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Geographie · Klasse 7–10 · aktualisiert

Gezeiten erklärt: Ebbe, Flut und Tidenhub

Du lernst, warum es Ebbe und Flut gibt, wie man den Tidenhub bestimmt und warum Springtide, Nipptide und Küstenform die Gezeiten verändern.

0 von 15 Aufgaben gelöst

Gezeiten erklärt: Ebbe, Flut und Tidenhub

Kurz gesagt

Gezeiten sind Wasserbewegungen der Ozeane, die Mond und Sonne zusammen mit der Erddrehung verursachen. Bei Flut steigt das Wasser, bei Ebbe sinkt es; der Tidenhub ist der Höhenunterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser. Zwei aufeinander folgende Hochwasser liegen etwa 12 h 25 min auseinander.

Im Wattenmeer der Nordsee fällt bei Ebbe der Meeresboden zeitweise trocken. Später ist er wieder unter Wasser. Dahinter stecken Mond, Sonne und die Drehung der Erde. Und jede Küste reagiert darauf anders.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

5 Abschnitte

Gezeiten (auch Tiden genannt) sind Wasserbewegungen der Ozeane. Mond und Sonne verursachen sie zusammen mit der Erddrehung. An der Küste steigt und sinkt der Wasserstand dabei immer wieder.

Flut heißt: Das Wasser steigt. Ebbe heißt: Das Wasser sinkt. Beides sind Zeiträume, also Vorgänge. Hochwasser und Niedrigwasser sind dagegen Zeitpunkte: der Moment des höchsten und der Moment des tiefsten Wasserstandes. Die Flut ist deshalb nicht mit dem Hochwasser zu verwechseln. Im Alltag nennen manche Leute jeden niedrigen Wasserstand „Ebbe“. In der Fachsprache ist Ebbe aber das Sinken des Wassers.

Bei Ebbe wird an der Küste nach und nach Meeresboden freigelegt. Im Wattenmeer, zum Beispiel in der Nordsee, fällt dann das Watt trocken.

Den Unterschied zwischen hohem und niedrigem Wasserstand misst man als Tidenhub. Der Tidenstieg ist der Höhenunterschied von einem Niedrigwasser zum folgenden Hochwasser. Der Tidenfall ist der Höhenunterschied von einem Hochwasser zum folgenden Niedrigwasser. Der Tidenhub ist der Mittelwert aus beiden. Dafür zählst du beide Werte zusammen und teilst durch 2.

Definition

Tidenhub

Der Tidenhub ist der Höhenunterschied zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Wasserstand bei den Gezeiten. Er ergibt sich als Mittelwert aus Tidenstieg und Tidenfall.

Beispiel: Tidenhub am Pegel Norderney Riffgat

  1. 1Ein Pegel ist eine Messstelle für den Wasserstand. Hier: Norderney Riffgat in der Nordsee, Zeitspanne 01.11.2005 bis 31.10.2015.
  2. 2Mittleres Tidenhochwasser (MThw): 622 cm.
  3. 3Mittleres Tidenniedrigwasser (MTnw): 375 cm.
  4. 4Unterschied: 622 cm − 375 cm = 247 cm.
  5. 5Das ist ein selbst gerechneter Unterschied der beiden Mittelwerte, kein Wert, den die Messstelle selbst nennt.

Merke: Flut und Ebbe sind Vorgänge (steigen, sinken). Hochwasser und Niedrigwasser sind Zeitpunkte (höchster, tiefster Stand). Der Tidenhub ist der Höhenunterschied dazwischen.

Teste dich

LeichtWas ist mit dem Wort Hochwasser gemeint?
MittelWelche Aussage beschreibt den Tidenhub?

Alles auf einen Blick

Gezeiten

  • Begriffe

    Flut und Ebbe sind Vorgänge, Hoch- und Niedrigwasser sind Zeitpunkte, der Tidenhub ist der Höhenunterschied dazwischen

  • Ursache

    Mond und Sonne ziehen die Erde auf der zugewandten und der abgewandten Seite etwas ungleich an, der Mond liefert den größeren Beitrag

  • Rhythmus

    Zwei Hochwasser liegen etwa 12 h 25 min auseinander, darum verschieben sich die Zeiten von Tag zu Tag

  • Springtide und Nipptide

    Springtide bei Voll- und Neumond, Nipptide bei Halbmond

  • Regional

    Wassertiefe und Küstenform machen den Tidenhub an manchen Orten groß und an anderen klein

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Hochwasserzeiten für zwei Tage bestimmen (ausgedachtes Beispiel)

  1. 1Ausgedachte Annahme: An einem Küstenort ist heute um 6:00 Uhr Hochwasser.
  2. 2Regel: Zwei aufeinander folgende Hochwasser liegen etwa 12 h 25 min auseinander.
  3. 3Zweites Hochwasser heute: 6:00 Uhr + 12 h 25 min = 18:25 Uhr.
  4. 4Nächstes Hochwasser: 18:25 Uhr + 12 h 25 min = 6:50 Uhr am Folgetag.
  5. 5Verschiebung: 6:50 Uhr − 6:00 Uhr = 50 min später als am Vortag.
  6. 6Fazit: Das Hochwasser kommt etwa 50 Minuten später pro Tag. Echte Zeiten können abweichen, zum Beispiel durch Wind um bis zu etwa 20 Minuten.

Fehler finden

Prüfe die Aussagen zu Mondphasen und Gezeiten In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.

Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Der Zeitpunkt des höchsten Wasserstandes heißt . Zwei aufeinander folgende Hochwasser liegen etwa auseinander. Stehen Sonne, Erde und Mond etwa auf einer Linie, addieren sich ihre Wirkungen zu einer .

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Gezeiten

LeichtWelcher Begriff beschreibt das Sinken des Meeresspiegels durch die Gezeiten?
MittelWie verhalten sich die Gezeitenkräfte von Sonne und Mond zueinander?
SchwerWas passt zu den Tidenhüben in der westlichen Ostsee (etwa 30 cm) und in den Unterläufen von Elbe und Weser (bis über vier Meter)?

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