Das Synoptische Problem – Die Zweiquellentheorie 1/3: Beobachtungen | hist. Entwicklung Latiniculus https://www.youtube.com/watch?v=R4fNjJpNMU0 Transkript (automatisch erstellt) 0:00 wollte man den Inhalt der vier neutestamentlichen Evangelien möglichst kurz und knapp wiedergeben dann könnte man sagen es geht um Leben und Wirken 0:09 Tod und Auferstehung Jesu jeder der sich mit diesen Evangelien mal etwas genauer befasst hat wird gemerkt haben dass zwischen Markus Matthäus und Lukas eine 0:19 besondere Verbindung besteht denn es gibt Perikopen das heißt einzelne Abschnitte aus den entsprechenden Evangelien die bei den anderen beiden 0:30 angelisten jeweils genauso vorkommen oder zumindest nur leicht abgewandelt sind und das ist nicht nur im Sinne von dass die Handlung identisch ist sondern 0:39 dass tatsächlich auch der Wortlaut sich bei allen dreien gleicht deswegen bezeichnet man diese drei Evangelien auch als sogenannte synoptische 0:48 Evangelien und in der Forschung stellt sich die Frage wie diese drei jetzt nun ja in Verbindung stehen ist eines dieser drei Evangelien sozusagen das Vorbild 0:59 für die anderen beiden kannte Matthäus beispielsweise das Evangelium von Lukas kannte Lukas vielleicht Matthäus oder kannten sie sich nicht das sind die 1:09 Fragen die gestellt werden aufgrund dieser Beobachtung die man macht und diese Fragestellung an sich bekommt in der Forschung auch einen besonderen 1:17 Namen und zwar handelt es sich hier um das synoptische Problem dieses synoptische Problem führt jetzt dazu dass verschiedene Theorien aufgestellt 1:28 worden sind im Laufe der Geschichte und diejenige Theorie die aktuell am weitesten Verbreitung findet ist die sogenannte zwei 1:37 quellentheorie diese zwei quellentheorie wird von den meisten Theologen unterstützt es gibt allerdings gerade in den USA und in Großbritannien auch noch 1:47 andere Theorien die zumindest populär sind ich will mal dieses synoptische Problem genauer anschauen und das in diesem Video machen sowie in zwei 1:57 weiteren Teilen denn ich will nicht nur einmal die zwei quellentheorie darstellen ich will auch aufzeigen und zu verstehen geben wie man auf diese 2:04 zwei quellentheorie kommt deswegen soll in diesem ersten Video hier jetzt eine Untersuchung der Evangelien gemacht werden also wir wollen mal auf diese 2:14 drei synoptischen Evangelien schauen und schauen was fällt auf wenn wir frei von jeder Theorie einfach nur mal schauen was haben wir hier also was sind 2:24 Gemeinsamkeiten was sind Unterschiede was fällt uns auf was sind also unsere Beobachtungen und dann will ich in diesem Video auch noch einen kleinen 2:31 historischen Abriss geben über die wichtigsten Theorien die im Laufe der Jahrhunderte entstanden sind im zweiten Video soll es dann um die zwei 2:41 quellentheorie als solche gehen also ich will dieses Schema dass man hier schon auf dieser Folie sieht erläutern erläutern wie es dazu kommt was die 2:48 Grundannahmen sind und dann auch aufzeigen welche Argumente für diese zwei quellentheorie sprechen im dritten Video und letzten Video soll es dann um 2:58 die offene Fragen gehen die man an diese zwei quellentheorie Stellen kann denn die zwei quellentheorie kann nicht alles erklären es gibt einige Dinge die 3:08 bleiben unklar und diese Unklarheiten will ich einmal benennen und aufzeigen wie sie von der Forschung beantwortet werden bzw was letztendlich tatsächlich 3:18 noch immer offen ist wer also sagt er möchte gleich zu zwei quellentheorie den verweise ich dann auf den zweiten Teil und der kann das unten tun indem man in 3:27 der Beschreibung einfach auf den Link klickt oder auch gleich zum dritten Teil gehen wenn er sich zunächst mal mal mit der Kritik befassen möchte wir steigen 3:35 jetzt also ein mit einem Vergleich der drei synoptischen Evangelien wenn wir das tun dann fällt uns auf dass Markus Matthäus und Lukas 3:46 in der Thematik zumindest in der groben Thematik übereinstimmen zunächst einmal steht in allen drei Werken nun abgesehen von der 3:55 Kindheit Jesu die bei Markus nicht auftaucht aber zunächst einmal die TFE und das Wirken nach der Taufe dann gibt es einen längeren Part der sich mit dem 4:05 Wirken in Galiläa befasst und letztendlich geht es dann zur Passion und zur Auferweckung schrästrich Auferstehung Jesu das sind die 4:16 Thematiken die bei allen drei Evangelien identisch sind und so kann man davon ausgehen dass das Grundgerüst aller dreien eben ja dadurch dass es identisch 4:25 ist so ist dass sie in einer Abhängigkeit stehen könnten das wenn man also nur mal auf die grobe Thematik schaut wenn man dann 4:33 aber mal schaut auf z.B die Abfolge von Perikopen das heißt von diesen biblichen ja von diesen Abschnitten von den einzelnen Sinnabschnitten kann man sagen 4:43 dann fällt uns auf dass dort auch teilweise eine sehr deutliche Abhängigkeit auffällt nehmen wir mal das Markus Evangelium Kapitel 2 da haben wir 4:55 zunächst einmal in den ersten 12 Versen eine Schilderung der Heilung eines gelähmten und zwar in kafanaum und danach folgt das mal Jesu mit Zöllnern 5:04 und Sündern danach die Frage warum Jesus bzw die Jünger von Jesu nicht fasten und dann haben wir das Rupfen der Ehren am Sabbat das sind vier Perikopen die in 5:16 dieser Reihenfolge bei Markus auftauchen wir stellen fest bei Matthäus und bei Lukas ist die Reihenfolge identisch bei Matthäus kommen drei dieser vier 5:26 Perikopen vor und zwar die ersten drei und zwar wirklich auch direkt hintereinander ohne das was dazwischen steht und auch ohne dass jetzt eine der 5:34 Perikopen vorgeschoben wird oder vertauscht wird und auch bei Lukas Folgen diese vier Perikopen alle hintereinander und das legt den Verdacht 5:43 nah dass hier eine Orientierung möglicherweise an Markus vorliegt wir gehen mal hier erst einmal davon aus wir kennen die zwei quellentheorie nicht es 5:52 könnte ja theoretig auch sein dass Markus sich an Lukas orientiert hat mehr können wir ja aus dieser Beobachtung erst er mal nicht 6:00 schließen drittens ist dann sprachlicher Natur man wird feststellen dass sehr oft der Wortlaut sogar identisch ist wenn man mal beispielsweise Markus 214 B 6:13 nehmen das B heißt einfach nur dass dieser Vers hier nicht vollständig ist da heißt es dann sinngemäß übersetzt aus dem Griechischen und aufstehend folgte 6:22 er ihm in diesem Fall ist das die Übersetzung des Münchner Neuen Testamentes Matthäus 99b heißt dann und aufstehend folgte er ihm ist also auch 6:32 identisch und Lukas 528 da steht dann und zurücklassend alles Aufstehen folgte er ihm im Grunde ist dieses und Aufstehen folgte er ihm hier auch 6:42 enthalten allerdings mit ja einer kleinen Ergänzung und zwar zurücklassend alles also das sind die drei wesentlichen Beobachtungen die man macht 6:51 wenn man mal die Evangelien miteinander vergleicht man wird allerdings auch ein paar Unterschiede feststellen und zwar in gleichbaren Perikopen also Perikopen 7:02 die vom selben handeln dann wird man einmal feststellen dass manchmal die theologischen Schwerpunkte abgewandelt werden und zwar so wie es eben für den 7:14 Evangelisten am besten passt und dann wird man auch feststellen dass manche Perikopen verschoben sind das haben dann doch also diese diese wie wir eben 7:24 gesehen haben wie Markus 2 diese strenge Reihenfolge die alle drei befolgen die die findet man nicht immer und das ist dann auch für die zwei quellentheorie 7:34 durchaus wichtig diese Veränderungen einmal genauer zu betrachten gerade wenn man sich die Frage stellt warum man Markus als das älteste Evangelium 7:43 bezeichnet zugleich stellt man dann auch noch fest dass es gemeinsame Inhalte bei Matthäus und Lukas gibt die aber keine Entsprechung bei Markus haben das sind 7:54 beispielsweise die Berichte zur Kindheit Jesu oder beispielsweise auch die Bergpredigt bei Matthäus und bei Lukas ist sie doch stark verkürzt aber als 8:05 feldrede vorhanden zumindest die Inhalte sind identisch also da ist eine gemeinsame Quelle vorhanden einmal bei Matthäus als Bergpredigt bezeichnet bei 8:15 Lukas als feldrede genauso stellt man aber auch fest es gibt Sondergut Sondergut bedeutet dass eine biblise Perikope nur 8:25 bei diesem einen Evangelisten auftaucht das kann man bei allen Evangelien beobachten am wenigsten bei Markus am meisten bei Lukas damit haben wir jetzt 8:36 also unsere Beobachtung abgeschlossen sechs Stück die behalten wir mal im Hinterkopf gerade wenn wir die zwei quellentheorie entwickeln wollen und 8:43 jetzt schauen wir mal auf die ja gängigsten Theorien aus ja aus dem 18 Jahrhundert hauptsächlich und was dort angenommen und vertreten wurde es gibt 8:55 eine sogenannte urevangeliumshypothese berühmte und bedeutende Vertreter sind beispielsweise der Schriftsteller Gotthold efrahim 9:04 Lessing und Johann Gottfried Eichhorn die Ansicht von ihnen und den ja Anhängern dieser Theorie ist dass es ein urevangelium gäbe und zwar ein 9:18 verschriftlichtes von den Aposteln und zwar in Hebräisch aramäischer Sprache dieses urevangelium ist uns natürlich nicht überliefert sonst hätten wir es 9:26 natürlich und dieses hat sowohl Matthäus als auch Markus als auch Lukas gedient als Vorbild das ist sozusagen eine dieser Hypothesen wie die Evangelien 9:40 entstanden sind eine andere ist die sogenannte fragmentenhypothese vertreten von Johann Benjamin Koppe und Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher ihre Aussage 9:51 wenn man das mal verkürzen möchte ist dass die Evangelium bzw die Evangelien ein Resultat eines sammlungsprozesses sein Markus näher an Lukas als an 10:02 Matthäus dran ist und deswegen Matthäus keine gemeinsame Vorlage sein könnne allerdings wird hier ja durch diese literarische Unabhängigkeit ja ein 10:16 Problem herausgefordert nämlich das Problem mit den Übereinstimmungen indem man nämlich sagt dass alle drei Evangelien doch irgendwie unabhängig 10:23 voneinander sind wird es schwer erklärbar wie es eigentlich zu diesen wortlautgleichheiten gekommen sein soll also wie das dannn möglich sei dann gibt 10:33 es die traditionshypothese die ist im Grunde genauso wie die urevangeliumshypothese nur mit dem 10:40 Unterschied dass man ein mündliches urevangelium voraussetzt und kein schriftliches wie gesagt wir haben ja kein 10:47 urevangelium zumal das ja sowieso wenn die Theorie falsch ist nicht existieren kann aber hier wird das quasi umgangen indem man sagt es gibt kein 10:56 schriftliches urevangelium sondern nur ein mündliches Evangelium und die Evangelisten selbst waren vertraute der Apostel deswegen sind auch die 11:04 Erzählungen alle relativ ähnlich weil ja die Apostel natürlich diese Erzählungen immer wieder wie eine Art Kanon vorgetragen haben Vertreter dieser thes 11:15 sind beispielsweise Johann Gottfried Herder und Johann Karl Ludwig Gieseler die vierte Hypothese geht dann schon in Richtung zwei quellentheorie 11:23 und das ist die sogenannte benutzungshypothese diese benutzungshypothese ist keine Findung des 18 oder 19 Jahrhunderts nein schon 11:33 Augustinus hat sich einmal die Frage gestellt wie sind diese Evangelien eigentlich entstanden und seiner Meinung nach also Augustinus Meinung nach gibt 11:43 es eine literarische Abhängigkeit und zwar in der Form dass Matthäus das älteste Evangelium sei Markus sich an Matthäus orientiert hat und Lukas sich 11:53 an den beiden anderen orientiert habe das heißt Lukas kannte sowohl Matthäus als auch Markus das heißt die Reihenfolge die wir heute im Neuen 12:01 Testament haben die hält Augustinus auch für die Reihenfolge wie diese Evangelien entstanden worden sind bzw entstanden sind Johann Jakob Griesbach hat dann 12:14 1789 eine andere Theorie entwickelt er vertauscht die Position von Markus und Lukas er hält auch an Matthäus als dem ältesten Evangelisten fest allerdings 12:23 glaubt er dass Markus im Grunde eine Zusammenfassung von Matthäus und Lukas da stellt allerdings hat die weitere 12:34 Forschung gezeigt dass es schwer ist Markus als diese Verkürzung anzusehen das ist problematisch auch schon Koppe den wir ja eben in einer anderen Theorie 12:45 schon vertreten hatten ist der Meinung wenn dann muss also wenn dann kann Markus nicht die verkürzte Version von Matthäus sein das macht irgendwie keinen 12:55 Sinn und so entwickelte sich dann über gottlob Christian stor Lachmann und Christian gottlob Bilke im Grunde so langsam die zwei quellentheorie der 13:04 eigentliche Begründer ist dann Christian Hermann Weise weil er zum einen eine Markus Priorität festsetzt und sagt es gibt dann noch diese logian Quelle Q die 13:16 wir in dieser zwei quellentheorie auch verwenden deswegen ist Christian Weise sozusagen noch mal ein besonderer Vertreter dieser zwei quellentheorie er 13:26 entwickelt dieses Schema das wir heute kennen wenn gleich wir sagen müssen dass die anderen genannten Theologen schon wegweisend waren für eben diese 13:35 Entwicklung der zweiquellentheorie der durchsbruch dieser Theorie gelang dann im Laufe des 19 Jahrhunderts und wichtige Namen sind 13:44 dann Heinrich Julius Holzmann und Paul wernler damit können wir jetzt zum zweiten Teil übergehen und uns mal diese zwei quellenthologie etwas genauer 13:54 anschauen