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Schubert und das Kunstlied

erklaerung-und-mehr6:15 1.833 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 42 Zeilen
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  1. Hey, habt ihr euch schon mal gefragt, wie Musik eigentlich eine Geschichte erzählen kann? Also so ganz ohne Bilder, nur mit Tönen? Genau darum geht's heute.
  2. Wir schauen uns nämlich Franz Schubert an, einen echten Meister darin, Gedichte in Musik zu verwandeln. Lass uns mal sehen, wie er das angestellt hat. Also,
  3. stellt euch mal die Frage, ihr habt ein Gedicht, das schon ziemlich gruselig ist. Wie schafft es die Musik, das Ganze noch unheimlicher zu machen? Tja, genau
  4. das war Schubats Spezialität und das gucken wir uns jetzt an einem super berühmten Beispiel an. Okay, los geht's. Wir starten direkt mit einem seiner
  5. berühmtesten Stücke überhaupt, dem Erlkönig. Das Ding ist im Grunde wie ein kleiner Horrorfilm, aber eben nur mit Musik und Gesang. Besser kann man
  6. eigentlich nicht zeigen, wie Schubert es geschafft hat, pures Drama in Noten zu packen. Okay, die Story ist echt düster. Stellt euch vor, ein Vater reitet nachts
  7. auf seinem Pferd durch einen stockdunklen Wald. Er hält sein krankes Kind ganz fest im Arm und versucht es zu retten. Er muss sich beeilen. Das Kind
  8. hat Fieber. Es sieht unheimliche Dinge. Huh, allein die Vorstellung ist doch schon mega spannend, oder? Und genau jetzt kommt die Musik. Hört mal hin. Vom
  9. allerersten Moment an spielt das Klavier nicht einfach nur irgendwelche Noten. Nee, es klingt ganz genau wie ein galoppierendes Pferd. Man spürt richtig
  10. die Hektik, die Dringlichkeit, ja, die pure Panik. Das ist nicht nur Begleitung, Leute, das ist die Geschichte. Okay, was Schubert da
  11. gemacht hat, das nennt man Kunstlied. Das ist eine ganz besondere Art von Musik. Und um zu kapieren, was das genau ist, müssen wir uns mal die einzelnen
  12. Teile davon anschauen. Also, ein Kunstlied. Im Prinzip ist das ein Song für eine einzige Stimme und ein Klavier. Aber und das ist der Clue, die Musik und
  13. der Text sind nicht einfach nur zusammen da. Die sind total eng miteinander verwoben. Die Musik übersetzt quasi die Gefühle aus dem Gedicht in Töne, die man
  14. hören kann. Man kann sich das fast wie ein Rezept vorstellen. Die Formel ist eigentlich ganz simpel. Du nimmst drei Zutaten. Erstens, die Singstimme, die
  15. erzählt uns die Worte aus dem Gedicht. Zweitens, das Klavier, das sorgt für die Stimmung und erzählt oft sogar eine eigene kleine Geschichte nebenbei. Und
  16. drittens natürlich das Gedicht selbst, das liefert die Story und die ganzen Emotionen. Und wenn man das alles zusammen mischt, kommt eben viel mehr
  17. raus als nur ein einfaches Lied. Und derjenige, der diese Kunstform wirklich perfektioniert hat, das war Franz Schubert. Man sagt, er war ein eher
  18. stiller Typ, aber was für ein Genie. mit einer unglaublichen Fantasie. Wer war dieser Franz Schubert eigentlich? Also, er hat im frühen 19. Jahrhundert in
  19. Österreich gelebt. Er war wohl eher ein ruhiger, bescheidener Typ. Aber und das ist krass, er war extrem fleißig. Stellt euch mal vor, jeden einzelnen Tag Musik
  20. zu schreiben. Wahnsinn, oder? Und genau deshalb haben wir heute so unglaublich viele tolle Stücke von ihm. Aber wie hat er das gemacht? Was war sein Trick? Wie
  21. hat er es geschafft, Gedichte in so ja so kraftvolle musikalische Erlebnisse zu verwandeln? Also Schubert hat nicht einfach irgendwas vertont. Nein, er hat
  22. sich Gedichte ausgesucht, die ihn selbst total berührt haben. Und wenn ihn ein Gedicht gepackt hat, dann ging es super schnell. Die Ideen flossen nur so aus
  23. ihm raus. Und genau diese persönliche Verbindung, dieses schnelle Komponieren, das ist der Grund, warum seine Lieder so ja so lebendig und emotional sind. Und
  24. jetzt kommt ein ganz wichtiger Punkt. Bei Schubert ist das Klavier so viel mehr als nur Begleitung. Man könnte sagen, es ist wie ein zweiter Erzähler.
  25. Es malt die Bilder, die der Sänger mit Worten gar nicht beschreiben kann. Den Wind, das Pletschern von einem Bach oder wie wir gehört haben, ein galoppierendes
  26. Pferd. Und worum ging es in seinen Liedern? Na ja, um die ganz großen Gefühle, die jeder von uns kennt. Es geht um Liebe und Sehnsucht, darum, wie
  27. schön die Natur sein kann, aber eben auch um Traurigkeit und Einsamkeit. Und die Musik, die dreht die Lautstärke dieser Gefühle noch mal richtig auf,
  28. damit wir sie direkt spüren können. Lass uns noch mal kurz zum ELKönig zurückkommen, um das alles zusammenzusetzen. Also, Punkt 1, das
  29. Klavier. Dieser galoppierende Rhythmus, der einfach nicht aufhört, der baut eine unglaubliche Spannung auf. Punkt 2: Die Charaktere. Und das ist der Hammer. Ein
  30. einziger Sänger singt vier verschiedene Rollen. Den Erzähler, den Vater, das Kind und den gruseligen Ehrkönig. Und Schubert gibt jeder Rolle eine eigene
  31. musikalische Farbe. Die Stimme vom Kind ist total hoch und panisch, die vom Vater tief und beruhigend. Das Ergebnis, das ist keine einfache Melodie, das ist
  32. eine Minioper in nur ein paar Minuten. Und all das zusammen. Tja, das hat dafür gesorgt, dass Schubert uns etwas hinterlassen hat, das bis heute total
  33. wichtig ist. Man mus sich das so vorstellen. Vor Schubert war ein Lied, na ja, eine nette kleine Sache, aber Schubert hat diese
  34. Form genommen und sie auf ein komplett neues Level gehoben. Er hat sie zu einer der wichtigsten und emotionalsten Formen der klassischen Musik überhaupt gemacht.
  35. Er hat dem einfachen Lied Die Tiefe und das Drama einer großen Oper gegeben. Sein Einfluss war wirklich riesig. Stellt euch vor, er hat über 600 dieser
  36. Kunstlieder komponiert. Damit hat er einen komplett neuen Standard gesetzt. Viele Komponisten nach ihm haben sich das angeschaut und gedacht: "Wow, so
  37. kann man das also auch machen." Und heute, tja, heute sind seine Lieder absolute Klassiker, die auf der ganzen Welt gespielt und gelernt werden. Und
  38. das vielleicht krasseste an der ganzen Sache ist, Schubert ist sehr jung gestorben und trotzdem hat er dieses riesige Werk hinterlassen. Das zeigt
  39. einfach, was für eine unglaubliche Power entsteht, wenn Musik und Sprache eine perfekte Verbindung eingehen. So und damit sind wir auch schon am Ende.
  40. Schubert Musik erzählt also Geschichten von Angst, Liebe und der Natur. Aber jetzt meine Frage direkt an euch. Wenn ihr ein Lied über eine Geschichte oder
  41. ein Gefühl schreiben würdet, was für eine Geschichte würde eure Musik erzählen? Worum würde es in eurem ganz persönlichen Kunstlied gehen? Denk doch
  42. mal drüber nach.

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