Zum Inhalt springen
L

Das Video kommt von YouTube: erst beim Abspielen verbindet sich die Seite mit YouTube (Google).

Geschichte der SUMERER - Die erste Zivilisation?

Archonox21:25 112.731 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 120 Zeilen
Herunterladen
  1. Die ersten Städte, die erste Schrift, das erste Rat, das Wort erste wird in diesem Video 30 mal erwähnt. Aber selbst mit dieser Zahl lässt sich der Beitrag
  2. der Summeer zur Entwicklung der Weltkultur kaum erfassen. Wir nennen sie die erste Zivilisation der
  3. Geschichte. Lassen Sie uns die Geschichte der Summeer von den frühesten Dynastien bis zum Niedergang betrachten. verstehen, wie Freiheit und Tyrannei
  4. nebeneinander existieren konnten und den Namen des ersten Dichters der Menschheitsgeschichte erfahren. Ihr Name war Prisma Welt Blundel, Irak
  5. 1922. Der britische Archäologe Herbert Weltblundel leitet Ausgrabungen in der antiken Hauptstadt Babylons Kisch. Unerwartet finden Mitglieder der
  6. Expedition ein Keilschriftprisma. Später wird sich herausstellen, dass darin die Namen der sumerischen Könige aufgeführt sind. Heute kennen wir diesen
  7. Fund als die Welt Blundelprisma. Es ist die größte der erhaltenen Königslisten der Sumerer. Solche Listen werden bis heute auf dem Gebiet des Irak
  8. entdeckt. Mit Hilfe dieser Tafeln rekonstruieren Forscher die Geschichte der Dynastien Mesopotamiens. Sum war eine historische
  9. Region im Süden Mesopotamiens. Heute befindet sich dieses Gebiet im Irak. Mesopotamien ist ein griechisches Wort, das mit "Zwischen den Flüssen übersetzt
  10. wird und das Tal zwischen den Flüssen Tigris und Euphrad bezeichnet. Die Menschen, die dort vor 5000 Jahren lebten, nennen wir Sumer und
  11. ihre Sprache nennen wir sumerisch." Aber die Sumerer selbst nannten sich nie so. Diesen Namen gaben ihnen Archäologen im frühen 20. Jahrhundert. Die Sumerer
  12. nannten sich selbst Schwarzhaarige oder sag ich, was einfach Menschen bedeutet. Ihr Land nannten sie Kiar, aber wie genau dieses Wort zu übersetzen ist,
  13. wissen wir nicht. Die ersten Siedlungen in Sumer entstanden vor etwa 7000 Jahren. Wahrscheinlich waren die ursprünglichen
  14. Bewohner nicht die Sumer selbst, sondern die Ubaitstämme. Die Flüsse Tigris und Eufrat oder wie sie in der Keilschrift
  15. gelesen werden, Idiglat und Buran, sind keine sumerischen Wörter. Selbst die Namen bedeutender sumerischer Städte wie Ur, Nipur und Lagage sind
  16. Lehenwörter. Die Annahme, dass viele sumerische Wörter keinen sumerischen Ursprung haben, wurde vom deutschen Wissenschaftler Benno Landsberger
  17. bestätigt. Tatsächlich bestand ein großer Teil der ursprünglich sumerischen Wörter aus nur einer Silbe. Lu, Mensch, Gal,
  18. Groß, Mutter, G. zurückkehren. Neue Bedeutungen entstanden durch Kombination dieser Wurzeln. Lugal, Kriegsherr, Amagi,
  19. Freiheit. Landsberger untersuchte kulturell bedeutende Wörter in sumerischen Handschriften aus dem dritten Jahrtausend vor Christus. Er
  20. stellte fest, dass Wörter, die Berufe bezeichneten, aus mehreren Silben bestanden. Hirte, Udul, Fischer, Schuhudak, Steinmetz, Otidop.
  21. Der Aufbau dieser Wörter ähnelt den Namen von Flüssen und Städten. Das bedeutet, dass die wichtigsten landwirtschaftlichen Handwerke nicht von
  22. den Summeern selbst nach Sumer gebracht wurden, sondern von ihren Vorgängern, vermutlich von der Ubaitkultur. Woher die UBA Stämme kamen,
  23. wissen wir nicht. Und über die Herkunft der Sumer gibt es viele Diskussionen. Möglicherweise kamen die Summeer aus dem Zroßgebirge im iranischen Hochland.
  24. Ebenso ist es möglich, dass sie vom indischen Subkontinent kamen. Die Sumerer selbst interessierten sich kaum für ihre Ursprünge. In ihrer Literatur
  25. wird jedoch eine Insel namens Dilmun erwähnt, von der Legende nach die gesamte Menschheit stammen soll. Der britische Archäologe Henry Rawlinson
  26. glaubte, dass es sich dabei um die heutige Insel Bahrein handelt. Vielleicht werden wir dafür in Zukunft einen Beweis finden, aber bisher sind
  27. die Funde auf der Insel jünger als die sumerische Zivilisation selbst. Um zu verstehen, wie die erste Zivilisation entstand, wenden wir uns dem Weltblundel
  28. Prisma zu. Darin sind die Namen der Herrscher Mesopotamiens aus den frühesten Dynastien aufgelistet. Die Liste der Könige von
  29. Sumer wird bedingt in die Zeit vor und nach der Flut unterteilt. Den vorflutlichen Herrschern wurden göttliche Fähigkeiten und
  30. ungewöhnlich lange Regierungszeiten zugeschrieben. Z.B. regierte der erste König Alim Sumer 28 000 Jahre lang. Deshalb zweifeln viele Forscher an der
  31. Existenz der ursprünglichen Herrscher Mesopotamiens. König Ethanna ist der erste Herrscher, über den verlässliche Informationen erhalten geblieben sind.
  32. Doch auch seine Gestalt ist halbmythisch. Der Legende nach stieg er in den Himmel auf und regierte anderthalb tausend
  33. Jahre. Etana stammte aus der ersten Dynastie von Kisch. Er war ein Logal, also ein militärischer Führer. In der Liste wird behauptet,
  34. dass er die Länder von Sumer stabilisierte. Der Sumerologe Kramer vermutet, dass er seine Macht über die Grenzen Sumers hinaus ausdehnte und nach
  35. weltweiter Herrschaft strebte. Nach Ethana wurde der Titel König von Kisch als Titel eines Hegemonialkönigs verstanden, eines, der über andere
  36. Herrscher herrscht. Der Legende nach war Etana von Kinderlosigkeit verflucht. Er suchte nach der Pflanze der Geburt, die jedoch
  37. im Himmel wuchs. Eines Tages rettete Ethana den legendären Adler vor einer Schlange und dieser half ihm in den Himmel
  38. aufzusteigen. Der Held pflückte den ersehnten Stängel und ihm wurde ein Erbe geboren. Sein Sohn Balich. Der Mythos von Etana fand Ausdruck in
  39. der Kultur Sumas jener Zeit. Siegelstecher stellten häufig einen Sterblichen da, der auf den Schwingen eines Adlers zum Himmel emporsteigt. In
  40. Sumer entstanden die ersten Stadtstaaten Ur, Uruk, Lagasch, Nipur und andere. In jeder Stadt herrschte eine eigene Dynastie, was zu ständigen militärischen
  41. Auseinandersetzungen zwischen ihnen führte. Im Zentrum jeder Stadt stand ein Tempel, der zugleich ein Zikurat war. Er wurde
  42. von Priestern und Geistlichen geleitet, die auch politische Macht besaßen. Die Religion beeinflusste die gesamte Gesellschaft. Die Macht in den
  43. Städten war zwischen dem obersten Priester mit dem Titel Ensi und dem militärischen Anführer mit dem Titel Lugal aufgeteilt. In der Regel reichte
  44. ihre Herrschaft nicht über das Gebiet des Tempels hinaus. Die Lugale jedoch strebten nach militärischer Überlegenheit über andere Städte und
  45. ganz sumer. Gilgameschäste auf der Königsliste, dessen Name über Jahrhunderte hinweg berühmt wurde. Er stammte aus der ersten
  46. Dynastie von Uruk und seine Gestalt in der Geschichte ist teils historisch, teils mythisch und zugleich kultisch. Zu Beginn seiner Herrschaft unterstand
  47. Gilgameschönig der Stadt Kisch, Eiger. Eines Tages forderte Eiger, dass die Landsleute von Gilgamesch, die Bewohner von Uruk, an Bauarbeiten im Cash
  48. teilnehmen sollten. Doch Gilgamesh weigerte sich ihm zu gehorchen. Daraufhin unterstützten die Bürger von Uruk Gilgamesh und riefen ihn zum
  49. militärischen Anführer aus. Eiger kam mit seinem Heer auf Boten, doch die Belagerung von Uruk endete mit einer Niederlage. Gilgamesch erlangte
  50. die Unabhängigkeit der Stadt Uruk und die Herrschaft über Südmesopotamien ging auf ihn über. Über Gilgamesch existieren viele Mythen, aber wir erzählen jenen,
  51. indem er die Blume der Unsterblichkeit findet und verliert. Nach dem Tod seines Freundes Enkidu floh Gilgamesch aus der Stadt, um die Quelle des ewigen Lebens
  52. zu finden. Der Held gelangte zur Insel der Seligen, wo er Utna Pischtim traf, den einzigen Menschen, der die große Flut überlebt hatte. Dieser erzählte
  53. Gilgamesch vom Meer des Todes, auf dessen Grund die Blume der ewigen Jugend wächst. Gilgamesch tauchte in das Meer des Todes hinab und brachte die kostbare
  54. Pflanze zurück. Auf dem Heimweg beschloss Gilgamesch ein Bart zu nehmen. Während er im Wasser war, kam eine Schlange, erreichte die Blume und frß
  55. ihre Blüten. Gilgamesch sah, wie die Schlange ihre alte Haut abstreifte, wieder jung wurde und davon kroch. Das Land Sum war eine Ebene mitten in der
  56. Wüste und in Sumpfgebieten. Es verfügte über kaum nennenswerte Bodenschätze. Warum also entstand ausgerechnet hier die erste Zivilisation
  57. der Menschheitsgeschichte? An der Wende vom vierten zum dritten Jahrtausend vor Christus entwickelten die Summeer das
  58. erste Bewässerungssystem der Welt. Der zuvor zu trockene, aber fruchtbare Boden wurde durch ein Netz von Kanälen mit dem Wasser von Tigris und Euprat versorgt.
  59. Die Ernte wurde reicher und die Bauern hatten Zeit, sich dem Handwerk zu widmen. Die Summeer lernten einen ihrer wichtigsten natürlichen Rohstoffe
  60. meisterhaft zu nutzen, den Lehen. Daraus stellten sie Sicheln, Töpfe, Schalen und Krüge her. Es gilt als wahrscheinlich, dass die
  61. Sumerer als erste die Töpferscheibe erfanden. Während benachbarte Völker ihr Geschirr noch von Hand formten, produzierten die Sumerer bereits weit
  62. verbreitet Keramikwaren. Da Sumenige Bodenschätze gab, wurden viele Rohstoffe aus dem Ausland importiert. In Ägypten und im
  63. Industal kauften die Sumer Gold, in Kleinasien Silber. Aus dem Taurusgebirge brachten sie Zink und Kupfer mit. Aus dem Zagroßgebirge zusätzlich auch Holz.
  64. Auch aus Phönizien wurde Holz eingeführt und in Baktien erwarben die Sumer Lapislatsuli. Geschätzt wurden auch die sumerischen Handwerker selbst. Urukagina
  65. war der erste Sozialreformer der Geschichte. Er stammte aus der ersten Dynastie von Lagasch, erlangte die Macht jedoch nicht durch Erbschaft. sondern
  66. durch eine Volksversammlung. Der Wahl Urukaginas ging wahrscheinlich ein Volksaufstand voraus. Der vorherige Herrscher Lugalanda und seine
  67. nahestehenden Beamten galten als Bestechliche. Die erste schriftliche Erwähnung des Begriffs Freiheit oder Amagi, stammt aus den Reformen Uruk
  68. Ginas. Amagi bedeutete die Befreiung von Sklaven und lässt sich als Rückkehr zur Mutter
  69. übersetzen. Ehemalige Sklaven durften zurückkehren, um ihren Eltern zu helfen. Unter Urukagina wurden einfache Leute nicht mehr zum Zwangsdienst an
  70. Bewässerungsanlagen herangezogen. Fleißige Handwerker belohnte der König mit zusätzlichen Zahlungen und die freien Bürger wurden
  71. vor dem Machtmissbrauch des Adels geschützt. Urukagina verbot es, das Eigentum gewöhnlicher Soldaten anzutasten und
  72. stärkte die Rechte von Witwen und Weisen. Dennoch war seine Herrschaft ambivalent. Der König unterdrückte Überreste des Matriarchats und der
  73. Polyandrie. Vor den Reformen durften die Frauen von Lagasch selbstständig die Ehe auflösen und sogar mit zwei Ehemännern gleichzeitig leben. Leider stellen die
  74. Gesetze UKaginas auch das erste schriftliche Zeugnis einer Herstufung des Frauenstatus da. Doch in der Königsliste findet sich auch ein
  75. weiblicher Name. Wir wissen von einer Königin der Stadt Kisch namens Kubaba. Kubaba betrieb Taverne und stammte nicht aus adelig Hause. Sie konnte an die
  76. Macht gelangen, als die zweite Dynastie von Kisch durch das Heer von Uruk gestürzt wurde. Es ist nicht genau bekannt, wie, aber gerade in dieser
  77. Krise wurde Kubaba zur Begründerin der dritten Dynastie. Über ihre Regierungszeit ist wenig überliefert, doch wir wissen sicher, dass sie die
  78. Grundlagen von Kisch stärkte. Dies bezeugt ein Eintrag in der Königsliste. Es ist auch möglich, dass ihr Bild später die Grundlage für die
  79. Legenden um die babylonische Königin Semiramis bildete. Die Sumerer erfanden die Keilschrift, die erste Schrift der Menschheitsgeschichte. Schon allein
  80. deshalb kann man sie als eine große Zivilisation bezeichnen. Die ältesten sumerischen Texte entstanden vor 5000 Jahren.
  81. Ursprünglich bestanden die keilförmigen Wörter aus bildhaften Zeichen, also Piktogrammen. Die Sumerer waren auch die ersten, die das Rad, den Wagen und den
  82. Streitwagen erfanden. Wahrscheinlich wurden die frühesten Wagen bei rituellen Zeremonien verwendet. Mit ihnen transportierten die Summeer Herrscher,
  83. Priester und Götterbilder. Später nutzten sie Karren in der Landwirtschaft und Streitwagen für militärische
  84. Feldzüge. Außerdem erfanden die Summeer die erste Technik zur Bierherstellung. Sie hatten sogar eine Gottheit, die dem Bier vorstand, die
  85. Himmelsgöttin Prähe. Sie wurde im funkelnd reinen Wasser geboren und ihr Name bedeutete Herrin, die den Mund füllt. Bier war das wichtigste
  86. alkoholische Getränk in Mesopotamien. Die Sumerer beherrschten auch die Mathematik hervorragend. Sie erfanden das
  87. sechsagesimalsystem und waren die ersten, die das Jahr in 360 Tage und 12 Monate unterteilten. Jeder Monat hatte 29 bis
  88. 30 Tage und bestand aus sieben tägigen Wochen. Die Summeer teilten den Kreis in 360°, eine Stunde in 60 Minuten und jede Minute in 60 Sekunden.
  89. Ihr Tag bestand aus zwei Abschnitten zu je 12 Stunden. Daher stammen auch der Kalender und der 24stündige Tag von den Sumerern. Die sumerischen Priester
  90. beobachteten Sonne, Mond und den Sternenhimmel. Durch die Beobachtung der Himmelskörper lernten sie Sonnen und Mondfinsternisse
  91. vorherzusagen. Sumer bestand aus vielen Städten, die ständig miteinander und auch mit den aradischen Städten in Feindschaft lebten. Der erste, der
  92. sowohl sumerische als auch aradische Gebiete vereinte, war Zargon der Große. Wer war er? Der Legende nach war Sagons Mutter eine Hohepriesterin, doch sie
  93. konnte das Kind nicht behalten. Heimlich legte sie es deshalb in einen Korb und setzte es auf dem Eufrat aus. Das Baby strandete am Ufer der Stadt
  94. Kisch, wo es von einem vorbeikommenden Hofwasserträger gefunden wurde. Dieser zog den Jungen auf und brachte ihm das Gärtnern bei. Ein Jahr später erschien
  95. jungen Zargon im Traum die Göttin Ista, umgeben von einer Wolke aus Tauben. Sie erkannte in ihm einen großen Herrscher und segnete ihn zur Königsherrschaft.
  96. Als Sargon an die Macht kam, führte er eine Militärreform durch. Vor seiner Zeit bestand das Heer aus schwerer Infanterie und Streitwagen. Sagon jedoch
  97. stellte den unbeweglichen Verlangsen zahlreiche Bogenschützen und Krieger mit cten entgegen. Die neu aufgestellte Armee ermöglichte ihm schnell die
  98. nördlichen Städte Mesopotamiens zu erobern. Nach seinem Siegeszug suchte Sargon eine neue Hauptstadt. Doch statt eine der eroberten Städte zu wählen,
  99. entschied er sich für die unscheinbare Stadt Akad. Das Land im mittleren Verlauf von Tigris und Euprat wurde fortan Akad genannt und seine Bewohner
  100. Akada. Anschließend zog Sargon in den Süden Mesopotamiens. Er erklärte Lag den Krieg und versuchte Sumere unter seiner
  101. Herrschaft zu vereinen. Nach dem Sieg über die Armee von Lugal Zagesi nahm er diesen Gefangen, legte ihm Ketten an und stellte ihn zur Abschreckung an die Tore
  102. eines Tempels. Später wollte Sargon zeigen, dass alle Regionen gleichmäßig unter seiner Kontrolle standen. Er vollzog eine symbolische Handlung und
  103. wusch sein Schwert im Wasser des persischen Golfs. So vereinte Sargon alle Städte Mesopotamiens zu einem einzigen Staat, dem aradischen Reich. Es
  104. gilt als das erste Imperium der Geschichte. Mit dem Aufstieg von Sargons Reich begann die aradische Sprache allmählich die gesprochene Sprache der
  105. Sumerer zu verdrängen. Am Ende des zweiten Jahrtausends vor Christus wird die sumerische Sprache ausgestorben sein. Sagon regierte 55 Jahre lang und
  106. gegen Ende seiner Herrschaft brach im Süden Mesopotamiens eine Hungersnot aus. Dies führte zu Aufständen im Reich. Laut der Legende brachte der Gott Marduk die
  107. Hungersnot über das Land, weil Sagon Babylon in einem seiner Feldzüge zerstört hatte. Sagon starb ohne den Aufstand niederschlagen zu können. Sagon
  108. hatte eine Tochter namens Enheduana. Er ernannte sie auf väterlichen Rat zur Hohepriesterin im Haupttempel von Ur.
  109. Sie verfasste Hymnen und Epen in zwei Sprachen, sumerisch und aradisch. So schuf Enheduana eine neue Mythologie, die die Kulturen der Sumera und Akadia
  110. miteinander verbandt. Doch das ist nicht ihr einziges Verdienst. Enheduana ist die erste Dichterin der Geschichte, deren Name überliefert ist und damit der
  111. Beginn der lyrischen Poesie. Sie war die erste, die über sich selbst und ihre Gefühle schrieb. Enheduana wandte ihre Poesie
  112. sowohl an die Kriegsgöttin als auch an die Göttin der Liebe und Schönheit. Nach dem Tod Sargons brach im Reich ein militärischer Aufstand aus.
  113. Einer der Verschwörer vertrieb Eneduana aus dem Tempel und zwang sie, die Stadt zu verlassen. Im Exil rief sie zur Göttin
  114. Inanna: "Möge dein Herz sich zuwenden, deine Göttlichkeit auf der Erde leuchten. Mein Körper hat deine große Strafe erfahren. Klage, Bitterkeit,
  115. Schlaflosigkeit, Leid, Trennung." Die Göttin erhörte Enhed Heduanas Klagen. Naramsin, Enhed Heduanas Bruder, schlug den Aufstand nieder, kehrte in
  116. den Palast zurück und stellte sie in ihrem Amt als Priesterin wiederher. Doch den Zerfall von Sargons Reich konnte er nicht mehr aufhalten. Nach dem Tod von
  117. Naramsin versank das Reich seines Vaters mit Sargon im Chaos. Es kam zu einer Dürre und barbarische Völker, die Guter und Amoriter fielen
  118. ein. Die Flüsse Tigres und Eufrat änderten ihren Lauf. Etwa 400 Jahre später fiel das letzte unabhängige sumerische Königreich. Es wurde von
  119. Hamurabi, dem König von Babylon, erobert. Er vereinte Nord und Südmesopotamien und erließ einen der ältesten bekannten Gesetzescodes. So
  120. machte er das babylonische Reich zu einem der mächtigsten der Geschichte.

Zum Nachlesen