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Deutsche Literatur: „Augen in der Großstadt“ – Kurt Tucholsky (mit Sonja „SONNI“ Hubmann)

Sonja Hubmann5:59 964 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 27 Zeilen
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  1. augen in der großstadt von kurt tucholsky schönen guten tag euch ein was habe ich heute für euch ein etwas desillusioniert
  2. das gedicht von kurt tucholsky sein werk augen in der großstadt wurde erstmals 1930 unter seinem pseudonym theobald tiger in der arbeiter illustrierte
  3. zeitung veröffentlicht das gedicht befindet sich übrigens auch in dem buch lernen lachen ohne zu weinen das 1932 erschien vorgetragen von sommer sonne
  4. hubmann wenn du zur arbeit gehst am frühen morgen wenn du am bahnhof stehst mit bahnen sorgen da zeigt die stadt der asphalt glattem
  5. menschen trichter millionen gesichter zwei feinde augen ein kurzer blick die puppen die lieder was war das vielleicht mein lebensglück
  6. vorbei verweht nie wieder du gehst dein leben lang auf 1000 straßen du siehst auf deinem gang die dich
  7. vergasen ein auge winkt die seele klingt du hast gefunden nur für sekunden zwei fremde augen ein kurzer blick die braue popien die
  8. lieder kein mensch dreht die zeit zurück vorbei nie wieder du musst auf deinem gang doch städte wandern schießt einen pulsschlag lang
  9. den fremden anderen es kann ein feind sein was kann ein freund sein es kann im kampf ein genosse sein fazit hinüber und
  10. zieht vorüber drei fremde augen ein kurzer blick die pupillen die lieder was war das von der großen menschheitsaufgaben diesem gedicht spürt
  11. man bereits seine resignation was aber war die ursache für seine seelische niedergeschlagenheit gewesen kurt tucholsky bekannte sich nach den
  12. schrecklichen des ersten weltkriegs zum pazifismus er wetterte gegen das soldatentum den nationalismus und auch die
  13. sozialdemokratische partei deutschlands die radikale geldentwertung in den jahren 1914 bis 1923 gipfelte bei ihm sogar in einem selbstmordversuch
  14. irgendwie kam er aber wieder auf die beine und arbeit sei kurzfristig in einem bankhaus aber schon ein jahr danach bekam er einen job als
  15. korrespondent bei der wochenzeitschrift die weltbühne und ging nach paris sein verhältnis zu deutschland blieb jedoch ein gespaltenes obwohl er das land als
  16. solches liebte fasste er die dort herrschenden politischen verhältnisse und wetterte soldaten sind mörder oder die deutsche revolution steht noch aus
  17. 1929 übersiedelte tucholsky nach schweden er sagt zwar die schrecken des hitler-regimes auf deutschland zukommen
  18. konnte aber mit seinen artikeln keine veränderungen bewirken man kann sich ungefähr vorstellen wie tucholsky beim schreiben des
  19. vorliegenden gedichts zumute gewesen sein musste es sollte aber noch schlimmer kommen denn man verurteilte den herausgeber der weltbühne kann von
  20. ossietzky grund dafür war das erscheinen eines kritischen artikels über die aufrüstung der deutschen
  21. wehrmacht in seiner zeitschrift man steckte ihn letztendlich in ein konzentrationslager dual ski wäre ihm gerne zu hilfe gekommen hatte aber angst
  22. selbst festgenommen zu werden er machte sich deshalb jedoch noch zeitlebens vorwürfe und schrieb ich habe damals versagt es war ein gemisch aus
  23. faulheit feigheit ekel und verachtung 1933 wurde die zeitschrift weltbühne dann gänzlich verboten die bücher tucholskys wurden verbrannt
  24. in einem verbitterten brief rechnete der schriftsteller aber noch kurz vor seinem tod mit dem hitler regime ab mein leben ist mir zu kostbar mich unter einem
  25. apfelbaum zu stellen und ihn zu bitten birnen zu produzieren ich habe mit diesem land dessen sprache ich so wenig wie möglich spreche nichts
  26. mehr zu schaffen möge es verrecken wgs russland erobern ich bin damit fertig ja was soll man dazu noch sagen vorbei
  27. verweht nie wieder [Musik]

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