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Die unvergessene Deutsche Ostsiedlung

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  1. Die Geschichte des ostdeutschen Raumes kann man schon in der Zeit um das Jahr 500 vor Christus beginnen lassen. In jener Zeit lebten in Pommern alt
  2. eingesessene germanische Stämme. Bis in die Zeit um die Zeitenwende vor gut 2000 Jahren wanderten die Germanen weiter Südwärts und erreichten neben
  3. Westpreußen um die Weichselmündung auch Ostbrandenburg den Raum der Warte, um das Gebiet von Posen, Schlesien sowie Böhmen und Meeren. Ostgermanien
  4. entstand. In manchen dieser dünnbesiedelten südlichen Gebiete assimilierten sich auch keltische Bevölkerungsteile.
  5. Gegen Ende des Vierten Jahrhunderts nach Christus um das Jahr 376 zogen aus den Steppen des Ostens die Hunden kriegerisch über Europa und
  6. verursachten so eine starke jedoch nur teilweise erfolgte Abwanderung vieler Germanen in die Gebiete westlich von Sale und Elbe im späteren
  7. Mitteldeutschland. Teile dieser Germanen verstreuten sich bisweile nach Südeuropa und Nordafrika. Bekannte germanische Stammesverbände und
  8. Unterverbände in Ostgermanien waren die Gurten in Pommern und Westpreusten, die Sueben und Wandalen im Wateland und in Schlesien, die Sillingen und Lugia in
  9. Schlesien, die Buren in Oberschlesien, die Markomannen in Bürmen und die Quaden in Meeren. Erst in der zweiten Hälfte des sechsten
  10. Jahrhunderts, ab dem Jahre 550 wanderten von Osten her Slaw in das dünn besiedelte Ostgermanien ein und assimilierten im Laufe einiger
  11. Generationen die dort angestammten und verbliebenen Germanen. Die eingewanderten Slaven nannten die Germanen Nemze, was sich auf das
  12. slawische Wort Nem zurückführen lässt, was so viel wie stumm und fremd heißt und darauf hindeutet, dass Slaven und Germanen sich in Ostgermanien nicht
  13. verständigen konnten aufgrund zweier völlig verschiedener Sprachen. Beispielsweise der niederschlesische Ort Nimage deutet auf diese Entwicklung hin.
  14. Der Ortsname ist die slawische Bezeichnung einer Siedlungsstelle, an denen Germanen sesshaft waren. Die Verschmelzung der örtlichen Germanen
  15. von Nimsch mit den Slaven erfolgte erst in der Zeit um das Jahr 700, also gut 150 Jahre nach der slawischen Landnahme. dass diese slawiische Landnahme und
  16. slawische Ausbreitung nach Westen aller Orts und in allen Zeitabschnitten friedlich verlaufen ist, darf zumindest angezweifelt werden. Das polnische Wort
  17. Niemze für deutsche und Niemetz für einen Deutschen leitet sich von dieser alten slawischen Benennung der Germanen ab.
  18. Auch im Tschechischen spricht man vom Nemzko und Niemzi für Deutschland und Deutsche. Dass die Slaven lediglich Einwanderer im
  19. Raum westlich der Weichsel waren bzw. sind und dort nicht ursprünglich angestammt waren, belegt auch ein Blick auf die slawischen Sprachen.
  20. Eine linguistische Analyse der slawischen Lexik ergab, dass die Slaven keine eigenen Wörter für Bäume wie die Buche, die Weide oder die Linde besaßen
  21. und sich daher den germanischen Bezeichnungen bedienten. Baumarten wie die Buche, Linde und Weide, die von den Slaven sprachlich
  22. übernommen und zu Bug, Libga und Virschba slavisiert wurden, kommen in Osteuropa östlich der Weichsel ursprünglich nicht vor und sind dort
  23. nicht heimisch. Dies war der Grund dafür, daß sich die Slaven bei der Benennung der ihnen fremden Baumarten germanischer
  24. Lehenwörter bedienen mußten. Eine ursprünglich slawische Besiedlung von Gebieten wie Schlesien, Böhmen oder Pommern kann mit diesem linguistischen
  25. Vergleich also schon ausgeschlossen werden. Auch stammen viele vermeintlich slawische Namen etwa für Flüsse von den
  26. Germanen. Die Slaven übernahmen lediglich die Bezeichnungen der Gemanen und wandelten sie ab. Ferner tragen Gewässer oder Orte auch
  27. Namen alteuropäischer Herkunft, die vor der Zeit der Germanen, der Slaven und der Kälten angesiedelt ist. Eines dieser Beispiele für die slawische Übernahme
  28. germanischer Bezeichnungen für Gewässer gibt der Fluss Spray, der im sorbischen Sprayjeva und im tschechischen Spreva heißt genannt wird.
  29. Der gemanische Name Spray erhielt sich in den späteren germanischen Sprachen, jedoch so auch im Deutschen und weißt dieselben Wurzeln
  30. wie die deutschen Ausdrücke sprühen oder sprießen auf, was im Zusammenhang mit einem Gewässer auch Sinn ergibt. Völker mit slawischen Sprachen können
  31. weder Sprejava, Sprva noch Spreva aus ihren Sprachen ableiten, was abermals erhärtet, dass die Slaven lediglich nachträglich in den Raum zwischen
  32. Weichsel und Elbe einwanderten, dort aber nicht ursprünglich beheimatet waren. Diese historischen Tatsachen sind daher
  33. durchaus heikel und von einer gewissen politischen Brisanz gekennzeichnet, da sich Polen und Tschechien bzw. Also vormals die Tschechoslowakei
  34. ihre ab dem Jahre 1918 und vor allem ab ihre ab dem Jahre 1945 erfolgten massiven Gebietsausdehnungen nach Westen zu Lasten der Deutschen mit der
  35. Behauptung untermauerten, dass es sich bei Pommern, Westpreußen, Schlesien, Ostbrandenburg, Böhmen und Meeren um urslawische Erde handeln würde, die man
  36. sich von den Deutschen nur gewissermaßen zurückgenommen hätte. Von polnischer Seite wurde beispielsweise nach 1945 gerne mit Blick
  37. auf Länder wie Schlesien davon geredet, dass sich Schlesien selbst, dass in Schlesien selbst die Steine polnisch sprechen würden.
  38. Dementsprechend kultiviert man polnischerseits bis heute den Begriff der sogenannten zurückgewonnen Gebiete.
  39. Tatsächlich sind diese nationalen Mythen, auf die sich Millionen Polen und Tschechen gerne beriefen und auch heute noch gerne berufen, nachweislich die
  40. Unwahrheit. Polen und Tschechen selbst sind die Abkömmlinge der eingewanderten raumfremden slawischen Völker, die in
  41. Pommern, Schlesien, Böhmen und so weiter keine Wurzeln besitzen. Aufgrund der Vermischung mit den angestammten Germanen gab es zudem zu keiner Zeit der
  42. späteren Geschichte so etwas wie reine Slaven westlich der Weichsel. Es gibt sie dementsprechend auch heute nicht. Polen und Tschechen weisen als
  43. Wandergruppen auch germanische Erbanteile auf. Das unterscheidet sie beispielsweise von den Weißrussen. Das altdeutsche Siedlungsgebiet bestand
  44. im 8. Jahrhundert in der Zeit der langen Entwicklung der Germanen hin zu den Deutschen aus dem einem Raum, der von Wien und Südtirol im Süden bis hoch an
  45. die Meere bei Bremen und Hamburg im Norden führte und im Osten an Sale und Elbe endete. Ganz grob gefasst ändelte diese Gestalt etwa der alten
  46. Bundesrepublik, die sie vor dem Anschluss der DDR im Jahre 1990 geographisch bestand hatte. So auch als die als durch die Verträge
  47. von Werdan Wirten im Jahre 843 und der Krönung Otto des im Jahre 962 das erste deutsche Reich entstand. Die alleinige Herrschaft der Slaven, die
  48. in viele Stämme unterteilt waren und keine politische Einheit bildeten, werte ab der zweiten Hälfte des sechsten Jahrhunderts im einstigen
  49. ostgermanischen Raum zwischen Weichsel und Elbe sowie der Sale bis runter an die ungarische an den ungarischen Raum für etwa 300 bis 450 Jahre.
  50. Etwa ab dem Jahre 1000 setzte die deutsche Ostsiedlung ein. In dieser mittelalterlichen deutschen Ostsiedlung zogen zwischen den Jahren
  51. 1000 und 1400 etwa 1,5 Millionen Deutsche, zumeist Bauern, aber auch Handwerker, Kaufleute, Bergmänner, geistliche, adelige Ritter und ihre
  52. Familien in den Raum östlich von Elbe und Sale in das einstige Ostgermanien, aber auch noch darüber hinaus nach Ostbusen, in das Baltikum, nach
  53. Zentralpolen, in die Slowakei, nach Ungarn und vor allem nach sieben Bürgen. So wurde beispielsweise die spätere lettische Hauptstadt Riga im Jahre
  54. durch den Bremer Bischof Albert von Buxe Höfen und norddeutsche Siedler gegründet. Während im heutigen Zentralrumrumänien zahlreiche Städte
  55. durch westdeutische Siedler gegründet wurden, darunter im Jahre7 Hermannstadt, später Schessburg, Kronstadt und so weiter.
  56. Um das Jahr 1300 entstand bestand etwa die Hälfte der 7000 Menschen umfassenden Einwohnerschaft der damaligen polnischen Hauptstadt Krakau aus Deutschen, die im
  57. Jahre 1312 jedoch wieder aus ihr vertrieben wurden. Die Hauptzeit bzw. Hochphase der deutschen Ostsiedlung fand in den 250
  58. Jahren zwischen 1100 und 1350 statt. Die Gründe für diese große Bevölkerungsverschiebung der Deutschen lag in der Tatsache, dass das Klima in
  59. jener Zeit in Europa wärmer wurde und die Bevölkerungsanzahl im Westen durch Geburten Überschüsse stark anwuchs. So wuchs die Anzahl der Deutschen von
  60. etwa 4 Millionen bei der Reichsgründung im Jahre 962 auf etwa 14 Millionen im Jahre 1340 an. Ein weiterer Grund für das deutsche
  61. Bevölkerungswachstum war die vergleichsweise hohe Entwicklung der deutschen Landwirtschaft gegenüber der slawischen Landwirtschaft.
  62. Deutsche Bauern wander wandten die drei Felderwirtschaft an, die höhere Ernteerträge abwarf und sie setzten auch Eisenpflüge ein, die im Gegensatz zu
  63. frühen Pflügen aus Holz, wie sie etwa die Slaven noch lange verwendeten, tiefer in das Erdreich eindringen konnten und dadurch unter anderen die
  64. Entstehung von Unkraut bremsten. Der nordünnbesiedelte Raum zwischen Elbe und Sale hatte hingegen viel Land zur Verfügung. In der Zeit bis zum Jahre
  65. verschrubs sich der deutsche Siedlungsraum auf die Linie Meen Berlin Schwerin. Nach 1100 und vor allem ab dem Jahre 1200 wanderten zahlreiche Deutsche
  66. auch in den Raum östlich von Oder und Neise sowie nach Böhmen und Meeren. Sie gründeten beispielsweise im Jahre 1255 die Stadt Kulberg in Pommern, im Jahre
  67. 1233 Marinwerder in Westpreußen, im Jahre 1253 Glogau in Schlesien. und im Jahre 1254 Beuten in Oberschlesien. Die Anzahl dieser Gründungen und der
  68. Aufbauleistungen der Deutschen während der deutschen Ostsiedlung wiederzugeben ist allenfalls nur im Ansatz möglich. Alleine in Schlesien gründeten deutsche
  69. Siedler zwischen 1200 und 1350 ganze 83 Städte und zusätzlich noch 1713 Dörfer. Diese Daten lassen sich auch auf
  70. Westpreußen und auf Ostpreußenpommern das Sudetenland und ähnliche Gebiete übertragen, so dass man von etwa 10 bis 12 000 Stadt und Dorfgründungen während
  71. der deutschen Ostsiedlung in diesem Zeitraum ausgehen kann. Die Deutschen bauten Städte, Dörfer, Burgen, Bergwerke, Schmieden, Häfen,
  72. Höfe, Kirchen und Klöster. Sie rodeten Wälder und legten Wege und Straßen an. Sie machten ein unterentwickeltes und dünnbesiedeltes Land Urba. Die
  73. slawischen Einwohner zwischen der ungarischen Grenze und der Ostsee wurden im Laufe der Zeit von den Deutschen zahlenmäßig verdrängt, da die besser
  74. organisierten Deutschen über eine höher entwickelte Landwirtschaft verfügten, die mehr Menschen ernähren konnte. Vor allem aber wurden die Slaw in
  75. Pommern, Westpusten, Ostbranenburg, dem Wateland, Schlesien, Böhmen und Meeren mit der Zeit von den Deutschen assimiliert.
  76. Slaven erlernten die deutsche Sprache oder heirateten infolge dessen in deutsche Familien ein. sichtlich wurde und wird diese Tatsache,
  77. wenn man sich den vergleichsweise hohen Anteil von etwa 10 bis 12% aller ethnischen Deutschen anguckt, die einen slawischen oder baltischen Familiennamen
  78. tragen. Menschen, die Hubka, Libka, Brigolda, Grigoleit oder Novak heißen, haben ihren in ihren langkätigen Stammbäumen nicht ausschließlich
  79. Deutsche vorfahren. betrifft jedoch nur all jene Deutschen, die östlich von Sale und Elbe leben oder deren Vorfahren östlich dieser Linie
  80. lebten. Nicht missverstanden werden sollte jedoch auch der Umstand, dass slawische Familiennamen nicht gleich zwangsläufig
  81. auch slawische Vorfahren bedeuten. Viele Familiennamen wie etwa Jaskowitz, Leschnitz oder Leipziger sind in der Tat deutsche Familiennamen, die lediglich
  82. ortsbezogen sind. An diesen Orten, mit slawisch stämmigen Namen lebten nach der deutschen Ostsiedlung oftmals fast nur noch
  83. Deutsche, die sich dann nach den Ortsnamen benannten, ohne jedoch selbst Slaven oder Abkömmlinge dieser gewesen zu sein.
  84. Ein weiteres Beispiel für die irrtümliche Verbreitung slawiischer Ortsnamen belegte mit seinem 1928 erschienenen Buch die deutschen
  85. Familiennamen polnischer Sprachform Walter Kraus, der als Lehrer der polnischen Sprache in Rockidnitz in Oberschlesien arbeitete.
  86. Dieser belegte, dass in Oberschlesien im Laufe der Jahrhunderte viele ursprünglich deutsche Familiennamen durch eingewanderte polnische Pfarrer
  87. polonisiert wurden. Dies konnte in einer Zeit geschehen, da fast nur kirchliche Amtsträger lesen und schreiben konnten. Diese polnischsprachigen Pfahrer formten
  88. in den standesamtlichen Kirchenbüchern ursprünglich deutsche Familiennamen wie Strohheim zu Strochrolka um oder machten gar aus einer Familie Freitag eine
  89. Familie Beek. Neben der allgemeinen Macht der Geistlichkeit und des Einflusses ihrer Urkundensprache geschah diese
  90. Entwicklung vor allem im Zuge der Gegenreformation im 16. Jahrhundert. In den besagten ostdeutschen Gebieten östlich von Uder und Neise betrug der
  91. Anteil von Menschen mit slawischer oder baltischen Nachnamen vor 1945 zusammengefasst etwa 20 bis 25%. Dieser Wert hatte jedoch starke
  92. regionale Schwankungen. In manchen Regionen östlich der Elbe und Saale lagen, konnte sich die deutsche Ostsiedlung auch gar nicht durchsetzen.
  93. Hier sticht vor allem das dürbische Volk und das Gebiet in Sachsen und Brandenburg hervor. Trotz einer mehr als 800-jährigen
  94. deutschen Geschichte der Umgebung um sie herum gibt es die Sorben als slawischsprachige Minderheit auf deutscher Erde mit bis zu 30.000
  95. sprachkundigen Angehörigen auch noch im 21. Jahrhundert. Neben den Slaven konnten in Ostpreußen auch die baltischen Prussen assimiliert werden,
  96. die dem Landpreußen ihren Namen gaben. Ostpreußen bildet daher als Land mit weitgehend nichtgermanischer und nichtslawischer Vorgeschichte einen
  97. Sonderfall. Offenkundig wird der starke slawische Einfluss östlich von Alber und Sale, aber auch östlich von Oder und Neise,
  98. vor allem anhand der Ortsnahmen von Ortschaften und Städten jeder Größe. Etwa jede zweite Siedlung östlich dieser genannten Flüsse trägt einen Namen,
  99. dessen Wurzeln in den westslawischen Sprachen liegen. Auf diesem Gebiet besteht allerdings dennoch immer die Gefahr einer
  100. Verkennung der eigentlichen Verhältnisse. Die Slaw selbst gründeten keine Städte. Im Zuge der deutschen Ostsiedlung
  101. übernahmen die Deutschen gerne die Namen bereits bestehender Siedlungen, neben denen ihre eigenen Siedlung neben denen sie ihre eigenen Siedlungen errichteten.
  102. So wurde aus einer slawischen Siedlung, die den Namen Lekniza trug und lediglich aus vier oder fünf Hütten bestand, erst durch den Zuzug deutscher Siedler, eine
  103. Stadt, in der dann deutsche, große Kirchen, ein Rathaus, ein Marktplatz und eine Stadtmauer errichteten. Dieses Beispiel gibt es in diesem Fall
  104. die Stadt Liegnitz in Niederschlesien her. Man könnte es aber auch um Gleiwitz in Oberschlesien und unzählige weitere Städte und Orte ergänzen. Von den Slaven
  105. wurde lediglich der ursprüngliche Name über die Jahrhunderte behalten und in eingedeutschter Form auf die spätere sich wandelnde Stadt übertragen.
  106. Dadurch sollte jedoch nicht der felschleiche Eindruck erwachsen, dass Slaven die Gründer und Erbauer der eigentlichen Städte gewesen sein.
  107. Gleich wohl gibt es auch überall im Osten, im deutschen Osten Ortsnamen, die gar keine slawischen Verbindungen haben. So z.B. Hirschberg, Schmiedeberg oder
  108. Krumhübel im Schlesischen Riesengebirge oder Waldenburg, Grünberg, Neumarkt, Frankenstein und Goldberg, um ebenfalls in Schlesien zu bleiben.
  109. Tausende weitere Beispiele aus dem gesamten Ostdeutschland ließen sich finden, die ausschließlich deutsche Ortsnamen zeigen.
  110. Begünstigt wurde die deutsche Ostsiedlung auch durch die Verleihung von Stadtreen, wie dem Lübeckerrecht und vor allem dem Magdeburger Recht. Wenn
  111. ein Ort das Stadtrecht besaß, das unter anderem durch die deutschen Kaiser verliehen werden konnte, hatte dieser das Privileg in seinem Stadtgebiet einen
  112. Markt, also einen Handelsplatz zu errichten und auch Zölle und Abgaben auf Güter zu erheben, was zu Wohlstand und sprechend zur weiteren Wachstum führte.
  113. Alleine das Magteburger wurde auf gut Städte angewandt, die vom Mitteldeutschland über Bresslau, Krakau und Lemberg in der Westukraine bis in
  114. das Ostukrainische Schak reichen. Die deutsche Ostsiedlung hinterließ auch in den Sprachen der Slaven einen großen Eindruck, so vor allem im Polnischen und
  115. im Tschechischen. So heißt Pflug im polnischen. Flug sowie Rathaus, Ratusch und Ring im Sinne eines Stadtkerns Rinek. Die Mühle wurde zu
  116. Mlin und der Bürgermeister wurde zu Burmischt. Auch Wörter wie Mala oder Brauerei übernahmen das polnische und machte es zu Malasch und Browar.
  117. Diese Liste ließe sich weit fortführen. Der Austausch der Kultur verlief für da für die damalige Zeit er ungewöhnlich, fast ausnahmslos und fast in allen Orten
  118. friedlich. Eine militärische Eroberung des Ostraums durch Deutsche gab es nicht. Der Zug Deutscher nach Osten wurde nahezu ausschließlich durch
  119. Zivilisten getragen. Lediglich in der Anfangszeit der deutschen Ostsiedlung kam es im Elposlawischen Raum begrenzt zu kriegerischen Auseinandersetzungen,
  120. die auch im Rahmen der Kreuzzüge auftraten, da die deutigen Slaven sich dem Christentum verweigerten. Im. Jahrhundert kam es zu kämpfen
  121. zwischen den deutschen Rittern und dem baltischen Brussen. Allerdings wurden diese deutschen Ritter von den Polen selbst zu Hilfe in das Land gerufen.
  122. Damit verlief die deutsche Ostsiedlung wesentlich friedlicher als die zeitgleich stattfindende und vor allem militärisch angelegte Rückeroberung der
  123. ibärischen Insel durch die Christen. Die spanischen und portugiesischen Fürsten und Könige verfolgten im Rahmen der Rekonkista sogenannten
  124. Wiedergewinnung der ebärischen Halbinsel. weitgehend eine Strategie der militärischen Konfrontation bzw. der oftmals gewaltsamen Vertreibung der
  125. muslimisch-abischen Mauren. Ein friedliches und nachhaltiges Zusammenleben und stellenweises Verschmelzen der
  126. unterschiedlichen Völkerschaften und Kulturen gab es in dieser Form kaum in Spanien. Selbst im frühen sie 17. Jahrhundert
  127. wurden die bereits längst zwangskristianisierten Mauren des Landes verwiesen. Die aus Kreuzburg in Oberschlesien
  128. stammende Schriftsteller Gustav Freitag 1816 bis 1895 bezeichnete die deutsche Ostsiung einst als die Zitat größte Tat des deutschen
  129. Volkes in jedem Zeitraum. Zitat Ende. Unter anderem, nachdem im Jahre 1241 die ostasiatischen Mongolen in Osteuropa einfielen und durch Krieg, Raub und Mord
  130. die örtliche slawische und ungarische Bevölkerung stark dezimierten, riefen polnische und tschechische Herrscher gezielt deutsche Bauern und Handwerker
  131. in die Länder und waren sie als Fachkräfte regelrecht an. Dies traf sowohl auf die slawischen Herrscher der Premessiden in Böhmen als
  132. auch auf die polnischen Könige der Dynastie der Piasten zu. Dieses Anwerben deutscher Siedler verzog sich in mehreren Schüen.
  133. Bereits im Jahre 1226 rief der polnische Herzog Konrad I. den Ritterbund Deutscher Orden zu Hilfe in das nördliche Weichselland, um die
  134. dortheitnischen Brussen zu bekämpfen, denen die Polen militärisch nicht gewachsen waren. Als Gegenleistung erwartete der deutsche Orden die
  135. Übertragung von Land. Dieser Tauschhandel wurde durch dem polnischen Fürsten Konrad den I. von Massovien im Vertrag von Kruschwitz am 13. Mai 1230
  136. amtlich unterzeichnet. Während Schlesien, Bür, Meeren und Pommern zu Beginn der deutschen Aussiedlung noch unter der Kontrolle des Königreiches
  137. Polen und des Adelshauses der Piasten bzw. unter der Herrschaft der tschechischen Fürsten der Prämislien standen, änderte sich die politische
  138. Landkarte Europas im Hochmittelalter zunehmend. Pommann kam bereits im Jahre unter deutsche Lehensherrschaft und im Folgejahrhundert ganz unter den Einfluss
  139. deutscher Adelger. Das weiter östlich gelegene Ordensland bzw. Kulmerland und damit auch Danzig und der gesamte westpreußische Raum bis
  140. hoch an die Weichselmündung kam durch den besagten Vertrag von Kruschwitz am 13. Mai 1230 an den deutschen Orden der weitere deutsche Siedler vorangig aus
  141. Westfalen, Niedersachsen und Holstein in den Osten holte. In Ben endete im Jahre 1306 die Dynastie der tschechischen Prämislien
  142. durch die Hochzeit der Witfe des letzten Premisliedenkönigs mit dem deutschen König Johann aus dem Herrscherhaus der Luxemburger im Jahre 1310 wurde fortan
  143. auch Böhmen von Deutschen regiert. Mit dem am 24. August 135 geschlossenen Vertrag von Trenchin verpflichtete der polnische König Kasim
  144. der Große Welka sich dafür vertraglich, dass Polen auf alle Zeiten auf Schlesien verzichten würde. Polen sollte diesen Vertrag in der späteren Geschichte
  145. gleich mehrfach brechen. Kassim der Große bestätigte den polnischen Verzicht auf Westpreußen, der bereits mit dem Vertrag von Kruschwitz
  146. geschlossen wurde, mit dem Vertrag von Kales vom 23. Juli 1343 erneut. So kamen die genannten alten einstigen
  147. ostgermanischen Länder in nur 200 Jahren, zwischen 1135 und 1335 ohne die Anwendung von Kriegen, nur durch die Kunst der Diplomatie, durch
  148. eine kluge Heiratspolitik und besondere Umstände unter die politische Herrschaft deutscher Fürstenhäuser. Fortan wurde das zunehmend von
  149. ethnischen Deutschen besiedelte Land auch von deutschen Fürsten beherrscht. Im größten und ganzen sollte sich an diesem Umstand bis zum Jahre 1945,
  150. also über 700 Jahre lang nichts Wesentliches ändern. Nicht mehr zur klassischen deutschen Aussiedlung zählt die ab dem Jahre 1763
  151. begonnene Aussiedlung von ztausenden Deutschen in das russische Zarenreich nach Russland selbst und in die Ukraine, die vor allem an der Wolger und am
  152. schwarzen Meer angesiedelt wurden. Diese Einwanderung sollte gut 100 Jahre fortgesetzt werden. Viele Deutsche gingen bis nach Georgien und
  153. Aserbaidschan, wo sie Städte und Dörfer gründeten. Diese menschenlehren wirtschaftlich schwachen Gebiete sollten durch deutsche Siedler Urbar gemacht
  154. werden. Verallgemeinert wurden diese Deutschen später Russlanddeutsche genannt. Bereits im Jahre 1689 erfolgte auf dem Balkan eine ähnliche Bewegung,
  155. als die Habsburger Herrscher zahlreiche Deutsche in das heutige Ungarn nach Rumänien, nach Serbien und Kroatien riefen, um das während der Türkenkriege
  156. stark entvölkerte Land wirtschaftlich wieder aufzubauen und auch zu verteidigen. Diese deutschen Siedler wurden später vor allem als
  157. Donauschwarben bekannt. Aber auch innerhalb des deutschen Ostens, so z.B. In Ober Schlesien wurden ab dem Jahre 1770 auf Geheiß Friedrich des Großen
  158. ganze 75 neue Siedlungen mit deutschen Siedlern gegründet, die z.B. Schulenburg, Kupferberg oder Plümgenau getauft wurden. Bemerkenswert bei der
  159. deutschen Aussiedlung ist auch, dass die Zahlen, die dieser zugrunde liegen, sehr gut aufgehen. Man spricht von etwa 1,5 Millionen Deutschen, die im Zuge der
  160. deutschen Ostsiedlung in den Osten zogen. Davon zogen etwa 80% in den geschlossenen ostdeutschen Siedlungsraum, also vom Sodetenland über
  161. Schlesien, Ostbrandenburg, Pommern, Westbrüsten und Ostpreußen. Nur eine Minderheit zog weit nach Osteuropa, z.B. in das Baltikum oder nach sieben Bürgen.
  162. Im Jahre 1200 gab es etwa 8 Millionen Deutsche in Europa. Dieser Wert steigerte sich bis zur Vertreibungszeit um 1945 auf etwa 80 Millionen Deutsche
  163. in Europa. Das heißt, die Bevölkerung hat sich vom Jahr 1200 bis ins 20. Jahrhundert hinein verzehnfacht. Wenn wir nun von etwa knapp 1,5 Millionen
  164. Menschen, die in diesen ostdeutschen Siedlungsraum einzogen im Mittelalter ausgehen können und gleichzeitig wissen, dass während der Vertreibung und der
  165. Flucht etwa 14 oder 12 bis 14 Millionen Deutsche in diesem ostdeutschen Siedlungsraum aus diesem Raum vertrieben wurden bzw. We ermordet wurden,
  166. teilweise auch verblieben in diesem Raum, dann gehen die Zahlen ganz genau auf, wenn man den allgemeinen das allgemeine Bevölkerungswachstum
  167. berücksichtigt in jener Zeit vom Jahre 1200 bis ins 20. Jahrhundert hinein. Die Zahl von 1,5 Millionen deutschen Siedlern bezieht sich auf die Zeit der
  168. klassischen mittelalterlichen deutschen Ostsiedlung, wenn wir von der besagten Verzehnfachung der Bevölkerung vom Jahr 1200 bis ins 20. Jahrhundert hinaus
  169. ausgehen, die auch im deutschen Ostraum stattgefunden hat, dann gehen diese Zahlen ganz genau auf. Die deutsche Ostsiedlung war eine Sternstunde der
  170. deutschen Geschichte und ein großer Faktor, auf dem man sich heute allzeit für eine positive nationale Identität berufen kann.
  171. Ein Werk, von dem bis heute in Halbeuropa zahlreiche, ja, viele Millionen Menschen und ganze Völker profitieren.
  172. Dass die deutsche Ostsiedlung heute weitgehend vergessen ist, ist in vielerlei Hinsicht ein unverzeihlicher, beschämender und geradezu epochafft
  173. und kennzeichnet für den Verfall von Bildung und Bindung. Und gerade deshalb, weil die deutsche Aussiedlung ein ruhes Blatt der
  174. deutschen Geschichte darstellt, gerade deswegen wird sie mehr oder weniger verschwiegen. Man findet heute in großen Publikationen oder gar im Fernsehen
  175. nahezu nichts von der deutschen Aussiedlung wieder. In anderen Ländern hätte man ein solches Ereignis gewürdigt entsprechend seiner geschichtlichen
  176. Bedeutung. Hier ist davon nicht zu spüren. Die deutsche Aussiedlung ist nicht gerade wohl gelitten. Dafür gibt es gute Beispiele. Zum einen
  177. wurde im Jahre 2020 der Wikipedia Artikel zur deutschen Ostsiedlung in mittelalterliche Ostsiedlung umbenannt, nachdem dieser Beitrag gut 15 Jahre
  178. unter der Bezeichnung deutsche Ostsiedlung auf Wikipedia bestand. die klar ideologisch motivierte Umbenennung dieser unbestreitbaren
  179. Großtat des deutschen Volkes während des Mittelalters, die Urbaumachung Weiterteile des östlichen Europas, der Richtung tausender Dörfer und Städte
  180. sowie unzähliger Burgen, Klöster, Kirchen, Höfe, Bergwerke, Straßen, Mühlen und Häfen waren nicht mehr mit dem Zeitgeist vereinbar, dessen
  181. Kernaufgabe es ist, keine auf stolz begründete deutsche Nationalidentität aufkommen zu lassen. Mit reiner Wissenschaft hat diese
  182. ideologisierte Geschichtspolitik längst schon längst nichts mehr zu tun. Dieses Beispiel ist nur eines von vielen, die alle samt in dieselbe Kerbe
  183. schlagen. Dabei ist die deutsche Ostsiedlung bzw. die Erinnerung an die deutsche Ostsiedlung heute aus mindestens drei Gründen verhasst.
  184. Wie gesagt, erstens einmal geht es dabei um deutsche Leistungen und man will keine positive deutsche Nationalidentität
  185. aufbauen und entstehen lassen, die sich auf deutsche Leistungen der Geschichte beruft. Das möchte man nicht. Zweitens wird mit der deutschen Ostziedlung das
  186. Märchen von der ach so jungen deutschen Nation widerlegt, die sich erst im 19. Jahrhundert zusammengefunden hätte. Das wird mit der deutschen Aussiedlung
  187. natürlich massiv untergraben. Das möchte man ebenfalls nicht. Drittens, und das könnte vielleicht sogar ein Hauptkunst sein, wird mit der deutschen Ostsiedlung
  188. allgemein die Erinnerung an den deutschen Osten wach gehalten und damit auch an deutsche Opfer und Unrecht, welches an Deutschen und an Deutschland
  189. begangen wurde. All das möchte man tilgen und so tilt man halt die Erinnerung an die große deutsche Ostsiedlung.

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