Das Video kommt von YouTube: erst beim Abspielen verbindet sich die Seite mit YouTube (Google).
EU-Richtline für Plattformarbeit – Hilfe für Helplinge
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 21 Zeilen
- Wir alle kennen und nutzen sie: Digitale Plattformen wie Lieferando, Helpling oder Uber, um uns Essen liefern zu lassen, Reinigungskräfte zu buchen oder Fahrdienste in Anspruch zu nehmen.
- Hinzu kommen Plattformen, über die Arbeitsaufträge vergeben werden, die digital von überall erledigt werden können – etwa an Übersetzer:innen, Designer:innen, Texter:innen oder Produkttester:innen.
- Ein gigantischer Markt. Allein in der EU arbeiten zurzeit mehr als 28 Millionen Menschen über digitale Plattformen.
- Im Jahr 2025 dürfte diese Zahl auf 43 Millionen anwachsen. Und von 2016 bis 2020 stiegen in der EU die Umsätze in der Plattformwirtschaft
- von schätzungsweise 3 auf 14 Milliarden Euro. Plattformarbeit bietet viele Chancen: Angebot und Nachfrage werden schnell und
- passgenau zusammengebracht. Außerdem setzt die Arbeit bei vielen Tätigkeiten keine formalen Qualifikationen
- oder komplizierte Bewerbungsprozesse voraus. Damit bietet sie zum Beispiel für Geringqualifizierte oder
- Menschen mit wenig Deutschkenntnissen einen leichten Einstieg in den Arbeitsmarkt. Aber mit dem zunehmenden Erfolg von Plattformen wächst auch die
- Kritik an den teilweise prekären Arbeitsbedingungen. Die Mehrheit der Beschäftigten sind Selbstständige, echte oder zumindest der Form nach, die
- trotz hoher Abhängigkeit von den Plattformbetreiber:innen nicht sozial abgesichert sind. Mindestlohngrenzen für Arbeitnehmer:innen gelten für sie nicht.
- 55 Prozent der Plattformarbeitenden in Europa verdienen weniger als das. Ein weiteres Problem: Um an lukrative Aufträge zu kommen, müssen die
- Plattformbeschäftigten ständig verfügbar sein. Tauchen hingegen Probleme auf, sind sie völlig auf sich allein gestellt.
- Sie sind sozial isoliert und können sich kaum gemeinsam organisieren. Es besteht also Handlungsbedarf.
- Eine EU-Richtlinie soll die Grundlage dafür schaffen, prekäre Schein-Selbstständigkeits-Jobs in reguläre Arbeitsplätze zu verwandeln.
- Dabei sollen auch die Plattformen in die Verantwortung genommen werden. Das algorithmische Management, also die digitale Steuerung von Arbeit, soll transparenter
- und besser kontrolliert werden: Nach welchen Kriterien wird eine Tätigkeit bewertet? Wie werden automatisierte Entscheidungen getroffen und Daten verarbeitet?
- Zudem will die Richtlinie den Ausbau von Kommunikationskanälen zwischen den Beschäftigten erleichtern. Aber auch abseits von Gesetzen kann für eine chancengerechte Plattformarbeit gesorgt werden.
- Zum Beispiel, indem sich Anbieter:innen durch Selbstverpflichtungen mehr Regeln setzen. Oder durch unabhängige Ratingsysteme, bei denen die Beschäftigten Plattformen und
- Arbeitsbedingungen bewerten können. Denn was wir bedenken sollten: In einer zunehmend digitalen Welt wird Arbeit immer mehr von
- Flexibilität und algorithmischem Arbeitsmanagement geprägt sein. Das heißt, all diese Aspekte betreffen nicht nur Plattformen, sondern
- die Zukunft unserer Arbeit allgemein.
Zum Nachlesen
Gig EconomyGig Economy (von englisch gig für „Auftritt“ und economy für „Wirtschaft“) bezeichnet ein Wirtschaftssystem, als Teil des Arbeitsmarktes, bei dem kleine …
Plattform-UnternehmenWichtige Merkmale eines Plattform-Unternehmens sind Netzwerkeffekte und eine hohe Digitalisierung für die Nutzung von Daten zur Erhöhung der Produktivität …
PlattformkapitalismusDer Plattformkapitalismus bezeichnet eine neue Wirtschaftsordnung, in der Plattformen als Mittelsmänner („Intermediäre“) Angebot und Nachfrage am Markt …