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Das Metrum bestimmen in Gedichten – Jambus, Trochäus, Daktylus & Anapäst
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 38 Zeilen
- Silencio! 3, 4…
- Freude, schöner Götterfunken. Stop, stop, stop!
- Schiller würde sich im Grabe umdrehen! Avi!
- Du betonst ja völlig FALSCH! Falsch betont?
- Warum das denn? Dazu müssen wir uns das „Metrum in Gedichten“ einmal genauer ansehen.
- Sobald du ein Gedicht besonders betont vorliest, merkst du, dass die einzelnen Verse oft ein Betonungsmuster haben.
- „FREUde, SCHÖner GÖTterFUNken.“ Das liegt an der bestimmten Abfolge von betonten und unbetonten Silben in mehrsilbigen Wörtern.
- Innerhalb eines Verses sind Wörter demnach oftmals SO angeordnet, dass sich eine wiederkehrende Abfolge der betonten und unbetonten Silben ergibt.
- So eine Betonungsfolge nennt man Metrum oder Versmaß. Das Metrum beeinflusst die Stimmung und den Klang des Vortrages eines Gedichtes.
- Man kann es mit Betonungszeichen darstellen. Eine betonte Silbe, auch Hebung genannt, wird oft durch einen Strich gekennzeichnet.
- Eine UNbetonte Silbe, auch Senkung genannt, wird hingegen durch einen Bogen, ähnlich wie ein „U“, markiert.
- Alternativ werden Silben auch durch ein x dargestellt. Dabei wird die BETONTE von der unbetonten Silbe mit einem Akut, also einem Strich über
- dem „x“ unterschieden. Manchmal findest du auch große und kleine „x“, die das Metrum angeben.
- Das große „x“ steht dann für eine betonte Silbe, das kleine für eine UNbetonte Silbe. In unserem Video verwenden wir diese Betonungszeichen.
- Eine Einheit von zwei oder drei Silben, von denen EINE betont ist, nennt man Versfuß. Man unterscheidet folgende Versfüße: Den Trochäus, der aus 2 Silben besteht.
- Du siehst ihn hier am ersten Vers von Friedrich Schillers „Ode an die Freude“. „FREUde, SCHÖner GÖTterFUNken.“ Die Abfolge des Trochäus lautet: betonte Silbe
- - UNbetonte Silbe. Das hörst du z. B. auch im Wort „HIL-fe“.
- Das Gegenstück zum Trochäus ist der Jambus. Er besteht ebenfalls aus zwei Silben, aber die Abfolge des Jambus ist genau umgekehrt
- wie die des Trochäus. Sie lautet: UNbetonte Silbe - betonte Silbe.
- Sprich doch mal das Wort „GesPENST“. Hörst du die Betonung?
- Die erste Silbe ist UNbetont, die zweite Silbe wird betont. Einen Jambus finden wir auch im ersten Vers von Theodor Storms Gedicht „Die Stadt“.
- „Am GRAUen STRAND, am GRAUen MEER.“ Es gibt auch Versfüße, die aus DREI Silben bestehen.
- Zum Beispiel der Daktylus. Das Wort selbst ist übrigens auch ein DAK-ty-lus.
- Wir betonen beim Sprechen die erste Silbe, wobei ty und lus unbetont bleiben. Weil wir im Deutschen häufig die erste Silbe betonen, gibt es viele zusammengesetzte Nomen
- mit diesem Muster: z. B. ACHterbahn. Auch im ersten Vers von Friedrich Schillers „Würde der Frauen“ finden wir den Daktylus:
- „EHret die FRAUen! sie FLECHten und WEben“.
- Wie du sehen kannst, sind hier nur drei daktylische Versfüße vollständig. Da manchmal Versfüße unvollständig sein können, solltest du dir merken, dass man
- bei einer Gedichtanalyse NICHT auf die Anzahl der vollständigen Versfüße verweist, sondern bei einem durchgängigen Versmaß die einzelnen Hebungen - also die betonten Silben - gezählt
- werden. Wir haben also einen vierhebigen Daktylus.
- Das Gegenstück zum Daktylus ist der Anapäst, der auch ein dreisilbiger Versfuß ist. Genau wie beim Daktylus ist bereits das Wort „a-na-PÄST“ eine Eselsbrücke, um sich
- die Silbenbetonung zu merken. Auf zwei UNbetonte Silben, prallt beim Anapäst eine betonte Silbe.
- Wenn wir das Wort „Zau-be-REI” deutlich sprechen, fällt uns das auch auf. Der folgende Vers aus Friedrich Schillers „Der Taucher“ wird auch nach dem Muster
- des Anapäst gelesen: „Da erGREIFTS ihm die SEEle mit HIMmelsgeWALT“ In diesem Vers handelt es sich um einen 1, 2, 3, VIERhebigen Anapäst.
- Die vier genannten Versfüße solltest du dir unbedingt merken: Trochäus (betont - unbetont), Jambus (unbetont - betont), Daktylus (betont - unbetont - unbetont) und Anapäst (unbetont
- - unbetont - betont). Zur Kennzeichnung der Silben kannst du dabei unterschiedliche Betonungszeichen verwenden:
- Betonte Silben, also Hebungen, kennzeichnest du z. B. mit einem Strich. Unbetonte Silben, also Senkungen, werden z. B. durch einen Bogen (ähnlich wie ein „U“)
- markiert. So und jetzt aber mal RICHTIG!
- 3, 4 ... Freude, schöner Götterfunken. Upsi.
Zum Nachlesen
Metrische NotationDem silbenzählenden Versprinzip entsprechen Notationsformen, die eine Strophenform durch die Silbenzahl der Verse und das Reimschema wiedergibt. Zur Darstellung …
MetronDa die Bezeichnung Metrum schon in der römischen Literatur auch unscharf für das Versmaß bzw. die konkrete metrische Form eines Verses verwendet wird …
Liste von VersmaßenBezeichnungen der Verslänge · Monometer (1 Metrum) · Dimeter (2 Metren) · Trimeter (3 Metren) · Tetrameter (4 Metren) · Pentameter (5 Metren) · Hexameter (6 Metren).
JambusNach Gottfried August Bürger ist der Jambus „das einzige, wahre, echte, natürliche, heroische Metrum unserer Sprache“, ein kerndeutscher Versfuß also …