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Wer hat die Pyramiden WIRKLICH gebaut? GEHEIMNISSE DES ALTEN ÄGYPTENS
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 380 Zeilen
- August 1898. Die Luft über der ägyptischen Wüste flirt vor Hitze. Napoleons Armee schleppt sich durch den Sand. Zerlumpte,
- halb verhungerte Bauernjungen aus der Normandie, aus der Britannie, aus den Vorstädten von Lyon. Barfuß, manche von ihnen. Kairo liegt noch ein Stück
- entfernt. Bonapart selbst reitet vorne, die Augen auf den Horizont gerichtet, den Kopf voller Pläne. Ägypten soll der Anfang sein, dann Indien, dann Europa.
- Er ist 30 Jahre alt und hält sich für den wichtigsten Menschen, den die Geschichte je gesehen hat. Und dann hebt jemand den Arm und zeigt
- nach Süden. Auf der Ebene von Gisee tauchen drei Formen aus dem Dunst auf. Zunächst sehen sie aus wie ungewöhnliche Hügel, aber Hügel haben keine geraden
- Kanten, keine perfekten Ecken, keine Spitzen, die den Himmel aufspießen. Die Soldaten verlangsamen den Schritt. Einer nach dem anderen bleibt stehen.
- Kein Befehl, keine Ordnung. Die Armee steht einfach da und starrt. Napoleon hält sein Pferd an, schaut hinüber und sagt den Satz, der danach in jedem
- Geschichtsbuch landen wird. Soldaten, 40 Jahrhunderte blicken auf euch herab. Den Pyramiden wäre das vermutlich herzlich egal gewesen. Sie haben schon ein paar
- Armeen kommen und verschwinden sehen. Ägypter, Perser, Griechen, Römer, Araber. Alle standen irgendwann hier unten und schauten hinauf und alle sind
- irgendwann wieder weg. Die Pyramiden blieben. Das Bauwerk, um das es hier geht, heißt eigentlich nicht Keops Pyramide. Das ist die griechische
- Version des Namens. Der Pharao, dem sie gehörte, hieß Knum Kufu und die Pyramide trug den Namen Achet Kufu, was sich ungefähr als Horizont des Kufu
- übersetzen lässt. Ein schöner Name, ein bisschen pathetisch vielleicht, aber wenn man das größte Bauwerk der damals bekannten Welt baut, darf man ein wenig
- pathetisch sein. Die Pyramide war ursprünglich 146 m hoch. Um das einzuordnen, ein modernes Hochhaus hat pro Etage etwa 3 m. Das entspricht also
- einem Gebäude von fast 50 Stockwerken, gebaut vor über 4000 Jahren. Fast 4000 Jahre lang war die Keopspyramide das höchste Bauwerk der Erde, das Menschen
- je errichtet hatten. Dieser Rekord hielt bis im 14. Jahrhundert der Turmhelm der Kathedrale von Linkeln fertiggestellt wurde. Nicht Rom, nicht Byzanz, nicht
- Athen. Eine Kathedrale in England war der erste Bau, der es schaffte. Die Grundfläche misst 230 x 230 m. Darauf würden sieben Fußballfelder
- nebeneinander passen, noch mit Platz für die Zuschauertribünen. Aber die schiere Größe ist eigentlich noch das am wenigsten erstaunliche.
- Interessanter wird es bei den einzelnen Steinen. Die Pyramide besteht aus ungefähr 2,3 Millionen Steinblöcken. Der durchschnittliche Block wiegt 2,5
- Tonnen, also so viel wie ein vollbeladener VW Transporter. Das ist der Durchschnitt. Die Blöcke tief im Inneren, die die Gänge und Kammern
- umschließen, wiegen 30 Tonnen. Die Granitblöcke über der sogenannten Königskammer bringen 60 Tonnen auf die Waage. 60 Tonnen, das entspricht einem
- vollbeladenen Eisenbahnwagon. Davon gibt es neun Stück direkt übereinander in einem Raum tief im Inneren der Pyramide.
- Insgesamt wurden 5 Millionen Tonnen Kalkstein verbaut und 8000 Tonnen Granit. Wenn man all diese Steine abtragen und
- zu einer 1 m hohen 1 m breiten Mauer aufschichten würde, könnte man damit einmal den gesamten Äquator umrunden. Die ganze Erde einmal rum.
- Das sind Zahlen, bei denen das Gehirn kurz aufhört zu funktionieren. Nun könnte man sagen, Größe ist eine Sache, Präzision eine andere und in den
- meisten Fällen schließen sie sich gegenseitig aus. Je größer das Projekt, desto mehr Toleranz für Fehler. Beim Wohnungsumbau akzeptiert man 1 cm
- Abweichung, bei einer Brücke vielleicht 10. bei einem Staudamm vielleicht einen halben Meter. Die Keops Pyramide hat eine Seitenlänge von 230 m. Die
- Abweichung zwischen der längsten und der kürzesten Seite beträgt weniger als 4 cm. 4 cm bei 230 m, das entspricht einer Genauigkeit von 0,02%.
- Modernes Bauen arbeitet bei solchen Dimensionen mit Toleranzen, die zehn mal so groß sind. Die Ausrichtung nach den Himmelsrichtungen ist ebenfalls
- verblüffen präzise. Die vier Seiten weichen nur um drei Bogenminuten vom geographischen Norden ab. Eine Bogenminute ist der 60. Teil eines Grad,
- drei davon. Bei einem Bauwerk, das vor fast 5000 Jahren ohne Satelliten, ohne Kompass, ohne GPS ausgerichtet wurde. Wie genau das gemacht wurde, ist
- übrigens eine eigene Diskussion. Astronomen streiten bis heute, ob man die Steuersterne benutzte oder den Schattenwurf der Sonne oder irgendeine
- Methode, die wir noch nicht rekonstruiert haben. Und jetzt kommt der Teil, der mich persönlich am meisten beschäftigt.
- Im Inneren der Pyramide gibt es vier schmale Schächte. Jeder hat einen Durchmesser von ungefähr 20 cm, also so breit wie ein kleiner Eimer. Sie
- verlaufen schräg durch das Mauerwerk vom Kern der Pyramide bis zur Außenwand. Offiziell nennt man sie Belüftungsschächte.
- Das klingt technisch und beruhigend und erklärt eigentlich gar nichts, weil eine Grabkammer, die ewig versiegelt sein soll, keine Belüftung braucht. Aber gut,
- im Jahr 2002 schickten Forscher einen kleinen Roboter in einen dieser Schächte, den sogenannten südlichen Schacht der Königinnenkammer.
- Der Roboter kroch mer durch das Dunkel und dann stand er vor einer Tür, einer steinernen Tür, klein, poliert, mit zwei kupfernen Griffen. Der Roboter bohte ein
- Loch hindurch und schob eine Kamera durch. Dahinter war ein kleiner Hohlraum und dahinter war noch eine Tür. Und auf dem Boden dieses Hohlraums, in einem
- Raum, den seit dem Bau der Pyramide vor fast 4000 Jahren mit Sicherheit kein Mensch betreten hatte, lagen Zeichen, Symbole. Was sie bedeuten, niemand weiß
- es bis heute. Was dahinter ist, weiß auch niemand. Noch niemand ist hingekommen. Aber dazu kommen wir später. Bevor wir erklären können, wie
- so etwas überhaupt gebaut wurde und warum, müssen wir zunächst eine unbequeme Frage stellen. Woher wissen wir eigentlich all? Wer hat uns erzählt,
- was in dieser Pyramide steckt? Wer sie gebaut hat und wozu? Die Antwort darauf ist komplizierter, als die meisten Leute denken.
- Stell dir vor, du sitzt in einem Café in Athen irgendwann im fünften Jahrhundert vor Christus. Draußen ist es warm. Die Straßen riechen nach Fischmarkt und
- heißem Stein. Du hast gerade eine Reise nach Ägypten hinter dir. Wochen auf dem Schiff, dann den Niil entlang, Gesträche mit Priestern, die dir höflich zuhörten
- und dir meistens nicht viel sagten. Jetzt schreibst du auf, was du gesehen hast, was die Leute dir erzählt haben, was du dir selbst zusammengereint hast.
- Und dieses Dokument wird die nächsten 2 Jahre lang die wichtigste schriftliche Quelle über eine der größten Bauwerke der Menschheitsgeschichte bleiben. Das
- ist die Lage, in der wir uns befinden. Herodot von Halikan Nassos. Das ist der Mann, um den es geht. Historiker, Reiseschriftsteller, Neugieriger. Er
- bereiste Ägypten irgendwann zwischen 460 und 440 vor Christus und schrieb auf, was er dort erfuhr. Das Problem: Die Keopspyramide entstand vermutlich um
- 1600 Jahre früher. Zwischen Herodot und dem Bau der Pyramide lagen ungefähr genauso viele Jahrhunderte wie heute zwischen uns und Herodot. Anders gesagt,
- wenn wir Herodot lesen, um etwas über die Pyramiden zu verstehen, ist das ein bisschen so, als würde jemand im Jahr 400 nach Christus versuchen, uns die
- Ereignisse der alten Römerzeit zu erklären. Aus Erzählungen, die er von Priestern gehört hat, die selbst nur Erzählungen kannten.
- Herodot war klug, aber er war auch ein Tourist und die ägyptischen Priester hatten keinerlei Interesse daran, einem griechischen Fremden die Geheimnisse
- ihrer Tempel zu erklären. Das Ergebnis dieser Situation sieht man in dem, was Herodot schreibt. 100.000 Sklaven, sagt er, hätten die Pyramide
- gebaut. 100.000 in Schichten von je 3 Monaten über 20 Jahre hinweg. Das klingt dramatisch und es passt wunderbar zur Weltanschauung
- eines Griechen aus dem fünften Jahrhundert vor Christus, wo Sklavenarbeit der normalste Weg war, um große Dinge zu bauen. Was Herod
- beschreibt, ist weniger ein ägyptisches Bauwerk als ein griechisches Vorstellungsbild davon. Die Archäologie zeichnet ein völlig anderes Bild. In den
- 90er Jahren des 20. Jahrhunderts gruben Forscher unter Zahi Havas unweit der Pyramiden eine Arbeitersiedlung aus. nicht Sklavenbaracken, eine richtige
- Siedlung mit Bäckereien, die Brot in Mengen produzierten, die für tausende Menschen reichten, mit Brauereien, mit Krankenstationen, in denen man Hinweise
- auf chirurgische Eingriffe fand, Schädeloperationen, Amputationen, die überlebt wurden. Die Skelette der Arbeiter zeigen Anzeichen von
- Knochenverletzungen, die verheilten. Jemand kümmerte sich um diese Menschen. Das spricht nicht für Sklaverei, das spricht für eine organisierte bezahlte
- Belegschaft. Spezialisten, Vorarbeiter, Handwerker eingeteilt in Gruppen mit Namen wie Freunde des Kufu oder Betrunkene von Menkaure.
- Diese Gruppenbezeichnungen wurden auf Steinblöcken gefunden als Markierungen der Bauteams. Auch das klingt nicht nach einem Sklavenlager.
- Und dann, im Jahr 2013 passierte etwas, womit niemand wirklich gerechnet hatte. Französische Archäologen untersuchten eine antike Hafenanlage am Roten Meer in
- der Nähe von Wadi Eljav. Sie fanden dort Papyrusrollen, alt, brüchig, aber noch lesbar. Darunter das Tagebuch eines Mannes namens Mera. Er war Vorarbeiter
- auf der Baustelle der Keopspyramide, zuständig für den Transport der weißen Kalksteinverkleidung vom gegenüberliegenden Nilufer. Das
- Dokument ist das älteste erhaltene Papyrus aus dem alten Ägypten und gleichzeitig eine Art Arbeitsprotokoll. Datum, Fracht, Standort, Wetter,
- Probleme. Mehrer schreibt über Boote, die mit Steinblöcken beladen am Nilstrom abwärts fahren. Er schreibt über Kanäle, die direkt zur Baustelle führen. Er
- erwähnt Inspektor Ankaf, den Halbbruder des Pharaos, der die Baustelle leitet. Es ist ein bürokratisches Dokument, trocken und präzise, so wie
- Bauprotokolle eben sind. Und trotzdem fehlt das Wichtigste. Mehrer erklärt, wie die Steine transportiert wurden, aber wie sie dann auf die Pyramide
- kamen, wie man einen Block, der so schwer ist wie ein Lastwagen, auf die Höhe des 30. Stockwerks befördert, darüber schweigt das Tagebuch. Entweder,
- weil es für Meer so selbstverständlich war, dass er es nicht aufzuschreiben für nötig hielt, oder weil dieser Teil der Arbeit zu einem anderen
- Zuständigkeitsbereich gehörte, oder, und das ist die unbequemere Möglichkeit, weil manche Dinge absichtlich nicht aufgeschrieben wurden. Hier öffnet sich
- eine Debatte, die bis heute nicht geschlossen ist. Offiziell stammt die Chopspyramide aus dem Jahr 2560 vor Christus.
- Die ägyptische Regierung hat dieses Datum so verbindlich festgelegt, dass sie jährlich am 23. August eine symbolische Feier dazu abhält. Gutes
- Marketing muss man sagen. Das Problem Radioarbonanalysen von Holzproben, die aus der sogenannten Königinnenkammer stammen, lieferten
- wiederholt deutlich ältere Ergebnisse, teilweise mehrere Jahrhunderte früher. Nun könnte man argumentieren, dass das verwendete Holz schon vor dem Bau alt
- war. Altholz verfälscht Radiocarbondatierungen. Das ist eine legitime Erklärung, aber sie löst das Problem nicht vollständig.
- Zwei konkurrierende Sichtweisen stehen sich gegenüber. Die eine sagt, die Datumsunterschiede erklären sich durch Messfehler und Altholz. Die andere sagt,
- wir sollten die frühen Ergebnisse ernster nehmen. Beide Seiten haben Argumente. Keiner hat einen abschließenden Beweis. Bis ins 19.
- Jahrhundert kannten die meisten Europäer die Pyramiden fast ausschließlich aus Berichten wie dem des Herodot. Präzise Vermessungen fehlten. Systematische
- Ausgrabungen gab es nicht. Napoleon änderte das unbeabsichtigt. Er brachte neben seinen Soldaten auch 165 Wissenschaftler mit nach Ägypten.
- Mathematiker, Naturkundler, Zeichner, Architekten. Zum ersten Mal entstand eine umfangreiche methodische Bestandsaufnahme.
- Die Ägyptologie als Wissenschaft ist im Grunde nicht viel älter als 200 Jahre. Gemessen an Bauwerken, die fast 5000 Jahre alt sind, ist das ein sehr kurzer
- Blick zurück. Was wir bis heute wissen, lässt sich ungefähr so zusammenfassen. Die Pyramide war höchstwahrscheinlich ein Grabmal. Die Hinweise darauf sind
- zahlreich. Totentempel, Begräbnisrituale, religiöse Texte, die die Anlage umgeben. Das ist die am besten belegte Theorie
- und die meisten Ägyptologen halten daran fest. Aber ein paar Physiker stellen sich gelegentlich Fragen, die Ägyptologen etwas unbehaglich machen.
- Warum sind manche Schächte so präzise gebaut, dass sie bestimmte Sternkonstellationen Millimeter genau anpeilen? Warum ähneln
- einige Innenräume in ihrer Geometrie akustischen Resonanzräumen? Für religiöse Zwecke wäre das ein bemerkenswerter Aufwand. Und dann war da
- noch die Entdeckung im Jahr 2017. Forscher wandten eine Technik namens Myonentomographie an. Vereinfacht gesagt kosmische Strahlung als Rönkgengerät für
- riesige Objekte. Dabei fanden sie einen Hohlraum oberhalb der sogenannten großen Galerie, etwa 30 m lang. Was sich darin befindet, weiß niemand. Man ist noch
- nicht hingekommen. Drei Theorien, keine abschließende Antwort. Ein leerer Raum, der seit fast 5000 Jahren auf seine Entdecker wartet. Aber
- erstmal, wie hat man das überhaupt gebaut? 7 Uhr morgens. Die Sonne ist noch nicht weit oben, aber sie brennt bereits. Um dich herum nichts als Wüste,
- Staub, das Stöhnen von Männern unter schwerer Last. Irgendwo weiter vorne ruft jemand einen Rhythmus. Ein Takt dem Dutzende Körper folgen. Seil um Seil,
- Schritt für Schritt. Du bist ein Steinschlepper auf der größten Baustelle, die die Menschheit je gesehen hat. Vor dir liegt ein Block Kalkstein,
- 2,5 Tonnen, schätzungsweise, so viel wie ein vollbeladener Transporter, nur dass ein Transporter Räder hat.
- Dieser Block hat Kufen aus Holz und ein Seil, dass du zusammen mit 20 anderen Männern hältst. Und das hier ist erst die dritte Lage. Die Pyramide soll 46 m
- hoch werden. Noch nicht mal ein Drittel davon steht. Du weißt nicht, wie viele Jahre das noch dauern wird. Keiner sagt dir das. Du arbeitest, isst schläfst in
- der Siedlung und morgen früh fängst du wieder an. Was wir mit einiger Sicherheit wissen, lässt sich so zusammenfassen.
- Der Standort war kein Zufall. Unter der Pyramide liegt eine massive natürliche Kalksteinplatte, die als Fundament diente. Ohne die wäre das Gewicht von 5
- Millionen Tonnen nicht zu tragen. Die inneren Blöcke stammen aus einem Steinbruch, unmittelbar südlich der Baustelle, vielleicht 500 m entfernt.
- Die weiße Außenverkleidung aus Toura Kalkstein wurde vom östlichen Niilufer herangeschafft, per Boot, dann per Schlitten. Und die Granitblöcke für die
- Königskammer kamen aus Asuan, fast 900 km Nil aufwärts. 900 km auf Boten den Nil entgegen mit Blöcken, von denen manche 60 Tonnen wiegen. Das ist die Art
- von Logistik, bei der man als moderner Mensch kurz durchatmen muss. jetzt zur Rechnung, die Ägyptologen normalerweise sehr schnell präsentieren
- und dabei lieber nicht zu lange darüber nachdenken. 2,3 Millionen Steinblöcke. Bauzeit nach offizieller Schätzung 20 Jahre. Das
- ergibt 800 Blöcke pro Tag. 800 jeden Tag, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr, 20 Jahre lang. oder anders gerechnet ein Block alle zwei Minuten rund um die Uhr
- ohne Pause, inklusive der Zeit, die man braucht, um den Block aus dem Steinbruch zu schlagen, zu transportieren, präziser auszurichten und in die Lage einzufügen.
- Japanische Ingenieure haben das in den 80er Jahren einmal ernsthaft versucht. Nicht die ganze Pyramide, nur eine verkleinerte Nachbildung mit modernen
- Werkzeugen, Hydraulikhebern, Lastwagen. Sie scheiterten nach wenigen Steinlagen. Die Präzision ließ sich nicht halten, die Logistik kollabierte. Sie gaben auf
- und bauten den Rest mit einem Kran. Und jetzt kommt der Teil, über den in Lehrbüchern meistens recht knapp hinweggegangen wird. An bestimmten
- Stellen der Außenverkleidung, die heute größtenteils abgetragen ist, weil mittelalterliche Herrscher den Stein für ihre Moscheen verwendet haben, sind die
- Fugen zwischen den Blöcken kleiner als 1 mm. Nicht ungefähr 1 mm, kleiner als 1 mm. Eine handelsübliche Rasierklinge ist 0,1 mm dünn. Sie passt nicht dazwischen.
- Jeder dieser Steine wiegt mehrere Tonnen. Die Oberflächen wurden offenbar nicht vor dem Einbau poliert, sondern danach. Man setzte den Block und schliff
- ihn dann mit einem härteren Gestein von außen glatt, bis die Naht verschwand. Das ist eine Technik, die einige Steinmetze noch heute kennen. Aber stell
- dir vor, du machst das bei tausenden von Blöcken, die zusammen so groß sind wie ein mehrstöckiges Bürogebäude mit einem anderen Stein als einzigem Werkzeug.
- Allein für eine einzige Fläche würde man Stunden brauchen und dann ist da noch das Rampenproblem. Das ist das größte ungeklärte technische
- Rätsel des gesamten Pyramidenbaus. Und es ist erstaunlich, wie selten es direkt angesprochen wird. Die Standarderklärung lautet Rampen. Die
- Ägypter zogen die Blöcke auf Rampen nach oben. Klingt vernünftig, funktioniert auch für die unteren Lagen. Aber eine Rampe, die flach genug wäre, damit
- schwere Steinblöcke ohne zu kippen bis auf 146 m Höhe gezogen werden können, bräuchte eine Neigung von maximal 8%. Das entspricht einer Länge von ungefähr
- eineinhalb Kilometern. Eine einzelne Rampe 1inhalb Kilometer lang aus Ziegeln und Schutt, die im Laufe des Baus ständig erweitert werden müsste. Ihr
- Volumen wäre größer als das der Pyramide selbst. Und es gibt keine Spur davon, keine Überreste, keine Eindrücke im Boden, keine Werkzeugspuren, die auf
- eine solche Konstruktion hindeuten. Für ein Objekt dieser Dimension ist das bemerkenswert. Vier verschiedene Rampensysteme wurden von verschiedenen
- Forschern vorgeschlagen. Eine lange gerade Rampe, eine spiralförmige Außenrampe, eine interne Rampe, eine Kombination davon. Keine dieser Theorien
- löst alle Probleme gleichzeitig. Jeder hat einen Punkt, an dem die Mathematik oder die Physik aufhört mitzumachen. Hemiunu, das ist der Mann, dem die
- meisten Ägyptologen den Entwurf der Keopspyramide zuschreiben. Neffe des Pharaos Kufu, oberster Beamter, Leiter aller Bauvorhaben des Königreichs. Sein
- Grab liegt unmittelbar neben der Pyramide. Eine Ehre, die nicht viele bekamen. Eine Statue von ihm steht im Römer und Pelizeusmuseum in Hildesheim.
- Ein untersetzter Mann mit breiten Schultern, selbstbewusstem Blick. Er sieht nicht aus wie jemand, der Fragen hat. Was wir nicht wissen, wie hat er
- das berechnet? Keine Papyrusrolle zeigt die Statik der Pyramide. Kein Dokument erklärt, wie Winkel, Gewichtsverteilung und die Koordination von tausenden
- Arbeitern auf Jahrzehnte hinaus geplant worden, ohne Papier im modernen Sinn, ohne Rechenmaschinen, ohne die Möglichkeit schnell eine Skizze zu
- korrigieren, wenn ein Fehler auftaucht. Für Vergleiche, die Kathedrale von Schare, die im 12. Jahrhundert erbaut wurde, kollabierte zweimal während der
- Bauarbeiten, weil die Statik falsch berechnet worden war und das mit fast 3000 Jahren mehr Erfahrung im Steinbau. Die Keops Pyramide steht seit fast 5000
- Jahren. Vielleicht liegt die Antwort auf all diese Fragen gar nicht außerhalb der Pyramide. Vielleicht liegt sie drinnen in Schächten, Gängen und Strukturen, die
- wir bisher als religiöse Symbolik abgehakt haben, die aber etwas ganz anderes sein könnten. Eine Bautechnik, die so klug war, dass wir ihre Spuren
- bis heute nicht als solche erkannt haben. Kurze Pause. Falls dir das Video bisher gefällt,
- würde einen Daumen nach oben wirklich helfen. So sehen mehr Menschen diese Fragen. Und falls du noch nicht abonniert hast, der Kanal dreht sich
- genau um solche Rätsel, Dinge, die die Wissenschaft noch nicht vollständig erklären kann. Und jetzt eine Frage, die mich schon länger beschäftigt. Wenn du
- morgen die Erlaubnis bekämst, einen Raum der Chops Pyramide zu öffnen, der noch nie betreten wurde, welchen würdest du wählen? die Kammer hinter der steinernen
- Tür, den mysteriösen Hohlraum über der großen Galerie oder etwas ganz anderes. Schreib es in die Kommentare. Weiter geht's.
- Manchmal löst sich ein Rätsel nicht durch eine große Entdeckung, sondern durch eine sehr kleine Beobachtung, die jemand jahrelang übersehen hat.
- Eine Zahl, die an zwei verschiedenen Orten auftaucht. Ein Winkel, der nicht ganz stimmt. Eine Mauer, die sich leicht nach innen neigt, obwohl sie nach außen
- zeigen sollte. In der Wüste südlich von Kairo gibt es zwei Pyramiden, die nie fertig wurden. Die eine liegt in Saviet El Arian, die andere in Abuorsche. Beide
- stammen aus der vierten Dynastie, derselben Epoche wie Keops, Schäfren und Mykerinos. Die Pyramide in Saviet El-Arian wurde so
- früh aufgegeben, dass man kaum sagen kann, ob es jemals wirklich eine Pyramide werden sollte. Was übrig geblieben ist, sieht aus wie eine
- riesige Baugrube. Ovale Form, tief in den Fels geschnitten, mit einem polierten Granitboden in der Mitte. Kein Mauerwerk darüber, kein Dach, nur die
- Grube. Abu Roash ist weitergekommen. Die Pyramide wurde vermutlich fertig gestellt und später systematisch
- abgetragen. Die Steine wurden woanders verbaut, wie es in Ägypten über Jahrhunderte so gemacht wurde. Heute ist auch dort fast nichts mehr zu sehen.
- Aber beide haben etwas gemeinsam, eine Zufahrtsrampe und diese Rampen sind exakt 5,5 m breit. 5,5 m. Das klingt zunächst nach einer
- Nebensächlichkeit, ist es aber möglicherweise nicht. Der horizontale Gang, der zur sogenannten Königinnenkammer der Keopspyramide
- führt, ist ebenfalls ungefähr 5,5 m breit. Entlang seiner Ränder verlaufen schräge Schächte, jene Belüftungsschächte,
- die wir bereits aus Kapitel 1 kennen. Offiziell gelten sie als Rituell, als symbolische Wege für die Seele des Pharaos zu bestimmten Sternen.
- Vielleicht stimmt das, aber was, wenn Sie auch eine andere Erklärung haben? Der französische Architekt Jean-Pierre Oudin hat sich diese Frage über ein
- Jahrzehnt lang gestellt. Seine These: Die Ägypter haben die Keopspyramide von innen herausgebaut mit einem System aus inneren Rampen, das in Kern der Pyramide
- verborgen liegt und dass wir bisher schlicht nicht als solches erkannt haben. Die breiten Gänge waren keine Prozessionswege, sie waren
- Arbeitsgräben. Die schweren Blöcke wurden nicht eine lange Außenrampe hochgezogen, sondern innerhalb der Pyramide bewegt durch ein spiralförmiges
- System, das mit jedem Stockwerk weiter nach oben führte. In Aburange lassen sich entsprechende Spuren erkennen, Stellen an der
- Außenwand, wo die Mauerstruktur leicht abweicht, wo Anschlüsse an mögliche innere Gänge sichtbar sind. Keine Beweise, aber Hinweise.
- Jetzt zumigsten Detail an den Belüftungsschächten, dass die meisten Beschreibungen einfach übergehen. Die Schächte der Königskammer verlaufen in
- einem präzisen Winkel nach oben. Das ist bekannt, gut dokumentiert, zeigt auf bestimmte Sterne. Soweit die offizielle Version. Was weniger oft erwähnt wird,
- diese Schächte sind horizontal nicht ganz gerade. Sie weisen leichte Krümmungen auf. Das ist seltsam. Beim Bau eines Schachts durch Steinmauerwerk
- ist es deutlich einfacher, die Richtung konstant zu halten, als den Winkel. Den Winkel zu halten erfordert ständige Messungen, Korrekturen,
- Präzisionsinstrumente. Die Richtung beizubehalten ist vergleichsweise trivial. Warum also ist der Winkel perfekt und
- die Richtung krumm? Eine mögliche Antwort: Die Schächte wurden nicht frei geplant, sondern entlang einer bereits bestehenden Struktur angelegt. Wenn da
- eine Rampe war, eine innere spiralförmige Rampe, dann ergibt sich der Winkel des Schachts automatisch aus der Neigung der Rampe und die Krümmungen
- im horizontalen Verlauf spiegeln einfach die Biegungen dieser Rampe wieder. Kein Fehler, eine Spur. Und noch ein Detail, das bisher keine befriedigende Erklärung
- gefunden hat. Im aufsteigenden Korridor der Pyramide, dem Gang, der vom Eingang nach oben zur großen Galerie führt, gibt es sogenannte Gürtelsteine.
- Das sind senkrecht eingesetzte Stücke im Mauerwerk, die quer zur Gangrichtung verlaufen in regelmäßigen Abständen. Niemand weiß genau, wozu sie dienten.
- Eine Erklärung lautet: Sie sollten den Korridor strukturell verstärken, möglicherweise. Aber einer dieser Gürtelsteine liegt an
- einer ungewöhnlichen Position. Er teilt die Strecke vom Mittelpunkt der Pyramide bis zur Außenkante nahezu exakt in zwei gleiche Hälften. Bei einem Bauwerk, das
- in allem auf Präzision ausgelegt war, wirkt das nicht wie Zufall. Huda und andere schlagen vor, dass es sich um Führungsschienen für ein
- Gegengewichtssystem handeln könnte, eine Art primitiver Lastenaufzug. Schwere Gegengewichte auf der einen Seite, Steinblöcke auf der anderen, über
- eine Umlenkrle verbunden. Technisch völlig machbar mit den Mitteln des alten Ägyptens. praktisch keinerlei Materialspuren hinterlassend, weil Holz
- und Seile sich in 4000 Jahren vollständig zersetzen. Und genau die Technik, die man bräuchte, um neun Granitblöcke von je 60 Tonnen
- auf die Höhe des 30. Stockwerks zu bringen. Die Pyramide in Maidum ist das letzte Puzzelstück dieser Überlegung. Sie liegt ungefähr 100 km südlich von
- Ciro und ist deutlich älter als die Pyramiden von Gise. An ihrer Ostseite befindet sich ein vertikaler Streifen, eine leicht eingesenkte Zone im
- Mauerwerk, etwa 5,5 m breit. Ägyptologen deuten ihn als Spur einer Außenrampe, die dort angelegt und später wieder abgetragen wurde. Aber eine klassische
- Außenrampe wird nach unten breiter, weil sie an der Basis das größte Gewicht tragen muss. Dieser Streifen verhält sich umgekehrt. Er ist oben gleich breit
- wie unten, ohne erkennbare Verbreiterung. Das passt nicht zur Rampentheorie. Es passt besser zur Idee eines inneren
- Grabens, dessen Öffnung nach außen sichtbar war. Wo ist der Beweis? Das ist die ehrliche Frage, die man an dieser Stelle stellen
- muss. Die Antwort ist unbequem. Es gibt keinen abschließenden Beweis. Hudins Theorie erklärt viele Merkwürdigkeiten auf einmal. Die Schachtkrümmungen, die
- Gürtelsteine, die 5,5 m Breite, das Fehlen von Rampenresten außen, aber sie ist noch nicht bewiesen. Um sie zu beweisen, müsste man in die Pyramide
- hinein, tief hinein, in Bereiche, die bisher nicht zugänglich waren. Und jetzt erinnere dich an den Hohlraum, den die Myonentomographie im Jahr 2017 Oberhand
- der großen Galerie entdeckt hat. 30 m lang. Möglicherweise der Kern einer inneren Rampenstruktur, möglicherweise ein ritueller Lehrraum,
- möglicherweise etwas, das wir noch nicht einmal benennen können. Bisher ist niemand hingekommen. Die Technikfrage hängt also weiter in der Luft.
- Vielleicht bekommen wir in den nächsten Jahren Antworten, wenn jemand den Mut hat, dort einzudringen. Vielleicht auch nicht. Aber nehmen wir mal an, wir
- verstehen irgendwann, wie die Pyramide gebaut wurde. Dann bleibt immer noch die eigentlich schwierigere Frage übrig. Warum hat ein ganzes Land 20 Jahre lang
- für dieses eine Bauwerk alles gegeben? Stell dir vor, du stehst morgens vor deiner Lehütte am Nilufer. Die Luft riecht nach feuchtem Schlamm und Rauch.
- Deine Hände sind rüssig von der Feldarbeit. Deine Sandalen aus Binsen halten seit Wochen nicht mehr richtig. Du wartest auf die Überschwemmung, wie
- jedes Jahr, wie dein Vater, wie sein Vater vor ihm. Kommt sie zu spät oder zu schwach, gibt es zu wenig Saat. Kommt sie gar nicht, stirbst du. Das ist keine
- Übertreibung. Das ist die Realität des Lebens am Nil seit Jahrtausenden. Du kontrollierst nichts davon, nicht den Fluss, nicht den Regen, nicht die Hitze.
- Nicht mal, ob dein Kind den nächsten Winter überlebt. Und dann schaust du nach Norden und da steht es: "Weiß wie Kalkstein, weiß wie die Sonne selbst,
- hoch wie 50 Männer übereinander. Ganz oben an der Pyramidenspitze glänzt ein vergoldetes Pyramidion im Morgenlicht, sichtbar von weitem ein
- Blitz, ein Zeichen. Du weißt, was da steht. Du weißt, wessen Grab das ist. Aber für dich ist das kein Grab. Das ist ein Punkt, an dem die Welt des Lebenden
- und die Welt des Toten sich berühren. Ein Ort, an dem der Pharao, der Gott in Menschengestalt, auch nach seinem Tod weiter regiert, weiter betet. weiter die
- Götter bei Laune hält. Solange die Pyramide steht, steht auch die Ordnung der Welt. Um zu verstehen, warum die Ägypter das getan haben, muss man
- verstehen, in welcher Art von Welt sie lebten. Ägypten existierte durch den Nil, nicht im übertragenen Sinn buchstäblich. Jedes Jahr überschwemmte
- der Fluss das Land, hinterließ fruchtbaren Schlamm, machte Landwirtschaft in einer sonst lebensfeindlichen Wüste möglich. Eine
- gute Überschwemmung bedeutete Ernte, Überschuss, Leben. Eine schwache bedeutete Hunger. Keine Überschwemmung bedeutete Katastrophe, Hungersnöte,
- Aufstände, den Zusammenbruch des Staates. Das ist in der Geschichte Ägyptens mehrfach tatsächlich passiert. In dieser Welt war Religion keine
- Privatsache und kein Sonntagsritual. Religion war das Betriebssystem der Gesellschaft. Die Priester waren nicht nur Seelsorger, sie kontrollierten die
- Tempel und die Tempel kontrollierten Land, Getreidelager, Handelswege, Handwerker. Ein großer Teil der ägyptischen Wirtschaft lief durch
- religiöse Institutionen. Wenn du Priester beleidigt, beleidigt du nicht nur einen Mann in einem weißen Gewand. Du beleidigt eine Institution,
- die entschied, ob dein Dorf im nächsten Winter Mehl hatte. Religion gab den Menschen das Gefühl, Einfluss auf das zu haben, worüber sie
- keinerlei Kontrolle besaßen. Wenn die Rituale korrekt ausgeführt wurden, würde der Nil zurückkehren. Wenn die Opfer stimmten, würde die Ernte gut sein.
- Klingt nach Aberglaube. Aber wenn man in einer Welt lebt, in der das Klima über Leben und Tod entscheidet und man keine andere Erklärung hat, dann ist das keine
- Dummheit. Das ist vernünftige Risikoverwaltung. Der Pharao stand im Zentrum dieses Systems. Er war kein gewöhnlicher König
- im europäischen Sinn, kein Mensch, dem man das Königreich gegeben hatte. Er war ein Gott, der Mensch geworden war. Horus in lebender Form, Osiris im Tod.
- Sein Körper war heilig und damit sein Körper nach dem Tod weiterwirken konnte, weiter für Ägypten beim Götterpantheon eintreten, weiter die kosmische Ordnung
- aufrechterhalten, musste er erhalten bleiben. Hier kommt die Mumifizierung ins Spiel. Die Ägypter glaubten, dass der Geist des Verstorbenen, das K,
- seinen Körper als physische Heimat brauchte. Keine Heimat, kein Geistesleben nach dem Tod. Organe wurden in Kanopenkrüge eingesetzt
- und separat gelagert. Der Körper wurde mit Natron getrocknet, mit Harzen behandelt, mit Leinen umwickelt. Ein Prozess, der bis zu 70 Tage dauerte. Für
- einen Farero noch länger, noch aufwendiger. Es gibt historische Preislisten für Mumifizierungen, von günstig bis luxuriös, je nachdem, wie
- viel man sich leisten konnte. Und die meisten Ägypter sparten offenbar nicht daran, auch wenn sie wenig hatten. Das ist vergleichbar mit einem modernen
- Menschen, der sein erspartes in eine Lebensversicherung steckt. Außer, dass das Produkt hier nicht Geld für die Hinterbliebenen war, sondern
- Unsterblichkeit für sich selbst. Tatsächlich erinnert die Logik verblüffend an moderne Kryonikhänger. Der Körper wird eingefroren und
- aufbewahrt in der Hoffnung, dass zukünftige Technologie ihn irgendwann wieder zum Leben erwecken kann. Die Theologie ist eine andere, aber der
- Grundgedanke ist erstaunlich ähnlich. Die Keops Pyramide war kein Sonderprojekt, das neben dem normalen Leben lief. Sie war das normale Leben
- für 20 Jahre, für ein ganzes Land. Einige transportierten Stein, andere organisierten Nahrung für tausende Arbeiter. Wieder andere führten Buch
- über Materiallieferungen, Lohnzahlungen, Schichtpläne. Der Papyrus des Meer, den wir in Kapitel 2 besprochen haben, ist ein Beispiel dieser Bürokratie.
- nüüchterne Einträge über Bootsladungen und Kanaltransporte, als würde man heute ein Lieferprotokoll lesen. Kufu selbst lebte zeitweise direkt an der Baustelle.
- Sein leitender Architekt Hemiunu bekam sein Grab unmittelbar neben der Pyramide. Eine Ehre, die zeigt, wie hoch diese Funktion bewertet wurde.
- Hochrangige Beamte und Familienmitglieder wurden in sogenannten Masta rund um die Pyramide bestattet. Eine ganze Nekropole entstand dort, ein
- Stadtplan des Jenseits. Nah bei Kufu begraben zu sein, war kein Trost, es war ein Privileg. Und hier sind die drei Fragen, auf die niemand
- eine wirklich befriedigende Antwort hat. Erstens, wo ist die Mumie des Keops? In der Königskammer steht ein lehrer, inchriftenloser Sarkophag aus rotem
- Granit. Keine Überreste, keine Beigaben, keine Hieroglyphen. Entweder wurde das Grab schon in der Antike ausgeraubt, was möglich ist, oder
- der Sarkophag war nie der eigentliche Bestattungsort und die Mumie liegt noch irgendwo in der Pyramide in einem Raum, den noch niemand gefunden hat.
- Zweitens, was war die sogenannte Königinnenkammer? Ihr Name ist irreführend. Er wurde von arabischen Entdeckern des Mittelalters
- vergeben und hat mit historischen Fakten nichts zu tun. Manche Ägyptologen vermuten, dass dort eine Statue des Pharaos stand, sein K Bild, eine
- physische Heimat für seinen Geist. Warum dann eine eigene Kammer mit eigenen Schächten? ungeklärt. Drittens, und das ist die schwierigste
- Frage, warum macht ein ganzes Land das? 20 Jahre, 5 Millionen Tonnen Stein, tausende von Menschen für das Grab eines einzigen Mannes.
- Selbst wenn dieser Mann als Gott galt, selbst wenn man die religiöse Logik vollständig akzeptiert, das Ausmaß ist schwer zu fassen. Kein anderes Volk der
- Geschichte hat etwas auch nur annähern vergleichbares für einen einzelnen verstorbenen unternommen. Die Pyramiden von Gisee sind das einzige der sieben
- Weltwunder der Antike, das noch existiert. Die hängenden Gärten von Babylon, verschwunden, der Koloss von Rodos, gefallen, der Leuchtturm von
- Alexandria eingestürzt. Die Keopspyramide stand schon Jahrtausende, als Herodot sie besuchte und staunte. Sie hat Perser, Griechen, Römer und
- Araber überlebt. Jede Zivilisation, die sie je bestaunte, ist irgendwann verschwunden. Irgendwann begannen auch die Ägypter selbst zu vergessen, was in
- dieser Pyramide eigentlich steckt. Und dann kamen Leute, die eigene Erklärungen mitbrachten. Jahr 802 nach Christus.
- Cairo ist eine der reichsten Städte der Welt, Zentrum des absidischen Kalifats, Schnittpunkt von Handelswegen, die von Persien bis nach Nordafrika reichen.
- Kalif Almamun, Sohn des legendären Harun Al-Rashid, Metz der Wissenschaften, Mann mit echter Neugier auf die Welt, schaut jeden Tag aus seinem Palast auf die
- Pyramiden und jeden Tag denkt er dasselbe. Da drin muss etwas sein. Arten, Schätze, geheimes Wissen der alten Ägypter,
- irgendwas. Diese Bauwerke existieren nicht ohne Inhalt. Er gibt den Befehl und ein Team von Steinmetzen, Schmieden und Arbeitern
- rückt an. Sie schlagen mit Hämmern gegen die polierte Außenwand. Sie erhitzen den Kalkstein mit Feuer und übergießen ihn danach mit Essig, damit er durch den
- plötzlichen Temperaturunterschied bricht. Monat für Monat. Der Lärm muss zu hören gewesen sein, bis weit in die Wüste hinein. Irgendwann hören sie, wie
- hinter der Wand Steine fallen. Sie bohren weiter, biegen nach rechts und landen in einem Gang. Sie haben den originalen aufsteigenden Korridor der
- Pyramide verfehlt, nur um wenige Meter. Aber sie finden ihn, folgen ihm, gelangen schließlich in die Kammern des Inneren. Was sie dort finden, Staub.
- Lehre, einen steinernen Sarkophag ohne Deckel, ohne Inhalt, ohne Inschrift. Der Legende nach soll der Visier des Kalifen heimlich eine Menge Goldmünzen
- in der Pyramide versteckt haben, bevor die Arbeiter hineinkamen. Genauso viel, dass die Summe dem ausgezahlten Lohn entsprach, damit die Männer nicht mit
- leeren Händen nach Hause gingen. Ob das stimmt, weiß man nicht. Es klingt nach einer Geschichte, die man sich erzählt, damit die Enttäuschung erträglicher
- wird. Alma Moons Durchbruch sitzt heute noch in der Nordwand. Er ist der Eingang, durch den Touristen die Pyramide betreten. Ungefähr 400 Jahre
- später ließ ein anderer Herrscher die weiße Außenverkleidung der Pyramide abtragen. Die polierten Kalksteinplatten wurden nach Kairo transportiert und als
- Baumaterial für Moscheen und Paläste verwendet. Das erklärt, warum die Pyramide heute grau und gestuft aussieht, statt weiß
- und glatt. Was übrig blieb, ist der Kern. Das Original ist weg. Im 19. Jahrhundert, als die Ägyptologie gerade dabei war, sich als ernsthafte
- Wissenschaft zu etablieren, entstand parallel dazu etwas anderes. Ein Sog für Menschen, die in den Pyramiden etwas sahen, das keine Wissenschaft erklären
- konnte. oder wollte. John Taylor war englischer Verleger, hatte Bücher über Astronomie geschrieben und war soweit bekannt nie in Ägypten
- gewesen. Trotzdem veröffentlichte er 1859 ein Buch über die Kobspyramide, indem er argumentierte, das Bauwerk sei
- von den Israeliten unter göttlicher Anleitung errichtet worden, nicht von Ägyptern, von Israeliten, ohne jeden archäologischen Beleg, aber
- mit einer Menge Zahlenspielereien. Taylor gilt heute als einer der Begründer der sogenannten Pyramidologie, einer Disziplin, die sich irgendwo
- zwischen Numerologie, Theologie und Wunschdenken bewegt. Und man muss zugeben, die Zahlen geben durchaus Stoff für Spekulation.
- Teilt man den Umfang der Keops Pyramide durch ihre doppelte Höhe, erhält man einen Wert, der nahezu identisch mit der Zahl Pi ist, 3,141
- und so weiter. Die Diagonalen der Grundfläche verlaufen exakt nach Norden und wenn man die Anordnung der drei Giseepyramiden von oben betrachtet,
- ähnelt sie verblüffend dem Gürtelsternen des Sternbilds Orion, Alnitak, Alnilam, Mintaka, inklusive der leichten Verschiebung in der Linie. Das sind
- überprüfbare Beobachtungen. Niemand erfindet sie. Die Frage ist nur, was man daraus schließt. Die Liste der Theorien ist lang und sie werden im Laufe der
- Jahrzehnte nicht kürzer. Atlantis, die Pyramiden als Überbleibsel einer versunkenen Hochkultur, von deren Überlebenden gebaut, als die Welt noch
- eine andere war. Außerirdische die Pyramiden als Beweis, dass Menschen des Altertums ohne technische Hilfe von
- außen gar nicht in der Lage gewesen wären, so etwas zu bauen. Ein uraltes Kraftwerk. bestimmte Schächte und Resonanzeigenschaften als
- Hinweis auf eine Funktion, die wir nicht mehr verstehen. ein astronomisches Instrument zur Präzisionsmessung des Sonnenjahres oder
- mein persönlicher Favorit in der Kategorie Einfallsreichtum ein Kornspeicher, wie der mittelalterliche Bischof und spätere
- Papst Gregor der Große ernsthaft argumentiert hat, weil die Bibel von Josefs Getreidereserven in Ägypten erzählt.
- Im Jahr 2020 twitterte Elon Musk Aliens Built the Pyramids die ägyptische antikenministerin antwortete innerhalb weniger Stunden mit einem Einladung, die
- Arbeitersiedlungen und den Papyrus des Meer zu besichtigen. Mask zog den Tweet nicht zurück. Jetzt kommt der Teil, bei dem es etwas komplizierter wird. Im Jahr
- 2004 untersuchten russische Physiker seismische Schwingungen an der Keopspyramide. Sie maßen erhebliche Unterschiede
- zwischen dem Fundament und der Spitze und formulierten die Hypothese: Das Bauwerk könnte unter bestimmten Bedingungen wie ein Resonator
- funktionieren, ein Verstärker für spezifische Frequenzen. Diese Frequenzen ähneln den Schumannresonanzen,
- also den elektromagnetischen Eigenschwingungen der Erde und liegen in einem Bereich, der auch in bestimmten Hirnwellenmessungen auftaucht.
- und Alphawellen, die bei meditativen Zuständen auftreten. Hat das eine Bedeutung? Vielleicht wurde die Pyramide dafür gebaut, sehr wahrscheinlich nicht.
- Aber dass das Bauwerk physikalische Eigenschaften hat, die über das reinstrukturelle hinausgehen, ist nicht einfach abzutun. Und hier liegt das
- eigentliche Problem im Umgang mit all diesen Theorien. Viele Ägyptologen reagieren auf Pyramidologie mit berechtigter Skepsis. Wer Zahlen lange
- genug dreht, findet überall Pi. Wer Sterne mit Grundrissen vergleicht, findet überall Ähnlichkeiten. Das stimmt. Confirmation Bias ist real und
- die Pyramidologieliteratur ist voll davon, aber es gibt eine Gegenreaktion, die ebenfalls ihre Tücken hat. Wissenschaftler neigen manchmal
- dazu, das Unerklärte vorschnell in bekannte Kategorien einzusortieren. Im 19. Jahrhundert hielten Forscher bestimmte unterirdische Anlagen in
- römischen Städten für rituelle Wassertempel. Rätselhaft, symbolisch aufgeladen, religiös bedeutsam. Später stellte sich heraus öffentliche Latrinen
- mit Wasserspülung, einfach Toiletten. Vielleicht schauen Menschen in ein paar Jahrhunderten auf die Pyramiden und sagen: "Na klar, hätte man doch sehen
- können." Die Antwort lag die ganze Zeit auf der Hand. Warum hat das niemand früher bemerkt? Die Grabtheorie bleibt die überzeugendste, aber überzeugendste
- bedeutet nicht vollständig verstanden. Und genau diese Lücke zwischen belegbar und erklärbar ist es, die Spekulationen am Leben hält. Direkt neben den
- Pyramiden steht ein Monument, bei dem diese Lücke noch größer ist. Du läufst auf die Pyramiden zu. Der Sand knirscht unter den Schuhsohlen, die Luft
- flimmert. Irgendwo weiter hinten dröhnt ein Reisebus und dann siehst du es nicht die Pyramiden, sondern etwas anderes. Ein Gesicht. Es schaut dich an, nicht
- aus einem Gebäude, aus dem Fels selbst, 20 m hoch. Das ist ungefähr die Höhe eines sechsstöckigen Wohnhauses. 73 m lang, länger als ein olympisches
- Schwimmbecken, das 50 m misst. Aus einem einzigen Kalkstein massiv gehauen, das einfach dort lag und auf jemanden wartete, der eine Form darin sah.
- Löwenkörper, Menschenkopf, leerer Blick nach Osten in Richtung Sonnenaufgang. Keine Nase, keine Inschrift, keinen Namen, den wir kennen. Selbst das Wort
- Sphinx stammt nicht aus dem Ägyptischen. Es ist griechisch, von den Griechen vergeben, als sie das Ding sahen und sich keinen anderen Namen dafür
- vorstellen konnten. Wie die Menschen, die dieses Monument erschufen es nannten, wissen wir schlicht nicht. Manche Forscher vermuten, sie nannten es
- Hor M ak, Horus am Horizont. Aber auch das ist eine spätere Deutung, keine zeitgenössische Quelle. Und hier beginnt die eigentliche Merkwürdigkeit. Die
- Ägypter waren leidenschaftliche Dokumentierer, Tempel, Grabmähler, Kriegszüge, Erntestatistiken, Baulisten, alles wurde aufgeschrieben, in Stein
- gemeißelt, auf Papyrus notiert. Man kennt den Namen des Bauinspektors der Keops Pyramide. Man kennt den Vorarbeiter Meer und seine
- Bootsladungen. Man kennt Preislisten für Mumifizierungen aus verschiedenen Jahrzehnten. Den Sphinx findet man in den Texten aus der Epoche der Pyramiden
- praktisch nicht. Kein Baubericht, kein Auftrag, keine Weiheinschrift. Ein Monument von 73 m Länge mitten auf dem wichtigsten Plateau Ägyptens und die
- zeitgenössischen Dokumente schweigen darüber, als existierte es nicht. Die offizielle Version lautet: Der Sfx wurde von Pharao Käfren gebaut um 1600 vor
- Christus, gleichzeitig mit seiner eigenen Pyramide. Das Gesicht des Fings soll sein Gesicht zeigen. Ein Argument, das auf stilistischen Ähnlichkeiten mit
- bekannten Käfrenstatuen basiert. Es ist eine plausible These, aber sie hat einen Riss. 1837 fanden Forscher in der Nähe des Finks eine sogenannte
- Inventarstehle. Eine Steintafel aus späterer Zeit, auf der es heißt: "Farao Keops habe eine Restaurierung des Spinks in Auftrag
- gegeben. Keobs war der Vorgänger von Käfren. Wenn Keops den Sphinx restaurieren ließ, muss der Sphinx bereits existiert haben, bevor Käferin
- ihn angeblich baute. Die meisten Ägyptologen halten die Steele für eine spägyptische Fälschung oder zumindest für eine unzuverlässige Quelle. Solche
- nachträglichen Inschriften mit frommen Unwahrheiten waren im alten Ägypten nicht selten, aber weg zu diskutieren ist sie nicht. Dann kam Robert Schoch.
- Der amerikanische Geologe, untersuchte in den 90er Jahren die Erosionsspuren am Körper des Finks und argumentierte, sie seien nicht durch Windsand entstanden,
- wie man es bei einem Monument in der Wüste erwarten würde, sondern durch Regenwasser. Vertikale Rinnen, abgerundete Kanten,
- ein Muster, das er aus anderen Regionen kannte, wo über lange Zeiträume starker Regen gefallen war. Das Problem in der Region von Gisee hat
- es seit mindestens 7000 Jahren keinen nennenswerten Regen mehr gegeben. Die letzte Periode mit ausreichend Niederschlag für solche Erosionsspuren
- liegt im oder 10. Jahrtausend vor Christus, also vor mehr als 10 000 Jahren. Falls Scho hat, wäre Desphinx nicht dreieinhalbus, sondern mindestens
- 10.000 Jahre alt. Das würde bedeuten, er wurde von einer Zivilisation gebaut, über die wir praktisch nichts wissen. Vor den Ägyptern, vor dem Beginn der
- bekannten Geschichte. Die Fachwelt reagierte überwiegend ablehnend gegen Argument: "Die Erosion könnte auch durch andere Faktoren entstanden sein.
- Periodische Überschwemmungen, Taubildung, Mikroklima. Schoch hält dagegen. Die Debatte ist bis heute nicht abgeschlossen, auch wenn sie
- in den meisten Lehrbüchern so dargestellt wird, als wäre sie es. Jetzt zur Nase. Die populärste Version der Geschichte lautet: Napoleon Soldaten
- haben sie beim Kanonenüben weggeschossen. Das ist falsch. Schon arabische Chronisten des 12. und 13. Jahrhunderts beschrieben den Sphinx ohne
- Nase Jahrhunderte bevor Napoleon in Ägypten landete. Ein ägyptischer Historiker des 14. Jahrhunderts berichtete sogar über einen islamischen
- Fanatiker namens Mohammad Saim Alda, der die Gesichtszüge des Pfingst zerstörte, weil die Landbevölkerung ihm Opfer darbrachte. Er wurde dafür hingerichtet.
- Ob diese spezifische Person für die fehlende Nase verantwortlich ist, lässt sich nicht beweisen. Aber dass die Nase von religiösen Bilderstürmern zerstört
- wurde, dafür spricht mehr als für Napoleons Artillerie. Und dann sind da noch die Proportionen. Der Kopf des Finks wirkt im Verhältnis zum Körper
- auffällig klein. Ägyptische Bildhauer hatten ein sehr präzises Gespür für Proportionen. In fast allen bekannten Skulpturen dieser Epoche stimmen die
- Verhältnisse. Einen solchen Fehler hätten sie kaum unbemerkt durchgehen lassen. Eine Erklärung, die eine Handvollforscher ernsthaft diskutiert.
- Der Kopf wurde nachträglich umgearbeitet. Vielleicht war es ursprünglich ein Löwenkopf, der Körper ist ja eindeutig
- ein Löwe, oder ein Schakalskopf, der den Toten Gott Anubis darstellen sollte. Dann wäre das Monument ein Wächter der Nekropole, ein steinerner Hüter der
- Toten, was eine Position zwischen den Pyramiden und dem Nil erklären würde. Irgendwann hätte ein Pharao entschieden, den Kopf nach seinem eigenen Gesicht
- umzuarbeiten. Ein massives Monument umprogrammiert. Beweise dafür gibt es nicht, aber die Proportionen bleiben seltsam.
- 2019 Forscher entdecken unterhalb des Giseeplateaus Strukturen, die auf unterirdische Gänge und Hohlräume hindeuten. Wo sie hinführen, ist unklar.
- Einige Forscher bringen sie mit dem Sphinx in Verbindung. Es gibt alte Legenden über Kammern unter seinem Körper, über einen unterirdischen
- Zugang, der nie gefunden wurde. Ausgrabungen in größerem Maßstab sind auf dem Plateau stark eingeschränkt aus politischen und konservatorischen
- Gründen. Was darunter liegt, bleibt offen. Falls der Sphinx älter ist als die Pyramiden, falls er von Menschen gebaut wurde, die vor den Ägyptern dort
- lebten und von denen wir keine Aufzeichnungen haben, was würde das bedeuten? Es würde bedeuten, dass unsere Zeitlinie
- der menschlichen Zivilisation an einem bestimmten Punkt einfach aufhört. Nicht, weil da nichts mehr war, sondern weil wir keine Quellen mehr haben. Dass es
- eine Lücke gibt, in der Menschen lebten, bauten, organisierten und dann verschwanden, ohne dass wir wissen, wer sie waren. Das ist eine unbequeme
- Vorstellung und vielleicht deshalb wird sie so selten ernsthaft diskutiert. Jetzt gehen wir zurück nach innen in die Pyramide zu den Türen, die wir ganz am
- Anfang zurückgelassen haben. 1993. Ein kleiner Roboter kriechen Schacht in der Geobspyramide. 23 cm breit dieser Schacht, gerade so,
- dass die Kamera passt. Er fährt 60 m weit, dann noch drei. Im Licht der kleinen Lampe taucht etwas auf. Eine Tür.
- Nicht groß, polierter Kalkstein, glatte Oberfläche und zwei Griffe aus Metall, Kupfer, wie sich später herausstellt, die aussehen, als hätte jemand sie für
- eine menschliche Hand gemacht. Für eine Hand, die niemals dort ankommen kann, weil der Schacht viel zu eng ist. Der Roboter kommt nicht weiter. Die
- Expedition endet. 9 Jahre später, im Jahr 2002 schickt ein deutsch-ägyptisches Team einen neuen Roboter. Diesmal mit einem Bohrkopf. Die
- Kamera dreht sich. Der Bohrer arbeitet sich durch den Stein. Ein Loch entsteht. Ein Endoskop wird hindurchgeführt. Dahinter ist kein Raum, keine Kammer,
- kein Gang, keine Mumie, kein Schatz. Dahinter ist ein Hohlraum, vielleicht 30 cm tief und dahinter steht eine weitere Tür. Auf dem Boden dieses winzigen
- Zwischenraums liegen Zeichen. Gemaht oder geritzt, das lässt sich aus den Aufnahmen schwer sagen. Ob es Hieroglyphen sind oder Markierungen der
- Bauarbeiter oder etwas ganz anderes. Bis heute weiß das niemand. Keine Übersetzung, kein Konsens. Zwei Jahre vor dem Bohren, im Jahr 2000,
- hatte ein anderes Team bereits den nördlichen Schacht derselben Kammer untersucht und dort ebenfalls eine Tür gefunden, ebenfalls mit Kupfergriffen,
- ebenfalls am Ende eines langen, engen Gangs. Zwei Schächte, zwei Türen, zwei verschlossene Räume, in die seit dem Bau der Pyramide vor fast 5000 Jahren kein
- Mensch eingedrungen ist. Im Jahr 2011 kam Jedi, so hieß der Roboter, benannt nach einem Zauberer aus einer alägyptischen Geschichte, der
- angeblich die Geheimnisse der Pyramiden kannte. Jedi hatte Kameras, die sich drehen konnten und er konnte die Rückseite der ersten Tür filmen. Was er
- dort fand? Sauber gearbeitete Kupferbeschläge, präzise eingelassen in den Stein. Keine rohe Konstruktion, keine Bausperre. Eine echte Tür, die
- aussieht, als sollte sie tatsächlich geöffnet werden von jemandem oder etwas, das nie kommen sollte. Einige Aufnahmen aus diesen Expeditionen
- wurden nie veröffentlicht. Warum, hat niemand offiziell erklärt. Vielleicht bürokratische Gründe, Streit zwischen beteiligten Institutionen,
- Eigentumsfragen an Forschungsdaten, vielleicht etwas anderes. Man weiß es nicht. Jetzt nimm alles, was wir in den letzten
- sieben Kapiteln besprochen haben und lege es übereinander. Die Schächte wurden gebaut, als die Pyramide gebaut wurde. Sie verlaufen
- unter einem bestimmten Winkel durch das Mauerwerk. Sie haben leichte horizontale Krümmungen, die zur Theorie der inneren Rampen passen. Wenn Hudins These stimmt,
- wenn diese Schächte tatsächlich Spuren eines Bausystems sind, keine religiösen Sternengänge, dann waren sie Arbeitsgänge, technische Elemente einer
- gigantischen Maschine zum Bewegen von Stein und trotzdem Türen. Türen mit Kupfergriffen. Zeichen auf dem Boden eines Raums, den keine
- menschliche Hand je berührt hat. Das passt nicht zusammen. Ein technischer Baugang braucht keine Tür mit polierten Griffen. Ein funktionaler Schacht
- braucht keine Inschriften in einem Hohlraum, der hermetisch verschlossen ist. Beide Erklärungen, religiös symbolisch
- und bautechnisch haben eine Stelle, an der Sie aufhören zu funktionieren. Und diese Stelle ist dieselbe, die Tür. Bisher hat keine Theorie dafür eine
- wirklich überzeugende Antwort. Wir haben Sonden auf dem Mars, die Steine fotografieren und Bodenproben analysieren. Wir haben Teleskope, die
- Licht aus 13 Milliarden Lichtjahren Entfernung einfangen. Wir haben Maschinen, die in Millisekunden mehr Rechenoperationen ausführen als ein
- Mensch in seinem gesamten Leben. Wir haben das menschliche Erbgut entschlüsselt. 3 Milliarden Basenpaare aufgelistet, kartiert, analysiert und
- wir wissen nicht, was hinter einer Steintür in einem 60 m langen Schacht steckt, der 30 m unter der Oberfläche einer Pyramide liegt, die vor
- viereinhalb Jahren von Menschen ohne Kräne und Stahl errichtet wurde. Das ist kein Versagen der Technologie. Wir könnten dort hineinkommen, wenn wir
- wollten. Der Roboter Jedi hätte weitergebohrt. Es gibt leistungsfähigere Geräte, es gibt Genehmigungen, die beantragt werden können und meistens
- nicht erteilt werden oder nur zögerlich oder mit so vielen Einschränkungen, dass die Arbeit kaum möglich ist. Vielleicht ist das eigentliche Rätsel,
- nicht dahinter ist, sondern warum wir so langsam dabei sind, es herauszufinden. Almamun schlug monatelang gegen die Mauern, weil er sicher war, dass dort
- Schätze lagen. Herodot schrieb auf, was Priester ihm erzählten, ohne die Mittel zu haben, es zu überprüfen. John Taylor deutete Zahlen aus einem Stuhl in
- London, ohne je den Sand unter seinen Füßen gespürt zu haben. Napoleon stand auf der Ebene von Gisee und sah 40 Jahrhunderte, aber er sah sie durch die
- Augen eines Mannes, der gerade dabei war, Europa zu unterwerfen. Jede Zeit sieht in den Pyramiden, was sie sehen will. Die Griechen sahen das
- Ergebnis menschlicher Arbeitskraft in unvorstellbarem Maßstab. Ein Beweis, dass Menschen Götterwerke vollbringen können. Mittelalterliche Herrscher sahen
- Schatzkammern, verschlossene Versprechen auf Reichtum. Die Romantiker des 19. Jahrhunderts sahen göttliche Weisheit codiert in
- Stein. Esoteriker des 20. Jahrhunderts sahen Besuche von außen, Hinweise auf Zivilisationen jenseits unseres Wissens. Physiker sehen Resonanzkörper,
- Schwingungsstrukturen, ungewollte Akustik im Großformat. Und was sehen wir? Vielleicht das gleiche wie alle anderen, nur mit anderen
- Werkzeugen. Wir haben Myonentomographie statt Hammer und Essig. Wir haben Roboter mit Endoskopen statt Fackeln. Wir haben Radiokarbondatierung
- statt Priesterberichte. Aber wir bringen dieselbe Grundheitung mit. Da drin muss etwas sein. Etwas, das erklärt, warum Menschen das getan haben.
- Warum ein ganzes Land 20 Jahre lang alles gegeben hat für ein einziges Bauwerk. Die Pyramide antwortet nicht. Sie steht einfach da, wie sie seit fast
- 5000 Jahren steht und lässt uns weiterraten. Vielleicht liegt die Antwort auf das Rätsel tatsächlich schon vor uns, in
- einem Schacht, in einem Hohlraum, in einem Dokument, das noch niemand richtig gelesen hat. Vielleicht fehlt tatsächlich nur der richtige
- Blickwinkel. Eine Frage, die bisher niemand gestellt hat, weil alle davon ausgingen, die wichtigen Fragen sein bereits bekannt. Was hält uns davon ab,
- sie zu stellen? Wenn dich solche Rätsel beschäftigen, Fragen, bei denen die Antwort seit Jahrhunderten direkt vor uns liegt und wir sie trotzdem nicht
- sehen, dann abonniere den Kanal. Genau darum geht es hier. Danke, dass du bis hierhin dabei warst. Das sind keine leichten Themen. Nicht
- weil sie kompliziert wären, sondern weil sie an etwas rühren, das uns alle beschäftigt. Die Frage, was Menschen vor uns wirklich wussten, konnten und
- dachten. Wenn dir das Video etwas gegeben hat, einen Gedanken, eine neue Frage, einen Moment des Staunens, dann lass einen Daumen nach oben da. Das
- kostet 3 Sekunden und bedeutet für den Kanal eine Menge. Und noch eine letzte Frage, die ich dir mitgebe. Was ist das größte Rätsel, dass die Menschheit
- deiner Meinung nach noch lösen muss? Und warum traut sich niemand es ernsthaft anzugeben? Falls du nicht abonniert hast, jetzt
- wäre ein guter Moment. Bis zum nächsten Video.
Zum Nachlesen
ÄgyptenÄgypten hat vor allem wegen seiner hohen Bevölkerungszahl eine enorme politische und kulturelle Ausstrahlung in der arabischen und islamischen Welt. Auch in der …
GeschichteUnter Geschichte versteht man im Allgemeinen diejenigen Aspekte der Vergangenheit, derer Menschen gedenken und die sie deuten, um sich über den Charakter …
AntikeDie Antike (von lateinisch antiquus ‚alt, altertümlich, altehrwürdig') war eine Epoche im Mittelmeerraum, die etwa von 800 v. Chr. bis 600 n.
ArchäologieIn der Vor- und Frühgeschichte hat man es hauptsächlich mit materieller Kultur zu tun, in der Frühgeschichte wird auch auf Schriftquellen zurückgegriffen. Diese …