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Was ist ein Ionengitter? | EINFACH ERKLÄRT

StudioEinfach - Wissen, das Klick macht! 4:44 241 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 42 Zeilen
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  1. Hallo und herzlich willkommen. Heute schauen wir uns mal eine super spannende Frage an und klären die in wenigen
  2. Minuten. Was genau ist denn eigentlich so ein Jonengitter? Also, habt ihr euch vielleicht schon mal gefragt, warum
  3. Salzkristalle, wenn man die mal unter einem Mikroskop anschaut, so, na ja, so unglaublich perfekt und gleichmäßig
  4. aussehen? Die sehen ja fast aus wie winzige von Menschen gemachte Würfel. Tja, das ist eben kein Zufall. Und genau
  5. hinter diesem Geheimnis, da steckt das Ionengitter. Okay, dann tauchen wir doch mal ein in
  6. diese geheime Ordnung, die sich in jedem einzelnen Salzkorn versteckt. Um das Ganze zu verstehen, fangen wir mal mit
  7. was total simplem. Stellt euch einfach ein ganz normales kariertes Blattpapier vor. Genau. So als aus dem
  8. Matteunterlicht. Dieses simple Gitter ist unser Startpunkt. So, und jetzt stellen wir uns vor, dass auf jedem
  9. einzelnen Schnittpunkt von diesen Linien ein winziges Teilchen sitzt, ein Ion. Unser ganzes Blatt ist jetzt also quasi
  10. vollbesetzt mit Ionen. Das Besondere daran ist aber, dass diese Ionen nicht einfach irgendwie da sitzen. Die folgen
  11. einer ganz simplen, aber super strengen Regel: Jedes Ion ist entweder positiv oder negativ geladen. Und damit die sich
  12. nicht alle abstoßen, wechseln die sich immer perfekt ab. Positiv negativ positiv negativ. Ihr könnt euch das wie
  13. bei Magneten vorstellen, wo sich ja auch gleiche Pole abstoßen. Zwei positive Ionen direkt nebeneinander gibt's nicht.
  14. Keine Chance. Und jetzt jetzt kommt der entscheidende Schritt. Dieses Muster gibt es ja nicht nur auf einer flachen
  15. Ebene wie unserem Papier. Man muss sich das Ganze dreidimensional vorstellen. Die Ionen, die stapeln sich in alle
  16. Richtungen, also nach oben, unten, vorne, hinten und bilden so Schicht für Schicht einen perfekten Würfel. Und
  17. genau das ist die Struktur von unserem ganz normalen Kochsalz. In der Wissenschaft hat dieses Phänomen auch
  18. einen Namen und zwar Fernordnung. Klingt vielleicht ein bisschen kompliziert, bedeutet aber eigentlich nur, dass diese
  19. perfekte abwechselnde Anordnung sich durch den kompletten Kristall zieht. Man könnte an einer Ecke anfangen und wüsste
  20. ganz genau, wo ein Ion Millionen von Positionen weiter entfernt sitzt. Alles ist total vorhersagbar.
  21. Aber was hält diese perfekte Struktur eigentlich zusammen? Die Antwort ist eine Art unsichtbarer Superkleber und
  22. den schauen wir uns jetzt mal genauer an, die sogenannte Gitterenergie. Im Grunde ist es ganz einfach. Die
  23. positiven und die negativen Ionen sind nicht nur ordentlich nebeneinander. Nee, die ziehen sich auch noch extrem stark
  24. an. Stellt es euch wirklich vor, wie unzählige, winzige, super starke Magnete, die aneinander pappen und diese
  25. Anziehungskraft, die hat einen Namen, Gitterenergie. Das ist genau die Menge an Energie, die man aufbringen müsste,
  26. um gegen diese Kraft anzukämpfen und ein einziges Ion aus seinem festen Platz im Gitter rauszureißen. Man kann das Ganze
  27. von zwei Seiten betrachten. Entweder man steckt Energie rein, um das Gitter zu zerstören und die Ionen wieder zu
  28. trennen, oder das ist die andere Seite der Medaille, man schaut sich die Energie an, die frei wird, wenn sich
  29. frei herumfliegende Ionen zu diesem stabilen Gitter zusammenfinden. Der entscheidende Punkt ist nämlich der
  30. die Natur will immer den Zustand mit der geringsten Energie erreichen. Für die Ionen ist es also viel, sagen wir mal,
  31. gemütlicher und stabiler, sich in diesem Gitter aneinander zu kuscheln, als alleine durch die Gegend zu fliegen.
  32. Deswegen geben sie Energie ab, um diesen stabilen Zustand zu bekommen. Es ist energetisch einfach günstiger für sie.
  33. Und dieser Superkleber, also diese hohe Gitterenergie, der hat ganz konkrete Auswirkungen, die wir in unserer Welt
  34. sehen und auch fühlen können. Diese starke Bindung im Inneren verleiht salzen ihre Superkräfte. Erstens, sie
  35. sind deswegen ziemlich hart. Zweitens, sie brauchen extrem hohe Temperaturen, um überhaupt zu schmelzen. Und drittens
  36. ist diese innere Ordnung natürlich der Grund für die wunderschönen regelmäßigen Kristallformen, die wir ganz am Anfang
  37. gesehen haben. Das mit dem Schmelzen ist ein perfektes Beispiel. Um festes Salz flüssig zu machen, muss man die Ionen ja
  38. aus ihren festen Plätzen rauslösen. Man muss also richtig viel Hitze, also Energie, reinstecken, um diesen
  39. unglaublich starken Superkleber zu knacken. Und deshalb schmilzt Salz auch erst bei über 800° CSUS.
  40. Tja, und das bringt uns zu einer letzten echt spannenden Frage. Wir haben jetzt gelernt, wie unglaublich stark diese
  41. Gitterenergie ist. Aber wenn dieser Superkleber so stark ist, wieso kann dann etwas so alltägliches wie Wasser
  42. ein Salzkorn einfach komplett auflösen? Hm, darüber lohnt es sich doch mal nachzudenken, oder?

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