Physik · Klasse 12–13 · aktualisiert
Photoeffekt: Frequenz, Intensität und Energie
Warum Licht Elektronen aus Metall löst und wie Frequenz, Intensität und Messgerade zusammenhängen.
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Kurz gesagt
Beim äußeren Photoeffekt gibt ein Photon seine Energie hf an ein Elektron ab. Ein Austritt ist erst möglich, wenn hf mindestens die materialabhängige Austrittsarbeit W_A erreicht. Darüber gilt E_\mathrm{kin,max}=hf-W_A.
Beim äußeren Photoeffekt löst Licht Elektronen aus einer Metalloberfläche. Dafür muss jedes einzelne Photon genug Energie besitzen. Oberhalb der Grenzfrequenz wächst die maximale kinetische Energie der Elektronen linear mit der Frequenz.
Deine Lernziele
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4 Abschnitte
Ein Elektron absorbiert die Energie eines Photons vollständig. Reicht diese Energie aus, überwindet es die Bindung an das Metall und verlässt die Oberfläche als Photoelektron. Beim äußeren Photoeffekt verlässt das Elektron das Material. Beim inneren Photoeffekt bleibt es im Festkörper und kann dort die Leitfähigkeit verändern.
Definition
Photon
Ein Photon ist ein einzelnes Energiepaket des Lichts. Seine Energie hängt von der Lichtfrequenz ab.
Teste dich
Hier betrachten wir den äußeren Ein-Photonen-Photoeffekt bei gewöhnlichen Lichtintensitäten. Bei extrem intensiven Feldern können Mehrphotonenprozesse auftreten. Die Energie eines Photons ist
E_\mathrm{Ph}=hf
Dabei ist h das Plancksche Wirkungsquantum und f die Frequenz. Zum Ablösen braucht das Elektron die materialabhängige Austrittsarbeit W_A. Der Rest wird maximale kinetische Energie:
E_\mathrm{kin,max}=hf-W_A
Diese Gleichung gilt für ausgelöste Elektronen. Ist hf\lt W_A, tritt kein Elektron aus; eine negative kinetische Energie gibt es hier nicht. An der Schwelle gilt E_\mathrm{kin,max}=0. Daher folgt
f_g=\frac{W_A}{h}
Definition
Grenzfrequenz
Die Grenzfrequenz f_g ist die kleinste Frequenz, bei der die Photonenergie gerade der Austrittsarbeit entspricht.
Merke: Im hier betrachteten Ein-Photonen-Modell entstehen unterhalb der Grenzfrequenz auch bei höherer Intensität keine Photoelektronen.
Beispiel
- 1Für zwei Metalle gelte W_{A,1}\lt W_{A,2}.
- 2Bei gleicher Frequenz ist die maximale Elektronenenergie beim ersten Metall größer, weil weniger Austrittsarbeit abgezogen wird.
- 3Liegt hf zwischen beiden Austrittsarbeiten, treten nur aus dem ersten Metall Elektronen aus.
Teste dich
Die Frequenz bestimmt mit E_\mathrm{Ph}=hf die Energie jedes Photons. Eine höhere Frequenz erhöht deshalb oberhalb der Schwelle die maximale Elektronenenergie. Die Intensität gibt an, wie viel Lichtenergie pro Zeit und Fläche eintrifft. Bei fester Frequenz bedeutet höhere Intensität: Mehr Photonen treffen ein. Oberhalb der Grenzfrequenz können dadurch mehr Elektronen ausgelöst werden und der Photostrom kann steigen. Die maximale Energie eines einzelnen Elektrons bleibt gleich. In einer Vakuum-Fotozelle löst monochromatisches Licht Elektronen aus der Kathode. Die Elektronen bewegen sich zur Anode; ein Photostrom fließt. Eine Gegenspannung bremst sie. Bei der Stoppspannung U_g erreicht gerade kein Elektron mehr die Anode, der Photostrom ist null. Dann gilt
E_\mathrm{kin,max}=eU_g
Dabei ist e der Betrag der Elementarladung. Mit der Einstein-Gleichung folgt
eU_g=hf-W_A
| Änderung | Beobachtung |
|---|---|
| Frequenz steigt | Photonenergie und maximale Elektronenenergie steigen |
| Intensität steigt, Frequenz bleibt gleich | Photonenzahl und Photostrom können steigen |
| Intensität steigt unterhalb von f_g | Es treten weiterhin keine Elektronen aus |
Beispiel
- 1Du misst für mehrere Frequenzen die Stoppspannung.
- 2Aus eU_g erhältst du jeweils die maximale kinetische Energie.
- 3Oberhalb der Grenzfrequenz liegen die Punkte im E_\mathrm{kin,max}(f)-Diagramm auf einer Geraden.
Teste dich
Aus E_\mathrm{kin,max}=hf-W_A liest du drei Beziehungen ab: Die Steigung der Geraden ist h. Der senkrechte Achsenabschnitt ist -W_A; sein Betrag ist die Austrittsarbeit. Der Schnittpunkt mit der Frequenzachse ist f_g.
Eine rein klassische Wellenvorstellung verteilt Lichtenergie kontinuierlich. Danach läge nahe, dass intensiveres Licht einzelnen Elektronen mehr Energie zuführt und genügend hohe Intensität auch unterhalb einer bestimmten Frequenz Elektronen auslösen könnte.
Die Experimente zeigen dagegen: Unterhalb der Grenzfrequenz treten trotz höherer Intensität keine Elektronen aus. Oberhalb der Grenzfrequenz hängt die maximale Elektronenenergie von der Frequenz ab. Höhere Intensität steigert bei fester Frequenz vor allem die Zahl der ausgelösten Elektronen und den Photostrom. Das Photonenmodell erklärt dies gemeinsam: Ein Elektron erhält hf von einem Photon. Die Frequenz bestimmt die Energie pro Photon, die Intensität bei fester Frequenz die Photonenzahl.
Beispiel: Fiktive Rechenpunkte auswerten
- 1Die Punkte sind exakt vorgegeben, ohne Messunsicherheit. Waagerecht steht die Frequenz f in Hz, senkrecht E_\mathrm{kin,max} in J.
- 2Erster Punkt: f_1=8{,}00\cdot10^{14}\,\mathrm{Hz} und E_1=1{,}3000\cdot10^{-19}\,\mathrm{J}.
- 3Zweiter Punkt: f_2=1{,}00\cdot10^{15}\,\mathrm{Hz} und E_2=2{,}6252\cdot10^{-19}\,\mathrm{J}.
- 4Für die Energie ziehst du 1{,}3000\cdot10^{-19}\,\mathrm{J} von 2{,}6252\cdot10^{-19}\,\mathrm{J} ab. Das ergibt \Delta E=1{,}3252\cdot10^{-19}\,\mathrm{J}.
- 5Für die Frequenz ziehst du 8{,}00\cdot10^{14}\,\mathrm{Hz} von 1{,}00\cdot10^{15}\,\mathrm{Hz} ab. Das ergibt \Delta f=2{,}00\cdot10^{14}\,\mathrm{Hz}.
- 6Für die Steigung gilt h=\Delta E/\Delta f. Setze die beiden Differenzen mit ihren Einheiten ein:
- 7h=\frac{1{,}3252\cdot10^{-19}\,\mathrm{J}}{2{,}00\cdot10^{14}\,\mathrm{Hz}}
- 8h=6{,}626\cdot10^{-34}\,\mathrm{J\,s}
- 9Mit dem ersten Punkt gilt W_A=hf_1-E_1. Setze h=6{,}626\cdot10^{-34}\,\mathrm{J\,s} und f_1=8{,}00\cdot10^{14}\,\mathrm{Hz} ein. Das Produkt ist hf_1=5{,}3008\cdot10^{-19}\,\mathrm{J}.
- 10W_A=5{,}3008\cdot10^{-19}\,\mathrm{J}-1{,}3000\cdot10^{-19}\,\mathrm{J}
- 11W_A=4{,}0008\cdot10^{-19}\,\mathrm{J}
- 12Der zweite Punkt bestätigt diesen Wert.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Photoeffekt
Photonenergie
E_\mathrm{Ph}=hf
Schwelle
hf\ge W_A
Elektronenenergie
E_\mathrm{kin,max}=hf-W_A
Intensität
Photonenzahl und Photostrom
Gegenfeld
E_\mathrm{kin,max}=eU_g
Diagramm
Steigung h, Achsenabschnitt -W_A
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Steigung und Austrittsarbeit aus zwei Rechenpunkten
- 1Gegeben sind (8{,}00\cdot10^{14}\,\mathrm{Hz};\ 1{,}3000\cdot10^{-19}\,\mathrm{J}) und (1{,}00\cdot10^{15}\,\mathrm{Hz};\ 2{,}6252\cdot10^{-19}\,\mathrm{J}).
- 2Ziehe E_1=1{,}3000\cdot10^{-19}\,\mathrm{J} von E_2=2{,}6252\cdot10^{-19}\,\mathrm{J} ab. So erhältst du \Delta E=1{,}3252\cdot10^{-19}\,\mathrm{J}.
- 3Ziehe f_1=8{,}00\cdot10^{14}\,\mathrm{Hz} von f_2=1{,}00\cdot10^{15}\,\mathrm{Hz} ab. So erhältst du \Delta f=2{,}00\cdot10^{14}\,\mathrm{Hz}.
- 4Berechne die Steigung mit h=\Delta E/\Delta f und setze die Differenzen samt Einheiten ein:
- 5h=\frac{1{,}3252\cdot10^{-19}\,\mathrm{J}}{2{,}00\cdot10^{14}\,\mathrm{Hz}}
- 6h=6{,}626\cdot10^{-34}\,\mathrm{J\,s}
- 7Für W_A=hf_1-E_1 setze h=6{,}626\cdot10^{-34}\,\mathrm{J\,s} und f_1=8{,}00\cdot10^{14}\,\mathrm{Hz} ein. Das Produkt ist hf_1=5{,}3008\cdot10^{-19}\,\mathrm{J}.
- 8W_A=5{,}3008\cdot10^{-19}\,\mathrm{J}-1{,}3000\cdot10^{-19}\,\mathrm{J}
- 9W_A=4{,}0008\cdot10^{-19}\,\mathrm{J}
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Fehler in Zeile 4Die letzte Zeile vergisst die Division durch \Delta f. Richtig gilt h=\Delta E/\Delta f. Mit \Delta E=1{,}3252\cdot10^{-19}\,\mathrm{J} und \Delta f=2{,}00\cdot10^{14}\,\mathrm{Hz} ergibt sich h=6{,}626\cdot10^{-34}\,\mathrm{J\,s}.
Lückentext
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Ein Photon trägt die Energie . Unterhalb der tritt kein Photoelektron aus. Bei fester Frequenz erhöht mehr Intensität vor allem die .
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