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Englisch: Language is to humans what water is to fish - Einfach unterrichten
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 105 Zeilen
- [Musik] Einfach Unterrichten, der Podcast von Friedrich Plus aus dem Friedrich Verlag. Wir bringen innovativen Unterricht für
- Lehrkräfte auf den Punkt. Herzlich willkommen beim Podcast Einfach unterrichten vom Friedrich Verlag. Mein Name ist Veronika Obermeier vom Institut
- für digitales Lernen und wir legen gleich los. Unser Thema heute natürlich Sprache, denn Sprache ist für Menschen das, was für Fische das Wasser ist. Wir
- können ohne sie nicht leben und sie ist immer um uns, häufig ohne dass wir darüber nachdenken. Aber genau das bräuchten wir zum Sprachen lernen.
- Reflexionsvermögen über Sprache. Spracheverwerb erfolgt nicht automatisch und von allein und zum Sprachgebrauch und auch dem Sprachgebrauch sollte man
- Beachtung schenken, um nicht in Fettnäpfchen zu treten. Deshalb geht es im Podcast einfach unterrichten Englisch heute um Language Awareness, also die
- Sprachbewusstheit. Dazu begrüße ich Dorothé Coold Dietrich. Sie ist Professorin an der PH Karlsruhe für englische Sprachwissenschaft und
- Fremdsprachendidaktik und Herausgeberin der einfach unterrichten Ausgabe zu unserem heutigen Thema. Herzlich willkommen, Dorothé nach dieser langen
- Einleitung. Vielen Dank für die Begrüßung. Hallo. Sprachbewusstheit oder Language Awareness, ich habe da schon eine wage
- Vorstellung, was damit gemeint sein könnte, aber was bedeutet Sprachbewusstheit denn genau? Ja, wenn man es ganz grundlegend definieren
- möchte und ich folge dabei der Association for Language Awareness, die im Jahr 1994 gegründet wurde, beschreibt es das explizite Wissen über Sprache und
- die bewusste Wahrnehmung von Sprache, Sensibilität für Sprache beim Sprachenlernen, beim Spracherunterrichten,
- aber auch beim Sprachgebrauch im Allgemeinen. Ja, und die Wichtigkeit der Sprachbewusstheit wurde auch in den ähm
- Bildungsstandards, die KMK 2023 für den mittleren Schulabschluss ähm publiziert hat, nochmals aufgenommen. Und hier geht es bei Sprachbewusstseheit um Wissen
- über Struktur und Gebrauch der Fremdsprache und anderer Sprachen. Und dabei ist sowohl die korrekte Verwendung von Sprache, das kann man natürlich
- kritisch diskutieren, aber als auch als auch die pragmatische Angemessenheit wesentlich. Äh und das Schöne an der Definition von Sprachbewusstseheit ist,
- dass sie bewusst ähm individuelle Mehrsprachigkeit mit einbezieht und eben auch deutlich macht, dass Sprachbewusstheit vom Sprachvergleich
- lebt, das gesamte linguistische Repertoire in den Blick zu nehmen. Das finde ich ja toll, weil die Mehrsprachigkeit in unseren
- Klassenzimmern wird ja äh immer mehr und ähm gibt ja dann auch eine ganz neue Würdigung unseren Schülerinnen und Schülern, die äh mit anderen Sprachen
- schon in die Schule kommen, oder? Ja. Sprachen sind generellin eine Ressource, auch eine kognitive Ressource und das gilt für alle Sprachen. Das gilt
- für Familiensprachen, für Herkunftsprachen, aber auch für Schulsprachen, die man gelernt hat. Ich könnte mir auch vorstellen, dass es
- einfach mehr Freude macht. Äh wenn man eine gewisse Sprachbewusstheit hat, kommt ja auch häufig viel Witz und Nachdenken über Sprache zustande. Ähm,
- ich möchte jetzt mal überleiten zu ähm Thema, dass ihr aufgegriffen habt, einem Unterrichtsvorschlag. Äh, da kommt eben dieser Witz recht gut raus und zwar für
- die Klasse 5 und 6, diese Fabel, wie das Kamel zu seinem Höcker kam. Kannst du uns da mehr erzählen? Genau. Also, dieser Unterrichtsentwurf ähm für die
- Orientierungsstufe zielt genau darauf ab, Sprachbewusstheit sowohl ähm auf der Ebene der Sprache ähm zu entwickeln, zu fördern, aber auch ähm das Genre in den
- Blick zu nehmen. Und das Genre, das hier im Fokus steht, ist die Fabel. Und die Schülerinnen sind sicher mit diesem Genre Fabel vertraut aus dem
- Deutschunterricht. Ähm und es geht darum zu überlegen, was macht strukturell eine Fabel aus und wie kann ich dieses Wissen über textuelle Strukturen von Fabeln
- nutzen, um mir eine Fabel in der Fremdsprache zu erschließen? Und natürlich ähm fordert das Lesen eines solchen nicht didaktisierten Textes,
- dass ähm ja man Toleranz entwickelt gegenüber unbekannten Wendungen, idiomatischen Wendungen und versucht diese zu erschließen mit dem
- sprachlichen Wissen, dass man hat. Das ist in unteren Glassenstufen sicherlich eher noch implizit, dass ein solches Wissen angewandt wird, aber man kann es
- natürlich auch explizieren. Und eine Idee dieses Beitrages ist eben auch ein Sprachlern Tagebuch zu führen und sich der eigenen Strategien, die man nutzt,
- um den Text zu erschließen, um Sprache zu verstehen, ähm bewusst zu machen. Da schlägt natürlich das zweite Herz in meiner Brust, dass der Deutschlehrerin
- auch gleich höher, wenn äh Texterschließungsstrategien auf diese Art geübt werden oder eingeübt werden, weil ich glaube, das haben wir auch in
- muttersprachlichen Texten, dass man immer wieder mit äh Wendungen, mit neuen Wörtern konfrontiert wird, die man äh eben noch nicht kennt und äh sich da
- nicht ins Boxhorn jagen lassen darf. Der der Unterrichtsvorschlag für die Mittelstufe ähm ist für mich quasi noch aktueller gesetzt. Und zwar arbeitet ihr
- da mit KI. Ähm, kannst du dazu mir erzählen? Bei dem Vorschlag für ähm ja, die weitere Sekundarstufe sozusagen für die oberen
- Klassen der Sekundarstufe geht es darum, eine ganz konventionelle Textsorte zu verfassen, nämlich ein ähm einen Coverletter, ein Anschreiben und ein
- Bewerbungsschreiben. Ähm das ist eine relativ gängige Textsorte, die natürlich auch immer wieder revidiert wurde. Es gibt jetzt ja
- auch viele technische Möglichkeiten. Nichtsdestotrotz wird sie häufig in Lehrwerken noch geübt. Und die Idee dieses Beitrages ist, ob man ähm eine
- solche Bewerbung mit zur Hilfenahme von KI gut verfassen kann. Aber auch ähm es geht dabei auch darum zu reflektieren ähm ja, welche Leistungen die KI nicht
- erbringen kann. Und die Schülerinnen und Schüler arbeiten mit Deep L und ähm reflektieren auch gemeinsam über die Texte, um zu überlegen, welches der
- Beispiele sind Best Practice Beispiele. Ja, und ganz wichtig, sie diskutieren eben auch im Anschluss äh an diese Unterrichtseinheit, ob ähm künstliche
- Intelligenz als Tool geeignet ist, um solche Briefe zu verfassen. Und die Hoffnung ist natürlich, dass man erkennen kann, dass für bestimmte
- sprachliche Strukturen, die auch im Bezug auf diese Textsorte relativ konventionalisiert sind, dass man das durchaus ganz gut übernehmen kann. Man
- erhält sicher auch ähm Input für idiomatische Wendung, aber die Kreativität und die Eigenheit ähm eines solchen Schreibens, das müssen die
- Schülerinnen und Schüler natürlich auch selber entwickeln und selber leisten. Ich finde es total spannend. Glaubst du, dass diese Sprachbewusstheit da eine
- Kernkompetenz wird, wenn wir in Zukunft immer mehr mit KI generierter Sprache umgehen? Also, ich glaube, dass Sprachbewusstheit wichtiger denn je ist,
- weil genau das der Punkt ist, wir müssen unterscheiden lernen, ähm so gut wie möglich zwischen authentischen, wobei authentisch ist ein schwieriger Begriff,
- aber zwischen Texten und ihren Autoren äh zu unterscheiden und herauszufinden, welche Messages äh sind richtig oder welchen Messages können wir Glauben
- schenken, was es sozusagen generiert. Und ähm um dies zu leisten, das ist ja auch letztendlich eine wichtige demokratische Funktion, ähm ist eben der
- reflektierte und der kritische Umgang mit KI nützlich. Und da ist es eben auch nützlich, einfach mal mit dem Tool zu arbeiten und zu sehen, wie es
- funktioniert und was es produziert auf bestimmte Prompts hin. Also, ich halte es im Hinblick darauf, dass auch ähm ja Lehrwerksaufgaben oder generell Aufgaben
- im Unterricht sich an lebensweltlichen Problemen orientieren sollten. Äh die Nutzung von KI für sehr sehr wichtig, um kritisch damit umzugehen. Sie ist eben
- kein Allheilmittel, aber sie kann gewisse Stützfunktionen leisten. Ja, unbedingt. Und es wird ja auch unsere Aufgabenformate ordentlich
- durcheinander wirbeln in den kommenden Jahren im Fremdsprachenunterricht oder wie siehst du das? Ja, Aufgabenformate und sicherlich auch Prüfungsformate,
- weil wir entsprechend auch Prüfungsformate anpassen müssen. Und wir müssen ähm Prüfungsformate dahingehend ähm ausrichten, dass sie eben genau
- diese kritische Bewusstheit einfordern, diesen kritischen Umgang mit Texten, diesen sprachreflexiven Umgang mit Texten. Glaubst du, ich kann den in der
- Mittelstufe erreichen, wenn wenn die selbst oft vielleicht auch noch gar nicht mit dem Grammatikerwerb fertig sind, dass dass es dann schon möglich
- ist, diese Texte so kritisch zu bewerten, die mir eine KI vielleicht in Hochsprache gibt. In der stärkeren kritischen Fokussierung
- sehe ich es auch eher in der Oberstufe, aber man muss es auf jeden Fall ab Klassenstufe 9 und 10 anbahnen. Also, das wäre auch die Idee dieser
- Unterrichtseinheit und eben auch deswegen ähm inklassenstufe 9, weil die Grundkompetenzen im Schreiben erstmal gelegt sein müssen im Schreiben und
- lesen, bevor man mit KI arbeitet. Also, das würde ich für sinnvoll halten, ähm dass man man braucht einen Grundstock an Wissen über das Schreiben, um dann eben
- kritisch mit der KI umgehen zu können. Und man braucht vielleicht auch ähm man hat sicherlich auch im Bereich KI eine große Heterogenität im Klassenzimmer.
- Manche benutzen Deep L vielleicht oder andere andere noch nicht oder haben da keinen Bezahlzugang und wie auch immer ähm zu
- einer KI. Ich glaube, das ist ganz wichtig, dass mal alle das ausprobieren dürfen, um auf den gleichen Stand zu kommen.
- Und die KI bietet natürlich auch Möglichkeiten des differenzierenden Unterrichtens. Also, das würde ich sagen ist auch ein Potenzial, dass sie
- durchaus hat. Ja, sehr schön. Wir müssen nur lernen, sie zu nutzen im Klassenzimmer. Genau.
- Von dem her finde ich das schön, dass sie das Anlegung gibt, um auch eben auch uns Lehrkräfte da gut mitzunehmen. Du hast gerade die Oberstufe erwähnt, da
- geht dir ja eigentlich noch einen Schritt weiter, dann sogar in in dieser Sprachbewusstheit, oder? Genau. Also in diesem Beitrag ist wirklich der Stus,
- der Fokus ähm ganz stark auf der Critical Language Awareness und das geht darum ähm Machtstrukturen und Kolonialität im Sprachgebrauch
- aufzudecken, kritisch zu reflektieren und auch zu überlegen, wie könnte man ähm alternativ formulieren. Ähm der Beitrag fokussiert Karlsruhe als Stadt.
- Ähm, es ist sozusagen der Ansatz ähm ja ein ähm eines Linguistic Landscaping. Ähm und man versucht Sprache wahrzunehmen und zu erfahren in der
- eigenen Umgebung, im eigenen in der eigenen Situiertheit ähm in unterschiedlichen Zeichen. Also ist auch eigentlich ein semiotischer Ansatz. Ähm
- z.B. Man reflektiert ähm Straßennamen, ähm Schilder an Geschäften, aber auch Denkmäler ähm und reflektiert auf dieser Basis ähm eben den Zeichengebrauch, den
- Sprachgebrauch kritisch, der ja in bestimmten historischen Epochen entstanden ist. Finde ich ganz toll, weil da haben wir
- auch in Deutschland, auch in unserem Deutsch noch genügend Relikte, die äh auf die Kolonialzeit verweisen und möglicherweise auch zeigen, dass in
- unserem Denken noch was aus dieser Zeit vorhanden ist. Ähm, sehr schön. Was mich ja wahnsinnig gefreut hat, ist äh, dass hier ein
- Thema, das äh ein absoluter Dauerbrenner ist, Präpositionen, ähm sozusagen für alle Jahrgangsstufen und für alle Lernenden äh aufbereitet
- habt. Und ähm das Beispiel mit dem Bus war mir tatsächlich neu. Natürlich kannte ich die Präposition, aber ich wusste nicht, was es damit auf sich hat.
- Kannst du es mal erklären? Genau. Also bei der Methode im Fokus ähm geht es um einen Ansatz ähm Präposition systematisch zu erwerben, der auf der
- kognitiven Linguistik basiert und überlegt, wie man ähm ja diese linguistische ähm Richtung oder dieses diese linguistische Theorie im
- Unterricht anwenden kann. Und da ist eine ein sehr wichtiger Punkt, dass Bodyment ähm inwiefern wir räumlich zeitliche Beziehungen, die ja über
- Präpositionen ausgedrückt werden, auch über den Körper erfahren können oder auch über Visualisierung. Ähm das Bodesbeispiel ist ein Beispiel,
- das da zu finden ist, aber ein anderes ist z.B. ähm dass Schülerinnen häufig ähm auf dem Bild übertragen, transferieren ins
- Englische. Es heißt aber in the Picture und das sozusagen einfach eine andere Fokussierung, dass eben in der deutschen Verwendung eher die Oberfläche eines
- Bildes im Vordergrund steht und im Englischen eben eher der Rahmen, in dem sich ein Bild befindet. Und die Idee dieses Ansatzes ist es, ähm einfach
- diesen Sprachgebrauch kritisch zu reflektieren. Das ist auch nicht auf eine bestimmte Klassenstufe festgelegt, sondern es sind einfach Möglichkeiten
- durch kognitivlinguistisch ähm inspirierte Bewusstmachungsstrategien Sprachgebrauch zu reflektieren und eben die Bewusstmachung
- lerneffizient äh zu nutzen. Und das bietet sich eben besonders dann an, wenn sprachliche Phänomene per se Schwierigkeiten
- mich bringen oder für Schülerinnen schwierig im Erwerb sind, die man bisher halt immer einfach auswendig lernen hat lassen.
- Genau. Also das ist eben die Idee. Die Bewusstmachung soll eben genau eine ähm ein Gegenmodell zum einfachen auswendig Lernen darstellen, ohne das in Frage
- stellen zu wollen. Was ist eben genau der Punkt, dass die Bewusstmachung ähm dem Behalten, dem Verstehen dienen soll? Schön ist, es dauert ja auch gar nicht
- lange. Ich glaube, das könnte wirklich auch so ein kleiner Impuls immer wieder sein, der häufig auch mehr bringt als lange Grammatikeinführungen
- mit vielen Tabellen und Listen zum Auswendig lernen. Das Sprachbewusstsein ähm hilft mir ja auch äh sozusagen Fettnäpfchen zu vermeiden, indem ich
- kognitiv verstanden habe, was ähm was da in der anderen Sprache passiert. Und ich kann auch entdecken, wie Macht über Sprache ausgeübt wird oder Macht bis
- heute noch in Sprache deutlich wird. Kannst du dem auch so zustimmen? Ja, und ich würde gerne noch ergänzen zum pragmatischen Aspekt, den du erwähnt
- hattest. Ähm ja, Sprachbewusstheit ist eben auch Bewusstseit über pragmatische Eigenheiten von Sprache. Und dabei geht es darum, die Interessen, die
- Bedürfnisse, der Adressatinnen in den Blick zu nehmen, äh kontextuelle Elemente zu berücksichtigen, eben Situations und Adressatenpezifizität
- in der Sprache mit aufzunehmen. Eben nicht nur Strukturen, grammatische Strukturen, Konstruktionen, sprachliche Korrektheit, sondern eben auch die
- Angemessenheit von Sprache. Und das hilft letztendlich auch mit Konflikten umzugehen oder auch Konflikte zu vermeiden. Das ist ja auch ein ganz
- wesentlicher Aspekt einer gelungenen Kommunikation. Sehr schön. Und da hoffen wir doch dann, dass die Language Awareness Einzug hält
- in die Klassenzimmer noch mehr als sie es jetzt schon getan hat. Das wünsche ich mir auch, denn es ist eine gute Ergänzung zu ja einem
- kommunikativ und aufgabenorientierten Unterricht. Ich danke dir vielmals für dieses schöne Gespräch. Alles Gute dir.
- Sehr gerne. Danke auch. Tschüss. [Musik] Das war einfach Unterrichten, der Podcast von Friedrich Plus aus dem
- Friedrich Verlag. Wir bringen innovativen Unterricht für Lehrkräfte auf den Punkt. Video.
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