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Schlüsselwerke der klass. Musik - 42 Werke, die die Musikgeschichte verändert haben (1550 - 1940)

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  1. Nach der Plünderung Roms 1527 wurde Venedig zum musikalischen Zentrum Europas. Der Markusdom wurde zum Anziehungspunkt der musikalischen Elite.
  2. Aufgrund seiner einzigartigen Architektur, insbesondere der räumlichen Verteilung von Chor Podesten, den sogenannten Korispezati,
  3. erlaubte der Tom den Komponisten mit Stereoeffekten und Echo zu spielen. Der erste, der diesen Effekt zu Nutze machte, war Adrian Willard, der 35 Jahre
  4. lang der Kapellmeister des Doms war. Dieser moderne Surround Effekt seiner Psalmen Salm Bezati machte die
  5. venezianische Mehrhörigkeit in ganz Europa berühmt und inspirierte die Entwicklung zur Klangpracht der Kirchenmusik.
  6. Willer beeinflußte nicht nur seine berühmten Schüler Gabriele und Deore, sondern auch die Florentinische Kamerater. Selbst Heinrich Schütz
  7. adaptierte die veneanische Mehrhörigkeit beispielsweise in seinem berühmten Psalmen Davids. Das vierstimmige Material Galumnis
  8. Ferentes gehört nicht zu den bekanntesten Werken dieser Zeit, doch es hatte es in sich. Hören wir den Beginn von Dirores Material mit einem
  9. Chromatismus, der selbst unsere Ohren irritiert. Dieses Matteal beeinflusste die Entwicklung der Musik maßgeblich.
  10. Namentlich Orlando de Lasso und Claudio Monteverde bezogen sich auf dieses Werk und Monteverde nannte dessen düstere Chromatik gar den Ursprung der Sekund
  11. Pratik, also der affekten getriebenen Musik. Die kunstvolle Polyphonie der Kirchenmusik wurde Mitte des siebzehn.
  12. Jahrhunderts Zielscheibe der Kritik. Das Trienter Konzil forderte eine Reform der Kirchenmusik in Richtung einer Vereinfachung der musikalischen
  13. Struktur, da die Polyphonie die Textverständlichkeit in der Liturgie hinderte. Dies hätte für die Kirchenmusik einen
  14. gewaltigen Rückschrieb bedeutet. Diese Herausforderung inspirierte Paläina sein schönstes Werk zu schreiben, mit dem er der Kirche aufzeigen konnte, dass die
  15. Würde und Textverständlichkeit mit der zeitgenössischen Kirchenmusik vereinbar sein können.
  16. Es war so dem Genie Paläinas und seiner Misser Pape Marcelli geschuldet, dass die mehrstimmige Musik für ein weit halbes Jahrhundert als beherrschende
  17. Kunstform überdauern sollte. Das ausschließlich von Frauen besetzte dreiköpfige Vokalensemble Concerto de Dame in Ferrara erreichte
  18. europaweite Berühmtheit. Der Begründer des Ensembles und Hauptkopponist der aufgeführten Werke war der Norditaliener Luzasco Luzaski. Die wichtigste
  19. musikalische Neuerung der Concerto delle Dame war die Vervielfachung der Verzierungen auf den Vokalstimmen. Dazu gehörte Luzaski zu den ersten, die die
  20. Technik des Generalbasses einsetzten. Die Koloraturen und Harmonien der Stimmen hatten einen ungeheuer Effekt
  21. auf Zuhörer und Komponisten und beeinflusste namentlich Monteevereis musikalische Entwicklung. Eine weitere weitreichende Veränderung
  22. war das weiterum Frauenembles entstanden und der Sängeberuf nun auch Frauenoffenstand. Im Jahrzehund begleitete Monteeverdi
  23. seinen Fürsten an eine Hochzeit in Florenz und wohnte einem musikhistorischen Ereignis bei, der Aufführung von Jacubo Peris er Oper, die
  24. als Geburtsstunde der Operngeschichte gilt. Nun wollte Monteerdes Würst Mantueser Gonzaga sieben Jahre später für die Hochzeit seiner Schwester auch
  25. eine Oper. Monteverde schuf mit seinem Orfeo die moderne Oper. Die Handlung wurde dramatischer und er ergänzte die stark rezitativischen geprägte Oper mit
  26. der Form der streng monodischen Arie, wie er sie bereits in seinen Matalen eingeführt hatte. Die Ausdruckskraft von Monteerdis
  27. Orfeheo sprengte alles bisher dageese. Hören wir Orpfeus eindringliches Flehen an den Fermann Haron, ihn in die Unterwelt einzulassen.
  28. 1624 vertonte Monteeverde ein Gedicht Tassos aus Jerusalemme Liberata. In Kombattimento die Tankrediorinda schildert Tasso die Szene, wo der
  29. Kreuzritter Tankredi im Zweikampf einen Sarazenen tötet. Als er den Helm des Widersachers abnimmt, erkennt er zu seinem Entsetzen seine Geliebte. Bevor
  30. sie stirbt, nimmt sie den christlichen Glauben an. Für die Dramatik der Erregung der Schlacht fehlte der damaligen Musik noch die Sprache. Zu
  31. diesem Zweck entwickelte Monteverdi den erregten Stil, den Stile Concitato. Fiera pugnaug
  32. lave in pugna.
  33. Dieser stile Koncitato bediente sich schnelle Noten, Bizikati und Tremoli, um die schlagenden Hufe der Pferde, den Schlachtenlärm und die Erregung der
  34. Kämpfenden zu imitieren. Diese unbekannten Techniken erzeugten einen Effekt, der für die damaligen Zuhörer sensationell und neuig war.
  35. Der deutsche Komponist Froberger war Mitte des 17. Jahrhunderts europaweit bekannt und seine Chimbolo Musik wurde in Manuskripten weit verbreitet.
  36. Frerger war der erste, der die Abfolge der Sätze der Suite systematisch gruppierte. Seine bevorzugte Senfolge war die
  37. deutsche Almond, die englische Schik, die französische Courant und zum Schluss die spanische Sarabond. Frerger war ein weitgereister Komponist.
  38. Unter anderem hatte er vier Jahre in Italien verbracht. Er verband französische Tanzformen, italienische Satzkunst und deutsche Kontrapunktik,
  39. was die Popularität und die Bedeutung seiner Musik förderte. Den Ursprung hatte die Suite in der Chamber Musik des 17. Jahrhunderts. Die
  40. Ste war eine der bedeutsten Formen der Barockmusik. Sowohl Händel als auch Bach nutzten die Form in vielen Meisterwerken. Teilweise tauchte sie
  41. unter anderem Namen wie Partita oder Wassermusik auf. In Frankreich kam Mitte des 17. Jahrhunderts ein junger tanzbegeisterter
  42. Mann auf den Königsruh. Der spätere Soenkönig Louis XI lernte im Tanzunterricht den gleichaltrigen Lüli kennen. Er ermöglicte Lüli 1672
  43. eine spezifisch französische Oper zu entwickeln. Das Wichtigste, sie musste anders sein als die italienische Oper. Lüli erschuf nun die sogenannte Tragedie
  44. Lyrik. Eine aufwendige, spektakuläre Verbindung. der Künste der Musik der Dichtung und insbesondere des Tanzes. Die Musik orientierte sich nahe am
  45. Ductus der französischen Sprache und verzichtete auf die italienische Vokalakrobatik.
  46. Atis war zwar nicht die erste Trasche Lirik Lis, aber sie war das einflussreichste Werk und beeinflusste das Musikgeschehen Frankreichs in den
  47. nächsten 100 Jahren. Zum emblematischsten und berühmtesten Stück wurde die Schlafszene, die zuvor Vorlage aller zukünftigen Traum, Schlaf
  48. und übersinnlichen Musiken wurde. Das Koncerte Grosso wurde im Barok zur wichtigsten Form der Orchestermusik.
  49. Im Concherto Grosso steht eine kleine solistisch behandelte Gruppe von Instrumenten einer größeren gegenüber. Arcangelo Corellis 12 Concerti Grossi
  50. Opus 6 gelten als die erste veröffentlichte Sammlung reifer Kompositionen dieser Gattung.
  51. Corelli wurde zu einer europäischen Berühmtheit und geographierlich Händel honorierte Corellis Pionierleistung 50 Jahre später, indem er ebenfalls ein
  52. Opus 6 mit 12 Konzerten schrieb. Imbzehn. Jahrhundert waren renommierte Musiker beliebte Gäste an Palästinnen und Höfen. Sie musizierten oft mit
  53. lokalen Leihenmusikern. So ergab sich, dass die Berufsmusiker an den ersten Polten die schwierigeren Stellen übernahmen. Daraus entwickelte
  54. sich das Solokonzert. Giuseppe Torellis Konzertsammlung Opus 6 waren die ersten ihrer Art und waren bereits dreisätzig schnell, langsam
  55. schnell komponiert und wurden so zur Blaupause für Wivaldes Willinkonzerte und für die nächsten 200 Jahre Instrumentalkonzerte.
  56. Torelli komponierte virtuose Konzerte für viele herumreisende Künstler. Besonders glanzvoll waren die Trompetenkonzerte, die er für den
  57. Trompeter Giovanni Pellegrino Brandi schrieb. In der langen Geschichte der Musik für Orgel war die Norddeutsche Orgelschule
  58. möglicherweise eine der absoluten Höhepunkte der Orgel. Kunst. Die Dichte bedeutende Orgeln in Norddeutschland war außergewöhnlich und die dortigen
  59. Orgelbauer galten als besonders innovativ. Dierich Buchsde Hute führte die norddeutsche Orgelschule zur Meisterschaft. Die improvisatorischen
  60. Abschnitte seiner Preludien, der sogenannte Stilus Fantasticus, macht Buxtehude weit über Lübeck hinaus berühmt. Selbst Bach und Händel reißen
  61. an, um ihn persönlich zu hören. M. Bach blieb vier Monate in Lübeck und meinte später lakonisch, er sei zu
  62. Lübeck gewesen, um das selbst ein und anderes in seiner Kunst zu begreifen. Alexandro Scarlatti war der wichtigste Vertreter der sogenannten
  63. neapolitanischen Schule, welche für die italienische Sehnkunst eine überragende Bedeutung hatte. Neapel besaß eine große Anzahl
  64. Konservatorien mit dem Schwerpunkt der Gesangskunst, aus denen nicht nur berühmte Kastraten wie Farinelli oder Kaafarelli hervorkamen, sondern auch
  65. bedeutende Komponisten. Scarlatti wurde zur prägenden Figur der neopitanischen Schule und zu einem der wichtigsten Wegbereiter der Rakapoaree,
  66. welche wiederum der wichtigste Bestandteil der Barockenopera Seria bildete. Die Dakapo Arie ist eine dreiteilige
  67. Arie, bei der der erste Teil am Ende wiederholt wird und durch den Sänger nach eigenem Gutdünken verziert wird. Mit dieser Vokalakrobatik trieben die
  68. Kastraten und Primadonnen in späteren Jahren ihr Publikum regelrecht zur Histerie.
  69. Hendel hatte während seines mehrjährigen Italienhalts Scarlatti persönlich kennengelernt und der italienische Komponist beeinflusste
  70. Hendels Kompositionsstil maßgeblich. Hendel hatte in Italien bereits erfolgreich Opern geschrieben und so
  71. wollte Händel als Komponist auch in London mit der Operaserie Fuß fassen. Dort traf er auf das Gespann Aaron Hill und Johann Heidecker. Sie hatten von
  72. Hendels venezianischen Erfolg gehört und waren begeistert von den Plänen des Deutschen. Hill beauftragte Händel so rasch als möglich, eine Oper zu
  73. schreiben, denn er plante diese Oper mit noch nie dagewesenem Aufwand zu inszenieren, um sie spektakulär in London zu etablieren.
  74. Wendel präsentierte Rinaldo mit einem Strauß von Ohrwürmen, die das Publikum zum Rasen brachten.
  75. Spektakulär underhört war die glänzende Bühnentechnik des Theaters. Armida erscheint auf einem in der Luft schwebenden Wagen, der von zwei
  76. Feuerspeinen Drachen gezogen wird. He.
  77. Johann Sebastian Wachs, das wohltemprierte Klavier, hatte auf die spätere musikgeschichtliche Entwicklung einen großen Einfluss. Das Stück
  78. thematisierte die sogenannte Stimmung des Klaviers. Bis anhin wurden die Tasteninstrumente rein auf die Grundtonart Zeddur gestimmt. Das
  79. bedeutete, dass Tonarten umso verstimmterer erklangen, je weiter sie von Cedur entfernt waren, sodass die Komponisten diese entfernten Tonarten
  80. mieden. Bach komponierte nun das wohltemperierte Klavier in einer Stimmung, wie es der Musiktheoretiker Werkmeister 20 Jahre
  81. zuvor vorgeschlagen hatte, in der alle Tonarten gleichberechtig erklingen konnten. Aus diesem Grund komponierte Bach mit
  82. dem wohltemperierten Klavier ein Werk, in welchem Stücke für alle Tonarten vorkamen. Jede Tonart wird in einem Präudium vorgestellt. Hören wir der
  83. Beginn in 10 Moll. Gleich anschließend folgte eine Fuge in derselben Tonart.
  84. Ob Mozart, Behofen, Schop oder Stockovic, alle haben Johann Sebastian Bachs wohltempiertes Klavier studiert und es gilt als das einflussreichste
  85. Klavierwerk. In der Musikgeschichte. Rameau gebürt in der Musikgeschichte eine herausgehobene Position als Erneuerer, da er nicht nur bedeutende
  86. Musikwerke schrieb, sondern mit der Tretomie auch der Verfasser einer bedeutenden musiktoretischen Abhandlung war. Berlios betrachtete ihn sogar als
  87. den Begründer der modernen Harmonielehre. Rameau führte für uns heute alltägliche Begriffe wie Tonik und Dominante ein und
  88. schuf so das Fundament für das Verständnis der Tonalität. Seine Erkenntnisse hatten auf seine Musik einen entscheidenden Einfluss, und
  89. zwar löste er sich vom barocken Konterpunkt und begann sich auf harmonische Entwicklungen zu fokussieren. Er wurde so zu einem
  90. Wegbereiter der klassischen Periode. Zur Illustration hören wir einen Ausschnitt aus seinen Klavierstücken des zweiten Bandes, die zeitgleich mit der Träte
  91. erschienen waren. Die Operaserie erstarrte zunehmen in festen Mustern und virtuoser
  92. Äußerlichkeit. Primadonnen und Kastraten wollten mit Virtuosität das Publikum beeindrucken und verzierten die Werke teilweise bis
  93. zur Unkenntlichkeit. Drama, Ethik und echte Gefühle waren von der Bühne verschwunden. Der weitgereiste Gluck störte sich an diesen Missstand
  94. und fand im Liberettisten Kalzav einen kongenialen Mitstreiter im Vorhaben die Operaseria zu reformieren. Ihre Hauptansatzpunkte waren, dass die
  95. Handlung geradlehniger werden und die Musik wahre Gefühle ausdrücken sollte, statt hohe Affekte und Virtuosität. Der Wiener Orfeo war ihr erstes und
  96. wichtigstes Reformerk. sei mirus
  97. se der Einfluss von Glux Reform Opern ist nicht zu unterschätzen. Mozart
  98. bewunderte seine Opern und selbst Richard Wagner berief sich später auf Klugs Reformideen. Der Mannheimer Kurfürst Karl Theodor
  99. gehört zu den bedeutendsten adligen Kulturförder der klassischen Musik. Unter seiner Führung wurde sein Hofforchester Mitte des 18. Jahrhunderts
  100. zum wahrscheinlich führenden Orchester Europas. Der wichtigste musikalische Leiter und Komponist war Johann Stammit. Die wichtigste Neuerung der Mannheimer
  101. war, daß die Musik nicht mehr von unten vom Generalbass her konzipiert wurde, sondern dass die Oberstimmen, die harmonische Entwicklung bestimmten. Kein
  102. Wunder, dass Mozart von dem reichen Bläserklang der Mannheimer begeistert war. Die Klang und Ausdrucksmöglichkeiten des Mannheimer
  103. Orchesters galten damals als unerhört. Der Musikwissenschaftler Riemann analysierte im 19. Jahrhundert den Mannheimer Stil detailliert und benannte
  104. verschiedene musikalische Effekte, die sogenannten Mannheimer Manieren, die von den Komponistinnen und Musiker der Mannheimerschule entwickelt oder
  105. verwendet wurden. Der bekannteste ist die sogenannte Mannheimer Rakete. Sie beschreibt eine schnelle aufsteigende Tonfolge mit Cresendo.
  106. Mozart war ein Bewunderer der Mannheimerschule und verbrachte wiederholt mehrere Monate in Mannheim. hören wir seine Rakete aus seiner Gall
  107. Syfonie und nun eine Behofenrakete aus einer frühen Klavieronate.
  108. So entstand in Mannheim der neue Klang eines Symfonieorchesters, der Heiden, Mozart und Behofen zur modernen Syfonie der Wiener Klassik
  109. inspirierte. Es waren seine Jahre als Hofkomponist auf dem Schloss ist der Hasa, wo Heiden sich seine eigene Klangsprache
  110. erschaffen konnte. Praktisch im Alleingang perfektionierte er die Form der Symfonie und des Streichquartetts als wichtige Basis für die
  111. Wienerklassik. Die Streichquartette bildeten sein Versuchslaboratorium und mit seinem Opuszig begründete er
  112. seinen Ruf als Vater des Streichquartetts. Mozarts Estur Klavierkonzert wird gemeinhin als einer der frühen
  113. Gipfelpunkte seiner Musik anerkannt. Er schrieb das Werk 21-jährig und fast wie aus dem Nichts erweckt er dieses vernachlässigte Genre zur
  114. plötzlichen Blüte. Besonders die Tiefgründigkeit des Sanino berührt und steht exemplarisch für den Schritt, den Mozart im Genre des Klavierkonzerts
  115. gemacht hat. Die Opera Buffer war im Ausgehenden 18. Jahrhundert ein leichtgewichtiges
  116. Genrevoll Stereotypen, herkommend aus den Geiste der Komedia Delarte. Da Punte und Mozart sahen in der Komödie Chance, das Musiktheater einen entscheidenden
  117. Schritt weiterzubringen. Da Figaro dieses Versprechen einlösen konnte, waren den sechs grandiosen Rollenportraits und der vollendeten
  118. Orchestrierung zu verdanken. Hören wir beispielsweise das Zusammenspiel der Oboe mit den Stimmen der Gräfin und Susanna in Gessoave Zepfiretto.
  119. So gelang es Mozart und der Ponte, die Operabuffer im Alleingang als vollwertige Kunstform zu etablieren. 20 Jahre später sollte Rosini den Faden
  120. Mozarts wieder aufnehmen und die Blütezeit des italienischen Belcanto einleiten. Nach dem berühmten emotionalen Tiefpunkt
  121. des Heiligstädter Testaments bedeutete der Beginn mit der Arbeit an seiner dritten Symfonie einen Wendepunkt im Schaffen Beethofens.
  122. Bei der privaten Uraufführung im Balis des Bürsten Lobkowitz spielte sich eine musikalische Revolution ab. Jeder Mann im Raum erkannte, dass Behofen mit
  123. diesem Werk in der Musikgeschichte eine neue Tür aufgestoßen hatte. Das Werk beginnt mit den zwei berühmten Fortechlägen, die buchstäblich ein
  124. Jahrhundert Musikgeschichte hinweg zu fähigen scheinen. Auch der folgende Trauermarsch ist von überwältigender Wirkung. Selbst 60 Jahre
  125. später konnte Wagner nicht anders als Siegfrieds Trauermarsch in derselben Tonart zu komponieren.
  126. Die Oper stand am Ende des 18. Jahrhunderts in einer Sackgasse. Die Operia hatte sich totgelaufen, die Kastraten waren aus der Mode gekommen
  127. und die volkstümliche Opera Buffer hatte nicht die Substanz für eine Weiterentwicklung. Es brauchte das Genie eines Mannes, die
  128. italienische Oper wie Phönix aus der Asche auferstehen zu lassen. Rosini gelang es auf dem Fundament des Belcanto, die italienische Oper zu
  129. modernisieren und zusammen mit Tony Zetti und Pini den Belcanto zu seinem goldenen Zeitalter zu führen. Die Oper Litaliana in Alger machte den
  130. 21-jährigen Rosini über Nacht zum führenden Openkponisten Italiens. Ihre Musik war neuartig und hinreisend. Für die weibliche Hauptrolle schuch R
  131. Frosini den Stimmtypus des Koloraturmzosopans, dem er wenige Jahre später mit der Rosina aus dem Barbiere und der Angelina
  132. aus der Genedentola weitere Denkmeil schaffen wird. Vag femmina felicità. Tutti la bramano, tutti la chiedono.
  133. Femmina felicità femmina. Als Robert Schumann in Frankfurt Nicolo Paganini auf der Bühne sah und hörte,
  134. hielt ihn nichts mehr im ungeliebten Studium. Schumann wollte Klaviervirtuose werden. 500 km westlich empfachte der Teufelsgeiger auch beim jungen List die
  135. Leidenschaft für das Klavier neu. List wollte nun für das Klavier das erschaffen, was Paganini für die Geige tat.
  136. Paganinis Caprichi gehören zu den wenigen Werken, die er zu seinen Lebzeiten veröffentlichtee. Schließlich wollte er selbst brillieren
  137. und nicht die Konkurrenz mit seinen Werken bedienen. Doch Paganini war mehr als ein Mechanikus. Als Schubert ihn in Wien hörte, meinte er, ich konnte Adajo
  138. einen Engel singen hören. Die Liste der Komponisten, die Paganini beeinflusste, ließe sich mühelos mit vielen weiteren Komponisten wie Berlios
  139. oder Schopain erweitern. Und so gehört Paganini zu den einflussreichsten Musiker des 19. Jahrhunderts. Webers Freischütz gilt als das
  140. ikonischste Werk der vielgerühmten deutschen Frühromantik und die Hörnerklänge der Ubertüre wurden zur emblematischsten Musik.
  141. Viele Komponisten ließen sich von der Poesie und Suggestionskraft seiner Musik inspirieren. Der prominenteste war Richard Wagner, der ihn als den
  142. deutschesten Allermusiker nannte. Man kann mit Fug und Recht behaupten, daß Schubert das romantische Kunstlied nahezu aus dem Nichts erschaffen hat.
  143. Nicht zuletzt, weil ihn bereits mit 17 Jahren zwei seiner ersten bedeutenden Meisterwerke im Bereich des Liedes gelangen. Der Erlkönig und Grätchen am
  144. Spinnrad. In Schuberts Lied wird das Klavier zum ebenbürtigen Partner des Sängers, grandios, wie er im Erlönig die Hufe des Pferdes und das Herzklopfen des
  145. Sohnes darstellt. Der Sänger singt im Lied drei Rollen. Diejenige des Vaters, des Sohnes und des
  146. Erlkönigs. Besonders anemberaubend ist der Chromatismus der flehenden Worte des Sohnes, die im Verlaufe des Gedichtes immer dramatischer werden.
  147. Mein Vater, mein Vater, siehst du nicht Gott König am düsten Ort.
  148. Die Uraufführung von Beehofens 9.1824 ließ viele Musikexperten ratlos zurück, die ungeheure Dimension des Werkes und der erstmalige Einbezug der menschlichen
  149. Stimme in eine Symfonie überraschte. Schöne wir
  150. Dieses Werk sprengte die Grenzen der reinen Instrumentalsynfonik und wurde zum Modell für monumentale Musikwerke wie z.B. von Mendelson,
  151. Berlios, List, Maler und Pruckter. Beethfens drei letzte Klaviersonaten sind nicht nur ein Gipfelwerk der
  152. Klaviermusik, sondern wurden auch der Ausgangspunkt zu einer neuen Klaviersprache. Besonders mit der expressiven Arietta
  153. beschrieb Beehofen den hochromantischen Weg der Subjektivität, der bis zum Transzendentalen führte. Als Konsequenz verließ Betoven in der
  154. Arietta die herkömmliche Form der Klaviersonate. Berlios Symphony Fantastik steht am Anfang einer wichtigen Wegscheid.
  155. der syfonischen Musik. Er präsentierte mit seinem Werk gleich zwei entscheidende Neuerungen. Zum einen war nie ein Komponist in einer Syfonie,
  156. einem außermusikalischen Programm so wörtlich und detailliert gefolgt wie in diesem Werk. Und zum zweiten setzte Berlios an Stelle der üblichen
  157. thematischen Arbeit die sogenannte Idee Fix ein, einem wiederkehrenden Thema, das sich durch das gesamte Werkmotifisch zieht.
  158. Aufgrund der zugrunde liegenden Programmatik bezeichnete Berlios seine Syfonie als Dram Musikal und das Werk wurde nun verlässt zur Inspiration auf
  159. dessen Weg zur Programmusik, der Verschmelzung der Dichtkunst und der Musik. Mit Rosini hatte der Aufstieg der
  160. Primadonna zur Aoluta seinen Anfang genommen. Rosini, Bellini Donizetti, sie alle schrieben die Arien in die Kehle der Primadonna. Namen wie Isabella
  161. Kolberam, Julia Griez und Judita Pasta sind untrennbar mit den Werken der drei Großen verbunden. Belinis Arie Gastadiva wurde zum Emblem der Belkantoep Epoche.
  162. Ein wogender Zwöfachtelakt erlaubter Singstimme. Die Freiheit des Rubato. Die Stimme schwebt über dem Orchester und sie kann der Arie so ihre Prägung geben.
  163. Belinis Musik hatte eine enorme Wirkung. Schupa hatte Belinis Arien beim Komponieren seiner Nocktüren im Ohr. Werd sprach von der langen Melodie
  164. Bellinis und selbst war der Bekannte, dass Belinis Belcanto auf sein Werke Einfluß hatte.
  165. Am 21. November 1831 ereignete sich in Paris ein musikalisches Erbeben, das die musikalische Entwicklung ganz Europas
  166. beeinflussen sollte. Die Uraufführung von Meiererbärs Rober Diable geriet zur Sensation. Frederich Schupperin wurde Zeuge des Spektakels und schrieb: "Wenn
  167. jemals Pracht in einem Theater erschien, bezweifle ich, daß sie jemals den Grad der Pracht erreicht hat, wie Robert." Das Theater verwendete das neuartige
  168. gasbetriebene Rampenlicht und die Balettnummer der Tanz der Nonnen gilt als erstes Ballett, das ganz auf Spitze getanzt wurde.
  169. Mit dieser akrobatischen Attraktion wurde Rober Diablo zum Wegbereiter des klassischen Balletts. Bereits zwei Jahre später stand die Oper in 40 Städten auf
  170. dem Spielplan und 1841 hatten fast 2000 Theater das Stück aufgeführt. Als Klin seine Arbeit an Eineben für den Zaren begann, waren Stilleflüsse aus
  171. Westeuropa in der russischen Musik dominierend. Klin fand mit seinen Opern den Weg zu einer persönlichen russisch geprägten
  172. Musiksprache. Не прошёл
  173. с Das mächtige Häuflerin wählt der später Glinkaer zu ihrem musikalischen Ahnvater
  174. und selbst Jaikowski würdigte die Bedeutung Linkas für sich und die russische Musik. List wurde in der 50er Jahren zu
  175. Begründer der sympfonischen Dichtung. Die wichtigste Inspiration auf diesem Weg bildete Berlios Symfonie Fantastik. Seinen Weg zur Programmusik begann List
  176. mit dem Klavier. 20 Jahre vor seiner ersten symphonischen Dichtung schrieb er seine Zwölfüddexekution
  177. transant. Zu den bekanntesten gehören die Föfole, die Irlichter. bede mit seinem Nabuko die Era des lyrischen Belganto von Rosini, Donizetti
  178. und Bellini. Werdis Orchester Sound wurde wichtiger und härter und die Hauptrollen verschoben sich. Aus dem lyrischen Tenor
  179. wurde der Spintotenor und aus dem lyrischen Sopran der dramatische Koloratursopran.
  180. Die Aussage, dass der Tristan das einflussreichste Werk in der Geschichte der klassischen Musik ist, ist in der Musikwissenschaft unumstritten.
  181. Was war nun das Revolutionäre an der Musik? Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Wagner die Harmonik von der Melodie gelöst und durch Chromatik ersetzt hat.
  182. Dies war jedoch kein Selbstzweck, sondern ein Ausdrucksmittel, um die ungestillte Liebe durch endlose chomatische Entwicklungen darzustellen.
  183. Für diesen Zustand des Schmerzes gibt es nur eine mögliche Erlösung. sterben, vergehen, nie wieder aufwachen. Wagner beginnt nun die Oper mit einem
  184. Vorspiel, welches durch den Christan Akkord zu großer Musik geschichtlicher Bedeutung kam.
  185. Es ist ein Akkord mit einer seltsam schwebenden Dissonanz, der weder Schmerz noch Freude ausdrückt, sondern eine Art unbestimmte Suche nach Auflösung.
  186. Aber die Auflösung kommt nicht, denn mit dem Erreichen des Zieltons ist eine weitere Dissonanz entstanden und so weiter. Während des gesamten Vorspiels
  187. sucht die Musik nach der Auflösung dieser seltsamen schmerzhaften und ungewissen Dissonanz und findet sie nicht.
  188. Diese ungestillte Sehnsucht wird den Hör durch die ganze Oper begleiten, denn er muss in der Folge 4er Stunden warten, bis Wagner mit dem Schluss die Auflösung
  189. der Dissonanz ertönen lässt. Die Wirkung des Werks war gewaltig. Das Werk beeinflusste alle nachfolgenden
  190. Komponisten. Wie bei kaum einem anderen Genre kann die Stunde null auf ein Werk reduziert werden wie bei der Operette. Die Geburt
  191. fand im Theater de Buff Parisien in Paris statt und die Operette hieß Oranfer. Zwar baute es auf Vorgängerwerken auf,
  192. doch die waren alle für kleine Bühnen geschrieben worden. Mit dem Orfous fand Offenbach gleich seine Erfolgsformel. Man nehme die existierende
  193. gesellschaftliche politische Situation, erstelle daraus eine Groteske und versetze sie zeitlich. Im Orfus beispielsweise in die Antike dazu
  194. komponiere man zündende Schlager im Orfeus die Mutter aller operierten Schlager den Kongon.
  195. Richard Wagner komponierte den Parsal in der letzten Phase seines Lebens und er war sich bewusst, dass es sein letztes Werk sein würde. Er kreierte noch einmal
  196. ein monumentales Werk und nannte es bedeutungsvoll ein Bühnenweihestspiel. Dafür erfand Wagner seine Musik noch einmal neu. Die Oper wurde
  197. orchesterlastiger und die Verwandlungsmusiken wurden zu großartigen Musikstücken.
  198. Wagner schöpfte aus dem vollen. Immer wieder überwältigt seine Musik den Zuhörer.
  199. Zum Schluss steigt eine weiße Taube aus der Kuppel herab und schwebt über Parsials Haupt und der Gral leuchtet wieder.
  200. Als der Parsifal in Beut auf die Bühne kam, war dessen Wirkung gigantisch. In den Jahren nach Wagners Tod sollte die ganze Kunstwelt Europas nach Beyud
  201. pilgern, um den Parsefall mit eigenen Augen und Ohren zu erleben. Das Palett der Schwanensee war ein Geniestreich, der wie aus heiterem
  202. Himmel kam. Aufgrund der mittelmäßigen Choreografie hatte es aber in Moskau nur einen mäßigen Erfolg. Erst die Inszenierung Pötass undikowskis spätere
  203. Ballette Dornröschen und Nusknacker lösten Jahre später ein goldenes Zeitalter des Paletts aus, das heute als die klassische Periode gilt. Das
  204. melancholische Schwanenthema zieht sich wie ein Leitmotiv durchs Werk und erlangte eine ikonische Bedeutung für das Palettgenre.
  205. Mit 27 Jahren errang ein unbekannter italienischer Kapellmeister einer dörflichen Blaskapelle, einer der größten Triumphe der Operngeschichte.
  206. Pietro Mas begründete mit Kavallerie Rustikana den musikalischen Verismo und wurde zum Beeinflusser einer ganzen Komponistengeneration.
  207. Die Kavalleria kam aus einem Wettbewerb des Verlegers Sononio hervor und Mascanis Werk wurde der erste Preis zugesprochen. Der Verismusil kombinierte
  208. realistisches Theater mit roher emotionaler Musik. Um eine größtmögliche Wirkung zu erzielen, wollte die Musik gewalttätige Leidenschaften und
  209. intensive Gefühle ausdrücken. Zum ikonissten Stück wurde das Intermetzo mit dem süßen Schmerz der langen Kantilänen.
  210. Die Uraufführung von 1890 in Rom gehörte zu den größten Triumphen der Operngeschichte. Der Jubel wollte nicht enden und das Werk trat rasch seinen
  211. Siegeszug um die Welt an, den es bis heute beibehalten hat. Claude Debüsi war der Erfinder einer neuen Klangwelt. Die neuen Farben seiner Klänge waren
  212. unerhört. Seine Musik war wie seine Persönlichkeit. nämlich geboren zum anders sein. Spaß für sein Stück Prel Alemidon
  213. wählte Debi ein Gedicht, doch die Musik lässt sich nicht mehr symfonische Dichtung oder Programmusik nennen. meinte selbst, es möchte das Gedicht
  214. kaum zusammenfassen, sondern die verschiedenen Stimmungen andeuten. Und so entsteht die Musik quasi aus dem Nichts. Metrum und Tonalität werden
  215. verschleiert und es bleibt ein seltsames, noch nie gehörtes Schweben zurück. gewissermaßen ein Fleirren der Mediterranenhitze und der Lüsternheit
  216. des Fauns. Die verschleierte Meerdeuttigkeit und die exotisch anmutenden Klangfarben hatten einen unerhörten Effekt auf die Musikwelt und
  217. bedeuteten Beginn des musikalischen Impressionismus. Ein Begriff, den Debüsi selbst ablehnte. Strauß basierte die Oper Salome auf
  218. Oscar Wildstoff einer sezehnjährigen Jungfrau, die den abgeschlagenen Kopf des Johannes des Täufers küsst. Für diese Ektase schuf Richard Strauß
  219. eine expressionistische Klangwelt, die damals mit allem bisher Bekannten zu brechen schien. Straußorchester hat mit über 100 Musikern spät romantische
  220. Größe. Allein die Blechbläsegruppe umfasst 15 Musiker und sie sorgt zusammen mit damals ungewöhnlichen Orchesterinstrumenten
  221. wie Celesta, Harmonium und Orgel für charakteristische Tonfarben. Und die Rolle der Salome wurde zum Fanal des musikalischen Expressionismus.
  222. F. Die Wahnsinnsszene von Dontis Luciaia oder auch Werdis Violetta erschien nun
  223. den Opern besuchen als altmodisch und Strauß etablierte sich als Führer der modernen Avantard. Schönbergs zweites Streichquartett gilt
  224. gemeinhin als Ausgangspunkt und Schlüsselwerk der Atonalen Musik. Es wird vermutet, dass die außere Affäre seine Frau mit seinem besten Freund ein
  225. nicht unerheblicher Auslöser für die Extreme des Werks war. Die Hinzufügung einer Sopranstimme in den letzten beiden Sätzen und die
  226. programmatischen Zahlen Ich fühle Luft von einem anderen Planeten können als Aufbruch in eine neue musikalische Welt verstanden werden.
  227. Ich fühle von anderen Gang.
  228. Die Uraufführung des Werks errang Berühmtheit, denn sie artete in eine Prügelei aus und bekam den Übernamen Watschenkonzert.
  229. Strawinskis Sakre du Pranton veränderte die Musik für immer und Arthur Honecker verglich die Wirkung dieses Werks zurecht mit der der Atombombe.
  230. Swinski schrieb den Sakre als Auftragswerk für die berühmten Balerüs und des Impressario Dagelev. Bereits sein erstes Werk, der Feuervogel
  231. hatte das Ballett in ein neues Zeitalter gebracht. Doch mit dem Sakre gelang Strawki der wahre Zeitensprung. Schon das Thema des Baletts, ein ritueller
  232. Mord an einer jungen Frau, war eine Ungeheuit. Alle Beiträge der Beteiligten, die Choreografie Fokkins, der schockierende
  233. Tanz Ninskis, die Kostüme und vor allem der noch nie gehörte Klang der Musik Strawinskis katapultierten das Werk in die Moderne. He.
  234. Die Frenesie des Publikums war gigantisch. Gegner und Anhänger jolten pfiffen und gerieten sich während der Aufführung in die Haare, was sich zum
  235. größten Theaterskandal der Geschichte ausweitete. Wek ist die wichtigste Oper der atonale Musik des 21. Jahrhunderts und das erste
  236. Abendfüllende Werk dieser Stilrichtung. Zuvor hatte Schönberg den Einakt der Erwartung geschrieben. Schön hatte es durchkomponiert und
  237. keinerlei Wiederholung von Motiven zugelassen. Dieser Weg der Extreme wurde nicht aufgegriffen. Bergs Wzeck war für das Musiktheater das einflussreichere
  238. Werk. Erstaunlicherweise stammen wenige der verwendeten Formen aus dem Musiktheater. Sie entsprangen alles samt der absoluten Musik.
  239. Berg wollte mit den ungewohnten Formen eine Art Verfremdung schaffen, um dem romantischen Überschwang der herkömmlichen Opernformen einen Riegel
  240. zu schieben. Sinnbildlich dafür war Bergs Ansatz für die Singstimme. Er hatte eine klare Vorstellung, wie die Sänger zu singen hatten. Keinesfalls
  241. singen. Langsam Wzigck, langsam eins nach dem anderen. Er machte ganz schwindlich.
  242. Was soll ich denn mit den 10 Minuten anfangen, die heute so früh? Die Reaktionen des Publikums waren gespalten. Zu erwarten war, dass ein
  243. Teil des Publikums und der Presse mit Unverständnis reagierte. Die Avantgarde aber war begeistert. Früh wurde die Bedeutung des Werks erkannt
  244. und bis zum ToteS im Jahre 1935 wurde es über 160 mal gespielt.

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