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Bahnwärter Thiel – Zusammenfassung | Hauptmann | 1/5
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 74 Zeilen
- Die Novelle Bahnwerter Tiel von Gerhard Hauptmann erschien im Jahr 188 und erzählt die Geschichte eines einfachen Bahnwärters aus der kleinen
- Kolonie schön Schornstein. Tiel ist ein pflichtbewusster, stiller Mann. Wenn er keinen Dienst hat und nicht krank ist, besucht er sonntags die
- Kirche in Neuzitau. Nach einigen Jahren kommt er nicht mehr allein dorthin, sondern mit Minner, seiner ersten Frau. Sie ist jung, zart und wirkt neben ihm
- besonders zerbrechlich. Zwei Jahre lang sitzen sie gemeinsam in der Kirchenbank. Später bringt Minner ihren gemeinsamen Sohn Tobias zur Welt. Allerdings stirbt
- Miner kurz nach der Geburt im Wochenbett. Von da an sitzt Tiel wieder allein in der Kirche. Nach außen wirkt er gefaßt
- und ordentlich wie zuvor, doch Minner verschwindet nicht aus seinem Leben. In seinen Gedanken bleibt sie ihm weiter nahe. Nach Minners Tod steht Til mit
- Tobias allein da. Der Junge lebt, ist aber schwächlich und braucht besondere Pflege. Für Tiel wird das zu einem ernsten Problem, denn sein Dienst hält
- ihn lange vom Haus fern. Er kann nicht gleichzeitig arbeiten und sich zuverlässig um das Kind kümmern. Deshalb entschließt er sich zu einer zweiten
- Ehe. Als er beim Pastor die Heirat anmeldet, stößt er zunächst auf Bedenken. Minas Tod liegt noch nicht lange zurück. Tiel erklärt jedoch, dass
- er mit der Toten nicht wirtschaften könne und dass Tobias ohne Hilfe zugrunde gehe. Aus diesem Grund heiratet er Lehene, eine kräftige ehemalige
- Kuhmarkt aus Altegrund. Diese Ehe beginnt nicht mit Liebe, sondern mit einer praktischen Notlage. Lene soll den Haushalt führen und Tobias versorgen.
- Lene erweist sich tatsächlich als tüchtige Arbeiterin und gute Haushälterin. Gleichzeitig ist sie aber hart, streitlustig und herrschüchtig.
- Schon bald weiß jeder in der Nachbarschaft, dass sie im Haus das Sagen hat. Tiel widerspricht ihr selten. Meist schweigt er, wenn sie laut wird
- und lässt ihre Ausbrüche über sich ergehen. Zunächst zeigt er noch Widerstand, wenn es um Tobias geht. Doch auch dieser Widerstand lässt nach. Tiel
- gerät immer stärker unter Lenes Einfluss und wird von ihr abhängig. Als Lene später selbst ein Kind bekommt, verschlechtert sich Tobias Lage. Lene
- wendet sich vor allem ihrem eigenen Baby zu. Tobias, der ohnehin schwach ist und sich langsam entwickelt, muß das kleinere Kind tragen und beaufsichtigen.
- Besonders in Tiels Abwesenheit wird er von Lehne geplagt. Tiel bemerkt vieles nicht oder will es nicht wahrhaben. Tels wichtigster Rückzugsort bleibt sein
- Werterhäuschen im Kiefernwald. Dort arbeitet er an der Bahnstrecke, bedient die Schranken und verbringt lange Stunden allein. Diesen Ort hält er von
- Lehne fern. Für ihn gehört er nicht der neuen Ehe, sondern der Erinnerung an Minner. Nachts sitzt Tiel in der kleinen Werterstube
- bei Laternenlicht. Vor sich legt er Minners verblasstes Foto. Er liest, singt und denkt an seine verstorbene Frau. Manchmal steigert er sich so tief
- in diese Erinnerung hinein, dass ihm Minner beinahe lebendig erscheint. Eines Morgens kehrt Tiel nach dem Dienst nach Hause zurück. Lene ist aufgeregt,
- weil die Familie ihren bisherigen Kartoffelacker verloren hat. Tiel kann ihr jedoch berichten, daß ihm der Bahnmeister ein neues Stück Land am
- Bahndam überlassen hat. Für Lene ist das eine gute Nachricht. Sie denkt sofort daran, dort Kartoffeln anzubauen. Til geht zu Tobias, der noch schläft. Er
- setzt sich zu ihm, weckt ihn vorsichtig und hilft ihm beim Anziehen. Dabei entdeckt er auf der Wange des Jungen Spuren von Fingern. Die Wange ist
- angeschwollen. Tel begreift, dass Tobias geschlagen worden ist. Er spricht Lenehne nicht direkt darauf an. Doch die Entdeckung bleibt nicht folgenlos. Zum
- ersten Mal steht Lenes Gewalt gegen Tobias unübersehbar vor ihm. Am Nachmittag macht sich Tiel wieder auf den Weg zum Dienst. Unterwegs merkt er,
- dass er sein Butterbrot vergessen hat und kehrt um. Als er sich dem Haus nähert, hört er Lenes Stimme. Sie schreit Tobias an, beschimpft ihn und
- wirft ihm vor, nicht richtig auf das Baby aufgepasst zu haben. Tiel bleibt stehen und hört weiter zu. Dann wird klar, dass Lenehne den Jungen
- misshandelt. Als Tiel die Stube betritt, erschreckt sie. Tobias sitzt verängstigt in einer Ecke. Lene versucht sich zu rechtfertigen und in Til steigt für
- einen Moment gewaltige Wut auf. Doch er bringt es nicht fertig einzugreifen. Statt Tobias zu schützen, nimmt er nur sein vergessenes Brot und geht wieder.
- Tobias muss erleben, dass sein Vater alles gesehen hat und trotzdem schweigt. Übrigens würde sich der arme Tobias sehr darüber freuen, wenn du diesem Video ein
- Like gibst und dem Kanal folgst. An seinem Dienstposten findet Tiel danach keine Ruhe. Die Nacht im Kiefernwald wird für ihn zur Qual. Die
- vorbeirasenden Züge, die Dunkelheit und die Einsamkeit verstärken seine Gedanken. Immer wieder denkt er an Tobias, an Lehene und an Minner. Langsam
- wird ihm bewusst, dass Tobias nicht nur einmal gelitten hat. Er erkennt, dass er seinen Sohn im Stich gelassen hat. Diese Schuld lässt ihn nicht los. Traum und
- Wirklichkeit beginnen sich zu vermischen, und die Züge wirken in der Dunkelheit bedrohlicher als sonst. Tiel bleibt äußerlich zwar bahnwärter, doch
- innerlich verliert er den Halt. Seine Angst, seine Schuld und seine Erinnerung an Minner greifen immer stärker ineinander.
- Am nächsten Morgen bereitet Lene den Weg zum neuen Acker vor. Das Baby wird in den Kinderwagen gelegt. Tobias wird angezogen und als er erfährt, dass er
- mit in den Wald darf, freut er sich. Tiel ist unruhig. Bisher war das Werterhäuschen sein abgeschiedener Ort gewesen, an dem Lehne keinen Platz
- hatte. Nun will sie mit den Kindern dorthinkommen und auf dem Acker arbeiten. Trotzdem widerspricht hier nicht. Tobias ist zu glücklich über den
- Ausflug und Tiel findet keinen Weg Lehne aufzuhalten. Die Familie geht durch den Kiefernwald. Tiel schiebt den Kinderwagen durch den Sand. Lehne denkt
- an die Arbeit und Tobias läuft fröhlich umher, sammelt Blumen und entdeckt die Natur. Am Werterposten angekommen, beginnt Lene mit der Arbeit auf dem
- Feld. Tiel nimmt Tobias mit auf die Strecke. Für den Jungen ist die Welt der Bahn aufregend. Er betrachtet die Schienen, die Telegrafenstangen und die
- Umgebung, die für seinen Vater zum Alltag gehört. Besonders das Summen der Telegrafendrehte fasziniert ihn. Tiel erklärt ihm, was er kann und für kurze
- Zeit entsteht ein friedlicher Moment zwischen Vater und Sohn. Tobias ist neugierig und lebendig. Tiel wirkt ruhiger als zuvor. Dieser gemeinsame
- Gang an der Bahnstrecke gehört zu den letzten glücklichen Augenblicken der beiden. Später kehren Tiel und Tobias zurück. Lene will weiter auf dem Acker
- arbeiten und verlangt, daß Tobias nun bei ihr bleibt und auf das Baby achtet. Tiel wird sofort unruhig, denn die Gleise liegen in der Nähe. Er ruft Lene
- nach, sie solle gut auf Tobias aufpassen und ihn nicht zu nah an die Bahnstrecke lassen. Line nimmt die Warnung kaum ernst. Für sie zählt in diesem Moment
- vor allem die Arbeit auf dem Acker. Kurz darauf wird ein Schnellzug gemeldet. Tiel muss an seinen Posten. Er kann Tobias nicht selbst beaufsichtigen,
- sondern muß die Barriere bedienen. Damit bleibt Tobias bei Lehne und dem Baby zurück, während der Zug bereits unterwegs ist.
- Der Schnellzug nähert sich. Tiel steht an der Barriere und erfüllt seinen Dienst. Plötzlich bemerkt er, dass der Zug bremst. Kurz darauf wird klar, dass
- ein Unglück geschehen ist. Tobias ist von dem Zug erfasst worden. Er lebt zunächst noch, ist aber schwer verletzt. Tiel eilt zur Unfallstelle und findet
- seinen Sohn in einem Zustand, den er kaum ertragen kann. Lene ist verzweifelt, Bahnpersonal und Reisende reagieren erschrocken und Ti ist wie
- betäubt. Tobias soll mit dem Zug nach Friedrichshagen gebracht werden, damit ein Arzt ihn versorgen kann. Lene begleitet ihn. Tiel bleibt am
- Werterposten zurück. Nachdem Tobias fortgebracht worden ist, wird Tiel von seinen Gedanken überwältigt. Er stellt sich vor, wie der
- Arzt den Jungen untersucht und fürchtet, daß Tobias nicht gerettet werden kann. In seiner Verzweiflung wendet er sich innerlich an Minner. Er fleht sie an,
- ihm Tobias zurückzugeben, doch seine Bitte vermischt sich mit Wut. Für Tiel ist Lene Schuld daran, dass Tobias unter den Zug geraten ist. Aus Schmerz und
- Schuld entsteht in ihm der Gedanke an Rache. Tiel verliert immer mehr den Bezug zur Wirklichkeit. Die Erinnerung an Minner, die Angst um Tobias und der
- Hass auf Lehne werden zu einem einzigen fieberhaften Zustand. Dann hört Tiel das Baby schreien. Lene hat es am Acker zurückgelassen, als sie
- mit Tobias fortgefahren ist. Tiel geht zum Kinderwagen und findet das Kind dort allein und hilflos. In seinem verwirrten Zustand richtet sich seine Wut gegen das
- Baby. Es ist Lenes Kind und Tiel kann in diesem Augenblick nicht mehr klar trennen zwischen Schuld, Schmerz und Hass. Die Situation wird gefährlich.
- Erst ein Bahnsignal reißt ihn wieder aus diesem Zustand. Tiel kommt zu sich und lässt von dem Kind ab. Das Baby lebt. Doch nach diesem Moment ist deutlich,
- dass Tiel innerlich bereits weit zerbrochen ist. Später kommt der Zug zurück. Tobias wird zurückgebracht. Er ist verstorben. Lene
- kommt mit dem toten Jungen zurück und ist völlig verändert. Die Härte, mit der sie vorher aufgetreten ist, ist verschwunden. Sie wirkt erschöpft,
- verzweifelt und gebrochen. Fötil bedeutet Tobias Tod endgültigen Zusammenbruch. Der Junge war die letzte lebendige Erinnerung an Minner und nun
- ist auch er verloren. Tiel bricht zusammen. Die Männer beschließen Tobias Leiche zunächst im Werterhäusen zu lassen und Tiel auf einer Bare nach
- Hause zu bringen. Lene begleitet ihn und bleibt bei ihm. Sie pflegt ihn, bis sie später selbst vor Erschöpfung einschläft.
- Während Lene bei Tiel bleibt, gehen die Männer noch einmal zum Werterhäuschen, um Tobias Leiche zu holen. Als sie später zum Haus zurückkehren, finden sie
- die Türen offen. Drinnen, entdecken sie, dass Lenehne ermordet wurde. Kurz darauf finden sie auch das tote Baby. Tiel ist verschwunden. Die Suche nach ihm bleibt
- zunächst erfolglos. Erst am nächsten Morgen wird er an der Stelle gefunden, an der Tobias überfahren wurde. Er steht auf den Gleisen und hält Tobias braunes
- Mützchen im Arm. Auf Fragen reagiert er kaum noch. Als man ihn von der Strecke wegbringen will, wehrt er sich heftig. Schließlich wird er überwältigt und
- abtransportiert. Zunächst kommt er in ein Untersuchungsgefängnis, später in die Irrenabteilung der Berliner Charit. Selbst bei seiner Einlieferung hält er
- Tobias Mütze noch fest. So endet die Geschichte des Bahnwärters Tiel. Minna ist tot, Tobias ist tot, Lene und das Baby sind tot und Tiel hat auch seinen
- Verstand verloren. Im Video der Charakterisierung schauen wir uns die einzelnen Figuren der Novelle genauer an. Der Link zu diesem Video ist unten
- in der Videobeschreibung oder jetzt hier auf deinem Bildschirm.
Zum Nachlesen
Bahnwärter ThielBahnwärter Thiel ist eine novellistische Studie von Gerhart Hauptmann. Die im Jahr 1887 entstandene Erzählung erschien im Jahr 1888.
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