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Textquellenanalyse in Geschichte: So gehst du vor! | STARK erklärt

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Transkriptautomatisch erstellt · 29 Zeilen
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  1. Geschichte ist wie eine Reise in die Vergangenheit. Aber woher wissen wir eigentlich, wie es früher gewesen ist? Um das herauszufinden,
  2. beschäftigen sich Historiker mit vielen unterschiedlichen Quellen. Dazu gehören Briefe, Münzen, Bauwerke, Zeitungen, Lieder, Gemälde oder Fotografien.
  3. Wie du schriftliche Quellen oder Textquellen zum Sprechen bringst, das erfährst du in diesem Video. Schauen wir uns an einem Auszug aus einer Rede beispielhaft an, wie du formale,
  4. inhaltliche und sprachliche Aspekte aus einer Textquelle herausarbeiten kannst. Liest dir erst einmal die Überschrift und die einleitenden Hinweise gut durch. Sie erleichtern
  5. oft das Verständnis. Anschließend liest du dir den Quellentext aufmerksam durch. Jetzt hast du dir bereits einen ersten Überblick verschafft. Nun arbeitest du die formalen Aspekte heraus. Dazu
  6. gehören die konkrete Quellenart, der Verfasser der Quelle sowie Zeitpunkt und Ort ihrer Entstehung. In diesem Fall handelt es sich um eine politische Rede. In der Einleitung erfährst du,
  7. dass die Rede vom SPD-Politiker und damaligen Reichsministerpräsidenten Gustav Bauer gehalten wurde und zwar am 23. Juni 1919 in der Weimarer Nationalversammlung. Klären musst du auch,
  8. an welche Adressaten sich ein Text richtet. Bauer hat die Rede vor den Abgeordneten der Nationalversammlung gehalten. Möglicherweise wurde seine Ansprache aber noch in einer Zeitung
  9. veröffentlicht, sodass sie sich zusätzlich an die damalige Öffentlichkeit richtete. Besonders wichtig ist der Inhalt des Textes, dessen wesentliche Aussagen du mit eigenen Worten
  10. zusammenfassen sollst. Es empfiehlt sich, die Quelle in Sinnabschnitte einzuteilen, um die Gliederung und den Aufbau der Argumentation zu verdeutlichen. Beziehe in deine eigene Darstellung
  11. auch zentrale Begriffe und Formulierungen ein und verwende die indirekte Rede oder direkte Zitate, um die Meinung des Verfassers wiederzugeben. Thematisch geht es in diesem Text um die
  12. Unterzeichnung des Versailler Vertrags durch Deutschland. Bauers Ausführungen zu diesem Thema kannst du gut in zwei Abschnitte aufteilen. Im ersten Teil verweist Bauer darauf, dass
  13. die Nationalversammlung gestern mehrheitlich für die bedingte Unterzeichnung des Vertrags gestimmt habe. Auf diese Weise habe man noch versucht, die Zuweisung der Kriegsschuld, ein unwahres
  14. erpresstes Schuldbekenntnis, zu verhindern und die eigene Ehre zu bewahren. Dieses Vorhaben sei aber an der Entente gescheitert. Im zweiten Teil ruft Bauer dazu auf, heute nicht mehr zu protestieren,
  15. sondern den Vertrag bedingungslos zu unterzeichnen. Dies sei unvermeidlich, da das Ultimatum der Siegermächte bald ablaufe und Deutschland nicht mehr kämpfen könne. Bauer
  16. betont jedoch auch, dass Deutschland zwar wehrlos, aber keinesfalls ehrlos sei. Nimm bei diesem Text auch die sprachliche Gestaltung in den Blick, da diese den Inhalt noch verstärkt. So unterstreichen
  17. hier Formulierungen wie unwahres erpresstes Schuldbekenntnis, Verknechtung, Verachtung an Leib und Seele vergewaltigt oder Folterszene, das Bauer den Umgang der Siegermächte mit dem besiegten
  18. Deutschland ungerecht findet. Für das Verständnis des Textes ist außerdem der historische Kontext wichtig. Auf welche Ereignisse bezieht sich die Quelle? Vor welchem zeitgeschichtlichen
  19. Hintergrund ist sie entstanden? Suche hierfür nach Hinweisen in den einleitenden Informationen sowie im Quellentext selbst und greife auf dein Wissen zurück. Nach der Niederlage Deutschlands im Ersten
  20. Weltkrieg und dem Waffenstillstand im Herbst 1918 handelten die Siegermächte ab Januar 1919 ohne deutsche Beteiligung den Versailler Vertrag aus. Dabei sorgte insbesondere der Kriegsschuld
  21. Artikel 231 für Empörung in Deutschland. Der Vertrag war jedoch mit einem Ultimatum verbunden. Sollte Deutschland nicht unterzeichnen, werde der Waffenstillstand aufgehoben. In diesem Kontext
  22. ist Bauers Rede vom 23. Juni 1919 einzuordnen. Schließlich wurde der Versa Vertrag am 28. Juni 1919 von Seiten Deutschlands unterzeichnet und stellte anschließend eine große Belastung für
  23. die Weimarer Republik dar. Stelle dir nun noch die Frage, welche Intentionen der Verfasser bzw. Redner verfolgt. Zum einen versucht Bauer seine Zuhörer von seiner Position zu überzeugen.
  24. Seiner Ansicht nach bleibt Deutschland nichts anderes mehr übrig, als den Friedensvertrag zu unterzeichnen. Zum anderen scheint Bauer aber auch sein eigenes Handeln rechtfertigen
  25. zu wollen. Die Reichsregierung habe noch versucht ein so Bauer unwahres erpresstes Schuldbekenntnis zu verhindern, was aber an den Siegermächten gescheitert sei. So, jetzt die Aspekte der
  26. Quellenanalyse noch einmal zusammengefasst. Zu den formalen Merkmalen gehören die Quellenart, der Verfasser der Quelle sowie Zeitpunkt und Ort ihrer Entstehung. Außerdem die Adressaten, an die sich
  27. der Text richtet. Bei der Erschließung des Inhalts sollte man wesentliche Aussagen zusammenfassen, den Aufbau der Argumentation herausarbeiten und die Meinung des Verfassers deutlich machen. Die
  28. sprachliche Gestaltung kann den Inhalt noch verstärken. Die Einordnung einer Quelle in den historischen Kontext hilft dabei, einzelne Inhalte besser zu verstehen. Außerdem sollte die
  29. Intention des Verfassers herausgearbeitet werden, also die Absicht, die hinter dem Text steckt.

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