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Wie kann ein allmächtiger Gott das Böse zulassen? | Harald Lesch

Terra X Lesch & Co4:55 339.987 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 26 Zeilen
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  1. Nehmen wir doch mal an, nur mal für Spaß, es gäbe Gott. Warum ist dann die Welt ungerecht? [Intro]
  2. Das darf doch eigentlich gar nicht sein. Wer kann uns da Auskunft geben? Natürlich ein katholischer Priester und am Besten noch einer, der was von Wirtschaftsethik versteht.
  3. Und das ist er: Professor Doktor Thomas Schwarz, guter Freund von mir, deswegen können wir uns duzen. [Harald Lesch] Thomas, nehmen wir mal an, nur mal für Spaß, es gäbe Gott. Warum ist die Welt dann ungerecht?
  4. [Harald Lesch] Warum lässt Gott diese Ungerechtigkeiten zu? Will er uns antreiben oder anschieben, damit es gerechter wird? [Harald Lesch] Oder Was ist die Aufgabe? [Thomas Schwarz] Das es einem schlecht geht, heißt nicht zwingend,
  5. [Thomas Schwarz] dass da der liebe Gott für verantwortlich ist, sondern, da ist es dann schon, der Mensch auch. [Thomas Schwarz] Und diese Welt, in der uns Gott hinein gesetzt hat, ist halt eine Welt, mit Naturgesetzen.
  6. [Harald Lesch] Auf jeden Fall wird dadurch, das Naturgesetze da sind, eben auch klar, warum wird man krank? Weil es eben [Harald Lesch] tatsächlich solche Schwankungen in Vielteilchensystemen gibt, um es mal so ganz nüchtern
  7. [Harald Lesch] zu erklären. Warum treten Naturkatastrophen auf, auch das ist nichts anderes als eine Reaktion auf die entsprechenden [Harald Lesch] Rand- und Anfangsbedingungen. Und warum, muss man dann natürlich die Frage stellen, warum hat Gott diese Natur-
  8. [Harald Lesch] Gesetzlichkeiten in die Natur gelassen? Warum ist das so wichtig? Für so eine Behandlung einer [Harald Lesch] absoluten Grenze, wie Gott? [Thomas Schwarz] Ich kann dir nur sagen, dass für mich
  9. [Thomas Schwarz] im Grunde, diese Frage nicht eine Frage ist, die die Theologie zu beantworten hat und immer dann, [Thomas Schwarz] wenn die Theologie anfängt, solche Fragen beantworten zu wollen, dann macht sie sich auf Dauer
  10. [Thomas Schwarz] irgendwann unglaubwürdig. [Harald Lesch] Aber wie ist es z.Bsp, wenn man den- [Thomas Schwarz] Ich würde eher mal sagen, Entschuldigung, für mich ist Gott eine Hoffnungsinstanz. Nicht eine Begründungsinstanz.
  11. [Harald Lesch] Freiheit zum Bespiel, der freie Wille, dass der Mensch ein Lebewesen sei, dass sich mit freiem Willen für oder gegen Gott [Harald Lesch] entscheiden kann. Und dann, dass natürlich nur tun kann, auf Grundlage einer Natur, die nach Regeln funktioniert und
  12. [Harald Lesch] die nicht chaotisch ist und damit der Mensch die Wirkungen seiner Handlungen vorraussehen kann. [Harald Lesch] Wenn er einmal angefangen hat, diese Natur- Gesetzlichkeiten zu erkennen.
  13. [Thomas Schwarz] Im Grunde, weil er diese Ungerechtigkeiten erst ein mal erkennt, wahrnimmt, auffasst und auch realisiert, [Thomas Schwarz] dass es da Ungerechtigkeiten gibt, dann als freier und verantwortlicher Mensch, daran zu arbeiten, zu überwinden.
  14. [Harald Lesch] Vielleicht sind wir nur dazu da, die Fehler, die gemacht worden sind, zu korrigieren. Damit es besser wird. [Harald Lesch] Vielleicht sind die Ungerechtigkeiten einfach nur, ja, Fehler.
  15. [Thomas Schwarz] Dann müsste man aber im Grunde zunächst mal, schon einen ganz klaren Sinn davon haben, was richtig ist. [Harald Lesch] Das Irre ist, das fällt mir gerade ein, das hab ich gar nicht gewusst, dass ich das gewusst habe,
  16. [Harald Lesch] diese Fehlerhaftigkeit, ist der Natur zumindest von der physikalischen Perspektive aus, [Harald Lesch] ist diese Fehlerhaftigkeit, also dieses Spielräume haben, der Natur tatsächlich eingewebt.
  17. [Harald Lesch] Also wenn man in die Struktur der Materie eintaucht, da unten schwankt alles, du kommst [Harald Lesch] also gaar nicht umhin, es wird nie so eindeutig so, es ist genau das und nichts anderes,
  18. [Harald Lesch] es ist geradezu der Unterschied, ist die Vorraussetzung dafür, dass das Universum sich überhaupt [Harald Lesch] in die Existenz geworfen hat. [Thomas Schwarz] Eben! Wir sind ja selber, also auch als
  19. [Thomas Schwarz] kleiner Theologe, wissen wir ja, heutzutage, dass gerade diese Schwankungs- [unverständlich] [Thomas Schwarz] Urknall wahrscheinlich geführt haben wird. Also, ohne Fehler, ohne diese Schwebezustände
  20. [Thomas Schwarz] Asymmetrien, was auch immer, würde es uns auch gar nicht geben. Von daher, [Thomas Schwarz] und wir nehmen ihn, als Menschen, noch einmal und jetzt sind wir sehr philosophisch,
  21. [Thomas Schwarz] aber Philosophie ist ja auch eine Wissenschaft; Diese Schwankungen in unserem eigenen [Thomas Schwarz] Leben dann auch noch mal ganz neu und klarer auch in unserem sozialen Gefüge wahr
  22. [Thomas Schwarz] und merken dort, dass sie einerseits positiv sein können, denn Unterschiede führen ja auch [Thomas Schwarz] zu Kreativität und führen zu Fortschritt, aber auch destruktiv wirken können, wenn wir sie nicht zu
  23. [Thomas Schwarz] steuern versuchen, wozu wir als Menschen auch in der Lage sind [Harald Lesch] wir merken ja daran, dass es taucht ein neuer Mensch auf, in unseren Lebensumständen
  24. [Harald Lesch] und auf einmal ist die Welt ganz anders. Also, es kann ständig was neues passieren, positiv wie [Harald Lesch] negativ und ich finde ja einen Satz ganz herrlich, von dem tschechischen Theologen,
  25. [Harald Lesch] Tomáš Halík: "Glaube, Hoffnung und Liebe, sind drei Formen der Geduld mit Gott." Und die braucht man [Harald Lesch] vielleicht auch, bei der Frage der Gerechtigkeit in dieser Welt.
  26. [Thomas Schwarz] Genau, dann werden wir nämlich auch Gott gerecht.

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