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Stoffwechselphysiologie - [Einführung / Zusammenfassung, 1/3] - Abitur [Biologie, Oberstufe]

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  1. [musik] In diesem und in den nächsten zwei Videos geht es um das Inhaltsfeld
  2. Stoffwechselphysiologie, das im Fach Biologie thematisiert wird und ebenso Abiturrelevant ist. Bei Bedarf kommen
  3. gerne noch Videos mit konkreten Klausuraufgaben zu diesem Inhaltswert. Diese drei Videos dienen lediglich als
  4. Grundlagenvideos. Sie sollen sowohl als Einführung als auch Zusammenfassung wesentlicher Inhalte des Themengebietes
  5. dienen und relevante Fachbegriffe erläutern. Komplexere Sachzusammenhänge zu einzelnen Inhalten werden in weiteren
  6. Videos behandelt. Auch ein Blick auf die inhaltlichen Schwerpunkte hier. Der Auszug aus dem Kernlehrplan für das
  7. Bundesland NRW offenbart die enorme Vielzahl an Themen innerhalb dieses Inhaltsweldes. Im Allgemeinen gibt es
  8. drei inhaltliche Schwerpunktsetzungen. Einerseits sollen die grundlegenden Zusammenhänge bei Stoffwechselwegen
  9. gelernt werden. Die zweite Schwerpunktsetzung thematisiert den aufbauenden Stoffwechsel und zwar am
  10. Beispiel der Fotosynthese, deren Grundlagen sowie ihr Prozess im Einzelnen äußerst detailliert gelernt
  11. werden müssen. Der abbauende Stoffwechsel wird thematisiert am Beispiel des vollständigen
  12. Glucoseabbaus, auch Zellatmung genannt. Die entscheidende Frage, der hier nachgegangen wird, ist wie können wir
  13. die in den chemischen Verbindungen der Glucose steckende Energie, die wir über unsere Nahrung aufnehmen, nutzen? Drei
  14. Stoffwechselprozesse spielen für das Einfangen der Energie aus der Glucose eine entscheidende Rolle. Die Glykolyse,
  15. die Zellatmung und die Gehrung. In diesem Video konzentrieren wir uns auf die grundlegenden Zusammenhänge bei
  16. Stoffwechselwegen, während in den nächsten Videos die Stoffwechselprozesse der Fotosynthese und der Zellatmung im
  17. Fokus stehen. Altstoffwechsel. Auch Metabolismus genannt bezeichnet man die Gesamtheit aller in einem Organismus zu
  18. einem bestimmten Zeitpunkt ablaufenden chemischen Reaktionen. Und das sind so einige, wie auch dieses Bild hier
  19. verrätt. Stoffwechselreaktionen finden dauernd in unserem Körper statt und sind auch immer mit Energieumwandlung
  20. verknüpft. Auf molekularer Ebene gehen Energieumwandlung immer mit chemischen Veränderungen einher, wobei Energie
  21. entweder durch das Verknüpfen chemischer Bindungen gespeichert wird oder durch ihre Spaltung freigesetzt wird. Hier
  22. kommen die zentralen Begriffe Anabolismus und Katabolismus ins Spiel. Anabolismus ist der aufbauende
  23. Stoffwechsel. Hierbei werden kleinere Moleküle miteinander verknüpft, sodass größere Moleküle entstehen. Ganz
  24. wichtig, anabolische Reaktionen benötigen Energie, um ablaufen zu können. Wenn sie Energie benötigen, um
  25. ablaufen zu können, dann heißt es nichts anderes als dass sie Energie verbrauchen, wenn sie ablaufen.
  26. Anabolische Reaktionen, die freie Energie verbrauchen, bezeichnet man auch als endagonisch. Ein Begriff, den ich im
  27. hier oben rechts verlinkten Video genauer thematisiert habe. Die Ausgangsstoffe, die sogenannten
  28. Reaktanten oder auch Edukte werden im Laufe ihrer Reaktion verbraucht und in ein Produkt bzw. Produkte umgewandelt,
  29. die energiereicher sind. Und damit das Produkt sein entsprechend hohes Energieniveau erreicht, muss Energie
  30. zugeführt werden. Man kann sich anabole Reaktionen bildlich wie das hinauf befördern eines Balls auf einen Berg
  31. vorstellen. Ähnlich wie ein Ball nicht von Selbstberg aufrollen kann und man dafür Energie aufbringen muss, wird auch
  32. die Zufuhr von Energie benötigt, um anabole Prozesse anzutreiben. Sie laufen nicht freiwillig ab. Ein solches
  33. Beispiel für einen anabolen Stoffwechselweg ist z.B. wie die Photosynthese, die später in ihren
  34. Grundzügen dargestellt wird. Katabolle Reaktionen hingegen bauen größere komplexe Moleküle zu kleineren Molekülen
  35. ab. Im Gegensatz zu den anabolen Reaktionen wird hier also die in den chemischen Verbindungen gespeicherte
  36. Energie freigesetzt. Reaktionen, bei denen Energie freigesetzt wird, bezeichnet man auch
  37. als hexagonische Reaktion. Ein Teil der freigesetzten Energie steht dem Organismus nicht für weitere
  38. Stoffwechselreaktion zur Verfügung, weil diese in Wärmeenergie umgewandelt wird. In diesem Kontext spricht man von einer
  39. Energieentwertung. Der vollständige schrittweise Abbau von Glucose, den man Zellatmung schreibt,
  40. gibt es ein solcher kataboler Stoffwechselweg. Die bei diesen Reaktionen frei gewordene Energie kann
  41. wiederum dazu genutzt werden, um neue chemische Verbindungen zu bilden. Der universelle Energieträger ATP Adenosphat
  42. fungiert dabei als Art Energiewährung. Energie, die im Katabolismus frei wird, wird in ATP gespeichert und kann im
  43. Anabolismus wieder genutzt werden. Es wird also deutlich, dass anabole und katabole Reaktionen meist miteinander
  44. verknüpft sind. beispielsweise wird die Energie, die über den Katabolismus beim Abbau von Glucose freigesetzt wird, dazu
  45. verwendet, anabolische Reaktionen, wie z.B. die Synthese von Fetten anzutreiben. Das ist übrigens auch der
  46. Grund, warum man beginnt Fett einzulagern, wenn die Menge der mit dem Essen aufgenommenen chemischen Energie
  47. den Energiebedarf übersteigt. Erinnern wir uns an das Beispiel mit dem Ball. Eine hexagonische katabolische
  48. Reaktion kann man sich bildlich mit einem Ball vergleichen, der einen Hang herunterrollt. Ebenso wie der Ball
  49. hinunter rollt und dabei Energie freigesetzt wird, wird bei einer hexagonischen Reaktion, die freiwillig
  50. und spontan ablaufen kann, Energie freigesetzt. Das liegt daran, dass die Reaktanten Produkte bilden, die weniger
  51. freie Energie besitzen. Wir haben bis hierhin so viel über Energie geredet, dass wir uns zurecht die Frage stellen
  52. können, woher stammt die Energie eigentlich, die es gewährleistet, sämtliche Stoffwechselreaktionen
  53. voranzutreiben und auch aufrecht zuerhalten? Alle lebenden Systeme benötigen externe
  54. Energiequellen. Die primäre Energiequelle der Pflanzen, um körpereigene Stoffe aufzubauen, ist die
  55. Solarstrahlung der Sonne. Autotrophe Organismen wie Pflanzen sind in der Lage, alle lebensnotwendigen organischen
  56. Stoffe selbst herzustellen. Und Pflanzen, die dazu die Sonnenenergie nutzen, bezeichnet man als
  57. Fotoautotroph. Im Gegensatz dazu ernähren sich alle Tiere und damit auch wir Menschen
  58. heterotrophen. Wir benötigen organische Stoffe, um Stoffwechselergie und Biomasse aufbauen zu können. Wir
  59. Menschen gewinnen unsere Energie aus der in unserer Nahrung steckenden chemischen Energie. Sowohl die in unserer Nahrung
  60. enthaltene Energie als auch die Energie von der Solarstrahlung der Sonne muss umgewandelt werden, damit sie für die
  61. Zellen von Pflanzen und Tieren nutzbar wird. Im Gegensatz zu der Frage, woher die
  62. Energie stammt, ist die im unterrichtlichen Kontext viel relevantere Frage, jedoch, wie wird
  63. diese Energie in eine für die Pflanze bzw. für die Tiere nutzbare Energieform umgewandelt?
  64. Wie wird die Energie freigesetzt, bevor sie in ATP gespeichert wird? Eine zentrale Rolle spielen hierbei
  65. Redox Reaktionen. Einerseits kann Energie durch die schrittweise Oxidation von
  66. energiereichen organischen Molekülen entlang von Stoffwechselwegen etwa beim Glucoseabbau in der Zellatmung
  67. freigesetzt werden. Dabei entstehen mit Kohlenstoffdioxid und Wasser Nprodukte, die deutlich Energieärmer sind als
  68. Glucose als Ausgangsstoff. Im Laufe des Abbaus wird also ein Großteil der in Glucose steckenden Energiemenge
  69. freigesetzt. Die Energiefreisetzung beruht darauf, dass Glucose im Verlauf des Abbaus durch
  70. verschiedene Redoxreaktionen oxidiert wird und dabei seine Elektronen und damit ein Teil seiner Energie auf andere
  71. Moleküle überträgt. Andererseits kann Energie aus Konzentrations und Ladungsunterschieden
  72. von Substanzen an Membranen stammen. Solche elektroschemischen Gradienten entstehen nicht spontan, sondern werden
  73. durch Redox Reaktion aufgebaut. Bei einer Reduktionsoxidationsreaktion oder kurz einfach nur Redoxreaktion
  74. werden, wie schon eben angedeutet Elektronen von einem Molekül auf ein anderes übertragen und dabei auch
  75. Energie. Die Reduktion ist die Aufnahme von Elektronen durch ein Atom, Ion oder Molekül. Die Oxidation ist die Abgabe
  76. von Elektronen. Beide Prozesse sind miteinander gekoppelt als Redoxpar. Wird eine Substanz oxidiert, werden ihre
  77. Elektronen auf eine andere Substanz übertragen, die dadurch reduziert wird. Auch wenn die Oxidation im engeren
  78. chemischen Sinne die Abgabe von Elektronen bezeichnet, in der Biologie kann man den Begriff hingegen auch für
  79. die Abgabe von Wasserstoffatomen verwenden, weil die Abgabe von Wasserstoffatomen auch stets mit einer
  80. Elektronenübertragung einhergeht. Glucose gibt während seiner Oxidation also Wasserstoffatome und damit
  81. Elektronen ab. Durch die Abgabe von Wasserstoffatomen wird es oxidiert, wohingegen Moleküle, die
  82. Wasserstoffatome aufnehmen, reduziert werden. Mit der Abgabe dieser Wasserstoffatome sinkt das Energieniveau
  83. des Moleküls, da die Elektronen aus Vergleichsweise energiereichen Bindungen entfernt und auf andere Moleküle
  84. übertragen werden. Mit jeder während der Zellatmung stattfindenden Redoxreaktionen wird Glucose
  85. schrittweise oxidiert, indem es Elektronen abgibt und Energieärmer wird. Die freigesetzte Energie kann auf zwei
  86. unterschiedliche Weisen genutzt werden. Einerseits kann sie direkt zur Bildung von ATP genutzt werden. Andererseits und
  87. weitaus häufiger wird sie in Form von reduzierten Elektronenträgern gespeichert und später über den Aufbau
  88. eines elektroschemischen Gradienten zur Bildung von ATP verwendet. Fassen wir das bis hierin kurz zusammen. Der
  89. Stoffwechsel bezeichnet die Gesamtheit aller in einem Organismus zu einem bestimmten Zeitpunkt ablaufenden
  90. chemischen Reaktion. Dabei kann es sich entweder um anabolische Reaktionen handeln, die Energie benötigen oder um
  91. katabolische Reaktionen, die Energie freisetzen. Ein Beispiel für einen anabolen Stoffwechselweg ist die
  92. Fotosynthese. Hier wird Energie benötigt und zwar die Energie der Solarstrahlung der Sonne, die gespeichert wird in den
  93. chemischen Verbindungen der Glucose. Ein Beispiel für einen Katabulenstoffwechselweg ist die
  94. Zellatmung, bei der Glucose abgebaut wird. Es handelt sich also um den umgekehrten Prozess. Hier wird Glucose
  95. nicht gebildet, sondern wird abgebaut, indem Glucose oxidiert wird. Es wird keine Energie benötigt, sondern welche
  96. freigesetzt. Egal, ob es sich um die Fotosynthese als Anabolen oder die Zellatmung als
  97. Katabolen Stoffwechselweg handelt, im unterrichtlichen Kontext spielt dabei ein und dieselbe Frage eine zentrale
  98. Rolle. Wie wird die Energie, die Pflanzen und Tiere aufnehmen, in eine für sie nutzbare Energieform
  99. umgewandelt? Die Antwort auf diese Frage erfordert eine detaillierte Betrachtung der molekularen Vorgänge bei der
  100. Fotosynthese und der Zellatmung, die in den nächsten Videos folgen. Ihr werdet in diesen Videos immer wieder sehen,
  101. dass die Umwandlung in eine für die Zelle nutzbare Energieform durch folgende Grundprinzipien erfolgt.
  102. Stoffwechselreaktionen sind an Energieumwandlung geknüpft und Redoxreaktionen spielen dabei eine
  103. wesentliche Rolle, weil diese Elektronen und damit Energie übertragen. Energie, die entweder für die Synthese
  104. von ATP genutzt wird oder in Form von reduzierten Elektronenträgern gespeichert und später über den Aufbau
  105. eines elektroschemischen Gradienten zur Bildung von ATP verwendet werden. Wie bereits erwähnt sind Reduktion und
  106. Oxidation miteinander gekoppelt. Wenn ein Molekül wie Glucose also Elektronen, im biologischen Sinne Wasserstoffatome
  107. abgibt, dann muss es auch ein Molekül geben, dass diese Elektronen aufnimmt. In diesem Kontext kann Molekül
  108. Nikotinamid Adenin Dinukleotid oder kurz NAD+ eine große Bedeutung beigemessen werden. Dieses Molekül fungiert in
  109. Redoxreaktion nämlich als Elektronenüberträger und auch als Transportmolekül.
  110. ND liegt in zwei chemisch verschiedenen Formenformen. Einmal als oxidiertes Molekül NAD+ und einmal in reduzierter
  111. Form als NADH. [musik] Beide Formen nehmen an biologischen Redoxreaktionen teil. Wenn ein Molekül
  112. oxidiert wird und seine Wasserstoffatome und damit seine Elektronen abgibt, hier gekennzeichnet durch den blauen Pfeil,
  113. dann kann ein Proton, also ein positiv geladenes Wasserstoffatom und zwei Elektronen auf NAD+ übertragen werden,
  114. [musik] welches dadurch zu NADH reduziert wird. Ein Proton und zwei Elektronen werden
  115. auf die Ringstruktur von ND+ übertragen. Indem NRDH später wieder zu ND+ oxidiert wird, transferiert es die beiden
  116. Elektronen auf ein anderes Molekül, das auf diese Weise reduziert wird. Zwar sind das Reduktionsmittel zwei einzelne
  117. Wasserstoffatome, aber weil nur eins chemisch gebunden wird und ein weiteres freigesetzt wird, findet ihr häufig auch
  118. die Schreibweise NADH + H+. NDH ist ein häufiger, aber nicht der einzige Elektronüberträger in der Zelle. Auch
  119. Flavinadeninukleotid Fald wird euch als solches Molekül während der Zellatmung begegnen.
  120. Erinnert euch daran, dass wir immer noch bei der Frage sind, wie die extern aufgenommene Energie in eine für die
  121. Zelle nutzbare Energieform umgewandelt wird. Wir wissen, dass ein Teil der bei der während der Oxidation
  122. freiwererdenden Energie direkt für die Synthese von ATP genutzt wird und der weitaus größere Teil der Energie in Form
  123. von reduzierten Elektronenträgern wie NADH und FADH2 gespeichert wird. Diese in den Elektronenträgern
  124. gespeicherte Energie muss also auf irgendeine Art und Weise wieder freigesetzt werden, um anschließend auf
  125. ATP transferiert werden zu können. Die Oxidation von NDH zu ND+ ist starkonisch.
  126. Der Lehrbuchklassiker PVS schreibt: "Sie in einem Schritt ablaufen zu lassen wäre vergleichbar mit der Zündung einer
  127. Sprengladung in der Zelle. Dieses Problem wird gelöst durch eine Vielzahl hintereinander geschalteter
  128. Proteine, sogenannter Proteinkomplexe, die als Elektronencarrier fungieren und diese aufnehmen und reduziert und
  129. abschließend wieder abgeben und dadurch oxidiert werden. So wird ein kleiner Teil der in den Elektronespeicherten
  130. Energiemenge in jeder Einzelreaktion freigesetzt, was eine schrittweise und kontrollierte Energiefreisetzung
  131. gewährleistet. Sowohl bei der Fotosynthese als auch bei der Zellatmung läuft dieser Mechanismus
  132. ab. Einmal in Form der Elektronentransportkette und einmal als Atmungskette. Wie in den
  133. nächsten Videos deutlich wird, die Energie, die freigesetzt wird durch einen solchen Elektronenfluss, kann
  134. genutzt werden für die Synthese von ATP. ATP wird dabei auch nicht direkt gebildet, sondern indirekt über den
  135. Offbau eines elektroschemischen Gradienten. Elektrochemische Gradienten bilden sich
  136. entlang von Membranen aus und zwar an Biomembranen derjenigen Zellorganellen, die für die Energiegewinnung der Zelle
  137. zuständig sind. Bei tierischen Zellen sind das die Mitochondrien bei den pflanzlichen Zellen Mitochondrien und
  138. Chloroplasten. Die durch den Elektronenfluss freigesetzte Energie kann den Transport
  139. einer Substanz vorantreiben, die gegen ihr Konzentrationsgefälle vom Ort der niedrigeren Konzentration
  140. zum Ort, wo sie höher konzentriert vorliegt, transportiert wird. Diese Form des aktiven Transports ist
  141. energieauffwendig und damit ergonisch und diese Energie stammt aus dem Elektronfluss. Beispielsweise baut sich
  142. ein solcher elektroschemischer Gradient bei der Zellatmung an der inneren Mitochondrienmembranen aus. Protonen,
  143. das heißt positiv geladene Wasserstoffionen werden aktiv aus der Mitochondrien Matrix durch die Membran
  144. in den Intermembranraum gepumpt. Immer mehr Wasserstoffprotonen gelangen so durch die Membran und reichern sich
  145. im Intermembranraum an. Weil sich dort nun deutlich mehr Protonen befinden als auf der anderen Seite, spricht man von
  146. einem Konzentrationsgradient oder Protongradient. Gradient als Synonym für Unterschied. Aufgrund der positiven
  147. Ladung der Protonen führt der Protonentransport nicht nur zu einem Konzentrationsgradienten auf beiden
  148. Seiten der Membran, sondern auch zu einer Änderung der elektrischen Ladung und damit zum Aufbau einer elektrischen
  149. Spannung. Durch die positive Ladung der Wasserstoffatome ist der Intermembranraum positiver geladen als
  150. die Mitochondrienmatrix. Konzentrationsgradient und elektrischer Gradient werden zusammengefasst als
  151. elektremischer Gradient und dieser bietet eine mengefreie Energie, die man auch als Protonmotorische Kraft
  152. bezeichnet. Weil die hydrophobe Lipid Doppelschicht der Membran für Protonen nicht durchlässig ist, kann sich die
  153. Energie der protonmotorischen Kraft nicht einfach entladen, indem die Protonen durch diese
  154. hindurchdeffundieren. Diese Möglichkeit schafft das Enzym ATP Syntase, durch die Protonen mit bzw.
  155. entlang ihres elektroschemischen Gradienten diffundieren können. Gleichzeitig koppelt das Enzym den
  156. Protonenrückfluss an die Synthese von ATP. Genauer erklärt im hier oben rechts verlinkten Video. Dieser
  157. Kopplungsmechanismus von Protonmotorischer Kraft und ATP-Synthese bezeichnet man auch als Chemiosmose. Zu
  158. guter Letzt sei noch erwähnt, dass an den einzelnen Stoffwechselreaktionen Enzyme beteiligt sind und diese können
  159. regulatorisch auf die Geschwindigkeit der einzelnen Reaktionen wirken. Wenn ein bestimmter Stoff in ausreichender
  160. Konzentration verfügbar ist in der Zelle, dann wäre es für die Zelle energetisch äußerst ineffizient,
  161. weiterhin diesen Stoff zu synthetisieren, den sie nicht braucht. Es stehen zahlreiche Mechanismen zur
  162. Verfügung, wie regulatorisch in Stoffwechselprozesse eingegriffen werden kann. Beispielsweise kann die Menge des
  163. aktiven Enzyms verändert werden oder die Synthese eines Produktes führt dazu, dass es denselben Stoffwechselweg hämmt.
  164. Ein Prozess, [musik] den man als Endprodukthem bezeichnet. An dieser Stelle seht ihr einmal grundlegende
  165. Zusammenhänge bei Stoffwechselwegen zusammengefasst. Ihr werdet in den nächsten Videos, in denen vor allem die
  166. Zellatmung als auch die Fotosynthese als zwei Stoffwechselprozesse vorgestellt werden, sehen, dass sämtliche dieser
  167. Zusammenhänge sich dort wiederfinden lassen. Die Kenntnis dieser bis hierhin besprochenen Grundlagen vereinfacht das
  168. Verständnis für die Fotosynthese und für die Zellatmung also ungemein. He.

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