Zum Inhalt springen
L

Physik · Klasse 9–11 · aktualisiert

Kinetische Gastheorie: Druck und Temperatur erklären

Du erklärst Gasdruck aus Teilchenstößen, deutest Temperatur als Energiemittelwert und liest Geschwindigkeitsverteilungen.

0 von 12 Aufgaben gelöst

Kinetische Gastheorie: Druck und Temperatur erklären

Kurz gesagt

Die kinetische Gastheorie erklärt Gasdruck durch viele Teilchenstöße an eine Wand. Im idealen Gas hängt die mittlere Energie der Bewegung von Ort zu Ort von der Kelvin-Temperatur ab. Einzelne Teilchen haben dennoch verschiedene Geschwindigkeiten.

Gasdruck entsteht im Modell durch sehr viele Stöße bewegter Teilchen gegen die Gefäßwand. Die kinetische Gastheorie verbindet diese unsichtbare Bewegung mit messbarem Druck, Volumen und Temperatur. So kannst du Gasgesetze auch auf Teilchenebene erklären.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

In einem geschlossenen Gefäß bewegen sich sehr viele Gasteilchen ungeordnet. Du kannst die Bahn eines einzelnen Teilchens nicht verfolgen. Im thermischen Gleichgewicht bleiben Druck und Temperatur dennoch im Mittel gleich. Dafür sorgen die vielen Teilchenstöße.

Trifft ein Teilchen auf eine Wand, prallt es zurück. Dabei überträgt es Impuls auf die Wand. Impuls beschreibt die Bewegung mithilfe von Masse und Geschwindigkeit. Viele solche Stöße erzeugen den messbaren Gasdruck. Erwärmst du das Gas in einem geschlossenen, starren Gefäß, treffen die Teilchen im Mittel heftiger auf die Wand und der Druck steigt.

Für ein ideales Gas fasst die Druckgleichung diesen Zusammenhang zusammen:

pV=\frac23N\overline E_\mathrm{kin}

p ist der Druck, V das Volumen und N die Teilchenzahl. \overline E_\mathrm{kin} ist die mittlere Energie der Bewegung von Ort zu Ort; der Strich bedeutet Mittelwert. Bei festem V und N wächst der Druck mit dieser mittleren Energie.

Das Modell trifft reale Gase vor allem bei niedriger Dichte gut. Bei hohem Druck werden Teilcheneigenvolumen und gegenseitige Kräfte wichtig.

Definition

Ideales Gas

Ein ideales Gas ist ein vereinfachtes Modell: Die Teilchen werden als punktförmig betrachtet, üben zwischen den Stößen keine Kräfte aufeinander aus und bewegen sich ständig ungeordnet. Stöße untereinander und mit den Wänden sind elastisch, die gesamte kinetische Energie bleibt dabei erhalten. Translatorisch bedeutet: Ein Teilchen bewegt sich als Ganzes von Ort zu Ort.

Merke: Gasdruck ist kein ruhender „Stoff“ im Gas. Er ist der makroskopische Mittelwert vieler Impulsüberträge an die Gefäßwand.

Beispiel

  1. 1Ein Gas wird bei unverändertem Volumen erwärmt.
  2. 2Die Teilchen besitzen danach im Mittel mehr translatorische kinetische Energie.
  3. 3Nach pV=\frac23N\overline E_\mathrm{kin} muss bei gleichem V und N der Druck steigen.
  4. 4Mikroskopisch übertragen die häufigeren und kräftigeren Wandstöße pro Zeit mehr Impuls.

Teste dich

LeichtWelche Aussage gehört zum idealen Gasmodell?
MittelEin geschlossenes, starres Gefäß enthält ein ideales Gas. Was erklärt den steigenden Druck beim Erwärmen am besten?

Alles auf einen Blick

Kinetische Gastheorie

  • Idealmodell

    Punktteilchen stoßen elastisch und bewegen sich ungeordnet.

  • Gasdruck

    Viele Wandstöße übertragen im Mittel Impuls auf die Wand.

  • Temperatur

    Im idealen Gas bestimmt Kelvin die mittlere Energie der Teilchenbewegung von Ort zu Ort.

  • Masse

    Im idealen Gas haben leichtere Teilchen bei gleichem T ein größeres v_\mathrm{rms}.

  • Verteilung

    Beim selben idealen Gas verbreitert höhere Temperatur die Maxwell-Kurve.

  • Grenze

    Eigenvolumen und Teilchenkräfte werden bei hoher Dichte wichtig.

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Geschwindigkeit bei anderer Teilchenmasse

  1. 1Gas C und Gas D sind ideal und haben dieselbe Temperatur. Die Teilchenmasse von C ist neunmal so groß wie die von D.
  2. 2Für beide gilt dieselbe mittlere translatorische Energie \overline E_\mathrm{kin}=\frac32kT.
  3. 3Die quadratisch gemittelte Geschwindigkeit hängt von der Masse ab:
  4. 4\frac{v_{\mathrm{rms},C}}{v_{\mathrm{rms},D}}=\sqrt{\frac{m_D}{m_C}}
  5. 5\frac{v_{\mathrm{rms},C}}{v_{\mathrm{rms},D}}=\sqrt{\frac19}=\frac13
  6. 6Gas C besitzt ein Drittel der quadratisch gemittelten Geschwindigkeit von D, aber dieselbe mittlere translatorische Energie pro Teilchen.

Fehler finden

Zwei Geschwindigkeiten auswerten In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.

Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Bei elastischen Wandstößen wird übertragen. Im idealen Gas bestimmt die Kelvin-Temperatur die der Bewegung von Ort zu Ort. Eine breitere Maxwell-Kurve beim selben Gas deutet auf Temperatur.

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Kinetische Gastheorie

LeichtWas kennzeichnet ein ideales Gas im thermischen Gleichgewicht?
MittelEine feste ideale Gasmenge wird erst bei festem Volumen erwärmt, dann bei fester Temperatur verdichtet und zuletzt bei festem Druck erwärmt. Wie heißen die drei Vorgänge?
SchwerEin leichtes und ein schweres ideales Gas haben dieselbe Temperatur. Was gilt für die mittlere translatorische Energie und v_\mathrm{rms}?

Weiterlesen in Physik