Was ist ein Ionengitter? | EINFACH ERKLÄRT StudioEinfach - Wissen, das Klick macht! https://www.youtube.com/watch?v=NemLucoRhr4 Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Hallo und herzlich willkommen. Heute schauen wir uns mal eine super spannende Frage an und klären die in wenigen 0:06 Minuten. Was genau ist denn eigentlich so ein Jonengitter? Also, habt ihr euch vielleicht schon mal gefragt, warum 0:13 Salzkristalle, wenn man die mal unter einem Mikroskop anschaut, so, na ja, so unglaublich perfekt und gleichmäßig 0:19 aussehen? Die sehen ja fast aus wie winzige von Menschen gemachte Würfel. Tja, das ist eben kein Zufall. Und genau 0:26 hinter diesem Geheimnis, da steckt das Ionengitter. Okay, dann tauchen wir doch mal ein in 0:32 diese geheime Ordnung, die sich in jedem einzelnen Salzkorn versteckt. Um das Ganze zu verstehen, fangen wir mal mit 0:39 was total simplem. Stellt euch einfach ein ganz normales kariertes Blattpapier vor. Genau. So als aus dem 0:45 Matteunterlicht. Dieses simple Gitter ist unser Startpunkt. So, und jetzt stellen wir uns vor, dass auf jedem 0:52 einzelnen Schnittpunkt von diesen Linien ein winziges Teilchen sitzt, ein Ion. Unser ganzes Blatt ist jetzt also quasi 0:59 vollbesetzt mit Ionen. Das Besondere daran ist aber, dass diese Ionen nicht einfach irgendwie da sitzen. Die folgen 1:06 einer ganz simplen, aber super strengen Regel: Jedes Ion ist entweder positiv oder negativ geladen. Und damit die sich 1:14 nicht alle abstoßen, wechseln die sich immer perfekt ab. Positiv negativ positiv negativ. Ihr könnt euch das wie 1:21 bei Magneten vorstellen, wo sich ja auch gleiche Pole abstoßen. Zwei positive Ionen direkt nebeneinander gibt's nicht. 1:28 Keine Chance. Und jetzt jetzt kommt der entscheidende Schritt. Dieses Muster gibt es ja nicht nur auf einer flachen 1:35 Ebene wie unserem Papier. Man muss sich das Ganze dreidimensional vorstellen. Die Ionen, die stapeln sich in alle 1:41 Richtungen, also nach oben, unten, vorne, hinten und bilden so Schicht für Schicht einen perfekten Würfel. Und 1:48 genau das ist die Struktur von unserem ganz normalen Kochsalz. In der Wissenschaft hat dieses Phänomen auch 1:54 einen Namen und zwar Fernordnung. Klingt vielleicht ein bisschen kompliziert, bedeutet aber eigentlich nur, dass diese 2:01 perfekte abwechselnde Anordnung sich durch den kompletten Kristall zieht. Man könnte an einer Ecke anfangen und wüsste 2:07 ganz genau, wo ein Ion Millionen von Positionen weiter entfernt sitzt. Alles ist total vorhersagbar. 2:13 Aber was hält diese perfekte Struktur eigentlich zusammen? Die Antwort ist eine Art unsichtbarer Superkleber und 2:20 den schauen wir uns jetzt mal genauer an, die sogenannte Gitterenergie. Im Grunde ist es ganz einfach. Die 2:26 positiven und die negativen Ionen sind nicht nur ordentlich nebeneinander. Nee, die ziehen sich auch noch extrem stark 2:32 an. Stellt es euch wirklich vor, wie unzählige, winzige, super starke Magnete, die aneinander pappen und diese 2:39 Anziehungskraft, die hat einen Namen, Gitterenergie. Das ist genau die Menge an Energie, die man aufbringen müsste, 2:46 um gegen diese Kraft anzukämpfen und ein einziges Ion aus seinem festen Platz im Gitter rauszureißen. Man kann das Ganze 2:52 von zwei Seiten betrachten. Entweder man steckt Energie rein, um das Gitter zu zerstören und die Ionen wieder zu 2:59 trennen, oder das ist die andere Seite der Medaille, man schaut sich die Energie an, die frei wird, wenn sich 3:05 frei herumfliegende Ionen zu diesem stabilen Gitter zusammenfinden. Der entscheidende Punkt ist nämlich der 3:11 die Natur will immer den Zustand mit der geringsten Energie erreichen. Für die Ionen ist es also viel, sagen wir mal, 3:18 gemütlicher und stabiler, sich in diesem Gitter aneinander zu kuscheln, als alleine durch die Gegend zu fliegen. 3:24 Deswegen geben sie Energie ab, um diesen stabilen Zustand zu bekommen. Es ist energetisch einfach günstiger für sie. 3:31 Und dieser Superkleber, also diese hohe Gitterenergie, der hat ganz konkrete Auswirkungen, die wir in unserer Welt 3:37 sehen und auch fühlen können. Diese starke Bindung im Inneren verleiht salzen ihre Superkräfte. Erstens, sie 3:45 sind deswegen ziemlich hart. Zweitens, sie brauchen extrem hohe Temperaturen, um überhaupt zu schmelzen. Und drittens 3:52 ist diese innere Ordnung natürlich der Grund für die wunderschönen regelmäßigen Kristallformen, die wir ganz am Anfang 3:58 gesehen haben. Das mit dem Schmelzen ist ein perfektes Beispiel. Um festes Salz flüssig zu machen, muss man die Ionen ja 4:05 aus ihren festen Plätzen rauslösen. Man muss also richtig viel Hitze, also Energie, reinstecken, um diesen 4:12 unglaublich starken Superkleber zu knacken. Und deshalb schmilzt Salz auch erst bei über 800° CSUS. 4:19 Tja, und das bringt uns zu einer letzten echt spannenden Frage. Wir haben jetzt gelernt, wie unglaublich stark diese 4:26 Gitterenergie ist. Aber wenn dieser Superkleber so stark ist, wieso kann dann etwas so alltägliches wie Wasser 4:33 ein Salzkorn einfach komplett auflösen? Hm, darüber lohnt es sich doch mal nachzudenken, oder?