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Das Metrum bestimmen in Gedichten – Jambus, Trochäus, Daktylus & Anapäst

Deutsch - sofatutor6:37 16.277 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 38 Zeilen
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  1. Silencio! 3, 4…
  2. Freude, schöner Götterfunken. Stop, stop, stop!
  3. Schiller würde sich im Grabe umdrehen! Avi!
  4. Du betonst ja völlig FALSCH! Falsch betont?
  5. Warum das denn? Dazu müssen wir uns das „Metrum in Gedichten“ einmal genauer ansehen.
  6. Sobald du ein Gedicht besonders betont vorliest, merkst du, dass die einzelnen Verse oft ein Betonungsmuster haben.
  7. „FREUde, SCHÖner GÖTterFUNken.“ Das liegt an der bestimmten Abfolge von betonten und unbetonten Silben in mehrsilbigen Wörtern.
  8. Innerhalb eines Verses sind Wörter demnach oftmals SO angeordnet, dass sich eine wiederkehrende Abfolge der betonten und unbetonten Silben ergibt.
  9. So eine Betonungsfolge nennt man Metrum oder Versmaß. Das Metrum beeinflusst die Stimmung und den Klang des Vortrages eines Gedichtes.
  10. Man kann es mit Betonungszeichen darstellen. Eine betonte Silbe, auch Hebung genannt, wird oft durch einen Strich gekennzeichnet.
  11. Eine UNbetonte Silbe, auch Senkung genannt, wird hingegen durch einen Bogen, ähnlich wie ein „U“, markiert.
  12. Alternativ werden Silben auch durch ein x dargestellt. Dabei wird die BETONTE von der unbetonten Silbe mit einem Akut, also einem Strich über
  13. dem „x“ unterschieden. Manchmal findest du auch große und kleine „x“, die das Metrum angeben.
  14. Das große „x“ steht dann für eine betonte Silbe, das kleine für eine UNbetonte Silbe. In unserem Video verwenden wir diese Betonungszeichen.
  15. Eine Einheit von zwei oder drei Silben, von denen EINE betont ist, nennt man Versfuß. Man unterscheidet folgende Versfüße: Den Trochäus, der aus 2 Silben besteht.
  16. Du siehst ihn hier am ersten Vers von Friedrich Schillers „Ode an die Freude“. „FREUde, SCHÖner GÖTterFUNken.“ Die Abfolge des Trochäus lautet: betonte Silbe
  17. - UNbetonte Silbe. Das hörst du z. B. auch im Wort „HIL-fe“.
  18. Das Gegenstück zum Trochäus ist der Jambus. Er besteht ebenfalls aus zwei Silben, aber die Abfolge des Jambus ist genau umgekehrt
  19. wie die des Trochäus. Sie lautet: UNbetonte Silbe - betonte Silbe.
  20. Sprich doch mal das Wort „GesPENST“. Hörst du die Betonung?
  21. Die erste Silbe ist UNbetont, die zweite Silbe wird betont. Einen Jambus finden wir auch im ersten Vers von Theodor Storms Gedicht „Die Stadt“.
  22. „Am GRAUen STRAND, am GRAUen MEER.“ Es gibt auch Versfüße, die aus DREI Silben bestehen.
  23. Zum Beispiel der Daktylus. Das Wort selbst ist übrigens auch ein DAK-ty-lus.
  24. Wir betonen beim Sprechen die erste Silbe, wobei ty und lus unbetont bleiben. Weil wir im Deutschen häufig die erste Silbe betonen, gibt es viele zusammengesetzte Nomen
  25. mit diesem Muster: z. B. ACHterbahn. Auch im ersten Vers von Friedrich Schillers „Würde der Frauen“ finden wir den Daktylus:
  26. „EHret die FRAUen! sie FLECHten und WEben“.
  27. Wie du sehen kannst, sind hier nur drei daktylische Versfüße vollständig. Da manchmal Versfüße unvollständig sein können, solltest du dir merken, dass man
  28. bei einer Gedichtanalyse NICHT auf die Anzahl der vollständigen Versfüße verweist, sondern bei einem durchgängigen Versmaß die einzelnen Hebungen - also die betonten Silben - gezählt
  29. werden. Wir haben also einen vierhebigen Daktylus.
  30. Das Gegenstück zum Daktylus ist der Anapäst, der auch ein dreisilbiger Versfuß ist. Genau wie beim Daktylus ist bereits das Wort „a-na-PÄST“ eine Eselsbrücke, um sich
  31. die Silbenbetonung zu merken. Auf zwei UNbetonte Silben, prallt beim Anapäst eine betonte Silbe.
  32. Wenn wir das Wort „Zau-be-REI” deutlich sprechen, fällt uns das auch auf. Der folgende Vers aus Friedrich Schillers „Der Taucher“ wird auch nach dem Muster
  33. des Anapäst gelesen: „Da erGREIFTS ihm die SEEle mit HIMmelsgeWALT“ In diesem Vers handelt es sich um einen 1, 2, 3, VIERhebigen Anapäst.
  34. Die vier genannten Versfüße solltest du dir unbedingt merken: Trochäus (betont - unbetont), Jambus (unbetont - betont), Daktylus (betont - unbetont - unbetont) und Anapäst (unbetont
  35. - unbetont - betont). Zur Kennzeichnung der Silben kannst du dabei unterschiedliche Betonungszeichen verwenden:
  36. Betonte Silben, also Hebungen, kennzeichnest du z. B. mit einem Strich. Unbetonte Silben, also Senkungen, werden z. B. durch einen Bogen (ähnlich wie ein „U“)
  37. markiert. So und jetzt aber mal RICHTIG!
  38. 3, 4 ... Freude, schöner Götterfunken. Upsi.

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