Physik · Klasse 9–10 · aktualisiert
Generator: Aufbau, Induktion und Wechselspannung
Wie ein Generator Bewegung durch Induktion in elektrische Energie umwandelt und warum dabei Wechselspannung entsteht.
0 von 9 Aufgaben gelöst
Kurz gesagt
Ein Generator wandelt mechanische in elektrische Energie um: Sein Rotor dreht sich gegenüber dem Stator und ändert den magnetischen Fluss durch eine Spule. Dadurch wird Spannung induziert. Bei gleichmäßiger Drehung im homogenen Magnetfeld wechselt ihre Polarität periodisch.
Ein Generator wandelt mechanische Energie in elektrische Energie um. Dazu verändert eine Bewegung den magnetischen Fluss durch eine Spule. So entsteht eine elektrische Spannung; in einem geschlossenen Stromkreis kann dadurch Strom fließen.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
3 Abschnitte
Ein Fahrradgenerator, eine Handkurbel oder eine Turbine liefern eine Drehbewegung. Im Generator bewegen sich Magnet und Spule relativ zueinander.
Der magnetische Fluss beschreibt vereinfacht, wie stark ein Magnetfeld eine Fläche durchsetzt. Er kann sich ändern, wenn sich Feldstärke, wirksame Fläche oder Orientierung der Spule zum Magnetfeld ändern.
Die Wirkungskette beginnt mit einem äußeren Antrieb. Dieser bewegt Magnet und Spule relativ zueinander. Der Fluss durch die Spule ändert sich; an ihr entsteht eine Induktionsspannung. Ist ein Verbraucher angeschlossen, fließt Strom und elektrische Energie wird abgegeben.
Definition
Elektromagnetische Induktion
Elektromagnetische Induktion bedeutet: Ändert sich der magnetische Fluss durch eine Leiterschleife oder Spule, entsteht an ihr eine elektrische Spannung.
Merke: Ein vorhandenes Magnetfeld allein genügt nicht. Entscheidend ist die Änderung des magnetischen Flusses durch die Spule.
Beispiel
- 1Bei einem Fahrradgenerator sorgt die Bewegung des Fahrrads für den mechanischen Antrieb.
- 2Im Generator ändert sich dadurch der magnetische Fluss durch eine Spule.
- 3Die induzierte Spannung kann in einem geschlossenen Stromkreis eine Lampe versorgen.
Teste dich
Der Rotor ist der drehende Teil; der Stator steht fest. Beim Innenpolgenerator dreht sich ein Magnet an feststehenden Spulen vorbei. Ist er ein Elektromagnet, kann Gleichstrom über Schleifkontakte zu ihm gelangen. Die Spannung lässt sich an den unbeweglichen Spulen abgreifen.
Beim Außenpolgenerator dreht sich die Spule im Feld eines feststehenden Magneten. Schleifringe und Bürsten greifen die Spannung an der rotierenden Spule ab. Für die Induktion zählt in beiden Bauformen die periodische Änderung des Flusses.
Bei gleichförmiger Rotation in einem homogenen Magnetfeld ändert sich die Orientierung der Leiterschleife fortlaufend. Der Fluss nimmt zu und ab und wechselt sein Vorzeichen. T ist die Dauer einer Umdrehung. Nach jeder halben Umdrehung kehrt sich die Polarität der Spannung um: Es entsteht Wechselspannung.
| Bauform | Rotor | Stator | Spannungsabgriff |
|---|---|---|---|
| Innenpolgenerator | Magnet | Spulen | an den feststehenden Spulen |
| Außenpolgenerator | Spule | Magnet | an der rotierenden Spule über Kontakte |
| Zeitpunkt | Magnetischer Fluss | Betrag der Spannung |
|---|---|---|
| t=0 | maximal | null |
| t=\frac{T}{4} | null | maximal |
| t=\frac{T}{2} | minimal | null |
| t=\frac{3T}{4} | null | maximal |
| t=T | wieder maximal | wieder null |
Merke: Die Spannung ist nicht dann am größten, wenn der magnetische Fluss am größten ist. Sie ist am größten, wenn sich der Fluss am schnellsten ändert.
Teste dich
Im Modell einer gleichförmig rotierenden Leiterschleife in einem homogenen Magnetfeld ändert sich der magnetische Fluss regelmäßig. Die Induktionsspannung folgt der Geschwindigkeit dieser Änderung und verläuft sinusförmig. Sie ist null, wenn der Fluss gerade am größten oder kleinsten ist. Sie erreicht ihren größten Betrag, wenn sich der Fluss am schnellsten ändert.
Der Scheitelwert wächst in diesem Modell mit der magnetischen Flussdichte, der Schleifenfläche und der Drehgeschwindigkeit. Ein anderer Startzeitpunkt verschiebt den Verlauf; vertauschte Anschlüsse kehren sein Vorzeichen um.
Im Leerlauf ist kein Verbraucher angeschlossen. Wird eine Lampe verbunden, fließt Laststrom. Dessen magnetische Wirkung bremst die verursachende Drehbewegung. Das ist die Lenz-Regel: Die induzierte Wirkung wirkt ihrer Ursache entgegen. Zusätzliche mechanische Arbeit wird als elektrische Energie an die Lampe abgegeben.
Die rotierende Grundanordnung liefert Wechselspannung. Ein Kommutator aus zwei isolierten Halbschalen und Bürsten vertauscht nach jeder halben Umdrehung den Kontakt zur Spule. Dadurch bleibt die Polarität an den äußeren Anschlüssen gleich, obwohl der Betrag weiter schwankt: Es entsteht pulsierende Gleichspannung.
Elektronisch kann eine Diode eine Halbwelle sperren. Eine Brücke aus vier Dioden nutzt beide Halbwellen und kehrt eine um. Ein parallel zum Verbraucher geschalteter Energiespeicher kann Spannungsspitzen aufnehmen und bei sinkender Spannung Energie abgeben; so wird der Verlauf geglättet.
Definition
Lenz-Regel
Der induzierte Strom ist so gerichtet, dass seine magnetische Wirkung der Änderung entgegenwirkt, durch die er entstanden ist.
Merke: Mehr abgegebene elektrische Energie erfordert mehr zugeführte mechanische Arbeit. Der Generator erzeugt keine Energie aus dem Nichts.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Generator
Energieumwandlung
mechanische Energie zu elektrischer Energie
Induktion
Änderung des magnetischen Flusses erzeugt Spannung
Aufbau
Rotor dreht sich; Stator steht fest
Spannungsverlauf
Rotation erzeugt Wechselspannung; Gleichrichtung erzeugt pulsierende Gleichspannung
Belastung
Laststrom verursacht eine Gegenwirkung
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Windrad mit feststehenden Spulen
- 1Ein kleines Windrad dreht einen Magneten an feststehenden Spulen vorbei. Der Magnet ist der Rotor; die Spulen bilden den Stator.
- 2Während der Drehung ändert sich der magnetische Fluss durch die Spulen. An ihnen entsteht Wechselspannung.
- 3Wird ein passender Verbraucher angeschlossen, fließt Strom. Die mechanische Energie des Windrads wird in elektrische Energie umgewandelt.
Fehler finden
Induktion bei offenem Stromkreis In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Die offene Verbindung verhindert den Strom, nicht die Induktion. Richtig ist: Durch die Flussänderung entsteht an der Spule eine Spannung.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Bei maximalem magnetischem Fluss ist die induzierte Spannung . Nach einem Viertel der Periode ist der Betrag der Spannung . Nach einer halben Periode hat die Spannung wieder den Wert . Nach einer vollständigen Periode wiederholt sich der Verlauf.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback