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Varanasi - Die heilige Stadt am Ganges und die Mysterien Indiens
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Transkriptautomatisch erstellt · 371 Zeilen
- Ja, einen wunderschönen guten Abend an alle. Ähm und ich freue mich, dass ihr so zahlreich
- erschienen seid, um meinen Worten zu lauschen und einige Bilder aus dem fernen Indien zu sehen. Ja, ähm zunächst mal bevor wir uns ähm
- das anhand von Fotos von meiner Reise veranschaulichen, einige Worte zur Einleitung. Es ist also äh so, dass ähm
- die mein Interesse und meine Liebe für die indische Kultur und für den Hinduismus schon sehr weit zurückgeht. Also schon mit 14 Jahren, als ich begann
- mich vom Christentum zu lesen zu lösen, habe ich die Bagavat Gita ähm verschlungen, habe ähm die Upaniaden studiert, habe auch Texte aus den Weden,
- aus dem Rekweder gelesen und die hinduistische Religiosität und Spiritualität hat mich von jeher extrem fasziniert.
- Und damals in meiner Jugendzeit da gab es ja auch noch nicht so viele Gruppen. Also, es gab Har Krisna äh, die
- man besuchen konnte. Da hatte man dann also Verbindung äh zu dieser dieser Strömung der Visnu Anhänger. Ähm und ähm
- ja, ich habe eigentlich immer davon geträumt, das wovon ich in diesen alten heiligen Werken des äh Hinduismus gelesen habe, auch einmal in Natura zu
- sehen und das zu erleben. Und ja, Jahrzehnte später äh hat sich dieser Traum dann tatsächlich auch erfüllt.
- Nun, ähm, für uns als Theosophen ist Indien natürlich auch von gravierender Bedeutung und auch der Hinduismus, denn ähm Helena Petrovna Blaatski und
- Colonel Olkot sind ja damals nach Indien gegangen, um intensive Kontakte aufzunehmen zu spirituellen Bewegungen und um dann
- schließlich in Adia ja das Zentrum der theosophischen der weltweiten theosophischen Gesellschaft
- zu begründen, wo es sich auch heute noch befindet. Und ähm wenn man jetzt die Werke von Helena
- Petrovna Blavatki liest, schlößt man immer wieder auf äh Anmerkungen, auf Hinweise, auf Zitate aus den Heiligen Schriften des
- Hinduismus, aus der Bagavat Gita, aus dem Wishnupurana und aus vielen anderen Texten. Und man ist damit vertraut, dass diese Religion
- eine zentrale Bedeutung haben muss, was jetzt die Übermittlung alter Weisheitslehren betrifft. Und
- tatsächlich muss man ja bedenken, dass diese Religion eine kontinuierliche Überlieferung über einen Zeitraum von mindestens 3 bis 4000 Jahren hat. Das
- ist religionsgeschichtlich und weltweit eine Besonderheit. Es gibt also eigentlich fast keine andere religiöse Überlieferung, die auf
- so alte Quellen und historische Wurzeln zurückzublicken vermag, die im Grunde genommen zum Teil heute noch präsent sind.
- Ja, Indien, ein Land, das von 1,4 Milliarden Menschen bewohnt wird, von denen über eine Milliarde Anhänger des
- Hinduismus sind mit einer über 3000 Jahre alten religiösen Überlieferung. Also, das ist ein Land, eine Kultur,
- das für jeden spirituellen Menschen natürlich anziehend ist. Und so ging es auch mir und so hatte ich vor anderthalb Jahren
- die Chance und das Privileg, eine Reise nach Varanasi zu unternehmen. Eine Stadt, eine 3000 Jahre alte Stadt, die von vielen
- bezeichnet wird als das hinduistische Rom. Und äh ja, an dieser Reise möchte ich euch wie
- gesagt gerne teilhaben lassen. Und ähm auf diese Reise nehme ich euch soweit das jetzt möglich ist, optisch, visuell zumindest und in meinen Darlegungen
- einfach einmal mit. So, jetzt gehen wir mal in die Bildpräsentation. Ich hoffe, dass das alles klappt.
- Ja. Ich hoffe, ihr seht jetzt alle das erste Bild ähm Waranassi und den Ganges.
- Ja, also wenn man diese Reise macht, muss man einen langen Weg zurücklegen. Mein Weg oder meine Reise begann aus
- verschiedenen Gründen in Paris auf dem Flughafen Schal de Gohl und führte mich dann zunächst nach Deli. 10 Stunden war ich unterwegs und habe
- auf diesem Weg fast 7000 km zurückgelegt. Also insgesamt von Paris bis Waranasi waren es dann 7200 km
- und ich hatte die Möglichkeit mich dort drei Wochen lang aufzuhalten und mir wirklich viel anzuschauen. Also es ist mir immer wichtig, wenn ich einen
- Ort aufsuche, dass ich dann genügend Zeit und Muße habe, mir viele Dinge nicht nur einmal, sondern vielleicht auch öfter anzuschauen und wirklich in
- die Tiefe zu gehen. Und die Möglichkeit hatte ich in Waranassi durchaus, obwohl man im Nachhinein dann immer das Gefühl hat, ähm es hätte hat viele Dinge
- gegeben, die man nicht gesehen hat, die man auch gerne noch gesehen hätte. Ja, dieser Flug, der hatte auch seine besondere
- Faszination. zunächst mal über die Alpen mit faszinierenden Ausblicken in Gebirgsehen und Täl
- über Ungarn, die fruchtbaren Flussebenen. zum schwarzen Meer mit einem Ausblick auf die Ausläufer des Kaukasus
- und irgendwann bin ich dann nicht hier, aber ein bisschen weiter westlich gelandet in Neudeli und dann
- noch mal umgestiegen nach Varanassi. Das waren dann noch mal anderthalb Stunden. Ja, man sieht ähm Varanasi liegt ziemlich weit im Norden in der
- Gangesebene ähm die sich südlich äh des Himalayas, der sich hier entlang zieht, erstreckt. Und
- das ist ein Gebiet ähm von dem man sagen kann, dass man da sehr sehr viele Schauplätze der hinduistischen Kultur und Religiosität
- ähm kennenlernen kann. In früheren Jahren war ich auch schon einmal gewesen in Kalkutta. Ich war auch in in Bombei, heute Mumbai. M aber
- Waranassi sollte dann doch ein Höhepunkt, ein Highlight werden, wo man viele Dinge zu sehen bekommen würde, die ich noch nie gesehen hatte.
- Ja, als ich in Baranasi ankam, ähm habe ich erstmal eine kleine Pension aufgesucht, in der sich dann mein Domizil befand für drei Wochen. Und äh
- dieses Domizil, das hat auch eine Besonderheit. Das hat nämlich äh das nennt sich Brownbread Bakery. Das ist also eine Bäckerei mit Pension und wurde
- von einem Deutschen begründet, der äh die deutsche Backkunst ähm nach Indien gebracht hat. Und das, was er in dieser Bäckerei verkauft und die Erlöse, die er
- mit dem Betrieb dieser Pension erzielt, das investiert er dann in soziale Projekte, in Projekte der Schulausbildung. ähm äh
- landwirtschaftlicher Kooperativen und so weiter, so dass man, wenn man dort unterkommt, weiß ähm man kann den Menschen in dem
- Land zumindest indirekt auf diese Weise auch etwas zukommen lassen. Ja, ihr seht hier die Köstlichkeiten, die einen da, die mich da erwartet
- haben. Die Pension hat auch einen schönen Dachgarten.
- Und hier fällt einem schon etwas auf. Man sieht nämlich überall Gitter. Alles ist vergittert. Seltsam. Warum eigentlich?
- Weil da nur die gefährlichen reinkommen. Ja, das ist der Eingang zu dem Zimmer. Das ist das Zimmer, also für indische Verhältnisse ziemlich großzügig.
- Und hier sieht man jetzt das vergitterte Fenster, das auf eine enge Gasse hinausführt. Und ähm als ich dann abends mit einer
- mit einem Teller voller indischer Süßigkeiten am Fenster saß und darüber gegrübelt habe, warum diese Gitter zu sehen sind, äh da wurde das dann sehr
- schnell klar, denn plötzlich schaute ich ins Gesicht eines Affen, der sich von oben in den zweiten Stock emporgehangelt hatte äh und ja meinen Teller voller
- Süßigkeiten gern mit mir geteilt hätte. Aber ähm das äh das wäre sicher äh nicht so gut ausgegangen.
- Ja, das ist das Treppenhaus in der Pension. Das ist ein altes Haus.
- Ja, und jetzt sind wir auch schon auf dem Ganges, wobei das bereits der erste Lapsus ist, den ich korrigieren muss, denn in
- deutscher bzw. westlicher Transkription ist die Rede von dem Ganges, aber eigentlich ist der Ganges die Ganga und eine weibliche Wesenheit.
- Äh, das ist für uns zunächst mal als Westler oder als Europäer ungewöhnlich. Ähm, also, dass man dass man gesagt bekommt,
- das ist dieser Fluss ist nicht nur eine Ansammlung von H2O mit einem Gefälle, das äh praktisch der durch die Landschaft fließt, sondern dieser Fluss
- ist eine lebendige Wesenheit, eine Gottheit, eine Göttin. ist die Überzeugung der Hindus, dass die Ganga der Leib einer lebendigen
- göttlichen Wesenheit ist. Und darauf beruht eben auch die Faszination, sich auf diesem Fluss zu bewegen, in ihm zu baden, sich in ihm rituell zu reinigen,
- ja, überhaupt an seinem Ufer anwesend zu sein. Dieser Fluss hat seine eigene Faszination, besonders natürlich in den
- Morgen und Abendstunden, wenn die Stadt dann sich langsam erleuchtet und man dann mit vielen anderen Menschen
- in einem Boot sitzt oder vielleicht auch allein in einem Boot und dann ein anderes Boot sieht, in dem viele Menschen unterwegs sind
- und vielen Menschen begegnet man dort ständig, denn Varanassi ist eine Pilgerstadt. Waranassi ist ein Ort der Wallfahrt.
- Und man muss sich das einmal anhand der Dimensionen vergegenwärtigen, obwohl für indische Verhältnisse die Stadt nicht so sehr viele Einwohner hat, also
- eigentlich nur maximal 1,5 Millionen. gibt es jährlich 147 Millionen Menschen, die als Pilger nach Varanassi kommen und Menschen aus dem
- Ausland oder aus dem Westen, aber auch aus anderen Ländern, das sind eigentlich nur ist eigentlich nur eine Minderheit von 300.000 1000 Menschen.
- Und wenn man jetzt äh sieht, was an den Ufern des Ganges und auf dem oder der Ganga und auf dem Fluss los ist, äh dann wird einem klar äh wie groß das
- Aufkommen an Pilgern ist. Ja, man sieht hier überall Boote ähm wo man also ähm dann einen Platz buchen
- kann und sich dann auf dem Fluss bewegen kann. Ja, das ist jetzt eine Darstellung der Göttin Ganga. Also äh sie reitet auf
- einem Krokodil, hat vier Arme und trägt rechts und links einen Krug mit Wasser. Das ist interessanterweise eine
- Darstellung, die man auch in der hellenistischen Zeit, also bei den Griechen und Römern für alte Flussgottheiten findet.
- Man sieht also, das ist nicht nur eine indische Überlieferung oder diese Vorstellung, dass ein Fluss eine Gottheit ist, das ist äh nicht nur eine
- indische, sondern eine sehr alte äh quasi urreligiöse Vorstellung. Hier eine andere Darstellung der Göttin Ganga.
- Und hier sieht man dann wieder die Göttin mit einem Wasserkrug und eine Frau, die ihr Opfergaben darbringt. Und das ist etwas, was man dort sehr häufig
- sieht. Also viele Menschen bewegen sich auf dem Fluss auf Boten. Da werden dann auch so Opfergaben
- verkauft, also Schälchen mit Blumen und Lichtern, die man dann entzünden kann. Und dann
- gleitet also dieses Opferschälchen auf dem Fluss dahin. Und das ist sieht natürlich faszinierend aus, wenn man Dutzende oder
- Hunderte solcher Opferlichter auf dem auf der Flussoberfläche sieht. Ja, der Ganges entspringt im Himalaya im Westen und zieht sich
- quer durch eine große Ebene über 2500 km, bis er dann äh im in den Golf von Bengalen einmündet.
- Und hier sieht man also so ein äh hat man eine gewisse Vorstellung vom Verlauf des Ganges und auch von der Position ähm an diesem Fluss ähm an dem äh an der
- Varanassi liegt. Und man sieht äh die Stadt erstreckt sich großenteils am Westufer dieses äh Flusses.
- Und ähm wir kommen noch auf die äh auf den Punkt, warum jetzt äh diese Stadt sich gerade an diesem Punkt befindet. Also es, da gibt's natürlich eine
- Geschichte, auf die wir noch zu sprechen kommen. Rein geographisch ist es so, dass die Stadt im Grunde äh oder der Teil am westlichen Ufer der Stadt auf
- einer Art Steilküste gelegen ist. Und hier gegenüber hat man dann eine Sandbank. Diese Steilküste ähm die ist rein geologisch natürlich vorhanden,
- aber jetzt überbaut, komplett überbaut und ähm insofern nicht mehr zu sehen. Ja, hier sehen wir noch mal die äh geographische Struktur der Stadt etwas
- genauer. Also, man sieht, der Siedlungsschwerpunkt äh der ist also praktisch hier um das Westufer entlang. Äh hier ist diese
- Sandbank und ähm im Wesentlichen spielt sich alles, was da zu sehen ist, an diesem Ufer ab.
- Und an diesen an diesem westlichen Ufer findet man dann bis zu 88 sogenannte Gats. Was sind die Gatz? Das sind besondere, ja, man kann sagen, rituelle
- Orte am Flussufer, sogenannte Badestellen, also Stellen, an denen die Menschen rituelle Bäder
- einnehmen, an denen sie sich verbinden mit dem Wesen der Göttin und äh sich reinwaschen, sich reinigen von Sünden,
- von Belastungen von Problemen und es gibt aber auch Stellen, an denen hauptsächlich Leichen verbrannt werden.
- Denn Waranassi ist nicht nur ein Ort äh an den man als hinduistischer Pilger kommt, ähm um die verschiedenen heiligen Städten dieses Ortes zu erleben und sich
- zu vergegenwärtigen und einen Bad in der Ganga zu nehmen, sondern es gibt auch Menschen, die nach Varanasi kommen, um dort zu sterben.
- Denn es heißt, wer in Waranassi stirbt, dem ist die Erlösung. die ewige Lösung verheißen. Und so gibt es dort Hospize, wo äh
- Menschen auf ihren Tod warten, aber es gibt äh auch Menschen, die ähm festgelegt haben, dass sie dort am Ufer der Ganga verbrannt werden wollen. Ähm
- und es ist dann so, dass es da äh entsprechende Rituale, Totenrituale gibt, wobei ich gleich dazu sagen muss, dass es aus Gründen der
- Piität nicht in Ordnung ist, an diesen Stellen Aufnahmen zu machen. Ähm, es reicht schon, wenn man aus einer gewissen Distanz
- sich das anschaut und eine Wahrnehmung davon hat, aber es wäre eine ein Fall von touristischem Boyurismus, äh so etwas ins Bild zu setzen. Aber es gibt,
- wie gesagt einzelne Gats, das Manikaner Manikan Gat z.B., das ist hier an dieser Stelle. Das ist also eine wichtige Städte der Leichenverbrennung.
- Ja, hier sieht man also noch mal gegenüber diese Sandbank ähm und äh die vielen vielen Boote nicht. Also es ist kein Problem, ähm,
- wenn man gerne mal eine Fahrt auf der Ganga machen möchte, dann entweder man wird angesprochen, wenn man hier äh am Ufer entlang geht oder man bemüht sich
- darum. Ja, und hier sieht man jetzt große Holzstapel
- für die Leichenverbrennung und man sieht eine dieser fast zum Teil endlos erscheinenden Treppen, die vom Flussufer hinaufführen in die Stadt.
- Das schauen wir uns noch mal an anderer Stelle etwas genauer an. Also, ich bin jetzt hier oder wir sind jetzt hier unten am Ufer und schauen
- eine Treppe hoch und keine Ahnung, wo dieses Geräusch jetzt herkommt.
- Gut, jetzt hat's aufgehört. Ich mache weiter. Ja. architektonisch sehr interessant, was man hier am Gangesufer sieht. Äh,
- das ist schon ähm ja eine indisch anmutende Architektur und man sieht auch ähm ja verspielte, ornamentale, romantisch anmutende
- Gebäude aller Art. Und hier hat man jetzt noch eine bessere Vorstellung von dieser Topografie,
- nicht? dass also praktisch die eigentliche Stadt ganz weit oben jenseits des Ufers liegt und äh um dahinzugelangen
- ähm endlos erscheinende Treppenfluchten, die man dann erstmal überbinden muss. Das ist auch etwas äh also ich leide
- seit Jahren unter Knieartrose und habe da ran vorher vor meiner Reise leider nicht gedacht. Das war nicht ganz einfach dann äh vom Ufer m in in die
- Stadt zu gelangen und wieder von der Stadt runter zum Ufer. Ja, hier sieht man äh noch mal so ein paar Boote.
- Hier wieder so eine endlose Treppenflucht. Also, man hat eine Vorstellung davon, in welcher Höhenlage sich die Stadt befindet.
- Ja, und hier bekommt man schon einen Einblick ähm in das, was da geschieht, nicht? Also, zum einen sieht man hier die Boote der Pilger noch mal. Ähm und
- dann sieht man hier einige Leute, die schon so ein rituelles Bad in der Ganger genommen haben. Und man sieht überall sehr viele Tiere hier. Also eine Kuh
- überall in der Stadt begegnen einem Kühe und Kühe haben ja eine einen besonderen Stellenwert, gelten als Heilige Tiere äh gegen die auch nie niemand irgendetwas
- unternimmt, die auch niemand vertreibt, die sich innerhalb des Ortes frei bewegen können.
- Man findet viele Hunde. Also hier unten sieht man dann aber auch, dass Leute im Fluss baden
- und Gastronomie gibt's natürlich auch. Ja, hier kommt schon ins Bild äh die religiöse ähm
- Kleinarchitektur. Also, man findet überall in den Gassen der Stadt, aber auch am Ufer, kleine Heiligtümer, also kleine Schreine,
- Tempel, ähm Kultbilder. Das sind z.B. hier Bilder der Nagas, Kultbilder der Nagas, der
- Schlangengottheiten und diese endlos erscheinenden Treppen, die man überwinden muss, um ans Flussferuhr zu kommen oder vom Flussufer
- wieder zurück in die Stadt. Ja, das ist eine Besonderheit. Noch bis ins 18. Jahrhundert hinein ist
- es tatsächlich passiert, dass es in Indien die sogenannte Witfenverbrennung gab. Das heißt, wenn ein Toter gestemst ist und verbrannt wurde,
- dann ist es vorgekommen, dass seine Witwe mit ihm in den Tod gegangen ist und äh sich damit verbrennen ließ. Also,
- das ist ein wahrscheinlich doch für unsere westlichen Begriffe nur schwerverständliche
- rituelle Praxis, die auch natürlich in der abschätzigen in dem abschätzigen Urteil über den Hinduismus eine gewisse Rolle
- gespielt hat damals, als Europäern das bekannt wurde. Und hier sieht man also z.B. jetzt äh gekennzeichnet so eine Stelle, wo eine solche Witverbrennung
- stattgefunden hatte. Man sieht viele Tempel am Ufer der Gang. Allerdings darf man
- sich nicht täuschen. Also, man bekommt öfter die Auskunft, dass diese Tempel uralt sein, Jahrtausende alt. und ähm äh dass man da also äh äh einen Blick in
- die ältesten Phasen der Vorgeschichte wirft. Tatsächlich ist es so, dass aber die meisten Tempel, die man sieht und aufsuchen kann, nicht älter sind als 200
- oder maximal 300 Jahre. Denn die Gangesebene war jahrhundertelang, also im Grunde das ganze zweite nach christliche
- Jahrtausend hindurch Schauplatz kämpferische Auseinandersetzungen zwischen Hindus und Muslimen. Und bei diesen Auseinandersetzungen wurden dann
- viele Hindutempel auch zerstört. Ja, diese Tempel, diese das ist teilweise auch recht malerisch,
- wobei das malerische und das und das Romantische sich immer verbindet mit einer gewissen Spur von Chaos, von Chaotik. Das ist also irgendwie auch
- indlisch. Man sieht hier dieser Tempel, der ist also praktisch im Schlamm des Gangesfers schon versunken.
- Und hier bekommt man jetzt eine Vorstellung davon, welch reges Leben und Treiben an diesem Ufer herrscht. Hier sind wir am Dashaswa Medgat. Das ist äh
- also auch eine äh sehr berühmte Badestelle. äh Dahaschwam, das bezieht sich auf das wedische Pferdeopfer, also ein sehr altes ähm Opfer an die Götter,
- das hier einmal vor Jahrtausenden stattgefunden haben soll. Also ein äh ja prominenter Ort. Und wenn man dann hier sich in diese Richtung bewegt, dann
- kommt man auch auf einer Hauptstraße. Das ist eine wichtige Lebensader von Waranassi.
- Ja, man sieht hier wird sehr viel verkauft, hier gibt's viel Handel und Wandel
- und das war der freundliche Mensch aus meiner Pension, der mich ähm auf ein Stück weit auf dem Fluss äh hinausgerudert hat. Äh, also
- der hat da enorm etwas geleistet. Ähm und der erzählte mir dann auch, dass er das Oberhaupt einer Familie von zehn rund zehn Personen ist, ähm für denen
- Unterhalt er zu sorgen hat. keine leichte Aufgabe. Ähm und der hatte dann auch so zwei bis drei Jobs ähm um diese Aufgabe zu bewältigen und hat mir dann
- auch sein Leid geklagt, dass seit der Coronazeit äh der Zustrom westlicher Touristen sehr stark abgenommen hat, sass es also
- schwieriger geworden ist für die Menschen, da auch ihren Lebensunterhalt zu verdienen.
- eine Sache ist natürlich sehr sehr wichtig in Baranassi und das sind die Menschen, die in besonderer Weise von diesem Ort angezogen werden.
- Das das sind nur das sind nur jetzt
- weiter, du musst noch mal schließen, bitte. Jetzt entsteht ein akustisches Phänomen. Ja, jetzt ist wieder alles in Ordnung.
- Ähm, man muss dazu sagen, Varanasi ist die heilige Stadt Shivas und wir werden noch darauf kommen, warum das so ist. Und es gibt im Hinduismus zwei große
- religiöse Strömungen. Das sind nämlich zum einen die Anhänger Wishnus, die Weichnavas und die Anhänger Shivas.
- Und man begegnet diesen Anhänger Shivas in bevorzugter Weise eben hier an den Ufern der Gang.
- Das ist eine Gruppe von Jugendlichen, die eine Art von ähmationsal das ist die Verbindung von der Frau O. Immer wenn sie sich einschaltet,
- gibt's diese Rückkopplung. Jetzt jetzt hat sie abgeschaltet. Ja, also man sieht äh diese jungen Männer erleben im Kontext der
- hinduistischen religiösen Kultur so etwas wie eine wie das, was wir bei uns als Konfirmation bezeichnen. Ähm
- ein Initiationsritual und das ist z.B. ein
- Pilger, der hierhergekommen ist, um sich in besonderer Weise am Ufer der Ganger der Meditation zu widmen. Das ist auch kein ganz offenbar kein
- Existentialist. Also man sieht hier an seinen Schuhen und dem Rucksack, dass der dass das durch außen etwas besser situierter Mensch sein kann, der aber
- eben den Vorsatz hat, ähm sich der Meditation hinzugeben und diesen Ort wirklich aus der Tiefe heraus zu
- erleben. Und man sieht öfter Gruppen von Menschen, die
- bestimmte Rituale durchführen am Ufer der Gang. Und man stellt fest und das sieht man auch an den Pilgergruppen,
- dass der Hinduismus eine besondere soziale Dimension hat. Also diese soziale Dimension besagt, dass hinduistische Spiritualität
- nicht nur so wie wir teilweise im Westen Religiosität verstehen, ähm eine persönliche Überzeugung ist, ein persönliches Bekenntnis, äh dass man das
- gewissermaßen Privatsache ist, sondern das Religiöse hat hier immer die Dimension des Sozialen. Ja, das ist jetzt hier auch ein Sadu,
- ein Anhänger Shibas. Hier sieht man jetzt eine Umkleidekabine,
- ein Hochzeitspaar, also es wird in Baranasi geheiratet. Das äh wird natürlich als besonders
- Segenbringend dann äh wahrscheinlich auch betrachtet. Ja, und überall sieht man neben Gruppen auch einzelne Sadus, die teilweise in
- recht fantastisch anmutender Gewandung oder Hartracht einen dort begrüßen und äh ja äh meistens sind die auch sehr sehr
- offenherzig. Man kann sich auch mit manchen unterhalten, die Englisch sprechen. Ähm,
- also jedenfalls äh sind die immer bereit, Kontakte zu pflegen, einen zu segnen und etwas von ihren Weisheiten mitzuteilen.
- Ja, jetzt werfen wir noch mal einen Blick ins Innere der Stadt und dann stellen wir fest, äh, dass das ganz enge Gassen sind, also mit Sicherheit eine
- alte Baustruktur. Äh und ich habe mich immer gewundert, äh vorher, als ich die Reise so ein bisschen vorbereitet habe und auf Google
- Maps mir das angeguckt habe, dass das oft unklar war, ähm wie diese Straßenzüge überhaupt verlaufen.
- Ähm und als ich dann da war und äh durch diese Gassen mich durch diese Gassen bewegt habe, da wurde mir das dann klar, ne? Denn äh offensichtlich ist so eine
- so eine richtige Bauplanung ähm die gibt es da nicht. Also, das sind das sind ganz alte äh Straßenverläufe und und Baustrukturen.
- Ähm und ohne blauen Punkt von Google Maps wäre ich oft bei meinen Exkursionen verloren gewesen. Also so hatte ich dann
- praktisch immer die Kontrolle, Standortkontrolle, wo ich gerade bin und in welche Richtung ich dann laufen muss. Ähm, dazu muss man noch sagen, also so
- etwas wie Straßenschilder äh und Hausnummern äh gibt es in Warnassi fast gar nicht, so dass das mit der Orientierung
- dementsprechend also schwierig ist. Ja, auf den Straßen auch ein reges Leben. Ähm, also da werden z.B.
- Lebensmittel verkauft. Hier eine Bäuerin, die Gemüse verkauft. Alte Gebäude mit ihren Eingangstoren sind oft sehr malerisch.
- Und überall findet man auch kleine Stände mit Devotionalien und religiöser Literatur und überall ganz unvermeidlich Kühe.
- Manchmal kann man auch in ein Haus hineinschauen. Ja, für mich als Hundefreund auch ähm bin also dort sehr vielen Hunden
- begegnet, habe aber aus Angst vor der Tollwut nicht als so nahen Kontakt da zu den Tieren gepflegt.
- Ja, und ein wichtiger Punkt eben, ich hatte es schon erwähnt, ich hatte es auch einmal schon gezeigt, das sind die vielen kleinen Heiligtümer, die man
- überall in der Stadt findet. Also, man hat hier einen Shop und hier auf der anderen Seite auch wieder einen Shop und hier an der Ecke äh ein Heiligtum mit
- einem Kultbild von Kali und Shiva und ähm und hier auch ein eine Art Schrein. Ja, und das begegnet einem dort also praktisch an fast jeder Straßenecke.
- Obst dort auch sehr viel verkauft. hier äh jemand, der ähm einen Papajas schnippelt
- und immer wieder wunderschöne alte Hauseingänge, teilweise mit religiösen Malereien und nachts kann Baranassi mit unter,
- wenn man also durch so spärlich beleuchtete Rassen äh sich bewegt, durchaus auch etwas unheimlich sein, zumal wenn man dann durch solche Gassen
- eine Zeit lang unterwegs ist und die Orientierung verloren hat und dann gar nicht mehr weiß ähm wie man zu der Gasse zurückfindet, äh wo dann die Pension
- ist. Ja, das war ein Hund, der mir ins Auge gefallen ist
- und überall Kühe, die zum Teil äh ja, wie sagt man heute so schön, einfach da liegen und chillen.
- Ziegen sieht man auch sehr viele hier. Ziege mit Tuck. Ziege an einem Hauseingang.
- Manche haben auch ein Halsband, gehören also irgendwohin. Ja, und die Affen, die sind also auch ziemlich omnipräsent der Stadt. Äh und ich hatte ja schon mal ähm
- an meinem Zimmer, also am Fenster meines Zimmers Bekanntschaft mit einem Affen gemacht, der aber durch die Gitterstäbe zum Glück ähm da vorbewahrt wurde ähm
- mit meinem Teller voller indischer Süßigkeiten leherer Bekanntschaft zu machen
- und überall wieder Hunde. Ja, ich hatte schon erwähnt, Varanasi ist die heilige Stadt Shivas
- und ähm man sieht hier schon auch einen Hund, denn diese besondere Form von Shiva, die hier verehrt wird, da spielt der Hund eine gewisse Rolle. äh also
- gewissermaßen als Kulttier. Das ist eine moderne Darstellung Shibas. Man erkennt ihn immer an dem an dem
- Dreizack. Eine abstrakte geometrische Darstellung. Und dann findet man an den Gatz sehr,
- sehr viele Malereien. äh hier eine moderne Darstellung Shibas, fast die aus einem Comic entsprungen
- und das ist die Darstellung eines Kultbildes aus einem Tempel. Also die Kultbilder, die sind normalerweise mit Blumengirlanden über
- und über behängt und geschmückt. Ja. Und dann sieht man überall am Ufer und an verschiedenen anderen Stellen
- aufrechtstehende Steine, wo man natürlich sich die Frage stellt, was ist das? Und äh ein solcher Stein
- wird bezeichnet als Linger. Das ist eine besondere ähm man sagt anikonische Erscheinungsform. Shivas, also ein Kultbild Shiva. Nun, äh hier
- dann davor den Nandisttier, den Nandistier, das Reittier Shiva, was jetzt diesen Lingarm betrifft, da
- gibt es natürlich von westlicher Seite alle möglichen Deutungen ähm die aber mit Vorsicht zu genießen sind, denn die Westler haben natürlich aufgrund ihrer
- seltsamen äh verqueren Einstellung gegenüber elementaren menschlichen Gegebenheit wie der Sexualität, die Tendenz, das alles in eine bestimmte
- Richtung zu deuten. Und äh da heißt es dann ja, der Lingam, was ist der Lingam? Ein fallisches
- Symbol. Aber das ist natürlich eine sehr verkürzte Deutung. Ähm und es gibt eine heilige Schrift, das Shiva Purana. Die Puranas sind
- mythologische Texte, die aber zum Teil auch philosophisch sind und ganz überwiegend äh erst also nach Auskunft der
- Wissenschaft später entstanden sind. Also das Shiva Purana, also so in der Zeit des 10 nachlichen Jahrhunderts und in diesem Shibapurana, da wird
- berichtet, was es mit diesem Lingam auf sich hat und es wird berichtet von einer Feuersäule oder Lichtsäule,
- die bei einem Kampf zwischen Chiva, Brahma und Wishnu plötzlich erschien und diese Feuersäule
- die im Grunde aus dem Bodenlosen heraus erwächst und sich in der Unendlichkeit des Himmels verliert. Diese Feuersäule, die wird im Grunde durch den Lingam,
- also durch diesen aufrechtstehenden Stein symbolisiert. Hier also eine bildliche Darstellung dieses Mythos.
- Und ähm es wird dann berichtet äh, dass es eine Auseinandersetzung gab zwischen Brahma, Shiva und Wishnu. Brah, Shiva und Wishnu sind also die
- drei bedeutenden großen Gottheiten des Hinduismus. Es ist auch die Rede vom Trimothi, also gewissermaßen von der hinduistischen
- Dreieinigkeit. Äh, da ist also die Rede von Brahma als dem Schöpfer, von Wishnu als dem Erhalter und von Shiva als dem
- Zerstörer. Nun es gibt zwei große Strömung, das erwähnte ich ja schon, die Anhänger Wishnus,
- die Wishnu auch in der Inkarnation als Krishna und oder als Rama verehren und dann die Anhänger Shivas. Und im Mythos, im Mythos, da gibt es dann einen Streit
- zwischen diesen drei Gottheiten äh um die Frage, wer also Vorrang genießt. Und ähm es heißt dann im Mythos, dass also der
- Gott Vnu in Gestalt eines Ebers, das ist eine seiner Inkarnationen, versucht bis in die Tiefe der Erde vorzudringen, um zu schauen, wo also diese Feuersäule
- verwurzelt ist, während Brahma in Gestalt eines Schwars bis in den höchsten Himmel empor fliegt, ähm um zu sehen, wo diese Feuersäule endelt, ne?
- Und die Grundaussage, die Grundidee ist, dass beide nicht in der Lage sind, die Unendlichkeit der Größe Shibas zu erkennen.
- So der Mythos. Das ist eine äh Darstellung aus den Elora Höhlen, die ich jetzt der Datierung mir jetzt
- nicht präsent ist. Man sieht aber, es gibt also aus verschiedenen Epochen auch bildliche Darstellung dieses Mythos, sodass man sagen kann, die
- Verschriftlichung in diesem äh Shiva Purana, selbst wenn die aus dem 10. Jahrhundert stammt, also der Mythos kann durchaus auch viel viel älter sein.
- Wenn man jetzt Hindus fragt, äh wird man die Auskunft erhalten, dass auch diese Schriften jahrtausende alt sind. Äh nun, die moderne ähm westliche
- Literaturwissenschaft und Religionswissenschaft sieht es anders und äh hat also da andere Datierungsvorschläge. Ja. Äh aus
- sprachgeschichtlichen Gründen ähm wird also z.B. werden viele Puranas also im 10 um das 10te Jahrhundert herum eingeordnet, ne?
- Das ist jetzt hier ein Text ähm aus einem äh Dialog von Platon, aus der Politea. Ähm das habe ich jetzt hier nur mal
- eingefügt, weil hier auch beschrieben wird äh eine Lichtsäule äh die äh sich praktisch in die höchsten Höhen des Himmels erstreckt. äh eine
- gigantische Lichtsäule, sodass ich davon ausgehe, dass diese Feuersäule Shias wirklich ein ur religiöses Symbol ist. Also, man findet es auch in anderen
- Überlieferungen und man findet ja z.B. bei der Wanderung der Israeliten durch die Wüste auch diese Verkörperung Jahwes als eine Feuersäule.
- nachts und am Tag als Wolkensäule, nicht? Also, man sieht da da gibt es also eine alte Überlieferung, die dann immer wieder in neuer Form erscheint.
- In den Tempeln, da gibt's dann auch diese Lingams, also diese aufrecht stehenden Steine.
- Man sieht, die werden also ähm kultisch verehrt, mit Blumen geschmückt, mit Blättern, ähm mit allen möglichen Dingen.
- Hier an dieser Stelle wurde mir gesagt, ja, dieser Lengam, der steht schon seit 5000 Jahren an dieser Stelle. Das ist dann so eine Überlieferung.
- wo man sich nicht sicher sein kann, ob sie ob sie wirklich zutreffen kann. Man sieht hier auch ähm Lichter als Opfergaben.
- Und hier ist noch mal das Reittiers, der Nandi Stier. Da gibt's auch ähm einen einen schönen rituellen Brauch. Äh, wenn die Menschen
- einen Shibatempel betreten, dann ist es oft so, dass sie diesem Stier etwas ins Ohr flüstern. Wenn Sie einen Wunsch haben, den Sie Shiba übermitteln wollen,
- also dann flüstern sie das dem dem Nandi Stier ins Ohr äh äh und mit dem Auftrag, dass dieser es dem Gott übermitteln möge.
- Ja, das ist noch mal eine Beschreibung dieses dieses Mythos ähm, den ich schon erläutert habe und im Bild schon gezeigt habe. Ja, und jetzt ähm
- ist im Mythos folgendes passiert, was dann in direkter Verbindung mit Wahanasi als sakralem Ort steht. Es wird nämlich
- berichtet äh also als Wishnu und Brahma, also an dieser Lichtsäule ähm praktisch hinab und empor äh sich
- bewegt haben. Also, da wird dann berichtet, dass Brahma behauptet hätte, er hätte das Ende der Feuersäule gefunden und er hätte dort eine Blüte äh
- gefunden, die er dann mitgebracht äh hätte aus kosmischen Höhlen. Und das war also in laut dem Mythos eine
- offensichtliche Lüge. Und über diese Lüge war Shiba so erbost, dass er Brahma einen seiner fünf Köpfe abschlog. Also ursprünglich
- soll Brahma fünf Köpfe gehabt haben. Die ikonographische Darstellung, da hat er ja dann in der Regel nur vier. Also der fünfte Kopf fehlt
- und dann soll folgendes passiert sein. Brahma ist nicht nur ein Gott der Urschöpfung. Er verkörpert im Grunde genommen auch die Brahmanen, also die
- heilige Kaste der Priester. Und das, was Shiba da gemacht hatte, war im Grunde genommen gleichzustellen einem Brahmanen Mord, einer
- ganz schlimmen, beträchtlichen Sünde, die ihm nun anhaftete. Und wie haftete sie ihm an? in Form dieses Kopfes, die an seiner Hand hängen blieb und nicht
- wieder entfernt werden konnte. Oh. Und erst in dem Augenblick, als Shiva nach Baranassi kam,
- da löste sich dieser Kopf. Hier ist das ganze noch mal dargestellt. Shiva am Ufer der Ganga in Baranassi.
- Das ist dieser Kopf Braha. Also erst wo Shiva nach Waranasi kam, da löst sich dieser Kopf von seiner Hand und er ist von dieser Sünde des Brahmanmordes
- freigesprochen. Also er erlangt die Erlösung oder die Loslösung von dieser Sünde. Und das ist
- dann eben die der mythische Ursprung der besonderen Bedeutung. dieses Ortes im Hinduismus nicht. Also, das heißt, man erlangt in Baranasi Erlösung, weil
- Shiva sie auch dort erlangt hat in Urzeiten. Ja, hier noch mal ein paar andere Darstellungen dieses Mythos
- und man sieht dann, der Hund spielt hier eine gewisse Rolle. Ähm, der taucht dann auch wieder äh immer wieder als Kulttier dieser Erscheinung
- von Shiva auf, hier sogar als Reittier. Ja, und demzufolge, da also Varanassi die die Stadt Shibas ist, findet man
- auch überall ähm Shiva Heiligtümer. Tier Shiva mit seiner Gemalen äh wahrscheinlich in der Form von Durga. Also, die hat auch verschiedene
- Erscheinungsformen seine Gemahen äh zum mal heißt sie Parati, mal Durga, mal Kali.
- Und das ist ein Tempel, ein besonders wichtiger Tempel, an dem sich dann äh die Schlangen der Pilgernden durch die Gassen stauen. Da muss man also dann
- geraube Zeit warten, bis man in den Tempel darf und dann Auge in Auge mit dem Heiligtum der Gottheit ähm sein kann.
- Das ist ein Schibatempel am Gangesufer. Und so sieht es im Inneren dieses Tempels aus.
- Da sitzen dann Männer ins Gebet versunken, meditierend.
- Und so stellt sich das da, wenn man also jetzt das Heiligtum eines Tempels aufsuchen will, äh wenn man jetzt Auge in Auge mit dem Bild der Gottheit
- sein will, das nennen die in der Darscha, also die Gottheit sehen. Das ist also ein besonderer ähm Punkt in jedem Tempel. Ähm, aber um an diesen
- Punkt zu kommen, muss man sich dann meist in eine solche Schlange der wartenden Pilger einreihen.
- Und äh an diesem Heiligtum in den Tempeln, da sind dann also meistens auch Brachmanen, die Opfergaben entgegennehmen. Und diese Opfergaben,
- das sind oft Lebensmittel, es sind Blumengirlanden, Räucherstäbchen, ähm
- also sehr oft Lebensmittel, die dann den Brachmanen übergeben werden. Das hier ist jetzt ein Nachbau des ähm
- eines eines großen Tempels und zwar des Kashi Wishwana Tempels. Äh, ich habe diesen Nachbau, der sich auf dem Gelände der Banaras Hindui
- University befindet, aufgesucht, denn äh das Original, das in der Nähe des Ganger Ufers steht, äh da hätte ich also stundenlang warten müssen und da gibt's
- auch ganz strenge Regeln. Da muss man dann ähäh sein Geld, sein Handy äh und alle möglichen Sachen in einem Schließfach abgeben und ähm da gibt's
- auch ganz strenge Kontrollen. Deswegen habe ich also hier dieses Imitat des Tempels aufgesucht, aber man hat ihr habt dann auch ein einen ganz guten
- Eindruck davon, wie dieser Tempel aussieht. Ja, äh ich hatte vorhin gesprochen über die Frage, wie alt sind diese Tempel?
- Tatsächlich äh man bekommt da viel gesagt. Es gibt natürlich im äh bei gläubigen Hindus so gewisse Überzeugungen über das Jahrtausende
- äh währende Alter dieser Tempelanlagen, aber die Wahrheit ist, dass eben die meisten nicht älter als 200 Jahre alt
- sind. Und ich habe nur mal jetzt diese Karten hier äh äh euch mitgebracht, um zu vergegenwärtigen, wie die Situation äh fast 1000 Jahre
- lang im Norden Indiens war. Also äh die Auseinandersetzungen zwischen Hindus und Muslimen, die waren zum Teil recht militant und das hat einfach dazu
- geführt, dass viele äh Hindutempel zerstört wurden, weil natürlich der äh Islam als ähm monotheistische Religion, den hinduistischen
- Polytheismus, also diese Welt der vielen Götter und Göttinnen ähm nicht akzeptieren konnte. Ja, und ähm dazu auch eine eine eindeutige Position
- hatte, nicht? Und das hat zu Auseinandersetzung geführt, die noch heute hin und wieder aufbranden, die dann ja auch zur zu dieser großen
- Trennung eine Unabhängigkeitszeit geführt haben zwischen Indien und Pakistan und Bangladesch heute. Ähm und das sind
- Konflikte, die immer wieder aufbrechen und die jetzt konakariert werden durch die Hindus äh durch äh den Anspruch, den also der politische Hinduismus stellt,
- dass Indien per se ein hinduistischer Staat ist. Ja, was natürlich ähm die Muslime in dieser Weise eigentlich nicht akzeptieren können, denn es gibt auch
- neben dem Hinduismus noch viele andere religiöse Strömungen in Indien und viele andere religiöse Bekenntnisse. Aber das ist ein historisches und
- politisches Problem, was wir nicht unbedingt vertiefen müssen. Ich will es nur erwähnt haben, weil es ähm wichtig ist, um das richtig
- einzuschätzen mit den Angaben über ähm das Alter von Relikten. Ja, hier eine moderne Darstellung Shiva
- und hier sieht man noch mal diese drei Gottheiten. Also hier links Brahma mit dem Schwan in der Mitte Vnu,
- der Welterhalter und rechts Shiba mit dem Dreizack äh und der Gang.
- Ja, Shiva Sohn Ganescha, den den begegnet man auch an jeder Straßenecke gewissermaßen. Der hat dort auch eine wichtige Funktion
- und zwar diese Ganescha äh Statuen, die haben eine Wächterfunktion für diesen Ort. Die verteilen sich also gleichmäßig über den
- ja über die Peripherie von Alt Baranasi. Das ist der Gott Hanuman, der affengestaltige Gott.
- Der hat ja auch ein kleines Heiligtum, ein Kultbild der Nahgas, der schlangengestaltigen Gottheiten, der
- Uhrzeit. Ja, und jetzt kommen wir zu einem weiteren wichtigen Kapitel ähm aus dem Themenkreis des Hinduismus. Denn im
- Hinduismus werden, wie wir ja schon angesichts der Ganga gesehen haben, nicht nur Götter verehrt, sondern auch Göttinnen.
- Und äh man sieht eben auch Kultbilder der Göttinnen überall in der Stadt. Hier ein Bild der Durga.
- Na, die Götterbilder, die sind teilweise über und über behangen mit
- Blumengelanden, sodass man das eigentliche Kultbild gar nicht mehr erkennen kann.
- Das ist zum Teil auch recht bunt, recht malerisch. Das könnte eine Darstellung der Göttin Kali sein,
- die man an ihrer herausgestreckten Zunge erkennt. Und das äh habe ich hier mal als Beispiel für einen religiösen Text
- gebracht. ähm nicht, also da gibt's eben auch verschiedene Mythen, die sich um diese
- Vorstellung von der Göttin ranken. Also, es gibt die Vorstellung, dass jedem männlichen Gott eine Göttin zugesellt ist. Es gibt aber auch die Vorstellung
- einer großen Göttin, die viele verschiedene Erscheinungsformen hat. Und hier wird äh jetzt die Geschichte einer Frau beschrieben, die sich äh ein
- Kind gewünscht hat und der es dann ermöglicht wurde, die Göttin ähm hervorzubringen, also also praktisch äh zu gebären. Ja.
- Und im Shivapurana, da heißt es dann äh unter anderem z.B. Ich verbeuge mich vor der großen Göttin, welcher alle Wünsche erfüllt. Ich verbeuge mich vor ihr,
- welche alle Illusionen erzeugt. Ich verbeuge mich vor der Schöpferin und Erhalterin des Universums. Ich verbeuge mich vor der Göttin der
- Illusion und der Yogakraft, die zur ewigen Glückseligkeit führt. Oh edle Mutter, du bist die Macht, die im Feuer schlummert, in den
- Sonnenstrahlen. Du bist die Kühle im Licht des Mondes. Den guten Frauen zeigst du dich als die große Liebe.
- Ähm und so weiter. Also ähm man sieht, das sind zum Teil hochphilosophische, zum Teil panteistische, zum Teil
- naturmythologische Vorstellungen. Also, es ist eine sehr komplexe Metaphysik, die sich um dieses ganze ähm äh um um diese Bedeutung der Göttin im Hinduismus
- knüpft. Also, es ist weitaus mehr äh als äh die Westler, die Indien damals als erste betreten haben und da berichtet haben.
- Es ist weitaus mehr als es den Anschein hat. äh äh nicht, also äh christliche Missionare haben immer gesagt, ja, es ist eine Idolatrie, es ist die Verehrung
- von Bildern, aber äh das trifft weder den Kern der Sache, noch trifft es das Phänomen in seiner Tiefe. Ähm wenn man also die heiligen Schriften liest, dann
- stellt man fest, der Hinduismus ist polytheistisch, er ist panteistisch, er ist aber auch zutiefst philosophisch.
- Ja, das ist eine Göttin mit einem Eberkopf aus dem aus der Strömung des Visnuismus.
- Also, man findet da auch viele Gottheiten und speziell auch Göttinnen vor, von denen man äh hier im Westen ähm also in populären Abhandlung über den
- Hinduismus noch nie etwas gehört oder gesehen hat. Ja, und dann gibt es die Rituale, die abends am Ganges stattfinden.
- Äh Arti genannt, das ist eine Art von Feueropfer. Also am Ufer der Ganga, da kann man jeden Abend Rituale der Verehrung
- erleben und überall sieht man dann auch an den Heiligtümern Brachmanen, die aus den uralten heiligen Schriften, also aus den Weden, zitieren.
- Und ich sagte schon, es gibt Schriften aus verschiedenen Epochen. Tatsächlich, was jetzt die vier Weden oder den z.B. den Rickweder betrifft, ähm da sagt auch
- die etablierte Wissenschaft, dass äh der bis ins dritte Jahrtausend äh also praktisch bis ins Jahrtausend vor der äh vor Christi
- Geburt zurückgeht, ne? Das sind wirklich uralte Schriften in Sanskrit. Hier sehen wir noch einmal Menschen, die jetzt einen Tempel
- betreten haben vor dem Heiligtum hier einen Brachmanen, der Opfergaben entgegennimmt, die ihr dann also praktisch um das Kultbild herum
- drapiert. Und das ist ein kleineres Heiligtum, von denen man sehr, sehr viele in den
- Gassen von Baranas findet, wo dann ein Mann mit seinem jungen Verehrungsritual durchführt und überall wird populäre religiöse Literatur
- angeboten, bunt bebildert, ähm mit der religiösen Gegenwartskunst versehen, die äh
- ja teilweise sehr anregend für unsere Imagination ist. Hin und wieder sieht man auch Kultbilder von Gurus
- und man sieht auch folgendes, dass Schauspieler sich als Götter verkleiden, als Götter kostümen, ähm und in einer äh religiösen
- Prozession mitziehen. Das ist z.B. hier der affengestaltige Gott Hanuman. Ein wichtiger Helfer des Helden Rama, der eine Inkarnation des Gottes Visnu
- war. Ja, jetzt noch mal etwas ganz handpres. Verhungern kann man in Waranassi auch nicht, weil es gibt extrem viel von dem, was man
- bei uns als Streetfood bezeichnet. An allen Ecken und Enden wird gekocht, gebraten und gesotten. Also, es wird viel in heißem Fett. M
- frtiert, also z.P. Gemüse in Teig, knusprig, gebacken und
- außerordentlich köstlich. Also, wenn man das Zutrauen dazu hat, dann dann kann man da wirklich so eine kulinarische Tour durch Waranassi machen
- und das ist ähm das hat auch seine eigene Faszination. Na, ich hab hier immer so eine Ladehemmung für das nächste Bild, aber
- jetzt Ja. Und was ganz äh fantastisch ist, ähm für Leute, die Süßigkeiten mögen, also das, was man hier manchmal in indischen
- Restaurants findet, aber meistern nur in ein bis zwei Sorten, das findet man hier in unendlicher Vielfalt dargeboten.
- Das ist z.B. So eine Mixtur aus Reis und Mango. Eine Süßspeise mit viel Milch.
- Ja, nachdem wir diese Köstlichkeiten uns angeschaut haben, kommen wir jetzt noch mal ganz kurz zu einem anderen Ort, der auch bedeutungsvoll ist, denn der ist
- nur 10 km von Varanasi entfernt und das ist jener Ort Sarn genannt, an dem oder in dem Buddha nicht nur seine Erleuchtung erlangt hat, sondern wo er
- auch seine erste Predigt gehalten hat. Sarah ist ja, man kann sagen, ein insofern ganz wichtiger Wallfahrtsort der Buddhisten aus aller Welt und man
- begegnet dort Japanern, Koreanern, Kambodschaern, Chinesen, ähm Thailändern, Singalesen aus Sri Lanka, also Menschen
- aus allen Teilen Ostasiens, wo es Buddhisten gibt. Und hier jetzt noch mal ein besonderes Highlight für alle Theosophen. Das ist hier nämlich eine
- buddhistische Fahne, ähm aber in spezieller Variation. Ich weiß jetzt nicht aus welchem Land. An dieser Fahne ist bedeutungsvoll,
- dass sie einen Schöpfer hat, äh, der uns allen wohl bekannt äh ist, nämlich Colel Olcott. äh der hat für die buddhistischen
- Singerlesen in Sri Lanka sehr viel geleistet. der hat nicht nur einen buddhistischen Katechismus verpasst, viele Schulen gegründet, die heute noch
- existieren. Ähm, er hat das Selbstbewusstsein der Buddhisten gegenüber den ähm britischen christlichen Missionaren
- gestärkt und er hat die buddhistische Fahne entworfen, die bis heute in allen buddhistischen Ländern
- verbreitet ist. und äh jeweils teilweise abgewandelt. Ja, das ist hier in Sannard eine andere Pilgergruppe, Mönche offensichtlich oder
- Nonnen. Mönche und Nonnnen und im Hintergrund eine sogenannte Stuper
- aus dem fünften vorchristlichen Jahrhundert. Das ist hier ähm meines Erachtens das thailändische Heiligtum. Also es ist so,
- dass jede buddhistische Richtung in Sannat ein Tempel ähm errichtet hat äh sodass man da praktisch durch die ganze buddhistische Welt an diesem Ort ähm
- reisen kann. Ja, das ist hier auch jetzt wieder eine Stuper. Stupers sind große m
- gemauerte Bauwerke, in deren innerer innerem sich ein eine Reliquie befindet, eine Reliquie des Buddha, also ein
- Knochensplitter oder Asche. Äh äh also es ist im Grunde genommen ein Heiligtum, das eine Reliquie beherbergt.
- Und insofern ähm natürlich äh eine ganz wichtige Bedeutung für alle Buddhisten hat als Ort der Wallfahrt und der Vergegenwärtigung,
- der Erleuchtung und der Botschaft des Buddha. Ja, das war
- Sarahnard und jetzt noch mal zum Abschluss ein Bild ähm von einem Gatt aus Warassi. Wir sehen hier auch noch mal in Waranassi wird nicht nur
- gestorben oder gewallfahrtet, da wird auch geheiratet. Das ist natürlich für das junge Paar, für das jungvermählte Paar eine
- faszinierende Kulisse, nicht? Muss man muss man so sagen, wie aus 1000er Nacht. Ja, hier sind wir noch mal abends am Gangesufer und wir sehen ähm hier so
- eine Lichterzeremonie. Äh, da ist also immer sehr viel los und die Pilger, die sitzen dann hier auf den
- Stufen teilweise ähm und inonieren Shiva Mantren und geben sich der Verehrung hin.
- Ja, soweit also unsere Exkursion nach Kashi, die Stadt des Lichtes. Paranasi, die heilige Stadt Shivas. Und ich danke euch, dass ihr mir so
- aufmerksam fast eine Stunde und 20 Minuten zugehört habt. Vielen Dank.
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