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Polymerase-Kettenreaktion (PCR) - Biochemie - Labormethoden - AMBOSS Video

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  1. PCR Definition Die Polymerasekettenreaktion, kurz PCR, fuer
  2. Englisch polymerase chain reaction, ist eine Standardmethode der Molekularbiologie zur Vervielfaeltigung bestimmter Abschnitte doppelstraengiger DNA.
  3. Grundprinzip Die PCR beruht auf den Mechanismen der zellulaeren DNA-Replikation, wird aber in vitro durchgefuehrt.
  4. Das Grundprinzip ist dabei relativ simpel: Zuerst wird die doppelstraengige DNA, das so genannte Template, durch Hitze getrennt.
  5. Anschliessend synthetisiert eine DNA-Polymerase an jedem Einzelstrang in jeweils eine Richtung einen neuen Tochterstrang.
  6. Durch mehrfache Wiederholungen dieser Reaktionen wird ein spezifisch festgelegter DNA-Abschnitt exponentiell vervielfaeltigt, d.h. amplifiziert.
  7. Schon sehr kleine Mengen Ausgangs-DNA genuegen fuer die erfolgreiche Amplifikation des gewuenschten DNA-Abschnitts, da die Reaktion hoch spezifisch ablaeuft und eine sehr starke Vervielfaeltigung
  8. stattfindet. Detaillierter Ablauf Wie funktioniert der Reaktionsablauf im Detail?
  9. Zu Beginn des ersten Reaktionszyklus’ enthaelt der Reaktionsansatz folgendes: Doppelstraengige Ausgangs-DNA Vier verschiedene Nukleotide als Bausteine
  10. der DNA - das sind im Einzelnen Desoxyadenosintriphosphat Desoxyguanosintrisphosphat Desoxycytidintriphosphat und
  11. Desoxytymidintriphosphat DNA-Polymerase Hier verwendet man eine besondere, naemlich hitzestabile DNA-Polymerase.
  12. Sie ist auch nach dem Erhitzen auf hohe Temperaturen, die zur Denaturierung der DNA notwendig sind, noch funktionstuechtig.
  13. Solche Polymerasen stammen aus thermophilen Bakterien, z.B. Taq-Polymerase aus Thermus aquaticus.
  14. Und schliesslich enthaelt der Reaktionsansatz noch zwei verschiedene sogenannte Primer. Das sind zwei kurze Oligonukleotide unterschiedlicher Nukleotidsequenz, die der DNA-Polymerase als
  15. Anknuepfungspunkt fuer das naechste passende Nukleotid dienen. Jeder der Primer begrenzt den einen der zu amplifizierenden DNA-Straenge in eine Richtung.
  16. Die Reaktion laeuft folgendermassen ab: Denaturierung Die Temperatur wird zuerst auf 90°C erhoeht,
  17. wodurch die DNA denaturiert und sich in Einzelstraenge auftrennt. Annealing Im naechsten Schritt wird die Temperatur auf
  18. die sogenannte Annealing-Temperatur von 50-60°C gesenkt. Jetzt koennen sich die Primer an die komplementaeren DNA-Sequenzen anlagern.
  19. Elongation In der nun folgenden Elongationsphase wird die Temperatur wieder auf ca.
  20. 70°C erhoeht. Dies ist die optimale Arbeitstemperatur der DNA-Polymerase, bei der sie die Nukleotide
  21. an die Primer anhaengt. Jeder Primer wird immer nur an seinem 3’OH-Ende verlaengert, dem Anknuepfungspunkt fuer das
  22. naechste, komplementaere Desoxyribonukleotid. Im ersten Reaktionszyklus erhaelt man noch zwei zu lange DNA-Straenge, die jeweils auf
  23. einer Seite ueber den gewuenschten Abschnitt hinausgehen. Das zu amplifizierende DNA-Fragment liegt jetzt insgesamt viermal vor.
  24. Es wurde also verdoppelt. Im zweiten Reaktionszyklus wird die Temperatur zuerst wieder auf 90°C erhoeht ((Denaturierung)).
  25. Die im Reaktionsgemisch vorhandenen doppelstraengigen DNA-Molekuele denaturieren. Im folgenden Schritt wird die Temperatur wieder auf die Annealing-Temperatur gesenkt.
  26. Die Primer lagern sich sequenzspezifisch an ((Annealing)). Im folgenden Schritt synthetisiert die DNA-Polymerase wieder die komplementaeren DNA-Straenge bei
  27. ihrer Arbeitstemperatur von ca. 70°C ((Elongation)).
  28. Nach dem zweiten Reaktionszyklus wurde wiederum die im Reaktionsgemisch vorhandene DNA verdoppelt. Jetzt finden sich auch schon zwei DNA-Molekuele, die in ihrer Laenge genau dem zu amplifizierenden
  29. DNA-Abschnitt entsprechen. Im dritten Reaktionszyklus verdoppelt sich die vorhandene DNA-Menge wieder nach dem gleichen
  30. Ablauf: Denaturierung, Annealing, Elongation. Mit jedem weiteren Zyklus der PCR erhaelt man immer mehr DNA-Molekuele, die dem gewuenschten
  31. Abschnitt auf der Ausgangs-DNA entsprechen. Im Verhaeltnis ist die Anzahl der anfaenglich noch zu langen DNA-Molekuele verschwindend
  32. gering, denn ihre Anzahl steigt nur linear an, wohingegen die Menge der Produkte mit der gewuenschten Laenge exponentiell waechst.
  33. Nach ca. 30 Zyklen wurde das durch die Wahl der Primer festgelegte DNA-Fragment je nach Effizienz
  34. der Reaktion um den Faktor 106 bis 1012 amplifiziert. Weitere Verwendung/Analyse Die amplifizierte DNA kann jetzt analysiert
  35. werden. Dazu wird diese meist in einer Gelelektrophorese sichtbar gemacht.
  36. So kann z.B. eine mittels PCR vervielfaeltigte Erreger-DNA nachgewiesen werden. Dank der hohen Spezifitaet der Reaktion ist es moeglich, auch schwer oder gar nicht kultivierbare
  37. Mikroorganismen nachzuweisen. Alternativ kann die DNA auch weiterverwendet und z.B. in ein Bakteriengenom transferiert
  38. werden. Diese gentechnische Methode wird verwendet, um bestimmte, therapeutisch eingesetzte Proteine
  39. herzustellen, z.B. rekombinantes Humaninsulin.

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