Das Metrum bestimmen in Gedichten – Jambus, Trochäus, Daktylus & Anapäst Deutsch - sofatutor https://www.youtube.com/watch?v=RxXTJlCOznI Transkript (automatisch erstellt) 0:03 Silencio! 3, 4… 0:11 Freude, schöner Götterfunken. Stop, stop, stop! 0:26 Schiller würde sich im Grabe umdrehen! Avi! 0:28 Du betonst ja völlig FALSCH! Falsch betont? 0:33 Warum das denn? Dazu müssen wir uns das „Metrum in Gedichten“ einmal genauer ansehen. 0:39 Sobald du ein Gedicht besonders betont vorliest, merkst du, dass die einzelnen Verse oft ein Betonungsmuster haben. 0:51 „FREUde, SCHÖner GÖTterFUNken.“ Das liegt an der bestimmten Abfolge von betonten und unbetonten Silben in mehrsilbigen Wörtern. 1:03 Innerhalb eines Verses sind Wörter demnach oftmals SO angeordnet, dass sich eine wiederkehrende Abfolge der betonten und unbetonten Silben ergibt. 1:13 So eine Betonungsfolge nennt man Metrum oder Versmaß. Das Metrum beeinflusst die Stimmung und den Klang des Vortrages eines Gedichtes. 1:24 Man kann es mit Betonungszeichen darstellen. Eine betonte Silbe, auch Hebung genannt, wird oft durch einen Strich gekennzeichnet. 1:34 Eine UNbetonte Silbe, auch Senkung genannt, wird hingegen durch einen Bogen, ähnlich wie ein „U“, markiert. 1:41 Alternativ werden Silben auch durch ein x dargestellt. Dabei wird die BETONTE von der unbetonten Silbe mit einem Akut, also einem Strich über 1:53 dem „x“ unterschieden. Manchmal findest du auch große und kleine „x“, die das Metrum angeben. 2:01 Das große „x“ steht dann für eine betonte Silbe, das kleine für eine UNbetonte Silbe. In unserem Video verwenden wir diese Betonungszeichen. 2:13 Eine Einheit von zwei oder drei Silben, von denen EINE betont ist, nennt man Versfuß. Man unterscheidet folgende Versfüße: Den Trochäus, der aus 2 Silben besteht. 2:28 Du siehst ihn hier am ersten Vers von Friedrich Schillers „Ode an die Freude“. „FREUde, SCHÖner GÖTterFUNken.“ Die Abfolge des Trochäus lautet: betonte Silbe 2:42 - UNbetonte Silbe. Das hörst du z. B. auch im Wort „HIL-fe“. 2:47 Das Gegenstück zum Trochäus ist der Jambus. Er besteht ebenfalls aus zwei Silben, aber die Abfolge des Jambus ist genau umgekehrt 2:58 wie die des Trochäus. Sie lautet: UNbetonte Silbe - betonte Silbe. 3:03 Sprich doch mal das Wort „GesPENST“. Hörst du die Betonung? 3:09 Die erste Silbe ist UNbetont, die zweite Silbe wird betont. Einen Jambus finden wir auch im ersten Vers von Theodor Storms Gedicht „Die Stadt“. 3:22 „Am GRAUen STRAND, am GRAUen MEER.“ Es gibt auch Versfüße, die aus DREI Silben bestehen. 3:32 Zum Beispiel der Daktylus. Das Wort selbst ist übrigens auch ein DAK-ty-lus. 3:38 Wir betonen beim Sprechen die erste Silbe, wobei ty und lus unbetont bleiben. Weil wir im Deutschen häufig die erste Silbe betonen, gibt es viele zusammengesetzte Nomen 3:51 mit diesem Muster: z. B. ACHterbahn. Auch im ersten Vers von Friedrich Schillers „Würde der Frauen“ finden wir den Daktylus: 4:03 „EHret die FRAUen! sie FLECHten und WEben“. 4:08 Wie du sehen kannst, sind hier nur drei daktylische Versfüße vollständig. Da manchmal Versfüße unvollständig sein können, solltest du dir merken, dass man 4:20 bei einer Gedichtanalyse NICHT auf die Anzahl der vollständigen Versfüße verweist, sondern bei einem durchgängigen Versmaß die einzelnen Hebungen - also die betonten Silben - gezählt 4:30 werden. Wir haben also einen vierhebigen Daktylus. 4:36 Das Gegenstück zum Daktylus ist der Anapäst, der auch ein dreisilbiger Versfuß ist. Genau wie beim Daktylus ist bereits das Wort „a-na-PÄST“ eine Eselsbrücke, um sich 4:49 die Silbenbetonung zu merken. Auf zwei UNbetonte Silben, prallt beim Anapäst eine betonte Silbe. 4:56 Wenn wir das Wort „Zau-be-REI” deutlich sprechen, fällt uns das auch auf. Der folgende Vers aus Friedrich Schillers „Der Taucher“ wird auch nach dem Muster 5:09 des Anapäst gelesen: „Da erGREIFTS ihm die SEEle mit HIMmelsgeWALT“ In diesem Vers handelt es sich um einen 1, 2, 3, VIERhebigen Anapäst. 5:27 Die vier genannten Versfüße solltest du dir unbedingt merken: Trochäus (betont - unbetont), Jambus (unbetont - betont), Daktylus (betont - unbetont - unbetont) und Anapäst (unbetont 5:51 - unbetont - betont). Zur Kennzeichnung der Silben kannst du dabei unterschiedliche Betonungszeichen verwenden: 5:58 Betonte Silben, also Hebungen, kennzeichnest du z. B. mit einem Strich. Unbetonte Silben, also Senkungen, werden z. B. durch einen Bogen (ähnlich wie ein „U“) 6:10 markiert. So und jetzt aber mal RICHTIG! 6:18 3, 4 ... Freude, schöner Götterfunken. Upsi.