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Die ganze Geschichte Preußens in 21 Minuten

Geschichte. Lebt.20:53 93.689 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

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Transkriptautomatisch erstellt · 114 Zeilen
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  1. Am 25. Februar 1947 unterschreiben die Sieger des Zweiten Weltkriegs in Berlin ein Gesetz. Es ist ein knappes Gesetz und sein erster Satz
  2. löscht ein Land aus, das 700 Jahre alt ist. Ein Land, wie es in Deutschland kein Zweites gab. Es hat dieses Deutschland überhaupt erst geschmiedet
  3. und wird nun gestrichen wie ein Fehler. Dieses Land ist Preußen und das Merkwürdige ist, seinen Namen trägt es von einem haltnischen Volk an der
  4. Ostsee, mit dem es fast nichts zu tun hat. Seine Macht dagegen kommt von einer kargen sandigen Landschaft rund um Berlin, zwei Wurzeln, hunderte Kilometer
  5. auseinander. Wie aus ihnen das mächtigste Königreich der deutschen Geschichte wurde und warum es am Ende verboten wurde, das ist eine der
  6. spannendsten Geschichten Europas. Sie beginnt an einer Küste tief im Osten.
  7. Dort zwischen den Mündungen von Weichsel und Memel lebt im 13. [räuspern] Jahrhundert ein baltisches Volk, die Prusen. Heidnisch, schriftlos, ohne
  8. König und bald einem christlichen Ritterorden im Weg. Dieser Orden ist selbst erst wenige Jahrzehnte alt. Er entsteht um 1190 vor der belagerten
  9. Stadt Akon im Heiligen Land, als Bremer und Lübecker Kaufleute aus den Segeln ihrer Schiffe ein Zeltlazaret spannen, um Verwundete zu pflegen. Aus diesem
  10. Feldspital wird ein Ritterorden, [räuspern] der deutsche Orden. Und um 1226 ruft ihn ein polnischer Herzog zu Hilfe.
  11. Die heidnischen Prußen überfallen sein Grenzland. Der Orden soll sie bezwingen. Kaiser Friedrich II. II macht aus dieser Bitte ein Geschäft. In einer
  12. goldbesiegelten Urkunde spricht er dem Orden ein Land zu, das dem noch gar nicht gehört. Das Land der Prusen. Wer es erobert und christianisiert, [musik]
  13. darf es behalten. Der Orden erobert es mit einer Gründlichkeit, die ein halbes Jahrhundert dauert. Bis 1283
  14. ist der letzte große Aufstand der Prusen [musik] niedergeschlagen. Ihr Land wird zum Ordensstaat, überzogen mit gewaltigen Backsteinburgen.
  15. Die größte von ihnen, die Marienburg, wird ab 1309 [räuspern] zum Sitz des Hochmeisters. Ein rotes Bollwerk am Fluss, das mächtigste Machtzentrum im
  16. Nordosten Europas. Der Ordensstaat ist längst mehr als eine Kriegermacht. Seine Städte Danzig, Elbing, Torn gehören zur Hanse und
  17. blühen auf. Über ihre Häfen gehen Getreide und Bernstein nach Flandern und England. Doch die Macht hält nicht ewig. Am 15. Juli 1410 [musik]
  18. triff das Heer des Ordens bei Tannenberg auf die vereinten Truppen Polens und Litauens. Es wird eine Katastrophe. Der Hochmeister Ulrich von Jungingen
  19. fällt und mit ihm faßt die gesamte Führungsschicht des Ordens. Rund 250 [musik] Ritterbrüder bleiben auf dem Feld. Der
  20. Ordensstaat wird sich von diesem Tag nie mehr ganz erholen. Die zweite Wurzel Preußens liegt mehr als 1000 km westlich von Tannenberg.
  21. 1415 übergibt [musik] der Kaiser einer fränkischen Familie einen unscheinbaren Fleckland, die Mark Brandenburg, eine sandige Ebene rund um Berlin, spöttisch
  22. die Streusandbüchse [musik] des Heiligen Römischen Reiches genannt. Die Familie heißt Hohen Zollern. Dass diese beiden Namen, [musik] der ferne
  23. Ordensstaat im Osten und die Kargem Mark im Westen einmal zu einem einzigen Reich verschmelzen, [musik] kann sich in diesem Moment niemand vorstellen.
  24. Der Weg dahin führt über einen Kniefall. 1466 muss der Orden Frieden schließen. Er [musik] verliert die Marienburg und wird
  25. zum Vasallen des polnischen Königs. Der Rest, das spätere Ostpreußen, bleibt ihm nur als Lehen. Der Orden darf das Land weiter regieren, aber besitzen tut er es
  26. nicht mehr. Der Hochmeister muß dem polnischen König den Treueit schwören und ihm im Krieg Soldaten stellen. [musik]
  27. Dann kommt die Reformation. Der letzte Hochmeister im Osten ist ausgerechnet ein Hohen Zoller. Albrecht von Brandenburg Ansbach. Er reist zu
  28. Martin Luther nach Wittenberg und Luther gibt ihm einen radikalen Rat. Er solle den Orden auflösen, das Land in ein weltliches Herzogtum verwandeln und
  29. selbst heiraten. Albrech tut genau das. 1525 kniet er auf dem offenen Marktplatz von Krakau vor dem polnischen König, seinem
  30. eigenen Onkel, und leistet den Treueit, wie es die Hochmeister seit 60 Jahren tun. Doch was er dabei empfängt, ist [musik] neu. Aus dem Land des Ordens
  31. wird ein Herzogtum, erblich für ihn und seine Nachkommen. Er kniet nieder als Mönch [musik] und steht auf als Herzog. In diesem Moment
  32. wird aus dem katholischen Ordensstaat das erste protestantische Fürstentum Europas.
  33. Nun gibt es also zwei hohen Zollanländer. Das Herzogtum Preußen im Osten, das Kurfürstentum Brandenburg im Westen.
  34. Getrennt und 1618 fügt der Zufall der Erbfolge sie zusammen. Der letzte Herzog von Preußen stirbt ohne Sohn und sein Land fällt an
  35. die Brandenburger Linie. Ein Herrscher, zwei Gebiete, [musik] dazwischen fremdes Land. Brandenburg Preußen ist geboren als loses
  36. Doppelland, ausgerechnet im selben Jahr, indem der 30-jährige Krieg beginnt. Der Krieg verwüstet beide Länder. In Pozdam sterben im Jahr 1631
  37. 471 Menschen. Geboren werden 18. Aus diesem verwüsteten [musik] Land tritt ein Mann hervor, den man später den großen Kurfürsten nennt, Friedrich
  38. Wilhelm. Er zieht die Konsequenz aus dem Grauen. Er baut ein stehendes Heer auf. Das erste, das auch im Frieden unter Waffen bleibt. Das Land wird es von nun
  39. an dauerhaft ernähren müssen. 1675 schlägt er bei Ferblin gefürchteten Schweden. Militärisch ist es kaum mehr als ein größeres Gefecht. Doch aus
  40. diesem Sieg schmiedet Brandenburg seine [musik] erste eigene Legende und den Beinamen des Kurfürsten. Preußen lernt hier zum ersten Mal, wie
  41. man aus Krieg einen Mythos macht. 1685 öffnet Friedrich Wilhelm sein entvölkertes Land für rund 20.000
  42. Hugenotten, protestantische Flüchtlinge aus Frankreich. Es trägt ihn den Ruf der Toleranz ein, doch es ist kein Akt reiner Menschenliebe. Nach Krieg und
  43. Pest fehlen dem Land schlicht die Menschen. Hände, Handwerker, Steuerzahler. Toleranz ist in Preußen von Anfang an
  44. auch kühles Kalkül. Und schon zuvor hat der Kurfürst sein Herzogtumpreußen aus der polnischen Lehenshoheit gelöst. Kein fremder König steht mehr über diesem
  45. Land. Der Weg zur Krone ist frei. Im Dezember 1700 bricht sein Sohn nach Königsberg auf, weit in den Osten. Der
  46. Zug umfasst 300 Wagen und braucht 12 Tage. Am 18. Januar 1701 setzt sich Kurfürst Friedrich in der Schlosskirche die Krone mit eigenen Händen aufs Haupt,
  47. bevor der Bischof ihn überhaupt seiben darf. Die Geste ist Absicht. Diese Würde verdankt er keinem anderen. Doch sein Titel ist seltsam. Er lautet König in
  48. Preußen, nicht von dahinter stecken zwei Hindernisse. [musik] Das erste ist der Kaiser. Im Heiligen Römischen Reich darf niemand anders König sein [musik] und
  49. Brandenburg liegt mitten in diesem Reich. Das Herzogtum Preußen dagegen liegt außerhalb. Kein Kaiser steht über [musik] ihm. Das zweite ist Polen.
  50. Preußen ist seit 1466 geteilt. Der Westen mit Danzig und der Marienburg gehört noch immer zur polnischen Krone. Im Osten dagegen
  51. [musik] steht kein fremder König mehr über den hohen Zollern. Nur deshalb ist die Krönung dort überhaupt möglich, aber eben nur dort. Und darum heißt er König
  52. in Preußen, nicht von Preußen. Ein einziges Wort, das die ganze Machtlage verrät. Auch wenn der Königstitel nur für das
  53. Land im Osten gilt, [musik] beginnt der Name zu wandern. Von nun an nennt man alle Länder der hohen Zolland zusammen einfach Preußen. Selbst Brandenburg, das
  54. Kernland um Berlin geht in dem Namen auf, der von der Ostsee stammt. Sein Nachfolger gibt dem Königreich [musik] seinen Charakter. Friedrich Wilhelm. Der
  55. Soldatenkönig hast Prunk und liebt die Armee. Er treibt das Heer auf rund 80.000 Mann hoch. Für ein so kleines Land die drittgrößte Armee Europas. Vier
  56. fünftel des Staatshaushalts fließen ins Militär. Er sammelt Soldaten von bis zu 2 Metern zu einer Leibgarde, den langen Kerlen. Und als er stirbt, hinterlässt
  57. er einen schuldenfreien Staat und einen Kriegsschatz, gelagert in Fässern im Keller des Berliner Schlosses. Sein Sohn wird ihn wenige Monate später
  58. ausgeben, auf einen Schlag. Denn kaum ist dieser Sohn 1740 König, marschiert er los. Friedrich II.
  59. überfällt das reiche österreichische Schlesien und reißt es an sich. Aus dem musischen [musik] Kronprinzen, der Flöte spielt und Voltaire liest, wird über
  60. Nacht ein Eroberer. Der Preis kommt später. Von 1756 an steht Preußen fast allein gegen
  61. Österreich, Frankreich und Russland zugleich. [musik] 7 Jahre lang. Es ist ein Ringen ums nackte überleben und es kostet das Land
  62. rund 180.000 Soldaten. Die Zahl der toten Zivilisten liegt noch darüber. Insgesamt verliert Preußen rund eine halbe Million Menschen, jeden zehnten
  63. Einwohner. 1762 am Rand der Niederlage geschieht das, was Zeitgenossen das Mirakel des Hauses
  64. Brandenburg nennen. Die russische Zarin stirbt. Ihr Nachfolger verehrt Friedrich und steigt aus dem Krieg aus. Preußen ist [musik] gerettet durch einen
  65. Todesfall. Friedrich regiert danach als aufgeklärter Herrscher. Er fördert die Kartoffel, er duldet die Religionen.
  66. Jeder, sagt er, soll nach seiner Façon selig werden. Sich selbst nennt er nicht Herrscher, sondern den ersten Diener seines Staates. Es ist ein neuer
  67. Gedanke. Der König gehört dem Staat, nicht der Staat dem König. Wie dieser Herrscher lebt, zeigt [musik] sein Schloss. Über den Weinbergterrassen
  68. von Pozdam steht ein Sommerhaus, einstöckig, zwölf Räume, kein Thronsaal. [musik] Er nennt es Susi, ohne Sorge. Hier
  69. empfängt der Philosophen, spielt Flöte, schreibt auf Französisch. ohne Hofstadt, ohne zeremoniell, ohne seine Frau. Doch derselbe König führt seine Soldaten in
  70. Schlachten von entsetzlicher Härte. Zeitzeugen berichten von Verwundeten, die auf dem Feld liegen bleiben. Das [musik] ist Preußen in einer Person.
  71. Aufklärung und Drill, Flötenkonzert und Bayonett. 1772 [musik] greift Friedrich nach dem letzten Stück,
  72. das seine getrennten Länder verbindet, dem polnischen Westpreußen, wenn auch zunächst ohne die Städte Danzig und Torn.
  73. Zum ersten Mal hängen Ost und West zusammen. Und erst jetzt, [musik] da kein polnischer König mehr im Weg steht, darf Friedrich sich nennen, was seine
  74. Vorfahren nie durften. [räuspern] König von Preußen. In Brandenburg bleibt er dennoch, was er war. Kurfürst, Untertan des Kaisers.
  75. In seinen letzten Jahren reitet er als gebeugter alter Mann durch Pozdam. Abgetragener Uniformrock. Dreispitz Krückstock die Windhunde hinterher. Er
  76. fragt Bauern nach ihren Kartoffeln und schläft in Suc zwischen seinen Büchern. Für die Nachwelt wird er Friedrich der Große. Für sein Volk ist er längst etwas
  77. anderes. Der alte Fritz. Nach seinem Tod erstarr der Staat in der eigenen Legende und dann erscheint
  78. Napoleon. 1806 bei Jena und Auerstedt zerschlägt er die einst gefürchtete preußische Armee an einem einzigen Tag. Im Frieden
  79. von Tils verliert Preußen mehr als die Hälfte seines Gebiets. Das Königreich steht am Abgrund. Doch der Zusammenbruch zwingt zur
  80. Erneuerung. Reformer wie Stein und Hardenberg nehmen den Bauern die Leibeigenschaft. Wer bisher dem Gutsherrn gehörte, gehört
  81. ab 1807 sich selbst. Die Städte bekommen ihre Selbstverwaltung. Zwei Offiziere bauen ein neues Her und Wilhelm von Humbold eröffnet 1810 in
  82. Berlin eine Universität, die zum Vorbild für die ganze Welt wird. Man darf sich nicht täuschen. Diese Reformen sind kein Aufbruch in die
  83. Freiheit. Sie dienen einem großen Zweck, Preußen wieder kriegsfähig [musik] zu machen. Und es gelingt. In den Befreiungskriegen kehrt die preußische
  84. Armee zurück. 1813 hilft sie Napoleon bei Leipzig zu schlagen. 1815 entscheidet der alte Feldmarschall Blücher bei Waterl [musik]
  85. die letzte Schlacht. Auf dem Wiener Kongress wird Preußen belohnt mit dem Rheinland und Westfalen. [musik]
  86. Damals ahnt niemand, was das bedeutet. In diesem Boden liegt die Kohle, aus der in wenigen Jahrzehnten das Hohegebiet wächst.
  87. Preußen hat ohne es zu wissen sein industrielles Herz bekommen. [räuspern] Kohle und Stahl machen Preußen reich und die anderen deutschen Staaten abhängig.
  88. Ein Zollerein unter preußischer Führung bindet sie wirtschaftlich zusammen, lange bevor es ein Deutschland gibt. Und 1862 [musik]
  89. macht der preußische König einen Mann zum Ministerpräsidenten, der den Rest mit Gewalt erzwingt. Otto von Bismarch.
  90. Vor dem Landtag sagt er den Satz, der ihn berühmt macht. Die großen Fragen der Zeit würden nicht durch Reden entschieden, sondern durch
  91. Eisen und Blut. Im Volksmund wird daraus Blut und Eisen. Bismarcht ernst. In drei kurzen Kriegen 1864 gegen Dänemark, 1866
  92. gegen Österreich, 1870 gegen Frankreich zwingt Preußen die deutsche Einheit herbei. Und dann schließt sich ein Kreis, den kaum jemand bemerkt. Am 18.
  93. Januar 1871 im Spiegelsaal von Versaill wird der preußische König Wilhelm. zum deutschen Kaiser ausgerufen
  94. auf den Tag genau 170 Jahre, nachdem sich sein Vorfahr in Königsberg [musik] die Königskrone aufsetzte. Historiker sind sich einig. Dieses Datum
  95. ist kein Zufall. Es ist der größte Triumph Preußens und Wilhelm weint. Er soll den Tag den Unglücklichsten seines Lebens genannt haben, denn er sieht, was
  96. geschieht. Preußen, das nun zwei [musik] Drittel dieses neuen deutschen Reiches stellt, wird darin verschwinden.
  97. Es hat Deutschland geschaffen und beginnt sich darin aufzulösen. In den Jahrzehnten danach wächst Berlin zu Millionenstatt.
  98. Das Ruhrgebiet raucht, Preußen ist Motor und Rückrad des Kaiserreichs. [musik] Bis dieses Reich 1918 im Ersten Weltkrieg zusammenbricht und der letzte
  99. [musik] Kaiser abdangt. Was von Preußen bleibt, ist eine Überraschung.
  100. In der Weimara Republik wird der einsto militärische Staat zur stabilsten Demokratie Deutschlands. Ein Bollwerk der Demokratie. Regiert vom
  101. Sozialdemokraten Otto Braun. Ausgerechnet Preußen hält die Republik zusammen. Dann bricht auch das. 1932
  102. nutzt [musik] Reichskanzler von Paten die Straßenkämpfe zwischen den Extremisten als Vorwand. Er wirft der Regierung vor, die Ordnung
  103. [musik] nicht mehr im Griff zu haben und setzt sie ab. Per Notverordnung, gedeckt vom Reichspräsidenten. In Wahrheit geht es um die Macht. Wer
  104. Preußen beherrscht, beherrscht zwei Drittel Deutschlands und seine größte Polizei. Das Bollwerk fällt ohne Gegenwehr und
  105. 1933 inszenieren sich die Nationalsozialisten am Tag von Pozdam als die wahren Erbenpreußens.
  106. Sie ziehen den alten Ruhm an wie ein Kostüm, um sich würde zu leihen. Was von der preußischen Idee übrig war, wird nun missbraucht für das Verbrechen.
  107. 12 Jahre später liegt Deutschland in Trümmern und mit ihm Preußen. Den Krieg, den dieses Regime entfesselt hat, hat es [musik] verloren. Das Land büß sein
  108. Kernland im Osten ein. Ostpreußen, Schlesien, Pommann fallen an Polen und die Sowjetunion. Königsberg, wo einst die erste Krone
  109. aufgesetzt wurde, wird sowjetisch und heißt fortan Kaliningrad. 7 8 Millionen Deutsche fliehen oder werden vertrieben.
  110. Am 25. Februar 1947 verkünden die Siegermächte schließlich das Kontrollratsgesetz Nummer 46. Es beginnt mit den Worten: "Der
  111. Staatpreußen, der seit jeher Träger des Militarismus und der Reaktion in Deutschland gewesen ist, hat in Wirklichkeit zu bestehen aufgehört und
  112. im nächsten Satz wird er per Gesetz aufgelöst. 700 Jahre vom Zeltlazaret vor Akon über die Krönung in Königsberg bis zum
  113. Spiegelsaal von Versaill. Ein Land entstanden aus zwei Wurzeln, die nichts verband außer einer Familie. Ein Land, das Deutschland erschuf und sich darin
  114. verlor. Am Ende blieb von Preußen kein Staat mehr, nur ein Name und einziger Satz, der ihn für immer strich. M.

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