Schubert und das Kunstlied erklaerung-und-mehr https://www.youtube.com/watch?v=YbpNIjuJ16k Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Hey, habt ihr euch schon mal gefragt, wie Musik eigentlich eine Geschichte erzählen kann? Also so ganz ohne Bilder, nur mit Tönen? Genau darum geht's heute. 0:09 Wir schauen uns nämlich Franz Schubert an, einen echten Meister darin, Gedichte in Musik zu verwandeln. Lass uns mal sehen, wie er das angestellt hat. Also, 0:17 stellt euch mal die Frage, ihr habt ein Gedicht, das schon ziemlich gruselig ist. Wie schafft es die Musik, das Ganze noch unheimlicher zu machen? Tja, genau 0:26 das war Schubats Spezialität und das gucken wir uns jetzt an einem super berühmten Beispiel an. Okay, los geht's. Wir starten direkt mit einem seiner 0:35 berühmtesten Stücke überhaupt, dem Erlkönig. Das Ding ist im Grunde wie ein kleiner Horrorfilm, aber eben nur mit Musik und Gesang. Besser kann man 0:43 eigentlich nicht zeigen, wie Schubert es geschafft hat, pures Drama in Noten zu packen. Okay, die Story ist echt düster. Stellt euch vor, ein Vater reitet nachts 0:53 auf seinem Pferd durch einen stockdunklen Wald. Er hält sein krankes Kind ganz fest im Arm und versucht es zu retten. Er muss sich beeilen. Das Kind 1:02 hat Fieber. Es sieht unheimliche Dinge. Huh, allein die Vorstellung ist doch schon mega spannend, oder? Und genau jetzt kommt die Musik. Hört mal hin. Vom 1:12 allerersten Moment an spielt das Klavier nicht einfach nur irgendwelche Noten. Nee, es klingt ganz genau wie ein galoppierendes Pferd. Man spürt richtig 1:22 die Hektik, die Dringlichkeit, ja, die pure Panik. Das ist nicht nur Begleitung, Leute, das ist die Geschichte. Okay, was Schubert da 1:31 gemacht hat, das nennt man Kunstlied. Das ist eine ganz besondere Art von Musik. Und um zu kapieren, was das genau ist, müssen wir uns mal die einzelnen 1:40 Teile davon anschauen. Also, ein Kunstlied. Im Prinzip ist das ein Song für eine einzige Stimme und ein Klavier. Aber und das ist der Clue, die Musik und 1:50 der Text sind nicht einfach nur zusammen da. Die sind total eng miteinander verwoben. Die Musik übersetzt quasi die Gefühle aus dem Gedicht in Töne, die man 1:58 hören kann. Man kann sich das fast wie ein Rezept vorstellen. Die Formel ist eigentlich ganz simpel. Du nimmst drei Zutaten. Erstens, die Singstimme, die 2:07 erzählt uns die Worte aus dem Gedicht. Zweitens, das Klavier, das sorgt für die Stimmung und erzählt oft sogar eine eigene kleine Geschichte nebenbei. Und 2:15 drittens natürlich das Gedicht selbst, das liefert die Story und die ganzen Emotionen. Und wenn man das alles zusammen mischt, kommt eben viel mehr 2:22 raus als nur ein einfaches Lied. Und derjenige, der diese Kunstform wirklich perfektioniert hat, das war Franz Schubert. Man sagt, er war ein eher 2:31 stiller Typ, aber was für ein Genie. mit einer unglaublichen Fantasie. Wer war dieser Franz Schubert eigentlich? Also, er hat im frühen 19. Jahrhundert in 2:41 Österreich gelebt. Er war wohl eher ein ruhiger, bescheidener Typ. Aber und das ist krass, er war extrem fleißig. Stellt euch mal vor, jeden einzelnen Tag Musik 2:51 zu schreiben. Wahnsinn, oder? Und genau deshalb haben wir heute so unglaublich viele tolle Stücke von ihm. Aber wie hat er das gemacht? Was war sein Trick? Wie 3:01 hat er es geschafft, Gedichte in so ja so kraftvolle musikalische Erlebnisse zu verwandeln? Also Schubert hat nicht einfach irgendwas vertont. Nein, er hat 3:11 sich Gedichte ausgesucht, die ihn selbst total berührt haben. Und wenn ihn ein Gedicht gepackt hat, dann ging es super schnell. Die Ideen flossen nur so aus 3:18 ihm raus. Und genau diese persönliche Verbindung, dieses schnelle Komponieren, das ist der Grund, warum seine Lieder so ja so lebendig und emotional sind. Und 3:27 jetzt kommt ein ganz wichtiger Punkt. Bei Schubert ist das Klavier so viel mehr als nur Begleitung. Man könnte sagen, es ist wie ein zweiter Erzähler. 3:36 Es malt die Bilder, die der Sänger mit Worten gar nicht beschreiben kann. Den Wind, das Pletschern von einem Bach oder wie wir gehört haben, ein galoppierendes 3:45 Pferd. Und worum ging es in seinen Liedern? Na ja, um die ganz großen Gefühle, die jeder von uns kennt. Es geht um Liebe und Sehnsucht, darum, wie 3:56 schön die Natur sein kann, aber eben auch um Traurigkeit und Einsamkeit. Und die Musik, die dreht die Lautstärke dieser Gefühle noch mal richtig auf, 4:06 damit wir sie direkt spüren können. Lass uns noch mal kurz zum ELKönig zurückkommen, um das alles zusammenzusetzen. Also, Punkt 1, das 4:14 Klavier. Dieser galoppierende Rhythmus, der einfach nicht aufhört, der baut eine unglaubliche Spannung auf. Punkt 2: Die Charaktere. Und das ist der Hammer. Ein 4:23 einziger Sänger singt vier verschiedene Rollen. Den Erzähler, den Vater, das Kind und den gruseligen Ehrkönig. Und Schubert gibt jeder Rolle eine eigene 4:32 musikalische Farbe. Die Stimme vom Kind ist total hoch und panisch, die vom Vater tief und beruhigend. Das Ergebnis, das ist keine einfache Melodie, das ist 4:42 eine Minioper in nur ein paar Minuten. Und all das zusammen. Tja, das hat dafür gesorgt, dass Schubert uns etwas hinterlassen hat, das bis heute total 4:52 wichtig ist. Man mus sich das so vorstellen. Vor Schubert war ein Lied, na ja, eine nette kleine Sache, aber Schubert hat diese 5:01 Form genommen und sie auf ein komplett neues Level gehoben. Er hat sie zu einer der wichtigsten und emotionalsten Formen der klassischen Musik überhaupt gemacht. 5:10 Er hat dem einfachen Lied Die Tiefe und das Drama einer großen Oper gegeben. Sein Einfluss war wirklich riesig. Stellt euch vor, er hat über 600 dieser 5:20 Kunstlieder komponiert. Damit hat er einen komplett neuen Standard gesetzt. Viele Komponisten nach ihm haben sich das angeschaut und gedacht: "Wow, so 5:28 kann man das also auch machen." Und heute, tja, heute sind seine Lieder absolute Klassiker, die auf der ganzen Welt gespielt und gelernt werden. Und 5:37 das vielleicht krasseste an der ganzen Sache ist, Schubert ist sehr jung gestorben und trotzdem hat er dieses riesige Werk hinterlassen. Das zeigt 5:46 einfach, was für eine unglaubliche Power entsteht, wenn Musik und Sprache eine perfekte Verbindung eingehen. So und damit sind wir auch schon am Ende. 5:54 Schubert Musik erzählt also Geschichten von Angst, Liebe und der Natur. Aber jetzt meine Frage direkt an euch. Wenn ihr ein Lied über eine Geschichte oder 6:02 ein Gefühl schreiben würdet, was für eine Geschichte würde eure Musik erzählen? Worum würde es in eurem ganz persönlichen Kunstlied gehen? Denk doch 6:10 mal drüber nach.