuchen. Vor allem portugiesische Kaufleute und Händler waren in dieser Zeit schon vermehrt an die afrikanische Küste gefahren, hatten dort vor allem Sklavenhandel betrieben.
  9. Auch spanische Königreiche waren in dieser Zeit bereits aktiv geworden. Spanien war ja noch kein einheitliches Reich gewesen, sondern bestand aus unterschiedlichen Königreichen.
  10. Und die zwei wichtigsten Königreiche waren das Königreich Kastilien und das Königreich Aragonien. Und diese zwei Königreiche sollten mit den Ausschlag geben für die Reise,
  11. die Christoph Kolumbus schlussendlich beginnen sollte. Denn 1479 Vereinten Isabella I. von Kastilien und Ferdinand II. von Aragonien ihre Reiche zu einem spanischen Reich sozusagen,
  12. und schlossen zum einen jetzt die Reconquista ab, sprich die Wiedereroberung der iberischen Halbinsel von den Mauren. Denn auf der iberischen Halbinsel hatten seit Jahrhunderten auch Mauren
  13. gelebt. Und da die Mauren nun mal muslimisch waren wurde diese Wiedereroberungspolitik auch immer als eine Art Kreuzzug letztlich begangen. Das war also auch eine religionspolitische Frage. Und diese
  14. Reconquista sollte nun abgeschlossen werden im ausgehenden 15. Jahrhundert, bis heute verbunden mit der Schlacht von Granada 1491/92 als das letzte verbliebene maurische Königreich auf der
  15. iberischen Halbinsel untergehen sollte. Noch mehr oder weniger auf dem Schlachtfeld beziehungsweise in den jeweiligen Feldlagern sollten Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragon nun den
  16. genuesischen Kaufmann Christoph Kolumbus damit beauftragen, eine größere Reise zu unternehmen: und zwar eine Westpassage aufzutun, um damit die Molukken, also eine indonesische Inselkette,
  17. zu erreichen. Die Molukken waren in der damaligen Zeit - und sind es auch bis heute teilweise noch - bekannt als Gewürzinseln. Und das war ein interessanter Ort wo man jetzt hin
  18. vorstoßen wollte über eine Westpassage. Doch wie wir heute wissen sollte Kolumbus bei den Molukken überhaupt nicht ankommen, sondern er sollte ganz andere Entdeckungen machen, die prägend
  19. sein sollten für die kommenden Jahrhunderte: Und zwar sollte Columbus die Grundlagen für eine Besiedlungs-und Eroberungspolitik auf dem amerikanischen Kontinent schaffen.
  20. Am 17. April 1492 erhielt der genuesische Kaufmann Christoph Kolumbus quasi eine Lizenz von der spanischen Krone ausgestellt nun sich auf den Weg zu begeben und diese Westpassage zu eröffnen.
  21. Man hatte in diesen Lizenzen Kolumbus große Versprechungen gemacht. Man hatte ihm gesagt, alle neuen Entdeckungen, die er auftun würde, würden ihm schlussendlich zugute kommen; sprich
  22. er sollte für die von ihm entdecken Gebiete quasi als Gouverneur oder Vizekönig handeln können, und er sollte auch an den Profiten dieser möglichen neuen Kolonien beteiligt werden, und zwar mit 10%.
  23. Das bedeutet, die Aussichten, die finanziellen Aussichten und wirtschaftlichen Aussichten, die eine Entdeckung von neuen Regionen mit sich brachte, waren für Kolumbus schlicht und einfach
  24. zu verlockend. Allerdings muss man sich auch klarmachen, dass da natürlich auch enorme Risiken dranhingen. Denn Kolumbus musste bei seinen Expeditionen - es sollten ja mehr als nur
  25. eine sein schlussendlich - selbst ordentlich Geld hinein buttern. Das bedeutet, die spanische Krone war nicht bereit, das gesamte Abenteuer selbst zu finanzieren. Man hatte zwar eine Teilinvestitionen
  26. unternommen, aber die jeweiligen Beteiligten, die Händler und Kaufleute wie Kolumbus eben, mussten eben auch selbst hier mit barer Münze mitmachen. Sprich man musste vorinvestieren,
  27. und dann eben hoffen, dass am Ende etwas rauskam, womit man seine eigenen Investitionen zurück bekommen würde, und natürlich am besten mit einem satten Bonus obendrauf. Da Kolumbus natürlich das
  28. Geld nicht einfach aus der Tasche zaubern konnte musste er natürlich bei italienischen Finanziers versuchen, Kredite für seine Reise zu bekommen. Er versuchte unter italienischen Händlern und
  29. Kaufleuten Finanziers aufzutun, die bereit waren, in sein Unternehmen zu investieren mit den jeweiligen Versprechungen, das dort eben viel zu holen sei. Doch das war natürlich für
  30. diese italienischen Finanziers auch ein Risiko. Denn sollte sich Kolumbus irren dann könnte das Ganze für die ein Risiko werden. Und insofern war das eben auch mit großen Risiken verbunden diese
  31. Expedition des Kolumbus. Am 3. August 1492 legte also die erste Expedition des Kolumbus vom Hafen Palos ab und sollte sich auf den Weg machen. Die erste Expedition war aufgrund fehlender Geldmittel
  32. noch relativ schmal organisiert gewesen sozusagen. Man hatte also lediglich drei Schiffe gehabt: das Flaggschiff des Kolumbus, die Santa María, und darüber hinaus zwei weitere Schiffe,
  33. mit denen man jetzt loszog. Insgesamt verfügte Kolumbus über eine geschätzte Mannschaftsstärke von gerade einmal 90-120 Mann. Das war also noch ein sehr kleines Unternehmen gewesen. Am 12.
  34. Oktober 1492 stieß dann Kolumbus mit seiner Flotte auf eine Insel der heutigen Bahamas, die er dann sogleich in Besitz nahm für die Königreiche Kastilien und Aragonien wo er
  35. eine erste Gründung vollziehen sollte, die er San Salvador nennen sollte. Die Namen, die die Spanier ihren Eroberungen und Entdeckungen gaben, leiteten sich sich in der Regel von spanischen
  36. Herrschernamen oder auch Heiligennamen ab, oder sie waren zum anderen verbunden mit bestimmten Erwartungshaltungen und Hoffnungen, die man an die jeweilige Neuentdeckung gerichtet hatte: Kuba zum
  37. Beispiel hieß ursprünglich Isla Fernandina und war damit eine Anspielung auf den aragonesischen König Ferdinand II. Ein anderes Beispiel wären die wesentlich später eroberten Philippinen,
  38. die nach dem späteren König Philipp II. benannt wurden. Und Beispiele für eine Erwartungshaltung sind zum Beispiel Puerto Rico, was übersetzt reicher Hafen bedeutet, oder auch Río de la Plata,
  39. was silberner Fluss bedeutet. Und hier wurden quasi bestimmte Erwartungshaltungen (wie gesagt) an diese Kolonien geknüpft, bestimmte Hoffnungen, die man damit verband. Und das sollte sich eben
  40. in den neuen Namen dieser Regionen widerspiegeln. An Weihnachten 1492 erreichte die kleine Flotte des Kolumbus die Insel Hispaniola, also die zweitgrößte Insel der Großen Antillen;
  41. sprich die Inselregion, auf der heute bekannte Gebiete wie Haiti oder die Dominikanische Republik zum Beispiel liegen. Dort lief eines der drei Schiffe auf Grund und war anschließend
  42. nicht mehr zu gebrauchen. Entsprechend schlachtete man dieses Schiff nun aus und benutzte das Holz, das man jetzt hatte, einen ersten improvisierten Stützpunkt dort zu errichten. Dort ließ man
  43. ungefähr 40 Mann zurück und sollte mit den anderen wieder die Heimreise antreten, um eben dann in der Heimat berichten zu können, welche Entdeckungen man gemacht hatte. Die dort Zurückgebliebenen
  44. sollten wiederum den Stützpunkt ausbauen und Kontakte zu der eingeborenen Bevölkerung knüpfen, die zumindest auf den ersten Blick offenbar als sehr gastfreundlich erschien. Im März 1493
  45. sollte Kolumbus dann wieder in den Hafen von Palos einlaufen, und schnell sollte sich die Nachricht von den Entdeckungen des Kolumbus verbreiten, was eben auch dadurch begünstigt wurde, dass der
  46. Buchdruck jetzt langsam aufkam. Und damit konnte man Nachrichten möglichst schnell verbreiten und vielen Leuten zugänglich machen. Und so sprachen sich die Erfolge des Kolumbus relativ schnell rum
  47. sowohl bei der Bevölkerung und natürlich dann auch bei der Krone, die das Ganze mit finanziert hatte, und auch bei der Kirche, die natürlich ein Interesse daran hatte zu erfahren,
  48. ob es dort möglicherweise in den neuen Regionen, die Kolumbus entdeckt hatte, „Heiden“ gäbe, die man möglicherweise dann eben christianisieren müsste.
  49. Kolumbus hatte selbstredend Interesse daran, bei den von ihm eroberten Gebieten auch zu übertreiben. Er verkaufte seine Entdeckung quasi als eine unerschöpfliche Quelle von „Heiden“,
  50. die man christianisieren müsste, und damit eben potentielle neue Christen, die man hinzugewinnen könnte, und auf der anderen Seite natürlich auch als eine Quelle von Gold, Reichtum, von
  51. Bodenschätzen und so weiter. Und so erhoffte sich Kolumbus würden nun neue Gelder zusammenkommen, die eine wesentlich größere Reise finanzieren könnten als es zuvor der Fall gewesen war.
  52. Und tatsächlich sollte Kolumbus mit seiner „Werbung“ (in Anführungszeichen) Erfolg haben: Denn bei seiner zweiten Forschungsreise sollte er schon wesentlich mehr Gelder zur Verfügung
  53. haben. Die Flotte bestand jetzt nicht nur noch aus drei mickrigen Schiffen wie zuvor, sondern aus insgesamt 17 Schiffen. Und anstatt der circa 90-120 Mann hatte man nun eine geschätzte
  54. Besatzung von 1200-1500; auch hier also eine deutliche Verschiebung. Und mit einer größeren Mannschaftsstärke und mehr Schiffen konnte man natürlich auch wesentlich mehr umsetzen,
  55. beziehungsweise möglicherweise sogar schon erste Eroberungen vollziehen. Bei allen Entdeckungen, die Kolumbus während seiner ersten Entdeckerreise gemacht hatte, war natürlich das eigentliche Ziel
  56. seiner Reise nicht erfüllt worden. Denn eigentlich wurde er ja losgeschickt, um die Molukken, also die Gewürzinseln aufzusuchen, und eine Westpassage dorthin zu finden. Doch schlussendlich
  57. war es ja dazu nicht gekommen, und das sollte sich auch bei den folgenden Forschungsreisen und Entdeckerreisen/Eroberungsreisen des Kolumbus nicht verändern. Denn vielmehr hatte sich der
  58. Fokus jetzt schon in den Bereich der Karibik, auf die Hispaniola-Insel und so weiter verschoben. Es ging also vielmehr darum, jetzt dort neues Land aufzutun, dort kleine Kolonien heraus zu bilden
  59. und dort die Bodenschätze quasi sich anzueignen, um seinen eigenen Reichtum zu vermehren. Als Kolumbus schließlich die Insel Hispaniola, also das Gebiet um Haiti und die Dominikanische
  60. Republik und so weiter erreichte, wo er ungefähr 40 Mann zuvor bei seiner ersten Reise zurückgelassen hatte, sollte er von diesen 40 Mann niemanden mehr vorfinden. Und so kam es dazu,
  61. dass jetzt die Kolonisten natürlich neue Kolonien begründen mussten. Man hatte natürlich auch viel mehr Männer. Dadurch wurde das Ganze natürlich ein Stück weit erleichtert. Das bedeutet,
  62. man sollte jetzt dazu übergehen, dort Spanier anzusiedeln. Es kamen quasi auch immer mehr Spanier jetzt nach und folgten diesen Reisen und ließen sich dort in diesen neuen Gebieten
  63. nieder. Das führte dazu, dass Kolumbus auch in seinen eigenen Herrschaftsbereichen, wo er ja quasi als Gouverneur agierte, das Land quasi den Eingeborenen wegnahm und umverteilte
  64. an die neuen spanischen Siedler. Und damit sollte er natürlich die einheimische Bevölkerung nicht gerade für sich gewinnen. Erst bei seiner dritten Forschungsreise zwischen 1498 in 1500 sollte
  65. Kolumbus dann tatsächlich die südamerikanische Küste erreichen. Und erst bei seiner vierten und letzten wichtigen Reise sollte er dann tatsächlich seinen Fuß auf amerikanisches Festland setzen.
  66. Doch bis dahin sollte es sich Kolumbus vor allem auch mit der spanischen Krone verscherzen. Man war mit seiner Arbeit als Gouverneur sozusagen nicht einverstanden und hatte ihn daher relativ schnell
  67. nun abgelöst und nach Spanien zurückbeordert. Und mehr und mehr wurde Kolumbus quasi nun aus dem Rennen genommen, sodass er schlussendlich über seine eigenen Entdeckungen in keiner Form mehr
  68. groß verfügen konnte. Mit dem Ende der Reisen des Kolumbus war das Ende der Eroberungen aber natürlich noch längst nicht erreicht, sondern ganz im Gegenteil: Denn tatsächlich hatte
  69. Kolumbus hier nur den Weg bereitet für weitere Eroberungs- und Entdeckungsreisen, die jetzt nun folgen sollten. Denn viele hatten gesehen, was Kolumbus vollbracht hatte, und dass ihm das
  70. persönlich auch finanziell was eingebracht hatte. Und daher waren viele Seefahrer jetzt der Meinung, das sollten wir vielleicht auch mal probieren. Wir sollten jetzt als Conquistadoren, als Eroberer,
  71. in diese Gebiete gehen und selbst versuchen, uns Land zu verschaffen, die Bodenschätze dort an uns zu bringen und so weiter. Das bedeutet Händler, Kaufleute, Seeleute, Leute verschiedenster Art,
  72. sollten sich jetzt sammeln bei diesen neuen Abenteuern und versuchen, in die Fußstapfen des Kolumbus zu treten. Und dafür war lediglich eine Genehmigung der spanischen Krone von Nöten,
  73. und die spanische Krone wiederum profitierte von diesem ganzen Entdeckergeist, der jetzt aufkam, auch. Denn selber musste man möglichst wenig investieren, weil das zumeist private
  74. Unternehmungen waren, konnte aber dann von den Entdeckungen am Ende wiederum selbst finanziell profitieren. Bis 1511 sollten auch erste Eroberungen auf dem amerikanischen Festland
  75. vollzogen werden, darunter im heutige Mexiko und in Peru. Das sollte schlussendlich auch zu einer Versklavung der Bevölkerung führen. Diese Methodik, Bodenschätze an sich zu bringen und
  76. natürlich auch den Sklavenhandel auszubauen, sollte erst in den 1570-Jahren offiziell eingestellt werden als der spanische König Philipp II. hier einen Riegel vorschieben sollte. Doch
  77. das änderte nichts daran, dass unter der Hand das Ganze natürlich weiter lief und der Sklavenhandel florierte. Und dass der Sklavenhandel florierte, hatte natürlich auch mit einem Mangel an anderen
  78. Rohstoffen in der Region zu tun. Denn Gold und andere Güter, die man möglicherweise hätte nutzen können, um reich zu werden, waren begrenzt. Und somit wurde der Menschenhandel immer attraktiver,
  79. um sich selbst zu bereichern. Diese hauptsächlich Männer die sich nun an diesen verschiedenen Expeditionen beteiligten in den neu entdeckten Regionen der Welt bezeichneten sich zumeist
  80. selbst als Konquistadoren, das waren also Eroberer. Doch was ein Konquistador eigentlich ist hat die sich im Laufe der Zeit durchaus geändert und hatte eine gewisse Problematik,
  81. weil das zumeist Eigenbezeichnungen waren, für die es keine feste Definition gab. Und daher werden wir uns jetzt noch mal kurz damit beschäftigen: Was sind eigentlich Konquistadoren und welche
  82. Ziele verfolgten diese Konquistadoren eigentlich in den neuen entdeckten Gebieten der Spanier? Die ursprüngliche Annahme, dass es sich bei den Konquistadoren um eine Art festgelegte und
  83. einheitliche Gruppe handeln würde, ist mittlerweile längst überholt. Denn die Konquistadoren waren sehr unterschiedliche Männer gewesen, die mit sehr unterschiedlichen Zielen in
  84. die neuen Gebiete kamen. Diese Leute konnten aus verschiedensten Gruppen der Gesellschaft kommen, vom einfachen Seemann, über Händler und Kaufleute oder auch vom Königshof speziell beauftragte
  85. Leute. Zudem gab es innerhalb der Konquistadoren ein massives Gefälle: Es gab also sozusagen die Spitze der großen Konquistadoren, also die sogenannten Generalkapitäne, also Leute wie
  86. der bis heute bekannte Hernan Cortés oder auch Francisco Pizarro. Das waren eben Leute, die auch entsprechend Reichtum in diesen neuen Gebieten an sich bringen sollten und über größeren Einfluss
  87. verfügten. Doch der durchschnittliche Konquistador war im Grunde ein ganz anderer Mensch, kam aus in der Regel eher ärmeren Verhältnissen, und versuchte sich jetzt hier in den neuen Gebieten,
  88. in den neuen entdeckten Gebieten, ein eigenes Leben aufzubauen, möglicherweise auch eben an der Ausbeutung dieser Region teilzuhaben, und dann mit voller Tasche in seine Heimat zurückzukehren.
  89. Dabei war die natürlich größte Anzahl der Konquistadoren Männer gewesen. Allerdings gibt es auch Berichte über vereinzelte Frauen unter den Konquistadoren, bei denen zumindest in einem
  90. Fall auch belegt ist, dass sich eine dieser Frauen längere Zeit als ein Mann ausgegeben hat, um eben vor Ort unbehelligt sozusagen mitmischen zu können. Der durchschnittliche Konquistador
  91. (wie gesagt) war also männlich, zwischen 20 und 35 Jahren alt, und natürlich von seiner Religion her christlich sozialisiert. Die meisten Konquistadoren waren - anders als die Malerei
  92. über diese Konquistadoren immer wieder andeutet - eben keine Krieger gewesen. Die meisten von ihnen waren keine ausgebildeten Soldaten, sondern wie gesagt Handwerker, Kaufleute, einfache Seeleute
  93. mit zumeist weder militärischem Background noch einem größeren Bildungsbackground. Das bedeutet, viele von ihnen waren sehr einfache Menschen, die vielleicht gerade mal in der Lage waren,
  94. ihren Namen zu schreiben auf ein Blatt Papier, aber ansonsten über wenig akademische Bildung verfügten. Das Ziel von Konquistadoren ist relativ schnell erklärt. Es ging darum,
  95. ein Gebiet zu erobern oder sich Bodenschätze in einem Gebiet anzueignen, und das Geld, was man daraus gewann, wieder neu anzulegen, um damit neue Expeditionen quasi zu finanzieren.
  96. Und somit war das ein auf und ab. Dabei musste man auch ständig die eigenen Eroberungen und die eigene Bodenschätze verteidigen gegen konkurrierende Konquistadoren, sodass
  97. diese Konquistadoren sich gegenseitig bekriegten, teilweise auch eben vor Gerichtshöfen erschienen, wo man sich dann darum stritt, wem welches Land sozusagen gehörte, aber es kam auch zu
  98. militärischen Streitigkeiten und ähnlichem. Dieser ständige Kampf darum, das Wenige, das man hatte, zu sichern und wieder neu zu investieren mit allen Risiken, die damit zusammenhingen, führte dazu,
  99. dass die meisten Konquistadoren trotz enormer Aktivität nie wirklich reich wurden. Sondern für die meisten von ihnen erfüllte sich der Wunsch nach dem schnellen Geld kaum. Eine
  100. Ausnahme bildeten sicherlich die Generalkapitäne, als Leute wie Cortés, die durchaus reich mit ihrem Feldzügen wurden. Doch für den durchschnittlichen Konquistador, der aus ärmeren Verhältnissen kam,
  101. sollte auch die Reise in die „Neue Welt" sozusagen nichts verändern. Und daher blieben auch viele von diesen einfachen Konquistadoren anschließend in den neuen spanischen Kolonien.
  102. Denn die trauten sich schlicht und einfach nicht mehr nach Hause, weil sie eben nicht über den Reichtum verfügten, den sie vielleicht ihren Verwandten zu Hause versprochen hatten.
  103. Auch die Ausrüstung und die Waffen, die die Konquistadoren mit sich führten, waren weit weg von dem Bild, das in der Malerei lange Zeit übertragen wurde: also das Bild von
  104. Konquistadoren in glänzenden Rüstungen und hoch zu Pferd, die an das Ideal des mittelalterlichen Ritters erinnern sollten, das war eine absolute Ausnahme gewesen. Die meisten Konquistadoren waren
  105. einfache Fußsoldaten gewesen, die mit Lanzen, vielleicht mal eine Hellebarde, mit Schwertern, Degen und Dolchen bewaffnet waren, darüber hinaus vielleicht mal ein Kettenhemd an hatten,
  106. aber ansonsten einfache Mützen und einfache Lederbekleidung trugen. Und das Bild von einem Konquistador in scheinender Rüstung mit Helm und allem drum und dran, das gab es,
  107. aber das war eben die Ausnahme. Genauso waren auch Pferde eine Mangelware gewesen, weshalb die meisten dieser Konquistadoren eben einfache Fußsoldaten gewesen waren. Hinzu kam
  108. auch das Bild des modernen Soldaten, das so auch nicht wirklich stimmt. Natürlich gab es auch in dieser Zeit erste Soldaten, die mit Gewehren durch die Gegend zogen; man hatte also Schusswaffen.
  109. Aber selbst diese moderne Bewaffnung war bei den Konquistadoren nur einer kleinen Minderheit, einem harten Kern sozusagen vorbehalten. Allerdings muss man sich natürlich auch bewusst machen,
  110. dass die Konquistadoren natürlich hier auf keine europäischen Armeen stießen, sondern eben auf zumeist militärisch rückständige Eigeborene, denen man mit Schusswaffen durchaus Angst machen konnte.
  111. Kommen wir also zuletzt zu den Zielen, die die verschiedenen Konquistadoren in den neuen Regionen verfolgte. Natürlich waren die Konquistadoren keine einheitliche Masse wie gesagt. Das bedeutet,
  112. sie hatten sehr unterschiedliche Ziele. Doch gemein war natürlich allen in gewisser Weise eine Verbindung aus einer wirtschaftlichen und einer religiösen Komponente. Sie alle verstanden sich in
  113. gewisser Weise - trotz ihrer schlechten Ausrüstung - als eine Art mittelalterlicher Ritter, der an das christliche Ideal des Mittelalters anschließen wollte. Sprich man sah sich als ein christlicher
  114. Ritter gegen die „heidnischen" Eingeborenen, die man christianisieren müsste. Auf der anderen Seite ging es aber natürlich um wirtschaftliche Aspekte primär: Man wollte also Bodenschätze haben,
  115. man wollte Gold haben und so weiter, und möglicherweise sogar selbst ein Stück weit Land erobern wo man dann die Bevölkerung versklaven konnte und die für einen die Drecksarbeit
  116. machen lassen. Dabei gingen die Konquistadoren teilweise sehr brutal vor. Und das hatte schlicht und einfach auch damit zu tun, dass viele der Konquistadoren (wie gesagt) ihre eigenen Reisen
  117. ja selbst finanzieren mussten. Das bedeutet, man ging jetzt hier nun in neue Gebiete, die die spanische Krone quasi jetzt zu ihrem Eigentum erklärt hatte, wollte dort selber irgendwie
  118. dran teilhaben und musste dafür seine eigenen Reisen finanzieren. Und das war für die ärmeren Konquistadoren natürlich ein großes Risiko. Denn wenn man hier jetzt nicht ein gescheites Ergebnis
  119. für sich verzeichnen konnte dann endete man in der Armut. Und daher war der Kampf (wie gesagt) innerhalb der Konquistadoren auch eine recht harte Angelegenheit. Das bedeutet, die Konquistadoren
  120. sollten also jetzt die versklavte Bevölkerung dafür nutzen, für sie die Drecksarbeit zu machen. Das bedeutet, Arbeiten wie Edelmetalle schürfen, Gold waschen oder sogar nach Perlen tauchen,
  121. waren jetzt die typischen Aufgaben, mit denen man die einheimische Bevölkerung betraute. Hinzu kam natürlich der Einsatz in der Landwirtschaft, insbesondere die Plantagenarbeit. Man hatte also
  122. reihenweise Zuckerrohrplantagen vor allem, und die mussten unterhalten werden, und dafür konnte man natürlich auch die ansässige Bevölkerung benutzen. Durch seine Entdeckungs- und Eroberungsreisen
  123. hatte Christoph Kolumbus seit dem ausgehenden 15. Jahrhundert den Grundstein gelegt für eine Conquista, eine Eroberung des amerikanischen Kontinents und der vorgelagerten Inselgruppen.
  124. Allerdings war Kolumbus eben nur der erste in einem längeren Zeitalter nun von Konquistadoren, die Folgen sollten, die immer weiter auf dem amerikanischen Kontinent nach Südamerika und
  125. nach Zentralamerika vordringen sollten, um dort die indigenen Völker zu bekämpfen. Bis heute sind ja vor allem die Feldzüge gegen die indigenen Völker wie die Inka beispielsweise bekannt,
  126. die dann mit verschiedenen Konquistadoren-Namen verbunden sind. Und in der nächsten Folge werden wir daher einen Blick auf zwei Konquistadoren im Speziellen werfen und auf ihre Handlungen;
  127. nämlich zum einen auf Hernan Cortés und zum anderen auf Francisco Pizarro. Soviel erst mal bis hierhin. Ich fasse zusammen: Im ausgehenden 15. Jahrhundert sollte Christoph
  128. Kolumbus, ein genuesischer Kaufmann, die Grundlagen für eine lange Eroberungs- und Entdeckerpolitik außerhalb Europas legen. Die Spanier und Portugiesen hatten bereits vor der
  129. Zeit des Kolumbus versucht, eine Kolonialpolitik in gewisser Weise zu starten. Doch mit Kolumbus sollte eine neue Kolonialpolitik in Kraft gesetzt werden durch die Entdeckung eines
  130. neuen Kontinents. Doch Kolumbus wusste zunächst einmal überhaupt nicht, was er dort entdeckt hat, denn lange Zeit hatte er gedacht, er hätte im Grunde eine vorgelagerte Inselgruppe
  131. des asiatischen Kontinents aufgetan. Denn das ursprüngliche Reiseziel war ja Ostasien gewesen, nämlich die indonesische Inselgruppe der Molukken, also der Gewürzinseln. Doch dafür interessierte
  132. sich schon nach kurzer Zeit kein Mensch mehr, sondern tatsächlich rückten nun die Gebiete der Karibik und natürlich dann Zentral- und Südamerika in den Fokus vor allem von spanischen Kaufleuten
  133. und Händlern, dich sich jetzt auf immer neue Expedition begaben. Diese Konquistadoren, also Eroberer, die sehr unterschiedliche Menschen waren, versuchen also jetzt Fuß zu fassen in der
  134. neuen Welt und an dem Reichtum der neuen Gebiete teil zu haben. Das führte zu der massiven Versklavung der indigenen Bevölkerung und der Ausbeutung der jeweiligen Regionen.
  135. Dabei konnten die Konquistadoren zwar auf eine wesentlich bessere Ausrüstung zurückgreifen als die ansässigen indigenen Völker, auf die sie bei ihren Feldzügen stoßen sollten,
  136. doch das Bild des Konquistadors als eines Ritters in scheinender Rüstung ist ein überholtes Bild und ein Stück weit Propaganda gewesen. Denn die meisten Konquistadoren waren einfache Leute
  137. gewesen aus einfachen Verhältnissen, von den großen Generalkapitänen mal abgesehen, die mit einfachster Ausrüstung zurecht kommen mussten: Lederbekleidung, einfachen Lanzen, Messern,
  138. Dolchen, Schwertern und ähnlichem. Und nur ein geringer Teil verfügte tatsächlich über eine richtige Rüstung, über Schusswaffen und ähnliche Dinge. Insofern war das Bild der Konquistadoren
  139. sehr anders als man lange Zeit dachte. Es ist also keine einheitliche Masse gewesen, sondern sehr unterschiedliche Leute, sowohl von der Ausrüstung als auch von ihrer Herkunft,
  140. und auch von den Zielen, die sie verfolgten, wobei natürlich der wirtschaftliche Aspekt, also die Bereicherung, für alle sicherlich im Zentrum gestanden haben wird, auch wenn
  141. durchaus auch religionspolitische Aspekte hier eine Rolle spielten, da der Papst die Konquistadoren schlussendlich natürlich auch dazu aufrief, zu christianisieren. In der nächsten
  142. Folge (wie gesagt) werfen wir dann einen Blick auf zwei bestimmte Konquistadoren, nämlich Hernan Cortés und Francisco Pizzaro. Falls euch diese Folge gefallen hat, dann hinterlasst doch bitte
  143. einen Daumen hoch, abonniert den Kanal teilt, und empfehlt das Video weiter. Hinterlasst auch gerne einen Kommentar mit Feedback, Themenvorschlägen, anderen Anregungen und ähnlichem. Und ansonsten
  144. sehen wir uns dann das nächste Mal, bei welcher Folge und welchem Thema auch immer. Macht's gut!

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