Geschichte · Klasse 11–13 · aktualisiert
Recherche fürs Geschichtsabitur: sicher vorgehen
Du lernst, Recherche fürs Geschichtsabitur einzugrenzen, Materialien gezielt zu suchen, Funde zu prüfen und brauchbare Lernnotizen anzulegen.
0 von 9 Aufgaben gelöst
Kurz gesagt
Eine Recherche fürs Geschichtsabitur beginnt mit deinem konkreten Arbeitsauftrag und einer Leitfrage. Du suchst passende Materialien, prüfst ihre Aussagegrenzen und ordnest die Ergebnisse für Analyse, Einordnung und Urteil.
Viele gespeicherte Texte ergeben noch keine gute Prüfungsvorbereitung. Entscheidend ist, welche Frage du mit ihnen beantworten kannst. Mit einer gezielten Suche und klaren Fundnotizen hältst du fest, was belegt ist und was du noch prüfen musst.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Beginne mit den tatsächlichen Vorgaben deines Kurses oder Jahrgangs: Welches Thema und welcher Arbeitsauftrag sind vorgegeben? Daraus leitest du ab, was für deine Vorbereitung prüfungsrelevant ist. Es gibt hier keine Liste von Abiturthemen, die für alle gilt.
Begrenze dein Vorhaben nach Zeitraum, Raum, beteiligten Personen oder Gruppen und einem Teilproblem. Formuliere daraus eine Leitfrage. Sie legt fest, welche Materialien du brauchst. Ein großer Themenname allein sagt noch nicht, was du untersuchen willst.
Passe die Suche an ihre Ergebnisse an. Bei zu vielen Treffern grenzt du gezielt weiter ein. Wenn wichtige Informationen fehlen, erweiterst du die Suche an dieser Stelle. Die Leitfrage hilft dir dabei, die Auswahl zu begründen.
Definition
Leitfrage
Eine Leitfrage benennt das Problem, das deine Recherche beantworten soll. An ihr prüfst du, welche Informationen du benötigst.
Merke: Prüfungsrelevanz beginnt bei deinem konkreten Arbeitsauftrag. Umfangreiche Trefferlisten ersetzen keine Eingrenzung.
Teste dich
Eine Suchmatrix ist eine veränderbare Tabelle für deine Suche. Du ordnest jedem Teilaspekt Kernbegriffe, gleichbedeutende Wörter und historische Schreibweisen zu. Außerdem hältst du fest, ob du einen Überblick, eine historische Quelle oder eine wissenschaftliche Darstellung suchst.
Ein Überblick hilft dir, dich im Thema zu orientieren. Historische Quellen untersuchst du als Zeugnisse für deine Frage. Wissenschaftliche Darstellungen untersuchen und erklären Geschichte. Diese Rollen hängen von der Fragestellung ab: Auch Forschungsliteratur kann zur Quelle werden, wenn du sie selbst untersuchst.
Beginne bei Handbüchern, Lexika oder Überblicken. Verfolge ihre Fußnoten, also ihre Hinweise auf verwendete Materialien. Suche historische Quellen anschließend auch in Katalogen, wissenschaftlichen Quellenausgaben und digitalen Archivangeboten. Du kannst einen Themenbegriff um eine Materialgattung wie Brief ergänzen. Die Suchmatrix ist eine Hilfe, kein verbindliches Pflichtmodell.
Beispiel: Beispieltext, ausgedacht: eine Suche zu Verkehrswegen
- 1Ein Teilaspekt der Suche lautet: Eisenbahn und die Verbindung von Orten.
- 2Als Kernbegriff wird „Eisenbahn“ eingetragen; weitere Begriffe und historische Schreibweisen werden bei der Recherche ergänzt.
- 3Für die erste Orientierung wird ein Überblick gesucht. Für eine spätere Suche nach Zeugnissen wird „Eisenbahn“ mit „Brief“ kombiniert.
- 4Die Suchkombination verspricht noch keinen passenden Fund. Ihre Ergebnisse müssen geprüft werden.
Teste dich
Prüfe zuerst die Herkunft: Wer hat das Material wann und wo verfasst? Untersuche außerdem seine Überlieferung, also den Weg, auf dem es erhalten und weitergegeben wurde. Liegt dir ein Original, eine Kopie, ein Auszug oder eine Zusammenfassung vor? Prüfe, ob Teile fehlen und ob sich der Wortlaut verändert hat.
Der Geltungsbereich bezeichnet, welche Personen, Orte und Zeiten ein Fund erfasst. Eine Aussage darf nicht über diesen Bereich hinaus verallgemeinert werden. Vollständigkeit ist eine andere Frage: Auch ein vollständig erhaltener Text kann nur einen begrenzten Bereich behandeln.
Frage außerdem nach Wissen und Absicht des Verfassers. Was konnte er wissen, und wie berichtet er darüber? Erst unter Berücksichtigung solcher Prüfungen deutest du den Inhalt. Entscheidend für den Nutzen bleibt deine Leitfrage: Ein vollständig erhaltener Fund hilft dir nicht, wenn er deine Frage nicht beantworten kann. Ein Auszug kann etwas beitragen, doch seine Lücken begrenzen die möglichen Aussagen.
Halte offene Punkte fest. Wenn etwa die Herkunft unklar bleibt, wird ihre Klärung zum nächsten Suchauftrag. Die Prüfung ist keine starre Abfolge, die bei jedem Material gleich ausführlich sein muss.
| Prüfpunkt | Leitfrage |
|---|---|
| Herkunft | Wer verfasste das Material wann und wo? |
| Geltungsbereich | Welche Personen, Orte und Zeiten werden erfasst? |
| Vollständigkeit | Fehlen Teile des Materials? |
| Nutzen | Welche Antwort ermöglicht der Fund auf meine Leitfrage? |
Merke: Ein Fund kann für eine Frage nützlich sein und für eine andere ungeeignet. Seine Aussagegrenzen gehören zu deiner Beurteilung.
Teste dich
Ordne deine Ergebnisse danach, wofür du sie verwenden kannst. Für die Analyse brauchst du genaue Beobachtungen am Material und passende Belege. Für die Einordnung sammelst du gesichertes Kontextwissen, also Wissen über die historischen Zusammenhänge. Für ein Urteil brauchst du begründete Kriterien, Argumente und Gegenargumente. Kriterien sind die Maßstäbe, nach denen du urteilst.
Eine Fundnotiz kann deine Teilfrage, die Quellenart, eine Kernaussage, die genaue Fundstelle, eine Aussagegrenze und den nächsten Prüfschritt enthalten. Bei einer Onlinequelle hältst du auch das Abrufdatum fest. Das ist der Tag, an dem du die Seite aufgerufen hast.
Trenne fremde Aussagen von deinen eigenen Schlüssen. Notiere also erkennbar, was du dem Material entnimmst und was du daraus folgerst. Kennzeichne Unsicherheiten und formuliere daraus den nächsten Suchauftrag. Eine Textsammlung ohne Zuordnung zur Frage ersetzt diese Arbeit nicht. Auch die Fundnotiz ist eine praktische Hilfe und kein vorgeschriebenes Schema.
| Verwendung | Was du vorbereitest |
|---|---|
| Analysieren | Beobachtungen am Material mit genauen Belegen |
| Einordnen | Gesichertes Wissen über historische Zusammenhänge |
| Urteilen | Begründete Maßstäbe, Argumente und Gegenargumente |
Teste dich
Alles auf einen Blick
Recherche (Abitur)
Auftrag
Die tatsächlichen Vorgaben deines Kurses oder Jahrgangs bestimmen den Ausgangspunkt.
Eingrenzung
Eine Leitfrage verbindet Zeitraum, Raum, Akteure und Teilproblem.
Suche
Eine veränderbare Suchmatrix ordnet Begriffe und benötigte Materialarten.
Prüfung
Herkunft, Geltungsbereich, Vollständigkeit und Nutzen müssen getrennt betrachtet werden.
Aufbereitung
Ordne Belege, Kontextwissen und Urteilsargumente ihrer jeweiligen Aufgabe zu.
Transparenz
Trenne eigene Schlüsse von fremden Aussagen und halte offene Prüfschritte fest.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Beispieltext, ausgedacht: eine Notiz zu einer Reform verbessern
- 1Die Aufgabe lautet, eine Reform zu beurteilen. In deiner Notiz steht bisher nur: „Der Verfasser nennt die Reform erfolgreich.“
- 2Aussage zuordnen: Das ist zunächst die Einschätzung des Verfassers. Du darfst sie nicht als dein bereits begründetes Urteil übernehmen.
- 3Beleg sichern: Ergänze die genaue Fundstelle und halte fest, mit welchen Argumenten der Verfasser seine Einschätzung begründet.
- 4Urteil vorbereiten: Formuliere und begründe passende Kriterien. Suche nach Argumenten und Gegenargumenten.
- 5Grenze festhalten: Solange diese Prüfung fehlt, bleibt der Erfolg der Reform in deiner Notiz eine offene Frage.
Fehler finden
Prüfe die Aussagen über einen vollständig erhaltenen Text In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 2Die zweite Aussage verwechselt Vollständigkeit mit Nutzen. Richtig: Ein vollständig erhaltener Text hilft nicht bei einer Leitfrage, die er nicht beantworten kann.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Für die Recherche erfasst die zu jedem Teilaspekt Kernbegriffe, Synonyme, historische Schreibweisen und die gesuchte Materialart. Welche Personen, Orte und Zeiten ein Fund erfasst, prüfst du unter dem Gesichtspunkt . Gesichertes Wissen über historische Zusammenhänge bereitest du für die vor.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback