Bahnwärter Thiel – Zusammenfassung | Hauptmann | 1/5 BuchVerstanden https://www.youtube.com/watch?v=8H4SnAUXtBo Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Die Novelle Bahnwerter Tiel von Gerhard Hauptmann erschien im Jahr 188 und erzählt die Geschichte eines einfachen Bahnwärters aus der kleinen 0:09 Kolonie schön Schornstein. Tiel ist ein pflichtbewusster, stiller Mann. Wenn er keinen Dienst hat und nicht krank ist, besucht er sonntags die 0:19 Kirche in Neuzitau. Nach einigen Jahren kommt er nicht mehr allein dorthin, sondern mit Minner, seiner ersten Frau. Sie ist jung, zart und wirkt neben ihm 0:28 besonders zerbrechlich. Zwei Jahre lang sitzen sie gemeinsam in der Kirchenbank. Später bringt Minner ihren gemeinsamen Sohn Tobias zur Welt. Allerdings stirbt 0:37 Miner kurz nach der Geburt im Wochenbett. Von da an sitzt Tiel wieder allein in der Kirche. Nach außen wirkt er gefaßt 0:44 und ordentlich wie zuvor, doch Minner verschwindet nicht aus seinem Leben. In seinen Gedanken bleibt sie ihm weiter nahe. Nach Minners Tod steht Til mit 0:53 Tobias allein da. Der Junge lebt, ist aber schwächlich und braucht besondere Pflege. Für Tiel wird das zu einem ernsten Problem, denn sein Dienst hält 1:02 ihn lange vom Haus fern. Er kann nicht gleichzeitig arbeiten und sich zuverlässig um das Kind kümmern. Deshalb entschließt er sich zu einer zweiten 1:09 Ehe. Als er beim Pastor die Heirat anmeldet, stößt er zunächst auf Bedenken. Minas Tod liegt noch nicht lange zurück. Tiel erklärt jedoch, dass 1:18 er mit der Toten nicht wirtschaften könne und dass Tobias ohne Hilfe zugrunde gehe. Aus diesem Grund heiratet er Lehene, eine kräftige ehemalige 1:27 Kuhmarkt aus Altegrund. Diese Ehe beginnt nicht mit Liebe, sondern mit einer praktischen Notlage. Lene soll den Haushalt führen und Tobias versorgen. 1:37 Lene erweist sich tatsächlich als tüchtige Arbeiterin und gute Haushälterin. Gleichzeitig ist sie aber hart, streitlustig und herrschüchtig. 1:45 Schon bald weiß jeder in der Nachbarschaft, dass sie im Haus das Sagen hat. Tiel widerspricht ihr selten. Meist schweigt er, wenn sie laut wird 1:53 und lässt ihre Ausbrüche über sich ergehen. Zunächst zeigt er noch Widerstand, wenn es um Tobias geht. Doch auch dieser Widerstand lässt nach. Tiel 2:02 gerät immer stärker unter Lenes Einfluss und wird von ihr abhängig. Als Lene später selbst ein Kind bekommt, verschlechtert sich Tobias Lage. Lene 2:10 wendet sich vor allem ihrem eigenen Baby zu. Tobias, der ohnehin schwach ist und sich langsam entwickelt, muß das kleinere Kind tragen und beaufsichtigen. 2:20 Besonders in Tiels Abwesenheit wird er von Lehne geplagt. Tiel bemerkt vieles nicht oder will es nicht wahrhaben. Tels wichtigster Rückzugsort bleibt sein 2:29 Werterhäuschen im Kiefernwald. Dort arbeitet er an der Bahnstrecke, bedient die Schranken und verbringt lange Stunden allein. Diesen Ort hält er von 2:38 Lehne fern. Für ihn gehört er nicht der neuen Ehe, sondern der Erinnerung an Minner. Nachts sitzt Tiel in der kleinen Werterstube 2:45 bei Laternenlicht. Vor sich legt er Minners verblasstes Foto. Er liest, singt und denkt an seine verstorbene Frau. Manchmal steigert er sich so tief 2:54 in diese Erinnerung hinein, dass ihm Minner beinahe lebendig erscheint. Eines Morgens kehrt Tiel nach dem Dienst nach Hause zurück. Lene ist aufgeregt, 3:03 weil die Familie ihren bisherigen Kartoffelacker verloren hat. Tiel kann ihr jedoch berichten, daß ihm der Bahnmeister ein neues Stück Land am 3:10 Bahndam überlassen hat. Für Lene ist das eine gute Nachricht. Sie denkt sofort daran, dort Kartoffeln anzubauen. Til geht zu Tobias, der noch schläft. Er 3:19 setzt sich zu ihm, weckt ihn vorsichtig und hilft ihm beim Anziehen. Dabei entdeckt er auf der Wange des Jungen Spuren von Fingern. Die Wange ist 3:27 angeschwollen. Tel begreift, dass Tobias geschlagen worden ist. Er spricht Lenehne nicht direkt darauf an. Doch die Entdeckung bleibt nicht folgenlos. Zum 3:36 ersten Mal steht Lenes Gewalt gegen Tobias unübersehbar vor ihm. Am Nachmittag macht sich Tiel wieder auf den Weg zum Dienst. Unterwegs merkt er, 3:46 dass er sein Butterbrot vergessen hat und kehrt um. Als er sich dem Haus nähert, hört er Lenes Stimme. Sie schreit Tobias an, beschimpft ihn und 3:54 wirft ihm vor, nicht richtig auf das Baby aufgepasst zu haben. Tiel bleibt stehen und hört weiter zu. Dann wird klar, dass Lenehne den Jungen 4:02 misshandelt. Als Tiel die Stube betritt, erschreckt sie. Tobias sitzt verängstigt in einer Ecke. Lene versucht sich zu rechtfertigen und in Til steigt für 4:10 einen Moment gewaltige Wut auf. Doch er bringt es nicht fertig einzugreifen. Statt Tobias zu schützen, nimmt er nur sein vergessenes Brot und geht wieder. 4:19 Tobias muss erleben, dass sein Vater alles gesehen hat und trotzdem schweigt. Übrigens würde sich der arme Tobias sehr darüber freuen, wenn du diesem Video ein 4:27 Like gibst und dem Kanal folgst. An seinem Dienstposten findet Tiel danach keine Ruhe. Die Nacht im Kiefernwald wird für ihn zur Qual. Die 4:36 vorbeirasenden Züge, die Dunkelheit und die Einsamkeit verstärken seine Gedanken. Immer wieder denkt er an Tobias, an Lehene und an Minner. Langsam 4:44 wird ihm bewusst, dass Tobias nicht nur einmal gelitten hat. Er erkennt, dass er seinen Sohn im Stich gelassen hat. Diese Schuld lässt ihn nicht los. Traum und 4:53 Wirklichkeit beginnen sich zu vermischen, und die Züge wirken in der Dunkelheit bedrohlicher als sonst. Tiel bleibt äußerlich zwar bahnwärter, doch 5:01 innerlich verliert er den Halt. Seine Angst, seine Schuld und seine Erinnerung an Minner greifen immer stärker ineinander. 5:10 Am nächsten Morgen bereitet Lene den Weg zum neuen Acker vor. Das Baby wird in den Kinderwagen gelegt. Tobias wird angezogen und als er erfährt, dass er 5:18 mit in den Wald darf, freut er sich. Tiel ist unruhig. Bisher war das Werterhäuschen sein abgeschiedener Ort gewesen, an dem Lehne keinen Platz 5:25 hatte. Nun will sie mit den Kindern dorthinkommen und auf dem Acker arbeiten. Trotzdem widerspricht hier nicht. Tobias ist zu glücklich über den 5:33 Ausflug und Tiel findet keinen Weg Lehne aufzuhalten. Die Familie geht durch den Kiefernwald. Tiel schiebt den Kinderwagen durch den Sand. Lehne denkt 5:41 an die Arbeit und Tobias läuft fröhlich umher, sammelt Blumen und entdeckt die Natur. Am Werterposten angekommen, beginnt Lene mit der Arbeit auf dem 5:50 Feld. Tiel nimmt Tobias mit auf die Strecke. Für den Jungen ist die Welt der Bahn aufregend. Er betrachtet die Schienen, die Telegrafenstangen und die 5:58 Umgebung, die für seinen Vater zum Alltag gehört. Besonders das Summen der Telegrafendrehte fasziniert ihn. Tiel erklärt ihm, was er kann und für kurze 6:07 Zeit entsteht ein friedlicher Moment zwischen Vater und Sohn. Tobias ist neugierig und lebendig. Tiel wirkt ruhiger als zuvor. Dieser gemeinsame 6:15 Gang an der Bahnstrecke gehört zu den letzten glücklichen Augenblicken der beiden. Später kehren Tiel und Tobias zurück. Lene will weiter auf dem Acker 6:23 arbeiten und verlangt, daß Tobias nun bei ihr bleibt und auf das Baby achtet. Tiel wird sofort unruhig, denn die Gleise liegen in der Nähe. Er ruft Lene 6:32 nach, sie solle gut auf Tobias aufpassen und ihn nicht zu nah an die Bahnstrecke lassen. Line nimmt die Warnung kaum ernst. Für sie zählt in diesem Moment 6:39 vor allem die Arbeit auf dem Acker. Kurz darauf wird ein Schnellzug gemeldet. Tiel muss an seinen Posten. Er kann Tobias nicht selbst beaufsichtigen, 6:48 sondern muß die Barriere bedienen. Damit bleibt Tobias bei Lehne und dem Baby zurück, während der Zug bereits unterwegs ist. 6:56 Der Schnellzug nähert sich. Tiel steht an der Barriere und erfüllt seinen Dienst. Plötzlich bemerkt er, dass der Zug bremst. Kurz darauf wird klar, dass 7:04 ein Unglück geschehen ist. Tobias ist von dem Zug erfasst worden. Er lebt zunächst noch, ist aber schwer verletzt. Tiel eilt zur Unfallstelle und findet 7:13 seinen Sohn in einem Zustand, den er kaum ertragen kann. Lene ist verzweifelt, Bahnpersonal und Reisende reagieren erschrocken und Ti ist wie 7:21 betäubt. Tobias soll mit dem Zug nach Friedrichshagen gebracht werden, damit ein Arzt ihn versorgen kann. Lene begleitet ihn. Tiel bleibt am 7:29 Werterposten zurück. Nachdem Tobias fortgebracht worden ist, wird Tiel von seinen Gedanken überwältigt. Er stellt sich vor, wie der 7:37 Arzt den Jungen untersucht und fürchtet, daß Tobias nicht gerettet werden kann. In seiner Verzweiflung wendet er sich innerlich an Minner. Er fleht sie an, 7:45 ihm Tobias zurückzugeben, doch seine Bitte vermischt sich mit Wut. Für Tiel ist Lene Schuld daran, dass Tobias unter den Zug geraten ist. Aus Schmerz und 7:54 Schuld entsteht in ihm der Gedanke an Rache. Tiel verliert immer mehr den Bezug zur Wirklichkeit. Die Erinnerung an Minner, die Angst um Tobias und der 8:01 Hass auf Lehne werden zu einem einzigen fieberhaften Zustand. Dann hört Tiel das Baby schreien. Lene hat es am Acker zurückgelassen, als sie 8:10 mit Tobias fortgefahren ist. Tiel geht zum Kinderwagen und findet das Kind dort allein und hilflos. In seinem verwirrten Zustand richtet sich seine Wut gegen das 8:18 Baby. Es ist Lenes Kind und Tiel kann in diesem Augenblick nicht mehr klar trennen zwischen Schuld, Schmerz und Hass. Die Situation wird gefährlich. 8:27 Erst ein Bahnsignal reißt ihn wieder aus diesem Zustand. Tiel kommt zu sich und lässt von dem Kind ab. Das Baby lebt. Doch nach diesem Moment ist deutlich, 8:36 dass Tiel innerlich bereits weit zerbrochen ist. Später kommt der Zug zurück. Tobias wird zurückgebracht. Er ist verstorben. Lene 8:44 kommt mit dem toten Jungen zurück und ist völlig verändert. Die Härte, mit der sie vorher aufgetreten ist, ist verschwunden. Sie wirkt erschöpft, 8:52 verzweifelt und gebrochen. Fötil bedeutet Tobias Tod endgültigen Zusammenbruch. Der Junge war die letzte lebendige Erinnerung an Minner und nun 9:00 ist auch er verloren. Tiel bricht zusammen. Die Männer beschließen Tobias Leiche zunächst im Werterhäusen zu lassen und Tiel auf einer Bare nach 9:09 Hause zu bringen. Lene begleitet ihn und bleibt bei ihm. Sie pflegt ihn, bis sie später selbst vor Erschöpfung einschläft. 9:17 Während Lene bei Tiel bleibt, gehen die Männer noch einmal zum Werterhäuschen, um Tobias Leiche zu holen. Als sie später zum Haus zurückkehren, finden sie 9:24 die Türen offen. Drinnen, entdecken sie, dass Lenehne ermordet wurde. Kurz darauf finden sie auch das tote Baby. Tiel ist verschwunden. Die Suche nach ihm bleibt 9:34 zunächst erfolglos. Erst am nächsten Morgen wird er an der Stelle gefunden, an der Tobias überfahren wurde. Er steht auf den Gleisen und hält Tobias braunes 9:42 Mützchen im Arm. Auf Fragen reagiert er kaum noch. Als man ihn von der Strecke wegbringen will, wehrt er sich heftig. Schließlich wird er überwältigt und 9:51 abtransportiert. Zunächst kommt er in ein Untersuchungsgefängnis, später in die Irrenabteilung der Berliner Charit. Selbst bei seiner Einlieferung hält er 9:59 Tobias Mütze noch fest. So endet die Geschichte des Bahnwärters Tiel. Minna ist tot, Tobias ist tot, Lene und das Baby sind tot und Tiel hat auch seinen 10:08 Verstand verloren. Im Video der Charakterisierung schauen wir uns die einzelnen Figuren der Novelle genauer an. Der Link zu diesem Video ist unten 10:17 in der Videobeschreibung oder jetzt hier auf deinem Bildschirm.