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Die Geschichte der Vereinten Nationen (UNO)
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 112 Zeilen
- treffen sich mindestens einmal im Jahr Vertreter von fast allen Ländern der Welt
- mit keinem geringerem Ziel als v. a. dem Weltfrieden, am Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York.
- Obwohl das Gelände mit eigener Postleitzahl diplomatisches Gebiet ist
- und keinem gehört. 2020 feiert die UNO das 75-jährige Jubiläum.
- Wir schauen uns an, wie sind die Vereinte Nationen entstanden? Wie funktionieren sie? Und: Ist es an der Zeit, sie zu reformieren?
- Untertitel: ARD Text im Auftrag von Funk (2020) Die Idee, dass sich die Staaten der Erde
- in einer gemeinsamen Organisation treffen, um Regeln festzulegen, wie sie Konflikte lösen und wie ein Krieg verhindert werden kann,
- ist ziemlich alt. Nach dem 1. Weltkrieg
- setzt sich v. a. der US-Präsident Woodrow Wilson durch, dass der Völkerbund gegründet wird.
- Dazu gibt es ein Video. Klickt oben auf das "i". Dieser Völkerbund scheitert daran, Frieden zu schaffen.
- Das zeigt der 2. Weltkrieg. Noch bevor Nazi-Deutschland
- und das Kaiserreich Japan niedergerungen sind, starten die USA und Großbritannien mit einem neuen Anlauf.
- Ihre Idee: ein System kollektiver, also gemeinsamer Sicherheit. Mit den Weltmächten als eine Art Weltpolizei.
- Die beiden Partner gewinnen viele Unterstützer, darunter auch die Sowjetunion und China.
- Noch im Juni 1945, als der 2. Weltkrieg noch nicht überall auf der Welt vorbei ist,
- aber in Europa beendet, gründen 51 Staaten die Organisation der Vereinten Nationen.
- Sie berufen sich auf den Völkerbund. Gedanklich stehen die Vereinten Nationen
- deshalb in der Tradition des Völkerbundes. Aber man versucht etwas zu tun, was die Menschen leider sehr selten tun,
- man versucht aus der Geschichte zu lernen. Die Fehler, die beim Aufbau des Völkerbundes gemacht wurden,
- sollen diesmal vermieden werden. Also dass die Nationen z. B. nicht in der Lage waren,
- internationale Aggressoren in die Schranken zu weisen und feindliche Handlungen zu verhindern.
- Aber was soll jetzt besser werden? Zunächst stellt sich US-Präsident Franklin Delano Roosevelt vor,
- dass die USA und Großbritannien, damals noch eine Weltmacht mit riesigen Kolonialgebieten,
- die Rolle einer Art Weltpolizei übernehmen. Als sich die Sowjetunion
- nach dem 2. Weltkrieg als weitere Supermacht etabliert, soll sie auch Weltpolizist werden.
- Die Idee ist einfach, dass es Staaten gibt, die Aggressoren in die Schranken weisen können,
- die Maßnahmen zur Sicherung des Friedens unternehmen können. Die Vereinten Nationen sollen kein zahnloser Tiger sein.
- Ziel 1 ist es, den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren.
- Um das zu schaffen, hat die UN einige Instrumente, die im Kern Kollektivmaßnahmen sind.
- Es sind vor allem friedliche Mittel, um Streitigkeiten beizulegen. Angriffskriege sollen verhindert werden
- und v. a. gemeinsam globale Probleme gelöst werden. So wollen die Vereinten Nationen auch im wirtschaftlichen, sozialen,
- kulturellen und humanitären Bereich zusammenarbeiten. Die Achtung der universellen Menschenrechte,
- sowie der Grundfreiheiten soll dabei gefördert und gefestigt werden. Das offiziell oberste Gremium ist die Vollversammlung.
- Jeder Staat, der Mitglied der Vereinten Nationen ist, der seinen Mitgliedsbeitrag gezahlt hat,
- hat in dieser Weltversammlung eine Stimme. Alle sind gleich. Alle beschließen mit, jede Stimme wird gehört.
- Theoretisch ist das absolut richtig. Der Zwergstaat Liechtenstein mit seinen nicht mal 39.000 Einwohnern
- hat natürlich die gleichen Rechte wie die Vereinigten Staaten von Amerika
- mit ihren 330 Mio. Einwohnern. Aber, wie das auch in der politischen Realität so ist,
- einige sind eben gleicher als andere, und v. a. mächtiger. Und da kommt noch ein anderes Gremium ins Spiel,
- das eine herausgehobene Bedeutung hat: der Weltsicherheitsrat, wie der Name schon vermuten lässt.
- Diesem Sicherheitsrat überträgt die Vollversammlung die Hauptverantwortung für den Weltfrieden,
- so steht es in der Charta, dem Gründungsvertrag der Vereinten Nationen von 1945.
- Dort bekennen sich die Mitglieder zur gemeinsamen Sicherung des Weltfriedens.
- Der Sicherheitsrat hat, und das ist vielleicht das Entscheidende, v. a. die Macht zu handeln.
- Wenn Staaten ihre Konflikte nicht beilegen können, wenn sie den Weltfrieden bedrohen,
- kann der Sicherheitsrat beschließen, dass Sanktionen verhängt werden. Ich zitiere mal aus der Charta:
- Und wenn ihnen der Abbruch von Funkverbindungen oder diplomatischen Beziehungen nicht weit genug geht,
- können sie eben auch Streitkräfte schicken. Ein Beispiel:
- Als 1990 der Irak sein Nachbarland Kuwait überfällt, beschließt der Sicherheitsrat, dass eine Armee aufgestellt wird,
- um den Irak aus Kuwait zu vertreiben. 22 Länder schicken insgesamt fast 1 Mio. Soldaten,
- die auf Anordnung des Sicherheitsrats kämpfen. Der Sicherheitsrat ist also kein zahnloser Tiger.
- Die Staaten mit der größten Verantwortung sitzen im Sicherheitsrat.
- 15 Länder haben dort einen Sitz, 10 werden alle 2 Jahre gewählt. 5 Länder sind ständige Mitglieder des Sicherheitsrates.
- Diese Länder gelten als die mächtigsten Länder der Welt. Na ja, zumindest galten sie 1945 als die mächtigsten Länder.
- Die USA, die Sowjetunion, Großbritannien, China, Frankreich. Alle 5 sind auch heute noch Atommächte.
- Statt der Sowjetunion sitzt heute Russland im Sicherheitsrat. Und den Sitz Chinas nimmt bis 1971 die Republik Taiwan ein.
- Erst seit 1971 ist die Volksrepublik China im Sicherheitsrat. Ich hatte ja gesagt,
- der Sicherheitsrat hat die Macht zum Handeln. Aber da gibt es ein Problem:
- Jedes dieser ständigen Mitglieder hat die Möglichkeit, Beschlüsse des Sicherheitsrates zu blockieren oder zu verhindern,
- indem das Mitglied ein Veto einlegt. Veto ist lateinisch und bedeutet: Ich verbiete.
- Jetzt merkt ihr schon, diese 5 Länder haben mehr Macht als die anderen 188 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen.
- Jetzt könnt ihr euch vorstellen, wie das in der Zeit des Kalten Kriegs läuft.
- Da stehen sich die USA, Großbritannien und Frankreich auf der einen Seite,
- sowie die Sowjetunion auf der anderen Seite gegenüber. Wenn die eine Seite einen Beschluss fassen will,
- die ihren Interessen dient, legt die andere Seite ein Veto ein. Damit ist der Sicherheitsrat 1945-1990 praktisch blockiert.
- Doch auch mit dem Ende des Kalten Kriegs endet das Blockieren von Beschlüssen nicht komplett,
- wie wir am Beispiel Syrien heute noch gut sehen können. Trotzdem leistet er einen Beitrag für den Weltfrieden.
- Denn im Sicherheitsrat treffen sich die beiden Supermächte jeden Tag. Sie ringen auf dem diplomatischen Parkett miteinander.
- Besser, als wenn sie mit Raketen aufeinander schießen würden. Man kooperiert, trotz aller Gegensätze in einigen Dingen,
- auch tatsächlich gemeinsam. Die Weltgesundheitsorganisation greift ein,
- wenn es zu Epidemien und Katastrophen kommt. Man einigt sich auf weltweite Regeln,
- wie man miteinander Handel treiben will. Es gibt das Kinderhilfswerk Unicef,
- Blauhelmmissionen, die Konfliktparteien trennen. Und nicht nur heute wichtig:
- Die Vereinten Nationen setzen sich für Flüchtlinge auf der Welt ein. Sie bringen weltweite Entwicklungsziele auf den Weg.
- Und, bei aller Kritik, kann man sagen, es hat sich einiges verbessert.
- Die Deutschen sind nach dem 2. Weltkrieg erst mal nicht zugelassen. Die Bundesrepublik Deutschland und die DDR
- werden erst am 18. September 1973 Mitglieder der Vereinten Nationen. Aber sie können sich nicht so einbringen wie alle anderen,
- denn es gibt Militär-Beschränkungen. Das endet erst mit der Wiedervereinigung.
- Seitdem beteiligt sich Deutschland auch an Friedensmissionen der Vereinten Nationen.
- Fünfmal wurde die Bundesrepublik in den Weltsicherheitsrat gewählt. Und: Sie ist einer der wichtigsten Geldgeber,
- auch wenn das mit den Mitgliedsbeiträgen eine ganz andere, große Diskussion ist.
- Die Vereinten Nationen begleiten auch den Prozess der Dekolonialisierung seit 1945.
- Das ist ein wichtiges Thema, was aber sehr komplex ist und ein eigenes Thema für sich wäre.
- Da gibt es vielleicht mal ein Video dazu. Ihr könnt mir glauben, wenn ich sage,
- hitzige Debatten wurden darum auch im Sicherheitsrat geführt, mit impulsiven Wortgefechten.
- Wenn ihr online nach Nikita Chruschtschow sucht, ehemaliger sowjetischer Staatschef,
- dann taucht direkt daneben der Begriff "Schuh" auf. Aus gutem Grund: Auf der UNO-Vollversammlung 1960
- brüllte Chruschtschow durch den Saal. Er beschimpfte Delegierte
- als Speichellecker oder Imperialistenknechte. Da seht ihr schon, was ich meinte,
- wenn ich gesagt hab, dass in der UNO auch gestritten wird. Aber es ging noch viel weiter:
- Chruschtschow hat dann sogar seinen Schuh ausgezogen und ... Ja, was dann passierte,
- ob er tatsächlich mit dem Schuh auf den Tisch einschlug oder ihn nur in der Hand hielt, darüber wird bis heute gestritten.
- Für mich ist das Letztere eher wahrscheinlich. Und die Vereinten Nationen sorgen auch dafür,
- dass ein Dialog von reichen und armen Ländern in Gang kommt. Da geht es um fairen Handel.
- Oder: Heute reden die Nationen über Maßnahmen gegen den menschengemachten Klimawandel.
- Wie immer sind das sehr langwierige Prozesse. Es dauert und dauert. Aber: Die Alternative ist nur, dass gar nichts vorwärtsgeht.
- Oder dass sich die einen gegen die anderen mit Gewalt durchsetzen. Heute arbeiten, ohne die Blauhelmsoldaten,
- die Truppen der Vereinten Nationen, die meist als Puffer eingesetzt werden,
- knapp 60.000 Menschen für die Vereinte Nationen. Der wichtigste Mitarbeiter ist der Generalsekretär.
- Bisher übten 9 Männer dieses Amt aus. Der erste offizielle Generalsekretär
- war Trygve Halvdan Lie, der bekannteste ist vermutlich Kofi Annan,
- und der aktuelle António Guterres. Die Vereinten Nationen haben inzwischen eine lange Geschichte.
- Sind sie in ihrer Form noch zeitgemäß oder muss die Organisation reformiert werden?
- Klar, der Ruf nach Reform der UNO erschallt sozusagen schon seit dem Tag ihrer Gründung.
- Es gibt vieles, was nicht richtig läuft. Ich zähle nur mal ein paar Fragen auf, damit ihr seht,
- worüber da diskutiert wird: Ihr seht, Fragen über Fragen. Wie die Fragen beantwortet werden,
- entscheidet über die Zukunft unserer Welt. Es sind die ganz großen Fragen der internationalen Politik.
- Vielleicht habt ihr Antworten darauf? Wenn ja, schreibt sie in die Kommentare.
- Vielleicht könnt ihr der UNO etwas weiterhelfen. Über den Völkerbund könnt ihr euch hier informieren.
- Direkt darunter gibt es ein Video von meinem Kanal über die NATO. Auch die wird in dem Zusammenhang gerne genannt.
- Mehr Geschichte gibt es bei Instagram. Account unten verlinkt in der Infobox.
- Vielen Dank fürs Zuschauen und bis zum nächsten Mal.
Zum Nachlesen
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