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Phylogenetischer Stammbaum / Kladogramm - Anwendungsaufgaben [Biologie, Abitur, Oberstufe]

TeacherToby10:21 4.930 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 93 Zeilen
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  1. [musik] In diesem Video geht es um konkrete Anwendungsaufgaben rund um das Thema
  2. phylogenetische Stampe. Es empfiehlt sich bereits das vorherige Video zu diesem Thema an dieser Stelle einmal
  3. verlinkt geguckt zu haben, indem wir wichtige theoretische Grundlagen besprochen haben, z.B. wie man einen
  4. phylogenetischen Stammbaum liest und interpretiert und welche Fachbegriffe in diesem Kontext relevant sind. Aus diesem
  5. Video wisst ihr ebenfalls, dass die Analyse und Interpretation von Stammbäumen immer wieder Gegenstand von
  6. Abiturprüfung im Fach Biologie ist, weshalb wir in diesem Video vergangene Abiturklausuraufgaben
  7. zu diesem Thema besprechen werden. In den letzten 5 Jahren kam in fast jeder LK oder GK Klausur eine Aufgabe zu
  8. phylogenetischen Stamm dran. im Jahr 2024 im LK und im Grundkurs, 2023 im Grundkurs,
  9. 2022 im LK und GK, 2021 im LK. Oft ging es in den Aufgaben darum, die Evolution eines Merkmals zu analysieren oder
  10. anhand des Stammbaums Rückschlüsse auf eine konvergente oder divergente Entwicklung abzuleiten. Aus diesem Grund
  11. werden wir zwei Aufgaben, die die eben genannten inhaltlichen Schwerpunkte abbilden, exemplarisch besprechen. Zum
  12. einen werden wir uns die Aufgabe der Grundkursklausur aus dem Jahr 2024 angucken, ehe wir uns der
  13. Abiturklausuraufgabe aus dem LK desselben Jahres widmen. Aber auch als Klausur Vorbereitung in der Qualiphase
  14. kann dieses Video hilfreich sein. Nutzen Lehrkräfte doch nicht selten vergangene Abiturklausuraufgaben für die Erstellung
  15. ihrer eigenen Klausuren. Die Aufgabenstellung der Grundkursklausur sowie das dazugehörige Material habe ich
  16. euch an dieser Stelle einmal abgebildet. Tipp: pausiert das Video und versucht einmal die Aufgabe selbstständig zu
  17. lösen. Die Teilaufgabe der Abiturklausur ist es also zu beurteilen, ob die Angepasstheiten des Dornteufels, eine in
  18. Australien lebende Echsenart, an heiße und trockene Lebensräume das Ergebnis einer konvergenten Entwicklung in der
  19. Gruppe der australasiatischen Agamen sind. Also anhand der Interpretation des gegebenen phylogenetischen Stammbaums.
  20. Noch mal zur Erinnerung, bei divergenten Entwicklungen entstehen Ausgehen von einem gemeinsamen Ursprung
  21. unterschiedliche phänotypische Ausprägung Homologrukturen aufgrund unterschiedlicher
  22. Selektionsbedingung oder anders formuliert homologisch Strukturen, die von einem gemeinsamen Vorfahren vererbt
  23. wurden und damit ein Beleg für eine gemeinsame Verwandtschaft sind, weise natürlich eine genetische Ähnlichkeit
  24. aufgrund weitgehend übereinstimmender DNAqurenzen auf. Diese Merkmale können sich im Laufe der Evolution durch
  25. Anpassung an die Umweltteils erheblich verändern. Etwas ursprünglich ähnliches entwickelt sich hier also auseinander,
  26. z.B. aufgrund unterschiedlicher Umweltbedingung. Bei konvergenten Entwicklung hingegen entstehen aufgrund
  27. eines ähnlichen Selektionsdrucks analoge, also oberflächlich ähnliche Merkmale, die nicht auf einen
  28. gemeinsamen Ursprung zurückzuführen sind. Etwas ursprünglich unterschiedliches entwickelt sich hier
  29. also zu etwas ähnlichem. Wenn ein ähnliches Merkmal wie z.B. hier die Angepasstheit an einen Lebensraum bei
  30. weit entfernten Arten auftritt, ohne dass es auf denselben gemeinsamen Ursprung zurückgeht. Denn dann wissen
  31. wir, dass es unabhängig z.B. aufgrund ähnlicher Selektionsdrücke entstanden ist und damit analog und ein Indiz für
  32. eine konvergente Entwicklung ist. Übrigens, allein für die Definition gibt es bereits vier Punkte.
  33. Nun gilt es herauszufinden, inwiefern die Angepasstheiten des Dornteufels an heiße und trockene Lebensräume das
  34. Ergebnis einer konvergenten Entwicklung in der Gruppe der australasiatischen Agaben sind. Dazu heißt es im
  35. Erwartungshorizont wie folgt. Die Stammart der australasiatischen Agamen war vermutlich an feuchte Lebensräume
  36. angepasst. Aus dieser haben sich hauptsächlich Arten entwickelt, die an Trockenheit
  37. angepasst wurden. Diese finden sich in beiden Entwicklungslinien, die sich vor ca. 23 Millionen Jahren getrennt haben.
  38. Innerhalb der einen Gruppe hat sich die an feuchte Lebensräume angepasste Art als erstes abgespalten. Alle anderen
  39. gezeigten Linien führen zu Arten, die an Trockenheit angepasst wurden. Innerhalb der einen Gruppe hat sich die an feuchte
  40. Lebensräume angepasste Art E als erstes abgespalten. Alle anderen gezeigten Linien führten zu Arten, die an
  41. Trockenheit angepasst wurden. Der Dornteufel findet sich in der anderen Gruppe mit einer Art wieder, die an
  42. feuchte Lebensräume angepasst wurde. In der Abiturklausur sind es sogar zwei andere Arten, die in feuchten
  43. Lebensräumen leben, hier aufgrund der vereinfachten Darstellung nicht abgebildet. Diese Info ist dennoch
  44. wichtig, weil aus diesem Grund weiter angeführt wird. Diese Tatsache könnte darauf hindeuten, dass der letzte
  45. gemeinsame Vorfahrer von Dornteufel und der anderen beiden Arten an feuchte Lebensräume angepasst war. Die
  46. Angepasstheiten des Dornteufels und der weiter entfernten Verwandten an trockene Lebensräume könnte demnach unabhängig
  47. voneinander entstanden sein, wodurch diese Angepasstheiten vermutlich das Ergebnis einer konvergenten Entwicklung
  48. sind. Für diese letzten zwei Aspekte, die eigentliche Bewertung, würde es gemäß
  49. Erwartungshorizont fünf Punkte geben, für die Ausführung davor sechs Punkte. Ihr seht also, eine konvergente
  50. Entwicklung liegt in der Regel dann vor, wenn das beobachtbare Merkmal unabhängig voneinander entstanden ist und es oft
  51. bei weit entfernten Arten auftritt. Auf das Merkmal, die Angepasstheit an heiße und trockene Lebensräume ist dies
  52. zutreffend, sodass von einer konvergenten Entwicklung auszugehen ist. Noch mal kurz die Analyse der Aufgabe
  53. auf einer Meterebene. Ihr seht, dass nicht nur die reine Beurteilung, sondern auch die Beschreibung des Stammbaums
  54. wichtige Punkte gibt. Auch wenn der Operator beurteilen in der Aufgabenstellung steht, solltet ihr
  55. einen Stammbaum immer auch gründlich beschreiben. Dies zeigt sich in sämtlichen Abiturklausuraufgaben zu
  56. phylogenetischen Stammbäumen. Ich kann Irritation nachvollziehen, weil der Operator Beschreiben nicht Teil der
  57. Aufgabenstellung ist. Aber die Beschreibung und Erläuterung des Stammbaums dient in dieser Aufgabe als
  58. Grundlage für die anschließende Beurteilung und ist dementsprechend mit aufzuführen. Schauen wir uns als
  59. nächstes die Leistungskurs Abiturklausuraufgabe aus dem Jahr 2024 an. Auch hier wieder
  60. die Empfehlung, das Video kurz zu pausieren und die Aufgabe selbständig versuchen zu lösen.
  61. In dieser Aufgabe gilt es also den phylogenetischen Stammbaum in Hinblick auf die Entwicklung des Merkmals
  62. Genomvollständigkeit zu analysieren. Der am häufigsten vorkommende Aufgabentyp übrigens im Kontext von phylogenetischen
  63. Stammbäumen, diesen auf die Evolution eines Merkmals zu analysieren. Aus dem Informationstext erfahren wir, im Genom
  64. vieler Pflanzen gibt es eine Übereinstimmung hinsichtlich vorkommender Gene. Es gibt viele Gene,
  65. die z.B. für die Fotosynthese, das Wachstum und der Entwicklung der Pflanze wichtig sind und entsprechend bei den
  66. meisten Pflanzen auch vorzufinden sind. Diese Gene, die die genetische Grundausstattung einer Pflanze
  67. darstellen, werden in ihrer Gesamtheit auch als Pflanzengenset bezeichnet. Auch hier gehen wir zunächst einmal die im
  68. Erwartungshorizont stehenden Aspekte durch, für die es insgesamt neun Punkte gibt.
  69. Alle untersuchten parasitisch und nichtparasitisch lebenden Pflanzengattungen gehen auf einen
  70. gemeinsamen Ursprung zurück. Ausgehend von diesem Ursprung kam es zur Aufteilung in zwei Entwicklungslinien,
  71. aus denen durch spätere mehrfache Aufspaltung die rezenten Gattungen hervorging.
  72. Unter den rezenten Gattungen beider Entwicklungslinien befinden sich sowohl parasitisch als auch nichtparasitisch
  73. lebende Gattung. Da nicht alle der parasitisch lebenden Gattung nah miteinander verwandt sind, hier an einem
  74. Beispiel exemplarisch verdeutlicht, ist die parasitische Lebensweise vermutlich nicht auf einen gemeinsamen Vorfahren
  75. zurückzuführen. Dieses Merkmal, die parasitische Lebensweise hat sich mehrmals unabhängig voneinander
  76. entwickelt. Weiterhin heißt es, bei den parasitisch lebenden Gattungen wurde eine geringere Genomvollständigkeit
  77. bezogen auf das Pflanzengenset nachgewiesen. Daher ist dieses Merkmal wahrscheinlich
  78. erst während der Entwicklung der parasitischen Lebensweise mehrfach unabhängig und somit konvergenten. Die
  79. beiden oben im Stammbaum aufgeführten Arten sind nah verwandt und gehen auf einen gemeinsamen Vorfahren zurück. Es
  80. ist möglich, dass die Reduktion des Pflanzengehens bereits beim letzten gemeinsamen Vorfahren dieser beiden
  81. Gattungen vorlang. Welche Rückschlüsse lassen sich anhand des Erwartungshorizontes hinsichtlich
  82. der Bearbeitung dieser Aufgabe ziehen? Auch hier gilt es zunächst den phylogenetischen Stammbaum zu
  83. beschreiben. Ich kann es nicht oft genug wiederholen, wie wichtig auch die Beschreibung phylogenetischer Stammbäume
  84. ist. Vor allem, weil man durch Operatoren, die die erhöhten Anforderungsbereiche abdecken, leicht
  85. geneigt ist, die Beschreibung zu überspringen. Ihr wisst aus dem Grundlagenvideo, dass im Kontext der
  86. Evolution von Merkmalen die relevante Frage ist, inwiefern beobachtete Ähnlichkeiten verschiedener Arten durch
  87. konvergente oder divergente Entwicklung entstanden sind. Bei der Analyse eines phylogenetischen Stammbaums sollte
  88. dieser Aspekt also immer berücksichtigt werden. In dieser Klausur wird z.B. viel geschluss folgert, dass sich die
  89. parasitäre Lebensweise unterschiedlicher Pflanzengattung mehrfach unabhängig voneinander entwickelt hat. Diese tritt
  90. zudem bei entfernt miteinander verwandten Gattungen auf. Weil die Genomvollständigkeit bei parasitisch
  91. lebenden Gattung geringer ist, bezogen auf das Pflanzengenset, ist weiterhin davon auszugehen, dass ich auch dieses
  92. Merkmal mehrfach unabhängig während der Entwicklung der parasitischen Lebensweise entwickelt hat und damit ein
  93. Indizvergente Entwicklung ist. เฮ

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