Zum Inhalt springen
L

Das Video kommt von YouTube: erst beim Abspielen verbindet sich die Seite mit YouTube (Google).

Die Integralfunktion

studiVEMINT6:57 2.618 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 54 Zeilen
Herunterladen
  1. In diesem Video lernst du, was die Integralfunktion ist und wie sie genau definiert ist. Diese ist grundlegend für den Hauptsatz der Differential- und Integralrechnung
  2. und wird somit in der Integralrechnung immer wieder gebraucht. Wir wissen bereits:
  3. Wenn wir uns zum Beispiel die Funktion f von t gleich 2 t auf dem Intervall von 0 bis 8 anschauen, dann gibt das Integral den orientierten Flächeninhalt in diesem Intervall an.
  4. Lass dich nicht davon irritieren, dass hier ein t steht, denn es ist ganz egal, welche Variable wir hier benutzen, es muss nicht immer ein x sein.
  5. Wir können das Integral auch über beliebige Teilintervalle betrachten. Z. B. gibt das Integral von 1 bis 5 über f von t dt
  6. den orientierten Flächeninhalt zwischem dem Funktionsgraphen und der x-Achse im Intervall von 1 bis 5 an.
  7. Genauso können wir auch den Flächeninhalt von 1 bis 3 betrachten. Den können wir mithilfe des Integrals exakt bestimmen.
  8. Wir können auch nur den Flächeninhalt bis 1,7 betrachten, das sieht dann so aus. Wir können als obere Grenze jeden beliebigen Wert aus dem Intervall nehmen,
  9. auf dem die Funktion definiert ist. Diesen Wert nennen wir mal x.
  10. Dann ist der orientiere Flächeninhalt im Intervall von 1 bis x durch das Integral von 1 bis x über f von t dt gegeben.
  11. Wir können jetzt das x variieren und dabei ändert sich auch der orientierte Flächeninhalt, also das Integral, in Abhängigkeit von x,
  12. das nennen wir mal I von x. Wenn wir den Wert des orientierten Flächeninhalts für jedes x hier abtragen,
  13. dann sehen wir, dass für jedes x ein anderer Wert für I von x herauskommt. Weil wir für jede beliebige obere Intervallgrenze x aus dem Intervall von 0 bis 8
  14. einen eindeutigen orientierten Flächeninhalt I von x bestimmen können, können wir das auch als Funktion auffassen.
  15. Diese Funktion nennen wir Integralfunktion. In diesem Beispiel ist das, wie man vielleicht erkennen kann, eine quadratische Funktion.
  16. Das geht aber nicht nur für dieses konkrete Beispiel, sondern hier kann jede beliebige stetige Funktion stehen.
  17. Auch die untere Grenze kann dann variieren. Auch hier ändert sich der Wert des orientieren Flächeninhalts in Abhängigkeit von x,
  18. wodurch eine Funktion entsteht. Formal sieht das Ganze dann so aus.
  19. Wir betrachten eine stetige Funktion f von D nach R, wobei D ein offenes Intervall sein soll. Dann brauchen wir noch eine Zahl a aus dem Intervall D.
  20. Bezeichnen wir die obere Grenze des Integrals mit der Variablen x, die auch in D enthalten ist, so kann man das Integral als Funktion von x auffassen.
  21. Diese Funktion wird die Integralfunktion genannt. Diese Funktion sieht dann so aus:
  22. I_a geht auch von D nach R und I_a von x ist definiert als das Integral von a bis x über f von t dt.
  23. Wir schreiben hier f von t dt und nicht f von x dx, wie du es vielleicht gewohnt bist, weil die Variable x ja schon vergeben ist für die obere Grenze
  24. und wir die gleiche Variable nicht für zwei unterschiedliche Sachen benutzen dürfen. Damit klar ist, dass a die feste untere Integralgrenze ist,
  25. schreiben wir das a hier in den Index. Für das x dürfen wir jede Zahl aus D einsetzen.
  26. Damit hat die Integralfunktion den gleichen Definitionsbereich wie unsere Ausgangsfunktion,
  27. wir können in I_a also alle Zahlen einsetzen, die wir auch in f einsetzen dürfen. Aber warum ist denn I_a wirklich eine Funktion?
  28. Dafür müssen wir prüfen, dass für jeden Wert von x eine eindeutige reelle Zahl herauskommt. An unserem Beispiel haben wir schon gesehen,
  29. dass bei Änderung von x immer ein anderer Wert herauskommt. Aber ist das denn auch allgemein so?
  30. Dafür machen wir eine Fallunterscheidung: Ist x größer als a, dann erhalten wir genau den Wert dieses Integrals und der ist ja immer eindeutig.
  31. Ist x kleiner als a, dann wirkt das erstmal komisch. Aber wir haben im letzten Kapitel des studiVEMINT-Kurses definiert,
  32. dass man dann die Integrationsgrenzen tauscht und ein Minus davor setzt. Dies ist aber auch ein eindeutig definiertes Integral,
  33. also kriegen wir auch hier eindeutige Werte heraus. Fehlt nur noch der Fall, dass x gleich a ist.
  34. Aber auch da haben wir eine Definition. Wenn die Integrationsgrenzen gleich sind, erhalten wir einfach 0
  35. und das ist ja schließlich auch eine eindeutige reelle Zahl. Damit haben wir sichergestellt, dass wirklich jedes beliebige x aus D eingesetzt werden darf
  36. und auch immer ein eindeutiger reeller Funktionswert herauskommt. Es handelt sich also tatsächlich um eine Funktion.
  37. Schauen wir uns das mal an einem Beispiel an. Hier haben wir die Funktion f von x gleich 4 mal x hoch 2 plus 1 im Intervall von minus 1 bis 5.
  38. Wenn wir jetzt das Integral mit fester unterer Grenze 0 und variabler oberer Grenze berechnen wollen,
  39. können wir das über die Integralfunktion I_0 machen. Die hat die gleichen Definitions- und Wertebereiche wie f,
  40. bildet also vom Intervall von minus 1 bis 5 in in die reellen Zahlen ab. Achte hierbei darauf, dass die untere Grenze des Integrals, also der Index von I,
  41. nicht unbedingt gleich der unteren Intervallgrenze sein muss. Wenn wir jetzt unsere Funktion einsetzen,
  42. haben wir I_0 von x gleich Integral von 0 bis x über 4 t hoch 2 plus 1 dt. Hier müssen wir aufpassen, dass wir für die Funktion nicht nochmal x verwenden,
  43. sondern eine andere Variable, wie z.B. t. Mit den Rechenregeln für Integrale können wir die Summe auseinanderziehen
  44. und die 4 vor das Integral schreiben. In den letzten Kapiteln des studiVEMINT-Kurses haben wir bereits das Integral
  45. einer quadratischen Funktion mit unterer Grenze 0 berechnet, das ist x hoch 3 durch 3.
  46. Für den zweiten Teil haben wir ein Rechteck der Breite x und der Höhe 1, also steht hier x. Die Integralfunktion an der Stelle x ist also gleich 4 Drittel x hoch 3 plus x.
  47. Damit können wir jetzt das Integral über die Funktion f mit fester unterer Grenze 0 und beliebiger oberer Grenze x berechnen.
  48. Wir können z. B. 1 einsetzen und erhalten direkt den Wert des Integrals über dem Intervall von 0 bis 1. Das Integral mit fester unterer Grenze und beliebiger oberer Grenze
  49. können wir mithilfe dieser Definition als Funktion, nämlich die Integralfunktion, deuten,
  50. die den Wert des Integrals in Abhängigkeit der oberen Grenze angibt. In diesem Video hast du gelernt, was die Integralfunktion ist
  51. und warum das eine Funktion ist. Diese Definition wird im gesamten Kapitel wichtig sein
  52. und dir immer wieder über den Weg laufen. Insbesondere im Hauptsatz der Differential- und Integralrechnung
  53. findet diese Definition Anwendung. Was dieser aussagt und warum er so wichtig ist,
  54. erfährst du im aktuellen Kapitel und in den nächsten Videos des studiVEMINT-Kurses.

Zum Nachlesen