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Die Geschichte von Deutschland (Anfang bis heute)

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  1. Wir starten ungefähr im 6. Jahrhundert vor Christus. Mitteleuropa wird von den Kälten bewohnt, vom Herzen des Kontinents bis zu den britischen Inseln.
  2. Weiter nördlich auf der Halbinsel Jüdland und in Skandinavien leben die protogermanischen Völker, die nach und nach Süden wandern und dort mit den
  3. Kälten in Kontakt kommen und manchmal auch in Konkurrenz zu ihnen treten. Im Süden treiben die Kälten Handel mit den Völkern des Mittelmeerraums, vor allem
  4. mit den Römern, die nach und nach ihre Vorherrschaft ausbauen. Zwischen 58 und 50 vor Christus erobert Julius Caesar Gallien. Die Römer versuchen dann die
  5. Region östlich des Rins zu unterwerfen, die sie Germanier nennen. Im Jahr 9 erleiden sie jedoch eine schwere Niederlage gegen eine Koalition
  6. germanischer Stämme und ziehen sich hinter den Ren und die Donau zurück, die zur Grenze werden. Dort werden Befestigungsanlagen errichtet, die
  7. jedoch nicht völlig undurchdringlich sind und Handel und Austausch ermöglichen. Mit der Zeit verbünden sich einige germanische Stämme sogar mit den
  8. Römern und lassen sich nach und nach auf der anderen Seite der Grenze nieder. Gegen Ende des vierten Jahrhunderts beginnen die Hunden, ein Nomadenvolk aus
  9. Zentralasien mit der Eroberung Europas. 10000 Germanen fliehen und überqueren die Donau, um auf der römischen Seite Zuflucht zu suchen. Dort werden sie
  10. jedoch schlecht behandelt, was zu Aufständen führt, die die ganze Region destabilisieren. Ein Jahrhundert später, im Jahr 476,
  11. zerfällt das weströmische Reich und wird durch eine Vielzahl germanischer Königreiche ersetzt. Unter ihnen konvertiert das Frankenreich zum
  12. Christentum und setzt sich nach und nach durch, bis es im Jahr 800 unter Karl dem Großen zu einem riesigen Reich wird. Später wird das Reich durch
  13. Erbfolgekriege geteilt mit Frankreich im Westen und ab 962 dem Heiligen Römischen Reich im Osten, das aus einer Vielzahl von Fürstenstaaten besteht, die einem
  14. von den Kurfürsten gewählten und oft vom Papst in Rom gegründen Kaiser unterstehen.
  15. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts steigert die Kirche den Verkauf von Ablässen, um den Bau des Peterdomms in Rom zu finanzieren und bietet dem Austausch
  16. gegen Geld die Vergebung von Sünden an. In Sachsen widersetzt sich jedoch der Priester Martin Luther dieser Praxis und veröffentlicht am 31. Oktober 1517
  17. 95 Thesen, in denen er einen authentischen Glauben verteidigt, der ausschließlich auf der Autorität der Bibel basiert. Der Papst exkommuniziert
  18. ihn daraufhin. Luther setzt seinen Kampf aber fort und gewinnt die Unterstützung mehrerer Fürsten, die sich seinen Ideen anschließen, wodurch der Protestantismus
  19. entsteht. Außerdem übersetzt Luther die Bibel aus alten hebräischen und griechischen Texten in eine Form des Deutschen, die damals von einigen
  20. sächsischen Verwaltungen verwendet wird. Dank der neuen Entwicklung des Buchdrucks verbreitet sich seine Bibel im ganzen Heiligen römischen Reich und
  21. der sächsische Dialekt wird nach und nach zur Standardsprache, was viele regionale Dialekte verdrängt. 1713 erlässt Kaiser Karl VI aus dem Hause
  22. Habsburg auch Erzherzog von Österreich und König von Böhmen und Ungarn, ein Dekret, das seine Gebiete unteilbar macht und seiner Tochter Maria Theresia
  23. erlaubt, den Thron zu erben. Er verbringt dann einen Großteil seines Lebens damit, die Anerkennung dieses Dekrets durch die europäischen Höfe
  24. sicherzustellen. Nach seinem Tod im Jahr 1740 besteigt Maria Theresia den Thron, wird jedoch sofort vom neuen König von Preußen Friedrich dem II.
  25. herausgefordert, der in die reiche Region Schlesien einfällt. Frankreich, Bayern und Spanien sehen eine Gelegenheit, das Haus Habsburg zu
  26. schwächen und schließen sich Preußen an. Unterdessen verbünden sich Großbritannien und die niederländische Republik aus Angst vor einer
  27. übermächtigen französischen Vorherrschaft mit Österreich. Nach fast 8 Jahren Krieg wird ein Friedensvertrag unterzeichnet. Österreich verzichtet auf
  28. Schlesien im Austausch für die Anerkennung Maria Theresias als Herrscherin von Österreich und ihres Mannes Franz von Lotringen als neuen
  29. Kaisers des Heiligen Römischen Reiches. In den folgenden Jahren eskaliert die Rivalität zwischen Frankreich und
  30. Großbritannien um die Kolonien in Nordamerika zu einem offenen Konflikt. Während Großbritannien mit seiner mächtigen Royal Navy die Meere
  31. beherrscht, ist seine Armee den französischen Streitkräften nicht gewachsen. Und König Georg II. der auch Kurfürst von Hannover ist, befürchtet
  32. den Verlust seiner deutschen Gebiete. Er verbündet sich daher mit Friedrich von Preußen, um seine Verteidigung sicherzustellen. Frankreich reagiert
  33. darauf mit einem Bündnis mit seinem historischen Rivalen Österreich, das immer noch davon träumt, Schlesien zurückzugewinnen. Da Österreich bereits
  34. mit Russland verbündet ist, sieht sich Preußen eingekesselt und aus Angst vor einem gemeinsamen Angriff ergreift Friedrich II. II die Initiative. Am 29.
  35. August 1756 beginnt er den siebenjährigen Krieg mit dem Einmarsch in Sachsen. Seine Armee rückt nach Böhmen vor, wird aber nach
  36. Schlesien zurückgedrängt. Im Westen erobert die französische Armee Hannover, während im Osten russische Truppen Königsberg näher kommen. Als genialer
  37. Stratege schafft es Friedrich II. Alle drei Armeen einzeln zurückzuschlagen, obwohl seine Truppen in allen drei Fällen zahlenmäßig unterlegen sind. Die
  38. Franzosen werden später von einer von Großbritannien finanzierten deutschen Armee aus Hannover vertrieben. Im Osten setzen sich die russische und die
  39. österreichische Armee nach ihrem Zusammenschluss durch, können ihren Sieg aber nicht ausnutzen und lassen Berlin unberührt. 1762
  40. stirbt die russische Kaiserin Elisabeth und ihr Nachfolger Peter I, ein Bewunderer Friedrichs des II, unterzeichnet sofort einen
  41. Friedensvertrag. Im folgenden Jahr endet der Krieg mit dem Sieg Großbritanniens, das viele französische Kolonien erobert hat und mit dem Aufstieg Preußens zu
  42. einer beeindruckenden Militärmacht. Unterdessen wird sein Nachbar Polen Litauen durch interne Unruhen geschwächt. Preußen, Österreich und
  43. Russland nutzen die Situation aus und organisieren eine erste Teilung seiner Gebiete, wodurch Preußen seine territoriale Kontinuität sichern kann.
  44. 1789 bricht die französische Revolution aus. Zunächst schenken die europäischen Monarchen dem wenig Beachtung. Doch die
  45. Lage ändert sich, als König Ludwig der X. bei einem Fluchtversuch aus dem Land verhaftet wird. Nun fürchten die Monarchen um ihre eigenen Throne und
  46. erklären die Absicht, den französischen König wieder einzusetzen. Es kommt zum Krieg und eine preußisch-österreichische Armee marschiert in Frankreich ein. Sie
  47. wird jedoch von den Revolutionären besiegt, die am nächsten Tag die Monarchie abschaffen und eine Republik ausrufen. Die französischen Armeen
  48. marschieren daraufhin in die österreichischen Niederlande und die niederländische Republik ein. Das geschwächte Preußen schließt einen
  49. separaten Frieden mit Frankreich und konzentriert sich lieber auf die Teilung Polens, die im Osten noch im Gange ist. Das isolierte Österreich erleitet in
  50. Norditalien Niederlagen gegen die Armee von General Napoleon Bonapart. Letzterer schließt schließlich einen Friedensvertrag, in dem Österreich seine
  51. Gebiete westlich des Rheins im Austausch gegen einen Großteil des venezianischen Territoriums abtritt. 1804 lässt sich Napoleon zum Kaiser krön und erlangt
  52. durch eine Reihe von Kriegen die Vorherrschaft über Europa. Gründet er unter seinem Schutz den Rheinbund und beendet damit das Heilige
  53. römische Reich. Im Juni 1812 versucht er Russland zu unterwerfen, scheitert jedoch und verliert den größten Teil seiner Grundarmee. Preußen und
  54. Österreich nutzen diese Gelegenheit, um sich der sechsten Koalition anzuschließen, die im Oktober 1813 die Franzosen in einer großen Schlacht bei
  55. Leipzig besiegt. Die Koalition erobert daraufhin Paris und zwingt Napoleon zur Abdankung. Auf dem Wiener Kongress treffen sich die
  56. Sieger 9 Monate lang, um die Grenzen Europas neu zu ziehen und die Monarchien wiederherzustellen. Russland, Österreich und Preußen erobern zahlreiche Gebiete.
  57. Preußen erhält insbesondere die industriellen und kohlereichen Regionen westlich des Rheins, während der Rheinbund durch den deutschen Bund unter
  58. österreichischer Vorherrschaft ersetzt wird. Doch obwohl dieser Vertrag den Sieg der Monarchen markiert, hat die Revolutionszeit liberale und
  59. nationalistische Ideen in ganz Europa verbreitet. 1817 versammeln sich deutsche Studenten, die vom Wiener Kongress enttäuscht sind,
  60. auf der Wburg, wo Martin Luther 300 Jahre zuvor die Bibel übersetzt hatte, um liberale Reformen und die Vereinigung Deutschlands zu einer einzigen Nation zu
  61. fordern. Österreich und Preußen, die um ihre Throne fürchten, verschärfen ihre Kontrolle über Universitäten und die Presse. Dennoch wachsen die
  62. nationalliberalen Bewegungen weiter und 1848 brechen in ganz Europa Revolutionen aus. Innerhalb des deutschen Bundes führt die Bewegung zur Gründung eines
  63. Nationalparlaments in Frankfurt, das nach freien Wahlen eine Verfassung entwirft, die auf die Schaffung eines Vereinigten deutschen Reiches abzielt.
  64. Aber das Projekt findet weder in Preußen noch in Österreich Unterstützung und das Parlament wird schließlich aufgelöst. Das österreichische Kaiserreich hat
  65. seinerseits mit zahlreichen Aufständen zu kämpfen, vor allem mit der ungarischen Revolution. Diese wird jedoch mit Unterstützung der russischen
  66. Armee schließlich niedergeschlagen. Durch das Festhalten an seinem multiethnischen Reich wird Österreich allmählich aus der deutschen
  67. Einigungsbewegung verdrängt, was preußen zugute kommt, wo der neue König Wilhelm II. Otto von Bismarck zum Ministerpräsidenten ernt.
  68. 1864 nach einem Streit um die Thronfolge in Dänemark fallen Preußen und Österreich zusammen in den Süden des Landes ein.
  69. Aber nach einem Sieg können sie sich nicht einigen, wie sie die eroberten Gebiete aufteilen sollen, was zu einem kurzen Krieg zwischen den beiden
  70. deutschen Mächten führt. Österreich und seine Verbündeten werden besiegt und mit der Unterzeichnung des darauffolgenden Friedensvertrages wird der deutsche Bund
  71. zugunsten des von Preußen geführten norddeutschen Bundes aufgelöst. Unterdessen schließen die deutschen Staaten südlich des Mains
  72. Verteidigungsbündnisse mit Preußen und schließen Österreich damit praktisch aus der deutschen Welt aus.
  73. 1868 zwingt eine Revolution in Spanien Königin Isabella I ins Exil nach Frankreich. Die Revolutionäre entwerfen
  74. eine neue Verfassung und suchen einen Thronfolger, wobei sie Prinz Leopold von Hohen Zoll, einen entfernten Cousin Wilhelms des I. in Betracht ziehen. In
  75. Frankreich ist Napoleon II strick dagegen, weil er eine Einkreisung fürchtet. Er schickt seinen Botschafter zu Wilhelin, um ihn zu bitten, die
  76. Kandidatur des deutschen Prinzen zurückzuziehen. Die Bitte wird erfüllt, aber ein paar Tage später wird der Botschafter erneut geschickt, um weitere
  77. Garantien zu fordern. Diesmal beendet Wilhelm das Gespräch ohne eine Zusage. Bismarck nutzt die Gelegenheit und veröffentlicht eine gekürzte und
  78. aufrührerische Version ihres Gesprächs, um Frankreich öffentlich zu provozieren. Am selben Abend kommt es in Paris zu antideutschen Demonstration und eine
  79. Woche später sagt Frankreich Preußen den Krieg auf, was Preußens Verteidigungsbündnisse mit den Süddeutschen Staaten aktiviert. Die
  80. Deutschen gewinnen schnell die Oberhand und am 18. Januar 1871, noch bevor der Krieg zu Ende ist, wird im Spiegelsaal von Versaill das Deutsche
  81. Reich ausgerufen, das den norddeutschen Bund und die Süddeutschen Staaten vereint. Vier Monate später tritt Frankreich im Friedensvertrag Elsas und
  82. den westlichen Teil Lotringens, die eins zum Heiligen Römischen Reich gehörten, ab und muss hohe Kriegsentschädigungen zahlen. Um jegliche französische Rache
  83. zu verhindern, stärkt das neue deutsche Reich seine diplomatischen Beziehungen zu Russland und Österreich-Ungarn.
  84. Im Innland versucht Bismarck die Macht der katholischen Kirche einzuschränken und verbietet sozialistische Parteien. Im Ausland lehnen die meisten
  85. europäischen Mächte nach einem russischen Sieg über das Osmanische Reich den Friedensvertrag ab, der Russland übermäßigen Einfluss auf den
  86. Balkan einräumt. Bismarkt bietet sich als Vermittler an und veranstaltet in Berlin einen Kongress, um den Vertrag zu überarbeiten. In Russland führt dies
  87. jedoch Ressentiments gegenüber Deutschland. Das Kaiserreich schließt daraufhin ein Verteidigungsbündnis mit Österreich-Ungarn. Drei Jahre später
  88. schließt sich Italien an, verärgert über die Kolonialisierung Tunesiens durch Frankreich, das selbst begehrt hatte. Deutschland versucht daraufhin bei der
  89. kolonialen Expansion aufzuholen und beruft 1884 die europäischen Staats und Regierungschefs nach Berlin, um die Kolonialisierung Afrikas zu regeln.
  90. Deutschland sichert sich die Anerkennung von vier Kolonien und etabliert im folgenden Jahr Stützpunkte im Pazifik. 1888
  91. besteigt der junge Wilhelm II. den Thron, entschlossen Deutschland in allen Bereichen zu einer Weltmacht zu machen. Er fördert Bildung, wissenschaftliche
  92. Forschung und industrielle Entwicklung. Aufstrebende Unternehmen erlangen bald internationales Ansehen. Auf diplomatischem Wege baut er die
  93. Beziehungen zum Osmanischen Reich aus und in China bekommt er nach Druckausübung eine Konzession für eine Bucht, wo er den Hafen von Singo
  94. aufbaut. Nachdem er weltweit Gebiete unter seine Kontrolle gebracht hat, baut er jetzt eine große Marine auf, um diese zu schützen. Aber die wachsende Macht
  95. Deutschlands macht andere Länder nervös und bringt Frankreich und Großbritannien dazu, die Onkordal zu gründen. Sie klären ihre Kolonialstreitigkeiten.
  96. Die Briten erhalten Ägypten, während Frankreich Einfluss auf Marokko gewinnt. Aber Wilhelm II. hat auch Ambitionen in Marokko, was schon früh zu Spannungen
  97. führt. 1907 schließt sich Russland der französisch-Britischen Allianz an und bildet die Triple on Taer Jahre später nach einem Aufstand in Marokko stehen
  98. Deutschland und Frankreich kurz vor einem Krieg um die Kontrolle über das Gebiet. Schließlich wird eine Einigung erzielt. Marokko wird ein französisches
  99. Protektorat und im Gegenzug werden französische Kongogebiete an Deutsch Kamerun abgetreten. Obwohl diesmal ein Krieg vermieden wird, ist Europa nun in
  100. zwei Blöcke gespalten, die sich bewaffnen und auf einen Konflikt vorbereiten.
  101. Am 28. Juni 1914 wird in Sarajevo Erzherzog Franz Ferdinand, der Thronfolger von Österreich-Ungarn ermordet. Der Funke, der den Konflikt
  102. entfacht. Innerhalb weniger Tage befindet sich ganz Europa im Krieg. Deutschland setzt seinen Plan um, Frankreich im Westen schnell zu
  103. besiegen, indem es dessen Verteidigungslinien im Norden umgeht. Das Ziel ist es, sich dann nach Osten gegen Russland zu wenden, das langsamer
  104. zu mobilisieren ist und so einen zweifronenkrieg zu vermeiden. Die deutsche Armee verletzt ihre Neutralität Luxemburgs und Belgiens und beginnt
  105. ihren Vorstoß. Da sie jedoch zahlenmäßig leicht unterlegen ist, gelingt es ihr nicht, Paris einzunehmen und sie wird zurückgedrängt. Die Front stabilisiert
  106. sich und auf beiden Seiten werden Schützengräben ausgehoben. Der Krieg weitet sich zu einem Stellungskrieg aus. Großbritannien verhängt eine Seeblockade
  107. gegen Deutschland und schneidet es vom Nachschub ab. Im Osten sind die russischen Streitkräfte nach Jahren des Kampfes erschöpft und nach zwei
  108. Revolutionen ergreifen die Bolschwiki die Macht und schließen einen separaten Frieden. Deutschland kann sich nun auf die Westfront konzentrieren, wo es eine
  109. Großoffensive startet. Aber die Alliierten, zu denen ab 1917 auch die Vereinigten Staaten gehören, drängen zurück und gewinnen die Oberhand.
  110. Unterdessen kommt es in Deutschland, wo die Bevölkerung von Krieg und Hungersnot erschöpft ist, zu Aufständen, [musik] die Kaiser Wilhelm den I. zur Abdankung
  111. zwingen. Die Weimarer Republik wird ausgerufen und nach Wahlen, an denen nun auch Frauen teilnehmen dürfen, muss die neue Regierung einen sehr harten
  112. Friedensvertrag akzeptieren. Er wird im Spiegelsaal von Versaill unterzeichnet, wo einst das deutsche Reich ausgerufen worden war und erklärt Deutschland und
  113. seine Verbündeten für allein verantwortlich für den Krieg und verhängt hohe Reparationszahlung. Elsas und Lotringen fallen an Frankreich
  114. zurück. Belgien erhält als Kriegschädigung Gebiete hinzu und Dänemark gewinnt durch ein Referendumgebiete zurück, [musik] die es
  115. 50 Jahre zuvor verloren hatte. Im Osten fällt Memel an Litauen und Polen erlangt seine Unabhängigkeit zurück mit Zugang zum Meer, wodurch Deutschland in zwei
  116. Teile geteilt wird. Deutschland verliert alle seine Kolonien und seine Armee wird auf 100.000 Soldaten ohne schwere Waffen oder Flugzeuge begrenzt. Das Rheinland
  117. wird entmilitarisiert und für 15 Jahre von den Alliierten besetzt. Während die Industrieregion des Saarands unter internationale Kontrolle gestellt wird.
  118. Österreich-Ungarn und das Osmanische Reich Deutschlands Verbündete werden vollständig aufgelöst.
  119. In Deutschland, wo keine Kämpfe stattfanden, macht die Bevölkerung ihre Politiker dafür verantwortlich, dass sie einen demütigenden Vertrag akzeptiert
  120. haben. Die Wirtschaft ist schwach und das Land hat Probleme, die Reparationszahlungen an die Alliierten zu leisten. Frankreich und Belgien,
  121. deren Regionen durch den Krieg zerstört wurden, besetzen das Ruhrgebiet, um sich direkte Ressourcen zu sichern. Deutsche Arbeiter wären sich mit Streiks
  122. unterstützt von der Regierung, die riesige Mengen an Geld druckt, um sie zu bezahlen. Die Mark stürzt so in eine Hyperinflation und am Ende des Jahres
  123. ist 4,2 Billionen Mark wert. Die USA schlagen einen Plan vor, um die deutsche Wirtschaft zu stabilisieren, die
  124. Industrie wieder anzukurbeln und die Schulden abzubauen. Die Franzosen und Belgier ziehen sich zurück und US-investitionen fließen ins Land, was
  125. die Wirtschaft stabilisiert. Aber 1929 löst der Börsencrash an der Wall Street eine weltweite Wirtschaftskrise aus. Die USA stellen die Kredite ein und die
  126. deutsche Wirtschaft stürzt erneut ab. Die Arbeitslosigkeit steigt rapide an. Bei den Wahlen 1932 werden die traditionellen Parteien dafür
  127. verantwortlich gemacht, was den Extremisten zugute kommt. Die nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei kurz NSDAP gewinnt und
  128. ihr Anführer Adolf Hitler wird Reichskanzler. Einen Monat später wird das Parlament, der Reichstag, durch Brandstiftung zerstört. Hitler nutzt
  129. dieses Ereignis, um die Grundrechte auszusetzen und seine Macht zu festigen. Seine paramilitärische Truppe, die Sturmabteilung oder SA, 3 Millionen
  130. Mannstark, greift Kommunisten an und nimmt dann andere Parteien ins Visier, die schließlich verboten werden. In der Nacht des 30. Juni 1934 befielt Hitler
  131. die Ermordung seiner Rivalen innerhalb der SA. Nach dem Tod Hintenburgs, der das Amt des Reichspräsidenten inner hatte, vereint Hitler dessen Befugnisse
  132. mit denen des Reichskanzlers und übernimmt so die vollständige Macht im Staat. Er erklärt den Vertrag von Versaill als ungültig, führt die
  133. Werbeppflicht wieder ein und schränkt die Rechte der Juden ein, was zu regelmäßigen Angriffen auf sie führt. Auf diplomatischer Ebene verbündet er
  134. sich mit dem faschistischen Italien, mit dem er in den spanischen Bürgerkrieg eingreift und nähert sich dem aufstrebenden Japan in Asien an. 1938
  135. annektiert er Österreich mit der Unterstützung eines Großteils der lokalen Bevölkerung und fordert dann die von vielen deutschen bewohnten Gebiete
  136. der Tschechoslowakei. Die westlichen Mächte, die Frieden [musik] wollen, lassen ihren Verbündeten die Tschechoslowakei im Stich und lassen die
  137. Invasion zu. Im Gegenzug verspricht Hitler keine weiteren Gebietsansprüche zu stellen. Doch im folgenden Jahr setzt er Polen unter Druck, um mehr Kontrolle
  138. über den danziger Korridor zu erlangen. Diesmal kündigen Großbritannien und Frankreich an Polen zu verteidigen. Hitler wendet sich hieraufhin an die
  139. UDSSR und unterzeichnet einen nicht Angriffspakt, indem sie heimlich Einflussbereiche in Osteuropa festlegen. Am 1. September beginnt Hitler mit der
  140. Invasion Polens. Diesmal erklären Frankreich und Großbritannien Deutschland den Krieg.
  141. Während sich die deutschen Truppen auf Polen konzentrieren, bleiben die Alliierten hinter der Marinolinie, einem soliden Befestigungsstreifen in
  142. Frankreich, verschanzt. Im Osten greift die UDSSR in Polen ein, das besiegt und geteilt wird. Deutschland marschiert daraufhin in Dänemark und Norwegen ein,
  143. um sich seine Eisenvorräte im Norden zu sichern, bevor es sich den Benelux Staaten zuwendet, um die französischen Verteidigungslinien zu umgehen. Die
  144. französischen und britischen Armeen greifen ein, werden aber zurückgeschlagen. Die Deutschen erobern Paris und
  145. erzwingen einen Waffenstillstand von Marschall Pitter. Hitler versucht dann in Großbritannien einzumarschieren, aber die Insel wird von der Royal Air Force
  146. und der Royal Navy stark verteidigt. Nachdem er den Balkan unterworfen hat, bricht Hitler seinen Pakt mit der UDSSR und startet im Juni 1941 die größte
  147. Militäroffensive der Geschichte gegen sie. Nach monatelangen Vorstößen werden die deutschen Truppen vor den Toren Moskaus gestoppt, gerade als der Winter
  148. einsetzt. Hinter der Front massakrieren Nazimilizen Juden und Bolschheviken, während in ganz Europa Millionen von Juden und anderen Minderheiten in
  149. Konzentrations und Vernichtungslagern sterben. 1942 startet Hitler eine weitere Offensive. Diesmal gegen die industrielle und ölreiche
  150. Kaukasusregion. In Stalingrad kommt es zu heftigen Kämpfen. Die Sowjets startstaaten unerwartet einen Gegenangriff außerhalb der Stadt und
  151. umzingeln die sechste deutsche Armee, die drei Monate später kapituliert. Von da an haben die Sowjets die Oberhand und drängen Deutschland zurück. Zur gleichen
  152. Zeit vertreiben die Alliierten die deutschen Truppen aus Nordafrika und landen dann in Italien. Als die Niederlage näher rückt, fangen die USA,
  153. Großbritannien und die UDSSR an, die Nachkriegsordnung zu planen. Sie beschließen, Deutschland aufzuteilen und zu besetzen und seine Ostgrenze nach
  154. Westen zu verschieben, um einem wiederhergestellten Polen zu helfen. Am 6. Juni 1944 landen die Alliierten in der Normandie und eröffnen damit eine
  155. dritte Front. 10 Monate später fällt Berlin an die sowjetischen Truppen. Hitler beginnt Selbstmord.
  156. Am Ende des Krieges sind mindestens 6 Millionen Deutsche tot. Fast die Hälfte davon Zivilisten. Das Land liegt in Trümmern. Ein Fünftel aller Häuser ist
  157. zerstört. Millionen Menschen sind obdachlos. Hinzu kommen etwa 12 Millionen Deutsche, die aus den Gebieten vertrieben wurden, die jetzt unter
  158. polnischer, tschechoslowakischer oder sowjetischer Kontrolle stehen. Deutschland ist jetzt kaum mehr als ein riesiges Flüchtlingslager, besetzt und
  159. in vier Zonen aufgeteilt. Auch Berlin ist geteilt, ebenso wie Österreich und seine Hauptstadt Wien. Die Alliierten diskutieren daraufhin
  160. über die Zukunft des Landes. Einige wollen es auflösen oder ausplündern, um einen weiteren Krieg zu verhindern, während andere, insbesondere die
  161. Vereinigten Staaten, die UDSSR als neue Bedrohung sehen und Deutschland als potenziellen Verbündeten wieder aufbauen wollen. Im Februar 1948
  162. unterstützt die UDSSR, die bereits die Kontrolle über Osteuropa hat, einen kommunistischen Putsch in der Tschechoslowakei. Als Reaktion darauf
  163. überzeugen die Vereinigten Staaten und Großbritannien Frankreich, alle ihre Besatzungszonen zusammenzulegen, um ein starkes Deutschland zu schaffen, das dem
  164. sowjetischen Einfluss entgegenwirken kann. Die Deutsche Mark wird als neue Währung für diesen zukünftigen Staat eingeführt. Verärgert darüber, von dem
  165. Abkommen ausgeschlossen worden zu sein, reagiert die UDSSR mit einer Blockade Westberlins. Die Alliierten organisieren daraufhin eine massive Luftbrücke, um
  166. die 2 Millionen dort lebenden Zivilisten zu versorgen. Fast ein Jahr lang landet alle 90 Sekunden ein mit Lebensmitteln und Hilfsgütern beladenes Flugzeug in
  167. Westberlin. Am 23. Mai 1949 wird die Bundesrepublik Deutschland mit Bonn als vorläufige Hauptstadt gegründet. Am 7. Oktober gründet die UDSSR als Reaktion
  168. darauf die deutsche demokratische Republik kurz DDR. So beginnt die Teilung Deutschlands.
  169. Im Westen setzen die Vereinigten Staaten mit dem Marshallplan auf eine schnelle wirtschaftliche Erholung. Von den 13 Milliarden Dollar an Zuschüssen und
  170. Darlehen geht etwa ein Zehntel an Westdeutschland. Frankreich schlägt seinerseits eine Annäherung an die BRD und die Zusammenlegung ihrer Kohl- und
  171. Stahlproduktion vor. Italien und die Benelux Staaten schließen sich ihnen an, um die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl, kurz die EGKS zu
  172. gründen, den Vorläufer der Europäischen Union. Unterdessen ist Korea, das seit dem Zweiten Weltkrieg ebenfalls geteilt ist, zwischen den Kommunisten im Norden
  173. und den von der UNO unterstützten Kräften im Süden zerrissen. Die USA, die dort stark involviert sind, befürchten ein ähnliches Szenario wie zwischen den
  174. beiden deutschen Staaten. Washington drängt daher seine Verbündeten die Wiederbewaffnung Westdeutschlands und dessen Aufnahme in die NATO zu
  175. genehmigen. 1955 tritt das Land der Organisation bei, wodurch die Besatzung durch die Alliierten offiziell beendet wird und die BRD unter den militärischen
  176. Schutz der anderen Mitglieder gestellt wird. Nur wenige Tage später reagiert die UDSSR mit der Gründung eines eigenen Militärbündnisses, dem Warschauer Pakt,
  177. dem die DDR beitritt. 1957 unterzeichnen die EGKS Mitglieder die römischen Verträge, mit denen die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft und die Euraton
  178. gegründet werden, deren Ziel insbesondere die Schaffung eines gemeinsamen Marktes ist. Die Bundesrepublik Deutschland, die noch 10
  179. Jahre zuvor ein zerstörtes Land war, ist nun nach den Vereinigten Staaten die zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt. In der DDR sind die wirtschaftlichen
  180. Bedingungen jedoch schwieriger, was viele Deutsche dazu veranlasst, über Westberlin in den Westen zu fliehen. Um diesen Exodus zu stoppen, wird in der
  181. Nacht vom 12. auf den 13. August 1961 eine Mauer errichtet, die die Stadt in zwei Teile teilt. 1969 fängt der neue Bundeskanzler Willy Brand an, sich für
  182. eine Annäherung an Osteuropa einzusetzen. Er ist der erste westdeutsche Politiker, der Polen besucht, wo er sich für die
  183. Kriegsverbrechen Deutschlands entschuldigt und die neue Grenze zwischen den beiden Ländern offiziell anerkennt. Zwei Jahre später
  184. normalisiert er die Beziehungen zu Ostdeutschland. Schließlich nimmt die Bundesregierung 1976 am ersten G7 Gipfel teil, bei dem die wichtigsten
  185. industrialisierten Demokratien der Welt zusammenkommen. 1985 kommt Michael Gorbatschow in der UDSSR
  186. an die Macht und übernimmt ein wirtschaftlich geschwächtes Land, dessen Armee in Afghanistan feststeckt. Die Lage verschlimmert sich im folgenden
  187. Jahr durch die Nuklearkatastrophe von Chobyl. Er leitet daraufhin eine Reihe wirtschaftlicher und politischer Reformen ein. Auf internationale Ebene
  188. verfolgt er eine Politik der Entspannung und die rote Armee greift nicht mehr in Osteuropa ein. Er trifft sich mit dem westdeutschen Bundeskanzler Helmut Kohl
  189. und während ihrer Gespräche wird die Frage einer möglichen deutschen Wiedervereinigung angesprochen. 1989 öffnen Ungarn und dann die
  190. Tschechoslowakei ihre Grenzen zum Westen und ermöglichen den Ostdeutschen neue Wege, um in die BRD zu gelangen. Zur gleichen Zeit finden in den großen
  191. Städten Ostdeutschlands jeden Montag Massendemonstrationen statt, bei denen Reformen und mehr Freiheit gefordert werden. Der geschwächte Staatschef Erich
  192. Honeker muss zurücktreten. Ein paar Tage später, am 9. November 1989 fällt die Berliner Mauer und in der Stadt wird riesig gefeiert. Die Grenze
  193. zwischen den beiden deutschen Staaten wird geöffnet und in den folgenden Monaten gehen Millionen Ostdeutsche in den Westen. Helmut Kohl beginnt
  194. daraufhin Verhandlungen, um die deutsche Wiedervereinigung zu formalisieren. Nach der Unterzeichnung eines Vertrags zwischen den beiden deutschen Staaten in
  195. Berlin findet in Moskau ein Treffen mit den vier ehemaligen Siegermächten des Zweiten Weltkriegs statt, um den Prozess zu bestätigen. M.

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