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Wie kann ein allmächtiger Gott das Böse zulassen? | Harald Lesch
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 26 Zeilen
- Nehmen wir doch mal an, nur mal für Spaß, es gäbe Gott. Warum ist dann die Welt ungerecht? [Intro]
- Das darf doch eigentlich gar nicht sein. Wer kann uns da Auskunft geben? Natürlich ein katholischer Priester und am Besten noch einer, der was von Wirtschaftsethik versteht.
- Und das ist er: Professor Doktor Thomas Schwarz, guter Freund von mir, deswegen können wir uns duzen. [Harald Lesch] Thomas, nehmen wir mal an, nur mal für Spaß, es gäbe Gott. Warum ist die Welt dann ungerecht?
- [Harald Lesch] Warum lässt Gott diese Ungerechtigkeiten zu? Will er uns antreiben oder anschieben, damit es gerechter wird? [Harald Lesch] Oder Was ist die Aufgabe? [Thomas Schwarz] Das es einem schlecht geht, heißt nicht zwingend,
- [Thomas Schwarz] dass da der liebe Gott für verantwortlich ist, sondern, da ist es dann schon, der Mensch auch. [Thomas Schwarz] Und diese Welt, in der uns Gott hinein gesetzt hat, ist halt eine Welt, mit Naturgesetzen.
- [Harald Lesch] Auf jeden Fall wird dadurch, das Naturgesetze da sind, eben auch klar, warum wird man krank? Weil es eben [Harald Lesch] tatsächlich solche Schwankungen in Vielteilchensystemen gibt, um es mal so ganz nüchtern
- [Harald Lesch] zu erklären. Warum treten Naturkatastrophen auf, auch das ist nichts anderes als eine Reaktion auf die entsprechenden [Harald Lesch] Rand- und Anfangsbedingungen. Und warum, muss man dann natürlich die Frage stellen, warum hat Gott diese Natur-
- [Harald Lesch] Gesetzlichkeiten in die Natur gelassen? Warum ist das so wichtig? Für so eine Behandlung einer [Harald Lesch] absoluten Grenze, wie Gott? [Thomas Schwarz] Ich kann dir nur sagen, dass für mich
- [Thomas Schwarz] im Grunde, diese Frage nicht eine Frage ist, die die Theologie zu beantworten hat und immer dann, [Thomas Schwarz] wenn die Theologie anfängt, solche Fragen beantworten zu wollen, dann macht sie sich auf Dauer
- [Thomas Schwarz] irgendwann unglaubwürdig. [Harald Lesch] Aber wie ist es z.Bsp, wenn man den- [Thomas Schwarz] Ich würde eher mal sagen, Entschuldigung, für mich ist Gott eine Hoffnungsinstanz. Nicht eine Begründungsinstanz.
- [Harald Lesch] Freiheit zum Bespiel, der freie Wille, dass der Mensch ein Lebewesen sei, dass sich mit freiem Willen für oder gegen Gott [Harald Lesch] entscheiden kann. Und dann, dass natürlich nur tun kann, auf Grundlage einer Natur, die nach Regeln funktioniert und
- [Harald Lesch] die nicht chaotisch ist und damit der Mensch die Wirkungen seiner Handlungen vorraussehen kann. [Harald Lesch] Wenn er einmal angefangen hat, diese Natur- Gesetzlichkeiten zu erkennen.
- [Thomas Schwarz] Im Grunde, weil er diese Ungerechtigkeiten erst ein mal erkennt, wahrnimmt, auffasst und auch realisiert, [Thomas Schwarz] dass es da Ungerechtigkeiten gibt, dann als freier und verantwortlicher Mensch, daran zu arbeiten, zu überwinden.
- [Harald Lesch] Vielleicht sind wir nur dazu da, die Fehler, die gemacht worden sind, zu korrigieren. Damit es besser wird. [Harald Lesch] Vielleicht sind die Ungerechtigkeiten einfach nur, ja, Fehler.
- [Thomas Schwarz] Dann müsste man aber im Grunde zunächst mal, schon einen ganz klaren Sinn davon haben, was richtig ist. [Harald Lesch] Das Irre ist, das fällt mir gerade ein, das hab ich gar nicht gewusst, dass ich das gewusst habe,
- [Harald Lesch] diese Fehlerhaftigkeit, ist der Natur zumindest von der physikalischen Perspektive aus, [Harald Lesch] ist diese Fehlerhaftigkeit, also dieses Spielräume haben, der Natur tatsächlich eingewebt.
- [Harald Lesch] Also wenn man in die Struktur der Materie eintaucht, da unten schwankt alles, du kommst [Harald Lesch] also gaar nicht umhin, es wird nie so eindeutig so, es ist genau das und nichts anderes,
- [Harald Lesch] es ist geradezu der Unterschied, ist die Vorraussetzung dafür, dass das Universum sich überhaupt [Harald Lesch] in die Existenz geworfen hat. [Thomas Schwarz] Eben! Wir sind ja selber, also auch als
- [Thomas Schwarz] kleiner Theologe, wissen wir ja, heutzutage, dass gerade diese Schwankungs- [unverständlich] [Thomas Schwarz] Urknall wahrscheinlich geführt haben wird. Also, ohne Fehler, ohne diese Schwebezustände
- [Thomas Schwarz] Asymmetrien, was auch immer, würde es uns auch gar nicht geben. Von daher, [Thomas Schwarz] und wir nehmen ihn, als Menschen, noch einmal und jetzt sind wir sehr philosophisch,
- [Thomas Schwarz] aber Philosophie ist ja auch eine Wissenschaft; Diese Schwankungen in unserem eigenen [Thomas Schwarz] Leben dann auch noch mal ganz neu und klarer auch in unserem sozialen Gefüge wahr
- [Thomas Schwarz] und merken dort, dass sie einerseits positiv sein können, denn Unterschiede führen ja auch [Thomas Schwarz] zu Kreativität und führen zu Fortschritt, aber auch destruktiv wirken können, wenn wir sie nicht zu
- [Thomas Schwarz] steuern versuchen, wozu wir als Menschen auch in der Lage sind [Harald Lesch] wir merken ja daran, dass es taucht ein neuer Mensch auf, in unseren Lebensumständen
- [Harald Lesch] und auf einmal ist die Welt ganz anders. Also, es kann ständig was neues passieren, positiv wie [Harald Lesch] negativ und ich finde ja einen Satz ganz herrlich, von dem tschechischen Theologen,
- [Harald Lesch] Tomáš Halík: "Glaube, Hoffnung und Liebe, sind drei Formen der Geduld mit Gott." Und die braucht man [Harald Lesch] vielleicht auch, bei der Frage der Gerechtigkeit in dieser Welt.
- [Thomas Schwarz] Genau, dann werden wir nämlich auch Gott gerecht.