Physik · Klasse 9–10 · aktualisiert
Wärmekapazität einfach erklärt und berechnet
Unterscheide Wärmekapazität des Körpers und Stoffwert pro Kilogramm. Rechne Energie und prüfe die Einheiten.
0 von 10 Aufgaben gelöst
Kurz gesagt
Die Wärmekapazität C sagt, wie viel Wärme ein ganzer Körper je Kelvin Temperaturänderung aufnimmt; c gilt pro Kilogramm. Ohne Phasenwechsel und bei passendem Stoffwert gilt Q=c\,m\,\Delta T.
Die Wärmekapazität beschreibt, wie viel Energie ein Körper für eine bestimmte Temperaturänderung aufnimmt oder abgibt. Dabei gilt: Je größer seine Wärmekapazität ist, desto mehr Energie benötigt er für eine Erwärmung um 1\,\mathrm K. Auf dieser Seite unterscheidest du die Wärmekapazität C von der spezifischen Wärmekapazität c. Anschließend rechnest du mit Q=c\cdot m\cdot\Delta T.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
3 Abschnitte
Temperatur beschreibt den thermischen Zustand. Wärme ist Energie, die wegen eines Temperaturunterschieds übertragen wird. Wenn keine andere Arbeit auftritt, kann zugeführte Wärme die innere Energie erhöhen.
Die Wärmekapazität eines Körpers hängt von Material und Masse ab. Ein großer Wassertank braucht für denselben Temperaturanstieg mehr Wärme als ein Glas Wasser.
Für flüssiges Wasser nehmen wir im Rechenmodell bei etwa 15 °C und normalem Druck den gerundeten Stoffwert an:
c_{\mathrm{Wasser}}\approx4{,}19\,\mathrm{kJ/(kg\,K)}
Ein Kilogramm benötigt damit näherungsweise 4{,}19\,\mathrm{kJ} je Kelvin. Der Wert kann mit der Temperatur variieren.
Definition
Wärmekapazität
Die Wärmekapazität C gilt für einen bestimmten Körper. Sie ist die übertragene Wärme je Temperaturänderung um ein Kelvin: C=\frac{Q}{\Delta T} Ihre Einheit ist \mathrm{J/K}. Die Beziehung gilt für einen festgelegten Vorgang ohne Phasenwechsel.
Definition
Spezifische Wärmekapazität
Die spezifische Wärmekapazität c bezieht sich auf ein Kilogramm eines Stoffs: c=\frac{C}{m} Ihre Einheit ist \mathrm{J/(kg\,K)} oder \mathrm{kJ/(kg\,K)}. Der Wert gilt unter angegebenen Bedingungen.
Merke: C gehört zu einem ganzen Körper. c gehört zu einem Stoff und ist auf ein Kilogramm bezogen. Für einen homogenen Körper gilt C=c\cdot m.
Teste dich
Ohne Phasenwechsel gilt bei einem passenden, annähernd konstanten Stoffwert:
Q=c\cdot m\cdot\Delta T
Q ist die übertragene Wärme in Joule oder Kilojoule, c die spezifische Wärmekapazität, m die Masse in Kilogramm und \Delta T die Temperaturänderung in Kelvin. Sie ist Endtemperatur minus Anfangstemperatur:
\Delta T=T_{\mathrm{Ende}}-T_{\mathrm{Anfang}}
Eine Änderung um 20\,^{\circ}\mathrm C entspricht 20\,\mathrm K; absolute Celsius- und Kelvinwerte sind verschieden. Bei gleichem Stoff und gleicher Temperaturänderung verdoppelt die doppelte Masse den Bedarf. Bei gleicher Masse verdoppelt eine doppelte Temperaturänderung den Bedarf. Ein größeres c erfordert bei gleicher Masse und Änderung mehr Wärme.
Für die gesuchte Masse stellst du um:
m=\frac{Q}{c\cdot\Delta T}
Für die gesuchte Temperaturänderung gilt:
\Delta T=\frac{Q}{c\cdot m}
Im folgenden Rechenmodell bleiben c und der Aggregatzustand gleich. Die Ausdehnungsarbeit wird vernachlässigt. Bei 2\,\mathrm{kg} Wasser und 80\,\mathrm K ist der Wert nur eine Näherung über den großen Temperaturbereich. Umgekehrt ergeben 83{,}8\,\mathrm{kJ} für 2\,\mathrm{kg} Wasser:
\Delta T=\frac{83{,}8\,\mathrm{kJ}}{4{,}19\,\mathrm{kJ/(kg\,K)}\cdot2\,\mathrm{kg}}
\Delta T=10\,\mathrm K
Beispiel: Wasser erwärmen: Energie berechnen
- 1Gegeben sind m=2\,\mathrm{kg} Wasser bei 15\,^{\circ}\mathrm C und normalem Luftdruck, \Delta T=80\,\mathrm K und näherungsweise c=4{,}19\,\mathrm{kJ/(kg\,K)}. Gesucht ist Q.
- 2Das Wasser wird von 15\,^{\circ}\mathrm C auf 95\,^{\circ}\mathrm C erwärmt und bleibt flüssig. c wird im Rechenmodell als konstant angenommen. Die Ausdehnungsarbeit vernachlässigen wir.
- 3Q=c\cdot m\cdot\Delta T Q=4{,}19\,\mathrm{kJ/(kg\,K)}\cdot2\,\mathrm{kg}\cdot80\,\mathrm K Q=670{,}4\,\mathrm{kJ}
- 4Kilogramm und Kelvin kürzen sich. Wegen des angenäherten Stoffwerts runden wir auf etwa 670\,\mathrm{kJ}.
Teste dich
Vergleiche je 1\,\mathrm{kg} Wasser und Silber. Beide sollen sich um 20\,\mathrm K erwärmen. Als Näherung halten wir die Stoffwerte im Rechenbereich konstant: Für flüssiges Wasser bei etwa 15 °C gilt c_{\mathrm W}\approx4{,}19\,\mathrm{kJ/(kg\,K)}, für Silber bei etwa 17 °C c_{\mathrm S}\approx0{,}234\,\mathrm{kJ/(kg\,K)}.
Für Wasser gilt:
Q_{\mathrm W}\approx4{,}19\,\mathrm{kJ/(kg\,K)}\cdot1\,\mathrm{kg}\cdot20\,\mathrm K
Q_{\mathrm W}\approx83{,}8\,\mathrm{kJ}
Für Silber gilt:
Q_{\mathrm S}\approx0{,}234\,\mathrm{kJ/(kg\,K)}\cdot1\,\mathrm{kg}\cdot20\,\mathrm K
Q_{\mathrm S}\approx4{,}68\,\mathrm{kJ}
Bei gleicher Energiezufuhr je Zeit und vergleichbaren Verlusten erwärmt sich Silber schneller. Große Wassermassen können viel Wärme aufnehmen und später abgeben. Das kann Temperaturunterschiede an Küsten dämpfen. Heiz- und Kühlsysteme nutzen Wasser zum Energietransport.
Die Formel gilt innerhalb eines Aggregatzustands. Beim Schmelzen oder Verdampfen reicht sie allein nicht. Stoffwerte gelten nur unter ihren Bedingungen; bei Gasen macht konstanter Druck oder konstantes Volumen einen Unterschied.
Typische Fehler: C gilt für den ganzen Körper, c pro Kilogramm. Rechne 100\,\mathrm g=0{,}1\,\mathrm{kg} und 1\,\mathrm{kJ}=1000\,\mathrm J um. Setze die Temperaturänderung statt der Endtemperatur ein. Prüfe vor dem Rechnen, ob ein Phasenwechsel vorliegt.
Beispiel: Wärmekapazität des ganzen Körpers
- 1Ein Körper nimmt 42\,\mathrm{kJ} Wärme auf und erwärmt sich um 10\,\mathrm K.
- 2C=\frac{Q}{\Delta T} C=\frac{42\,\mathrm{kJ}}{10\,\mathrm K} C=4{,}2\,\mathrm{kJ/K}
- 3In Joule pro Kelvin lautet dasselbe Ergebnis:
- 4C=4200\,\mathrm{J/K}
- 54{,}2\,\mathrm{J/K} wäre um den Faktor 1000 zu klein.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Wärmekapazität
Körperwärmekapazität
Energiebedarf des ganzen Körpers pro Kelvin
Spezifischer Stoffwert
Energiebedarf pro Kilogramm und Kelvin
Grundgleichung
Wärme ist Stoffwert mal Masse mal Temperaturänderung
Einheiten
Kilogramm und Kelvin passend einsetzen
Wasser
hoher Stoffwert und große Massen speichern viel Wärme
Grenze
Phasenwechsel braucht einen weiteren Zusammenhang
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Wärmebedarf einer Wasserportion
- 1Eine Portion flüssiges Wasser hat m=0{,}50\,\mathrm{kg}. Sie wird um 12\,\mathrm K erwärmt; ohne Phasenwechsel und mit vernachlässigbarer Ausdehnungsarbeit.
- 2Wir verwenden näherungsweise c=4{,}19\,\mathrm{kJ/(kg\,K)} als konstant.
- 3Q=c\cdot m\cdot\Delta T Q=4{,}19\,\mathrm{kJ/(kg\,K)}\cdot0{,}50\,\mathrm{kg}\cdot12\,\mathrm K Q=25{,}14\,\mathrm{kJ}
- 4Das sind näherungsweise 25\,\mathrm{kJ} auf zwei gültige Stellen. Kilogramm und Kelvin kürzen sich.
Fehler finden
Wo fehlt der Faktor tausend? In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Die dritte Zeile vergisst den Faktor tausend. Richtig ist C=4\,\mathrm{kJ/K}. Das sind 4000\,\mathrm{J/K}.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Die Wärmemenge Q wächst, wenn bei sonst gleichen Bedingungen die Masse wird. Bei festem Q führt eine größere Masse zu einer Temperaturänderung. Die Einheit von c lautet . Für Temperaturdifferenzen entspricht 1\,^{\circ}\mathrm C genau 1 K.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback