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Die Mehrdeutigkeit von Wörtern: POLYSEMIE und HOMONYMIE erklärt

Alexander Willich6:46 363 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 56 Zeilen
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  1. Kennt ihr das Spiel Teksselchen? Darin geht's um Wörter und deren Bedeutungen. Und das geht ungefähr so.
  2. Mein Teekässelchen steht in jeder Stadt. Mein Teekesselchen begleitet dich viele Jahre. Mein Teekesselchen findet montags
  3. bis Freitags statt. Mein Teekesselchen ist wichtig fürs ganze Leben und erraten,
  4. es geht in diesem Spiel um das Phänomen, dass Wörter mehrere Bedeutungen haben können. Und für dieses Phänomen gibt es
  5. in der Sprachwissenschaft einen Namen, genauer gesagt sogar zwei Namen, nämlich Polysemie und Homonymie. Und worin da
  6. genau der Unterschied besteht, schauen wir uns in diesem Video an mit Beispielen. Also, los geht's. Fangen wir
  7. an mit der Polysemie. Polysemie bedeutet, wir haben ein Wort, das aber mehrere Bedeutungen hat. Ihr werdet
  8. gleich bei der Homonymie sehen, warum das eine wichtige Definition ist. Ein typisches Wort, das Polysem ist, ist das
  9. Wort Schule. Das Wort Schule kann z.B. bedeuten Schule im Sinne von Unterricht. Also z.B. die Schule fängt um 8 Uhr an
  10. oder Schule im Sinne von Institution, also sowas wie die Schule hat sich in den letzten 100 Jahren stark verändert
  11. oder Schule im Sinne von Gebäude, z.B. die Schule bekommt neue Fenster. Wichtig dabei ist, bei der Polysemie haben diese
  12. Bedeutungen eines Wortes immer etwas miteinander zu tun. Das war bei diesem Wort Schule ja relativ einfach zu
  13. erkennen, dass diese einzelnen Bedeutungen irgendeinen Zusammenhang haben. Dieser Zusammenhang kann aber
  14. z.B. auch sprachgeschichtlich sein, also etymologisch, was die Wortherkunft angeht. Wichtig ist bei der Polysemie,
  15. es muss einen Zusammenhang zwischen diesen einzelnen Bedeutungen dieses Wortes geben. Und wir gehen bei der
  16. Polysemie davon aus, dass wir einziges Wort haben, das aber mehrere Bedeutungen hat, die einen gewissen Zusammenhang
  17. zueinander haben. In Wörterbüchern könnt ihr Polysemie übrigens daran erkennen, dass für dieses eine Wort meistens auch
  18. nur ein Eintrag in diesem Wörterbuch existiert. dann innerhalb dieses einen Eintrags aber verschiedene
  19. Bedeutungsvarianten dieses Wortes angegeben sind. Wenn das der Fall ist, dann haben wir es höchstwahrscheinlich
  20. mit einem Polysemen und eben nicht mit einem homonymen Wort zu tun. Kommen wir damit zur Homonymie. Bei der Homonymie
  21. ist es nicht so, dass wir ein Wort haben, das aber mehrere Bedeutungen hat, sondern wir haben mehrere Wörter, die
  22. für sich genommen je eine bestimmte Bedeutung haben. Das ist ein wichtiger Unterschied. Ein typisches Beispiel für
  23. Homonymie ist das Wort Kiefer bzw. die Wörter Kiefer, nämlich Kiefer im Sinne des Baums und Kiefer im Sinne des
  24. Knochens, der Teil unseres Kauapparates ist. Zwischen den Bedeutungen dieser beiden Wörter gibt es keinen
  25. Zusammenhang, keinen ethymologischen Zusammenhang und auch keinen irgendwie anders gearteten Zusammenhang. Die
  26. beiden Wörter heißen mehr oder weniger einfach zufällig gleich. Und das ist der wesentliche Unterschied zwischen
  27. Polysemie und Homonymie. Bei der Homony gehen wir nicht davon aus, dass es zwischen diesen einzelnen Bedeutungen
  28. irgendeinen Zusammenhang gibt. Deswegen haben wir es auch nicht mit einem Wort mit mehreren Bedeutungen zu tun, sondern
  29. mit mehreren Wörtern, die jeweils eine bestimmte Bedeutung haben. Übrigens lassen sich Homonyme häufig auch an der
  30. Grammatik unterscheiden. Nicht immer, aber häufig ist das der Fall. Bei Kiefer ist es z.B. ganz einfach zu erkennen.
  31. Der Baum ist ja die Kiefer, aber dieser Knochen des Kauapparates ist der Kiefer. Also diese beiden Wörter unterscheiden
  32. sich am Genus, also am grammatischen Geschlecht. Ein anderes Beispiel sind die beiden Homonyme Mutter und Mutter.
  33. Also Mutter im Sinne von Mutter und Vater und Mutter als der Teil, der zu einer Schraube gehört. Wenn wir diese
  34. Wörter mal in den Plural setzen, sehen wir hier auch einen grammatischen Unterschied. Mutter im Sinne von Mutter
  35. und Vater. Im Plural ist Mütter und Mutter als der Teil, der zur Schraube gehört, lautet im Plural Mutern. Also
  36. auch hier können wir einen grammatischen Unterschied zwischen diesen beiden Homonymen erkennen. Während Polyseme
  37. Wörter in Wörterbüchern häufig durch einen einzigen Eintrag dargestellt werden, der verschiedene
  38. Bedeutungsvarianten enthält, werden homonyme Wörter so dargestellt, dass mehrere Einträge für diese einzelnen
  39. homonymen Wörter existieren, die eben jeweils eine konkrete Bedeutung angeben. stellt also auch da, dass es sich dabei
  40. nicht um ein Wort mit mehreren Bedeutungen handelt, sondern um mehrere Wörter mit jeweils einer bestimmten
  41. Bedeutung. Dieser Unterschied zwischen Polysemie und Homony klingt ja erst einmal relativ einfach, aber wie ihr
  42. euch vielleicht denken könnt, gibt es auch Fälle, in denen es nicht so einfach zu entscheiden ist, ob wir es jetzt mit
  43. Polysemie oder mit Homonymie zu tun haben. Und um die kümmern wir uns jetzt und auch da habe ich ein Beispiel für
  44. euch. Und das Beispiel ist das Wort Bank. Bank im Sinne von Sitzmöbel und Bank im Sinne von Geldinstitut. Man
  45. würde ja auf den ersten Blick nicht denken, dass diese beiden Bedeutungen irgendetwas miteinander zu tun haben.
  46. Haben sie etymologisch gesehen, aber es gibt einen etymologischen Zusammenhang zwischen diesen beiden Bedeutungen, der
  47. uns heute aber wahrscheinlich nicht mehr bewusst ist. Das heißt, wir müssen aus der etymologischen Perspektive
  48. eigentlich davon ausgehen, dass es sich bei Bank um ein polysemes Wort handelt. Aber wenn wir berücksichtigen, dass uns
  49. diese Geschichte dieses Wortes heute nicht mehr so präsent ist, müssen wir eigentlich davon ausgehen, dass es sich
  50. dabei um zwei homonyme Wörter handelt. Welche Einordnung haltet ihr denn für sinnvoller? schreibt mir das mal gerne
  51. in die Kommentare. Ihr könnt jedenfalls daran erkennen, dass es manchmal schwierig ist zu entscheiden, ob es sich
  52. bei einem Wort um ein polysemes Wort handelt oder ob wir es nicht viel mehr mit mehreren homonymen Wörtern zu tun
  53. haben. Das ist also der Unterschied zwischen Polysemie und Homonymie. Wenn ihr in diesem Video etwas gelernt habt,
  54. wenn euch das Video gefallen hat, freue ich mich über einen Daumen nach oben für dieses Video. Ich freue mich, wenn ihr
  55. den Kanal abonniert, um kein weiteres Video zu verpassen. Und wir sehen uns im nächsten Video wieder. Bis dahin macht's
  56. gut. M.

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